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Einbruch in Tabuzonen: the truth goes mainstream

von Peter Boehringer E-Mail 03.02.11 10:39:09

Geschehen in der deutschen Mainstream-Presse noch Zeichen und Wunder? Sollte sich die ungeschminkte ökonomische Wahrheit Bahn brechen? Ist sie einfach nicht mehr unter der anachronistischen und angesichts der Fakten abstrusen Bleidecke der political correctness zu halten? Drängen endlich die hässlichen Wahrheiten und die ungeliebte Ratio ans Licht und verdrängen so die irrational aufgehübschte glitzernde Oberfläche der berichteten "Wahrheit" der deutschlandfeindlichen Gutmenschenpresse? Fast scheint es so, wenn man -ausgerechnet- den heutigen Handelsblatt-Titel liest. Ein ZWEIseitiger Aufmacher "Wir retten uns zu Tode" mit einem Inhalt und sogar einer Wortwahl, die 1:1 aus den Archiven der seit Jahren zunehmend vor Emotion schäumenden Wahrheitsblogger oder der ökonomischen "Traditionalisten" stammen könnte.

Praktisch JEDEN Satz dieses Aufmachers könnte die Gemeinde des wahren, natürlichen, stabilen Geldes unterschreiben! Geschrieben ist er von -man höre und staune- Chefredakteur Gabor Steingart. :!: Ja, demselben Steingart, den ich hier noch am 19.11.2010 als "Gabor Orwell" bezeichnen musste, weil sein damals auf die Transferunion bezogener Titel "Versailles ohne Krieg" eine derart perfide Inhaltsumkehrung gegen Deutschland beinhaltete, dass man ob dieser Chuzpe schreien wollte. Veröffentlicht heute nun in demselben Handelsblatt, das seit Jahr und Tag wie fast alle systemtragenden Organe des Mainstreams ein Hort der Gelddrucker jeder Couleur war. Demselben Handelsblatt, in dem keynesianistische Claqueure à la (ex-)DIW-Zimmermann, ach-so-"Wirtschaftsweise" à la Bofinger, Weltregierer à la Soros, sowie abgehalfterte Mitschuldige am Transfer-Euro à la Schmidt oder Waigel ständig eine große "seriöse" Bühne für ihr pseudo-wissenschaftliches und apologetisches Geblubber bekommen haben. Ganz aktuell auch heute wieder mal ein anderer Ex-Kanzler: Schröder auf gleich zwei vollen Seiten, ebenfalls in der heutigen Handelsblatt-Ausgabe: "Die Idee von Euro-Bonds ist mir sympathisch"...

Und nun DAS: Gabor Steingart schreibt den zweiseitigen Aufmacher "Wir retten uns zu Tode" - übrigens ein Bild, das Wirtschaftsblogger und unabhängige Journalisten seit 2008 immer wieder verwendet habe. Dennoch plagiiert Steingart hier nicht, denn jeder der unverblendet und mit ein wenig althergebrachtem wirtschaftlichen Hausverstand über den Wahnsinn des aktuellen "Rettungsgeschehens" nachdenkt, muss automatisch zu diesem Schluss kommen.

Der Handelsblatt-Aufmacher ist nicht online [Nachtrag 16 Uhr: Mittlerweile doch leicht entschärft online - Link s.u. im Kommentarbereich]. Und so kann ich im folgenden nur die erstaunlichsten Sätze zitieren, soweit das Urheberrecht Zitate eben zulässt. Ich empfehle Ihnen aus voller Überzeugung und mit vollem Ernst: Kaufen Sie heute das Handelsblatt! Lesen Sie diesen Aufmacher. Schreiben Sie Steingart zustimmend zurück. Aber vergessen Sie nicht zu fragen, wie er angesichts seiner neuen Überzeugung und nach der nun vollzogenen Volte je wieder Gastbeiträge der Soros´ oder der Bofingers oder Krugmen ins Blatt lassen kann. Und wie er ab sofort weiter mit den wir-erschlagen-jedes-Problem-mit-noch-mehr-Geld Redakteuren seines Blatts zusammenarbeiten kann. Oder wie er dies den wir-ertrinken-gern-in-Liquidität-auch-wenn-sie-aus-dem-Nichts-gedruckt-ist Anzeigekunden erklären will - zB von der Allianz, die ironischerweise auf derselben ersten Handelsblatt-Seite 1 heute für ihr Anleihen-Portfolio wirbt.

