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Vom Saulus zum RonPaulus: Keynesianische Frontauflösung?

von Peter Boehringer E-Mail 29.09.10 23:01:35

Viele Leser werden Ambrose Evans-Pritchard (AEP) kennen, den Starschreiber des englischen Telegraph. Obwohl dieser zwar gelegentlich gute und oberflächlich betrachtet auch kritische Artikel schreibt, so war er bis heute doch tief im Inneren immer ein keynesianischer Fed-Gläubiger oder doch wenigstens ein wohlwollender medialer Begleiter von Bernankes Gelddruckerei. WAR!

Den untenstehenden AEP-Artikel "Shut down the Fed", den sowohl der deutsche Mainstream als auch die Blogosphäre offenbar übersehen haben, habe ich zunächst für pure Ironie gehalten. Aber die darin vollzogene 180-Grad-Wende von AEP könnte ebenso wie seine explizite "Große Entschuldigung" tatsächlich ernst gemeint sein, was angesichts von Ben Bernankes gerade außer Kontrolle geratenden Gelddruck- und Monetarisierungs-Maßnahmen für jeden rationalen Marktbeobachter auch überfällig und angesichts täglich neuer GoldSilber-Highs durchaus nachvollziehbar wäre.

Man mag diese "projection" von Zerohedge, dass die Fed in ca. 6 Monaten nicht "nur" wie heute etwa 800 Mrd Dollar an monetarisierten US-Staatsanleihen in der Bilanz haben wird, sondern 3,6 Billionen :!: , nun glauben oder nicht. Tatsache ist aber, dass auch AEP in seinem "Mea maxima culpa"-Artikel offenbar just diese Entwicklung beschreibt und sogar ihm davor graut. Und man beachte: das kommt von einem Schreiber, der direkt im angelsächsischen Papiergeldstall sozialisiert wurde und der diesen seit mehr als 20 Jahren von Washington, London und auch Brüssel heraus an vorderster Front verteidigt hat.

Vom Saulus zum RonPaulus: AEP outet sich hier als neu erfundener sound money Fan. Er entschuldigt sich explizit nicht nur bei seinen treuen Lesern für eine nun erkannte fatale Fehleinschätzung, sondern sogar bei den "hinterwälderischen Goldbugs mit ihren 45er Colts und ihren Kisten voller Krügerrands"! 88| Und da Einsicht der erste Weg zur Besserung ist, verdient es dieser Artikel "Shut down the Fed", wenigstens in den wichtigsten Passagen übersetzt zu werden.

"Macht die Fed dicht"

Von Ambrose Evans-Pritchard, 27. September 2010

"Ich entschuldige mich bei all meinen Lesern auf der ganzen Welt dafür, die Notfall-Stimulierungsmaßnahmen der Fed verteidigt zu haben. Und dafür, dabei wie ein naiver Dummkopf argumentiert zu haben, der glaubte, dass die Fed nicht der Drogensucht erliegen würde: der Droge des politischen Missbrauchs [ihrer Werkzeuge] und der verrückten Prasserei. Damals, als sie mit dem 'quantitative easing' [QE] - also der Monetisierung von Schulden begann.

Meine krankhafte Annahme war, dass Ben Bernanke NOCH mehr QE nur zur Bekämpfung von DEflation anwenden würde - aber nicht, um INflation zu erzeugen. Wenn die Fed den Unterschied nicht erkennen kann, dann sei Gott Amerika gnädig.

Im Fed-Sitzungsprotokoll der letzten Woche können wir nun nachlesen, dass die Fed 'zusätzliche weitere QE-Erleichterungen bereithalten wird, sollte dies erforderlich sein, um allmählich zu einem Inflationsniveau zurückzukehren, das mit ihrem Mandat vereinbar ist.'

NEIN, NEIN, NEIN, das kann wirklich nicht wahr sein.

Ben Bernanke hat sich vorige Woche also nicht nur geweigert, seine fixe Idee eines 'Inflationsziels' aufzugeben, das eine Hauptursache für die globale Bankenkatastrophe der letzten 20 Jahre ist (denn es ermöglichte die blasenhafte Eskalation von Vermögensbooms durch extreme Kreditausdehnung).

Nein, schlimmer noch: Er scheint -ohne entsprechende Notfall-Rechtfertigung- entschlossen zu sein, Billionen an Notfallstimuli zu drucken, um seine uralten 'Princeton'-Theorien zu testen. Schon Keynes selbst machte sich in den 1930ern lustig über die 'Tyrannei des allgemeinen Inflationsziels' - und dies völlig zurecht. Bernanke ist dabei, eine Theorie wiederzubeleben, die bereits vor 80 Jahren widerlegt war.

