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Sozialismus als Alternative zur Realität (II)
von Peter Boehringer
23.06.10 15:55:56
Kaum war der gestrige Blog geschrieben, da machten die totalitären Weltregierer und Makroklempner sofort munter weiter; siehe unten eine aktuelle FAZ-Meldung: Der Sozialismus im Anleihemarkt soll institutionalisiert werden. Maastricht und der gegenseitige Haftungsausschluss und die No-Bailout-Klausel sind nach wie vor gültiges Recht - aber offenbar ohne Anwendungsbereich!
Trichet ist endgültig komplett auf Kommissions-Linie eingeschwenkt. Die Kommission will nun also Exekutive, Legislative und Notenbank in einem werden. Die EU-Judikative ist ihr ohnehin hörig. Die nationalen Regierungen der "souveränen" EU-Mitgliedsstaaten werden praktisch nichts mehr zu melden haben. Seit Montesquieu nennt man ein System ohne Gewaltenteilung und ohne Anwendung geltenden Rechts landläufig totalitäre Diktatur.
Auszug aus: "EZB plädiert für Europäischen Währungsfonds"
"Die Europäische Zentralbank hat vorgeschlagen, eine Kriseninstitution für den Euro-Raum zu schaffen. In wichtigen Punkten stimmt sie mit dem von Ökonomen und Politikern ins Spiel gebrachten 'Europäischen Währungsfonds' überein. 'Nach der Erfahrung der schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg müssen wir über den Stabilitätspakt hinausgehen'
, sagte Trichet und forderte eine Stärkung der EU-Kommission. „Sie sollte größere Verantwortung tragen bei der Formulierung von Vorschlägen, die dann nur einstimmig von den Mitgliedern des Rats modifiziert werden können.
Die EZB vermeidet den Begriff 'Währungsfonds'. Gleichwohl ähnele die vorgeschlagene Institution stark dem von ihm und Daniel Gros aufgebrachten 'Europäischen Währungsfonds', sagt Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Mit einem solchen Instrument könne man wie bei einer Restrukturierung den Anlegern anbieten, gefährdete Positionen zu einem Abschlag loszuwerden. Der von der Institution gebotene Preis könne so gesetzt werden, dass dem Finanzgewerbe keine gefährlichen Einbußen abverlangt würden.
'Der Vorschlag der EZB geht in Richtung eines institutionalisierten Krisenmechanismus', bestätigt Jürgen Michels von der Citigroup. Das sei eine Kurskorrektur. Zudem tritt ein Gegensatz zur Deutschen Bundesbank zutage. "
=> Planwirtschaft und "socialism for the banks" in Reinkultur.
Man beachte, dass sogar schon in dieser unverdächtig-euphemistisch formulierten Meldung ("anbieten"; "keine Einbußen abverlangen"...) solche Hämmer und bisherige Tabus drinstehen wie
- "Restrukturierung von Anleihen"
- "Mit Abschlag loswerden"
=> Frei aber sinngemäß in klares Deutsch übersetzt bedeutet dies:
- Die Realität der Märkte und deren freie Preisfindung wird nunmehr institutionalisiert-planwirtschaftlich ignoriert und abgeschafft.
- Die Hütte -sprich die EUropäischen Volkswirtschaft- brennt ganz offenbar.
- Das gesamte Bankensystem ist akut gefährdet durch nach wie vor riesige und noch nicht vorgenommene Wertkorrekturen auf PIGS-Anleihen und andere toxische Anlagen.
- Die EZB will in völlig intransparenter Weise ...
- ... mit theoretisch unlimitierten Mitteln aus der Druckerpresse ...
- ... selektiv einigen "systemrelevanten" Playern ("Anlegern") ...
- ... deren toxische und völlig überbewertete Anlagen abnehmen ...
- ... dies im Falle der Systembanken mit minimalem Abschlag ...
- ... und mit etwas größeren Abschlägen im Falle der "Wohlverhalter" und
sonstigen Systemträger ...
- ... und sie wird nicht kooperierende "Anleger" auf diesen Assets sitzen lassen ...
- ... von den kleinanlegenden Menschen ganz zu schweigen ...
- ... denen niemand auch nur einen Cent ihrer Verluste ersetzen wird ...
- ... denn auf ein "Verlust-Ersetzen" (="Schenken") läuft es hier eindeutig hinaus!
