GoldSeiten Blogs
« Die Matrix-Wirtschaft: intelligent oder nur künstlich?Medialer Wachwechsel: Demokratischer Aufbruch 2010 »

Bankruns werden illegal

von Peter Boehringer E-Mail 09.01.10 13:03:46

Geldmarktfonds haben einen Anteil von fast 40% in den Portfolia der großen institutionellen Fondsmanager, die ja in aller Regel "sicher" investieren wollen und sich im Gegenzug dafür mit lächerlichen Zinserträgen begnügen. In Wirklichkeit trifft diese Bescheidenheit natürlich nur die Kunden dieser hochbezahlten Papierjongleure, denn schließlich sprechen wir nicht vom Geld der Fondsmanager (das höher rentierlich, volatil oder gleich beides -nämlich in Substanzaktien und Gold- investiert ist). Nein, wir sprechen von den Billionen von Dollars, die Millionen von Kleindepotbesitzern, Lebensversicherten und Pensionsfonds-Berechtigten gehören.

Mit den Versprechen "höchste Liquidität, jederzeitige Verfügbarkeit, höchste Sicherheit und niedrigste Volatilität" suggerieren Geldmarktfonds eine (abgesehen vom nicht wegzuredenden Inflationsexposure) fast absolute Sicherheit, die sie neben Cash zum natürlichen Wettbewerber von GoldSilber-Anlagen werden lässt.

Daher ist es ein revolutionärer Vorgang, wenn die beiden ersten Versprechen "höchste Liquidität, jederzeitige Verfügbarkeit" gemäß Gesetzesplänen der US-Regierung und der SEC demnächst formal und "legal" abgeschafft werden. :!: Dies selbstredend wie immer unter aktiver Ignoranz der Mainstream-Medien ...

Sie sollten daher diesen etwas längeren Blogeintrag unbedingt lesen, auch wenn Sie direkt keine US-Geldmarktfonds halten. Erstens wird diese fundamentale Gesetzesänderung vermutlich via Weltfinanzregierung IWF und EU im Rahmen der omnipräsenten internationalistischen Papiergeld-Agenda auch bald nach Europa und Deutschland kommen. Und zweitens ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie via LV-Vertrag oder Pensionsfonds oder Bankendepotverwaltungsvertrag eben DOCH auch in US-Geldmarktfonds investiert sind, sehr hoch!

Übrigens kalkulieren viele Pensionsfonds noch immer mit einer absurd überhöhten Rendite auf ihre Anlagen von 8%! Bei vielleicht 2-4% tatsächlich mit Geldmarktanlagen erzielbaren Zinsen läuft hier permanent eine riesige Unterdeckung auf. Gemäß einer FTD-Meldung vom 6.1.2010 mussten alleine nur die öffentlichen Pensionsfonds der USA ihre "kalkulierte Unterdeckung" darum per 1.1.2010 mal eben um 300% (!) auf jetzt 2000 Mrd. Dollar hochschreiben. Im gesamten privaten und öffentlichen Sozialversicherungs-, Pensions- und Medicare-Bereich wird bereits heute eine Unterdeckung von fast 70.000 Mrd. Dollar über die kommenden Jahrzehnte zugegeben. Tendenz schnell steigend. Im Falle weiterhin lächerlich niedriger Geldmarktzinssätze wird die Unterdeckung noch schneller steigen.

Im Folgenden geht es um ein für Geldmarktfonds bislang unbekanntes und damit völlig neues Risiko. :!: Es geht also NICHT um um das unvermeidliche Dollar-Wechselkursrisiko, das man als europäischer Investor im US money market ohnehin immer hat - und 2010 ganz besonders. Und es geht auch NICHT um den anhaltenden Skandal, dass auch in Geldmarktfonds seit 2006 die komplette Palette an MBS- und CDO-Schrott geparkt wurde, die die staatlichen Bankenretter Billionen-schwer garantieren und deren Verluste somit über die Steuerzahler und Inflationsgeschädigten in aller Welt sozialisiert werden.

Nein, es geht um die unfassbare neue Regelung der SEC, US-Geldmarktfonds-Anlegern unter bestimmten Umständen ihr (bislang) gesetzliches Recht auf jederzeitige Liquidierung -also die Einlösung ihrer Fondsanteile gegen Cash- zu nehmen! Damit erklären die SEC und die US-Regierung nichts weniger als die Illegalität von Geldabhebungen, denn die Auflösung der aktuell 3.300 Mrd. Dollar schweren US Money Market Fondskonten wäre eine Voraussetzung für höhere Cash-Abhebungen durch Kunden. Die Begriffe "jederzeitige Liquidierbarkeit" und "Sicherheit" sind für Geldmarktfonds-Zeichner ab sofort höchst relativ: US-Geldmarkt-Halter kommen im Falle eines auch nur ansatzweise sich entwickelnden elektronischer Bankruns gesetzlich "legitimiert" nicht mehr an ihr Geld! Zur Erinnerung: Ein solcher Bankrun war im September 2008 bereits in vollem Gange - man höre dazu dieses eindrückliche Statement des US-Abgeordneten Kanjorski (hier ab Minute 2):

"Wir hatten an diesem Tag einen elektronischen Run auf die Bank. ... 550 Mrd. Dollar wurden in einer Stunde aus Geldmarktkonten abgezogen! Das US-Schatzamt schätzte damals, dass bis 14 Uhr 5500 Mrd. Dollar aus den Geldmarktfonds abgezogen worden wären ... Innerhalb von 24 Stunden wäre die Weltwirtschaft kollabiert und es wäre das Ende unseres Wirtschafts- und Finanzsystems gewesen!"

=> Und nun wird also 2010 per SEC-Dekret verfügt werden, dass solche Bank Runs künftig illegal sind und daher durch die "gesetzlich-legale" Schließung der Geldmärkte ausgeschlossen werden sollen.

Und das, obwohl sich doch diese Krise auf Basis der seit 2008 getroffenen Regulierungs-Maßnahmen "nie mehr wiederholen kann" und wir (dank der systemkritischen Bailouts) doch längst wieder im Boom leben... Honi soit qui mal y pense...