Hier einige der erstaunlichsten Auszüge aus Steingarts heutigem Artikel:

- "Wir retten uns zu Tode"
- "... Gelddrucken / wundersame Geldvermehrung / Überflutung der Welt mit Geldnoten, denen kein Wert gegenübersteht"
- "... es ist eine neue Form staatlicher Marktwirtschaft entstanden, in der das Verursacherprinzip für das Geldgewerbe nicht mehr gilt"
- "... niemals zuvor ... Finanzindustrie ... derartig ungehinderter Zugriff auf das Geld der Steuerzahler"
- "... alleine in D bis heute 545 Mrd EUR" / "entspricht der Summe aller privaten Ersparnisse seit Kriegsende" :!:
- "... Politikertypus mit Rettungssyndrom"
- "... bizarr ... Wahnsinn ... verstaatlichte Unvernunft ... Casino ... es regnet [Geld]Jetons"
- "... an den Rohstoff- und Finanzmärkten ist der Teufel los [Inflation]"
- "... das Geld künftiger Generationen wird von den Rettungspolitikern ausgegeben"
- " ... Schattenreich der Hedge Fonds" / "[Billionen-schwere finanzielle] Atombombe"
- " ... Tag der nächsten Krisenerschütterung"
- " ... wenn die Welt schon zugrunde geht, will man [als Finanzprofi] wenigstens vorher noch mitverdient haben"

Und noch als Höhepunkt des Artikels aus meiner subjektiven Bloggersicht folgendes letztes Steingart-Zitat:

"Wer auf diese Scheinwelt hinweist, wirkt altmodisch. So ändern sich die Zeiten: Wer früher als Anwalt der Stabilität auftrat, empfahl sich für Höheres. Wer heute für Seriosität wirbt, gilt als Querulant."
[sic!]

=> Für Leser der Goldseiten oder von Hartgeld, MMNews oder Infokriegernews; sowie für alle unverbildeten Wahrheitssucher und informierten "Smart Investors" steht im Artikel nichts Neues drin. Dennoch ist er als Handelsblatt-Aufmacher m.E. eine Sensation und ich gratuliere Steingart zu diesem fast 100%ig gelungenen Leitartikel. Möge er den Mut besitzen, diese neue Überzeugung konsequent zur neuen (alten?!) Hausmeinung zu machen und dies auch gegen alle -garantierten- Widerstände durchzuhalten!

=> Sollte dies im Handelsblatt und anderswo tatsächlich geschehen (und ich weiß, dass hieran berechtigte Zweifel bestehen und dass hier Dutzende von zweifelnden Leserzuschriften kommen werden), dann besteht irgendwann ein echtes Existenz-Rechtfertigungsproblem für die Wahrheitsblogger. Allerdings eines, das wir gerne in Kauf nehmen - ganz wie schon 2009 geschrieben in "Medialer Wachwechsel":

