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Schon wieder ein "alternativloses" Geldgrab: "Desertec"
von Peter Boehringer
24.10.10 15:52:44
Szene 1: München, 7. Juli 2010:
In der gediegenene Atmosphäre des aufwendig sanierten Altbaus der HVB-Zentrale berichtet der "Leiter Corporate Climate Center" der Munich Re -und damit ein hoher Vertreter von "Desertec"- in schillernden Farben nicht etwa über das Betriebsklima der Munich Re [wie man aufgrund seines "Corporate Climate"-Titels vermuten könnte...], sondern über das "Desertec"-Projekt, das noch im laufenden Jahrzehnt riesige Mengen an Solarstrom aus der Sahara zu uns bringen und große Teile unseres mittel-europäischen Energiebedarfs decken solle.
Es ist ein wirtschaftliches Megaprojekt, in dem sich viele politisch korrekten (Un)Wahrheiten zum Plan eines absurden neuen EUropäischen Turmbaus zu Babel vereinigen und konkretisieren:
- "Wir können technisch alles lösen [think: "Supraleiter"] ...
- ... ebenso umwelttechnisch [think: "Querung des Mittelmeers mit Hochspannungsleitungen"] ...
- ... ebenso diplomatisch [think: "Libyen / Algerien / Ägypten / Türkei als Transitländer] ...
- ... notfalls mit genügend politischem Druck ...
- ... denn wir brauchen günstigen und umweltfreundlichen Strom ...
- ... gegen die CO2-bedingte Klimaerwärmung ...
- ... aus den mit uns befreundeten islamischen Ländern;
- ... koste es was es wolle! " [
]
Auszug aus Desertecs "Globalem Mission Statement":
"Die Menschheit steht vor gewaltigen Herausforderungen: Bevölkerungswachstum und zunehmende Industrialisierung lassen den weltweiten Energiebedarf rasant ansteigen. Gleichzeitig muss der globale CO2-Ausstoß innerhalb weniger Jahre drastisch reduziert werden, um einen katastrophalen Klimawandel zu vermeiden."
=> "Bevölkerungswachstum" ist in Afrika und im Nahen Osten und in Südasien leider traurige, verantwortungslose (und von Desertec nicht kritisch hinterfragte) Realität. Über die "zunehmende Industrialisierung" kann man post PeakOil zwar streiten - aber das lassen wir heute mal sein. Und über die "CO2"-Religion lästern wir hier und heute ebenfalls nicht schon wieder - siehe dazu erst den vorigen Blogeintrag.
=> In jedem Fall aber hat dieses Desertec-Mega-Projekt alle Merkmale einer gigantischen Fehlallokation von Ressourcen, Kapital und menschlichem Geist, wie sie nur in politisch-zentralistisch statt marktwirtschaftlich gesteuerten Systemen des keynesianischen Sozialismus und des ungedeckten Papiergelds vorkommen kann. ![]()
Dennoch herrschte bei der o.g. Präsentation vor anwesenden potenziellen FREMDkapitalgebern (= Bankern), Fremdkapitalverwaltern (= Hedge Fonds Managern), Gelddruckern (= Zentralbankern) und Politikern (= verantwortlich allen eben Genannten) eine gute Stimmung, denn der Lunch und der Wein waren gut, das Wetter schön, der Vortrag davor sehr unterhaltsam wenn auch leicht systemkritisch (HVB-Analyst Purps zur Zukunft des EUros). Und selbst die der anwesenden GoldSilber-Bug war´s zufrieden, denn der präsentierende Vertreter des Desertec-Konsortialführers Munich Re erklärte in ruhigen und sonor-gesetzten Worten, dass eine staatliche Anschubfinanzierung des Mega-Projekts NICHT erforderlich sein würde! Man habe bereits mehrere Dutzend sehr potente Konsortiumsmitglieder und Partner. Und außerdem würde nun erst einmal eine Machbarkeitsstudie erstellt, so dass sicherlich kein Kapital verschwendet werden würde - schon gar kein Steuergeld.
=> Soweit so gut. Auch der bzgl. Desertec etwas skeptische GoldSilber-Bug im Publikum ließ es gut sein, denn was soll man gegen ein rein privatwirtschaftlich finanziertes Projekt auch sagen? Entweder es würde funktionieren - dann wunderbar für alle Aktionäre der Mitglieder des Desertec-Konsortiums. Oder es würde nicht realisierbar sein: dann würde das Projekt nach der Machbarkeitsstudie abgebrochen - und diese versenkten Millionen werden von den Aktionären der Mitgliedsunternehmen zu tragen sein, die schon deshalb ihren CEOs streng auf die Finger schauen würden.
Szenenwechsel, Frankfurt 23. Oktober 2010:
Seit gestern, 23. Oktober, aber ist bei Desertec ALLES anders: Paul van Son, Geschäftsführer der "Desertec Industrial Initiative", forderte via FAZ-Interview implizit -aber eindeutig und öffentlich und entgegen bisherigen Plänen- STEUERMITTEL für sein -zudem noch "alternativloses"- superteures Projekt !
"Dem deutschen Steuerzahler kann man versprechen, dass die Investitionen der ersten 15 Jahre in den zweiten 25 Jahren zurückverdient werden". ![]()
Und da wir uns nicht wie die Demonstranten von zB Stuttgart 21 vorwerfen lassen wollen, wir hätten zu spät den Mund aufgemacht, nachfolgend nur eine erste, garantiert noch unvollständige Frage- und "Issue"-Liste an die Desertec-Verantwortlichen. Seit gestern nämlich sind diese Herren UNS ALLEN (= der Öffentlichkeit und auch allen Lesern dieses Blogs) verantwortlich. Erstens darf in dieser Welt -speziell am BEGINN eines Projekts- NICHTS "alternativlos" sein. Und schon gar nicht bei einem Projekt, von dem sogar der Geschäftsführer selbst sagt, dass praktisch alle wichtigen Fragen zu technisch-geographisch-politischer Machbarkeit und auch zur ökonomischen Machbarkeit "bestenfalls im Ansatz" beantwortet werden können [sic]
. Und zweitens sind wir seit gestern ALLE Auftraggeber des Desertec-Projekts, denn offenbar trauen sich die "18 Gesellschafter und 32 assoziierte Partner aus Nordafrika, aus dem Mittleren Osten und aus Europa" die Umsetzung ihrer "Vision" schon a priori nicht PRIVATwirtschaftlich zu, sondern rufen schon heute (!) nach uns allen, also nach dem Staat und seinen Steuerzahlern und seiner Kreditgeld-Druckerpresse...
=> Warum aber sollten wir Herrn van Son nach all den alternativlosen und superteuren Bankenrettungen und nach all den staatlichen Fehlprojekten der letzten Jahrzehnte auch nur ANSATZWEISE glauben, wenn er im Interview über ein schon nach ersten (immer viel zu geringen) Schätzungen 400 Mrd. EUR teures Projekt ernsthaft sagt:
"Dem deutschen Steuerzahler kann man versprechen, dass die Investitionen der ersten 15 Jahre in den zweiten 25 Jahren zurückverdient werden." ?
=> Welche Glaskugel zur Welt in 2025 bzw. 2050 hat Herr van Son? Ich fordere neben der Öffentlichkeit auch die Aktionäre aller deutschen Konsortiumsbeteiligten [Munich Re, Deutsche Bank, RWE, Eon, Siemens sowie weitere] auf, ihren Vorständen auf HVs und auf anderen Wegen RECHTZEITIG mindestens die nachfolgenden Fragen zu stellen und auf BELASTBAREN Antworten zu bestehen! Es ist UNSER Steuergeld. Und selbst wenn es "nur" Geld aus der keynesianischen Fehlallokationsmaschine der staatlichen Gelddruckerpresse sein sollte: es ist UNSER Inflationsschaden, für den schon in den kommenden Monaten bis 2012 ("Spatenstich Anfang 2013") unwiderruflich der Startschuss gegeben werden soll... Hier also eine erste Frageliste an die Politik und an den Desertec-Manager van Son zu "unserem" neuen Staats- und Bürgerprojekt "Desertec" :
1. Technologische Machbarkeit
- Wie soll Strom unter noch akzeptablen Verlusten über Tausende von Kilometern transportiert werden?
- Hat "Desertec" die Supraleitung technisch perfektioniert und in der Realität einsatzfähig gemacht?
- Wird mit Wechsel- oder Gleichstrom gearbeitet? [in BEIDEN Fällen techn. Nachteile und/oder Schwierigkeiten]
- Von welchen Verlustraten wird über mehrere Tausend km Transportweg ausgegangen?
- Wie genau werden die bislang bekannten extrem geringen Verluste technisch realisiert?
- Welche Mittelmeerquerungen sollen (zuerst) realisiert werden?
- Wie viele km Umweg erbrächte zB der einzige Weg ohne Mittelmeerquerung über Ägypten, Suezkanal, Israel/Syrien, Türkei, Bosporus ggü. der Variante Gibraltar-Meerengen-Querung, ggü. der der Sardinien-Variante, ggü. der der Sizilien / Straße von Messina-Variante oder ggü. der Kreta-Griechenfestland-Variante??
- Wie viele kritische geographische Engstellen oder auch herausfordernde Meeres-km sind jeweils zu überwinden und wie soll das geschehen?
- Usw. usw.?

2. Rohstoffkosten
- Kommt "Desertec" ohne Silber in den Leitungen aus? Silber für Supraleiter wird superteuer werden. Der Silberpreis wird in den nächsten Jahren sogar OHNE die riesige Zusatz-Nachfrage nach Silber durch Desertec in den Orbit schießen.
- Kommt Desertec ohne Kupfer in den Leitungen und Umspannwerken und Trafo-Stationen aus? Kupfer wird nach Einschätzung fast aller Marktbeobachter, Analysten, Minen-Verantwortlichen und chinesischen Rohstoff-Beschaffungs-Ministerien superteuer werden. Der Kupferpreis wird in den nächsten Jahren sogar OHNE die riesige Nachfrage nach Kupfer durch Desertec in den Orbit schießen.
- Falls Kupfer/Silber benötigt werden, wie viel und zu welchen Kosten pro Unze bzw. Tonne ist der Business Case kalkuliert? Und bitte den enormen Querschnitt der erforderlichen Leitungen berücksichtigen, den man benötigt, um einigermaßen erträgliche Widerstandswerte zu erreichen!
- Welche Dimensionen und Kosten werden dann die Trägermasten aus Stahl haben?
3. Gesamt-Kosten
- Was kostet "der Spaß" insgesamt?
- Wie wird sichergestellt, dass ausgerechnet DIESMAL die tatsächlichen Kosten NICHT wie sonst immer bei Großprojekten um mind. 100% nach oben korrigiert werden - und damit die Steuerbelastungen?
- Wie hoch ist die Anschubfinanzierung bis zum CashFlow Breakeven?
- Wie viel des Invests stemmt die Privatwirtschaft?