Also haben die Hinterwäldler von Idaho mit ihren 45er Colts und Kisten voller Krügerrands die ganze Zeit recht gehabt, als sie damals wütende E-Mails an den Telegraph schickten und mich beschuldigten, eine hyperinflationäre Intrige der Führungsclique zu verteidigen. Die Fed IST in der Tat außer Kontrolle.

[...] Ich entschuldige mich und bitte um Vergebung, denn ich habe mich gegen das gesunde Geld versündigt - und damit gegen gesunde Politik. :!:

Ich bleibe bei meiner Ansicht, dass QE gemäß Friedman-Lehre legitim ist, um einen Kollaps der M3-Geldmenge und damit eine offen deflationäre Entwicklung in Staaten mit Schuldenquoten von über 300% des BIP zu verhindern.

Aber VORSÄTZLICH Inflation herbeizuführen, 'in Übereinstimmung mit dem Fed-Auftrag'- um damit Schulden zu erodieren (entwerten)- ist eine ganz andere Sache.

[...] Wir leben in einer sehr merkwürdigen Welt: Der IWF hat seine globale Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 4,5% verdoppelt. Und alle Regierungen und Institute haben eine 'double dip' Rezession ausgeschlossen.

Doch gleichzeitig hat die Bank von Japan mit unsterilisierten Währungsinterventionen begonnen, was ebenso auf 'Stimulus' hinausläuft wie das frisch angekündigte neue QE der Fed und der Bank von England.

Man kann nicht alles haben. Wenn die USA NICHT in großen Schwierigkeiten stecken, dann sollte die Fed nicht an zusätzliche QE-Maßnahmen denken. Sie sollte einen Schritt zurücktreten und die Wirtschaft sich selbst heilen lassen - notfalls auch unter Inkaufnahme niedrigen Wachstums wegen des Abbaus exzessiven Kreditleverages im System.

... Die Fed versucht, den Kater der letzten Kreditparty (den Greenspan und Bernanke verursacht haben - nicht vergessen) wegzuzaubern, um ihre frühere Behauptung rechtfertigen und aufrechterhalten zu können, dass man Vermögensblasen ohne Schmerzen wieder abbauen kann.

Haben die Chinesen recht? Sind die Angelsachsen so dekadent geworden, dass sie sich weigern, ihre berechtigte Strafe anzunehmen, und stattdessen ihre Schulden heimlich loswerden wollen?

Früher oder später werden wir erfahren, was [XYZ] wirklich über diesen neuesten Drift der Fed ins monetäre Lala-Land denken. Und was das alles hinsichtlich Moral Hazard und der Einlösung von Schuldverträgen bedeutet. Wenn ich früher einmal harte Worte über diese [XYZ] geschrieben habe, dann entschuldige ich mich auch dafür."

=> Leider sind mit [XYZ] irgendwelche Pseudo-Gegner von Bernanke im Fed-System selbst gemeint. AEP entschuldigt sich also explizit NICHT bei all den Österreichern à la Ron Paul da draußen, die seine nun "ach-so-plötzlich-ach-so-neuen Erkenntnisse" seit vielen Jahren in die Welt schreien - zumindest in die WAHRE bzw. Wahrheits-SUCHENDE Welt außerhalb des Mainstreams, die immerhin gelegentlich und im Internet auch zuhörte.

=> Dennoch: "Lieber spät als nie, Ambrose!": Wenn der biblische Saulus zum Paulus werden konnte, dann ist es auch für Dich nicht zu spät, zum RonPaulus zu mutieren. Immerhin hast Du ja auch noch Deinen Namensgeber und Schutzpatron, den Heiligen Ambrosius. Und der ist gemäß katholischem Heiligenlexikon immerhin zuständig für die fleißigen Bienen. Bienen sind geradezu prototypische Horter bzw. Sparer und darum seit Millionen von Jahren ein Erfolgsmodell der Natur! Eine darwinistische Glanzleistung, die die keynesianischen Kreditheuschrecken unter absoluter Garantie niemals werden nachmachen können. Vielleicht stecken in Dir also trotz Deiner Schuld in der Vergangenheit bzw. trotz Deiner keynesianischen Schuldenapologetik tief im Inneren auch NICHT-keynesianische Anlagen. Und so besteht Hoffnung, dass Du und alle Keynesianer noch umlernen. Ambrosius war nämlich [wirklich!] auch der Schutzpatron des Lernens. Na denn...

