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Sozialismus als Alternative zur Realität (III)
von Peter Boehringer
02.08.10 18:11:43
Frisch aus dem planwirtschaftlichen Gruselkabinett erreichte uns heute dieser sogenannte "Kommentar" des Deutsche Bank Research mit dem schönen Titel "Europäische Wirtschaftsregierung: Was bringt die Zukunft?". Es ist ein "sogenannter" Kommentar, denn zu alten Zeiten, in denen sich Autoren noch der journalistischen Pflicht der strikten Trennung von Nachricht, Wunschdenken, Eigeninteresse und Autorenmeinung verpflichtet fühlten, wäre dieses suggestive pro domo Stück nie und nimmer als klassischer "Kommentar" durchgegangen - eher noch als Erpressungsdokument. In einer immerhin aber aufschlussreichen Übersicht beschreibt der (vermutliche) DB-Autor Nicolaus Heinen die aktuell debattierten und demnächst von den EUliten in Richtlinienform verbindlich gemachten vielfältigen Facetten der EUropäischen Wirtschaftsregierung. Roland Baaders uraltes Wort von der Makroklempnerei trifft auf wenige Planungen so sehr zu wie auf den (nächsten) anstehenden Brüsseler Bankenputsch, der wirklich JEDEN Rest an nationaler Souveränität und JEDE marktwirtschaftliche Restregung in EUroland beenden sollte. Natürlich zu Gunsten der EUliten und der de facto insolventen D-EU-tschen Bank(en). Es lohnt sich durchaus, den ganzen "Kommentar" zu lesen. Er ist ein Wunschzettel in eigener Sache und ein Zeitdokument des "socialism for the banks". Unten nur einige Zitate daraus mit wenigen Anmerkungen, die ich mir nicht verkneifen konnte:
1. "Nach dem großen Sturm beginnen für Europa nun die Takelarbeiten. Starken Turbulenzen an den Finanzmärkten begegnete die Eurozone mit einem gigantischen Rettungsschirm im Umfang von EUR 750 Mrd. Dieser Rettungsschirm ist zeitlich befristet. Er ist ein Schutzkokon, der der Eurozone drei Jahre Zeit gibt, sich neu zu erfinden und mit einer überzeugenden Wirtschaftsregierung Märkten und Investoren neues Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft der Währungsunion zu geben."
=> Nach dem Sturm ist vor dem Sturm. Niemand weiß das besser als die Banken, die ihre Bilanzen und die darin weiterhin nicht abgeschriebenen Billionen-Risiken (als einzige) WIRKLICH kennen... Die Banken bauen bereits vor für die Zeit in (spätestens) drei Jahren. Natürlich wird die toxische Müllhalde namens EFSF dann garantiert nicht aufgelöst (wir berichteten). Aber das "kleine" Bailout-Volumen von 750 Mrd. EUR könnte und wird dann aufgebraucht sein. Insofern ist es nur konsequent von den de facto Pleitiers, schon heute den nächsten Rettungstopf und die zugehörige politische Umverteilungsmaschine zu fordern.
2. "EU und EWU brauchen ein wirtschaftspolitisches Steuerungsmodell, das mehr leistet als die bisherige fiskalische Koordinierung und die jüngsten Ad-hoc-Maßnahmen der Krise. Viele nennen es Wirtschaftsregierung. Konkret geht es um eine effektivere Steuerung nationaler Fiskalpolitiken, um Kontrolle und Korrektur makroökonomischer (Fehl-)entwicklungen und um einen dauerhaften Krisenmechanismus. Die Beschlüsse des Rats der europäischen Staats- und Regierungschefs vom 17. Juni 2010 haben hierzu eine erste Orientierung gegeben."
=> Man "NENNT" das Geforderte nicht nur "Wirtschaftsregierung": es IST eine Wirtschaftsregierung. Natürlich eine ungewählte und damit eine undemokratische und damit verfassungswidrige. Wir sprechen von einem Putsch von oben. Es GIBT gemäß Lissabon-Urteil des BVErfG vom 30.6.2009 weder einen EU-Staat noch eine wahlberechtigtes EU-Volk, das eine "EUropäische Wirtschaftsregierung" legitimieren könnte! Weder de jure noch de facto (wie es sich die DB und die EU-Kommission vorstellen).
=> Die "makroökonomischen Fehlentwicklungen" sind direkte Folge der Aufgabe des Goldstandards und der seit Jahrzehnten so schmerzhaft vermissten Rückkopplung (wirtschafts)politischer Entscheidungen an die betroffenen und zahlenden Völker. Volksentscheide hätten seit 40 Jahren das nun eingetretene Desaster verhindert.
3. "... sollen die mittelfristigen Haushaltsziele des präventiven Arms des Stabilitäts- und Wachstumspakts (SWP) in ihrer Wirksamkeit gestützt werden. Stand und Entwicklung der öffentlichen Verschuldung sollen im SWP eine größere Rolle spielen als bisher. Weiterhin sollen Stabilitätsprogramme (EWU-Länder) und Konvergenzprogramme (Nicht-Euroländer) ab 2011 bereits im Frühjahr des Vorjahres präsentiert werden ('Europäisches Semester'). Dies soll eine bessere Vorabstimmung ermöglichen und Fehlentwicklungen rechtzeitig entgegenwirken"
=> Die Makroklempnerei einer EUlitären Wirtschaftsregierung VERHINDERT keine künftigen NOCH schlimmeren Krisen. Sie ist im Gegenteil eine GARANTIE für deren erneutes und noch verstärktes Eintreten ...
=> ... durch die "Konvergenzprogramme" gilt dies sogar exterritorial - also AUSSERHALB der EU. ![]()
4. "Die Beschlüsse zu einer stärkeren makroökonomischen Überwachung sehen vor, dass über ein Scoreboard
die Entwicklungen in der Wettbewerbsfähigkeit und makroökonomische Ungleichgewichte bewertet und rechtzeitig falsche Entwicklungen aufzeigt werden."