Der nun folgende Teil dieses Blogeintrags ist ein schamloses Plagiat. Aber der Originalautor wird keine Einwände erheben, denn diese Info muss einfach verbreitet werden und bei einem derart gut geschriebenen Originalartikel muss man das Rad nicht neu erfinden. Ich musste in diesem Fall aber übersetzen; und zwar sehr frei und stark gekürzt und auch leicht vereinfachend, denn es geht um eine etwas "technische" Materie. Es sollte dabei erkennbar werden: die von der US-Regierung und der SEC vorgeschlagenen Änderungen für Geldmarktfonds sind revolutionär und ein Paradigmawechsel zum schlechteren für diese einstmals "sichere und jederzeit liquide" Anlageklasse. Leider wollten oder konnten die deutschen Mainstream-Medien die Brisanz dieser Veränderung auch sechs Monate nach den ersten, fast heimlichen, Veröffentlichungen der SEC bzw. eine Woche nach ihrer klaren Offenlegung durch den investigativen US-Journalisten Geoffrey Batt noch immer nicht erkennen.

Geldmarktfonds sind neben Staatsanleihen die direkte Konkurrenz zu Gold und Silber. GoldSilber müssen übrigens nicht und niemals "redeemed" werden... GoldSilber haben weder ein Einlösungs- noch ein Emittentenrisiko.

PS: Im Originalartikel finden Sie noch viele interessante Details - auch zur Urheberschaft der vorgeschlagenen Regulierungs-Änderungen. Dinge geschehen nicht zufällig. Und auch nicht "unpersönlich". Es sind immer interessierte Parteien mit interessierten natürlichen Personen im Spiel. In diesem Fall liegt die Urheberschaft bei der "Group of 30". Lesen Sie bitte im Originalartikel, woher offenbar die SEC und die US-Regierung ihre Anweisungen bekommen...

****************************
Ab hier sehr freie Übersetzung des Artikels von Geoffrey Batt: "This is your Government: Your Legal Right to redeem your Money Market Account has been denied"

Ihre Regierung verwehrt Ihnen die Auflösung Ihres Geldmarkt-Kontos

... 2008 war der "elektronische Run auf die Bank" über die Geldmarktfonds das moderne Äquivalent zu den physischen Bankruns während der Großen Depression 1929ff. Hätte der Vertrauensschwund ins System im September 2008 auch nur einige wenige Stunden länger angehalten, wäre das gesamte Weltfinanzsystem durch die elektronischen Abhebungen zusammengebrochen. Ironischerweise sollten eben die Geldmarktfonds eigentlich das Bollwerk der Sicherheit inmitten des Meeres anderer globaler Anlagealternativen sein. ... Der Hauptzweck einer Geldmarktanlage sollte der kurzfristige Zugang zu risikofreien Anlagen sein. Der typische Geldmarktanleger sucht minimales Risiko, keine Volatilität seiner Anlage und sofortige Liquidierbarkeit ("redeemability"). Auf diesen drei konstitutiven Säulen ruht der gesamte 3.300 Mrd. Dollar schwere US-Geldmarkt.

Eine dieser Säulen soll durch eine neu vorgeschlagene Regulierung der US-Regierung und der chronisch inkompetenten SEC nun aus dem Fundament des Geldmarkts gesprengt werden, indem die einschlägige Marktregel "2a-7" verändert werden soll: Der schlichte aber fundamental brisante Änderungsvorschlag besagt, dass Geldmarktfonds-Manager künftig die Option haben sollen, "Auszahlungen [redemptions] auszusetzen", um eine "geordnete Veräußerung von Fondsvermögen zu gewährleisten". Ja, Sie lesen richtig: diese neue Regelung bezieht sich NICHT auf prozyklisch agierende, hoch gehebelte, risikobeladene Hedge Fonds, sondern auf die Anlageklasse "Geldmarktfonds", die bislang [vom Mainstream] als die sicherste und liquideste angesehen wurde!

Wenn Sie also beim nächsten Marktcrash versuchen, bei der Bank Ihres Vertrauens Ihr "absolut sicher" in Geldmarktfonds angelegtes Kapital abzuheben, wird Ihnen ein Back Office Angestellter freundlich mitteilen: "Sorry, Ihr Geld wurde eingefroren. Bank Runs sind illegal geworden". GENAU das bedeutet die hier von der Regierung vorgeschlagene neue Regel. Im Prinzip ist damit der gesamte US Kapitalmarkt ein einziger riesiger Hedge Fund, in dem selbst Ihr sicherstes Investment Ihrer Kontrolle entzogen werden kann, sobald die (potenziell allgegenwärtigen) "außerordentlichen Umstände" eintreten. Sie werden genau in der Sekunde eintreten, in der das aktuell stattfindende Marktstützungsspiel endet und in der auch die Geldmärkte als die "Ponzi Investments" entlarvt werden, die sie nun einmal sind (dank der in ihnen massiv enthaltenen ungedeckten Unternehmensschuldverschreibungen, Fanny Mae Schuldpapieren, Reverse Repos, CDOs und MBSs und natürlich ANDEREN Geldmarktfonds-Anteilen). Und damit genau in der Sekunde, in der Sie entscheiden, Ihr Geld abzuziehen… Well - Sie werden genau dann Pech haben. So sagt es (künftig) das Gesetz!

Im September/Oktober 2008 konnten nur die Garantieerklärungen der Fed [und in Deutschland die Kontengarantien durch Kanzlerin Merkel vom 5.Oktober 2008] sowie die nachfolgenden Gelddruckmaßnahmen ("quantitative easing") und die Billionen-schweren Rettungen der "systemrelevanten" Banken eine Rückkehr der Finanznormalität erzwingen. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis diese temporären Notfallmaßnahmen als solche entlarvt und damit ihren Dienst versagen werden; und ein neuer, "verbesserter" elektronischer Bankrun auftreten wird! Es ist EXAKT dieser Fall, auf den sich die Regierung und die SEC "vorbereiten", indem sie Geldmarktfonds-Managern künftig das Aussetzen von Auszahlungen erlauben.