Zwei wichtige Disclaimer:

1. Zugegebenermaßen ist es wohl für viele Bugs (mich eingeschlossen) schwer zu glauben, dass ausgerechnet ein elitär hoch dekorierter Insider, angelsächsischer Auftragsschreiber und Systemträger wie der seit Jahrzehnten tätige AEP nun SOLCH eine spektakuläre Volte vollzogen haben sollte. Einige Forenschreiber geben bereits zu bedenken, dass AEP wohl den Auftrag habe, möglichst viele Schafe jetzt ins Gold zu treiben [vielleicht wenige Wochen vor einem großen Aktien- und GoldSilbercrash à la 2008 zwecks zwingend erforderlicher Rettung der angesichts des QE-Wahnsinns kaum noch verkäuflichen Staatsanleihen]. Sie stellen die Frage, ob AEP WIRKLICH ernsthaft "die weiße Flagge" schwenkt - oder ob hier Misstrauen hinsichtlich einer elitären Bullenfalle für Kleinanleger nicht zwingend angebracht wäre...!

=> Und so brauchen wir hier die Hilfe und geballte Kompetenz der Leser: Schreiben Sie dazu gerne Ihre Meinung [bitte keine Romane]. Die richtige Antwort auf die Frage nach AEPs WAHREN Intentionen kann in den kommenden Wochen u.U. über das Vorzeichen der prozentualen Jahresperformance Ihrer Depots entscheiden!
:idea:

2. Wenn eines Tages Bernanke und Geithner SELBST zu Goldbugs werden und den Goldkauf propagieren, DANN sollten Sie Ihr Metall schleunigst verkaufen. DANN stimmt etwas nicht. Nicht jeder kann zum RonPaulus mutieren. Sarrazin würde sagen: "It´s not in their genes."

18 Kommentare

Kommentar from: Gerd Singer [Besucher]
*****
Ich denke, die Entwicklung von AEP war in vielen seiner letzten Artikel absehbar. Aber das ist nicht das, was ich sagen will.
Was mir nicht in den Kopf geht, ist der Fokus jeder Kritik auf die Frontfiguren dieses Spiels, heißen sie nun Bernanke, Greenspan oder Geithner. Und Paul Volcker wird komischer Weise als guter Zentralbanker dargestellt, obwohl er es war, der Nixen den Rat gab, das Goldfenster zu schließen und auch Amerikas Silber für 92Cent verschleuderte.
Als ob diese Leute machen dürften, was sie wollten. Die Fäden ziehen ganz andere Leute, die die Öffentlichkeit nicht brauchen, um sich ihr kleines Ego schmeicheln zu lassen, wie Politker oder eben irgendwelche anderen Beamten. Die FED ist privat und sie hat Eigentümer, welche nicht direkt von dieser Tatsache profitieren sondern indirekt durch das Wissen, was die nächsten Schritte seien werden, weil sie diese vorgibt. Jeder Crash ist inszeniert und der kommende auch, weil es um die Schaffung einer einheitlichen Welt-Papier-Währung geht. Bernanke ist da nur ein nützlicher Idiot, wie auch Obama usw. Da, wie Mises so brilliant darlegt, auch eine solche Planwirtschaft nicht funktionieren kann, wird das nicht wirklich nachhaltig sein aber zunächst viel Schaden anrichten. Viel interessanter ist das Verhalten von Russland und China, die mir aus Sicht der Hochfinanz wie die Besen des Zauberlehrlings vorkommen.
http://www.financeandeconomics.org/Articles%20archive/2010.09.27%20Gold%20politics.htm


29.09.10 @ 23:58
Kommentar from: Laterne [Besucher]
*****
Schon bei ( kurz vor) der Bankenrettung wurden noch schnell Gelder von Banken in die USA geschoben. In wie weit die Bürgschaften von Deutschland letztlich ebenfalls im Sumpf der USA landen, muß noch ermittelt werden.
Noch sind keine offiziellen Lieferschwierigkeiten bei EM bekannt, also kann der Papierwert durch digitales Geld manipuliert werden ( das braucht man noch nicht einmal drucken!!)
Die Überlegung hinsichtlich des Abkassierens der Kleinanleger ist deshalb absolut logisch und entspricht den Machenschaften dieser „Eliten“.
Aber nicht nur die FED / Bernanke gehören zu diesem Kreis, auch unsere Berliner Mannschaft rudert in diesem Boot.
30.09.10 @ 00:22
Kommentar from: Karl [Besucher]
Die Herrscher über das Zinseszinsystem werden den irgendwann in nicht ferner Zukunft zwingend erforderlichen System-Reboot zu deren Konditionen und in deren Zeitplan durchführen wollen. Etwas anderes zu erwarten wäre naiv.

