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Wenn Weltregierer zu Nationalsozialisten werden
von Peter Boehringer
27.08.10 16:54:13
O Schreck - gleich zwei Begriffe in einer Überschrift, die bei Systemträgern und Gutmenschen reflexartig Abwehrhaltung oder Sprüche wie "Unzulässiger Vergleich!" auslösen. Doch keine Sorge: alles plausibel und belegbar - Sarkozy machte es gestern möglich. Mehr dazu gegen Ende dieses Blogeintrags, der aber zunächst im deutschen Lande bleibt und der eigentlich urspünglich " 'Systemrelevanz': Die Willkür erhält Gesetzeskraft" überschrieben werden sollte.
In Deutschland muss traditionell alles seine Ordnung haben. Wenn schon nicht rational und substanziell wie im Alten Preußen - so jedenfalls dem legalistischen Anschein und der Politshow gemäß. Lange mussten wir warten - aber nun ist es da: Das "Restrukturierungsgesetz" für Banken bzw. im Berliner Juristendeutsch offiziell der "Entwurf eines Gesetzes zur Restrukturierung und geordneten Abwicklung von Kreditinstituten, zur Errichtung eines Restrukturierungsfonds für Kreditinstitute und zur Verlängerung der Verjährungsfrist der aktienrechtlichen Organhaftung. / Gesetz zur Reorganisation von Kreditinstituten (Kreditinstitute-Reorganisationsgesetz – KredReorgG) / Änderung des Kreditwesengesetzes (KWG)".
Dieser vorgestern von der Bundesregierung öffentlich freigegebene, 137-seitige [...] Entwurf ist zugleich
a) ein Zeitdokument zur grundfalschen Problemanalyse der Finanzkrise, die das Geldsystem als solches komplett aus der Betrachtung ausklammert und als Ursache ausschließt,
b) ein Gesetzesdokument, das aufzeigt, wie willkürlich der Begriff der "Systemrelevanz" zugunsten EINZELNER (!) Banken ausgelegt werden kann.
c) ein hilfloses und nur der Verzögerung des Unvermeidlichen und der öffentlichen Ablenkung dienendes Machwerk,
d) ein offizieller Beleg für die Verlagerung der systemimmanenten gewaltigen Risiken aus Ponzi-Papiergeld-Kreditgeschäften der Banken auf den Staat und damit auf uns alle. Dies "höchst freiwillig" durch "unsere Volksvertreter".
Zur Erläuterung der Punkte bedienen wir uns im Folgenden zunächst einmal direkt der Terminologie des Schäuble´schen BMF - zu finden hier in der Pressemitteilung oder hier im Gesetzesentwurf selbst:
ad a): "Eine der wesentlichen Lehren
aus der Finanzmarktkrise ist, dass geeignete Instrumente entwickelt werden müssen, um Banken, die in Schwierigkeiten geraten sind, in einem geordneten Verfahren entweder zu sanieren oder abzuwickeln."
=> Die wesentlichste Lehre, die diese BuReg ziehen sollte, wäre, Marktkräften eine Chance zu geben - und die Insolvenz als natürlich-marktwirtschaftliches Instrument NICHT planwirtschaftlich und offiziell per Gesetz abzuschaffen! Wie war das noch mit der "Marktwirtschaft", Herr Westerwelle?! Lesen Sie nach bei "ihrem" Ordoliberalen Walter Eucken, der immerhin bis zu Otto Graf Lambsdorffs Zeiten noch hoch gehalten wurde: "Staatliche Planung der Formen– ja; staatliche Planung und Lenkung des Wirtschaftsprozesses – nein. [...] Nur so kann das Ziel erreicht werden, dass nicht eine kleine Minderheit, sondern alle Bürger über den Preismechanismus die Wirtschaft lenken können. Die einzige Wirtschaftsordnung, in der dies möglich ist, ist die des 'vollständigen Wettbewerbs'. Sie ist nur realisierbar, wenn allen Marktteilnehmern die Möglichkeit genommen wird, die Spielregeln des Marktes zu verändern. Der Staat muss deshalb durch einen entsprechenden Rechtsrahmen die Marktform – d. h. die Spielregeln, in denen gewirtschaftet wird, – vorgeben."
=> Spielregeln ändern während des Spiels ist unzulässig, Herr Westerwelle! "Alle Bürger" sind gemäß Eucken der Souverän - wie natürlich auch qua GG! Nicht die Bankenlobbies. "Socialism for the banks" ist nicht das, was Eucken und Verfassungsväter sich vorgestellt hatten! Unverantwortliche Zocker müssen ihre Verluste selbst tragen - bis hin zur letzten Konsequenz der Insolvenz. Eine Sozialisierung der Verluste ist von Übel. Und die faktische Bestandsgarantie für willkürlich definierte insolvente "Systembanken" ist die höchste Form dieses Übels und Planwirtschaft pur!
ad b): "Die Erfahrungen haben gezeigt, dass Restrukturierung und geordnete Abwicklung einer systemrelevanten Bank regelmäßig finanzielle Mittel erfordern werden. Diese Mittel sollen nicht wie in der Vergangenheit durch die öffentliche Hand, sondern vorrangig durch den Finanzsektor bereitgestellt werden. "
=> Keine Bank darf "systemrelevant" und damit sakrosankt sein und unter staatlichen Artenschutz gestellt werden. Leider ist keinerlei Zerschlagung von zu großen Instituten im Gesetzentwurf vorgesehen.
=> Es wurde bereits von anderer Seite vorgerechnet, dass selbst bei optimistischen Annahmen nur wenige Mrd. EUR von den Banken selbst in den im Gesetz vorgesehenen "Restrukturierungsfonds" fließen werden. Für die "geordnete Abwicklung" auch nur eines einzigen neuen Insolvenzfalls à la HRE müssten die Banken mehr als 40 (!) Jahre einzahlen. Dieser Fonds ist (da auch regionale Sparkassen einzahlen sollen) weder Verursacher-gerecht noch irgendwie belastbar! Er ist eine Farce - ebenso wie es die diversen "Einlagensicherungsfonds" seit Jahrzehnten waren und sind. ![]()
"Da das Reorganisationsverfahren Eingriffe in grundrechtlich geschützte Positionen Dritter ermöglicht, ist seine Durchführung nur bei Vorliegen einer besonders schwerwiegenden Krise eines Kreditinstituts, die die Besorgnis erheblicher negativer Auswirkungen auf die Stabilität des Finanzsystems begründet, gerechtfertigt. Daher findet die zweite Stufe nur Anwendung auf Kreditinstitute, bei denen eine Bestandsgefährdung nach § 48b Absatz 1 KWG-E vorliegt, die zu einer Systemgefährdung nach § 48b Absatz 2 KWG-E führt."