Geldmarktfonds werden von den Systemträgern und Banken schon lange [über Niedrigstverzinsung] massiv benachteiligt.
Was sind sie schließlich anderes als eine (noch dazu steuerbegünstigte) Möglichkeit für Anleger, NICHT in Aktien oder Anleihen zu investieren, sondern in "Papier", das alle Eigenschaften von (vom System ungeliebten) Bargeld hat [bzw. ab sofort dann mangels der wegregulierten sofortigen Verfügbarkeit nicht mehr alle...]?

Nachdem die Geldmarktfonds-Mittel fast 40% der Gesamtvolumina aller mutual funds (11.000 Mrd. Dollar) umfassen und damit Zweiter nur knapp hinter den Aktienfonds sind, versteht man schnell, warum die Regierung alles tut, um sie unattraktiv zu machen: schließlich muss die nächste Aktienblase kreiert werden und die [Staats- und Agentur]Anleihen müssen verkauft werden. Alleine 2010 vermutlich weit über 4000 Mrd. Dollar (netto...).

[...] Anscheinend haben die Anstrengungen, Geld aus Geldmarktfonds herauszuzwingen, schon 2009 gefruchtet: Nach einem Spitzenvolumen von 3.900 Mrd. Dollar noch zu Jahresbeginn waren zum Jahresende 2009 nur noch gut 3.200 Mrd. Dollar in Geldmarktfonds investiert. ... Zwar hätten die diversen Nachteile der Geldmarktfonds (niedrigste Verzinsung, hohe Gebühren) eigentlich noch viel höhere Beträge aus den Geldmarktfonds zwingen müssen. Das ist aber nicht geschehen. Offenbar war bislang das Argument "hohe Sicherheit bei jederzeitiger Verfügbarkeit" noch immer stark genug, um riesige Investbeträge der Anleger in den Geldmarktfonds zu halten [noch immer sind nur wenige dieser Anleger signifikant in die logische Alternative GoldSilber eingestiegen...]!

Wir glauben, dass die nun anstehende Änderung der Geldmarktfonds-Regeln gemäß Regierungsabsicht der letzte Sargnagel für diese sichere und jederzeit liquide Anlageklasse sein soll!
Allerdings sind wir nicht sicher, ob die Maßnahme den gewünschten Effekt haben wird: Es ist beileibe nicht klar, ob die freiwerdenden Billionen entsprechend den Regierungsplänen in die Aktienmärkte fließen oder die Anleihenblasen befeuern werden. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass ein guter Teil davon in so "greifbare" und schnell liquidierbare Dinge fließen wird wie Girokonten, Cash in der Matratze oder eben ... Gold und Silber!

**Exkurs**

An dieser Stelle folgt im Originalartikel ein durchaus lesenswerter Exkurs zur Rolle eines "privaten" Thinktanks "Group of 30", der volle 6 Monate vor der Veröffentlichung der Regierungs- und SEC-Pläne zu Geldmarktfonds diese schon sinngemäß und in Teilen fast wörtlich vorweggenommen hat.
So heißt es zB hier (S. 9) : "Those institutions remaining as money market mutual funds should only offer a conservative investment option with modest upside potential at relatively low risk ... with no explicit or implicit assurances to investors that funds can be withdrawn on demand at a stable NAV"

=> Wir stellen fest: Diese "private" Männer-CEO-Runde mit so illustren Denkern wie Mario Draghi (Banca d´Italia & EZB ), Paul Volcker, Jean-Claude Trichet (EZB ), Zhou Xiachuan (People´s Bank of China), Yutaka Yamaguchi (BoJ), William Rhodes (Citibank), Jacob Frenkel (AIG), Ernest Stern (JPM), Gerald Corrigan (Goldman Sachs), usw. usw. formulierte bereits 6 Monate vor der US-Regierung genau jene Gesetze, die nun die Revolution des Geldmarkts herbeiführen werden. Da war es aus "Group of 30"-Sicht sicher nützlich, mit dem US-Finanzminister Tim Geithner gleich den entsprechenden Exekutor mit am Tisch sitzen zu haben. Und natürlich auch die "wissenschaftlichen" Claqueure und "Vordenker" wie Martin Feldstein & Kenneth Rogoff (Harvard) sowie die unvermeidlichen Paul Krugman & Lawrence Summers. Ein deutscher Banker darf hier übrigens nicht mitreden - nicht einmal der DeutschBank-Schweizer Ackermann. Dafür ist jedoch die Schweiz mit SNB-Chef Philipp Hildebrand in diesem internationalistischen Gremium ausreichend vertreten und "incentiviert"...

** Ende Exkurs - weiter im Originalartikel**:

Alleine der Satz "... ohne explizite Garantie für Investoren, dass Gelder jederzeit nahe pari abgehoben werden können" sollte genügen, um die Haare jedes eingefleischten Geldmarkt-Fans ergrauen zu lassen! Aber die SEC treibt die Regulierung dieser "sichersten" Anlageklasse noch einen Schritt weiter: Es wird künftig nicht nur keine explizite Garantie für eine volle Geldauszahlung geben. Nein - der Stop von Auszahlungen würde im Fall von "außerordentlichen Umständen / extraordinary circumstances" sogar gesetzlich legitimiert!

Auszug aus dem SEC-Textvorschlag (S. 32714):

"Die vorgeschlagene Regel 22e-3(a) würde es einem Geldmarktfonds erlauben, Auszahlungen auszusetzen,
(I) wenn der Preis eines Fondsanteils unter den stabilen NAV fällt
[sic!] ,
(II) wenn das Fondsmanagement ['the board of directors'] die Liquidation des Fonds verfügt
[sic!],
(III) wenn der Fonds vor der Aussetzung der Auszahlungen per Email
[sic!] die SEC informiert.
...

Wir verstehen, dass das Aussetzen von Auszahlungen zu Nöten/Härten ['hardships'] führen kann bei Investoren, die auf Anteilsveräußerungen angewiesen sind. [Ist die SEC nicht enorm mitfühlend?]. Wir beschränken daher diese Regel auf 'außerordentliche Umstände' [...] - insbesondere auf Umstände, die das Risiko eines Runs auf den Fonds darstellen. [...] Diese Regel erlaubt es uns, Anleger zu schützen [sic!!]."