Derartige Artikel deuten darauf hin, dass nun der Schlußakt eingeläutet wird, zumal auch andere main stream Presse wie z.B. Fox News mit Glenn Beck in dieselbe Kerbe schlagen, der Spiegel usw. mit "überraschend kritischen" Berichten herauskommt usw u.s.f..

Es sieht ganz nach gesteuerter "Revolution" aus, um den Kern des Problems gegenüber den Menschen zu verschleiern - das Zinseszins Versklavungssystem.

Sicher ist, dass mancher reiche Diener der Herrscher nun im Schlußakt die Seiten wechselt.
Plötzlich "Bekehrten", welche durch Ihre "Offenbarung" an der Herbeiführung des System-Reboot's mitwirken, sollte man jedoch sehr kritisch gegenüber stehen.

Nur wer als "Bekehrter" den Menschen durch den Insider Blick in die "Trickkiste Geldwesen" die Augen öffnet und zum SYSTEMWECHSEL hinführt, sie befähigt diesen zu bewältigen, gebührt es gehört zu werden. Beim Insider AEP fehlen alle diese Attribute.
30.09.10 @ 00:27
Kommentar from: Königswasser [Besucher]
****-
Vielen Dank für den Beitrag.

Im GSF hatte ich den bemerkenswerten AEP-Artikel, verbunden mit der wortwörtlich gleichen Fragestellung "Vom Saulus zum RonPaulus?", verlinkt.

Es fällt in der Tat schwer zu glauben, dass der Vollblut-Keynesianer AEP nach so vielen Jahren scharfzüngiger Schreibe im Dienste der angelsächsichen Finanzwelt vom "rechten Weg" abweicht.

Nun ist es aber so, dass derzeit auch andere eingefleischte Keynesianer die Möglichkeiten der Geldpolitik als "prinzipiell erschöpft" betrachten. Jetzt wäre nach dem klassischen keynesianischen Modell eigentlich der Staat am Zuge, für weitere Stimuli zu sorgen. Nach dem klassischen Modell ist es nicht Aufgabe der Zentralbank für Inflation zu sorgen - und genau dieses Signal hat das FOMC mit seiner jüngsten Erklärung ausgesendet.

Insofern halte ich den Schwenk von AEP für nachvollziehbar.

Und dafür hat der Mann Respekt verdient.

Gruß, kw

*********
=> AW PB: Ja, im GSF war offenbar der Beitrag verlinkt - eine der wenigen Ausnahmen im Netz. Königswasser war wohl der Schnellste; die Foren sind fast immer schneller als Blogger und als der Mainstream ohnehin. Selbst im GSF aber hat sich keine echte Debatte entwickelt - erstaunlich. Irgendwie ist kaum zu glauben, dass alle Goldbugs diese Königswasser-Meinung teilen, obwohl sie durchaus plausibel argumentiert ist. Und es kommen auch bereits gegenteilige Meinungen i.S.v. "AEP ist unglaubwürdig" rein. Bin gespannt auf das gesamte Meinungsbild.

PS: Die "RonPaulus"-Doublette war Zufall - aber bei dem Sujet der 180-Grad-Wende war zweimal dieselbe Assoziation wohl recht naheliegend. Ed Steer von Casey Research [ein regelmäßiger AEP-Verlinker] hat in einem US-Börsenbrief AUCH noch diesen biblischen Vergleich bzgl. der AEP-Wende gewählt.
30.09.10 @ 00:40
Kommentar from: Sparstrumpf [Besucher]
*****
Ich habe die konvertierten Saulusse immer beargwöhnt. Und auch hier denke ich an die Sprüche: "Operation gelungen - Patient tot" oder: " "Was nützt es mir, wenn Du mich erst totschießt und Dich dann bei mir dafür entschuldigst?" Will sagen: einer, der andere durch seine "Politik" erst in den Abgrund stürzt und sich dann dafür entschuldigt - IST der entschuldigt? Das muß jeder für sich entscheiden.
Auf der anderen Seite bestätigt diese Kehrtwende all die "Kassandras" die seit Jahrzehnten verlacht werden ob ihrer Prophezeiungen, die dann wirklich eintreten, weshalb sie plötzlich zu Heiligen mutieren. Nur sollte man bedenken, WIE Kassandra endete: am Abgrund ihrer ausgeräucherten Heimatburg, in den sie schlußendlich gestoßen wurde (sie wurde nicht hinabgestoßen, sondern zwangsversklavt, was u.U. noch grausamer ist). Daß dann ein Agamemmnon von seiner eigenen Frau nach seiner Rückkehr abgeschlachtet und dieselbe von Elektra mittels ihres Bruders wiederum abgeschlachtet wurde, ist einfach nur billige Blutrache, die eigentlich niemanden trösten, nur als Theater viel über Menschen lehren kann.
Es ist ungeheuer viel Schaden angerichtet worden. Das ist Fakt. Und die Zeche muß erst noch bezahlt werden. Aber ich habe keine Lust, den Ratten, die das sinkende Schiff verlassen, vorschnell Absolution zu erteilen. Das Leid, das sie angerichtet haben, müssen schließlich die Leidtragenden ertragen.
Manchmal ist es bitter, Recht zu behalten. Ich glaube, Kassandra hätte sich lieber geirrt.
30.09.10 @ 00:42
Kommentar from: Delloni [Besucher]
****-
Interessanter Beitrag. Die einzige Entschuldung großer Schuldner wie Staaten kann nur über die Inflationierung einer Währung führen. Wenn man zwischen Pest (=Tod, Deflation) und Grippe (=Überleben, Inflation) wählen kann würde man wohl letzteres favorisieren..
30.09.10 @ 01:48
Kommentar from: Peter [Besucher]
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Journalisten sind nicht da um die Öffentlichkeit zu informieren, nein, sie sind da um Meinungen in die beabsichtigte Richtung zu dirigieren.