=> Der freie Markt wird über diesen Bankensozialismus der Systemnomenklatura nunmehr sogar an den bislang liquidesten Märkten überhaupt (= den Anleihemärkten) offiziell außer Kraft gesetzt. Kleine EZB- und Politik-Kungelrunden werden mit den Too-big-to-fail´s, den Too-PIG-to-fail´s und mit den Politiker-bestechenden Banken im Hinterzimmer mehr oder weniger gute Deals mit den Banken aushandeln und deren Verluste über die Inflation und die Steuerumlagen sozialisieren.
Und nicht vergessen: All das geschieht über die Notenbank eines gemäß BVerfG nicht existierenden EU-Staats, der sich selbst ebenso wie seine Notenbank praktisch komplett einer demokratischen Kontrolle oder auch nur einer Offenlegung seiner Aktionen entzieht!
PS: Zum Begriff des "Sozialismus" haben mich schon gestern Zuschriften erreicht. Darum folgender Hinweis mit der Bitte um Beachtung: Mit "Sozialismus" ist bei mir fast immer die heutige "real existierende Zentralbank-Planwirtschaft" gemeint! Bitte lesen Sie meine genaue Definition aus dem Finanzbrief vom Dezember 2004 *) nochmals durch. Ebenso treffend wäre übrigens der Begriff des "Neofeudalismus", in den wir derzeit eindeutig reinlaufen!
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*) "Der in Lemberg (Österreich-Ungarn, heute Ukraine) geborene Mises musste im Laufe seines Lebens nicht nur vor dem Sowjet-Sozialismus, sondern wegen jüdischer Herkunft auch noch vor dem National-Sozialismus fliehen. Er differenzierte in seinen Schriften auch kaum zwischen diesen verschiedenen Varianten des Sozialismus: Er erkannte identische Eigenschaften und Ziele der sozialistischen Systeme:
- alle sind zentral gesteuert
- alle versuchen, Marktpreise als Steuerungsmechanismus auszuschalten
- alle dienen selbsternannten Eliten
- alle sind demokratiefeindlich
- alle machen den Bürger unselbstständig, abhängig und unfrei…
- … alles zu dessen „bestem“ oder „zum besten des Kollektivs“
- alle sind Feinde des Individualismus
=> Wäre er nicht 1974 gestorben, Ludwig von Mises hätte in der heutigen pervertierten zentralbankgelenkten Kapitalwirtschaft alle diese Eigenschaften wieder erkannt! Er hätte unzweifelhaft dieses global-planwirtschaftliche System ebenso bekämpft wie die offen sozialistischen Systeme zu seinen Lebzeiten. ... Mittlerweile ist zwar der real existierende Sowjet-Sozialismus tot. Der monetäre Sozialismus jedoch lebt und wütet noch. Zentraler Interventionismus, Kollektivismus, Dirigismus und Planbarkeitswahn waren nicht nur die Ursachen für das Ende der offen sozialistischen Systeme; sie werden auch unser heutiges System letztlich zerstören – mit bitteren und möglicherweise totalitären Konsequenzen."
8 Kommentare
Die EU-Wirtschaftsregierung ist die Merkelsche ultima ratio auf die Wirtschaftskrise. Auf der Feste Coburg stand früher eine Kanone, deren Aufschrift besagte: „ultima ratio regum“ (die letzte Vernunft der Könige); die EU-Wirtschaftsregierung ist heute die ultima ratio der Geheimlogen.
Die Deutschen werden allerdings davon wenig merken. Ihr Intellekt wird mit allen Mitteln der Kunst durch Massenmedien geschädigt: die trällernde Lena gilt ihnen als ein zweiter Mozart und soll ihnen Mut und Stolz geben; Fußball ist ihr Lebensinhalt, so ähnlich wie einst die Streitereien zwischen der Partei der roten und der grünen der Wagenlenker in Konstantinopel.
Frau Merkel wird sich jetzt auf dasselbe Prinzip berufen, mit dem der Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg im Ersten Weltkrieg im Reichstag den Einmarsch in Belgien begründete: „Not kennt kein Gebot.“
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Soros-warnt-vor-Euro-Kollaps-article937003.html
"Der US-Starinvestor George Soros sieht in der deutschen Sparpolitik eine Bedrohung für Europa. "Deutschland bringt die Europäische Union dadurch in Gefahr, dass es auf seine pro-zyklische Politik besteht. Ich bin mir bewusst, dass dies eine harte Anschuldigung ist. Ich fürchte aber, dass sie gerechtfertigt ist", sagte der Milliardär in einer Rede an der Berliner Humboldt-Universität. Durch die Senkung des Haushaltsdefizits und den Widerstand gegen höhere Gehälter zum Ausgleich für den Rückgang der Kaufkraft des Euro erschwere Deutschland es den anderen Ländern zudem, ihre Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen.