=> Hier ist sie nun: die gesetzliche Formulierung von "Willkür". Denn schwammige Begriffe im Gesetz wie "besonders schwerwiegend" oder "erheblich" riechen geradezu danach, dass sich die Bundesregierung doch unbedingt SELBST das Recht vorbehalten will, die systemrelevanten Banken frei zu bestimmen. Wo kämen wir denn auch hin, wenn am Ende ein belastbares, gar noch im Gesetz stehendes hartes und objektives Kriterium die "Systemrelevanz" feststellen würde?! Wie könnte die Bundesregierung da noch Korruptionszahlungen äh Parteispenden der Banken berücksichtigen bei der Entscheidung, wer "gleicher" und damit rettungswürdig ist??
=> Auch der obige Verweis auf §48 b (2) KWG-E führt uns nicht weiter. Denn dort steht folgendes:
"§ 48b Bestands- und Systemgefährdung [...] (2) Eine Systemgefährdung liegt vor, wenn zu besorgen [sic!]
ist, dass sich die Bestandsgefährdung des Kreditinstituts in erheblicher Weise negativ auf andere Unternehmen des Finanzsektors, auf die Finanzmärkte oder auf das allgemeine Vertrauen der Einleger und anderen Marktteilnehmer in die Funktionsfähigkeit des Finanzsystems auswirkt. "
=> Es bleibt dabei: nur schwammige Begriffe wie "allgemeines Vertrauen" sind hier zu finden. Und was der Gesetzgeber mit "besorgen" meint, bleibt wohl sein Juristengeheimnis!
Der Laie würde hier ein PASSIVES Verb wie zB "vermuten" erwarten, was nicht weniger schwammig wäre - aber wenigstens logisch. Das AKTIVE "besorgen" deutet hingegen geradezu auf aktives ZUTUN der Bundesregierung bei der Vertrauensgefährdung hin, was sicher nicht gemeint ist - aber durchaus passend wäre... ![]()
=> Weiter im Text des § 48b(2) - obwohl auch diese weiterführenden Details immer und immer wieder nur eine wortreiche Umschreibung von "Willkür" bedeuten:
"Dabei sind insbesondere zu berücksichtigen
1. Art und Umfang der Verbindlichkeiten des Kreditinstituts gegenüber anderen Instituten und sonstigen Unternehmen des Finanzsektors,
2. der Umfang der von dem Institut aufgenommenen Einlagen,
3. die Art, der Umfang und die Zusammensetzung der von dem Institut im Rahmen von außerbilanziellen Geschäften eingegangenen Risiken sowie die Verhältnisse auf den Märkten, auf denen entsprechende Positionen gehandelt werden,
4. die Vernetzung mit anderen Finanzmarktteilnehmern, 
5. die Verhältnisse auf den Finanzmärkten, insbesondere die von den Marktteilnehmern erwarteten Folgen eines Zusammenbruchs des Instituts auf andere Unternehmen des Finanzsektors, auf den Finanzmarkt und das Vertrauen der Einleger und Marktteilnehmer in die Funktionsfähigkeit des Finanzmarktes. "
=> Wie um Gottes Willen soll ein Richter -sollte er je diesen Gesetzeswortlaut einer Entscheidung zugrundelegen müssen- denn feststellen, wie "vernetzt"
[= "ansteckend"?] eine Bank ist - und ob sie deswegen "systemrelevant" und damit rettungswürdig ist?? Wie und nach welchen Kriterien soll er den unglaublich nebulösen Allgemeinplatz "Verhältnisse auf den Finanzmärkten" quantifizieren?
=> NICHTS an dieser de jure "Definition" von "systemrelevant" ist wirklich objektiv greifbar. Damit ist sie eines deutschen Gesetzesbuchs unwürdig und m.E. ein klarer Verstoß gegen das Bestimmtheitsgebot des Art. 103 GG und damit illegal *) - in jedem Fall aber unpraktikabel und reine Willkür! WESSEN Willkür das Ganze ist - darüber gibt dann noch Absatz 3 desselben Paragraphen 48b Auskunft:
"(3) Die Bundesanstalt beurteilt nach Anhörung der Deutschen Bundesbank, ob eine Bestands- und Systemgefährdung im Sinne der Absätze 1 und 2 vorliegt und dokumentiert die gemeinsame Einschätzung schriftlich."
=> Gemeint mit Bundesanstalt ist hier die "Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung", die wie jede Bundesanstalt ein Beamtenapparat ist, der ganz offiziell den Willen der Bundesregierung umzusetzen hat!
=> Fazit zu b): Die Bundesregierung hat sich auf 137 Gesetzesseiten das "Recht" gegeben, VÖLLIG WILLKÜRLICH zu entscheiden, welche Banken in den unter Garantie auftretenden künftigen Krisen mit Steuer- und Druckerpressenkreditgeldern gerettet werden - und welche eben nicht! ![]()
ad c) und d): "Die Erfahrungen mit der Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers haben gezeigt, dass bereits die Insolvenz einer mittelgroßen, aber stark vernetzten Bank Schockwellen auf dem Finanzmarkt auslösen kann".
"Der vorliegende Entwurf sieht daher vor, dass das Vermögen oder Teile des Vermögens einer systemrelevanten Bank auf eine private Bank [...] übertragen werden können, wenn das erforderlich ist, um Gefahren für die Finanzmarktstabilität abzuwenden und keine anderen Handlungsmöglichkeiten bestehen. Vorteil einer solchen Übertragung von systemrelevanten Geschäftsteilen auf einen anderen Rechtsträger ist, dass Stabilisierungsmaßnahmen sich in der Folge auf die neue Bank konzentrieren können, während die beim Alt-Institut verbleibenden nicht systemrelevanten Teile gegebenenfalls im Rahmen eines herkömmlichen Insolvenzverfahrens abgewickelt werden können."