Und genau das passiert jetzt. Ron Paul wäre schon längst tot, wenn er nicht von ganz oben quasi ausgewählt wurde eine schleichende Revolution einzuläuten. Denn das, was jetzt in den USA passiert ist eine Revolution bzw. ein Systemwechsel, der schon vor hundert Jahren vorbereitet wurde. (durch das Geldsystem, die FED)

Wir kommen jetzt an einen Punkt wo der Kapitalismus zusammenbricht. Die USA war immer ein Vorreiter - in Allem. Wo die USA hingeht dort geht Europa und die Welt später auch hin. (wird indirekt gezwungen)

Es gibt kein Land das soviel Softpower hat wie die USA.

Was jetzt kommt ist die letzte Supermacht auf Erden - Der Religiöse Faschismus - Mit dem Papsttum an der Spitze (wie im Mittelalter) - Aber diesesmal global und es wird so schlimm werden, wie es noch nie gewesen ist, seit es Menschen gibt...

Die Neue Weltordnung ist nichts anderes als die Alte Weltordnung.

Alle Wege führen Nach Rom - Mit der Ausnahme von Einem...

**********
=> AW PB: Es ist nicht der (wahre) "Kapitalismus" i.S.v. freie Marktwirtschaft mit stabilem Geld, der heute zusammenbricht. Es bricht genau umgekehrt die Perversion dessen zusammen, die spät. seit 1971 diese Welt dominiert.
=> Zu Ihrer Meinung, das "Papsttum" stecke hinter allem, kann man geteilter Meinung sein. Die Quellen dafür sind bekannt. Es gibt aber auch Tausende anderer, die in andere Richtungen deuten.
=> Bitte keine Debatten hierüber - das ist alles unbelegbar - jedenfalls nicht widerspruchsfrei. Ich würde aber soweit zustimmen, dass hinter elitären Plänen uU eine "irrationale, quasi-religiöse" Machtmotivation steckt. Anders wären manche Pläne und Zustände gar nicht erklärbar...
30.09.10 @ 04:00
Kommentar from: Wilhelm Kuhlmann [Besucher]
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Auf Überheblichkeit sollten WIR ALLE verzichten.

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=> AW PB: Volle Zustimmung. Und nun? Elaborieren Sie. Gerade der vorliegende Blog ist "open-ended" bzw. ergebnisoffen. Keiner ist hier überheblich, denn in der Tat wissen hier (fast) alle, dass wir nur Marionetten im großen Makrospiel sind, in dem die Gelddrucker [oder eben auch mal NICHT-Drucker] fast beliebig und mit Makro-Insider-Vorsprungswissen IN- oder eben DEflation herbeimanipulieren können.
30.09.10 @ 08:27
Kommentar from: han the man [Besucher]
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Vielen Dank für den Beitrag.

Als einzigstes habe ich mit dem aller letzten Abschnitt etwas Mühe: Sollte man Gold wirklich verkaufen?
Ein ganz guter Freund (und ganz schlauer Fuchs, was Ge/oldanlagen angeht) von mir sagt immer folgenden Spruch: "Gold is to hold, and NOT to trade".
Ich denke, dass die zur Zeit angekündigte, weitere QE-Welle der Fed (wohl ca. 3'000 Mrd.$) die Märkte vorerst in eine weitere Schockstarre verfallen lässt und kurzfristig tatsächlich deflationäre Tendenzen hervorrufen dürfte.
Die Zeiten sollten wir (jeder für sich individuell) weiterhin dazu nutzen, gezielten Vermögensaufbau im Sachwerte-, insbesondere Edelmetallbereich zu betreiben!