=> "Scoreboards" oder wahlweise "Balanced Scorecards" sind Werkzeuge aus der Mottenkiste von Unternehmensberatungen der 90er Jahre. Dieses Tool wird seit fast 20 Jahren immer genau dann ausgepackt, wenn auf Wunsch der Marketingabteilung des Kunden die Auswirkungen QUALITATIVER Entscheidungen QUANTIFIZIERT werden sollten, was aber mangels physikalisch-mathematischer Kausalkette per definition häufig nicht möglich ist! Hintergrund ist dabei regelmäßig NICHT NUR die fehlende oder nicht erkennbare/modellierbare Kausalität, sondern der explizite -aber natürlich unausgesprochene- Wunsch des Kunden zur Verschleierung der Wirkungslosigkeit von zB Marketing-Maßnahmen auf die Absatz- und damit Gewinnzahlen.
=> Exakt die selben Wünsche nach VORGETÄUSCHTER quantitativer Objektivität und zugleich der Verschleierung der WAHREN (Umverteilungs-)Absichten leiten hier und heute auch die Bürokraten und die Staats- und Regierungschefs in EUroland ! "Scoreboard"-Ergebnisse machen sich gut in Blubberzeitungen (FTD, ZEIT, BILD) - sie werden aber KEINE EINZIGE planwirtschaftliche Entscheidung der künftigen EU-Wirtschaftsregierung OBJEKTIV-QUANTITATIV begründen können! Das ist bereits heute sicher. Das Scoreboard ist ein pseudo-wissenschaftliches Tool zur Blendung von (wahlweise) Investoren / Gläubigern / Öffentlichkeit! ![]()
5. "Ideen einer gemeinsamen Wirtschaftsregierung werden derzeit auch in der Task Force des Präsidenten des Europäischen Rates van Rompuy besprochen."
=> Ist es nicht schön, dass die Ideen und Richtlinien und Gesetze der künftigen Wirtschaftsregierung [wer war das nochmals? Namen? Wahlergebnisse bei ihrer Direktwahl durchs Volk??] beim nie direkt gewählten van Rompuy und auch in dessen nur TEILWEISE und INdirekt gewählter "Task Force" besprochen werden? Es sind ja auch nur 500+ Mio europäischer Bürger betroffen. Da sollte ein Klüngelkreis von ca. 30 EUlitisten zzgl. ihrer MBA- und Soziologen- und Propaganda-Stäbe doch völlig ausreichen - oder?
6. "Anfang Oktober sollen die ersten Vorschläge zur künftigen Ausgestaltung von Wirtschaftspolitik in EU und EWU veröffentlicht werden. Stellungnahmen zur Arbeit der Task Force sind nicht öffentlich zugänglich."
=> Danke, liebe DB. Wir hätten uns kaum getraut zu fragen [und natürlich die Antwort auch schon gekannt...].
7. "Der präventive Arm des SWP soll künftig stärker in nationale Haushaltspolitik eingreifen können – etwa mit einem stärkeren Fokus auf der Nachhaltigkeit des öffentlichen Schuldenstandes und der Maßgabe, dass nationale Haushalte mit dem SWP kompatibel sein müssen."
=> [mit leiser, schwacher Stimme fragend:] "Nationale Souveränität? Haushaltsbudgets = Kernbereich der Nationalstaaten = unantastbar und nicht nach Brüssel abtretbar..."
Aber lassen wir das - wir wiederholen uns...
=> "Nachhaltigkeit": Sollen jetzt die italienischen 120% des BIP oder doch lieber die sogar offiziell NOCH höheren griechischen Verschuldungsprozente "nachhaltig" eingefroren werden??
=> Was ist der "Arm" eines Paktes? Und gibt es dann neben dem "präventiven" auch einen "REaktiven Arm"?
8. "Für den korrektiven Arm wird einerseits eine Beschleunigung des Defizitverfahrens diskutiert, andererseits quasi-automatische Sanktionen bei einer Umkehr der Beweislast: Vorschläge der Kommission müssten dann vom Rat mit qualifizierter Mehrheit abgelehnt werden – zur Zeit müssen sie beschlossen werden."
=> Oh - hier ist er schon, der REaktive äh "korrektive" Arm des SWP...
=> "Diskutiert" wird die Verschärfung des Defizitverfahrens übrigens schon seit vielen Jahren. Schon vor 5 Jahren hatte ich in "Die wahre Bedeutung des (eines) Stabilitätspakts" einen entscheidenden Verwässerungsschritt der EUropäischen Stabilitätsregeln dokumentiert. Und das war damals beileibe nicht der erste solche Kommentar! Die EU-Überschuldungskrise war LANGE vor Ihrem Eintreten angekündigt!
=> "Umkehr der Beweislast"... Es ist wie vor Gericht - mit den EINZELstaaten als Angeklagte: Die EU-Kommission würde so zur ÜBERregierung nicht nur über EINZELstaaten, sondern sogar über das KOLLEKTIV der Nationalstaaten Europas. Bis zu zwei Drittel (!) der Staaten könnten gegen ihren Willen überstimmt bzw. übergangen werden. In einer (echten) Demokratie sind Staats- / Regierungswillen zugleich Ausdruck des Volkswillens. Die Völker EUropas sollen also über die "Umkehrung der Beweislast" versklavbar gemacht werden. Demnächst in Ihrem Brüsseler Kommissions-Theater!
=> Bitte nicht falsch auslegen: NATÜRLICH darf ein Land als Sozialschmarotzer nicht auf Kosten der anderen EU-Staaten die EURO-Regeln brechen. Aber die Konsequenz bei Fehlverhalten darf apodiktisch NUR lauten "Ausschluss aus dem EURO!" - keinesfalls "Ausschluss von Demokratie und Souveränität!". ![]()
=> Der Goldstandard würde all dies erzwingen, ohne dass auch nur EIN EUrokrat und Legionen von MBA-Paladinen solch dummdreiste Regeln erfinden müssten.
9. "Interessant ist in diesem Zusammenhang der Vorschlag Deutschlands und Frankreichs, einen faktischen Stimmrechtsentzug durch politische Absprache bei Abstimmungen zu erwirken. Dieses würde keine Vertragsänderung erfordern."
=> In der Tat: höchst "interessant". Man hat in der real existierenden EU-Plutokratie offenbar keinerlei Skrupel mehr, "politische Absprachen" (=Kuhhandel) schon a priori zur Methode der Wahl zu erklären, wenn rechtlich bindende Vertragsänderungen und klare Regeln entweder nicht mehr durchsetzbar oder gar nicht einmal mehrheitlich beschließbar sind!