=> Von wem soll nochmal gemäß Amtseid (auch des Herrn Schäuble) Schaden abgewendet werden? Vom "Finanzmarkt" etwa? Die getroffenen Maßnahmen von "temporären" Ausgliederungen und Teilverstaatlichungen als Alternative zur Insolvenz der Systembanken sind zum Schutz der Kleinsparer völlig inkonsequent und kontraproduktiv. Sie fördern gewaltig das "Moral hazard" Risiko - Wiederholungen des Desasters sind geradezu vorprogrammiert! Einzig VOLLverstaatlichungen, umfassende Entlassungen des Bankenmanagements und strafrechtliche Anklagen der Manager wären zielführend. Alternativ natürlich auch die reguläre Insolvenz der Banken nach geltendem InsoRecht und Entschädigung der Anleger aus Entschädigungsfonds und (mangels ausreichender Masse dieser Fonds) natürlich auch aus staatlichen Mitteln. Es wäre garantiert nicht teurer für den Steuerzahler geworden als die 2008/10 gefundenen "Lösungen".
WIRKLICH konsequent wäre aber auf Dauer NUR gewesen, das Banksystem schnellstmöglich zu einem mind. 20%igen - besser 50%igen Teildeckungssystem umzubauen. Kreditvergabe wäre weiterhin möglich - aber weitgehend nur aus vorherigen Einlagen echter Spargelder heraus. Das uferlose und völlig aus dem Ruder gelaufene fractional reserve banking ist die Wurzel allen Übels - zusammen mit der Abschaffung der Golddeckung der Währungen. Ohne Konsens über diese Grundanalyse wird es immer und immer wieder zu "systemgefährdenden" Krisen kommen [dies übrigens auch in allen anderen sozialistischen Geldexperimenten à la Keynes; oder à la "Rheingold"-Freigeld; oder in naiv-lebensfremden "Bürger-emittierten" Geld-Systemen à la Kreutzer oder Koudela; oder auch in utopistischen "Leistungs-basierten" Geldsystemen à la MaxNews]. Zuletzt werden die Staaten selbst wegen ihrer Haftungsübernahme für Risiken von Bankenzockern über eben diesen Krisen untergehen - wie ich ebenso wie viele andere seit vielen Jahren schreibe. So zB im April 2008 in "Armageddon: Verschoben!":
"Und wer ist dann bei der nächsten Krise der Lender of last Resort, wenn die Staaten selbst bzw. ihre Bürger nicht mehr unbegrenzt kreditfähig sind? [...] Das Emittentenrisiko der Staaten ist in den letzten Monaten eindeutig gewachsen. Gegen Gold, Silber und Rohstoffe werden daher alle Währungen der monetär-sozialistisch geführten Staaten abwerten, denn Gold ist die einzige Währung ohne Emittentenrisiko!"
Dass auch immer mehr Marktteilnehmer dieses Emittentenrisiko nun wahrnehmen, erkennt man derzeit an den trotz EU-Rettungsschirm schon wieder fast auf Vorkrisenniveau vom Mai 2010 gestiegenen Anleiherenditen der PIIGSXYZ:

Quelle: WELT von heute, 27.8.2010
Die aktuell auf Rekord-Tief stehenden Renditen der deutschen Bundesanleihen sollten nicht über die Gefahr hinwegtäuschen, dass auch deutsche Staatsanleihen trotz Goldpreismanipulation und trotz künstlich induziertem Zins-Carrytrade bei lächerlichen 2,x% Nominalrendite bald nicht mehr attraktiv sein könnten. Aktuell ist Deutschland in EUropa der Einbeinige unter den Vollamputierten. Und kurzfristig bieten deutsche Bonds ggü. denen des "Olivengürtels" tatsächlich eine relative Sicherheit. Doch nur die von Eichelburg treffend als "Bondaffen" bezeichneten Investment- und Pensionsfonds- und LV-Manager sind noch immer beschränkt genug, 10- oder gar 30-jährige "mündelsichere" Staatsanleihen ggü. sicheren Edelmetallanlagen oder Substanzaktien zu bevorzugen! Die perfekte Welt aus den seligen Zeiten von 1950-2008 wird von diesen Bondaffen mit Pawlow´schem Reflex in Richtung "Anleihen" in alle Ewigkeit extrapoliert [man entschuldige die Artenverwirrung - aber ich wollte hier nicht auch noch den "Bondhund" einführen.] Wie dumm und/oder korrupt und/oder Papiergeld-gläubig und System-gläubig muss man sein, um nicht zu erkennen, dass 30-jährige Anleihen bis zur Endfälligkeit voraussichtlich nicht nur EINE, sondern sogar ZWEI Währungsreformen erleben werden...? Dass die BaFin und das InvG diesen Managern zT eine wirklich substanzielle Anlagepolitik explizit verbieten, ist zwar durchaus konzediert... Wer aber als Bankmanager ernsthaft physisches Gold als Pfand für eine Kreditvergabe ABLEHNT, Staatsanleihen oder Papiergold aber weiterhin akzeptiert, dem ist nicht mehr zu helfen. Mehr zu diesen wahren Anekdoten aus dem deutschen Banken-Irrenhaus demnächst in diesem Blog.
Übrigens ist nicht nur Griechenland, sondern auch Frankreich pleite. Das Kapital flieht bereits aus der Grande Nation. Das weiß auch Frankreichs großer (kleiner) Führer Sarkozy, der gestern ernsthaft und ganz offiziell "Kapitalverkehrs-Schranken" gefordert hat [sic]. Planwirtschaft wir kommen. Vive la "République Française Populaire et Socialiste"! Oder wie anders soll man solche neo-nationalsozialistischen Sprüche des vorgeblichen Neo-Liberalen und US-Fans Sarkozy bewerten: "... man müsse nun 'über die internationale Doktrin zum Kapitalverkehr' diskutieren. Wir haben jahrelang in der Illusion gelebt, die Öffnung der Kapitalmärkte wäre immer ein Fortschritt".
