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Gold – Physische Gold ETFs weiter auf hohem Niveau

von Tim Schieferstein E-Mail 30.05.16 12:27:12

Nach der starken Rallye von Gold mit einem Preisanstieg um 250$ je Feinunze alleine im ersten Quartal des Jahres, hat die erwartete gesunde Korrekturbewegung eingesetzt. Diese baut die spekulative Übertreibung der letzten Monate ab und legt so die Basis für einen weiteren Anstieg. Die Korrektur führte Gold in dieser Woche auf 1.211$ und Silber auf 16,15$ zurück, wo sich Unterstützungsmarken befinden, die Spekulanten wieder zu erneuten Käufen einladen dürften. Der letzte Terminmarktreport der U.S. Aufsichtsbehörde vom letztwöchigen Freitag, der sich auf den Stichtag am 17. Mai bezog, zeigte bisher noch keine Bereinigung des Marktes. Sollte dagegen in dem heute Nacht erscheinenden Report eine erste deutliche Bereinigung zu sehen sein, so wäre dies ein gutes Indiz dafür, dass seit Jahreswechsel in der Tat ein neuer Bullenmarkt begonnen hat, der sich in Bälde fortsetzen dürfte. Nebst einer überfälligen spekulativen Bereinigung gab es weitere Gründe für die aktuelle Korrektur wie gestiegene Erwartungen einer weiteren Zinsanhebung in den USA für den Juni, die die Stärke des Dollars unterstützte. Darüber hinaus gibt es wieder mehr Risikoappetit bei den Investoren und Fondsmanagern, nachdem die Aktienmärkte in den USA erneut nach oben ausbrachen und sogar eine Konsolidierungsformation nach oben aufgelöst wurde. Der S&P500 steht aktuell mit 2.090 Punkten wieder einmal über der signifikanten Abwärtstrendlinie von 2.070 Punkten und auch der DAX konnte nach oben ausbrechen und auf fast 10.300 Punkte ansteigen. Unterstützt wurde der DAX von dem Ifo-Geschäftklimaindex, der überraschend stark auf 107,7 Punkte zulegte und weiteren Konjunkturindikatoren aus der Bauwirtschaft sowie einer besseren Entwicklung am europäischen Arbeitsmarkt.

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Positiv für Gold war hingegen, dass EZB-Chefvolkswirt Praet wieder betonte, dass die extrem lockere Geldpolitik in der Eurozone aufrecht erhalten wird und dass die Negativzinsen sogar ausgeweitet werden könnten, was die Nachfrage nach Gold auf hohem Niveau halten sollte. Die physische Nachfrage bleibt auch weiterhin stabil, wie exemplarisch der weltweit größte physische Gold-ETF „SPDR Gold Trust“ zeigt. Dieser verharrt mit 868 Tonnen weiterhin auf dem Höchststand der letzten zwei Jahre, was wichtig für einen weiteren Anstieg des Goldpreises ist. Seit Anfang des Jahres sind 18 Mrd. $ in mit Edelmetallen hinterlegte Exchange-Traded Funds geflossen, wobei 8,9 Mrd. $ alleine auf den SPDR Gold Trust entfielen. Nur wenn die physische Investmentnachfrage hoch bleibt, können die Preise langfristig auch real ansteigen.

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Der gestiegene Ölpreis dürfte die „Inflation“ wieder anheizen

Der Rohölpreis für die Sorte WTI hatte in dieser Woche erstmals seit Oktober letzten Jahres wieder an der Marke von 50$ je Fass gekratzt und der Preis für die europäische Sorte BRENT konnte kurzzeitig auf 50,60$ ansteigen. Aktuell ist der Spread zwischen beiden Sorten nahezu nicht existent, was die weiterhin gute Versorgung widerspiegelt. Dennoch hat sich der Preis für Rohöl seit Anfang Februar von 26$ im Tief aktuell fast verdoppelt, was die Preissteigerungsrate in den USA sowie in Europa wieder steigen lassen dürfte, was so der FED auch mehr Raum für eine Zinsanhebung geben würde und der EZB die Möglichkeit einer zeitweiligen Drosselung ihres QE-Programms einräumen könnte.