- Garantiert der Staat wieder einmal diese Investitionen (wie er auch toxische Wertpapiere der Banken in Mrd-Höhe garantiert)?
- Wann muss wie viel Steuergeld für die Desertec-Anschub-Subventionen fließen?
- Wie ist die Länderaufteilung dafür zwischen D, F, anderen Ländern in EU, afrikanischen Ländern, Ländern des Nahen Ostens, Türkei??
- Wer garantiert den Steuerzahlern, dass die Kosten und die Kostenaufteilungen eingehalten werden?
- Warum kann nun plötzlich NICHT mehr alles PRIVATwirtschaftlich gestemmt werden ?
- Spielen die Aktionäre der mehreren Dutzend Projektbeteiligten Unternehmen nicht mehr mit?
- Wie viel Cent wird die (unsubventionierte) kWh an afrikanischem Wüstenstrom den Verbraucher in zB Berlin einstmals kosten ...?
- ... die Vollkosten-Rechnung dazu hat bitte ALLE über AfA-Beträge umgelegten Investitionskosten zu umfassen; samt Steuersubventionen, "Incentives" für lokale Politiker und Kreditgeschenken ...
- ... und auch ALLE gesellschaftlichen Kosten der politischen Kuhhandel, die man zur Umsetzung eingehen muss (EU-Beitritt der Türkei usw.)!
- usw usw.
4. Zeitplan
- Bis wann soll TROTZ all dieser völlig offenen oder in geradezu prohibitiver Weise NICHT beantwortbaren Fragen der endgültige Startschuss zu Desertec fallen?
- Dies gilt auch für EINZELNE "Vorzeige"- und "Referenz"-Projekte wie zB das gerade verhandelte mit Marokko?
- Wann ist der "point of no return" erreicht?
- Wieso werden über Referenzprojekte Fakten zu Lasten der (deutschen) Steuerzahler geschaffen, wenn die Sinnhaftigkeit und Umsetzbarkeit des Gesamtprojektes VÖLLIG offen ist und mit extrem guten Argumenten bezweifelt werden kann?
- Bis wann soll die endgültige technische Machbarkeitsstudie mit allen Umsetzungsdetails vorliegen?
- Bis wann steht das "Planfeststellungsverfahren" über vorauss. 30+ beteiligte Länder?
- Welche Einspruchsmöglichkeiten haben betroffene Bürger, Umweltorganisationen und Landeigentümer [Stichwort neue Starkstrom-Korridore in ganz Süd- und Mitteleuropa!]?
- Welche Meilensteine sind wann zu erwarten: zB erste Ankunft afrikanischen Solarstroms in Madrid / Marseille / Rom / Athen / Kairo / Tel Aviv / Istanbul oder am Ende sogar Berlin?
- usw. usw.
5. Sinnhaftigkeit generell?
- Warum ist das Projekt "alternativlos"?
- Was hätte die Welt dann ohne diese erst 2009 erdachte "Privatinitiative" (u.a. des Club of Rome) gemacht??
- Kann das Projekt die Folgen von "Peak Oil" beseitigen oder lindern? Vorweggenommene Antwort: "So gut wie nicht!"; Strom ist kein Benzin; selbst wenn er aus afrikanischer Wüstensonne je bei noch erträglichem Preis in Europa ankommen SOLLTE.
- Wurden Solaralternativen vor Ort in D geprüft? Wie viele Haushalte könnte man zu den Desertec-Kosten auch LOKAL energieautark machen?
- Sind die Gerüchte korrekt, wonach "ein Großteil" des in Afrika unter massiver Zuhilfenahme europäischer Steuergelder erzeugten Stroms auch IN AFRIKA und im NAHEN OSTEN verbraucht werden soll - also nie für EUropa gedacht war [was die Ignorierung des Transportproblems erklären könnte...] ?
- Wie kann Tageszeiten-, Jahreszeiten- und Wetter-abhängiger Solarstrom die für Europa so wichtige GRUNDlast der Energieversorgung sichern?
6. Umweltverträglichkeit
- Welche Transitstrecken für die Starkstromleitungen sind vorgesehen / genaue Landkarte!?
- Was sagen Militärs und Anwohner zu den Aussichten einer Querung der Straße von Gibraltar mit einer überirdischen Starkstromleitung?
- Was die Meeresbiologen zu einer UNTERseeischen?
- Wie heißen [analog zum "Juchtenkäfer" im Stuttgarter Stadtpark / "S21"] die gefährdeten Tierarten und Biotope in der Straße von Messina? Im Suez-Kanal? ...?
- Ist heute schon ein "Schlichter" bekannt, der die vermutlich 100.000 Streitigkeiten schlichten wird, die dieses Projekt aufwerfen wird. Darunter mehrere Tausend berechtigte und erbittert geführte?
- Gibt das Jesuitenkolleg überhaupt einen weiteren solchen Übermenschen wie den käuflichen Selbstdarsteller "S21-Geissler" her?
- Nach dem Recht welchen Landes werden Streitigkeiten juristisch verhandelt?
- Welche Generalabsolutionen müssen Sarkozy und der Nachfolger von Bundeskanzler Steinbrück dem Desertec-Konsortium ab ca. 2017 erteilen, damit alle laufenden Rechtsstreitigkeiten per ordre de mufti beiseite gewischt und für "erledigt" erklärt werden können?
7. Politische Sinnhaftigkeit?
- Wird das Desertec-Transit- und Energieproduktionsland Algerien ab 2013ff (Desertec-Start) keine Militärdiktatur mehr sein?
- Wird das Desertec-Transit- und Energieproduktionsland Libyen ab 2013 nicht mehr von einem verrückten Diktator geführt werden?
- Wird das Desertec-Transit- und Partnerland Ägypten post Mubarak noch immer diktatorisch regiert - oder doch eher zum moslemischen Gottesstaat der dort sehr starken Muslimbruderschaft mutieren?
- Wird Erdogans AKP nach 2013 im Desertec-Transit- und Partnerland Türkei die Scharia zum alleinigen "Recht" machen? Oder werden Bundesimam Wulff und Barroso und Westerwelle und Özdemir vorher EUropa der Türkei zu Füßen legen und die Einführung der Scharia in EUropa noch ein paar Jahre über 2020 hinaus verhindern?
- Warum traut man islamischen Ländern als Durchleite-Ländern mehr Stabilität und Zuverlässigkeit zu - als zB Russland? [gleiche Frage übrigens bei den konkurrierenden Gaspipelines "South Stream" über Russland und Bulgarien versus "Nabucco" über die fundamental-gläubige AKP-Türkei?]
- Wollen wir ernsthaft komplett erpressbar werden von moslemischen Führern, Militärdiktatoren und Verrückten? ![]()
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- Müssten diese Führer in einer "Desertec"-Welt nicht buchstäblich nur einen Schalter umlegen, um in Europa alle Lichter ausgehen zu lassen? Ohne jede Möglichkeit EUropas, irgendetwas dagegen zu tun! Wäre das nicht vorauseilende Selbstausgabe und Kapitulation eines Kontinents?!
- Ist es Zufall, dass die Sonnenkollektoren in der oben abgebildeten Landkarte von der Desertec Homepage wie der mohammedanische Halbmond aussehen? Und dass der rote Hintergrund die Assoziation zur türkischen Flagge geradezu heraufbeschwört? Ist das wirklich reine Paranoia provinzieller und dumpfer Islamkritiker?
- Welche konkreten "Anti-Terror"-Maßnahmen gegen Sabotagen des Stromtransports durch Terroristen oder aufgebrachte lokal-afrikanische Bürgerwehren und Umweltschützer haben die beteiligten ca. 30 Länder über die geschätzten 20.000km Gesamt-Leitungsstrecke ins Auge gefasst? Kosten und Umsetzungschancen??
Fazit
Diese größenwahnsinnige Fata Morgana namens "Desertec" bzw. diese Morgengabe des Abendlandes an das moslemische Morgenland und diese megalomanische Fehlallokation von Kapital wäre unter einem Goldstandard nicht einmal andenkbar gewesen!
Keynes argumentierte zwar einstmals ernsthaft, sogar das Grabenlassen von Löchern und das Wiederzuschütten sei sinnvoll, denn es brächte ja Arbeit und Arbeitsplätze. Aber nur weil dieser geadelte Mega-Verbrecher des 20. Jahrhunderts so etwas postulierte, heißt das nicht, dass Desertec, die Deutsche Regierung und wir alle sklavisch diesem absurden Diktum auch heute noch folgen müssen!
=> Bestehen Sie auf Antworten auf die oben nur bruchteilig angerissenen Fragen - die im Kommentarbereich unten gerne noch ergänzt werden können. Wir sind Laien - also formulieren wir die Fragen laienhaft und stichwortartig. Weitere Nachfragen behalten wir uns explizit vor. Wir tun dies NICHT wie bei S21 erst nach 17 Jahren, sondern hier und heute. Die Desertec-Verantwortlichen müssen uns dankbar sein für unsere frühzeitigen Fragen! Die Antworten der technischen und betriebswirtschaftlichen Managerprofis von Desertec dazu müssen professionell und umfassend und belastbar sein! Wir sind die Steuerzahler und seit gestern Desertec-Finanziers:
Ich fordere neben Lesern des Blogs und neben der Öffentlichkeit und den unabhängigen Aktionären der o.g. Desertec-Konsortiums-Mitglieder natürlich auch die Massenmedien dazu auf, dieses Projekt von Anfang an höchst kritisch zu begleiten - und auch medial Antworten auf die o.g. Fragen einzufordern! Tun die Massenmedien in dieser Sache ihren Job nicht, dann bestätigen Sie mal wieder "glorios" die Einschätzung, die das "Schweizmagazin" erst vor 2 Tagen in klaren Editorial-Worten wie folgt zusammengefasst hat:
"Die deutschen Massenmedien haben den Einfluss auf ihre Leserschaft endgültig verloren. Kaum noch ein Beitrag der den Redakteuren nicht links und rechts um die Ohren gehauen wird.
Für die Massenmedien Deutschlands beginnt eine neue Zeitrechnung. Ihre über Jahre manipulierte und gelenkte Leserschaft folgt ihnen nicht mehr. Bild, Spiegel, Stern oder Focus und viele andere Publikationen sind in ihren Meinungen isoliert und verlieren immer weiter an Boden. Mittlerweile werden fast sämtliche Artikel durch die Leser in den Foren oder Kommentarfeldern verrissen, sofern man sich noch traut Kommentare zuzulassen. Dies unterbleibt aber immer häufiger bei brisanten Themen. [
] Dort wo Leser-Kommentare noch zugelassen sind, werden Artikel derart ins Lächerliche gezogen, dass man sich wahrlich wundern muss. Egal ob es um die Themen Integration, Wirtschaft, Innen und- Aussenpolitik und viele Weitere geht, die Macht der Massenmedien ist zerbrochen und man steht in den Sendeanstalten und Verlagshäusern ziemlich isoliert da. Die über Jahre stetig gesteigerte Abkehr vom Volk kann kaum wieder aufgeholt werden und zeigt den Wunsch nach neuen Medien, die das Sprachrohr der Bürger sein sollen."