=> Vom Regen des "socialism for the banks" kommen wir nun direkt in die Traufe des "National-Sozialismus": Vom ungezügelten Neoliberalismus zugunsten der Hedge-Fonds und der Papiergeld-erzeugenden Geschäftsbanken marschieren wir auf direktem Wege zurück in die Zukunft des klassisch-beschränkten, provinziell-nationalen und sozialistisch-zentralistisch gesteuerten Kleinhandels. Ich garantiere Ihnen schon heute, dass es auch in diesem "Neo-Nationalsozialismus" wieder eine herrschende Clique geben wird! Und diese Nomenklatura wird auch im Neo-Sozialismus ihre Privilegien genau wie einst in der DDR haben. Der Unterschied wird nur sein, dass über dem national-regional klein gehaltenen Bürger dieser totalitären und abgeschotteten Kleinstaaten dann die kosmopolitische Weltregierung thronen und den Ton angeben wird. Insbesondere werden die Weltregenten selbst sich weder ihre Reisefreiheit (nach Cayman) noch ihre internationale Kapitalverkehrsfreiheit (via Cayman-Depot) nehmen lassen!
Sarkozy ist nur nach AUSSEN hin neuerdings Provinzialist. Er will WELTregierer sein - nur die Menschen werden überwacht, ausgepresst, klein gehalten, prohibitiv besteuert und letztlich eingesperrt. Die Beschränkung der Reiseverkehrsfreiheit ist nur noch der letzte, völlig logische Schritt nach der Einschränkung der Kapitalverkehrsfreiheit!
Möchtegern-Weltregierer werden pro forma zu Nationalsozialisten, die die Bürger "zu ihrem Schutz und zu ihrem Besten" auf ihrer Scholle einsperren. Been there, done that: Die Mauer hieß im offiziellen DDR-Jargon "antfaschistischer SCHUTZwall" - doch die Stacheln der stählernen Mauerkronen wiesen nach INNEN gegen die eigenen Bürger. Müssen wir wirklich zulassen, dass die Welt alle Fehler wiederholt? Müssen wir nach der Kapitalverkehrsfreiheit zuletzt auch wieder um unsere Personenfreizügigkeit kämpfen? Wo beginnen Menschenrechte? Wo beginnt ihre Verletzung? Neue - und zugleich alte Fragen, die wieder traurig aktuell werden...
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*) Um Widerspruch vorzubeugen: Ja, das "Bestimmtheitsgebot" greift formal vor allem im STRAFrecht. Allerdings ist ein Beamter zB der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung, der das neue Banken-Restrukturierungsgesetz anwendet und damit über staatliches Rettungsgeld in potenziell MILLIARDENhöhe entscheidet, schnell im Bereich von Haftungssummen, bei denen das Strafrecht ins Spiel kommt. Zudem sieht das GG natürlich "Bestimmtheit" der Gesetzesregelungen nicht NUR im Strafrecht vor, sondern das sollte überall eine Selbstverständlichkeit sein!
18 Kommentare
Vielen Dank und da capo!
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=> AW PB: Kommentar wurde meinerseits leicht entschärft ("X_X_X"). Bitte keine Aufrufe zur Lynchjustiz hier im Kommentarbereich - auch nicht allgemein "gegen die Verbrecher". Die Eliten wissen ganz genau, dass ihre medialen Nebelkerzen kaum noch wirken und dass sie gefährlich leben, wenn sie das volkswirtschaftlich suizidale Überschuldungs- und das Multikulti-Überfremdungs-Spiel gegen alle Mehrheiten und höchst undemokratisch NOCH weiter überziehen. Die Intelligenten unter ihnen haben alle einen Plan B, der vermutlich noch vor 2012/15 zur Anwendung kommt. Dieser kann wie folgt aussehen:
1. Rechtzeitiges Untertauchen nach Anrichten des Schadens und Kassieren des persönlichen Bonus (Modell "Kambodscha" / benannt nach dem Ex-HRE-Chef Bruckermann)
2. Rechtzeitige selbst-forcierte Verrentung und Klappe halten (Modell "Köhler")
3. Rechtzeitiges Abtreten und was anderes an weniger "heißer" Stelle machen (Modell "Koch")
4. Rechtzeitiges Abtreten und den gleichen gefährlichen Unsinn an (vermeintlich) weniger "heißer" Stelle blubbern (Modell "Nobby Walter")
5. Rechtzeitiger Frontenwechsel und an die Spitze der Gegenbewegung setzen (vermutlich "Modell Guttenberg"; auch voraussichtliches Modell einiger ambitionierter heutiger Gutmenschen - ob das dann glaubwürdig sein wird, muss im Einzelfall geprüft werden)
6. Rechtzeitiges Abtreten und Frontenwechseln - aber ohne exponierte Stellung - in der Hoffnung, nach dem "Wechsel" in Ruhe gelassen zu werden (Modell von 100.000en heutiger Gutmenschen-Claqueure und -Mitläufer; vielleicht gibt es für diese heutigen Mitläufer und Klein-Profiteure eines Tages ein Äquivalent zur Ent-Nazifizierung nach dem Krieg)
7. Rechtzeitiger Suizid aus Scham vor der eigenen Korruption und dem eigenen fatalen Versagen (Modell "Samurai" - hier gibt es nur wenige Beispiele; japanische Banken-CEOs nach der Pleite ausgenommen)
=> Alle weniger intelligenten oder zu sturen Gutmenschen, die die heutige Volksvermögen-Veruntreuungs-Politik zu lange offensiv durchziehen und die die kollektive Volksintelligenz zu lange beleidigen, laufen in der Tat Gefahr, die von webmax angedeuteten Konsequenzen zu erleben...
Warum wirbt nicht jede Tages-/Wochen-/oder sonstwie-Zeitung/Zeitschrift die Moeglichkeit entsprechenden Nachdrucks ein?
Im Unterschied zum Autor sehe ich das Ende des monetaeren Spiels in Mitteleuropa eher sarrazinisch. Es wird ein Glaubenswechsel stattfinden.
