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Anlage-Ampel grün: zertifiziert, garantiert, sicher, renditelos

von Peter Boehringer E-Mail 04.03.10 17:11:46

Der planwirtschaftlich-sozialistische "moderne" Staat des 21. Jahrhunderts ist nicht nur ein Realität gewordener feuchter Traum von Lord Keynes, sondern zugleich immer und überall ein fürsorglicher Nanny-Staat für seine Bürgen äh Bürger. Brot und Spiele, Pseudo-Krisen und künstlich-sterile Emotionen à la DSDS halten die Bürger von der Wahrnehmung der REALEN Gefahren ebenso fern wie von allen relevanten Themen und INSBESONDERE von allen Rendite-trächtigen Anlagen.

Als hätte es für diese Feststellung noch weiterer Beweise bedurft, liefern die Finanzeliten gestern und heute gleich zwei neue:

Zunächst verbietet die österreichische Finanzaufsicht FMA den Österreichern die bei diesen sehr beliebten Fremdwährungskredite - die insbesondere in Form günstiger Franken- und Yenkredite einen sehr hohen Marktanteil haben. Die Begründung der FMA: "... für private Schuldner zu riskant"! Ein Zeitungsbericht "Österreich verbietet Carry-Trades" führt dazu weiter aus: "Künftig sollen in Österreich solche Finanzierungen nur noch in Ausnahmefällen erlaubt sein - etwa für gehobene Privatkunden und für Personen, die auch über Einkünfte in fremder Währung verfügen. Weil ein generelles Verbot aus rechtlichen Gründen schwierig ist, wird die Aufsicht sogenannte Mindeststandards für die Kreditvergabe veröffentlichen und laut Ankündigung streng kontrollieren. "

=> Was lernen wir hier:

1. Manche sind mal wieder gleicher. Wo soll denn die Grenze der Zulässigkeit von Carry-Trades gezogen werden? Wer ist "gehobener" Privatkunde? Das ist verfassungswidrige Willkür und ein klarer Verstoß gegen EUlite-eigene "Antidiskriminierungsrichtlinien" - auch wenn die deutsche BaFin zusammen mit den sich selbst vor Konkurrenz schützenden Banken natürlich seit Jahren nichts anderes tut (obligatorische Risikoeinstufung der Kunden).

2. Und warum ist ein "generelles Verbot aus rechtlichen Gründen schwierig"? Nun - da kommt einem doch z.B. gleich die auf EU-Ebene so hoch aufgehangene Kapitalverkehrsfreiheit in den Sinn: Wer den Marktteilnehmern verbieten wollte, Kredite in Japan oder der Schweiz aufzunehmen, verstößt automatisch gegen Wortlaut und/oder Geist des Kapitalverkehrsfreiheits-Grundsatzes [von der marktwirtschaftlich-rechtsstaatlichen Vertragsfreiheit ganz zu schweigen]. Also bleibt dieser pro forma erhalten - wird aber auf kaltem Weg für Kleinanleger abgeschafft - obwohl z.B. ein günstiger Yen-Kredit für kleine Häuslebauer in manchen Marktphasen durchaus Sinn machen kann. Selektive Planwirtschaft also zugunsten einer Bankenclique, die weiterhin den freien Kapitalverkehr nutzen darf und wird.

3. "Strenge Kontrolle" bedeutet zudem immer und überall mehr Bürokratie und mittelfristig die EUropäische, supranationale Kontrollmacht.

4. Haben denn die Carry-Trades der KLEINanleger die Finanzkrise seit 2008 ausgelöst? Quatsch - DIE waren es nun zuletzt! Das Billionen-schwere Finanzkasino der Banken und Hedge-Fonds war Auslöser und Profiteur zugleich. Wer hat denn die toxischen MBS-Pakete geschnürt? Wer hat erst Yen-, dann Dollar-, dann Franken-Carry-Trades im Billionen-Maßstab durchgeführt und sich letztlich verzockt und musste per Druckerpressen- und Steuergeld 13-stellig gerettet werden? Der österreichische Kleinsparer??