43 Kommentare
Ihre Fragen sind nicht nur aus finanzpolitischer Sicht , sondern auch aus Sicht technischer Machbarkeit relevant.
Alternativlos ist in diesem Zusammenhang nur das komplette Auswechseln unserer Berliner Kasperregierung. (Damit meine ich ausdrücklich nicht den Umtausch mit einer etablierten Partei- schon gar nicht mit den Grünen!)
Ich denke, dass unsere Dachflächen - mit Solaranlagen ausgestattet- den Energiebedarf gleichwertig decken könnten, was sich bei einer unabhängigen Machbarkeitsstudie beweisen ließe. Allerdings wären dann die Energieversorger nicht die alleinigen Nutznießer des Gewinnanteils.
Auch der Ruf nach Steuergeldern ist mittlerweile standardmäßige Geschäftspolitik.
Kein Wunder, dass das Rentenalter und die Wochenarbeitszeit dafür zur Disposition gestellt werden.
Lassen wir dies alles zu, dauert es nicht lange und der Auspeitscher wird zur Leistungssteigerung der Sklaven eingeführt
Vielen Dank, Herr Boehringer, dass Sie immer wieder direkt auf die entsprechenden Dinge eingehen und einer immer breiter werdenden Öffentlichkeit aufzeigen, wo es in unserem Staat besonders hakt. Eigentlich kann man nur noch auswandern!!!
Aber nur, wenn der Strom an die Südschiene verkauft würde. Die können sich garantiert Besseres vorstellen.
Man kann dem Autoren nur beipflichten. Fiat money verleitet in seiner Endphase zu "Innovationen", die nur Hirnen entspringen können, in denen Einiges durcheinander ist.
Ich würde so formulieren: Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein (conditiones sine qua non), damit man diese Projekt durchziehen kann?
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=> AW PB: Wo webmax recht hat, hat er recht. Ich habe nie behauptet, kürzestmöglich formulieren zu können ;-) Da sind andere besser. Genial sind übrigens manchmal die Eichelburg-Kurzkommentare auf www.hartgeld.com. Auch wenn man sie nicht IMMER 100%ig teilen muss.
Möchte aber betonen, daß das Thema, wie dankenswerter Weise vom Autor vorgestellt, brisant und eminent wichtig ist - ganz Europa wartet hier auf machbare und ehrliche Antworten.
Wie Sie darlegen, machen sich bei Desertec ca. 30 Staaten voneinander gegenseitig abhängig. Wenn nur einer davon ausstiege, hätten alle anderen 29 riesige Verluste eingefahren. Also wäre - wie beim Euro - Ausstieg praktisch nicht möglich. Mithin ist Desertec ein weiterer geplanter Schlag gegen die Nationalstaaten aufgrund der Schaffung einer erforderlichen supranationalen Behörde.
Unklar ist, warum ein Versicherungsunternehmen die Federführung dieses Projekts übernimmt und wieso private Unternehmen solche Risiken finanzieren wollen.
Beruhigend ist nur, daß die Bundesrepublik dafür effektiv kein Geld zur Verfügung stellen kann; denn in den kommenden Jahren muß die ältere Generation aus demographischen Gründen zur Finanzierung ihrer Ausgaben entsparen.
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=> AW PB: Wie oben geschrieben: Wenden Sie sich in diesem Fall an die Vorstände der DII-Konsortiumsmitglieder. Besonders gut kann man das als Aktionär tun. Aber auch die breite Öffentlichkeit hat seit vorgestern ein Fragerecht. Es sei denn, DII kommt künftig DOCH ohne (offene oder versteckte) staatliche Subventionen aus!
=> Und falls Sie von den Medien sind, sollten Sie ohnehin wissen, was Sie zu tun haben.
Ich habe den Verfasser zu einer Rücknahme des beleidigenden Kommentars aufgefordert, denn vielleicht hat er als direkt Betroffener nachts um ein Uhr etwas "emotional" geschrieben.
Daß es auch anders geht, sieht man auf österreichischen Dächern. Dort sind anstelle von Solar-STROM-Modulen Solar-Heißwasseranlagen eine regelrechte Mode geworden. Dazu machen wir jetzt mal eine Kosten- oder Input/Output-Rechnung, aber nicht wie üblich in Geld, sondern in Energie:
Auf die vom Modul belegte Dachfläche strahle die Sonne die Energiemenge X Kalorien. Das Strommodul erzeugt daraus 0.1X elektrische Energie. Beim heutigen Wirkungsgrad thermischer Kraftwerke erspart das 0.2X an Brennwert in Kohle, Öl oder Gas (oder Atom). Eine angemessen dimensionierte Heißwasseranlage hat einen Wirkungsgrad zwischen 60% und 100% (die Umsetzung der Sonnenstrahlung in Warmwasser nahe an 100%, aber es gibt Verluste in den Rohren und dadurch, daß das sommerliche Überangebot (im Gegensatz zum Strommodul) nicht ausgenutzt werden kann. Gegenüber der Heißwasserbereitung per Zentralheizung oder Gasbrenner spart man also bei gleicher Dachfläche 0.6X bis 1X an fossiler Energie ein statt der 0.2X vom Strommodul, und noch mehr spart man gegenüber dem elektrischen Durchlauferhitzer. Da dessen Strom mit 50% Verlust im thermischen Kraftwerk erzeugt wurde, spart man 1.2X bis 2X an Brennwert (Kohle etc.).
Wie siehts materialmäßig aus? Das Heißwassermodul besteht aus schwarzem Plastik statt aus hochwertigem Silizium (das nur ganz wenige Firmen herstellen können, aha!); es hat ein paar Rohre zum Kessel im Keller statt bundes- und bald weltweiter Vernetzung mit eingebauter Machtposition; geregelt wird es per Umwälzpumpe statt durch geprüfte HighTech-Regler. Alles verfügbar über örtliche Handwerksbetriebe (in Österreich: 'Schwarz'arbeiter), und keinerlei Abhängigkeit von einem Energiegiganten oder dessen Politikern.
Und arbeitsmäßig? Handwerk, ggf. sogar Do-it-yourself. Keinerlei Eichung, Ablesung, Verrechnung, Prüfung; kein ständiger politischer Streit um den Tarif und ggf. Prozeß.
Also nur Vorteile? Aber wer zum Teufel puscht dann so die STROM-Erzeugung aus Solar? Vielleicht finden wir den, wenn jemand eine Input/Output-Rechnung in Geld macht?
Gruß
Kl.H.
Es wird bereits jetzt "zu viel" echte regenerative Energie erzeugt, sodass die Stromnetze überlastet sind. Neben Desertec ist auch die Tiefe Geothermie eine Geldvernichtungsmaschine, die als Feigenblatt dient, um die Atomkraftwerke nicht abschalten zu müssen.
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=> Ergänzung PB: Siehe dazu unten bitte meine Antwort an J. Kremser von 10.44 Uhr.
In dem Sinne: danke für Ihre Alternativnavigation ;-)
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=> Ja, der Mensch ist nicht universalgebildet. Aber das Internet verändert die Spielregeln. Herrschaftswissen von sog. "Experten" darf und kann wirkungsvoll hinterfragt werden. Und trotz allen bezahlten Gegenspins der Lobbyisten in den Internet-Foren drängt über die einschlägigen Seiten mit der Zeit zu wichtigen Themen unabhängige Expertise in die Öffentlichkeit. Zudem können offene und wichtige Fragen -wie hier im Blog- direkt an die Verantwortlichen geschickt werden. Dies öffentlich, so dass diese Fragen nicht wie früher zB Leserbriefe einfach ignoriert werden können. www.abgeordnetenwatch.de exerziert dieses Prinzip zB in vorbildlicher Weise vor.
=> Ich habe 1994 in einem Buch "Gesellschaftliche Auswirkungen von Information Highways" eben diese Entwicklung der Transparenz von politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen vorausgesagt. Es hat lange gedauert. Aber nun ist es soweit. WENN wir es denn wollen und das Tool Internet sinnvoll nutzen! Die Basisdemokratie HAT heute eine Chance. Wir dürfen uns nur das Internet niemals zensieren lassen! Wenn die 4. Gewalt der Massenmedien eines Tages ihren Job wieder erfüllt, wird übrigens die 5. Gewalt der Blogger keine Existenzberechtigung mehr haben. Es ist also ganz einfach, uns wieder loszuwerden.
PS: Leider kommen hier aus dem Desertec-Umfeld Drohbriefe an. Es kann sein, dass dieser Blogeintrag demnächst temporär abgeschaltet werden muss.
Dem engagierten Aufklärer PB sollten Anfeindungen der "Alternativlos-Lobby" kalt lassen.
Ich träume immer davon, energieautark zu werden. Wäre das nicht ein interessantes Theama für Kommunen oder sonstige Privatgruppen?
Leider fehlt mir die technische Kompetenz, aber irgendwie müßte doch Solarstrom speicherfähig gemacht werden können?!
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=> AW PB: Wieder einmal empfehle ich Dauerkommentator Müller zuerst die LEKTÜRE des Blogs, bevor man lästert. Es ist nicht nur "Hansli Müller", der "glaubt, dass Energie über Stromleitungen zum Endverbraucher gebracht wird", sondern eben Desertec SELBST! Lesen Sie doch einfach den Eintrag und schauen Sie sich das Bild darin an, wenn Sie nicht lesen können. Das ist direkt von der Desertec-Homepage. Von irgendwelchen "Wasserstoff"-Lösungen ist da nicht die Rede. Übrigens hat die Wasserstoff-Verflüssigung einen verheerenden Wirkungsgrad - auch wenn sie ab und an genutzt wird - wenn auch noch NIRGENDWO großindustriell in der Kette "Strom - Wasserstoff - flüssiger Wasserstoff - Schiff - Strom"...
=> Wohl aber habe ich bereits xmal zu Wasserstoff geschrieben. Erstmals 2004 - falls Sie DOCH mal was lesen wollen, dann zB hier einen uralt-Artikel von mir, in dem aber der Wasserstoff-Teil weiterhin aktuell ist [http://www.goldseiten.de/content/kolumnen/artikel.php?storyid=473&seite=1 , vor dem "Fazit"].
=> Ansonsten ist Ihre Meinung zu dem, was SIE auf den Goldseiten lesen wollen, mittlerweile hinreichend bekannt. Ist angekommen - wird aber nicht umgesetzt, da nicht mehrheitsfähig und einige Zehntausend Leser anders denken. Übrigens sind alle meine Energieartikel seit 2004 nicht nur in Print-Magazinen, sondern auch auf den Goldseiten erschienen - hat Sie damals nie gestört.
=> Auch Ihre Meinung zu den Segnungen der Weltregierung und zu "berufeneren Experten" ist bekannt. Sei Ihnen unbenommen. Aber mehrheitsfähig sind Sie auch da nicht - und darum schreiben wir hier weiter. Auch zu den Grenzen der Globalisierung http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=9440&seite=4 - Wasserstoff hin oder her. So sorry.