=> All das ist Ausfluss einer Denke, die komplett gegen den souveränen Rechtsstaat gerichtet ist, der über eine sauber definierte Gewaltenteilung eben solches Recht setzt, umsetzt und durchsetzt! Zu Gunsten der Bürger und Menschen (die sich dann auf klar formulierte Rechte stützen können und diese ggf. einklagen können) - und zu Lasten von totalitären Eliten, die dann nicht mehr kungeln und verschwören - äh "Absprachen treffen" können.
10. "Zuletzt wird ein Krisenmechanismus für Staaten in Not vorgeschlagen. Einig sind sich alle Beteiligten, dass dieser Krisenmechanismus nur unter hoher Konditionalität aktiviert werden kann um die Gefahr von Moral Hazard zu vermindern." 
=> Na dann können wir ja ganz beruhigt sein. Wie sagte noch der Ex-Chef des DB-Research Nobby Walter schon vor seiner Verrentung in 2008: "Moral hazard würde [nur] entstehen, wenn die Liquiditätsspritzen in den Finanzsystemen in Krisenfällen nicht die Ausnahme blieben, sondern solche Liquiditätshilfen wiederkehrend und/oder andauernd erfolgten."
=> Nein: "Niemand hat die Absicht, Moral Hazard Gefahr heraufzubeschwören" ... Wie viele Eingriffe ins Finanzsystem gab es seit 2008? Wie viele Billionen wurden aus dem Nichts geschöpft und den Banken als Drogen Liquidität zugeführt? Die Personen und Autoren des DB Research wechseln. Die Falschdenke nicht.
11. Und zum Schluss mein persönliches Lieblingszitat, mit dem auch zugleich der DB-Bericht endet:
"Die Aussichten [auf eine sichere Zukunft der EU] sind jedoch gut, sofern sich die Vorschläge der Task Force an den jüngst vorgelegten Anregungen orientieren. Sie zeigen, dass eine europäische Wirtschaftsregierung nicht zwingend im Widerspruch zu ordnungspolitischen Grundsätzen und anreizkompatibler Wirtschaftspolitik stehen muss." ![]()
=> Noch Fragen? Dieser letzte Satz führt sich angesichts der Lage und der Vorschläge eigentlich selbst ad absurdum! Besonders in einer Welt, in der zufällig gerade HEUTE Gerüchte hochköcheln, dass nun sogar der 25-Billionen Dollar schwere OTC-Derivatemarkt de facto durch die Fed-Druckerpresse und durch die Steuerzahler "garantiert" werden soll. WENN das stimmt, dann leben wir künftig auch im ZWEITgrößten Markt der Welt in der staatsgarantierten Planwirtschaft; und faire und risikoadäquate Derivatepreise werden künftig nicht mehr frei am Markt gefunden. Im GROESSTEN Markt der Welt (Staats-Anleihen) hat die Planwirtschaft ja schon länger Einzug gehalten [siehe "Sozialismus als Alternative zur Realität (II)"] . Verluste durch Fehlspekulationen der Eliteinstitute werden künftig konsequent sozialisiert. Selektive planwirtschaftliche Umverteilung zugunsten der "systemkritischen Banken" also.
=> Von welchen "ordnungspolitischen Grundsätzen" redet die DB hier? Sind es die von Karl Marx? Oder die von Keynes oder Honecker? Und welche damit "kompatiblen Anreize" setzt hier bitte die Wirtschaftspolitik künftig? Sind es die berauschenden Reize der Papiergelddroge - oder doch eher die machiavellistischen der Politiker-Bestechung? Warten wir einfach auf die konkreten Ausgestaltungen aus der hochbezahlten Brüsseler "Task Force". Machen Sie ruhig noch Urlaub. Erst Anfang Oktober geben die EUliten offiziell den Startschuss für die NEP ["Neue EUropäische Planwirtschaft"].
16 Kommentare
Aber ich weiß nicht, auf wen meine Wut größer ist. Auf diese Bande aus Politik und Finanz? Oder auf meine Mitbürger, die fröhlich konsumierend durch die Fußgängerzone lustwandeln und mitleidig auf mich als apokalyptischen Spinner herablächeln.
Das Konzept der Deutschen Bank stellt nichts weniger dar als eine Handlungsvorgabe zu einem Staatsstreich von oben, wie ihn genau genommen die Euro-Kläger schon nachgewiesen haben:
http://www.pressekonferenz.tv/ondemand/europe_07072010.html
Da die Rechtsprechung der Verfassungs- und Verwaltungsgerichtsbarkeit genau genommen nur Politik ist, erwarte ich auf dieser Ebene keinen Widerstand, es sei denn die Richter sähen ihren eigenen Säckel in Gefahr.
da kann einem wirklich übel werden. Stellt sich mir nur noch eine Frage: Wie werden wir diese Plan-wirtschaftler wieder los? Die meisten Mitbürger bekommen überhaupt nichts mit, von dem was die in Brüssel treiben und welche Auswirkungen das auf uns hat.
Zur Sache: Die Ideen zur Ausgestaltung der Finanzen in der EU kranken naturgemäß an der Unterschiedlichkeit der wirtschaftlichen Entwicklung und Stärke der einzelnen EURO Länder. Die unterschiedlichen Inflationsraten, die verschiedenen Produktivitäten und die verschiedenen Sozialsysteme lassen sich nun einmal nicht über einen Kamm scheren. Das wusste man schon lange vor der Einführung des EURO. Hinzu kamen noch die unterschiedlichen Mentalitäten in Bezug auf das Schuldenmachen. Was jetzt versucht wird, ist einen Zwang auf die Sünder auszuüben, damit sie sich der Norm anpassen. Aber welcher? Und durch wen? Ein undemokratisches Gremium besitzt keine Legitimität und deren Beschlüsse sorgen auf lange Sicht für Sprengstoff, sowohl bei den betroffenen Ländern, die sich von außen gegängelt fühlen, als auch bei den anderen, die zahlen müssen. Am Beispiel Griechenland kann man genau sehen, welche inneren Reformen von außen erzwungen werden. Und man kann ja auch tatsächlich die eine oder andere Maßnahme für richtig halten. Nur lösen lassen sich die strukturellen Unterschiede auf die Dauer eben leider nicht, sonst gäbe es weltweit keine immer wieder kehrenden Entwicklungsunterschiede. Also haben die "Richter" aus Brüssel eine große Verantwortung für die weitere Entwicklung, aber wie soll diese aussehen? Sollen den PIIGS die deutschen Sozialsysteme und wirtschaftspolitischen Normen aufgezwungen werden, oder vielleicht die französischen? Die offene Frage in Europa - Staatenbund oder Bundesstaat - steht hier im Hintergrund. Im Augenblick sieht es eher nach Zentralismus aus, der sich unkontrolliert und auch ohne Haftung ausbreitet. Dass der EURO die Einheit Europas bewirkt, war die Hoffnung und das Versprechen der Akteure von damals. Nur hat man den Bürgern in Deutschland (und in Ö, NL, Lux.) verheimlicht, dass nur sie dafür zahlen müssen, wie Herr Nölling nachgewiesen hat. Was fehlt, ist immer wieder mehr Öffentlichkeit, deshalb nochmals Danke.