Soweit so schlecht. RICHTIG peinlich, schlimm und potenziell totalitär wird aber das Geblubber der die Kleinsparer bevormundenden Nanny-Gesellschaft bei der heute veröffentlichten "Altersvorsorge :!: -Ampel" des deutschen "Instituts für Vermögensaufbau" (IVA). Hier ein "Teaser-Bild" - bitte für Details diesen Link anclicken.

Beim Anblick dieser "Risikoampel" wendet sich jeder monetär noch unverbildete Vermögensverwalter und jeder Website-Gast des IVA mit Grausen - ganz wie einstmals der König von Ägypten in Schillers "Ring des Polykrates".

Vorab: Dass Gold in dieser Aufstellung schon einmal mal GANZ fehlt, ist bei einer explizit für die ALTERSVORSORGE entwickelten Ampel schlechthin absurd.
:!: Und falls sich die Macher der Ampel (übrigens unter der Leitung eines Psychologen und eines Mathematikers mit "klassisch" Markowitz´schem Risikohintergrund) wie folgt exkulpieren sollten...
"Gold fällt doch unter Rohstoff und Rohstoffonds HABEN wir doch in der Ampel" :lalala:
... dann würde dies nur beweisen, dass sie nichts - aber auch gar nichts- von der Sonderstellung von Gold zum Vermögenserhalt verstanden haben. Zudem sind Rohstoff- und Goldfonds gemäß dieser abstrusen Ampel WEDER für kurzfristige, noch für mittel- oder langfristige Anlagen zur Altersvorsorge geeignet. Dabei macht Gold (in Euro) derzeit fast wöchentlich neue Alltimehighs und ist seit 2001 meines Wissens die EINZIGE Anlageklasse mit ausnahmslos positiver Jahresrendite ...

Weitere Beispiele gefällig?

1. Kapital-Lebensversicherungen bekommen als Werkzeug der langfristigen Altersvorsorge ein grünes Licht... :no: Oh Graus: Wie viele Milliarden GR-Bonds und toxische MBS haben die Versicherer in den Portfolia? Wie viele Währungsreformen wird es im Euro-Raum bis -sagen wir- Auszahlungstermin 2030 geben? Wie hoch wird selbst OHNE Währungsreform die reale Kaufkraft der ausgezahlten LV-Summe noch sein? Selbst der ursprüngliche Erfinder einer anderen Risikoampel (die Verbraucherzentrale Hamburg) hat 2009 den Daumen über Kapital-LVs gesenkt...

2. "Tagesgeld" bekommt ein klares grünes Licht. Sogar noch mittelfristig. "Altersvorsorge per mittelfristigem Tagesgeld"?? Wie soll das sinnvoll gehen? Weiteres zu Geldmarktkonten und Tagesgeld wurde in diesem Blog schon früher gesagt.

3. "Mischfonds" bekommen langfristig grünes Licht. Dabei gibt es kaum etwas Intransparenteres als diese Fonds. Wenn die Anleger gar nicht wissen (können), worin sie investiert sind, wissen sie hinterher nicht einmal, WARUM sie Geld verloren haben...

4. "Rentenfonds Euro-Staatsanleihen" bekommen über ALLE Laufzeiten ein glattes "grün"! Das ist schlichtweg absurd :crazy: und ignoriert alle aktuellen Warnungen der Kapitalmärkte vor Anleihen (auch Staatsanleihen), alle Griechenland-Debatten, alle Währungsreform-Risiken. Und IVA-Vorstand Beck sagt dazu noch ernsthaft, man müsse "nicht nur auf die Kurshistorie schauen, sondern qualitative Prognosen in die Risikomessung einbauen". Hm - welche "qualitativen Prognosen" dieser Mathematiker wohl eingebaut hat: Vielleicht das "Aktuelle Soros´sche Börsen-Einmaleins", gerüchteweise demnächst veröffentlicht im FTD-Verlag, in dem Gold dann wieder mal als "Blase" bezeichnet wird?