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Der historisch gesehen viel zu günstige Preis für Rohöl wird ersichtlich, wenn man diesen in das Verhältnis zu Gold setzt. Mit aktuell 1,26 Gramm Gold je Fass liegt der Preis unterhalb des langfristigen Durchschnitts von 1,8 Gramm. Zu Jahresbeginn konnte man ein Fass sogar noch für 0,7 Gramm Gold erstehen, was wohl eine einmalig günstige Kaufmöglichkeit darstellte. Der langfristige Vergleich zeigt, dass man heute Öl real günstiger bekommt als in den 70er Jahren, zumindest wenn man den Rohölpreis in der härtesten Währung der Welt – nämlich in Gold – bewertet.

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An der Tankstelle merkt man von diesen real historisch günstigen Preisen leider relativ wenig, da einerseits der Euro immer mehr an Kaufkraft verliert und andererseits der Benzinpreis zum größten Teil aus Steuern besteht. Alleine die Energiesteuer in Höhe von 65,4 Eurocent sowie die Mehrwertsteuer von 19% machen rund 65% des Benzinpreises aus. Das sind jedoch nur die direkt sichtbaren Steuern, doch werden noch jene Unternehmenssteuern und Abgaben hinzu addiert, die das produzierende Unternehmen zahlen muss, so liegt der Steueranteil am Benzinpreis wohl deutlich jenseits der 80%. Hart verdientes Einkommen wird also noch einmal deutlich besteuert, sodass von der realen Kaufkraft kaum mehr etwas übrig bleibt und der Großteil des Einkommens über zwei Ecken an direkt an den Staat geht. Sofern die hohen Benzinpreise wieder zum Ärgernis werden, sollte man sich dieser Fakten bewusst sein.

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Wir erwarten keine schnelle nachhaltige Erholung des Preises, da die Überkapazitäten am Ölmarkt weiterhin Bestand haben dürften. Somit gehen wir von einer langgezogenen Seitwärtsbewegung unter hoher Volatilität aus. Aktuell scheint die Chance gekommen, um an dem Widerstand bei 50$ erneut Gewinne mitzunehmen, doch sollte spätestens mit dem Bruch des Aufwärtstrends eine Korrektur des Ölpreises einsetzen.

Die Rallye am Goldmarkt befindet sich erst an ihrem Anfang

Aufgrund der aktuellen Korrektur des starken Anstiegs stellen sich viele Investoren und Anleger die Frage, wie lange diese noch dauern wird und wie weit Gold danach ansteigen könnte. Eine Antwort auf letztere Frage gibt uns der „Fair-Goldpreis Indikator“, der die Geldmengenausweitung sowie die Veränderung der Goldreserven berücksichtigt. Dieser Indikator notiert gerade einmal bei 8,4% des Hochs von 1980. Unter der Annahme, dass Gold zum Ende des aktuellen Bullenmarktes ähnlich begehrt sein wird wie 1980, so sollte der Goldpreis bis dahin noch um mindestens das 12-fache ansteigen, sofern die Geldmenge nicht sogar weiter ausgeweitet wird. Sollte sich die Geldbasis aufgrund künftiger QE-Programme jedoch auch noch verdoppeln, so würde sich das Anstiegspotenzial ebenso auf das 24-fache ausgehend vom aktuellen Kurs erhöhen. Real gesehen ist Gold stärker unterbewertet als im Jahre 1970, ein Jahr bevor U.S. Präsident Nixon seinerzeit die Einlöseverpflichtung des U.S. Dollars gegen Gold einseitig aufkündigte. Da man annehmen darf, dass die USA nicht mehr die gleich hohen Goldreserven wie damals haben, sondern Teile davon bereits auf dem offenen Markt veräußert wurden – teilweise zur Manipulation der Finanzmärkte – ist diese mittelfristige Betrachtung des Fair-Gold Indikators als konservativ einzustufen. Es gibt also noch jede Menge an Anstiegspotenzial für den Goldpreis in den kommenden Jahren.