Was für ein letzter Satz: "Anleger schützen". Uh, SEC, nein danke. Wir schützen uns lieber selbst. Euer Schutz hat der Gesellschaft alleine 2009 den Madoff-Skandal, das Fiasko der Bank of America und Abermilliarden an illegalen Insidertrading-Gewinnen gebracht, ohne dass [außer Madoff selbst] auch nur EIN persönlich Schuldiger entdeckt oder ernsthaft verurteilt worden wäre! Liebe SEC: jeder Vorschlag Eurerseits, uns zu schützen, sollte sofort verboten und jede weitere Debatte darüber abgebrochen werden!

Dies ganz besonders hier in diesem Geldmarktfonds-Fall: Die SEC schlägt nicht weniger vor als die Umstrukturierung des GESAMTEN Anlagemarkts in einen Hedge Fund! Wenn Investoren das Wort "Aussetzung von Auszahlungen" hören, haben sie einen aggressiven, prozyklisch und permabullish handelnden Hedge Fund vor Augen oder auch einen "offenen" Immobilienfonds, der sich "plötzlich 30%/40%/50% unter pari wiederfindet" und zur Vermeidung der sofortigen Liquidation die Auszahlungen von Fondsanteilen aussetzen muss. Bestätigt die SEC damit offiziell, dass der gesamte Geldmarkt nun eine einzige große Spielbank ist? Ein Regierungs-subventionierter Hedge Fund, in dem alles [v.a. die Gewinnprivatisierung und exorbitante Bonuszahlungen] erlaubt ist, solange die Dinge gut laufen; aber in dem -wie in jedem Ponzi-Spiel- im ersten Moment der Wachstums-Stagnation sofort keiner mehr an sein Geld kommt? Wow: Wäre Madoff auf diese Auszahlungs-Aussetzungs-Idee gekommen - sein Fonds wäre noch immer lebendig und prosperierend!

Die SEC hat in ihrer unendlichen Weisheit also beschlossen, aus den sicheren Geldmärkten eine komplette Farce und einen potenziellen Megaskandal zu machen!

Fazit:

Es ist nun endgültig klar, dass die Regierung die sehr reale Gefahr einer erneuten Finanzkrise erkennt. Im (recht sicheren) Fall einer Wiederholung der Krise von September/Oktober 2008 sind (elektronische) Bankruns eine ausgemachte Sache. Die Regierungslösung: Aussetzen der Auszahlungen, sobald dieser Moment da ist!

[...] Das Problem dabei: Wie immer in offenen Finanzkrisen erkennen Anleger dann, dass sie belogen wurden und dass der Kaiser (wie in jedem ungedeckten Papiergeldsystem) nackt ist. Und so wird es auch beim nächsten Mal wie immer kommen: der Moment der (Massen)erkenntnis kommt immer zum ungünstigsten Zeitpunkt. So wie im Bankrun des September 2008, als inmitten einer Situation des bei den Kunden verloren gehenden Vertrauens die Banken auch noch gezwungen waren, sich gegenseitig in die Bilanzen zu sehen und entdecken mussten, dass es auf den linken Bilanzseiten keine realen Vermögenswerte gab, die die Verbindlichkeiten auf den rechten Seite adäquat abdecken könnten. [ Vertrauen baut man nur langfristig auf - aber es geht ggf. Lawinen-artig schnell verloren - sowohl das der Banken untereinander, als auch das der Bürger in die Banken - und ultimativ ins Geld-, Finanz- und Regierungssystem! ]

Wir wissen jetzt, dass die Regierung genau weiß, dass die Märkte ein einziges großes Ponzi-System geworden sind, dass selbst die sichersten Anlageklassen der Gefahr von Bankruns ausgesetzt sind und dass diese Bankruns stattfinden werden! Es ist nur eine Frage der Zeit.

Präsident Obama hat am 3. März 2009 jedem emp-befohlen, Aktien und Anleihen zu kaufen. Ebenso befehlen uns nun die SEC und die Group of 30, mit unseren Geldmarkt-Dollars und den LV- und Pensionsfonds-Dollars endlich aus der Deckung zu kommen. Dann kann und wird (notfalls auch weiter Druckerpressen-finanziert und Regierungs-gesponsort) das Spiel "last fool in" ewig weitergespielt werden. Ewig? Nein – nur so lange, bis der Grenzwert jedes zusätzlich von Bernanke gedruckten Dollars Null sein wird... :!:

******************
Ende des sehr frei übersetzen Originalartikels. Got Gold?

24 Kommentare

Kommentar from: Andrea Leine [Besucher]
*****
Wahnsinn. Danke wieder einmal für diese so wertvolle und wohl arbeitsaufwendige Aufklärungsarbeit!
09.01.10 @ 13:27
Kommentar from: Mitleser [Besucher]
*****
Auch von mir ein herzliches Danke für diese wichtigen Informationen. Es ist ein auf den ersten Blick "langweiliges", weil abstraktes und technisches Thema. Für alle, die in die Zukunft sehen wollen, aber ein Puzzlestein von großer Wichtigkeit.
09.01.10 @ 16:28
Kommentar from: Kauz [Besucher]
*****
Außerordentlich nützlich! Danke!
09.01.10 @ 16:58
Kommentar from: tobi [Besucher]
*****
Alle dies anlagen haben nur ein Ziel, sich fremden Geldes zu bemächtigen. Man braucht sich nur mal die Zeit nehmen und empfohlene Fonds unter die Lupe zu nehmen. Die Börsensender tun das, dann schreibe ich mir die WKN auf und suche bei n-tv.de, oder börse-online danach. Ernüchternd sieht das aus, die Gewinne mager bis nicht vorhanden, auch im letzten Jahr, dafür jede Menge Gebühren. Ich kümmere mich schon seit Jahren selbst um meine Anlagen und bin immer gut gefahren. Selbst in Crashzeiten keine grösseren Verluste. Bin immer rechtzeitig ausgestiegen, obwohl auch schon mal die Gewinne wieder weg waren. Aber mein Kapital war noch da. Ich höre prinzipiel nicht auf das was man hört und liest. Wieder ein toller Artikel, mich wundert echt nichts mehr.
09.01.10 @ 17:22
Kommentar from: Rolf M [Besucher]
... ähnliche Auszahlungs-Blockierungsmöglichkeiten besteht allerdings meines Wissens auch auf Grund Kreditwirtschaftsgesetz, wo in besonderen "Situationen" ähnlich wie in Russland anfangs der 90iger auch schon geschehen, die Bankomaten plötzlich keine Banknoten mehr auszugeben brauchen (das nannt man mal früher "Bankfeiertag") ... natürlich in Abstimmung mit der BB. Bei den Immofonds der DB war (oder ist noch?) auch mal der Fondverkauf durch einfache Private mal blockiert, was zu Protesten geführt haben soll ... und in so weit ist das alles nicht mehr so überraschend ... Geld ist wohl unterm Kopfkissen manchmal wohl doch günstiger

************
=> AW PB: Danke dafür, Rolf M.

Ja, da ist was dran - es gibt in der Tat auch anderswo und sogar bei uns einige Regelungen in diese Richtung.