"Zwar ist der journalistische Mainstream zusammen mit der 1. Gewalt (Legislative in den Parlamenten sowie die dort dominierenden Partei-Organisationen) und der 2. Gewalt (Regierung/Exekutive) in 'guter' Gesellschaft: Auch dort wird die Arbeit für das Volk zunehmend verweigert. So wie leider auch immer häufiger in der 3. Gewalt (Judikative) ... Dennoch überrascht es ein wenig, dass ausgerechnet das Fachblatt der (Mainstream-)Medien 'journalist' in seiner aktuellen Ausgabe die Internet-Kommentatoren, Blogger und online-Leser als 'fünfte Macht im Staate' zur Kontrolle der vierten bezeichnen muss. Gut gebrüllt, lieber 'journalist'. Tja, so ist das eben, wenn die drei verfassungsmäßig vorgesehenen Gewalten zunehmend versagen und die (inoffizielle aber in einer Mediendemokratie extrem mächtige) 4. Gewalt ebenfalls streikt bzw. käuflich ist! Das Volk WILL in einer Demokratie die Macht. Und diese steht ihm nach Art. 20 (2) GG auch zu. So ist es nur logisch, dass sich in einer Situation einer gleichzeitigen latenten Verfassungs- und Medienkrise eine weitere Gewalt etabliert.
Die Bad News für den Mainstream ist diese: wenn der Niedergang der Wahrheit und des Relevanten im Mainstream so weitergeht, wird der Mainstream zunehmend obsolet und ignoriert werden.
Die Good News für den Mainstream ist: Die Gegenpropaganda der Blogger hätte keine Chance auf Aufmerksamkeit, sobald die offizielle 4. Gewalt des journalistischen Mainstreams ihren Kontrollauftrag der Mächtigen auch nur ansatzweise und unabhängig wieder erfüllt!"

Fazit: Es scheinen Zeichen und Wunder zu geschehen. Wir sind sehr gespannt auf die Berichterstattung des Handelsblattes in den kommenden Wochen über die anstehenden neuen Runden der Brüsseler Bailoutgespräche zu Lasten Deutschlands.

21 Kommentare

Kommentar from: Hermes1650 [Besucher]
*****
Hi Herr Boehringer,

auch ich war sehr erstaunt und erfreut, diesen Artikel heute lesen zu können.

Ich habe diesen Artikel als Antwort auf meine Kündigung des Handelsblattes im Januar d.J. verstanden.

Mit großer emotionaler Beteiligung habe ich meine Kündigung mit den unerträglichen Artikeln zu der Notwendigkeit von Euro-Bonds begründet.

Außerdem habe ich die journalistische Oberflächlichkeit der Berichterstattung junger, unerfahrener Dummschwätz plappernder Redakteure heftig kritisiert und auf die unausweichlichen Auswirkungen des Fiat-money-Systems auf die Zukunft Deutschlands und der Weltwirtschaft hingewiesen.

Mag sein, das viele Leser des HB ähnlich argumentiert haben.

Ob ich nun die Kündigung zurücknehme? Schau´n mer mal, der Franz sagen würde

Hermes 1650
03.02.11 @ 11:17
Kommentar from: Adept [Besucher]
*****
Man fragt sich unwillkürlich,was den Chefredakteur zu diesen Einsichten gebracht hat.
Schließlich ist er ein Rädchen im politischen Establishment und muß seine Aufgabe erfüllen - sonst wird er ausgewechselt.

Wenn er also eine Aufgabe erfüllt hat, dann muß es einen Grund geben. Am ehesten fällt mir dazu Ablenkung ein: die Politik macht weiter wie bisher, der Chefredakteur hofft auf mehr Käufer und den Segen dazu hat er, denn man hofft auf den Effekt des 'Druck ablassens'.

Erfreulich daran ist, dass die staatlichen Propagandasender und die gleichgeschalteten Medien offenbar selbst unter Druck kommen durch die Aufklärungsarbeit der Blogger.

Einfach weiterlügen geht nicht mehr so einfach.