Eines bereitet mir allerdings Sorge. Wenn man sich mit den Menschen unterhält, spürt man immer und immer wieder eine latente Abneigung gegen diese Wahrheiten. Man schickt ihnen schon Links, welche nur noch anzuklicken sind, und selbst das machen nur die wenigsten. Ich hoffe, dass einmal genügend Erwachte da sein werden, um "diese heutigen Mitläufer und Klein-Profiteure eines Tages" mit besagtem "Äquivalent zur Ent-Nazifizierung nach dem Krieg" zu konfrontieren ... gönnen würde ich es jedem einzelnen von ihnen ... denn im Gegensatz zu den Leidtragenden (der schlafende Souverän) "wissen sie was sie tun" ...
"unzumutbar" und "inkompetent" ist eher ihr kommentar. ihre meinung zu gold sei ihnen unbenommen (time will tell). aber nachvollziehbare argumente suchen wir inmitten der meinungsflut in ihrem kommentar vergebens.
und die von ihnen beschriebenen "ausnahmesituationen" sind nicht vom himmel gefallen, sondern selbst gemacht bzw. innerhalb des geldsystems unvermeidlich. wohin uns die "fundierte kenntnis der ökonomischen zusammenhänge und die erfahrung" der politik- und notenbanker-elite führt, sehen wir spätestens seit den von hr boehringer immer als "putsch von oben" bezeichneten gesetzesbrüchen seit 2008 jeden tag. "respekt" vor diesen instanzen ist völlig fehl am platz. und gewählt sind sie nur mangels alternativen und dank der macht der systemmedien. noch!
Danke für die Replik. In einem hat Müller wohl sogar recht: die Überschrift bezieht sich nur auf den letzten Teil des Blogs. Das wurde ja deshalb auch schon im ersten Absatz klargestellt. Vielleicht hätte ich bei der ursprünglichen Überschrift bleiben sollen: "'Systemrelevanz': Die Willkür erhält Gesetzeskraft".
Natürlich nicht aus INHALTLICHEN Gründen (die Begrifflichkeit "National-Sozialismus" trifft auf Sarkozys Worte, die gemäß FAZ zitiert wurden, voll zu)! Aber der Hauptteil des Blogs dreht sich nun mal um den Begriff der Systemrelevanz.
Wie auch immer: wer lesen kann und will - kommt mit den Aussagen klar. Ob man will oder nicht: das System unserer Tage ist nur dank der Abwesenheit aller (undemokratisch unterdrückten) wählbaren Alternativen und dank 5%-Hürde noch immer demokratisch gewählt. Und es weist unübersehbar immer totalitärere Züge auf. Zugleich vereint es auf fatale Weise die jeweils schlimmsten Seiten von einerseits dem pervertierten sog. "Kapitalismus" (= dem unfairen Neoliberalismus zugunsten der internationalen Banken auf global durchgesetzter Papierfalschgeldbasis) und andererseits des nationalen Sozialismus (Planwirtschaft auf kleinregionaler Basis für die Massen).
Die von Sarkozy geforderten Kapitalverkehrskontrollen und die damit einhergehende Devisenbewirtschaftung sind ganz klassische erste Anzeichen von (sozialistischer) Planwirtschaft und Vorboten der Freiheitsberaubung der Bürger in Form von Reisebeschränkungen / -verboten und Einschränkungen des Eigentumsrechts. Das war im (national)sozialistischen Dritten Reich so, in der DDR, in der SU, in Kuba, in Nordkorea - und es wird auch in Sarkozys neo-nationalsozialistischem "Reich" so sein. Der Logik nach wäre es dann zwar die "Sechste Republik" - aber leider wird das neue Konstrukt keine "Republik" [= Rechtsstaat] mehr sein...
Müller sieht es anders - oder tut ggf. im Sinne seiner Auftraggeber so. So sei es denn. In Abwesenheit von Zensur und Meinungsdikaten bricht sich die Wahrheit im Wettstreit der Meinungen immer ihre Bahn. Die (Wahrheits-)Karawane zieht auch ohne die Müllers der Welt weiter. An dieser Stelle muss man sogar den korrupten "Geschichts"kanzler Kohl einmal zitieren dürfen...
Wohl kaum!
Der Typ dieses Rechtsstaats ist allerdings so neu auch nicht. In der DDR hat’s ihn schon gegeben. Eine vollendete Nachbildung wird er erreicht haben, wenn solche Gesetze nicht mal mehr geschrieben werden, sondern die Bevölkerung daran gewöhnt worden ist und damit vertraut ist, dass die Regierung das macht, was sie für richtig erachtet, ohne jemanden rechenschaftspflichtig zu sein. In der Übergangszeit dorthin sind eben solche Gesetze wie dieses hier zu erwarten.
In einigen Punkten haben wir die „Rechtsstaatlichkeit“ der DDR sogar schon überholt:
Nicht selten werden verfassungswidrige Gesetze zuungunsten der Bevölkerung gemacht. Werden diese dann vom Verfassungsgericht zurückgepfiffen, ist es für die Geschädigten schon zu spät, weil nur die wenigsten Opfer die einmonatige Widerspruchsfrist einhalten und dann weiterhin geschädigt werden dürfen.
Solche Rechtsauffassungen war selbst den kommunistischen Bonzen zu unmoralisch.
Übrigens die Formulierung der damaligen DDR-Bonzen „antifaschistischer Schutzwall“ war natürlich ein Hohn für die eingemauerte Bevölkerung. Allerdings steigt der Wahrheitsgehalt dieser Bezeichnung mehr und mehr beunruhigend stark an.
Sollten irgendwelche Spitzenkräfte vorhaben, die Reisefreiheit wieder zu vermauern, haben sie die Rechnung ohne die ehemaligen DDR-Bürger gemacht. Wir würden uns das kein zweites Mal gefallen lassen. Dann raucht’s im Karton!
Zwei Anmerkungen: der Weg in die Unfreiheit und Unterdrückung ist lange und setzt sich aus vielen Schritten zusammen. Chip-Ausweis und Führerschein mit Verfallsdatum sind die neuesten Errungenschaften. Ausweiskontrolle beim Erwerb von 100 sfr an einem deutschen Geldschalter schon die Regel. Jeden Tag werden die Mauern höher, ohne daß wir es merken. Keine großartigen Gesetze meist, sondern niederträchtige Verwaltungsakte sind es, mit denen man ein Volk einzukerkern beginnt.