Soros bezeichnete den Euro als klare Fehlkonstruktion."
Im Klartext: Die Inflation kann erst einsetzen, wenn der "Widerstand gegen höhere Gehälter" seitens der Deutschen beendet wird.
Die Inflation ist also geplant und wird jetzt durch praktische Maßnahmen umgesetzt: Die Gewerkschaften sollen Gehaltserhöhungen nicht nur fordern, sondern auch bewirken.
Hallo Herr Soros,
könnte es sein, daß Sie auf einen fallenden Euro-Kurs gesetzt haben und jetzt alle deutschen Sparer einen Inflationsverlust erleiden sollen, damit Ihnen aus der Patsche geholfen wird?
Ihr ganz ergebener,
Jürgen Kremser
stimme Ihnen in allen Punkten zu.
Die Diktatur wird eingeführt.
Keine Gewaltenteilung heute haben wir 3,
wir bräuchten aber SIEBEN.
Wir bräuchten dazu noch eine Soziale Marktwirtschaft, die gabs noch nie.
Einer in der EU-Parlament hats verstanden:
MEP Nigel Farage am 16.06.2010
http://www.youtube.com/watch?v=LvwrDyYSUb0&feature=player_embedded
Dabei ist unklar, warum das Sparen für Griechenland und Spanien richtig sein sollte, für uns aber nicht. Wenn wir auch anfangen die Löhne zu erhöhen, müßte doch eigentlich der Euro fallen und unseren Export beflügeln, was den Amerikanern auch nicht recht sein dürfte.
Auf unserer Seite, die sicher letztendlich einknicken wird, geht es weniger um die Interessen der deutschen Bürger als die ökonomischen Interessen unserer Beamtenkaste inkl. Politiker. Die Beamten erkennen klar, daß durch eine ungezügelte Inflation das Staatsschiff ihnen aus dem Ruder laufen, ihre Pensionen flöten gehen könnten.
Deswegen müssen die Beamten jetzt kämpfen, nicht für uns, sondern für sich.
wir nähern uns dieser Situation wirklich mit großen Schritten. Es gibt einfach zu wenige, die aufstehen und denen eindeutig sagen, das war´s bis hierher und nicht weiter. Mr. Farage ist sicher einer dieser wenigen.
Was muss wirklich erst passieren, bis die breite Masse dies bewusst wahrnimmt und etwas dagegen unternimmt?
[Was muss wirklich erst passieren, bis die breite Masse dies bewusst wahrnimmt und etwas dagegen unternimmt?]
Das Geld auf seinem Konto muss weg sein!
Geht so:
Das Giralgeld / Fiat Money akzeptieren wir, warum eigentlich?
Weil wir dieses Akzeptieren, finanzieren wir den ganzen käse der in der Welt passiert, auch noch mit!
Ja, zum Bank-/ Versicherungs RUN
Deshalb die Konten „Leeren“ und Bargeld (X-Scheine) daheim unters Bett und dort lassen, oder zur Kriesenvorsorge verwendet wird, ist jedem selber überlassen.
Damit fehlt es der Bank, als Bilanzposten, um damit gehebelt im Spielcasino zu
Der Artikel "Rücktritt des Bundespräsidenten: Gauweiler stellt die 148-Milliarden-Euro-Frage"
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,702722,00.html
ist äußerst interessant.
Horst Köhler hat sich mehrfach Zeit gelassen, Gesetze zu unterschreiben. Wie kam es dazu, daß er ein so eminent wichtiges Gesetz schnell unterschrieb und praktisch unmittelbar darauf zurücktrat? Und Köhler als Rücktrittsgrund eine für Politiker seltene Empfindlichkeit angab?
Da muß doch mehr dahinterstecken! Die lückenlose Aufklärung dieses vor aller Augen sich abspielenden Eklats würde uns wirklich mal Einblick in das Machtgefüge unseres Staates geben.
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