5. "Einzelne Aktien (Dax)" bekommen über alle Laufzeiten ein "rot". Ja so was... das IVA ist ein Perma-Bear für deutsche Aktien. Komischerweise aber nicht bei "Aktienfonds Welt". Überhaupt ist die Differenzierung zwischen "AktienFONDS" und "EINZELaktien" hochgradig bedenklich und wird regelmäßig durch Portfolio-Untersuchungen widerlegt: Die große Mehrzahl der Fondsmanager schlägt die zugehörigen Indizes nicht, so dass selbst eine zufällige Einzelauswahl von Aktien zu keinen schlechteren Ergebnissen führen würde. Dabei gäbe es aus fundamentaler Vermögensverwalter-Sicht mit Mikroanalyse-Kraft IMMER und selbst in der schlimmsten Depression gute stockpicks, die man kaufen kann. Das IVA schließt also ganz bewusst Kleinanleger von besonderer Performance aus. >:XX

6. Extrem schlimm ist dieser Ausschluss bei den "Rohstofffonds / z.B. Energie", die beim IVA über alle Laufzeiten und kategorisch zum Tabu erklärt werden. In Zeiten von PeakOil ist das geradezu fahrlässig und zeigt, dass dieses "grand investment game" mit Energietiteln offenbar den Großen und Banken vorbehalten bleiben soll.

7. Unter "Rohstofffonds" subsumiert die IVA vermutlich auch Gold und Silber, was absolut NICHT sachgerecht wäre (s.o.). Falls GoldSilber wider Erwarten in der IVA-Denke NICHT einmal unter "Rohstoffe" fallen sollten, dann fehlt hier in der Altersvorsorge-Ampel einfach eine -wenn nicht gar DIE wichtigste- Anlageklasse für die Altersvorsorge... :no:

Man könnte so noch eine Weile weiter machen. Es gibt aber auch methodische und grundlegende Kritik an der ganzen Ampelidee:

1. Wenn IVG-Vorstand Beck erläutert "Es geht um eine Risikobewertung der einzelnen Produkte. Das Risiko des Gesamtportfolios lässt sich daraus nicht ablesen", dann führt das doch die ganze Idee der Risikoampel ad absurdum. Denn NATÜRLICH kann man im Rahmen einer sinnvollen Altersvorsorge-Anlagestruktur das Zielportfolio NUR gesamthaft analysieren. Das ist sogar Mainstream-Markowitz-Wissen (dazu unten mehr). Was soll die Risikoeinschätzung eines EINZELNEN Titels bringen, der vielleicht per StopLoss oder per Derivat-Gegenposition im Portfolio gehedged ist? Das ist schon systemisch und vom Ansatz her reine Volksverdummung.

2. Hinzu kommt die für Value-Investoren (und das sollten ALLE langfristig für die Altersvorsorge Investierenden sein) grundsätzliche Fragwürdigkeit des Markowitz-Ansatzes, der "Risiko" immer mit "Volatilität" gleichsetzt. :!: Für den Value-Investoren, der im Rahmen seiner Grundannahmen ("Wann kommt die nächste Währungsreform? Wie viel Inflation haben wir bis dahin? Welchen Diskontierungssatz setze ich an? Welche Annahmen zur Unternehmenssubstanz und welche Bewertungsmethodik sind angemessen?") einen fairen Unternehmenswert seiner Aktie errechnet, spielt die Volatilität als RISIKOFAKTOR KEINE Rolle. Ganz im Gegenteil kann er sich Volatilität (=Schwankungen und Abweichungen des aktuellen Aktien-Kurses vom fairen Wert) zunutze machen und zu günstigen Zeitpunkten kaufen/verkaufen, wenn eben der faire Wert über/unter dem Kurs liegt. Auch wenn Markowitz für seine uralte "moderne Portfoliotheorie" einstmals den Nobelpreis bekommen hat. DIESE Gleichsetzung ist und bleibt grundfalsch und hat seit ihrer Erfindung Generationen von Ökonomiestudenten und Vermögensverwaltern versaut. :!:

3. Vor allem aber hat dieser Ansatz, der unzweifelhaft auch ein Kern-Bestandteil der IVA-Ampel-Modelle ist, seit Jahrzehnten Kleinanleger von Investments in WIRKLICH risikoarme und renditeträchtige Investments erfolgreich abgelenkt. GoldSilber-Anlagen sind da nur EIN Beispiel.