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Edelmetalle in anderer Form der Wertanlage

von Wolfgang Arnold23.05.16 18:32:25

Die meisten Menschen kennen Gold und Silber nur als Edelmetalle in Form von Schmuck oder Münzen. Bei Gold und Silber in kolloidaler Form handelt es sich jedoch um mikroskopisch kleine Teilchen, die sich in destilliertem Wasser befinden und elektrische Ladung tragen.

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Europa druckt weiter Geld - USA spielten mit Zinsanhebung

von Tim Schieferstein E-Mail 21.05.16 09:12:53

Gleich zwei Notenbankprotokolle der letzten Offenmarktausschusssitzungen wurden in dieser Woche seitens der Europäischen Zentralbank sowie der U.S. amerikanischen Notenbank „FED“ veröffentlicht. Die Aufzeichnungen der europäischen Sitzung zeigen, dass der EZB-Rat entschlossen bleibt, die Inflation „ohne unnötige Verzögerung zurück zu ihrem Zielwert“ von zwei Prozent Preissteigerung im Jahr zu bringen, wobei diese aktuell immer noch bei -0,2% im April zum Vorjahresmonat lag. Die Ausweitung der Geldmenge über den Ankauf von Staats- und Unternehmensanleihen auf dem offenen Markt wird also unvermindert fortgesetzt, was die ideale Basis für weiter steigende Edelmetallpreise darstellt.

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Offiziell fielen im April die Preise zum Vorjahr um -0,2%

Die sogenannte „Kerninflationsrate“, welche die Preissteigerung der Lebensmittel und Energiepreise ausschließt, stieg im April immerhin um 0,7% an, was 0,9% über der Gesamtpreissteigerungsrate liegt. Insbesondere die stark gefallenen Energiepreise sind für die aktuell niedrige Steigerung verantwortlich, wobei man berücksichtigen muss, dass es sich lediglich um geschönte „harmonisierte“ Daten in einem sich ständig angepassten Warenkorb handelt. Der reale Anstieg der Preise liegt dabei ca. 2% bis 4% über dem offiziellen Wert, was der Endverbraucher an der Supermarktkasse auch sukzessive zu spüren bekommt. Deshalb sitzt die europäische Wirtschaft auch seit Jahren bereits real in der Stagflation fest und Negativzinsen sind real längst das probate Mittel zur verdeckten Rekapitalisierung des Bankensystems.

Die ständig permanente Angst der Notenbanken vor rückläufigen Preisen liegt alleine darin begründet, dass dies eine Deflation der Kreditgeldmenge indiziert, durch die das Bankensystem aufgrund von Kreditausfällen in einem Dominoeffekt Bankrott gehen könnte. Für den Rest der Wirtschaft sowie die Menschen wären negative Preissteigerungsraten hingegen ideal, da die Kaufkraft stabil bliebe oder gar stiege und das langfristige Sparen wieder Sinn machen und dies das Investieren, den Fortschritt sowie das Wirtschaftswachstum ankurbeln würde. Während in England mit einer Edelmetallwährung über 253 Jahre hinweg eine leichte Deflation der Normalzustand war, sind Inflation und Geldentwertung die Übel eines ungedeckten staatlichen Monopolgeldsystems, die für Ungleichgewichte, Armut und Wirtschaftskrisen sorgen.

Die EZB wird also unvermindert 80 Mrd. Euro monatlich drucken und primär den Banken zur Verfügung stellen, was man im Euroraum an der Steigerung der Geldmenge M1 gut beobachten kann. Je mehr die Basisgeldmenge ausgeweitet wird, desto stärker verliert der Euro seine Kaufkraft et vice versa steigen Gold und Silber, die das Warengeld des freien Marktes und die weltweit stärkste Währung sind.