Aber ich habe hier ja explizit nicht von (ehemals) "offenen" IMMOfonds oder über "lupenreine" Marktwirtschaften wie Russland geschrieben, sondern von der offiziell sichersten Anlageklasse Geldmarktfonds - und zwar in der Heimat der freien Marktwirtschaft, den USA...

Insoweit ist das (für uns auf den GS) vielleicht alles nicht mehr überraschend- für Abermillionen systemgläubiger Geldmarktfonds-Besitzer aber doch. Denen sollte nicht erst am Tag x (dem mit den "extraordinary circumstances") ein Licht aufgehen - dann wird es zu spät sein.

Beste Grüße, PB
09.01.10 @ 18:07
Kommentar from: W Peter [Besucher]
*****
Herr Boehringer,

noch alle guten Wünsche für das neue Jahr und ein großes Dankeschön besonders für diesen und alle anderen Artikel.

mit freundlichen Grüßen

Peter W.
09.01.10 @ 18:08
Kommentar from: Dork [Besucher]
*****
Sehr guter Hinweis. Das war mir neu; ich musste letztens feststellen, daß es der deutsche Staat genauso macht. Versucht mal, eine Direktversicherung (LV) zu kündigen ... geht nicht ... Auszahlung des Guthabens erfolgt zum Renteneintrittsalter. Bei Riester und Rürup-Renten ist das angeblich auch so.
09.01.10 @ 19:57
Kommentar from: demütiger Patriot [Besucher]
*****
Vielen Dank für diese perfekte Aufklärung!
09.01.10 @ 21:39
Kommentar from: tietziano65 [Besucher]
*****
komme via link diesilberseite.com...
Frage:
kennt noch jemand die "subprime Krise?" Richtig, damit fing es an, in aller medialen Öffentlichkeit!
Je länger ich mich als Autodidakt mit dieser Materie befasse, umso mehr dämmert mir eine böse Vorahnung: unser gesamtes kapitalistisches Finanz-u.Wirtschaftssystem ist definitiv "subprime"!
09.01.10 @ 22:31
Kommentar from: knüppel aus dem sack [Besucher]
*****
wundern tut mich das nicht, erschreckend ist es trotzdem! seit etwas über 2 jahren beschäftige ich mich jetzt mit diesem ganzen ponzi schema.
JEDEN tag kommen neue hiobsbotschaften und die masse kriegt nichts mit! einfach zum heulachen.
meine frage ist nur, wann bricht der damm?
vielen dank noch für die info
10.01.10 @ 02:45
Kommentar from: Hurensohn [Besucher]
*****
Prima Geschichte!
Was ich nicht verstehe ist, dass dieses Verbrecher System immer noch genügend Leute findet, das ihm sein Geld anvertraut.Wie blöd muss man wohl da sein? Noch nie habe ich auch nur einen Euro in irgendwelche Finanzanlagen gegeben, weil mir mein gesunder Menschenverstand schon sagt, dass hier Gauner am Werk sind.Mein Geld gehört mir und da bleibt es, wenn ich es nicht in was "greifbares" anlege, wie Metalle oder Oldtimer oder oder oder....es gibt zig andere Möglichkeiten, dazu braucht es keine Bank und auch keinen "Finanzberater".
10.01.10 @ 09:31
Kommentar from: imre [Besucher]
*****
"Sicher bloss wieder eine von diesen Verschwörungstheorien."
Politik macht sich - wieder einmal mehr - zum
Handlanger von Gangstern.
Man wird den Eindruck nicht los, dass einige
Verantwortungsträger hier ganz laut den "Großen
Dankesorden des Volkes" für sich fordern.
Vielen Dank für Ihre Arbeit und diese Klarstellungen.

Mit freundlichen Grüßen
imre

10.01.10 @ 10:43
Kommentar from: Beren [Besucher]
Entsprechende gesetzliche Regelungen, um Bank-runs u.ä. zu verhindern, gibt es bereits, z.B. für Bank- und Börsenschliessung in § 47 des Kreditwirtschaftsgesetz :

§ 47 Moratorium, Einstellung des Bank- und Börsenverkehrs

(1) Sind wirtschaftliche Schwierigkeiten bei Kreditinstituten zu befürchten, die schwerwiegende Gefahren für die Gesamtwirtschaft, insbesondere den geordneten Ablauf des allgemeinen Zahlungsverkehrs erwarten lassen, so kann die Bundesregierung durch Rechtsverordnung
1. einem Kreditinstitut einen Aufschub für die Erfüllung seiner Verbindlichkeiten gewähren und anordnen, daß während der Dauer des Aufschubs Zwangsvollstreckungen, Arreste und einstweilige Verfügungen gegen das Kreditinstitut sowie das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Kreditinstituts nicht zulässig sind;
2. anordnen, daß die Kreditinstitute für den Verkehr mit ihrer Kundschaft vorübergehend geschlossen bleiben und im Kundenverkehr Zahlungen und Überweisungen weder leisten noch entgegennehmen dürfen; sie kann diese Anordnung auf Arten oder Gruppen von Kreditinstituten sowie auf bestimmte Bankgeschäfte beschränken;
3. anordnen, daß die Börsen im Sinne des Börsengesetzes vorübergehend geschlossen bleiben.

