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Bill Gross: "Anleihe-Ponzis"; sprich: "Goldpreismanipulation"
von Peter Boehringer
29.10.10 10:06:47
Aktuelle News von der Anleihenfarce vom Anleihenmarkt: Einer der größten Anleihenmanager der Welt, Bill Gross (PIMCO), erklärt ggü. der kanadischen Financial Post den 30 Jahre dauernden Bullmarkt der Anleihen für beendet.
"It's over: Bill Gross declares the 30-year bond bull run at an end"
=> Die Hintergründe für diesen Bullenmarkt und die Zusammenhänge seines Endes mit dem aktuellen Zusammenbrechen der GoldSilberpreismanipulation erklärt er nicht. Also tun wir es eben selbst.
Für realistische und politisch unkorrekte Beobachter des Wirtschaftsgeschehens ist Bill Gross´ neue Anleihenskepsis natürlich keine große Sensation. Aus DIESEM Munde aber doch - immerhin erklärt Gross damit den Kern seines jahrzehntealten Geschäftsmodells für sich und seine Milliarden-schweren Pensionsfonds-Kunden für null und nichtig!
Gross ist auch recht eindeutig, was das aktuell laufende "QE2"-Programm bedeutet: Man beachte insbesondere die erstaunliche Wortwahl ... nicht etwa von Metaphern-reichen Schnelldenkern und -sprechern wie zB Folker Hellmeyer, Dirk Müller, Prof. Bocker oder Alex Jones, sondern ... von BILL GROSS himself (!): "Big mess", "Ponzi-Scheme", usw. Dem "Ponzi-scheme" gibt Gross sogar einen durchaus treffenden neuen Namen: "Sammy scheme" - gewidmet Uncle Sam.
"It's over: Bill Gross declares the 30-year bond bull run at an end"
Financial Post, 28.10.2010
"The Fed, in effect, is telling the markets not to worry about our fiscal deficits, it will be the buyer of first and perhaps last resort. There is no need – as with Charles Ponzi – to find an increasing amount of future gullibles ["Schlucker" - gemeint sind natürlich "weitere Bondaufkäufer" oder nach der "greater fool" Theorie: "NOCH dümmere Nachkäufer"...] , write the check themselves [= umfassende Anleihe-Monetarisierung durch die Fed]. I ask you: Has there ever been a Ponzi scheme so brazen? [= dreist] There has not. This one is so unique that it requires a new name. I call it a Sammy scheme, in honor of Uncle Sam and the politicians."
Ohne die Wörter "Gold" oder Silber" in den Mund zu nehmen, wird Gross dann sogar noch zum Goldbug:
"But either way it will likely signify the end of a great 30-year bull market in bonds and the necessity for bond managers and, yes, equity managers to adjust to a new environment."
"In jedem Fall bedeutet das neue [QE2] Umfeld das Ende eines 30-jährigen Anleihe-Bullenmarktes. Anleihemanager (und auch Aktienmanager) werden sich an ein neues Umfeld anpassen [und umorientieren] müssen." ![]()
=> Ja, wohin denn... ? ![]()
Nicht angesprochen im Artikel hat Bill Gross, WARUM der 30-jährige Bullenmarkt über die noch halbwegs marktgerechte Periode bis etwa 1995 hinaus bis heute überhaupt Bestand haben konnte. Verständlich: Zum einen hätte er sich selbst als Dauerpusher der Anleihemärkte und als Greenspan- und Bernanke-Fan outen müssen, die er immer bedingungslos unterstützt hat, solange die absurde Minizins-Party und die Gelddruckorgie noch lief [denn unter anderem Namen als "QE2" läuft die Orgie seit fast 10 Jahren]. Und zum anderen hätte er die "conditio sine qua non" benennen müssen, ohne die diese Party bei massiv steigenden Gold- und Silberpreisen schon 1995 oder 2001 zu Ende gewesen wäre: Die langjährige und anhaltende Preisdrückung bei Gold und Silber!
Gross hat das nicht angesprochen, obwohl er sich seit einigen Tagen dabei sogar auf offizielle Anklagen gegen die chronischen Silber- und Golddrücker JP Morgan und HSBC hätte stützen können. Und sogar auf deren bemerkenswerte de facto Vorverurteilung durch CFTC-Commissioner Bart Chilton, welche natürlich nie ausgesprochen worden wäre, wenn die Beweise dazu der CFTC nicht längst in absolut unwiderlegbarer Form vorliegen würden. Und so müssen wir wieder mal alles selbst machen: Kommen Sie zur Internationalen Edelmetall- und Rohstoffmesse am 5./6. November in München.
Herr Gross bekommt ggf. von der Messe-Organisation noch eine Freikarte. Ich selbst und die anderen einschlägigen Referenten sowie sicher auch die GATA stellen ihm gerne ihre Vortrags-Folien zur Verfügung, damit er künftig den Zeitungen nicht nur (korrekterweise) das Ende der 30-jährigen Bondrally vermelden kann, sondern damit er auch noch hieb- und stichfest beweisen kann, dass die Goldmanipulation bzw. die Silberpreisdrückung der wichtigste Hebel zur fast 15-jährigen künstlichen Verlängerung der Bondrally gewesen sind!