Zum Thema Restrukturierungsgesetz: eine Bank ist weder sakrosankt noch sollte sie systemrelevant sein. Ich bin sehr erstaunt, daß das Wort Kunde nicht vorkommt. Jeder Kaufmann hat Kunden, die er kennen sollte. In einer Bank wird immer noch der Beruf des Bankkaumanns gelernt. Hier ist doch erkennbar etwas massiv schief gelaufen. Hier wird er normale Menschen- Kaufmannsverstand schon an der Garderobe abgegeben. Systemrelvant sollte keine Bank sein, weil wir dann keinen wahren Wettbewerb mehr haben, sondern monopolistisch/oligopolistische Strukturen. Auch das eine unangenehme Wahrheit: es läuft mittlerweile alles auf ein staatliches Bankensystem hinaus. Zur Vernetzung: wenn Vernetzung ein Problem darstellt, ist die Frage doch die, wie man diese eingrenzt und gleichzeitig bei den Refinanzierungsinstrumenten Verbesserungen anbringt. Zu hinterfragen sind auch die vielen Geschäftsfelder. Zweckgesellschaften mit zweifelhaften Wertapieren, hemmungsloses Spekulieren mit Futures und Derivaten müssen unbedingt begrezt werden - sonst tut es der Markt und dann kommts wieder drauf an wer systemrelevant ist. Schmerzlich wird es auf alle Fälle
Allerdings frage ich mich, ob dieser Aufwand lohnend ist. Die Leser dieses Blogs sind informiert und verfügen über entsprechendes Wissen. Diese Gruppe erhält hierdurch nur eine Bestätigung der bereits gebildeten Meinung. Ein „Themenneuling“ dürfte meiner Meinung nach den TXT nicht verstehen.
Dennoch sollte genau diese Gruppe der Erstleser einen einfach geschrieben Text erhalten.
Was die „Müllers“ dieser Welt anbelangt, so ist ihre Antwort wiederum zielführend- ein zufriedener Systemling liest dem Blog erst gar nicht – ein Papiergeldfan auch nicht…. ein bezahlter Troll schon.
Jedenfalls treiben solche Beiträge mir Lachfalten ins Gesicht, das ist auch nötig.
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=> AW PB: Unterschätzen Sie nie die Macht der viralen Infoverbreitung. Auch die "Wissenden" brauchen regelmäßig aktuelles Argumentationsfutter zwecks einfacher Weitergabe per Verlinkung an die anderen. Und so verirren sich peu-à-peu auch diese anderen zunehmend auf die richtigen Internet-Seiten, weil ihnen auffällt, dass ihnen diese Infos im Mainstream vorenthalten werden.
Das System nimmt die unabhängige Presse / die Blogger extrem ernst, denn totalitäre Systeme MÜSSEN immer die Meinungshoheit behaupten. Meist über pc-Druck und Zensur und Bestechung der offiziellen Journaille. Notfalls auch über die Macht der Geheimdienste - siehe zB diesen Heise-Artikel von heute:
"EU will Datenbank zur Bekämpfung der 'Radikalisierung' einrichten". Das ist alles kein Zufall und Teil der offenbar erforderlichen Überwachung und Meinungssteuerung.
Selbst schon relativ "kleine" Blogs (dieser GS-Blog gehört übrigens zu den sehr stark gelesenen!) sind da gefährlich, weil sie Kristallisationspunkte der Opposition bilden, die diese benötigt. Ein nackter Kaiser fürchtet jeden, der "Der Kaiser ist ja nackt!" ruft. Im Märchen ist dies ein kleines Kind. Auch offensichtliche Wahrheiten müssen offen ausgesprochen werden. Selbst "kleine" Ausrufe haben große Wirkung. Anders sind die aktuellen Erschütterungen in der offiziellen political correctness auch nicht erklärbar.
"Dabei sind insbesondere zu berücksichtigen
...
3. die Art, der Umfang und die Zusammensetzung der von dem Institut im Rahmen von außerbilanziellen Geschäften eingegangenen Risiken sowie die Verhältnisse auf den Märkten, auf denen entsprechende Positionen gehandelt werden, "
Mein Unterricht im kaufmännischen Bereich war durchaus begrenzt und liegt ausserdem auch noch längere Zeit zurück, und über Bankenrecht weiss ich erst recht nicht viel. ABER in meinem Handelsgesetzbuch 1986, 22.Auflage (Beck-Text) steht zur Bewertung von Unternehmen unter "Vorschriften für alle Kaufleute", §252 Abs4
"4. Es ist vorsichtig zu bewerten, namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, zu berücksichtigen, selbst wenn diese erst zwischen dem Abschlussstichtag und dem Tag der Aufstellung des Jahresabschlusses bekanntgeworden sind. Gewinne sind nur zu berücksichtigen, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert sind."
Auch an anderen Stellen in diesem Gesetz wird immer wieder auf die Notwendigkeit der Vollständigkeit der Angaben hingewiesen.
Banker sind doch auch Kaufleute. Oder gelten inzwischen andere Regeln? Oder gelten einfach für Banken andere Regeln? Wieso "berücksichtigt" der Gesetzgeber "ausserbilanzielle Risiken" irgendwie, statt mit all seiner Macht dafür zu sorgen, dass alle Risiken in der Bilanz auftauchen und korrekt bewertet werden? Und das einfach bei allen Unternehmen, inklusive der Banken, die in Deutschland tätig sind.
Nur so ein Gedanke.
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=> AW PB: Danke für den Hinweis auf das alte HGB-Gebot der kaufmännisch-vorsichtigen Bilanzierung. Sie haben Ihre Frage ja bereits selbst beantwortet; ich wiederhole daher nur - aber NICHT mehr in Frageform:
"Ja, es gelten (spät.) seit 2008 andere Regeln! Und ja, es gelten auch einfach für Banken andere Regeln!" .
Die faire und freie Marktwirtschaft für alle ist tot.