Die Politiker des bürgerlichen Lagers , die gegen diesen Irrsinn gestimmt haben, die Vertreter der Klage gegen den 750 Mrd. Euro
"Rettungsschirm", sowie die massgeblichen
Vertreter der östereichischen Form der National-ökonomie sollten sich endlich zusammentun und
eine politische Kraft gründen, die antritt, zu den etablierten Parteien eine echte (wieder aufrichtig) wählbare Alternative zu sein !!
Bereits 1994 hat David Rockefeller vor dem Wirtschafts-Ausschuss der Vereinten Nationen die Weltwirtschafts- und Finanzkrise angekündigt: „Wir stehen am Beginn eines weltweiten Umbruchs. Alles, was wir brauchen, ist die eine richtig große Krise und die Nationen werden die neue Weltordnung akzeptieren.“
Eigene Ergänzung:
Gestern schon gehörten uns die USA
Heute kommt Europa dazu
Und morgen gehört uns die ganze Welt.
PS: Es macht mich rasend, dass sich „die ganze Welt“ auf den Planeten Erde beschränkt. Um den Mond zu erobern, müssen wir auch noch Hollywood bemühen.
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=> AW PB: Gut erkannt. Das Wortspiel mit der Abkürzung war nicht ganz zufällig gewählt. Wollte mal sehen, ob es verstanden wird. ;-)
@Kai & all
Die 'Piratenpartei' nimmt die "Enterung" des Geldsystems mit in ihr Parteiprogramm auf
http://www.piratenpartei.de/navigation/politik/unsere-ziele
--->Was haltet ihr davon: Wir melden uns dort an und 'gestalten' mit!?
(ich erwäge das ernsthaft)
Grüße
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=> AW PB @Wilfried: Ich schalte den Kommentar mal frei. Muss aber zwei Dinge anmerken:
1. Zumindest unter dem o.g. Link ist KEINE Aussage zum Geldsystem oder gar dessen Enterung zu finden. Solange das nicht spezifiziert wird, muss ich das für eine Falschaussage halten.
2. Natürlich wäre es gut, wenn die Piratenpartei die Enterung im Programm thematisieren würde (wobei man dann noch immer genau lesen müsste, was die Analyse genau ist und v.a. was die VORSCHLÄGE sind). Allerdings sollte sich die Piratenpartei dann keinesfalls (!) in Ri. "linken" / Freigeldlerischen Pseudo-Lösungen positionieren! Solange der Goldstandard nicht wenigstens als Fernziel im Programm steht, wird die Piratenpartei kein glaubhaftes Wirtschaftsprogramm haben.
ich lese regelmäßig und gerne Ihre Kommentare zu den aktuellen meist unerfreulichen Ereignissen die jeden von uns betreffen.
Es wird langsam Zeit, die EU-Fahne mit Hammer und Sichel zu ergänzen. Vielleicht mache ich mir sowas selbst als Aufkleber für's Auto, in weiser Voraussicht.
Bleiben Sie am Ball und weiter so.
Gruß aus Belgien
Die lesen das dann vielleicht.
Sonst bestimmt nicht.
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=> AW PB: Ihre Stäbe und Claqueure lesen so was ALLES. Man bekommt natürlich nie eine Reaktion. Ob es BEHERZIGT wird, ist eine ganz andere Frage. Nur bei genügend Druck.
.. in den Tiefen ist schon was zu finden...
Die Wirtschafts und Finanzpolitik der PP ist noch "im werden", lässt aber imho hoffnungsvolle Ansätze erkennen, da ein 'umfassender Systemwechsel' angestrebt wird:
http://wiki.piratenpartei.de/AG_Wirtschaft/Finanzpolitik
Mitmachen' wäre als 1. Bürgerpflicht...
Hier offenbar eine 'Experimentalseite' dazu, um eine Komplementärwährung einzuführen:
http://www.piratenmarkt.de
Ich hab sie auch mal angeschrieben, inwieweit sie von die Klage der "4 Prof." gegen den "EURO-Rettungspakt" zumindest ideell unterstützen. Leider habe ich noch keine Antwort erhalten.
Grüße
BTW: Sollten wir nicht alle erst mal ein gemeinsames Interesse daran haben, einen (evtl. in dieser Form möglichen) Systemwechsel zu unterstützen, bevor das Fell des Bären verteilt wird (Goldstandard und/oder Komplementärwährung, - warum entweder oder?)?
*******
=> AW PB: Danke @Wilfried für die gewünschte Ergänzung. Leider ist bis auf EINEN (1) "diskutierten" zustimmungsfähigen Satz in einem DISKUSSIONSpapier der PP (= noch nicht Parteiprogramm - bin sehr gespannt!) zur Zulassung von "alternativen und Komplementärwährungen" nichts zu einer fundamentalen Änderung in Richtung inflationsfreiem und vor allem FREIEN (!!) Geldsystem zu sehen.