=> PS: Sie können gerne auch mal inhaltliche Fakten und Gegenargumente bringen und nicht immer nur Versuche der Diskreditierung des Autors. Sie arbeiten so wie die mir vorliegenden Schmähbriefe aus dem Desertec-Umfeld. KEIN inhaltliches Gegenargument...
Die Überlegungen von Herrn Huller sind zwar ganz nett, und ich bemerke auch, daß sie tatsächlich auf zahlreichen Dächern in Süddeutschland installiert wurden. Aber leider sind meiner Meinung nach die Module so teuer, daß sie einer echten Kosten-Nutzen-Rechnung nicht standhalten. Im vorigen Jahr habe ich eine neue Gasheizung bekommen für ca. 10000 Euro. Drei neue Solar-Paneele würden aber fast zwei Drittel der Gasanlage kosten, erbringen aber nur eine Ersparnis von maximal 25 %. Ich müßte also mindestens 15 Jahre benötigen, um bei meinem Gasverbrauch den return of investment zu erreichen.
Wenn Sie dieses Spezialthema nicht veröffentlichen wollen, habe ich dazu volles Verständnis. Ich schicken Ihnen noch einmal getrennt das Angebot hierfür zu.
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=> AW PB: Der Kommentar wird hiermit veröffentlicht. Ebenso wie die o.g. Spezialmeinung eines Kommentierers zur Geothermie, die ich in dieser Schärfe nicht teile [Geothermie ist in einigen Geographien SEHR vielversprechend und sinnvoll]. Aber bitte jetzt hier keine generelle Energiesicherheitsdebatte. Dieser unfassbar umfangreiche und hochideologische Gesamtkomplex eignet sich wirklich nicht für die Kommentarform. Allenfalls ist das was für Foren [auf w:o gibt es zB gute und Wirtschafts-nahe Energiethreads]. Ich verweise aber gerne auch auf exzellente Energieseiten wie zB http://www.theoildrum.com o.ä.
ja, ja, die Munich Re! Ein Gebilde ganz alter Prägung und Traditionen. Demokratie für diese merkwürdige Gesellschaft bedeutet, dass immer die anderen zahlen müssen. An Verschlagenheit wohl schwerlich zu überbieten, hat sich die Munich Re wie ein Krake über Regierung und Medien gelegt. Als ich das erste Mal von Desertec hörte, war mir gleich klar, wie das enden wird. Außerdem glaube ich nicht daran, dass das Projekt wirklich gewollt ist, vielmehr steckt wohl eher Absicherung der Gesellschaft und deren Aktionären aus dem angelsächsischen Raum im Hinblick auf einen worst case-Plan dahinter.
Herzlichen Dank für Ihre treffenden und klaren Aussagen!
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=> Ergänzung PB: Die MunichRe ist nur EIN Konsortialmitglied bei Desertec - wenn auch ein führendes. Der kollektive Wahnsinn grassiert in dieser Sache in mindestens 6-10 Vorstandsetagen deutscher Großkonzerne. Die Aktionäre dieser AGs werden den heutigen, frühzeitigen Desertec-Kritikern noch auf Knien danken, dass sie vermutlich ein Milliardengrab verhindern werden, das diese Unternehmen eines Tages uU existenziell bedrohen könnte. Ebenso wie die Desertec-Idee die EUropäische Stromsicherheit.
"Atlantropa" als ein massenpsychologisch motiviertes, kollektivistisches "Urprojekt" keynesianischer Wirtschaftslenkung hatte die Kleinigkeit der Trockenlegung großer Teile des Mittelmeeres zur "Neulandgewinnung" (u.a. sollte die Küste vor Venedig weit in die Adria hinein vorgeschoben werden) und - als "Krönung" des Vorhabens - den Bau eine Staumauer quer durch die Straße von Gibraltar (Meerestiefe bis ca. 1000 Meter) zum Gegenstand, eine der gezeiten- und strömungsstärksten Meerengen der Welt.
Ausdrücklich betonte Sörgel, der sich früh mit einem Problem befaßte, das heute als "Peak Oil" bekannt ist, die Bedeutung einer euroafrikanischen Anbindung zur Sicherung der Energiezufuhr in Europa - gewaltige, transkontinentale Stromleitungen Hyper-Watt Bereich waren ein wesentlicher Teil des Projektes.
Sörgels "Vision" erinnert noch heute in all seinen Ausprägungen fatal z.B. an das "Germania"-Projekt eines anderen keynesianisierten Regimes, welches freilich im Vergleich zu "Atlantropa" buchstäblich noch mit beiden Füßen fest auf dem Boden blieb.
Viele der politischen "Grundüberlegungen" Sörgels zu diesem Projekt sind heute auf der Weltmacht-Agenda des Brüsseler Politbüros zu finden, wie z.B. die Einteilung der Welt in "Sphären" (amerikanische, asiatische und euroafrikanische S.) und eine nähere Beschäftigung mit dem Problem der afrikanischen "Armut", zu deren vorgeblicher Linderung sich Sörgel von dem Projekt viel versprach.
So erstaunlich und mysteriös wie sein Leben und seine "Vision", so nebulös auch die Umstände von Sörgels Tod: Er wurde 1952 in München auf seinem Fahrrad von einem Lkw überfahren, wobei die Ermittlungstätigkeit der Polizei mehr Rätsel denn Aufklärung schuf.
http://de.wikipedia.org/wiki/Herman_S%C3%B6rgel
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=> Kommentar PB: Danke fürs Ausgraben dieses unfassbaren Hinweises. Die Grenzen menschlicher Visionen sind offenbar weit gesteckt. SO wahnsinnig ist nicht einmal die Desertec-Idee. Aber Parallelen kann man hier durchaus sehen...
Wäre es nicht viel einfacher, zur Vernunft zu kommen und anstatt energieeffizienter besser handlungseffizienter zu werden? Ich bin ganz gewiß kein Öko-Fuzzy, aber mir stellt sich seit geraumer Zeit die Frage, ob der gemeine Europäer tatsächlich seine vielen haushaltlichen und öffentlichen Stromfraßgimmicks überhaupt "braucht"?...
Eine "elektrische" Zahnbürste, einen zweiten Toaster, einen zweiten Flachbildschirm-TV, einen dritten Föhn, einen dritten Computer, und ein viertes Handy, und den fünften Funkwecker, und... geht´s noch? - Und eine neue Straße mit neuen Ampeln und neuer Beleuchtung und "digitalen" Fahrplananzeigetafeln und den allgemein höchst beliebten Parkscheinautomaten und und und... während die bestehenden Gebiete verschlampen.
Stark verkürzt: Wir ersticken an der Gier nach Ausdehnung und Komfort und jaulen in derer Folge über rasant steigende Leistungspreise auf den Märkten. Der moderne Europäer schnappt über. Ein klein wenig Begeisterung für eine Begrenzung des Konsumterrors stünde den meisten gar nicht schlecht. Und bereits schon das würde bedeuten: Weniger Kernkraftwerke und weniger Ressourcenverbrauch und damit letztlich kein Irrsinnspolitikum wie Desertec.
Ach, und nicht vergessen: Gold! Denn wenn es für die da oben gut ist, es zu besitzen, dann kann es für die da unten kaum schlecht sein, es auch zu besitzen, oder?
Besten Gruß
Ich bin kein Naturwissenschaftler, aber, Herr Müller, ihre Betrachtung erscheint mir doch als sehr wirr.
Wo soll denn bitte schön der Vorteil des Speichermediums Wasserstoff im Vergleich zur bewährten Überlandleitung liegen ?
Verflüssigter Wasserstoff wäre vom fiktiven Erzeugungsort Afrika aus irgendwie zum Abnehmer zu verbringen, d.h. wenn man ihn also in Tankschiffen (unter liberianischer Kooperationsflagge ?) über das Meer schaffte, dann bliebe es ja letztlich nicht bei der Seepassage.
Wie soll es dann weitergehen ?
Zieht aus diesem luziden Plan die "EU"-Drittwelttransportinfrastruktur ihren Nutzen (gemeint: Der Lkw) ihre Berechtigung, und Millionen von Tank-Lastern wälzen sich über ein Endlosnetz von (mautpflichtigen) Straßen- und Autobahnen zu den Abnehmern des verflüssigten H2, wobei die Maut dann gleich auf die Kwh aufgeschlagen wird, was - durch den bekannten Multiplikatoreffekt - wiederum "Öko-", "Strom-" und bald auch noch die mehrwertsteuerpflichtige C02- inkl. H2-Sondersteuer und Transformationsabgabe (bei jedem Transformationsvorgang aufaddierend einzeln zu berechnen) zum Verzücken der Bürokratokaster jedweder Couleur lukrativ erhöht ?
Gewiß ein glänzendes (Abgaben-)Geschäft für das Politbüro des ZK der EUdSSR02 und seinen nimmersatten Bürokratiemoloch.
Oder wird dann der verflüssigte Wasserstoff am Entladehafen in Strom zurücktransformiert, der dann - wie in alten Zeiten - über profane Überlandleitungen zum Ziel gebracht wird ?
Oder machen wir es wie in Ceaucescu-Rumänien: Es wird 4 1/2h am Tag Strom abgegeben und der Sonnenuntergang per EU-Verordnung einheitlich auf 01.00h, der Sonnenaufgang auf 03.00h festgelegt - und wer keiner "wachstumswirtschaftlich zwingenden Verrichtung" nachgeht, bekommt (wie 5 Minuten vor dem "Endsieg") gar keinen Strom.
Von diesen Gruppen produziert die "Demokratie" ja große Überhänge.
- Desertec erfordert keine Supraleitung, da sich Übertragungsverluste auch mit der Höhe der gewählten Ü-Spannung verringern. Eine 800kV-HGÜ-Leitung ist in China bereits in Betrieb.
- Für Freileitungen verwendet man v.a. Alu anstatt Kupfer, da erheblich preiswerter und das Leitfähigkeits- / Gewichts - Verhältnis besser! als bei Cu.
- Die rein technische Effizenz lässt sich durch Ingenieure komplett am Schreibtisch berechnen, daher können solche Fragen auch verunsichern.
- Ich stimme Ihnen allerdings zu, dass man das Kosten-Nutzen-Verhältnis hinterfragen muss, zumal z.B. die Saudis noch in AKWs investieren anstatt den Konzernen die Solartechnik aus den Händen zu reißen. Außerdem ist mir eine Solaranlage in Spanien auch bei geringerer Effizienz sympathischer als in Algerien o. Libyen.
Bisher deckt keine alternative Energie ihre Kosten oder erzielt gar darüber hinaus noch die Ackermannsche Eigenkapitalrendite von 25% (die Hausarbeit und die Kinderproduktion übrigens auch nicht, das sollte man alles zugunsten von Bankgeschäften abschaffen). Eine Amortisation nach 15 Jahren ist in diesem Umfeld durchaus akzeptabel (sind da Öl- und Gaspreissteigerungen einkalkuliert und welchen Wert hat Unabhängigkeit?)