03.02.11 @ 13:01
Kommentar from: Laterne [Besucher]
*****
Woher kommt dieser Gesinnungswandel? Einerseits sieht man zur Zeit in Nordafrika, dass sich das Volk gegen ihre Ausbeuter auflehnt, gleichzeitig wir der Kill Switch in Europa salonfähig (aktuell Österreich und Deutschland).
Ist dieser Paradigmenwechsel also für den Selbstschutz oder für einen geplanten Umsturz des Systems –und daraus eine Neustrukturierung des Selben – inszeniert?
Ich kann nach all den Jahren nicht mehr glauben was ich lese.
03.02.11 @ 13:55
Kommentar from: Kantundco [Besucher]
*****
Ist doch ganz klar, da hat jemand Angst, dass ihm die letzten Leser und damit die Auflage wegbricht Schon rumort es in der ManagerLounge des Manager-Magazins unüberhörbar. Und selbst der schläfrigste Mittelständler hat inzwischen kapiert, was da für ein Wahnsinn auf uns zurollt. Da möchte auch ein Gabor Steingart nicht der letzte Rufer in der Wüste sein.Ich glaube, das ist einfach dem Timing geschuldet. Zu früh wäre man der Buhmann, zu spät wäre man es auch. Aber vielleicht ist er wirklich jetzt erst aufgewacht und hat ein bisschen reflektiert, wo die Wahrheit liegt. Und sich wieder dem eigentlichen Auftrag seines Berufsstandes erinnert. Guten Morgen! Aber das ist nur menschlich (Mir ging es ja auch so.) Man will Negatives einfach nicht sehen. Es werden noch mehr vom Saulus zum Paulus. Und die, die es gar nicht kapieren, werden ausgelacht. So ist das halt mit der öffentlichen Meinung.
03.02.11 @ 14:42
Kommentar from: Sparstrumpf [Besucher]
*****
Hallo Her Boehringer,

vielleicht hat sich Herr Steingart ja einfach nur mal eine Auszeit genommen, im Internet herumgesurvt und ist auf die Goldseiten gestoßen - und siehe, ihm fiel da zwar keine Schuppe aus dem Haar, aber der Groschen, wenngleich der längst kein offizielles Zahlungsmittel mehr ist, was vielleicht seiner langen Leitung geschuldet wäre ;-)

Wenn schon ein Umschwung des Denkens in den seltensten Fällen vom Geist ausgeht - so doch von veränderten Verhältnissen?

Überall regt sich Revolutionäres, doch keiner weiß, wohin die Chose geht - als Realist ist man da eher skeptisch aus Erfahrung...
03.02.11 @ 15:39
Kommentar from: redenistsilber [Besucher]
*****
Koennte mir vorstellen, dass ihm jetzt gekuendigt wird, und er eine professionelle Blog-Plattform aufbaut. Wie ex-CNBC redakteur Mross...

*********
=> Na da warten wir doch lieber vorher mal ab. Arbeitsthese: es fließt noch viel Wasser den Rhein in Düsseldorf hinab und am HB-Haus vorbei, bevor das geschieht. Nicht jeder ist zum Überzeugungstäter geboren und Metamorphosen zum Paulus sind selten ;-) Aber ein neuer Wahrheitssucher im Handelsblatt wäre ja auch schon etwas.
03.02.11 @ 16:58
Kommentar from: Weise [Besucher]
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Eventuell ist der Artikel jetzt online:
http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/finanzkrise-wie-das-rettersyndrom-die-politik-infiziert-hat;2745771;0



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=> AW PB: Ja, danke @Weise für den Link. Das ist der Artikel. Allerdings wurden sowohl Überschrift als auch der Vorspann durchaus signifikant entschärft.
=> Weder retten wir uns in der online-Version zu Tode, noch überfluten Regierungen und Notenbanken die Welt mit Geldnoten ohne Wert. Auch Chefredakteure werden redigiert, wenn sie die Wahrheit zu explizit ansprechen...
03.02.11 @ 17:46
Kommentar from: Freigeist Rüdiger vom Weisenstein [Mitglied] E-Mail · http://www.silbertaler.eu
****-
Inzwischen erkennt nahezu jeder, daß die derzeitigen Zustände nicht mehr lange haltbar sind.
Auch die Wirtschaftswoche aus dem gleichen Hause berichtet zunehmend kritisch über die Finanzpolitik in den USA und Europa.