=> Zudem übernehmen die Notenbanken ja derzeit die toxischen Papiere aus den Bilanzen der System-Banken-"Kaufleute". Dies in Billionenhöhe und meist zu nominal. DANN muss bei denen auch nicht mehr kaufmännisch bilanziert bzw. abgeschrieben werden. Und die Notenbanken SELBST unterlagen noch nie dem HGB... Der toxische Schrott, der sich bei Fed, BoE, BoJ, EZB und EFSF aktuell ansammelt, wird den Menschen in aller Welt noch um die Ohren fliegen! Entweder per Staatsdefault oder hyperinflationär.
=> Und sollten in einer System-Bankenbilanz tatsächlich einmal unvermeidliche Abschreibungen vollzogen werden müssen, so steht bestimmt der Staat bereit, um diese temporär teilzuverstaatlichen und die Bank damit zu retten. Kostet ja nur "funny money" (der Druckerpresse) und/oder Ihr Steuergeld.
Zum Wohle des deutschen Volkes heißt doch nach unseren Volksvertretern zum Wohle des sich um alles kümmernden und daher allmächtigen Staates;
und das in unserem Schulsystem verblödete Volk sieht das leider Gottes weitestgehend genau so!
Die Euckensche Formel "Staatliche Planung der Formen – ja; staatliche Planung und Lenkung des Wirtschaftsprozesses – nein" klingt zwar zunächst bestechend, entbehrt aber nach kurzer Überlegung m.A.n. doch jeder präzisen Aussage, weil eben eine Betrachtung des "erforderlichen Umfanges" der "staatlichen Planung der Formen" immer vom Standpunkt des subjektiven Interesses geleitet sein wird und sich dementsprechend auch vermeintlich klare Leitsätze stets an subjektiven Überzeugungen orientieren.
M.a.W. will Eucken hier etwas begrifflich umreißen, von der er weiß, daß es letztlich nicht umreißbar ist (und auch andere Vordenker dieser tatsächlich neoliberalen Schule, wie z.B. Röpke mit seinem "Antikooperatismus", pflegten stets ihre als gegeben vorausgesetzten Axiome, die eben nicht unzufällig auch Axiome blieben - denn beweisbar waren diese nicht, was natürlich deren Vertreter sehr genau wußten).
Letztlich ist jede Form der staatlichen Intervention getragen von der Notwendigkeit
a) der Formung einer staatlichen Bürokratie
b) der Notwendigkeit der Finanzierung der staatlichen Bürkratie und der Maßnahmen der "Planung der Formen"
c) dementsprechend der Erhebung von Abgaben (d.h. Steuern, Gebühren, Beiträgen etc.)
und wirkt schon aus diesem Grunde "markverzerrend", weil ja schließlich irgend jemand die Abgaben zu zahlen hat (und auf diese Weise durch staatlichen Willensakt einen zumindst materiellen Nachteil erleidet) oder, wenn alle der Abgabenpflicht gleichförmig unterworfen sein sollten, jedenfalls die Vorteile, die aus der Entrichtung der Abgaben gezogen werden, eben nicht gleichförmig sein werden bzw. verschiedene, gesellschaftliche Gruppen die sinnvolle Verwendung von Abgaben zum Zwecke staatlicher Leistungen - von ganz wenigen Ausnahmen der unmittelbaren Daseinsvorsorge einmal abgesehen, und selbst hier könnte man noch streiten - eben auch verschieden definieren.
Wie wollen Sie hier zu "marktkonformen" Bewertungsmaßstäben kommen, und was ist überhaupt "marktkonform" - sogar für den Fall, daß nicht die in der BRD mittlerweile üblichen, kriminellen Begierden geweckt werden ?
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=> AW PB: Oje - jetzt sind wir in SEHR fundamentalen Debatten, die ich mit dem Hinweis auf Eucken nicht anstoßen wollte - und ich bin auch kein expliziter Eucken-Apologet.
Aber wenn wir schon mal dran sind kurz folgende Gedanken dazu:
a) Um 1900 herum hatten wir in D und den meisten industriellen Staaten 10% Staatsquote (in den damaligen "Entwicklungsländern" ebenso wie in den heutigen noch weniger).
b) Der Staat war in der konstitutionellen preußischen Monarchie schlank, hatte im Goldstandard kaum Schulden und dementsprechend kaum Zinszahlungen zu leisten, so dass er mit 10% Staatsquote hinkam. Die Welt war nicht perfekt und das Leben hart - ebenso wie in den absolutistischen monarchischen Zeiten zuvor, die aber immerhin ebenso über weite Strecken mit dem "Zehnten" hinkamen.
c) Das Recht wurde hoch gehalten (manchmal vielleicht etwas ZU hoch) - aber es bot auch kleinen Leuten einen halbwegs anständigen und verlässlichen Grundschutz.
d) Dass der erforderliche Umfang der staatlichen Eingriffe und damit die Staatsquote -wie Sie schreiben- "subjektiv" sein mag, ist zutreffend. Und ich füge hinzu, er hängt auch STARK vom Verteilungsspielraum ab - um 1900 begann das Ölzeitalter und damit ein UNGLAUBLICHER physikalisch bedingter Aufschwung und eine Opulenz, aus der heraus man bis heute (Peak Oil wird das ändern!) als Staat problemlos 20% und 30% und heute sogar 60% (D) bzw. 95% (Nordkorea) herauspressen kann, ohne dass es zur Revolution kommt. Die ABSOLUTEN Lebensstandards sind zumindest im Westen noch immer SO viel höher als um 1900, dass heute sogar noch 60% Staatsquote von den Menschen akzeptiert oder zumindest geduldet werden.
e) Post Peak Oil und Post Finanz- und Realkrise 2008ff wird sich das aber ändern, denn die Verteilungsspielräume werden dann DRASTISCH kleiner werden.
=> Sie haben zwar prinzipiell recht damit, dass Eucken keine ABSOLUTE Wahrheit ausgesprochen hat. Aber wer kann DAS schon von sich behaupten? Fast JEDE "Wahrheit" ist nur innerhalb eines subjektiven Bezugrahmens "wahr". Das würde ich nie leugnen - und doch spreche ich ab und zu von "Wahrheit". Dabei wie fast alle Schreiber stillschweigend voraussetzend, dass die Leser wissen, dass wir alle SUBJEKTIV schreiben.