Aber mir ging es vor allem darum, die Relation Subvention/Energieeinsparung beim SolarSTROM derselben Relation beim SolarHEISSWASSER gegenüberzustellen. D.h.: warum wird das eine so hoch gefördert und das andere nicht? Da kann es jedenfalls nicht um maximale Energieeinsparung pro Subventionseuro gehen, denn dann müßte ein Heißwassermodul pro Jahr mit dem mehrfachen Betrag gefördert werden wie ein Strommodul gleicher Fläche. Und dann sähe für den Nutzer die Rechnung doch deutlich anders aus und es gäbe mehr von diesen Dingern?
Gruß
Kl.H.
Hervorragender Artikel :-)!
Zur generellen Sinnhaftigkeit, besonders zum Punkt:
"- Wie kann Tageszeiten-, Jahreszeiten- und Wetter-abhängiger Solarstrom die für Europa so wichtige GRUNDlast der Energieversorgung sichern?"
müsste man aber noch detailierter eingehen...
Gerade DA liegt nämlich der Hund besonders tief begraben...
Ich selber bin leider auch nicht die Expertin zu dem Thema.
Darum habe ich jemand gefragt, der sich wirklich auskennt, ob er hier auch etwas dazu schreiben mag.
Ich hoffe er mag :-).
Als bekennende S21-Kritikerin, bin ich nämlich von Haus aus allergisch gegen Milliardengräber ;-).
Nebenbei:
Schön finde ich hier auch, daß Sie auch auf Kommentare eingehen wo nötig/sinnvoll :-).
Viele Grüße
Denn Paul van Son sagt in dem FAZ-Interwiev:
„Dem deutschen Steuerzahler kann man versprechen, dass die Investitionen der ersten 15 Jahre in den zweiten 25 Jahren zurückverdient werden. Klappt das nicht, dürften wir Desertec gar nicht erst anpacken.“
Nun, bei mir beispielsweise klappt das mit dem Versprechen tatsächlich nicht. Und ich bin mir sicher, hierbei nicht der einzige zu sein.
Außerdem erwähnt Paul van Son: „… mit Blick auf den Klimawandel …“.
Nun, gewichtige Protagonisten haben inzwischen zugegeben, dass es sich um eine Klimalüge handelt. Nicht die von Menschenhand emittierte CO2-Menge beeinflusst das Klima, sondern die Sonnenaktivität. Und die Sonnenaktivität unterliegt zwar gewissen Zyklen, ist aber bezüglich der Heftigkeit unberechenbar. Und so wandelt sich dass Klima halt des öfteren.
Ich habe nichts gegen erneuerbare Energien und bin der Meinung, die Sonnenenergie hätte man längst mehr nutzen müssen. Aber das muss nicht in einem Schildbürgerprojekt realisiert werden.
An jeder Stelle der Erdoberfläche empfängt man von der Sonne eine Energie von 1,4 kW pro Quadratmeter – nicht nur in Afrika, sondern auch in Deutschland. Das die Sonne hierzulande seltener scheint als in Afrika kann man als kompensiert betrachten, wenn man an die Energieverluste auf dem langen Transportweg denkt.
Aber ist dieses Projekt überhaupt solche Überlegungen oder die in der Kolumne gestellten Fragen wert?
Das möchte ich ebenso bezweifeln wie die Absicht, tatsächlich eines Tages Strom aus Afrika nach Europa zu transportieren.
Ich glaube auch nicht, dass es sich hierbei um ein Geldgrab handelt, sondern vielmehr um einen Geldtransport vom bewährten deutschen Steuerzahler zum findigen Unternehmer.
Warum komm‘ ich eigentlich nicht auf solche Ideen? Die Idee mit der Bankgründung und Geldschöpfung habe ich auch schon verpasst.
Nur mal um eines der grossen Erkenntnisse des Autors aufzunehmen, dass Strom kein Benzin Ersatz sei und in diesen Zusammenhang die Frage gestellt wird, ob das Projekt den Peak Oil Effekt beseitigen oder lindern könne? Wer diese Frage stellt, hat meines Erachtens nichts begriffen. Zum einen ist das Projekt nicht angetreten um Peak Oil zu verhindern. Was soll also diese Frage überhaupt? Zum anderen wird der Strombedarf in Zukunft wegen der Ablösung der Benzin und Dieselmotoren durch Elektromotoren stark steigen.
Die restlichen Fragen in dem Artikel sind genauso intelligenzlos gestellt, überflüssig, ohne Focus, chaotisch und ohen Wert.
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=> AW PB: Vermutlich legen Sie ja keine Wert auf meine intelligenzlosen, überflüssigen, nichts-begreifenden Antworten. Aber vielleicht andere:
1. "Chaotisches Brainstroming": Unvollständig sind die Fragen allemal - insofern ist das im Blog in der Tat eine allererste Waschliste und ein Brainstorming. Das hatte ich mittlerweile mehrfach ausgeführt. Und ja: Desertec müsste noch VIELE weitere und sehr grundsätzliche ebenso wie Detailfragen beantworten. Aber man will ja 2012 in Marokko loslegen. Koste es (den Steuerzahler) was es wolle. Und so gibt auch nach 2 Tagen weiterhin kein kritischer Kommentator noch ein Verantwortlicher auch nur EINE Antwort auf die vielen gestellten Fragen. ALLE Fragen müssen zur Zufriedenheit beantwortet sein, bevor hier auch nur EIN EUR an Steuergeld und Subvention fließen darf! Keine Subventionen von uns - keine dummen Fragen mehr von den dummen Bürgern und Bloggern! DAS ist die Hauptaussage des Blogs - aber die wollen Sie nicht wahrhaben und gehen darauf im Interesse Ihrer Auftraggeber nicht ein und ergehen sich daher in substanzlosen Beschimpfungen, die sich selbst richten.
2. "Strom kein Benzinersatz": Hier haben Sie sich punktgenau den einzigen Satz herausgesucht, den ich nicht näher ausgeführt habe. Klar ist Desertec offiziell nicht angetreten "Peak Oil" zu lösen. Implizit aber doch, denn auf mind. 20 Jahre hat D kein Stromproblem - erst recht nicht Europa - jedenfalls nicht, solange F seine AKWs weiterbetreibt - was es noch 60+ Jahre tun wird. Sogar D noch bis zu 35 Jahre. Sogar Schweden (!) hat erst vor wenigen Wochen eine spektakuläre Kehrtwende im AKW-Bereich vollzogen. WENN (!) Benzin-Fahrzeuge in Europa schnell und umfassend durch E-Fahrzeuge ersetzt würden, dann hätten Sie einen Punkt. Dann stiege deswegen die Stromnachfrage. Ich habe xmal darüber geschrieben - darum diesmal hier nicht nochmals. Dummerweise wird diese (im Prinzip wünschenswerte und im Stadtverkehr auch realistische) Option wegen unzureichender Akkus und wegen des bislang völlig fehlenden Auto-tauglichen Stromtankstellennetzes noch LANGE nicht umfassende Realität. Und so lange wird eben PeakOil (dessen Folgen bereits heute einsetzen) das VIEL relevantere Problem sein. Das Desertec nicht lösen kann. Und erst in VIELEN JAhren indirekt über die E-Autos lösen wird. Hätte ich in den Blog schreiben sollen - war aber zu lang. Darum hier nachgeholt.
Über Ihre Pauschalkritik am Ende mögen andere richten. Ich kann damit leben. NICHT damit leben kann der Steuerzahler aber damit, dass Desertec Claqueure wie Sie vorschickt, um FRAGER und sogar FRAGEN als "intelligenzlos" zu diskreditieren! Es ist die verdammte Pflicht und Schuldigkeit eines Subventionsnehmers (über vermutlich mehrere 100 Mrd EUR!!!), diese Fragen a priori zu beantworten. Bevor auch nur EINE nicht rückholbare Umsetzungsentscheidung gefallen ist. "Too big to fail" darf es nicht mehr geben. "Too late to be stopped" auch nicht mehr. "Alternativlosigkeiten" auch nicht mehr [auch wenn Ihr Chef van Son in der FAZ mal wieder genau diese beschwört - bei Nichtbeachtung winkt uns "das Grab"]. Die Zeiten sind vorbei! Spätestens nach den Bankenrettungsmilliarden, die der Steuerzahler den zuvor so arroganten und heimlich das Land in den Abgrund reitenden Banker wider Willen in den Rachen werfen musste! Wir haben die Schnauze voll von Leuten wie Ihnen, die keine FRAGEN zulassen wollen! Wer unser Geld will, müsste sogar DUMME Fragen beantworten. Das lernt jeder Unternehmensberater in seiner ersten Ausbildungswoche. Ich weiß, wovon ich rede - die Booz-Kunden haben für uns zT 5000+ DM pro Tag bezahlt - und dafür HABEN wir JEDE noch so dumme Kundenfrage beantwortet! Meine oben stehenden Fragen sind übrigens weitgehend auch schon lange auf anderen Energie-Experten-Seiten zu finden. Das ist (fast) alles keineswegs abwegig. [Meine Pointe mit der türkischen Nationalflagge nehme ich hiervon aus...] !
=> Also: Werden Sie sachlich und antworten Sie auf Fragen - wenn Ihre Zuflüsterer aus dem Desertec-Umfeld das können... Ansonsten loggen Sie sich aus den "dummen" Goldseiten aus! Over and out, sturmwiesel.
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=> AW PB:
Zunächst mal ist es erfreulich, dass wir hier nun immerhin die Phase überwunden haben, in der uns sogar das FRAGEN verboten werden soll - wegen angeblich "unintelligenter" Fragen. WENN das stimmte, was Sie oben sagen, dann hätte ja immerhin Desertec selbst diese so höchst "unintelligenten" und "schwachsinnigen" Fragen nicht nur gestellt, sondern sogar zT beantwortet.
=> So sollte es in einer idealen Welt ja auch sein, wenn man ein Jahrhundertprojekt plant. Noch dazu mit Steuermitteln. SOLLTE! Ich habe die "Antworten" auf der Desertec-Homepage natürlich versucht zu sichten. Sie schicken uns sicher auch noch den Link zu den "100 Seiten"... Auf der Homepage gibt es eine FAQ-Sektion, die viell. 10 Seiten umfasst. Das ist bei einem Projekt, dessen GROBplanung vermutlich schon Bibliotheken füllen müsste natürlich lächerlich. Mehr dazu gleich unten.
Diese Bibliotheken GIBT es vielleicht sogar irgendwo. Aber es ist keine Art, den Leser über x weiterführende und zT selbstreferenzielle Links auf meist auch noch parteiische / "interessierte" und/oder hochdeologische Studien (DLR, Greenpeace) oder sogar auf TOTE Links [zB Welt-Debatte http://www.welt.de/debatte/kommentare/141929/solarstrom+aus+der+sahara+fragen+und+antworten/ ) ins Nirwana des Internet zu führen!