Wer will schon der Letzte sein, der nicht vor dem absehbaren Ende gewarnt hat.
03.02.11 @ 18:41
Kommentar from: ThomasF [Besucher]
Übrigens,
der Artikel ist jetzt frei lesbar:

http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/finanzkrise-wie-das-rettersyndrom-die-politik-infiziert-hat;2745771;2

Warum denn die Zeitung kaufen?
Es hätte sich doch eh nicht gelohnt, für dieses Geschreibsel Geld auszugeben. Wen interessieren schon die Ergüsse irgendwelcher drittklassiger Ex-Spiegel-Tintenkleckser?
03.02.11 @ 18:44
Kommentar from: Claudius v.d.Bach-Zelewski [Besucher]
****-
Ich glaube diesem Herrn Steingart kein Wort.

Der wandelt sich nicht vom Saulus zum Paulus (wobei der Paulus womöglich noch schlimmer war als der Saulus).

Das geht hier wahrscheinlich nach der Masche "Täuschkörper schießen und schauen, wer aus der Deckung kommt."

Nebenbei Druck aus dem Kessel lassen.

Nicht auszuschließen allerdings, daß das HB engere Rückkopplung mit US-amerikanischen Anti-Euro Kreisen hält.

Denn diese Zeitung liegt häufiger mal gegen die Brüsseler Strömung.

Rein kommerzielle Erwägungen mögen auch eine Rolle spielen, denn weite Teile der "Deutschen Qualitätspresse" pfeifen auf dem letzten Loch.

Allen voran die "Süddeutsche", aber dem Verschwinden dieses (Lizenz-)Blatts für Pädagogen u.ä. wird wohl kein sich selbst unterhaltender Mensch eine Träne nachweinen.

Aus diesem Blickwinkel heraus empfiehlt es sich nicht, die (unglaublicherweise leider immer noch selbstständig denkenden) Leser regelmäßig vor das Schienbein zu treten.

Das mußte auch schon die "FAZ" erfahren (ex-Frankfurter Zeitung und übrigens als einzige der "Qualitätspresseblätter" keine Lizenz-Gründung), die sich wohl aus diesem Grunde (d.h. latenter Kündigungsbereitschaft der - zahlenden - Leser mit der "demokratischen" Hofschreiberei) vor Weihnachten dazu angetan sah, einen als Titel in der Konkurrenzjournaille ("Zeit") veröffentlichten, mit reichlich Schuld- und Zeigefinger-Prosa garnierten Beitrag des Berufsvortragsreisenden H.Schmidt zur "Unverzichtbarkeit des Euro als Wegzeiger des Europäischen Weges" mit fast schon ätzender Polemik zu verreißen.

********
=> Ergänzung PB: Das mit dem Druck aus dem Kessel lassen hat zumindest kurzfristig mal funktioniert: zum ersten Mal seit langem wird ein entsprechender HB-Artikel in den Leser-Kommentaren unter dem ja mittlerweile online stehenden Artikel weitgehend positiv besprochen. Ganz ähnlich wie hier im Blog.
=> Insofern wurden hier vermutlich tatsächlich auch die o.g. "kommerziellen Erwägungen" bedient: ein paar Kündigungsabsichten der HB-Leser wurden von Steingart heute vielleicht erfolgreich verhindert.
03.02.11 @ 21:28
Kommentar from: dem mainstream laufen die leser weg [Besucher]
auch ich habe mich von zeitungen wie frankfurter allgemeine verabschiedet, da der inhalt größtenteils meine intelligenz beleidigt. und ich bin garantiert nicht schlau.
03.02.11 @ 21:35
Kommentar from: Müller [Besucher]
Frage: Wenn das alles so falsch ist, was die Notenbanken so machen. Warum sinkt den der Goldpreis in Schweizerfranken seit Monaten kontinuierlich(seit Juli 2010 von ca. SFR 46000 pro KG auf SFR 39000) und in USD in den letzten Wochen trotz Dollarschwemme auch? Ist da etwa wieder die Goldpreismanipulation am Werk? Soll man Gold behalten oder gar jetzt zukaufen oder steht unverbrüchlich fest, dass Gold bald seine Funktion als Geldwertindikator wieder aufnehmen wird und dass man mit einem Kilobaren in absehbarer Zeit wieder einen ganzen Wohnblock kaufen kann?