Zur Email: Bitte ggf. nochmals schicken (sorry, kann sein, dass sie liegengeblieben ist - bin im Rückstand mit Antworten). Grundsätzlich unterstütze ich diese Klage(n) natürlich. Diese verhindern aber zunächst einmal nur das SCHLIMMSTE (=die komplette EUropäische Planwirtschaft und den Umverteilungsstaat ohne Verantwortlichkeiten und damit das Chaos!) und bieten noch keinen ZUKUNFTSausblick. Das sollte ja auch aus meinen x Blogs dazu mit bereits diversen Schachtschneider-Links hervorgehen.
Zu Ihrem BTW: Gerade WEIL das nächste System ZUKUNFTSfähig sein muss, kommt die Piratenpartei nicht um eine klare Positionierung zum nächsten Geldsystem herum: Die PP muss ALLEN linksutopischen Visionen à la Freigeld, Regionalgeld, Papiergeld widerstehen. Auch private Tauschringe / Tauschmärkte sind im großen Maßstab nicht die Lösung (im Kleinen funktionieren sie - aber das gibt es seit Jahrhunderten und heißt sogar im offiziellen Gesetzesjargon "Nachbarschaftshilfe" und ist sogar offiziell von zB der MWSt ausgenommen).
=> NUR der Goldstandard ist das, was die Menschen als "natürlich" empfinden und auch ohne gesetzliche Monopolkeule annehmen und als Geld akzeptieren!!
=> Die PP müsste NUR ins Programm schreiben:
"Es gibt kein gesetzlich-verbindliches Monopolgeld. In privatwirtschaftlichen Verträgen kann JEDES Zahlungsmittel vereinbart werden."
DAS genügte völlig!! Der Wettbewerb der Währungen. Es wird dann auch nicht NUR Gold und Silber geben - aber mehrheitlich. Papiergeld wird es weiterhin geben - aber eben nur 100%ig hinterlegt. Sogar Kreditbeziehungen sind weiterhin möglich. Mit Minizinsen - also keineswegs unsozial. Der Gesetzgeber muss sich KOMPLETT aus dem Geldsystem raushalten - so wie es eben (annähernd) bis 1913 der Fall war. Für Steuerzahlungen (und NUR dafür) kann er eine Währungsart/Zahlungsart festlegen. Aber diese Währung muss gegen alle anderen ebenfalls FREI im Kurs schwanken. KEINE Fixbindung zu was auch immer!
keinen Faden davon ab.
Hans Stein 5. August 2010
Zu: Staatsstreichkonzept der Deutschen Bank
Zu Ihrer Besprechung des Staatsstreichkonzepts der Deutschen Bank fallen mir noch einmal zwei historische Parallelen ein:
Warum ist die normativ geschaffene Gründung der „Vereinigten Staaten von Europa“ vermutlich unumkehrbar?
Historisches Beispiel: Die Einzelstaaten der nordamerikanischen Union galten auch ursprünglich staatsrechtlich als unabhängig. Während die Union ihre Zahlungsverpflichtungen stets erfüllte, galt dies bekanntlich nicht von den Einzelstaaten, wie Alfred Manes, Staatsbankrotte, 1922, S. 15, S. 76 erläutert. Auch heute muß die Union nicht für die Verpflichtungen des Einzelstaats Kalifornien eintreten, während ich vermute, daß bei uns der Bund für die eben nicht souveränen Bundesländer eintreten würde.
Als die souveränen Staaten der Union jedoch aus der Union austreten wollten, überzog sie der Demagoge Lincoln mit einem brutalen Krieg, wobei in „Sheridan's raid“ große Teile der Südstaaten abgebrannt wurden. Die Sklavenbefreiung wurde von Lincoln erst drei Jahre nach dem Beginn des Sezessionskriegs bei seiner Gettysburg Address angekündigt. Anlaß für den Bürgerkrieg war tatsächlich der Streit über den Schutzzoll und unterschwellig die Begründung der Weltherrschaft der USA.
Für uns ergibt sich, daß unser Austritt aus den „Vereinigten Staaten aus Europa“ vermutlich nicht möglich ist, das wäre ein Sezessionskrieg, wie er den souveränen Südstaaten der Union auch nicht möglich war.
(Übrigens: In ähnlicher Weise hat im Altertum Athen die Insel Lesbos wegen seines Versuchs, den Attisches Seebund zu verlassen, auf schärfste bestraft. Thukydides beschreibt lebhaft, wie ursprünglich in der Volksversammlung geplant war sämtliche Einwohner auszurotten, während man sich später in einer zweiten Abstimmung nur auf die Anführer beschränkte.)
Welchen Sinn und Zweck hatte die Schaffung der „Vereinigten Staaten von Europa“?
Die USA und ihre Führer hatten kein Interesse daran, zur Unterstützung ihrer Weltherrschaft viele kleine europäische Boote in ihrem Schlepptau zu manövrieren. Europa mußte deswegen zu einem Supertanker aufgebaut werden zu diversen Aktionen, wie jetzt vermutlich gegen den Iran.
Historisches Beispiel: Nach dem Westfälischen Frieden 1648 bestand das Deutsche Reich aus ca. 350 souveränen Einzelstaaten, so ähnlich wie heute die UN. Der Kaiser in Wien spielte die Rolle etwa wie heute der Generalsekretär der Vereinten Nationen. Die Vetomächte waren die Kurfürsten, die vor den Klagen ihrer Bürger durch das Privileg des non appellandi geschützt waren.
Zur Unterstützung seiner Eroberungskriege faßte Napoleon diese zahlreichen kleineren Herrschaften zu größeren Staaten zusammen (Mediatisierung und Säkularisierung) und schmiedete aus ihnen den Rheinbund, den er dann bestens zu seinen Kriegen, auch gegen Rußland, einsetzte.
Die heutige EU ist somit für die USA dasselbe wie der Rheinbund für Napoleon war.