Im übrigen denke ich, dass man das "Fussvolk" ganz bewusst mit widersprüchlichen Darstellungen berieselt. Ein weiteres von der Elite genutztes Instrument, den (Wissens-)Vorsprung gegenüber den "Normalos" halten zu können...

30.09.10 @ 08:53
Kommentar from: onkeljoe [Besucher]
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Hallo Herr Boehringer,
Man möchte zu dem Thema ein Lied anstimmen: Sozialstaat, Sozialstaat über alles, über alles in der Welt!" Was für unsere früheren Generationen selbstverständlich war, nämlich, dass es gute und schlechte Zeiten gibt und man sich besser individuell rechtzeitig nach Rettungsringen umsieht, das übernimmt heutzutage der allmächtige Staat. Über den Konsum soll die Beschäftigung und die Steuern wachsen, geht die Rechnung mal nicht auf, wird eben Geld gedruckt und die Sparer enteignet. Dazu werden dann fragwürdige, niedrige Inflationsstatistiken veröffentlicht und der Zinssatz scheinbar ehrlich nach unten angepasst. In Wahrheit werden die Sparer enteignet indem die Zinsen deutlich unter der echten Inflationsrate liegen. Man hofft in der FED offenbar, dass auf diese Weise die Menschen gezwungen werden, wieder mehr zu konsumieren und die Geldvermögen vom Konto zu holen. Dieser Betrug gegenüber den Menschen, die für ihr Geld hart gearbeitet und gespart haben, kommt der mittelalterlichen Münzverschlechterung gleich, bei der der Gold- oder Silbergehalt heimlich verringert wurde, während man die neue Münze optisch gleich aussehen ließ. Im Mittelalter gab es jedoch dafür harte Strafen für Münzmanipulationen (soweit sie nicht vom König veranlasst wurden), heutzutage sieht es aber eher nach Orden aus für die amtlichen Geldfälscher. Wo bleibt eigentlich die Souveränität des Volkes? Die fallende Geldwertsstabilität beeinträchtigt doch gerade und vor allem das im Grundgesetz (und auch in der US-Verfassung) garantierte Eigentumsrecht! Offenbar wird hier die Hand an die Wurzel der Marktwirtschaft gelegt und wir befinden uns auf dem Weg in die Planwirschaft oder in die geplante Inflation.

**********
=> AW PB: Tja, die Souveränität. MdEP Nigel Farage und Prof. Schachtschneider haben zu diesem Thema auf der vom Mainstream komplett ignorierten / zensierten EURO-Konferenz in Berlin einiges gesagt. Siehe die hier im Konferenzbericht eingebetteten Videos:
http://www.chaostheorien.de/artikel/-/asset_publisher/haR1/content/der-euro-
ist-tot-nur-das-sterbedatum-steht-noch-aus?redirect=%2F
30.09.10 @ 09:51
Kommentar from: Jürgen [Besucher]
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Noch nie ist es auf Dauer gelungen, die natürliche Ordnung der Dinge zu überlisten. Daher ist es für mich unerheblich, ob es sich um einen echten Sinneswandel handelt oder ob Taktik dahinter steckt. Die Zeit wird ihren Lauf nehmen und daher jeder sollte den Mut haben, die Dinge zu tun, die er für sich noch tun kann und für richtig hält. Die Masse ist schon immer in die falsche Richtung gelaufen. Die Masse wird wie immer bezahlen müssen. Nur eine Minderheit hat überhaupt die Chance, mit Investitionen in EM und Sachwerten von Verlusten verschont zu werden.
30.09.10 @ 10:02
Kommentar from: goro blake [Besucher]
bin der meinung, dass der lancierte artikel ein einziger fake ist und ambrosius über kurz oder lang sich distanziert.