=> In Ihrem dogmatischen Sinne ist auf dieser Welt fast NICHTS beweisbar. Selbst das GANZE (!) Mathematikgebäude -und mit ihm praktisch alle Naturwissenschaften- basieren auf genau VIER Axiomen, die tatsächlich nicht verifizierbar oder falsifizierbar sind. Sie sind aber über Jahrtausende hinweg "bewährt" und in der Praxis unwiderlegt, so dass niemand ernsthaft das mathematische Gesamtgebäude mit seinen Induktionen, Deduktionen und logischen Folgerungen ernsthaft als "unwahr" oder "vielleicht unwahr" denunzieren würde!
=> Ihre extrem grundsätzliche Kritik wird Eucken darum ertragen. Seine zitierte Aussage halte ich für schlüssig und gerade heute für durchaus erwähnenswert (obwohl natürlich "subjektiv"). Ich teile zwar nicht Ihre These, wonach der "freie Markt" notwendigerweise zu "staatsfreier Anarchie" führen würde - aber man kann diese These aufstellen. Bei derzeit 60% Staatsquote denke ich einfach, wir haben derzeit andere Probleme - und zumindest bei nur 10% gab es um 1900 herum im Nachtwächterstaat KEINE Anarchie! Falls wir jemals wieder 10% erreicht haben sollten, streiten wir uns gerne darum, ob man auf 0% runtergehen (und dann vielleicht Anarchie riskieren) sollte. Im Moment ist das eine sehr akademische Debatte.
Gebe Ihnen aber recht damit, dass Aufbau und Unterhalt einer Staatsstruktur immer viel Geld kostet und dass es immer reiche Kreise geben wird, die sich den Staat nach ihrem Willen formen wollen bzw. die einen bestehenden (einstmals basisdemokratischen) Staat usurpieren wollen. Genau das erleben wir derzeit - wie so oft in der Geschichte. Genau darin liegt ja die Gefahr für die Basisdemokratie, die die IMMER in Gesellschaften vorhandenen Vermögensunterschiede per "one man one vote" egalisiert - wenigstens politisch - von unterschiedlicher ÖKONOMISCHER Macht / Kaufkraft der Individuen sprechen wir hier nicht! Wir bewegen uns heute tats. in Ri. "one dollar one vote" bzw. "one billion dollars - one billion votes". Und ja, ich weiß, dass das ein linkes Argument ist, das auch von Wagenknecht kommen könnte. Es wird Zeit, dass auch andere Parteien diese Gefährdung der wahren Demokratie erkennen und dass nicht (wie mittlerweile leider auch bei guten Bloggern salonfähig) - gegen die Demokratie AN SICH Front gemacht wird. Die BASISdemokratie ist NICHT schuld an unserer Misere! Sie hatte nie eine Chance. Geben wir ihr eine. Es wird nicht anarchisch enden.
PS: Wollte doch nur den RECHTSstaat mit dem Blogeintrag stützen und auf die wirren Gesetze der Bundesrepublik anno 2010 hinweisen. Das müsste doch eigentlich im SINNE der Anwälte unter uns sein. ;-)
Denn: Eine ziemlich dumme Beamtenclique hat ein Wort geschaffen, nämlich Systemrelevanz, das ausreichend unbestimmt ist, so daß sie es nach ihrer Willkür bzw. Gusto verwenden kann. Z. B. würde die Ermessensabwägung von „Systemrelevanz“ Beamten und Politikern gestatten einen bekannten Bankvorstand mit dem Vornamen Josef wieder einmal anläßlich seines Geburtstags im Kanzleramt zu bewirten.
Sie wiederum bezweifeln, daß mit dem Wort „Systemrelevanz“ ein Begiff verbunden ist, insbesondere wie er für eine Norm erforderlich wäre.
Genauso hört sich der Dialog bei Faust an:
Schüler:
Doch ein Begriff muß bei dem Worte sein.
Mephistopheles:
Schon gut! Nur muß man sich nicht allzu ängstlich quälen;
Denn eben wo Begriffe fehlen,
Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.
Mit Worten läßt sich trefflich streiten,
Mit Worten ein System bereiten,
An Worte läßt sich trefflich glauben,
Von einem Wort läßt sich kein Jota rauben.
erweisen sich als äußerst wirkungsvoll.
Das System hat seine Bewährungsprobe gemeistert und egal ob es den Goldverkäufern gefällt
oder nicht, sie müssen auf die Hyperinflation verzichten. In weniger als 5 Jahren werden die Jüngelchen von ProAurum und Co. ihre erste Lektion im Leben geschluckt haben und mit
einem Lächeln Eheringe und Goldkettchen verkaufen.
PS: auf dem einzigen Misthaufen auf dem nichts richtig wächst, ist jener, der Pessimisten
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=> AW PB: Oh - eine professorale und damit systemisch-zertifizierte und garantiert richtige Prognose-Meinung zu Gold. Irgendwie habe ich diesen Textbaustein doch schon mal gesehen. Grübel, such... ah hier - gefunden. Kam Ende 2003 fast wörtlich so rein, als der Goldpreis vom Tief bei 250$/oz auf dann fast 400 $/oz um sagenhafte 50% gestiegen war. Seitdem in etwa endet die "von Spekulanten getriebene Hausse". Das Goldbarometer ist viel zu feinfühlig als dass es die lächerlichen Rettungsmaßnahmen des Systems und das Löschen des Krisenfeuers mit Geldbenzin fälschlicherweise als "Bewährung" misinterpretieren würde.
=> Und zum Geschäftsmodell von ProAurum (mit dem dieser Blog übrigens nicht verbunden ist) muss der Professor im ideologischen Elfenbeinturm noch ein wenig dazulernen: ProAurum ist es wie jedem Goldhändler fast egal, auf welchem Preis-Niveau sie Geschäfte machen. Aber in der Tat: Die Logistik im ProAurum-Goldhaus ist schon heute darauf ausgelegt, eines Tages mehr Gold ANzukaufen als zu VERkaufen [heute kommen auf einen ANkauf noch ca. 15 VERkäufe an Kunden!]. Dieser Tag dürfte aus heutiger Sicht bei >5000 $/oz erreicht sein. Das ist ungefähr der Punkt, an dem sogar die heutigen keynesianisch-professoralen Volkswirtschafe kapituliert und Gold gekauft haben werden.