Und so kann man leider nicht milde über die IVA-Ampel hinwegsehen und darüber lächeln: Denn es droht real die Gefahr, dass zunächst die Banken intern diesen Schwachsinn in ihre Beratungsgespräche integrieren und dass später sogar der Gesetzgeber die Bevormundung durch die Ampel verbindlich macht und Kleinanleger von allen "roten" und "gelben" Anlagen kategorisch ausschließt! :!:>:XX So wie er es eben auch schon seit einiger Zeit über die "Risikoklassen-Einstufungsbögen" und die mittlerweile obligatorischen Beratungsprotokolle macht. Selbst ein "kaltes" Goldverbot für Privatkleinanleger wäre so "unspektakulär" durchsetzbar...

Alles treu dem Motto folgend: "Diese Anlageentscheidung ist nun protokolliert, systematisiert, bürokratisiert, Ampel-zertifiziert, garantiert und sicher".
=> Ganz sicher also: renditelos...

Und die anonymen Hedge-Fonds auf dem Caymans, die ebenso anonymen US-Delaware-Anleger und die primary dealers und Gelddrucker der Fed dürfen einstweilen "unprotokolliert und ohne Ampel-Zertifikat" die Welt in die nächste Finanzkrise stürzen, die zugleich die letzte sein könnte. Immerhin aber tun sie dies für SICH hochprofitabel, "systematisiert, garantiert und sicher"...

8 Kommentare

Kommentar from: Daniel M [Besucher]
*****
Sehr schöner Artikel. Die Ampel erinnert mich an http://www.manager-magazin.de/geld/geldanlage/0,2828,620477,00.html , auch sehr schön zu lesen in dem Zusammenhang ;)

Offtopic: Abgesehen davon habe ich bisher nirgends nachlesen können, warum die GR-Anleihen "reißenden Absatz" gefunden haben. Ist die dt. Finanzhilfe etwa schon beschlossen oder hat der Blitz der (falschen) Erkenntnis plötzlich die Masse getroffen und diese meint jetzt, dass die GR-Schulden eigentlich garnicht so schlimm sind?!
05.03.10 @ 08:28
Kommentar from: Quadrillion [Besucher]
Endlich sieht man sonnenklar, wohin die Reise geht. Das Wasser ist schon bald am Siedepunkt aber die Frösche hocken immer noch drin. Ich überlege mir, ob ich Fenstergitter anbringen soll...
05.03.10 @ 08:36
Kommentar from: Ropeka [Besucher]
****-
Diese Risikoeinstufung ist analog zu der Geld- und Kapitalmarktentwicklung zu sehen. Das dieses System nicht für eine Gesellschaft tauglich ist, wird denke ich jetzt jedem klar.
Die Geldanlage muß in Zukunft endlich unter der Prämisse des "inneren Wertes" stehen, genauso wie jede Währung eine Deckung , m. E. am besten durch entsprechende Ersparnisse, beinhalten muß. Deshalb sind Edelmetalle automatisch eine wichtiger Bestandteil zur Altersvorsorge.
Mit der Bemerkung "Finanzcasino der Banken und Hedgefonds" habe ich gewisse Probleme, weil Sie immer von der eigentlichen Ursache ablenken: Ungezügelte, ungedeckte Geldschöpfung durch Notenbanken sowie per staatl. Regelung zugelassene Geldschöpfung der Geschäftsbanken mangels falscher Mindestreservevorschrifen (Jeder Kredit sollte entsprechend gleiche Sparreserven beinhalten)