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=> AW PB: Nun, ein "Fake" im technischen Sinne ist er sicherlich nicht (denn er war und ist ja direkt auf der Telegraph-Webseite verlinkt). Er ist auch kein inhaltlicher "Unfall", denn -wie bereits der erste Kommentator oben zurecht anmerkte- hat AEP in den letzten Wochen bereits einige kritische Artikel ggü. der Fed geschrieben - wenn er sich auch nicht in SO drastischen Worten distanziert hat.
=> Dass sich AEP demnächst wieder distanziert, wie Sie vermuten, halte ich auch für möglich. Warten wir es ab. Dann wäre es wohl in der Tat eine der vielen Irreführungen des Publikums gewesen.
=> Aber der Publikums- und Qualitätspresse wird ja so was regelmäßig verziehen. Heute hüh, morgen hott. Starschreiber bleibt man dennoch - auch oder gerade wenn man einfach nur die Sau des jeweiligen Tages durchs Dorf treibt. Nur den "tumben und beschränkten oder vereinfachenden" Bloggern wird kein Fehler verziehen und bei Fehlern das "qualitätsfreie Web 0.0" [O-Ton SZ] beschworen - ggf. noch JAHRE, nachdem ein fehlerhafter Blog erschienen ist. Der normale Wahnsinn eben.
30.09.10 @ 11:34
Kommentar from: Ropeka [Besucher]
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Man kann die Äußerungen von Ambrose Evans- Pritchard deuten wie mann will. Fakt ist doch, dass immer mehr Menschen wacher werden. Zwar werden die Zusammenhänge nicht unbedingt im Detail verstanden, aber dennoch spüren die Menschen, "dass da wohl etwas nicht stimmig ist".
Die Masken werden fallen. Seit 1971 ist eine unnatürliche Entwicklung von Geldmengenwachstum zu realwirtschaftlicher Entwicklung eingetretten. Die überbordende Geldmenge führte zu einer Inflationierung der Vermögenspreise.
Aus diesem Grunde werden m. E. die Kurse von Renten- u. Aktienwerten korrigieren "müssen". Wie weit, ich kann es nicht sagen.
Ich nehme als Gradmesser folgendes: Wenn ich für 3 Unzen den DAX kaufen kann (Wertmäßig) sollte ich mir überlegen, ob der Tausch von Gold oder Silber in Aktien denn nicht bald wieder vor der Tür steht.
30.09.10 @ 12:42
Kommentar from: akeo [Besucher]
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Ihre Charakterisierung AEPs als einen „elitär hoch dekorierten Insider, angelsächsischen Auftragsschreiber und Systemträger, keynesianischen Fed-Gläubigen oder doch wenigstens wohlwollend medialen Begleiter von Bernankes Gelddruckerei, der gelegentlich gute und oberflächlich betrachtet auch kritische Artikel schreibt“, halte ich für völlig überzogen. Ich lese AEP seit vielen Jahren und mir erschließt er sich zwar nicht als Österreicher aber als ein kritischer Journalist, der so manches heiße Eisen angepackt hat. Was verstehen Sie unter angelsächsischer Auftragsschreiberei? Dass unter seinen Themen auch viele EU-kritische sind, die es hierzulande niemals auch nur auf Seite 16 schaffen? Das würde ich AEP nicht vorhalten wollen. Ich finde ich ihren Blog in der Regel informativ und lesenswert. Mit diesem Blogeintrag haben sie aber jemanden persönlich angegriffen und seine Integrität in Frage gestellt anstatt sich auf die Inhalte im Diskurs zu beschränken – ein Schuss unter die Gürtellinie, der wirklich nicht notwendig war.

********
=> AW PB: Wir hatten das Thema hier im Blog schon öfters. Ich kann mich nur wiederholen: "der gelegentlich gute und oberflächlich betrachtet auch kritische Artikel schreibt". AEP ist natürlich ein glänzender Schreiber und da er ständig mit Insiderinfos seiner Auftraggeber gefüttert wird, glänzen seine Artikel auch öfters mal durch Exklusivinfos. Dies war GANZ eindeutig in den Zeiten im April/Mai der Fall, als er GERADE in der sich zuspitzenden Euro-Krise viel Benzin ins ohnehin schon lodernde Feuer gießen durfte. Natürlich waren die damaligen Argumente gegen den EUro alle RICHTIG. Und ich habe AEP damals auch selbst als Quelle genutzt. Aber das wäre es schon seit JAHREN gewesen. Und bis 2009 kam nur wenig von AEP gegen den Keynesianismus. Und die gleichen Argumente wären auch schon seit Jahren gegen den Dollar und Pfund und die US- und UK-QE-Politik richtig gewesen. HIER aber darf AEP erst seit wenigen Monaten -bzw. ganz aggressiv nun erst seit diesem Artikel- gegen anschreiben.
=> Klar darf ein Journalist dazulernen. Steht ja sogar im Blog. Aber die große Frage ist, was hinter dieser doch sehr erstaunlichen Volte steckt. Und dazu können Sie ja einige Meinungen in den bisherigen Kommentaren nachlesen.
=> Sie haben recht, dass es im Blog nicht zwingend "persönlich" zugehen muss. Eigentlich rezensiere ich AEP ja oben zT sogar LOBEND - sonst hätte ich ihn nicht in langen Passagen übersetzt. Die von Ihnen zitierte Charakterisierung bezog sich ganz klar auf seine FRÜHERE Schreibe - also auf die (ich bleibe nach jahrelanger Beobachtung dabei) "angelsächsische Auftragsschreibe". DIESE früheren AEP-Artikel wären allerdings keinen weiteren Blogeintrag wert gewesen. Es ist doch eher dieser NEUE Artikel mit so GANZ anderem Tenor, der es in den Blog geschafft hat.

