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Systematisch, systemrelevant, global, anti-marktwirtschaftlich

von Peter Boehringer E-Mail 29.10.10 17:29:57

It had to happen: Die "Systemrelevanz" bekommt nun endlich "System": "Systematisch" und in völlig intransparenter Weise wird in den kommenden Monaten der globalistische und dazu durch nichts und niemand legitimierte "Finanzstabilitätsrat FSB" (eine Gründung der G7) unter der Leitung des Oberglobalisten Mario Draghi (GS, EZB ) eine Liste der "global systemrelevanten Finanzinstitutionen" erstellen. *)


Diese völlig undemokratisch erstellte illegitime und elitäre Liste wird aber -das ist schon heute absehbar- bei künftigen Bailouts der Staaten ENORME Bedeutung haben! Es ist eine Erweiterung der "primary dealer"-Liste - also der Gruppe der Großbanken, die direkt mit der Fed Geschäfte machen dürfen und so als Geld-Erstempfänger zu Nullzinskonditionen ENORME Privilegien haben und quasi sakrosankt sind.

=> Eine Erwähnung auf dieser Liste wird künftig über Sein oder Nichtsein von Finanz-Institutionen entscheiden. Natürlich nur, solange das perverse Papiergeldsystem weiterexistiert, über das solch unfaire und anti-marktwirtschaftliche Bailouts finanziert werden.

Ab 2012 wird also zB der deutsche Finanzminister bzw. die Weltregierung dann einen "systematisierten" Bailout-Prozess in Gang setzen, wenn sich eines dieser hoch-privilegierten und künftig unsterblichen Institute :> nach privater Abschöpfung von Provisionen, Boni und Gewinnen verzockt hat und um Hilfe nachsucht. Dann wird gerettet, "Koste es was es wolle". Der Listen-Rettungs-Algorithmus sieht es dann so vor. Die Welt der Makroklempnerei kann so einfach sein. DAS sind also die Lehren, die "unsere" Politiker aus der Krise seit 2008 gezogen haben...! >:XX

Die elitäre Gottspielerei **) und der totalitäre Schwachsinn wider die Marktwirtschaft laufen Amok. Man muss sich wirklich fragen, wie die Menschheit bis zur Gründung der ersten Bank überleben konnte... Hier wird es philosophisch: Kann es Leben ohne systemrelevante und ohne Geld aus dem Nichts schöpfende Banken geben? In wenigen Jahren wird es illegal sein, diese Frage noch öffentlich mit "Ja" zu beantworten.

PS: Man darf gespannt sein, welche LÄNDER in einer Listenversion 2.0 dann systemrelevant sind und welche insolvent gehen dürfen. Und in Version 3.0 werden dann zuletzt noch MENSCHEN definiert, welche systemrelevant von Gnaden des FSB sind - oder eben besser sterben sollten. Eugenik, wir kommen.

*) Lesehinweis dazu: MM-News-Artikel von heute
**) Das (c) auf die Begriffe "Makroklempnerei" und "Gottspielerei" haben R. Baader bzw. der Resch-Verlag ;)

5 Kommentare

Kommentar from: Jürgen Kremser [Besucher] · http://www.gruenguertel.kremser.info
*****
29.10.2010

Seit längerem vertrete ich in meinen Kommentaren, daß es zutiefst unmoralisch ist die Wirtschaftssubjekte in systemrelevante und nicht-systemrelevante zu unterscheiden. Denn der Staat hilft einmal ein individuelles Schicksal vor der Zerstörung zu bewahren, ein anderes mal aber läßt er ein Schicksal scheitern. Dieses divergente Verhalten des Staates, was wieder nur dessen Beamte und Politiker vornehmen, läßt sich nicht anständig abgrenzen, unterliegt mithin ihrem subjektiven Dafürhalten.

Ich halte es für sinnvoll, daß das Scheitern eines Wirtschaftssubjekts prinzipiell gemäß Insolvenzordnung durchgeführt wird, wobei jedoch die dadurch für die Allgemeinheit entstehenden Schäden, z. B. die Sparer, abgemildert werden.

Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir die gescheiterten Bankvorstände weiter am Ruder lassen. Diese muß man als dem Spiel verfallenen süchtigen ansehen, die bei der nächstbesten Gelegenheit wieder spielen: Faites votre jeux! Und zwar erneut zu Lasten der Steuerzahler, womöglich noch in der verblendeten Meinung gottwohlgefällig zu handeln!
29.10.10 @ 19:37
Kommentar from: Peter Meyer [Besucher] · http://goldvertrauen.de
*****
Guten Abend Herr Boehringer,

vielen Dank für Ihre jüngsten Beiträge.

Meine eigene Web-Visitenkarte habe ich heute modifiziert, weil es mittlerweile viele gute Quellen abseits der Hauptstrasse gibt.

Freundliche Grüße, Peter Meyer

29.10.10 @ 21:28
Jetzt nimmt die angelsächsische Weltdiktatur - die es nach W. Eichelburg nie geben wird, da die Elite ja am abkacken ist - schön langsam Formen an. Wie sagte doch Kissinger: "Globalisierung ist nur ein anderes Wort für US- (Welt-) Herrschaft." Die Finanzkrise bietet die Möglichkeit zur raschen und undemokratischen Durchsetzung. Die Meisten kapieren eh nicht, was um sie herum vorgeht. Wenn die neue Weltordnung nach dem Schema der westlichen Demokratie gebaut sein wird, dann werden wir eine Finanzdiktatur mit einer dünnen Demokratiescheinwelt bekommen.
30.10.10 @ 16:31
Kommentar from: Kauz [Besucher]
*****
Die ganze Absurdität der Milliardenpakete für Banken (weltweit sind das Billionen) wird erst deutlich, wenn das Ganze auf kleinere Wirtschaftssubjekte runtergebrochen wird.
Man stelle sich vor, ein popeliger Bauunternehmer mit zwei Gesellen ist für Errichtung eines Einfamilienhauses engagiert worden. Die Vergütung betrage der Einfachheit halber 100.000 €. Der Vertrag sieht für den Fall der vorzeitigen Fertigstellung des Rohbaus einen Bonus von 5 % vor. Vom Bauherrn wäre in diesem Falle 105.000 € zu zahlen. Nun, beim Richtfest kracht das Dach zu Boden, die tragenden Wände knicken seitwärts weg. Dessen ungeachtet präsentiert der Bauunternehmer kalt lächelnd die Rechnung von 100.000 € und verlangt zudem die Zahlung des Bonus, weil - so sein Argument - der Rohbau 3 Tage vorher fertig gestellt worden sei. Um dieser Forderung zusätzlich Nachdruck zu verleihen, fügt der Frechling hinzu, dass seine Firma das einzige Bauunternehmen in der Gemeinde sei und ihr insofern eine systemische Bedeutung zukomme. - Was wird daraufhin wohl passieren? Nun, in einer ersten Wallung wird ihm der Auftraggeber Prügel anbieten; zu guter letzt sieht der Dreistling nicht nur keinen Pfennig, sondern muss womöglich auch noch diversen Schadensersatz und Gerichtskosten zahlen.
Da sind die gewisse Banken in einer weit komfortableren Lage: Sie fahren durch giergetriebene wahnwitzige Spekulationsgeschäfte ganze Volkswirtschaften an den Rand des Abgrunds, erleichtern Kunden um ihre oft sauer verdienten Ersparnissen, manövrieren sich dicht an den Bankrott, aber geradestehen müssen sie dafür nicht. Ja, ganz im Gegenteil: Diese Finanztempel – mit den Geldern des kleinen Mannes vor der Pleite bewahrt - genehmigen sich weiter horrende Boni, Gehälter und Pensionsansprüche. Und alles scheinbar in bester Ordnung, rechtstaatlich gewissermaßen. Bleibt als Fazit festzuhalten: Jene Banken haben offensichtlich die Lizenz zur Plünderung gesellschaftlicher Ressourcen.
31.10.10 @ 11:52
Kommentar from: Klaus Gravi [Besucher]
*****
Hier fehlt eine Druckfunktion, um die Artikel besser abspeichern zu können.

Denn wer weiß, wie lange wir uns im Internet noch an solchen Artikeln laben können...

____________

AW Admin: Problem ist bekannt - aber leider nicht leicht lösbar. Bitte ggf. per copy-paste in Word setzen und von dort aus drucken.

Unabhängig davon denken Verleger daran, die Blogs mal in Buchform zu setzen.
02.11.10 @ 06:59

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