Sie selbst haben wohl aus gutem Grunde auch oben KEINEN Link genannt. Es gibt nämlich nicht "den einen", der die von mir (keinesfalls vollständigen) Fragen auch nur ansatzweise zentral auf der D.-Homepage beantworten würde.
=> Und ich erinnere an dieser Stelle nochmals an die im Blog schon zitierte Aussage des Desertec-GF van Son in der FAZ, "dass praktisch alle wichtigen Fragen zu technisch-geographisch-politischer Machbarkeit und auch zur ökonomischen Machbarkeit 'bestenfalls im Ansatz' beantwortet werden können "
=> Und da sollen wir ernsthaft schlucken, dass auch nur die GRUNDLEGENDSTEN Fragen zu Desertec alle irgendwo auf der Homepage endgültig und ohne berechtigte Widerspruchsoptionen beantwortet sind? Wenn sogar der GF selbst genau das Gegenteil sagt - und hier sogar völlig richtig liegt?? Lächerlich. Abgesehen davon, dass ich zu mindestens 50% meiner Fragen noch nicht einmal VERSUCHE von Antworten auf der Homepage finde. Und an anderen Stellen schon der Laie Unvollständigkeiten / Widersprüche findet. Ein Beispiel? Gerne:
"Was werden Solarstromimporte im Jahr 2020 denn nun wirklich kosten? Die Industrie behauptet 16 c/kWh, DLR behauptet 6,5 c/kWh.
-> Die Kosten hängen von den Produktionsstandorten und der Länge der Leitungen ab. Genaue Zahlen für konkrete Projekte müssen einzeln ermittelt werden. Die Angaben zwischen 6,5 c/kWh (in konstantem Geldwert des Jahres 2000) aus der DLR-Studie und 16 c/kWh vom Industrieverband ESTELA SOLAR sind Vorabschätzungen "
=> Die Kosten hängen KOMPLETT von der noch völlig offenen Technologie und v.a. von der TRANSPORT-Technologie ab. Wie im Blog beschrieben, gibt es da VÖLLIG unklare und heute nicht ansatzweise beantwortbare Frage alleine schon zu den Rohstoffkosten. Kupfer und Silber werden bis 2020 m.E. nach etwa das 10-fache von heute kosten, denn sie sind extrem knapp (Silber hat noch eine statische Reichweite von unter 15 Jahren!). Diese Preise sind schon KAUFKRAFTBEREINIGT! NACH sehr hohen Inflajahren bzw. nach Währungsreform des Dollars (bis 2020 ist die Wahrscheinlichkeit für eins von beidem 99,9%) sprechen wir noch von ganz anderen Größenordnungen. BEIDE o.g. c/kWh-Zahlen sind absurd niedrig. Wenn man auch nur ansatzweise die Vergütungen des EEG von heute (45c/kWh) zugrundelegt, kommt man vermutlich eher hin. Meinetwegen kleiner Abzug, denn das war von RotGrün zu hoch gewählt - aber 30c kommen allemal hin. Natürlich nur VOR den eben genannten Rohstoffpreissteigerungen. Und das Transportproblem über 1000e von km stellt sich innerhalb D´s noch nicht einmal. Ich habe oben eine VOLLkostenrechnung verlangt. Diese ist NICHT auf der Homepage bzw. nur unter lächerlichen Annahmen. Wie auch?? Ich halte die Wette, dass wir für Desertec 2020 nicht unter 50-100 c/kWh zahlen werden. Und falls der Markt das nicht hergibt, wird eben Steuergeld-subventioniert. So wie heute schon der DEUTSCHE Solarstrom! Das ist alles Volksverdummung. Zu meiner Beraterzeit hätte uns jeder Kunde einer Wirtschaftlichkeitsrechnung ein solches "xls-Modell" um die Ohren gehauen, weil schon die Basics völlig unklar sind!
=> Ich könnte fast jede "Antwort" auf der Desertec-Homepage weiter hinterfragen. Und die Antworten blieben meist im Bereich "Spekulation, idealisierte Annahmen, Mythen, Gesundrechnung, Prinzip Hoffnung, totalitäre Steuerung der Menschen und Anwohner" stecken. Die allermeisten der o.g. Fragen (v.a. zur politischen Sinnhaftigkeit und Durchsetzbarkeit) werden noch nicht einmal beantwortet. Prüfen Sie es selbst Frage für Frage durch. Hier ist nicht der Platz dafür.
=> Zudem wäre es Aufgabe von Desertec, nicht nur einen Wust an Links live zu stellen, sondern an einem zentralen Ort alle gestellten Fragen zu beantworten und diesen Katalog ständig zu erweitern. Das Internet macht es möglich. Ein Planfeststellungsverfahren mit Widerspruchsmöglichkeiten wäre ebenfalls sehr angebracht. Aber bei Desertec scheint es ohne zu gehen. Man weiß ja nicht einmal, nach welchem nationalen / transnationalen Recht das Ganze abgewickelt werden soll. Und nach dem Eingeständnis von van Son, dass grundlegende Fragen "bestenfalls im Ansatz" beantwortet werden können, könnten wir diese Debatte EIGENTLICH getrost 10 Jahre nach hinten verschieben.
=> Dummerweise aber will Desertec 2012 in Marokko starten. Man zäumt das Pferd komplett von hinten auf. So etwas ist deutscher Ingenieurs- und Planungskunst unwürdig. Und auch die betroffenen EUropäischen Bürger, die dann wegen Desertec vermutlich einen Stromsoli à la EEG von 50+ c/kWh werden zahlen müssen, haben alle Rechte auf Antworten!
Die Bringschuld der Antworten liegt spätestens seit dem van Son - Interview bei Desertec! Seit dem 23.10.2010 ist dies keine verrückte private Spielwiese mehr. Man will UNSER Geld für eine komplett ungare und m.E. niemals sinnvoll realisierbare "Vision" mit "globaler Mission", mit privatisierten Gewinnen - und mit über Subventionszahlungen und Steuern sozialisierten Verlusten.
=> Die Bürger haben es satt, solche "Visionen" zu bezahlen. Been there, done that. Desertec könnte den Fall HRE noch um ein Vielfaches übertreffen. Und das DAUERHAFT. Die EnergieUNsicherheit EUropas würde ggü. der wegen PeakOil und wegen der Kohle-Endlichkeit und der AKW-Endlichkeit ohnehin schon angespannten Situation noch verschlimmert. So nicht! Und ich bleibe auch dabei, dass die Aktionäre der Desertec-Mitgliedsunternehmen uns Kritikern eines Tages noch auf Knien dankbar sein werden dafür, diesen in jeder Hinsicht infantilen und zugleich totalitären Schwachsinn frühzeitig ernsthaft hinterfragt zu haben - und ihn somit vermutlich gestoppt zu haben. Ignorieren unserer Warnungen wird für alle Seiten teuer und fatal. Es wird -jedenfalls unter Europas Bürgern- keine Gewinner dieses Projekts geben.
Und wenn ich mir den Materialaufwand für Desertec ansehen, wird mir schwindlig. Gigantische Mengen Stahl, Aluminium, Kupfer, Beton, Elektrik/Kupferspulen. Alles Hochenergie- und Hochtemperaturprozesse bei der Herstellung. Transport, Raffinerie, Bau usw. noch gar nicht gerechnet.
Und noch nicht einmal die Endlichkeit der bisherigen Energiequellen (gemeint ist Öl und Gas) ist sicher. Nach Jahren der Verleumdung, der Leugnung und der Diffamierung kommt bei einigen wenigen Wisenschaftlern auf einmal der alte Gedanke der anorganischen Entstehung von Erdöl wieder auf. Das hängt damit zusammen, dass eine ganze Reihe von Ölfeldern in Rußland, den USA, aber auch in den arabischen Ländern hach Jahren der Ruhe, weil restlos erschöpft, wieder starken Druckaufbau haben. Diese "Neubefüllung" der Lagerstätten läßt sich nicht den üblichen Theorien zur Herkunft des Erdöls und auch nicht mit den bisher angenommenen Verhalten den Lagerstätten erklären.
Nichts ist klar im Bereich der Energieerzeugung, aber die Traumtänzer und "Gutmenschen" sind schon wieder am phantasieren.
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=> PB: Die Abiotik ist zwar noch nicht bewiesen - und es gibt gute Gegenargumente (zB können Kohlenstoff-Verbindungen unter enormem Druck und Hitze in großer Tiefe eigentlich gar nicht stabil bleiben) - übrigens auch zur wichtigen "Nachfließgeschwindigkeit" des abiotischen Öls. Dennoch ist die von Ihnen genannte Traumtänzerei hier der treffende Begriff. Nun muss die Welt nur sicherstellen, dass eine solche Traumtänzerei nicht einmal ein REALER und megateurer Desertec-(Alp)traum wird.
"Die Kalkulation von Desertec ist absurd"
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/energie/0,2828,635955,00.html
"Scheer: Die Unternehmen laufen einer Fata Morgana hinterher. Solch einen Plan können sich nur Theoretiker einfallen lassen, die von den praktischen Hindernissen eines solchen Projektes wenig Ahnung haben."
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=> AW PB: Danke für dieses interessante Fundstück, das ich noch gar nicht kannte!
=> Man beachte, dass Hermann Scheer SELBST ein überzeugter Solarverfechter ist. Bzw. WAR, denn leider ist er vor ein paar Tagen gestorben. In jedem Fall war er gänzlich unverdächtig, gegen erneuerbare Energien zu sein! Und das manager magazin ist sicherlich auch unverdächtig, ohne Grund gegen seine eigenen Inserenten (die Desertec-Konsoriumsmitglieder) zu agitieren.
=> Ich schalte den o.g. Link mal live - ganz lesen!
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=> PB: Hinweis @"Frustrierter": Senden Sie eine mailfähige Email-Adresse - dann erkläre ich künftig gerne nicht-öffentlich, warum einige Ihrer Zuschriften ggf. nicht oder nur gekürzt freigeschaltet werden können.
Bitte keine weiteren eher spekulativen Zuschriften zu Ihren "Militärthemen". Das diskreditiert den Blog und die vielen naheliegenden Fragen zu Desertec - auch wenn das sicher nicht Ihre Absicht war. Man braucht da keine weitergehende Spekulation. Zudem liegt Guinea weit außerhalb des Desertec-Planungsgebiets und hat wirklich nur wenig mit dem Blogthema zu tun.
Vielleicht sollte man eine Milliade nehmen, um zu erforschen, wie man Sonnenenergie so preiswert produzieren kann, das sie sich jeder Haushalt leisten kann, ohne die Kosten dafür auf die Allgemeinheit umzulegen. Dazu gehört auch die effiziente Speicherung von Strom.
Damit kämen wir weiter. Ohne die Stromkonzerne noch einflußreicher zu machen.