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=> AW PB: Hm - der oben NICHT näher genannte Dozent ist einer von Hunderten von Anti-Gold-Machiavellisten mit totalitärem Machtantrieb und er betet die üblichen Anti-Gold-
Argumente herunter. Noch dazu teilweise widerlegbar (teilweise zwar auch wahr - aber deswegen trotzdem in einer offiziell noch immer "marktwirtschaftlich-frei" organisierten Wirtschaft nicht akzeptabel):
1. Wahr ist: Der "praktische Wert von Gold für die Menschheit" war nicht nur "bescheiden", sondern nahe Null. Das bestreiten wenigstens die "aufgeklärten" Goldbugs überhaupt nicht! Ein paar Freunde glänzenden Schmucks gibt es zwar und man benötigt Gold auch in kleinen Mengen in der Industrie. Aber im Prinzip ist Gold ein objektiv wertloses Metall, dem aber Wert als natürlichem Geld beigemessen wird. Klar ist das unter Nutzenaspekten irrational (oder "barbarisch" wie sich die keynesianischen von T. Müller zitierten "Dozenten" ausdrücken würden). Aber es IST einfach so - und es ist seit mind. 2500 Jahren so. Die Hintergründe liegen in der Physis des Goldes (selten, teilbar, dicht, fälschungssicher - auch durch Zentralbanken!) und sind hundertmal dokumentiert, so dass ich das hier nicht wiederholen muss.
2. Das zweite in der Zuschrift genannte Argument ("zu wenig" Gold für eine Währung) ist DERART ausgelutscht, dass man es nicht mehr hören mag. Und so weist ja sogar T. Müller SELBST darauf hin, dass man JEDEN beliebigen Geldbedarf eine Wirtschaft durch einen entsprechend hohen Goldpreis decken kann. Nur um dann lapidar festzustellen, dass es "dazu nicht kommen" werde... Ein wirklich "gutes" Argument - besonders mit der nachgeschobenen "Begründung" der "per Computer berechneten benötigten Geldmengen" ... Was soll man zu diesem Wunschdenken eines keynesianisch Gehirngewaschenen schon noch sagen?
=> Vielleicht nur EINES: WENN T. Müller mit diesem Wunschdenken recht behalten sollte (was möglich ist - immerhin wird seit mind. 1971 mit ALLEN manipulativen und medialen Mitteln versucht, Computer- und Papiergeld an die Stelle des natürlichen Geldes zu zwingen), dann beweist es doch nur EINES: Gold ist DERART gefährlich für ein System das auf Papiergeldlügen aufgebaut ist, dass man sogar den SCHEIN der freien Marktwirtschaft aufgeben muss! Diese wird zwar noch geheuchelt - aber die Goldunterdrückung passt einfach PARTOUT nicht in eine Wirtschaftswelt, die doch angeblich derart frei und wettbewerbsorientiert organisiert ist... Wenn Gold DERART anachronistisch und barbarisch und überflüssig ist wie es immer wieder behauptet wird, WARUM NUR trauen sich die Keynesianer und Pseudo-Marktwirtschaftler dann nicht, den freien Wettbewerb der Geldsysteme zuzulassen und die Keule des "gesetzlichen" Monopolfalschgeldes abzuschaffen?? DAS ist neben der Frage nach der Begründung für ein planwirtschaftliches Zinssetzen durch Monopol-Notenbanken die HAUPTFRAGE an die keynesianischen Totalitären und Planwirtschaftler...
=> Um ein Schiller-Wort abzuwandeln: "Sire, geben Sie Wettbewerbsfreiheit!" AUCH im Geldsystem!! Kein Computergeld- und Papiergeldfan hat auf DIESE einfache Forderung eine Wettbewerbs-adäquate Antwort. Und solange DAS so ist, erlauben wir Goldbugs uns, mit vollem Recht von totalitärer Planwirtschaft zu sprechen. Diese aber führt historisch gesehen IMMER ins Chaos und in den Kollaps. Das im Kommentar beschriebene globale "Computergeldzeitalter" ist nur ein Zwischenschritt zur Verzögerung des Unvermeidlichen.
=> Wilhelm Busch sagte dazu: "Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.".
Got Gold?
http://www.krone.at/Welt/Montenegro_verkauft_Auslaendern_EU-Paesse-500.000_Euro_oeffnen_Tuer-Story-214455
[=> Vorab PB:
Ach lieber selbsternannter Anti-Verschwörungskämpfer T. Müller. Sie sind nun mitten im FOREN-Modus und werfen so viele uralte Platitüden und persönliche Einwürfe betreffend mich als Autoren ein, dass man das eigentlich mangels öffentlichem Interesse hier nicht mehr veröffentlichen dürfte. Ich schalte es trotzdem NOCH einmal frei, muss aber leider im Text direkt antworten - sonst kommt bei Ihren vielen Thesen und "Argumentations"ebenen einfach keiner mehr mit. Die nächste Zuschrift wird daher ggf. privat beantwortet. Die Kommentarfunktion ist für direkte Beiträge zum Text und nicht für ideologische Rundumschläge gedacht. Weder für zustimmende - noch -wie in Ihrem Fall- für ideologisch ablehnende. Und SIE werfen UNS "Sektiererei" vor?? Absurd. Rest s.u.]
**********
Lieber Herr Fachautor PB (so bezeichnet in einem im März herausgekommenen, offensichtlich mit heisser Feder geschriebenem, Buch mit dem Titel "Der Staatsbankrott kommt bestimmt")
=> Mit dem Titel kann ich leben - auch wenn der Kontext leider nicht ergoogelbar ist: weder Google noch Amazon noch buch.de kennen das von Ihnen offenbar akribisch studierte Buch. Es gibt eines mit ähnlichem Titel von M. Grandt, den ich nicht kenne und dessen Buch ich auch nicht besitze, so dass der Kontext des Zitats für mich nicht nachprüfbar ist.
In diesem von mir nur kurz in einem Buchladen angelesenen Schinken wird als Referenz für die These, dass die Notenbanken sich angeblich gegenseitig Anleihen abkaufen um den Eindruck zu erwecken, diese seien nach wie vor gefragt, auf einen gewissen Fachautor Peter Boehringer verwiesen.