(2) Vor den Maßnahmen nach Absatz 1 hat die Bundesregierung die Deutsche Bundesbank zu hören.
(3) Trifft die Bundesregierung Maßnahmen nach Absatz 1, so hat sie durch Rechtsverordnung die Rechtsfolgen zu bestimmen, die sich hierdurch für Fristen und Termine auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts, des Handels-, Gesellschafts-, Wechsel-, Scheck- und Verfahrensrechts ergeben.

**********
=> AW PB: Danke dafür Beren. Antwort siehe unten übernächster Kommentar.
10.01.10 @ 12:53
Kommentar from: MMF [Besucher]
Nun bei meinem US-Broker ist es so das das freie Kapital immer übernacht in einen MMF transferiert wird, es gibt (laut broker) keine Möglichkeit dem zu entkommen.
Es handelt sich dabei um ein Margin-account.
Meine Frage ist nun ob sie wissen es bei einem Cash-account keinen MMF zwang gibt?
Welche Strategie ewürden sie jemandem empfehlen der US-trading weiterhin betreiben will.
Bzw. ab welchem Datum soll diese Regel (Gelder einfrieren möglich) angewandt werden?
10.01.10 @ 14:21
Kommentar from: Peter Boehringer [Mitglied] E-Mail
@Beren @all

Danke für den Hinweis auf §47, Beren! Das ist soweit korrekt und oben hat ja auch jemand bereits die Option für Bankschließungen erwähnt. Aber es gibt m.E. einen großen Unterschied zu den im Blog beschriebenen neuen US-Geldmarkt-Fonds-Regelungen:

WENN tatsächlich einmal §47 KWG greifen sollte, dann befindet(n) sich die betroffene(n) Bank (en) im offiziellen Zustand eines BaFin-verfügten Moratoriums und/oder es sind bereits massiv Banken (vorübergehend) geschlossen und wir befinden uns damit bereits im offiziellen "Bank Holiday"-Zustand!

=> Solche Maßnahmen sind ABSOLUTE Warnsignale für alle Anleger und man kann sicher sein, dass NACH Wiedereröffnung der Banken SOFORT der Run auf die Einlagegelder wieder losgeht. [ebenso war/ist das doch derzeit auch bei den ehemals offenen Immofonds, sobald die auch nur EINEN Tag lang wieder aufmachen!].

=> Genau diese (für das Vertrauen der Leute ins Geld- und Bankensystem absolut VERHEERENDEN) Moratorien und Schließungen wären zB im Herbst 2008 "DURCH DIE BANK" ;D angebracht gewesen! Es wurde aber Fed- und BaFin- und Regierungs-seitig ALLES getan, um eben diese Moratorien mit entsprechender Signalwirkung NICHT aktivieren zu müssen! [Diese Option wird übrigens auch gerne in den Medien vergessen - so auch damals 2008 - §47 wurde NIE auch nur erwähnt, obwohl wir zB in D am 5.10.2008 UNMITTELBAR vor unabsehbar langen Bank Holidays gestanden haben!].

=> Und darum ist es so "logisch" und gleichzeitig so perfide, dass diese GELDMARKT-Maßnahmen nun VOR den Moratorien nach zB §47 greifen sollen bzw. diese Moratorien gerade VERHINDERN sollen. Moratorien vernichten ultimativ Vertrauen - ebenso Schließungen. Die Idee der Kabale hier ist dagegen, dass eine "temporäre" Auszahlungsaussetzung von Geldmarktmitteln eben NICHT so plakativ und pressewirksam ist und so eine Panik noch frühzeitig / rechtzeitig gestoppt werden kann.

=> Ob es am Tag X hilft? Man wird sehen...
10.01.10 @ 15:07
Kommentar from: Beren [Besucher]
Ich muß mich zunächst korrigieren, es ist nicht § 47 des Kreditwirtschaftgesetzes, sondern § 47 des Kreditwesensgesetzes (KWG)

Es stimmt, wirlich erschreckend ist, daß dieser Paragraph in der Öffentlichkeit so wenig bekannt ist und in den Qualitätsmedien" noch nie erwähnt wurde.
Allerdings hat die BaFin bereits zweimal auf dieses Instrument zurückgegriffen, nämlich am 15.9.2008 gegenüber dem deutschen Ablager von Lehmann brothers,

http://www.bafin.de/nn_1451618/SharedDocs/Artikel/DE/Service/Meldungen/meldung__080915__lehmann.html

und zum anderen bei der deutschen Kaupthing Bank am 22.6.2009 ,

http://www.bafin.de/cln_161/nn_722758/SharedDocs/Mitteilungen/DE/Service/PM__2008/pm__081009__kaupthing.html;2040240

Letzteres Moratorium wurde am 9.10.2009 wieder aufgehoben.

http://www.bafin.de/cln_161/nn_722758/SharedDocs/Mitteilungen/DE/Service/PM__2008/pm__081009__kaupthing.html;2040240