Wenn ich noch Steuern zahlen müsste, wäre ich schon gestorben vor Wut.
Gibt es einen Widerstand/Widerstandsbewegung gegen dieses Projekt, damit wir unserer Meinung/Stimme Ausdruck verleihen können?
Gibt es Contra-Seiten oder Pro/Contra-Seiten? (Bisher habe ich nur einzelne Artikel googeln können)
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=> AW PB: Dieser Blog weist lediglich ab und zu auf (schreiende) Missstände hin. In diesem konkreten Fall ist eine explizite Widerstandsbewegung vermutlich gar nicht nötig. Wie bereits oben erwähnt, genügt es, wenn wir belastbare und beweisbare Antworten auf die genannten und viele andere Fragen einfordern. Der Zeitplan, Entwicklungsplan, Projektplan und die Wirtschaftlichkeitsrechnung von Desertec wird sich dann -realistisch gerechnet- DERART prohibitiv darlegen, dass dieses Projekt von den Aktionären der Konsortiumsmitglieder (die nicht alle sediert und gleichgeschaltet und über Beratungspöstchen und Lieferverträge und Lobbyisten-Pöstchen korrumpiert werden können) verhindert werden wird. Ein Stück Rationalität ist noch immer in der Wirtschaft und im Volk vorhanden. Eine ganze Menge sogar - und bei Aktionären allemal. Sie muss sich nur artikulieren dürfen. Machen Sie einfach an geeigneter Stelle den Mund auf und verlangen Sie Antworten und verbreiten Sie die Fragen. In Leserbriefen, Blogs, Kommentaren, in Parteien, auf Hauptversammlungen, bei Angestellten der Konsortiumsmitglieder, über Email-Infolisten, usw. Jeder an seinem Platz. Jeder nach seinen Möglichkeiten.
=> Steuergeld darf hier erst fließen, wenn ALLES auf dem Tisch liegt. Und nicht etwa wie bei "S21", wo 17 Jahre nach Projektvorschlag und nach einem langen Genehmigungsprozess ein "Schlichter" die angeblich oder tatsächlich unterschlagenen Projekt-entscheidenden Fakten hervorkramen muss... All dies ist bei Desertec offenbar nicht einmal vorgesehen. Sonst könnte man niemals vor 2018 oder so starten, was man aber ganz klar vorhat. So etwas ist internationalistisch-totalitär. Schlimmer noch als in den nationalen Obrigkeitsstaaten vor 100 Jahren.
Sie zeigen, dass die elitäre Parallelgesellschaft einsieht, dass ihre öffentlichen Propaganda-Medien nicht zur Verbildung aller ausreichen und sie es für notwendig erachtet, ihre Interessenvertreter nicht nur in den Kommentarteilen der öffentlichen Zeitungen zu aktivieren, sondern auch in Internetblogs wie diesem hier, der offenbar ernst genommen wird.
Leider ist die Angst der Volkszertreter ziemlich unberechtigt. Dem einen oder anderen Schaf wird zwar allmählich klar, dass der Schäfer ein inniges Verhältnis mit dem Wolfsrudel hat, aber eben viel zu wenigen.
Die Frage ist, ob man Buhrufer, die lediglich ihrer in Auftrag genommenen Aufgabe nachkommen wollen, nicht einfach unbeachtet und unveröffentlicht links liegen lässt, da deren Ergüsse gar nichts mit ernst zu nehmender und zu diskutierender Kritik zu tun haben.
ich bin selber ingenieur und weiss ein wenig über techn. bilanzierung. ebenso wie das desertec-projekt habe ich mich in unserer lokalen zeitung (bremerhaven/nordseezeitung)zu dem wahnsinn betr.CO2-verflüssigung geäussert...ebenso von scheinbar kranken gehirnen ersonnen !!!
WEHRT EUCH RECHTZEITIG !
DANKE Hr. Boehringer ...weiter so !!!
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=> Ergänzung PB: Danke und einmal volle Zustimmung meinerseits zu Ihrem ersten Absatz. Ich lese immer wieder das Argument von noch unverbildeten Menschen: "Das ist SO pervers und schwachsinnig. Das wird NIEMALS realisiert. Dagegen muss ich nicht kämpfen - das erledigt sich von selbst." GROSSER IRRTUM: In einer elitär und neo-feudal fremdbestimmten Welt sind leider fast jeder Blödsinn und sogar Perversionen nicht nur denkbar, sondern über Papiergeld aus dem Nichts eben oft auch UMSETZBAR und das (siehe EUR und EU) auch recht langlebig, obwohl sie nur einer ganz kleinen Clique von Leuten nutzen.
=> Also @all: das Fragen, selbst Denken niemals verbieten lassen! Und dann gegen erkannte Misstände aufbegehren, Mehrheiten sammeln und die schlimmsten Dinge verhindern. Es geht. Wir sind die riesige Mehrheit. Gewalt ist nicht erforderlich. Nur Transparenz einfordern und herbeiführen, Mund aufmachen, keine Angst vor selbsternannten Pseudo-Autoritäten, käuflichen Parteipolitikern und sog. "Eliten"; und deren bezahlte Claquere widerlegen, ignorieren oder auflaufen lassen. Sogar völlig passiver Widerstand hilft (manchmal und bis zu einem gewissen Grad): Immer öfter einfach "nicht mehr mitmachen", wo es eben geht. Fangen Sie bei Fiat Sparanlagen und Fiat-Konten und LVs an. Das kann der deutsche Michel um 80% reduzieren, ohne jede Schwierigkeit.
Eine Ex-BCG-Partnerin und Achleitner-Spezl gibt ihr Gesicht für Desertec her (und bekommt als Chefstrategin natürlich auch gutes Geld, denn immerhin soll sie nun endlich einen Business Plan für Desertec aufstellen). Ebenso Chef-Weltregierer Töpfer. Und die omnipräsente Energieexpertin Prof. Kemfert verwechselt ABSOLUTE und RELATIVE Kosten und erläutert ernsthaft
"Die Kosten sinken im Zeitablauf, da die Kosten für fossile Energien zunehmen und weil die steigende Nachfrage die Kosten sinken lässt." [...] Und sie faselt von "langfristig [wegen Desertec] sinkenden Strompreisen bei uns" - ohne natürlich irgendwelche Zahlen [c/kWh] nennen zu können. Dies, obwohl auch sie natürlich noch keine Ahnung von Technologie, Ausbau und Kosten der zu bauenden Mittelmeernetze hat und dies auch offen zugibt. Wie auch - der Business Plan wird erst "bis 2012" gerechnet - und selbst das wird garantiert keine VOLLkostenrechnung wie oben im Blog gefordert - sondern eine planwirtschaftliche Schönrechnung ohne Berücksichtigung der politisch-gesellschaftlichen Kosten und ohne realistische Berücksichtigung der anstehenden Rohstoff-Preisexplosion.
EU-Kommissar Oettinger hält in Barcelona heute die moralische Einpeitsch- und Eröffnungsrede - und lässt schon im Vorfeld verkünden, dass auch die EU-Kommission unsere Steuergelder in das Projekt stecken wird! Wie viele Milliarden, werden wir erst mal nicht erfahren. Oettinger interessiert es nicht - es ist ja nicht SEIN Geld, sondern unseres.
Daneben sind natürlich alle Projektprofiteure dabei. Die Solarmodulhersteller, die Bauunternehmen, die Myriaden von Beratern und Lobbyisten. Die aber haben wenigstens einen (betriebswirtschaftlich) rationalen Grund für Ihren Beifall: schließlich bekommen sie -ganz im obenstehenden keynesianischen Sinn- Umsatz und Geld aus der realen Fata Morgana.
Die einzige halbwegs kritische Stimme ist Wulf Bernotat von E.On, der immerhin zu Protokoll gibt, dass er sich noch nicht recht vorstellen könne, wie die Mittelmeerquerung stattfinden solle.
Eine Arbeitshypothese stelle ich damit auf [zu verifizieren in wenigen Jahren]:
Das Projekt wird gestartet. Erst lokal in Afrika und praktisch ausschließlich Subventions-finanziert. Nach etwa 5 Jahren wird man "überraschend merken", dass die Mittelmeerquerung nicht sinnvoll oder überhaupt nicht zu machen sein wird. Jedenfalls nicht ansatzweise in Größenordnungen, die weit über die Kapazitäten der heute bestehenden kleinen Stromleitungen von Afrika nach Spanien hinausgehen.
=> Dummerweise hat man dann aber schon 5 Jahre gearbeitet, Mrd. EUR in Afrika ausgegeben, eine Riesenorga aufgebaut, Pöstchen geschaffen und man produzuiert in der Wüste bereits Strom. Dann wird -siehe oben im Blog- dieser Strom den LOKALEN Ländern zur Verfügung gestellt und praktisch nichts wird in EUropa ankommen. Schon gar nicht zu "günstigen" Konditionen - wie es sich Frau Kemfert erträumt. Lesen Sie genau die Berichte in der Presse. Es wird immer klarer, dass hier in allererster Linie Strom für den afrikanischen Verbrauch und für den Nahen Osten produziert werden wird!
=> Das Ganze wird also absehbar
a) ein steuerfinanziertes Großprojekt, bei dem viell. einige Mrd auch deutschen sog. "privatwirtsch." AGs zufließen werden und
b) ein verstecktes und sehr teures Entwicklungshilfeprojekt für Nord-afrikanische Staaten.
=> Also: fordern wir alle politisch und lobbyistisch Beteiligten auf, diese Superidee im Bundeshaushalt und im EU-Haushalt DA zu verbuchen, wo das hingehört: unter "Forschungssubventionen" und unter "Entwicklungshilfe" bzw. "politische Kuhhandel mit moslemischen Staaten".
=> Wieder einmal wird der Bürger und Steuerzahler für niemals mehrheitsfähige Partikularinteressen und für strategische Pläne einer Weltelite gemolken.
Fazit: Desertec wäre eine "Privatsache", wenn es OHNE Subventionen auskäme. Dem ist aber seit 3 Tagen offiziell nicht mehr so! Und darum müssen wir auf Antworten und auf Transparenz beharren: Sowohl zu ALLEN Projektdetails als auch zu den Kosten und zu den QUELLEN der Subventionierung!
Der Kunde sind in diesem Fall WIR, die EU-Bürger.
Also soll die Privatwirtschaft mal ein "Proof of concept" vorlegen, sprich: eine kleine Anlage z.B. in Marokko in Betrieb nehmen, Leitung über Gibraltar/Spanien/Frankreich nach Deutschland. Dann schaun mer mal, was hier ankommt. Läuft das 5 Jahre gut, schaun mer weiter.
Agree?
Im Übrigen ist Desertec meiner Meinung nach nichts anderes als ein Megapeojekt zur Erhaltung des Monopols der Stromversorger.
Wo kommen wir denn hin, wenn jeder auf sein Hausdach eine autarke Solar- und/oder Windanlage schraubt und vom EVU keinen Strom mehr bezieht???