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Die EZB sorgt für eine Ausweitung der Geldbasis und somit für eine Abwertung des Euros.

US FED SCHOCKIERT DIE MÄRKTE

Die Europäische Zentralbank erwartet eine bessere konjunkturelle Entwicklung, nachdem das BIP im ersten Quartal 2016 um 0,5% anstieg und auch die FED ist zufrieden mit der amerikanischen Wirtschaft, wobei das am Mittwoch von der U.S. Notenbank „FED“ veröffentlichte Protokoll diametral gegensätzlich zu dem der Europäischen Zentralbank ausfiel. Während die EZB klar ihre lockere Geldpolitik und Niedrigzinsen betonte, überraschte die FED die Märkte damit, dass viele Mitglieder des Offenmarktausschusses eine weitere Zinsanhebung im Juni für wahrscheinlich halten, wenn die Wirtschaft bis dahin stark bleibt. Viele Faktoren würden für eine Anhebung sprechen, doch wolle man globale Risiken genau beobachten und sich für Juni alle Optionen offen halten. Das FOMC Mitglied Hacker äußerste sich, dass die Märkte die Notenbank im März und April falsch interpretiert hätten und die Wahrscheinlichkeit bzw. Länge der Zinsanhebungspause überschätzt hätten. Er befürworte vier Zinsanhebungen in diesem Jahr, wobei es bereits die hohe Wahrscheinlichkeit einer Anhebung bei der nächsten Live-Sitzung im Juni gäbe. Abgesehen davon, dass dies einige FOMC Mitglieder schon für den April sagten und es dennoch zu keiner Zinsanhebung kam, löste die Veröffentlichung des Protokolls am Mittwoch einen Schock an den Märkten aus, wobei die Aktienmärkte fielen, der US-Dollar anzog und auch Gold und Silber einen Rücksetzer erlitten.

Der USD Index (USDX) konnte erst kürzlich eine Bärenfalle komplettieren und wieder über 93 Punkte ansteigen, was wir so vor zwei Monaten in unseren Veröffentlichungen bereits erwartet hatten. Die Intermarketanalyse, die Lage am Terminmarkt sowie die fundamentale Situation sprechen deutlich für eine weitere Stärke des Dollars im Vergleich zum Euro oder dem Yen.

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Der U.S. Dollar Index könnte wieder bis auf 100 Punkte ansteigen.

Auf der anderen Seite spricht das QE-Programm der EZB dafür, dass der Euro auf die Parität zum U.S. Dollar fallen könnte, weshalb Investoren ihre Portfolios gegen eine weitere Abwertung des Euros absichern sollten.

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Der Euro befindet sich wieder auf dem Weg zur Parität.

Während der Goldpreis in U.S. Dollar durch eine starke amerikanische Währung etwas unter Druck kommen könnte, wird der Goldpreis in Euro von der Schwäche der europäischen Währung weiterhin profitieren und man darf erwarten, dass der seit Anfang 2014 intakte Aufwärtstrend sich fortsetzen wird mit steigenden Preisen bis zum Ende des Jahres.

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Wenn Kräuter unverzichtbar werden

von Wolfgang Arnold20.05.16 19:45:04

Eßbare Wildpflanzen gehörten über Jahrtausende zum Speiseplan der Menschen. Heute werden sie nicht als billiger Ersatz für den mit Edelgemüse verwöhnten Gaumen gesammelt.

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Zeit für die Hubschrauber

von Wolfgang Arnold19.05.16 17:16:23

„Wenn die Geldpolitik ihre magischen Fähigkeiten verloren hat, was könnten die Zentralbanken dann noch tun?“
(Vizegouverneur Cecilia Skingsley, schwedische Riksbank)

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