***************
=> AW PB> Schliesse mich an. Das Finanzkasino war auch nicht eingrenzend auf Banken und HF zu verstehen. Wir haben ein systemisches Problem des Geldsystems.
05.03.10 @ 11:58
Kommentar from: Eigen [Besucher]
*****
Mich würde es auch interessieren wer gestern die griechischen Papiere gekauft hat und in welchem Portfolio sie schließlich landen.
"Europäische Investoren können sich also über rund 6,5 Prozent griechische Rendite mit EU-GARANTIE freuen ????"
http://www.wiwo.de/finanzen/griechenland-zapft-finanzmarkt-an-423921/
05.03.10 @ 13:07
Kommentar from: Kai [Besucher]
*****
Wer die GR-Anleihen kauft?
Die EZB !!! Über den Umweg der Banken - sprich die
großen Banken kaufen und geben sie an die EZB weiter.
Siehe:
EZB schafft unauffällig Milliarden Euro nach Athen
http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/544396/index.do?_vl_backlink=/home/wirtschaft/international/537142/index.do&direct=537142
05.03.10 @ 18:24
Kommentar from: Discounter [Besucher]
*****
Mit Discountern auf Aktien und Indices habe ich letztes Jahr die meiste Knete gemacht. Und ein Jahr davor waren es Industriemetalle. Jetzt zeichnet es sich ab, dass Edelmetalle long die Renner werden und Reverse-Bonus-Strukturen auf Aktienindices. Aber wenn es schon die Abmelkungssteuer nicht schafft den Michel vom Börsenhandel fernzuhalten, dann muss halt noch ein Institut für Verdummung eine Ampel bereitstellen.
05.03.10 @ 19:53
Kommentar from: Georg Kind [Besucher]
***--
Ich bin seit 30 Jahren im Anlagegeschäft, seit 7 Jahren unabhängig selbständig.- Was Sie über die Ampel schreiben, ist größtenteils o.k. Was aber nicht o.k. ist, dass Mischfonds als sehr intransparent dargestellt werden. Ich sehe im Turnus monatlich den Fondsinhalt!! Und wenn man die 'richtigen' vermögensverwaltenden Mischfonds kennt und anwendet, so ist man in den letzten 10 Jahren unbeschadet über die beiden Crashs
gekommen!!

**************
=> AW PB. Ok und danke dafür. In einer idealen Welt hätten Sie recht. "Ideal" wäre sie, wenn der geschätzte Anleger im Mischfonds die (typischerweise) 100+ Einzeltitel (oder noch schlimmer - ANDERE Fonds) zeitnah und fundamental analysieren könnte, um wenigstens ansatzweise zu überblicken, worin er denn nun investiert ist. Als Value-Investor mit Mikroanalyse-Vergangenheit behaupte ich, dass das schon bei 15 Titeln anstrengend ist. Und bei 100+ Titeln (ggf. noch um Faktor x multipliziert durch WEITERE Fondstitel im Fonds) wird es sogar für Profis unmöglich.
=> Sogar Markowitz selbst hat vorgerechnet, dass jede zusätzliche Diversifikation über viell. 15 Titel hinaus praktisch keine weitere Risikoreduktion (i.S.v. VOLA-Reduktion) erbringt. Und zur Transparenz trägt die Titelinflation nun wirklich auch nicht bei.

Welcher Mischfonds hat denn in der Creditcrunch-Krise in 2H2008 die Krise besser gemeistert als die Aktienfonds? Höchstens doch die RENTEN-nahen Mischfonds. Und soweit wir von RENTENanlagen innerhalb des Mischfonds sprechen: Nun, die Anleihen haben zwar ggf. tatsächlich ihren Nominal-Wert gehalten und in dieser sehr speziellen Phase besser als Gold oder Aktien performt. Dafür macht man da aber SICHER 5% p.a. kaputt (=Nominalzins minus wahre Inflation) und im September/Oktober 2008 war man mit Rententiteln wenige Stunden vor dem Totalverlust. So wie neulich auch bei GR-Bonds und wie latent eigentlich bei ALLEN Staatsanleihen...