Ich wohne nahe des Rheins (ca. 2km entfernt), für unsere Gemeinde (ca 11.000 Einwohner) wären einige Strombojen durchaus sinnvoll. Die Strömungsgeschwindigkeit ist ausreichend.
Ganze Gemeinde autark und umweltverträglich 24x7 mit Strom versorgt!
DAS wär was!!!
Das ganze Geld, das für Desertec ausgegeben werden soll, wäre besser in ein Forschungsprojekt investiert, das untersucht, wie wir dieses Ziel erreichen könnten.
Als Beispiel könnte dabei herauskommen, dass wir unsere Lebensweise so ändern müssen, dass wir zu den Zeiten weniger Energie verbrauchen, in denen weniger regenerative Energie erzeugt werden kann (im Winter, nachts). Damit würde sich das Energie-Speicherproblem quantitativ verringern.
http://www.herrenzimmer.de/uploads/pics/img-mittelmeer_01.jpg
Und dass ausgerechnet in Genf ein zentraler Bestandteil des ganzen Unternehmens vorgesehen war, dürfte gewiß kein Zufall gewesen sein.
(Anmerkung: Das "Genfer Projekt" fand nach dem Krieg in New York und Brüssel seine Fortschreibung)
Che Guevara wird folgendes Zitat zugeschrieben (nach J. Ziegler): "Schau auf die Lichter dieser Stadt (d.h. Genf) - und Du schaust in das Gehirn der Bestie."
Ich hege persönlich zwar keine Sympathien für "Che", aber die Aussage trifft den Kern des gegenwärtigen Problems.
Man hat den Inhalt einer Irrenanstalt entleert und ihn zu "Regierungen" gemacht.
Das ist eines der vielen schönen Themen, die auf derart ideologisierte Weise diskutiert werden, daß man schon an der Art der Debatte demonstrieren kann, wie wenig unsere Gesellschaft mittlerweile in der Lage ist, Probleme überhaupt zu erkennen, geschweige denn zu lösen.
Es fängt an mit dem Wort 'abiotisch'. Die Erdölentstehung aus abgestorbenen Pflanzenresten ist so 'abiotisch' wie eine geologische, weil daran keine (organisierten) Lebensprozesse mehr beteiligt sind. Unterstellt wird auch dabei die Bildung bzw. Umwandlung von Kohlenwasserstoffen unter geeigneten Drücken und Temperaturen, wenn die richtigen Elemente (Kohlenstoff, Wasserstoff und einiger katalytisch wirkender 'Schmutz') lange genug in der richtigen Konzentration vorhanden sind. Dabei entstehen unzählige verschiedene Kohlenwasserstoffe, viele Details sind nicht verstanden (ebensowenig wie Details der späteren (teilweise Rück-)Umwandlungen in der Raffinerie), aber kein Chemiker wird bestreiten, daß diese Vorgänge mit gewöhnlicher Organischer Chemie und Thermodynamik zu verstehen sein sollten. Falls er nicht gerade an Gott oder Allah glaubt, wird er Ihnen weiter einräumen, daß sogar die sehr komplizierten Kohlenwasserstoffe, aus denen Lebewesen und damit wir bestehen, irgendwann im Verlauf der Erdgeschichte spontan (oder 'abiotisch'?) entstanden sein müssen, nur wisse man leider nicht viel genaues darüber, wie.
Unabhängig davon stellt sich im Zusammenhang der Energieversorgung gar nicht die Frage, WIE der für die Ölbildung nötige Kohlenstoff und Wasserstoff (und ggf. fertige Kohlenwasserstoffe) in die Lagerstätten der Erdkruste gelangt sind, sondern es stellt sich nur die Frage nach der MENGE bzw. nach dem Tempo der Edölbildung. Nur davon hängt es ab, ob diese dauerhaft den laufenden Ölverbrauch decken kann.
Wikipedia gibt den jährlichen Ölverbrauch mit 30 Mrd. Barrel an. 1 Barrel sind 159 Liter, das macht also 4770 oder gerundet 5000 Mrd. Liter oder 5 Mrd. Kubikmeter und nach Entfernung von 9 Nullen sind das 5 Kubikkilometer. Dieses Öl verteilen wir jetzt über die Erde. Diese ist groß; sie soll einen Radius von 6000km haben, und das macht nach der Formel 4 Pi r^2 etwa 12x36x10^6 oder gerundet 500x10^6 Quadratkilometer. Teilen wir die 5 Kubikkilometer durch diese Fläche, ergibt das die Dicke des Ölfilms, den wir jährlich verbrauchen. Ich komme auf 10^-8km oder 1/100 mm.
Klingt nicht nach viel, hätte aber schon den alten Kulturvölkern deutlich als Schweinerei im Ozean auffallen müssen, vor allem dort, wo es konzentriert vorkommt (aufquillt?), d.h. insbes. in der Nähe der heute ausgebeuteten Ölquellen im Nahen Osten. In einem Jahrhundert müßte eine Ölschicht von 1mm entstehen, seit der Eiszeit (10000Jahre) wären es 10cm, und seit dem Untergang der Dinosaurier (60 Mio. Jahre) wären es 600m. Das sollte schon mehr Kohlenstoff sein, als es auf der Erde überhaupt gibt. Deshalb nur zur Vollständigkeit die Schichtdicke seit der Bildung der Erdkruste (4 Mrd. Jahre): das wären 4km Ölschicht. Statt Öl in Tankern hätten wir Tanker, die im Öl fahren.
Es ist deswegen völlig ausgeschlossen, daß es irgendeine (egal wie) dauerhafte Nachbildung von Erdöl gibt, die das Energieproblem lösen könnte. Wollen wir nicht eine 'nach uns die Sintflut'-Strategie fahren, dann müssen wir anerkennen, daß wir bisher mit endlichen Ressourcen arbeiten und deshalb umsteigen müssen, bevor sie alle sind. Und das gilt auch, falls ich mich oben mit der einen oder anderen Null vertan haben sollte.
Gruß
Kl.H.
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=> Ergänzung PB: Auf die Schnelle können die Leser das zwar nicht alles verifizieren. Aber nach meinen bisherigen Kenntnissen ist das eine sehr kluge Zuschrift! KOMPLIMENT! Die sollten Sie unbedingt mal an einige bekennende "Abiotisches Öl rettet die Welt"-Ideologen oder an Börsenbriefschreiber wie zB den (in ANDEREN Bereichen) eigentlich klugen Volker "Taipan" Michler ["Erdöl reicht ewig!"] oder an MaxNews oder ... schicken.
=> Hier und heute ging es im Blog nicht um die "abiotische" Ölgenese. Aber an anderer Stelle werde ich mir erlauben, Ihre Argumente mal zu zitieren! Danke.
zufaellig entdeckte ich dieses Forum ueber Desertec. Ich verstehe dass bei vielen, die sich aktiv mit den grossen Themen unserer Gesellschaft beschaeftigen, viele Fragen ueber Desertec leben. Die Dii versucht die Desertec Vision in Schritten umzusetzen (ich sehe Desertec nicht als ein Projekt, eher als eine moegliche langfristige Entwicklung in MENA Staaten und in Kooperation mit Europa). Natuerlich koennen wir nicht zaubern. Das was nicht vernuenftig und wirtschaftlich, gesellschaftlich, umweltfreundlich usw. umsetzbar ist, wird deshalb auch gar nicht in Angriff genommen. Ich schaetze die "Brainstormfragen" in diesem Forum, auch wenn einige ein bisschen scharf formuliert sind. Vielleicht waere es fuer Interessenten gut wenn wir einander mal irgendwo treffen und offen die Zweifel, Einsichten und Wuenschen austauschen. Wie kann so etwas organisiert werden?
Gruss,
Paul van Son
CEO Dii GmbH (bekannt als Desertec Industrie Initiative)
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=> AW PB: Dies ist eine rational klingende Desertec-Stimme - dafür danke.
=> Die Aussage "ich sehe Desertec nicht als ein Projekt, eher als eine moegliche langfristige Entwicklung in MENA Staaten und in Kooperation mit Europa" klingt zwar durchaus ANDERS als die bisherigen Botschaften von Desertec. Und bei dieser neuen "Vision" -in erster Linie für die MENA/MiddleEastNorthAfrica-Staaten- darf sich der deutsche Steuerzahler erst recht fragen, warum er die im Raum stehenden Steuermilliarden aufbringen sollte.
=> De facto wird hier doch von Desertec selbst meine Prognose von oben (Kommentar 27.10.2010) bestätigt: "Das Projekt wird gestartet. Erst lokal in Afrika und praktisch ausschließlich Subventions-finanziert. Nach etwa 5 Jahren wird man 'überraschend merken', dass die Mittelmeerquerung nicht sinnvoll oder überhaupt nicht zu machen sein wird. Jedenfalls nicht ansatzweise in Größenordnungen, die weit über die Kapazitäten der heute bestehenden kleinen Stromleitungen von Afrika nach Spanien hinausgehen."
=> Aber immerhin klingt das nun ehrlicherweise so, dass die deutschen Desertec-Subventionen nun aus dem Entwicklungshilfetopf genommen werden sollten. Wirtschafts- und Energiesubventionen für Europa aus dem Budget des Wirtschafts- oder Energieministeriums sind offenbar weder sinnvoll noch sachgemäß.
=> Immerhin aber tut sich derzeit etwas in der politischen Landschaft der nordafrikanischen Diktaturen und Gottesstaaten: Schneller als im Blog oben unter Punkt 7 erwartet, sind Mubarak und Ben Ali Geschichte und auch die Militärdiktatur in Algerien dürfte wanken. Ob allerdings die islamischen Gottesstaaten in Algerien und Ägypten etc. verhindert werden können, wird man erst etwa 2015 wissen, wenn überall dort 1-2 freie demokratische Wahlen mit Teilnahme von u.U. erst neu zu gründenden (fundamental-islamischen) Parteien abgehalten sein werden. Die Muslimbrüder dürften in Ägypten fast 40% der Stimmen erhalten!! Desertec wird also noch sehr lange keine Planungssicherheit bzgl. der Transit-"Partner"-Länder haben. Die o.g. "Kooperation mit Europa" dürfte sich somit über lange Jahre beschränken auf eine europäische Starthilfe (Technologie, Invest) für die MENA-Staaten mit völliger Unsicherheit, ob je -noch dazu wirtschaftlicher- Strom nach Europa fließen wird. Diese Unsicherheiten sind auch durch noch so wohlwollende, konstruktive Forendebatten oder durch den "Austausch von Zweifeln, Wünschen, Einsichten" ausräumbar.
=> Es gibt eine Menge Parallelen zur Kasachstan-Türkei-Europa-ÖlGas-Pipeline "Nabucco", die mit allen Mitteln diplomatischen Drucks und milliardenschwerer Kuhhandel mit islamischen Diktatoren möglich gemacht wird - nur um zu erreichen, dass die Abhängigkeit Europas von islamischen Staaten ohne Not existenziell werden wird!