=> Vermutlich bezieht sich der Buchautor auf einen Text von mir aus der heißen Phase der weltweiten Staatsanleihenkrisen Ende 2009, in dem ich EXPLIZIT ALS GERÜCHT BEZEICHNET (!) das gegenseitige Abkaufen von Staatsanleihen durch Zentralbanken thematisiert hatte. Das Gerücht war damals zwar sehr substanziell - aber selbst wenn es NICHT wahr wäre: So what? In einer Welt, in der damals (belegt, kein Gerücht, keine VT!) sowohl Fed als auch EZB zeitweise bis zu 80% (!!) ihrer Staatsanleihen SELBST aufgekauft haben und somit monetarisiert haben, ist der Ankauf durch FREMDE ZBs eigentlich keine Sensation mehr und keine Überraschung. Ihre künstliche Aufregung über diese Feststellung ist also nicht nachvollziehbar, Herr Beinahe-Fachautor Müller... Weitere Details lesen Sie gerne nach unter http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=12432&seite=1 . Wenn mich Herr Grandt (?) nicht ganz korrekt im Indikativ zitiert, so ist das zwar ärgerlich. Aber ganz falsch wird es trotz des unterschlagenen "Gerüchts" nicht. Die Papiergeldmafia der Zentralbanken druckt Geld und schafft künstliche Nachfrage durch Aufkaufen eigener Staatsanleihen. DAS ist und bleibt der Skandal - nicht irgendwelche Nebelkerzen, die Sie hier thematisieren!
Was haben Sie gegen virtuelles Gold?.
=> SEHR langes Thema. Ein Blick in x Threads im GS-Forum würde Ihnen weiterhelfen. Z.B. der zu Xetra-Gold und zu anderen Spielarten von "teilweise / vielleicht / vielleicht auch nicht" vorhandenem virtuellen Papier-Gold. Für hier genügt es festzustellen, dass Geld ursprünglich immer und ausschließlich Hinterlegungsschein von echtem Gold war. Erst die Pervertierung und Veruntreuung dieser Hinterlegungsscheine führte zum heute so fatalen fractional reserve banking und zu Perversionen wie dem heutigen "virtuellen Gold".
=> Trotzdem sind "virtuelles Gold" und die entsprechenden Zertis und ETFs für Trader gar nicht schlecht. Sogar einige meiner Kunden halten diese Papiere. Man muss sich nur vom Gedanken verabschieden, man halte damit etwas "Sicheres" oder gar Werthaltiges. Ich habe insofern nichts gegen "virtuelles Gold". Lesen Sie meine Mindestanforderungen an WAHRHAFT sichere virtuelle Goldanlagen doch bitte hier mal nach. Dann erübrigen sich ihre fast frei aus der Luft gegriffenen Vorwürfe: http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=9850
Seine Menge lässt sich auf die billionste Stelle hinter der Null genau festlegen (anders als beim wirklichen Gold, von dem niemand so genau weiss, wie viel es gibt, wieviel aus den unermässlichen Vorkommen in Afghanistan und auf dem Mars dazu kommen wird und das doch nie ausreichen wird, um die Weltwährungen zu decken, ausser, wie gesagt, sein Wert wird ins Unermessliche erhöht, sodass - ein Beispiel aus obigem Buch - der Brotkäufer, der mit einer kleinen Goldmünze bezahlen will, gleich die ganze Bäckerei, samt Boden, Gebäuden und Maschinen bekommt).
=> Mei o mei: Ist das nicht schön mit der billionsten Stelle... Nutzt nur leider nichts, wenn das zugrundeliegende Realpfand nicht mehr da ist, weil veruntreut. So geschehen seit 2000 Jahren. ALLE totalitären Herrscher haben es früher oder später getan. Von Nero bis Bernanke. Aus dem Mittelalter stammt dazu der Begriff des "Kippens und Wippens".
=> Sagen Sie mir doch mal den Namen einer Goldmine in Afghanistan mit signifikanten Vorkommen. Bin gespannt... Über Marsvorkommen zu debattieren, beleidigt unseren Intellekt - oder?
=> Zur Deckung der Währungen wurde Ihnen hier im Thread nun WIRKLICH ausreichend geantwortet! Also lassen Sie die Wiederholungen - Falschheiten werden durch Wiederholung nicht wahrer. Einfaches Lesen verhindert Rückfragen und Wiederholungen. Praktisch JEDE beliebige (sogar jede statisch-unveränderte) Goldmenge deckt JEDE beliebige Währungsmenge. Das geht ganz einfach über den Preis. Und übrigens: Da auch im 19. Jhdt. Gold nicht breit vorhanden war, erfand man den Bimetall-Standard mit Gold und Silber - und es hat wunderbar in der Praxis funktioniert, ohne das jemand gleich die Bäckerei aufkaufen musste.
=> Im Übrigen hatte ich bereits geschrieben, dass wir Goldbugs lediglich den WETTBEWERB (!!) der Zahlungsmittel fordern. Wer gerne in Form von virtuellem Gold oder ungedecktem virtuellen Euro zahlen will - bitte sehr. Kein Problem. Ihresgleichen sind einfach intolerant ggü. WETTBEWERBSlösungen. Und DAS halte ich für hochbedenklich und totalitär und planwirtschaftlich! SIE wollen anderen vorschreiben, womit sie bezahlen sollen. Mit welchem Recht??
Menge und Wert des virtuellen Goldes, das nur aus Rücksicht auf Goldbugs so genannt würde, würden die die Zentralbanken der teilnehmenden Länder gemeinsam festlegen und durch den IOA mit Argusaugen überwacht.
=> Diese von Ihnen nirgendwo definierte Abkürzung ("IOA") lässt uns erkennen, dass Sie vermutlich gerne Gott spielen würden und ein neues Währungssystem erfunden zu haben glauben. Ihren Textbaustein aus der Beschreibung der "Müller-Währung" haben Sie hier in den Kommentar nun reinkopiert - und er lässt uns ratlos zurück. Bitte debattieren Sie neue Geldsysteme erst in Foren oder meinetwegen auf Marktplätzen - hier ist nicht der Platz dafür!
Die den teilnehmenden Ländern und/oder Ländergruppen zugeteilten virtuellen Goldmengen (effektiv werden sie IMB heissen) dienen diesen, wie ehemals Gold, als Deckung ihrer eigenen Währungen. Die Parität derselben (d.h. der Landeswährungen) zum IMB wird zu Beginn ausgehandelt und künftig, innerhalb einer ebenfalls ausgehandelten Bandbreite zum IMB floaten. Die Gefahr, dass der IOA, der Herr über den IMB, diesen manipuliert liegt bei Null. Der IMB ist härter und sicherer als Gold.
=> "IMB" fällt ebenso vom Himmel wie "IOA"... Bitte verschonen Sie uns mit unklaren Abkürzungen - so kann man nicht debattieren - und hier schon 2x nicht.