Hier eine Momentaufnahme des US-Haushalts per Februar 2010. Nicht einmal mehr ein DRITTEL (!!!) der Ausgaben kann durch reguläre Steuern finanziert werden. Zwei Drittel des US-Staatshaushalts müssen auf Pump finanziert werden. Das ist unfassbar und kann nur inflationär oder auch deflationär (Währungsreform)schiefgehen. Es ist auch kein "Ausrutscher" - schon im Gesamtjahr 2009 lag diese Quote bei fast 50%. Nun also 67%... Die einfache Hochrechnung von gut 200Mrd $ Staatsdefizit im Februar auf das Gesamtjahr betrüge übrigens über 2 Bio Dollar. Nochmals 35% mehr als 2009 und damit dann ca. 14% des US-BIP!!

Das US-Haushaltsdefizit explodiert weiter: Während in Europa gespart werden soll, steigt das US-Defizit auf immer neue Rekorde, siehe Link.

=> Got Gold (rather than EUro, Dollar, Yen, Yuan, Pound)?
15.03.10 @ 13:42
Kommentar from: Georg Kind [Besucher]
**---
Welche Mischfonds haben die Krise gemeistert ?? Hier entdecke ich leider bei Ihnen eine wenig gute Recherche! Legen Sie einfach mal den Chart über 10 Jahre vom Mischfonds 'Unirak' auf den 'Carmignac Patrimoine', zeichnen auch den DAX und auch das Gold hinein (wie das geht, nenne ich gerne auf Anfrage) und Sie erkennen große Unterschiede! Also bitte gründlich recherchieren.

************
=> AW PB: Hm - normalerweise machen wir hier ja keine Gratis-Werbung für Fonds. Aber bitte: Der Unirak von UnionInvestment (WKN 849104) stand vor genau 10 Jahren ziemlich genau auf 60 - und heute 2010 auf 74,4. Eine Performance von +24% über 10 Jahre - oder eben 2,1% p.a. Wen soll das jetzt beeindrucken? Nicht die Goldanleger (in $ gerechnet ca. +280% oder 13% p.a.) ...
=> Und falls Sie Fondsmanager des Carmignac sein sollten: Ok - immerhin fast 100% in den letzten 10 Jahren oder eben 7% p.a. Dann kann man Ihnen gratulieren - für einen Mischfonds keine schlechte Performance. Aber noch LANGE keine Goldperformance und ich behaupte weiterhin, dass die Fondsmanager in Rentenpapiere nicht ANSATZWEISE über das Risiko des Totalverlusts informieren, das dieser Anlageklasse droht. Es ist Papier. In den USA und zunehmend auch in Euro, Pfund und Yuan Klopapier. Und Klo-Papier geht den natürlichen Weg in den Abguss und hin zum intrinsischen Wert, den schon Voltaire bei Null verortet hat. Man kann nicht NUR die Rendite ansehen. Ggü. GoldSilber tragen Mischfonds (insbesondere mit hohem Rentenanteil) ein ungleich größeres Risiko, das nicht ansatzweise mit adäquater Rendite ausgeglichen wird.
=> In dem Artikel ging es um die ALTERSVORSORGE-Ampel. Und fürs Alter sind INSBESONDERE Rentenfonds oder Mischfonds mit hohem Rentenanteil für junge Menschen heutzutage VÖLLIG ungeeignet zur Altersabsicherung! Jede gegenteilige Behauptung halte ich heutzutage für geradezu fahrlässig. Die stabilen Zeiten der Staatsfinanzen von 1950 bis 2008 mit nur sehr wenigen Staatsbankrotten jedenfalls in der westlichen Welt sind für lange Zeiten vorbei. Als BEIMISCHUNG und in der Hoffnung auf 20-60 weitere Jahre ohne Währungsreform oder Hyperinflation kann man Rententitel ja zeichnen. Real nach Inflation wird aber sogar dann fürs Alter nichts rauskommen, selbst wenn man offenbar überdurchschnittliche Manager wie beim Carmignac erwischt. MÜNDELsicher ist heutzutage keine Anleihe - erst recht keine EUropäische oder amerikanische Staatsanleihe. Das wollen uns nur die Banken und die Rating-Agenturen weismachen, die auch vor der Krise 2007/2008 so unendlich gut Risiken erfassen konnten...

Also bitte gründlicher recherchieren. Und mit weiterem Risikohorizont. Genau darum ging es nämlich in dem Blog.
15.03.10 @ 14:12

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