Die große Frage ist und bleibt aber: Warum diese Wende jetzt, warum ausgerechnet durch AEP, warum so vehement, wie ehrlich ist das, stecken ganz andere Absichten dahinter, wann kommt die NÄCHSTE Kehrtwende zurück?
30.09.10 @ 13:13
Kommentar from: etcpp [Besucher]
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Ich sehe das ganz "down to earth" und
glaube ganz einfach, dass AEP noch schnell die Kurve vor der "Wende" kriegen will, damit er danach noch einen Job hat. Da er sich als Keynsianer stark zum Fenster herausgehängt hat, dürfte seine Karriere als Finanzjournalist sonst unwiederbringlich zu Ende sein. Und er ist intelligent und Insider genug, sich vor der zu erwartenden MSM-Massenbewegung in die entgegengesetzte Richtung noch schnell als einer der Ersten ein paar "Fleißkärtchen" zu sichern.

Mehr steckt da nicht hinter, meiner Meinung nach. Menschlich, allzu menschlich, halt.
30.09.10 @ 16:43
Kommentar from: G. W. Wiederstein [Besucher]
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Zunächst vielen Dank für die "glasklaren Schriften von Peter Boehringer" an dieser Stelle!

Ich sehe es ähnlich wie etcpp.

Bei AEP kann ich mir eigentlich alles vorstellen, außer daß er zu einem überzeugten Anhänger der österr. Schule konvertiert. Die Absicherung seines Status scheint mir einer seiner stärksten Antriebe zu sein. Die jeweils von ihm vertretene Ökonomie hat sich dem unterzuordnen.

Am wahrscheinlichsten scheint mir daher, daß AEP, aufgrund seiner aktuellsten Insider-Informationen, jetzt fest mit dem bevorstehenden Zusammenbruch des Papiergeldsystems rechnet. Vielleicht ist er über ein kommendes Extremereignis unterrichtet. Deswegen verläßt er seine vor ca. 2 ½ Jahren eingenommene, eindeutig keynesianische Position und zieht sich auf den etatistisch restriktiveren, angeblich kapitalistischen Monetarismus von Friedman zurück. Den Zentralbankern entzieht er seine Unterstützung und rückt sie von der Retter- auf die Täterseite.

Dies wäre nichts anderes als ein Rückzug auf eine viel weniger angreifbare Position, ganz einfach um sein Überleben als "hochkarätiger Mainstream-Wirtschafts-Journalist" zu sichern.
30.09.10 @ 17:53
Kommentar from: etcpp [Besucher]
@ PB:
Ihrer Antwort "Ich würde aber soweit zustimmen, dass hinter elitären Plänen uU eine "irrationale, quasi-religiöse" Machtmotivation steckt. Anders wären manche Pläne und Zustände gar nicht erklärbar... " möchte ich dahingehend beipflichten, dass es sich - ob kirchlich oder weltlich - um sektenähnliche Organisationformen von perversen Narzissten (Kernberg spricht von malignem, also bösartigem, Narzismus). Seine Therapie-Prognose ist so gut wie aussichtslos. Pervertiert bedeutet gemeinhin "auf den Kopf stellen" (Der Hass auf die Liebe - Die Liebe zum Hass).

Und irgendein römischer Despot soll mal sinngemäß off the record erkannt haben, dass nur, wer sich chronisch unterlegen fühlt, nach Macht (Überlegenheit) strebt. "Gesunden" Menschen genügt Augenhöhe.

Ich glaube, es lohnt sich, sich mit diesen psychischen Mechanismen auseinander zu setzen. Man versteht (i.S.v. "erkennen", nicht i.S.v. "entschuldigen") dann nicht nur prügelnde und vergewaltigende Männer, unterwürfig-hinterhältige Frauen, terrorisierende Bürokraten bis hin zu Serienmördern besser, man versteht dann auch diese Finanz- und Polit-Soziopathen.

01.10.10 @ 11:59
Kommentar from: Nikodemus [Besucher]
*****
@etcpp @all zum besseren Verständniss des Themas "psychische Mechanismen...." aus dem letzten Kommentar von etcpp kann ich auch die Lektüre des Buches : Der Wahnsinn der Normalität von Arno Gruen sehr empfehlen. Nach der Lektüre wurde mir vieles zum aktuellen und historichen Geschehen klarer.
01.10.10 @ 14:29

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