=> Vermutlich meinen Sie so etwas Ähnliches wie die Sonderziehungsrechte (SZR) des IWF, die schon in den 70ern gescheitert sind und die heute trotzdem erneut debattiert werden.
=> "Gefahr der Manipulation gleich Null": Aus der Erfahrung einer 2000-jährigen Manipulations-, Inflationierungs- und Streckungsgeschichte von Goldmünzen und Goldwährungen heraus muss man Ihnen hier leider entgegenhalten, dass die Gefahr nahe 100% liegt. Jedenfalls auf lange Sicht.
=> Trotzdem wird nach der kommenden Währungsreform Gold zur (teilweisen) Deckung der neuen Währungen wieder eine Rolle spielen. Wenn es schlecht läuft, wird es über das von Ihnen angedeutete "virtuelle Gold" geschehen, was leider fast immer mit privatem Goldbesitzverbot einhergeht. Ein klar totalitärer Akt zugunsten des Leviathans Staat, der dann den Goldbesitz monopolisieren wird. Alles schon dagewesen - und leider nicht ausgeschlossen. Danke, dass Sie uns noch einmal auf diese totalitäre Variante aufmerksam gemacht haben...
=> Gegen einen freien Wettbewerb aus Papiergeld, Goldpapiergeld, "IMB" und echtem Gold spricht nichts. Meine Rede. Mal sehen, was sich ohne gesetzliche Monopolzwangsgeldkeule durchsetzen wird!
Die Umstellung von der heutigen FIAT Geldwirtschaft auf die IMB Geldwirtschaft wird unspektakulär erfolgen.
=> Nur bei freiem Wettbewerb der Währungen und einer FREIWILLIGEN Umtauschaktion! Im Falle des ZWANGSumtauschs privat gehaltener Sachwerte in die neue Kunstwährung gäbe es einen Aufstand, denn niemand lässt sich gerne zwangsenteignen.
Die teilnehmenden Länder werden, ihre bisherigen Währungen behalten, können sich aber auch, sofern die wirtschaftliche Situation es zulässt, zu neuen Währungsgruppen zusammenschliessen oder bisherige Währungsgruppen (EU)können sich wieder auflösen.
=> Ist das nicht schön, was alles geht? Hat zwar wenig mit der Währungsart zu tun - aber schön, dass wir auch das mal erwähnt haben...
Wenn ich die Verschwörungstheorien von PB lese, frage ich mich, ob das nicht langsam in Sektiererei ausartet.
=> Zum Thema "VT" empfehle ich u.a. die Lektüre dieses Artikels http://www.alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/10/warum-menschen-fast-alles-glauben.html , den T. Müller aber natürlich AUCH wieder als "VT" abtun wird. Sicher - so wird es sein ...
Die Annahme, dass Regierungen und Zentralbanken nichts anderes zu tun haben, als den Goldpreis zu drücken, ist absurd.
=> Immerhin weniger absurd als Ihr ganzer Kommentar. Warum loggen Sie sich hier aus diesem Sektenclub nicht einfach aus? Wen wollen Sie hier missionieren - und mit welchem Ziel? Goldbugs wollen nur den Währungswettbewerb - warum sind Sie dagegen? Nur totalitäre Planwirtschaftler, Elitisten und Gottspieler können dagegen sein - und denen bieten wir hier kein weiteres Forum - es gibt bereits viel zu viele davon.
=> Aber um Ihnen einmal recht zu geben: Ja, Regierungen und Notenbanken haben auch ANDERES zu tun: zB müssen Sie demokratische Mehrheiten unterlaufen, Zinssätze künstlich niedrig setzen und Gelder im Billionen-Maßstab künstlich aus dem Nichts schaffen und in die Welt setzen. Da braucht man schon einige 10.000 Mitarbeiter und 100.000e Claqueure in den Medien, um auch noch Zeit für die Goldpreisdrückung zu haben.
Natürlich besteht das Geldmonopol der Staaten und zwar zurecht.
=> OH - jetzt ist es raus: T. Müller ist tatsächlich ein totalitärer Planwirtschaftler. Ein "NATÜRLICHES STAATLICHES Geldmonopol" ist ein Widerspruch in sich! Zudem ist es unethisch: Wie sollte es auch begründet werden. In der US-Verfassung steht sogar explizit drin, dass NUR Gold und Silber Geld sein dürfen! Dass alle Regierungen seit 100 bzw. 40 Jahren das Geldmonopol für sich eingeführt haben, ändert nichts an seiner Unnatürlichkeit! Und an seiner Illegalität! Details zu diesem Thema beschreibt zB Roland Baader in x Büchern - ebenfalls natürlich Ludwig von Mises - und rel. aktuell Prof. Hülsmann http://www.buchausgabe.de/public_products/die-ethik-der-geldproduktion-guido-hulsmann-89 .
Natürlich war Gold zur Postkutschenzeit ein gewisser Geldersatz, sodass der Staat da ein besonderes Auge darauf hatte. Aber heute bereitet Gold den Staat keinerlei Sorge mehr. Deshalb sind sie, von Ausnahmen abgesehen, auch dabei, sich, von ihren Schätzen zu trennen. Grund und Boden, Wertschriften, Devisen und anderes, werden wesentlich mehr als Inflationsschutz gesucht. Wie heisst es doch unter Goldbugs: Nur 5 % der Menscheit besitzt Gold. Dabei wird es auch bleiben.
=> Glauben Sie WIRKLICH noch an den Weihnachtsmann? Der Goldpreis ist wegen seiner latenten und ständigen Mahnungs-, Barometer- und Alternativfunktion zum Papiermonopolgeld und wegen seiner Verhinderungsfunktion von marktadäquaten Zinssätzen DIE Hauptsorge der Währungs"hüter" schlechthin.
=> T. Müller ist anderer Meinung. Fair enough. Aber bitte verschonen Sie uns mit solchen Thesen wenigstens hier auf den GS! Sie haben doch SOOO viele schöne virtuelle Spielwiesen auf BILD-online, ZEIT, HB, FTD, ARD-online den VWL Le(e)hrbüchern oder in "House&Garden" oder im "Kicker". Over and out.