, da man den Aussagen der isländischen Wirtschaftsminister, daß die Gelder schon noch zurückgezahlt würden, vertraue.
Ob dies nunmehr nach der jüngsten Weigerung der Isländer, Briten und Niederländer auszuzahlen, immer noch gilt, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Man sieht, daß sich die BaFin durchaus traut, diese Maßnahmen zu ergreifen und sich von dem Vertrauensverlust in der Bevölkerung nicht abschrecken läßt.Allerdings muß man auch sagen, daß das mediale Echo sehr schwach war und die beiden Banken medial bereits zuvor "in den Brunnen gefallen" waren.
10.01.10 @ 16:50
Kommentar from: Kaupthing-Lehman [Besucher]
nun, bei lehman /lehman(D) und kaupthing waren diese massnahmen einfach unvermeidlich. und man kann doch nun wirklich nicht sagen, daß diese moratorien medial "schwach" begleitet wurden?! gerade in diesen faellen gab es doch riesige berichterstattung und in beiden faellen auch gewaltige sammel/massenklagen und -proteste. bei lehman gibt es alleine mehrere tausend private zertigeschaedigte, die zt noch immer demonstrieren und klagen und in island haben die englaender und hollaender gerade milliardenklagen durchgesetzt, was die islaender ihrem parlament nicht erlaubt haben. in beiden faellen ist komplett (!) und massenhaft vertrauen zerstoert. so ein moratorium kann man nur einmal machen. allerdings wurden nur in diesen einzelfaellen moratorien verhaengt - es war ja kein systemischer meltdown. lehman wurde bekanntermaßen mit allen mitteln contained und island ist komplett isoliert und ohne systemische dominowirkung.
10.01.10 @ 17:10
Kommentar from: Beren [Besucher]
Natürlich war das mediale Echo bei beiden ausländischen Muttergesellschaften an sich groß, schwach war aber das mediale Echo auf die Moratorien bei den Töchtern selbst, also den Vollzug staatlicher Zwangsmaßnahmen bei Banken. In der Tat waren die beiden deutschen Töchter relativ unbedeutend und die Zwangsmaßnahmen wurde dann kaum noch wahrgenommen. So ist den Leuten die reale Gefahr einer Bankenschließung von einem Tag auf den anderen gar nicht recht bewußt geworden. Was im kleinen rechtlich möglich ist, ist es auch im großen.
Spätestens bei einem Moratorium einer deutschen Großbank würde die Leute aufwachen, aber dann ist es bereits zu spät.
10.01.10 @ 17:36
Kommentar from: Rasputin_007 [Besucher]
*****
Es ist schön zu wissen, daß es auf dieser Welt doch noch einzelne Personen, zu denen Herr Böhringer gehört, gibt, die ohne Eigeninteresse Aufklärungsarbeit für die Menschen im Land und für die Gesellschaft als ganzes leisten. Ihre Arbeit ist von unschätzbarem Wert. Gruß aus der Pfalz

********
=> AW PB: Danke @Rasputin_007. Eine Einschränkung dazu: Jeder hat Eigeninteressen. Zumindest jeder, der Kinder hat und damit per definition einen Interessenhorizont, der über die verbleibende Rest-Lebensspanne hinausgeht. Selbst Politiker mit einem primären Interessenhorizont von einer oder zwei Legislaturperioden können sich im Falle einer Familiengründung nur temporär und mit gewissen "Bauchschmerzen" zu Taten und Entscheidungen korrumpieren lassen, die für nachfolgende Generationen offensichtlich schwere negative Konsequenzen haben (komplette Überschuldung eines Staates, Türkei-Beitritt zur EU, Verdummung der Kinder durch komplette Verbildung, Duckmäuserstaat durch Komplettüberwachung und Diktat der PC, Auseinanderdividierung der Gesellschaft durch Islamisierung).
=> Leider sind in D Kanzler und Vizekanzler kinderlos. Zufall?
11.01.10 @ 10:23
Kommentar from: Pedro [Besucher] E-Mail · http://www.numisforum.eu
*****
Herzlichen Dank für diese überaus wertvolle Mitteilung. Dass es demnächst knallt, wissen wir ja, aber wie diese Verbrecher im einzelnen vorgehen werden, interessiert mich sehr. Der vorstehende Beitrag bringt mich wieder einen großen Schritt weiter.
Ich selbst habe längst keine Sparverträge oder Lebensversicherungen mehr laufen, sondern schon vor Jahren alles gekündigt. Auf meinem einzigen Bankkonto ist nur noch soviel, wie im laufenden Monat abgebucht wird. Schulden habe ich zum Glück auch nicht, so dass ich gespannt darauf warte, wie sich die Bürgerinnen und Bürger verhalten werden, wenn sie bemerken, dass sie um ihre Ersparnisse und um ihre Altersversorgung gebracht worden sind. Das wird spannend. Vielleicht gibt es ja endlich eine Revolution.
Ich lebe seit 1996 in Südeuropa, habe meine eigene Finca, einiges an Gold und Silber im Garten vergraben und bereite mich auf den Tag X vor. Gegen diese Verbrecher an den Regierungen bin ich machtlos. Ich kann mich und die Meinen lediglich schützen.
Besten Dank!
12.01.10 @ 03:41
Kommentar from: Klaus [Besucher]
Ich bin verblüfft über die stammtischartige Erregung *) über eine geradezu naheliegende Schutzfunktion der Geldregulierer. Selbstverständlich braucht es eine Regulierung für eine Panik in der plötzlich jeder sein Geld ins Kopfkissen stecken will. Das würde natürlich genau den Kollaps auslösen den sich viele Trader wünschen. Saugen sie doch viel Honig aus heftigen Marktbewegungen. Das internationale monetäre System ist eine einzige Ansammlung von Widersprüchen. Mächtige Partikularinteressen toben sich dort aus. Menschen die Goldseiten lesen sollte das eigentlich nicht überraschen. Umso wichtiger sind solche politischen Übereinkommen zwischen den Notenbanken.
Was mich eher erschreckt ist die Tatsache daß überhaupt soviel Geld in Geldmarktfonds steckt .Das zeugt von hochgradigem Misstrauen.
Man sollte einfach akzeptieren daß zum Geradebiegen dieses Zustandes ziemlich autoritäre Maßnahmen nötig sein werden. Der "Markt" wirds nicht richten. Ein Goldstandart ist das letzte was man sich wünschen kann.

************
*) AW PB: Ach Klaus, Leser der Goldseiten überrascht in Sachen Geld fast gar nichts mehr. Insbesondere nicht solch verbildet-künstliche Aufregung über die "stammtischartige Erregung"... Ich zensiere ihre peinliche Kampfrhetorik hier mal nicht, denn der Begriff fällt auf Sie selbst zurück und vermutlich WOLLEN sie es einfach nicht besser wissen oder sie sind eben einer der vielen vielen Profiteure des Schuldgeld-Standards.

=> Wenn Leser der GS hier lesen müssen "Selbstverständlich braucht es eine Regulierung", dann wissen sie genau, dass dies nur von einem Kommentator kommen kann, der das gefährliche Wesen des Schuldgeldsystems nicht verstanden hat. Wie viele Artikel dazu muss man noch schreiben, bis Sie einen lesen? Wie viele Krisen muss Papiergeld noch auslösen, bis Sie umdenken?
=> Nur weil das fraktionale, ungedeckte und private Papiergeldsystem mittlerweile fast 100 Jahre alt ist, heißt das noch lange nicht, dass es alternativlos oder gar "natürlich" wäre.