Der Goldmarkt der kommenden Jahre ist der Anleihemarkt der letzten 30 Jahre. Vermutlich sogar inklusive "Blow-off"-Phase, Hype und Blasenmarkt, von dem wir aber noch weit entfernt sind. In einigen Jahren werden Notenbanker (falls es denn noch welche geben sollte) die Keynote speech auf der Messe halten. Und es wird darin um den Deckungsgrad der dann (teil)gedeckten Währungen gehen. So wie Anleihen (= Schulden) heute Geld darstellen, werden es übermorgen wieder Gold und Silber sein - jedenfalls de facto. Eine 2500 Jahre alte Historie des Warengelds bzw. des Edelmetall-gedeckten Geldes wurde seit 1971 gerade einmal für 40 Jahre unterbrochen. Es wird Zeit, dass der Weltenträger Atlas das unnatürliche Anleiheschuldgeld endlich abschüttelt. [Literatur-Puristen mögen mir die Zweckentfremdung der 50 Jahre alten Metapher von Ayn Rand verzeihen].
6 Kommentare
Da müssen die komplexen, verschachtelten und einbahndenkenden Modelle einfach beiseite gelassen werden.
Was ist dazu notwendig? Ich rufe zu einer Bewußseinserweiterung auf, denn im Gehirn der Menschen werden Lösungen entworfen, solche und solche!
Geld ohne Deckung ist ganz einfach Verelendung der Gesellschaft.
Wir müssen wieder einfach und schöpferisch denken, dann wird es eine gute Zukunft geben, auch wenn die Umbrüche für viele Menschen schwierig werden. Mal ehrlich, was brauchen wir Menschen wirklich, um glücklich zu sein?
Dies wirft nun die weitere Frage auf, was dann mit dem Gold- und Silberpreis geschieht, wenn "alle" plötzlich Edelmetall als DAS Wertaufbewahrungsmittel schlechthin betrachten und es folglich unbedingt besitzen wollen.
China und andere Länder erhöhen schon seit Jahren ihre Goldreserven, und zwar z. T. still und heimlich.
Dies hat sicherlich mehrere Gründe. Jedoch denke ich, dass all diesen "sammelnden Notenbanken" klar ist, dass nach der Reform des Weltfinanzsystems zumindest zum Teil die Währungen mit Gold und Silber gedeckt sein werden.
Welche Nachfrage ruft diese Einstellung zu Gold seitens der Reichen, der Notenbanken sowie der Pensionsfonds und Lebensversicherer hervor?
Ich kann mir nicht annähernd vorstellen wie dramatisch der Goldpreis steigen müsste, wenn relativ kurzfristig nur 0,1 % des weltweiten Vermögens in Gold umgeschichtet würde.
Man sollte bedenken, dass es ausser Edelmetallen noch mehrere gute Sachwerte gibt, die man zwecks Werterhaltung besitzen kann.
Könnte man an Hand einer Hochrechnung aufzeigen wohin sich der Preis für eine Unze Gold bewegen müsste, wenn innerhalb eines Jahres 0,1% des Weltvermögens in Gold umgeschichtet würde?
Es wäre schön, wenn sich jemand finden würde, der hierzu irgend etwas beisteuern könnte.
Ich wünsche allen Lesern eine gute Zeit und viel Erfolg in ihren Geschäften.
H. Kettern
Wahrscheinlich die Chinesen und so wandelt sich der "Greenback" zum "Yellowback" und das Sammy-Scheme zum Yellow-Scheme.
*********
=> PB: :-)
Auch Bernanke kritisierte in seiner Rede vom 4. Oktober schon mal vorausschauend den amerikanischen Kongress, dessen Defizit auf Dauer nicht haltbar sei. Er legte den Finger in Wunde als er auf die explodierenden Kosten im Gesundheits- und Rentensystem, die demografische Herausforderung, und die wachsende Zins- und Schuldenlast ansprach. Wie praktisch für den Notenbankchef, schon heute den Politikern die Schuld zu geben für eine Geld- und Fiskalpolitik, die die Fed wohl mindestens zur Hälfte mitzuverantworten hat. Später kann man dann sehr schön sagen, man hätte ja frühzeitig darauf hingewiesen.
So kommen sie jetzt alle aus der Deckung – Journalisten (AEP), Hedgies (Soros, Paulson, Tudor Jones), Notenbanker (Greenspan, Bernanke, Plosser, Hoenig, Weber) und sogar Politiker (Grayson. Merkel). Bill Gross? Ich erinnere mich noch, wie der 2008 mit weinerlicher Stimme öffentlich um die Rettung von Fannie und Freddie flehte. Mit den toxischen mortgage bonds und agency debt hat er später ein Heidengeld verdient. Das ist moral hazard im Quadrat. Glaubt mir, was der King of bonds in "Run Turkey, Run" (http://www.pimco.com/Pages/RunTurkeyRun.aspx) jetzt ablieferte, ist genau die gleiche Cover-Your-Ass-Taktik, die die anderen auch verfolgen.
Aber schlußendlich dient dann auch "echtes Geld (Gold und Silber) nur als Transmissionsriemen für "Investments ins persönliche Wohlbefinden", sprich gesicherter Lebensabend.
Und der ist systembedingt für viele Menschen gefährdet.
Also warum nicht Abschied nehmen von FIAT Money basierten Bank und Versicherungslösungen und im Genossenschaftlichen Rahmen die Möglichkeiten ausloten...z.B. kann eine e.G. mit "Bankfunktion" Seniorenheime betreiben das an seine Mitglieder gegen Zahlung eines angemeßenen Betrages einen Geschäftsanteil veräußert der ein lebenslanges Wohnrecht verbrieft. Dieser ist fungibel wie eine Aktie.
Statt Dividende oder Ausschüttung kann man wohnen.
Das ganze als weltweites Franchisesystem
Und schon ist man losgelöst vom Denken in Währungseinheiten, Prozenten und Rendite.Wohnrecht ist und bleibt Wohnrecht
Einfach, transparent, ehrlich.
Das Genossenschaftsrecht bietet diese Möglichkeiten. Wir sollten sie nutzen.