=> In jedem Fall ist die elitär-oberlehrerhafte und dünkelhafte Rhetorik hier unangebracht! Goldbugs wissen, dass die Gefahr von Paniken in einem System mit 1-5% EK-Quote bei den Banken und viell. 10% Liquiditätsvorhaltung bezogen auf die Einlagen IMMER gegeben und geradezu dem fraktionalen Geldsystem inhärent ist. Da helfen auch die besten "Übereinkommen zwischen den Notenbanken" nichts. Auf den Goldseiten werden diese übrigens meist zutreffender als "Goldpreis-Manipulations-Absprachen" bezeichnet. Wer das SYMPTOM bzw. besser den SENSOR (oder wie Greenspan sagte "das Thermometer") via "Absprachen" bekämpft, tut NICHTS gegen die Ursachen unserer Dauerkrisen, die längst auch die Gesellschaften selbst und die Staaten gefährden!
=> Paniken beugt man nicht durch Herumdoktern am Sensor vor, sondern durch Abstellen der Ursache. Insofern sollten die fraktional legales Falschgeld schaffenden Notenbanken lieber mal ein Übereinkommen zu Ihrer Selbstauflösung unterzeichnen. DAS wäre zielführender Fortschritt!

PS: Wenn die Menschen viel Geld in Geldmarktfonds investieren, dann ist das kein Zeichen des "Misstrauens" (höchstens in die Alternativen Aktien oder Staatsanleihen oder auch Rohstoffe), sondern im Gegenteil noch immer ein Zeichen des GROSSEN -aber ungerechtfertigten: siehe Blog- VERTRAUENS in die Geldmarkt-Player und Emittenten.

PPS: Das Schöne für Klaus ist: Sie müssen den "Goldstandart" ja gar nicht mögen, der sich übrigens "-standard" schreibt... Es tut nämlich am Tag x nichts zur Sache, was Klaus oder PB denken. An diesem Tag (der unschön wird - auch für Goldbugs - der aber unvermeidlich ist) wird der Markt ohnehin nur noch natürlichem Geld trauen. Und das war und ist immer Gold. Unsere heutigen Meinungen und Artikel und Kommentare spielen dann keine Rolle mehr.
21.01.10 @ 16:59
Kommentar from: Peter Boehringer [Mitglied] E-Mail
Aus Chronistenpflicht teile ich heute (28.1.2010) noch ergänzend mit, dass der Titel dieses Blogeintrags seit gestern "Bankruns SIND nun illegal" lauten müsste.

Wie derzeit im Mainstream berichtet wird, hat die SEC gestern die seit 8 Monaten GEPLANTE Aussetzungsmöglichkeit von Geldmarktfonds-Anteilsverkäufen nun VOLLZOGEN. Die Entscheidung fiel im SEC-Board mit 4 gegen 1 Stimme.

Damit haben US-Geldmarktfonds-Manager ab sofort die Möglichkeit, "unter außergewöhnlichen Umständen" Verkaufswünsche ihrer Kunden abzulehnen!

"Natürlich" wird dies im Mainstream anders verkauft (Stichworte "Strengere Regeln für Geldmarktfonds", "Sicherstellung jederzeitiger Liquidität", "Verschärfung der Regulierung von Geldmarktfonds", usw.). Man lese nach zB in DIESEM peinlichen Nachrichten-Spin-Stück von Dow Jones oder anderswo im Mainstream...

=> In Wirklichkeit war aber NUR der Passus zur Aussetzung von "redemptions" für die SEC und für die zitternden Fonds der entscheidende! Alles andere ist wie so oft argumentativer Nebel. :!:

=> Ein US-Blogger schreibt Klartext dazu. Es ist alles genau so wie schon vor drei Wochen hier im Blog beschrieben bzw. befürchtet:

http://market-ticker.denninger.net/archives/1909-Money-Market-Funds-No-Longer-Safe.html
29.01.10 @ 14:39
Kommentar from: Hans Stein [Besucher]
Ich kann dem Artikel außer Information
nichts ...also Lösungsvorschläge ...
Perspektiven etc. abgewinnen.
Denn:
Unterstellt es käme zu dem hier skizzierten
bank-run und einer nicht mehr durch Tricks
(Kreation neuer Rettungsschirme etc) zu
beherrschenden Situation.
Glaubt der Autor ..bzw irgend ein Leser,
dass einfach so hoppla hopp zB Gold an
Stelle von fiat-money und dem schönen
bunten Papier (Geldscheine)eingeführt
würde??? Es wäre von den Regierungen viel
konsequenter, die Schuld an der Misere
auf die "ach so gierigen bösen Spekulanten"
abzuwälzen und nebenbei zB ein Verbot
des Privatbesitzes von Gold und Silber
(über einen noch zu festzulegenden
Freibetrag hinaus)zu beschließen.
Ein Umtauschgebot wäre da "hilfreich".
Ein Mix aus dem Erzeugen von Sozialneid
und Panik und Wut auf die "Besitzenden"
würde sicher bei der Mehrheit der Bevölkerung
auf fruchtbaren Boden fallen und solche
"Not"-gesetze etc sehr schnell legimitieren.
Man muss nur dafür sorgen, dass die jeweiligen
Freibeträge so hoch sind, dass sich
der sogn "kleine Mann" nicht betroffen
fühlen muss./bzw wird.
Fazit:
Das Instrumentarium möglicher "Folterwerkzeuge"
für Investoren und Vermögensbesitzer ist
noch lange nicht erschöpft.

editiert von Hans Stein am 21.Mai 2012
21.05.12 @ 03:45
Kommentar from: Fritzel sagt [Besucher]
Es ist sinnlos, irgendwelche Bestimmungen oder Paragrafen zu studieren. Alle Gesetze, und seien sie noch so klar formuliert, werden doch, wie wir alle gesehen haben, "alternativlos" und konsequenzlos gebrochen, falls es dem"System" zum Überleben notwendig erscheint, und sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. Sie zu kennen und sich darauf zu berufen ist leider sinnlos. Unsere "freiheitliche" Gesellschaftsordnung ist leider ein Mythos für Fantasten und realitätsferne Träumer.
06.02.13 @ 17:16

Kommentare sind für diesen Beitrag deaktiviert.