**********
=> AW PB: Die Frage ist zu diesem Blogeintrag etwas off-topic. Aber weil man bei Müller ja immer ganz explizit über Gold reden muss und die Transferleistung "Gold = politisches Metall => politische Debatten zwingend für Goldpreisthemen" so unendlich schwierig zu sein scheint, reden wir eben kurz explizit über Gold:
a) Heute Abend war der CHF-kg-Preis bei 41.210 - und das ist der SPOT-Preis. Der VK-Preis im Handel dürfte noch einige Prozent höher liegen.
b) Die Manipulation ist fast non-stop seit mind. 1993 am Werk. Bitte lesen Sie den aktuellen Smart Investor 2-2011. Dort finden Sie den BEWEIS zu dieser Aussage. Unwiderlegbar, da statistisch mit einer verschwindenden Irrtumswahrscheinlichkeit belegt.
c) Kurzfristige Aussagen zu Gold sind deswegen unmöglich und für seriöse Langfristanleger auch irrelevant. Langfristig nimmt der Goldpreis seine Funktion als Qualitätsbarometer des Fiatgeldes wahr. In den letzten 10 Jahren hat er sie mit einer beinahe-Verfünffachung sogar etwas übererfüllt. Es gab aber auch eine Menge Nachholbedarf - und der ist bei weitem noch immer nicht aufgeholt. Auf Sicht über die nächsten 10 Jahre ist das aktuelle Einstiegsniveau spottbillig.
d) Die Prognose "Kilobarren = Wohnblock" stammt nicht aus dem GS-Blog. Falsche Website - bitte auf Hartgeld wechseln und dort fragen - die GS sind eh so un-Müller´sch und unangenehm. Möglich ist es durchaus eines Tages - je nach Definition "Wohnblock". Aber nicht meine Prognose.
03.02.11 @ 23:02
Kommentar from: Matthias [Besucher]
*****
Hallo Herr Boehringer,

der Inhalt des Handelsblattes wurde seit einigen Jahren für mich zunehmend unerträglich.
Besonders auffällig wurde es seit der Umstellung der Zeitung. So verstrahlt sind wir alle noch nicht.
Besonders für Leute die das Geldsystem (Schuldgeld) mit dem exponentialen Zins- und Zinseszinssystem verstanden haben. Auch die Funktion von Gold und der Kauf durch verschiedene Zentralbanken kam zu kurz.
Da hatte mal die Wirtschaftswoche im März 2010 eine recht kurze Erleuchtung mit dem guten Artikel "Gold ist Geld" geschrieben. Besonders gut hat mir damals die Entwicklung von Papierwährungen im Vergleich zum Gold (Index 1990 = 100) im Feld "Wenn Geld wertlos wird" gefallen. Es war schon sehr nah an seinem wirklichen Wert von Null angekommen.

Ich habe vor einigen Tagen mein fast 20 Jahre laufendes Abo gekündigt.Ich scheine wohl nicht der einzige gewesen zu sein.

Ich persönlich sehe den Artikel nicht als Trendwende an. Da müsste sich schon etwas bei den Auftraggebern in London ändern. Ich sehe den Artikel eher als persönliche Überlebesangst des Blattes.
04.02.11 @ 03:02
Kommentar from: Fragezeichen [Besucher]
***--
Ein wenig Wahrheit macht die Lügen glaubhafter.

Dieser Spruch geht mir hin und wieder durch den Sinn ...
04.02.11 @ 03:36
Kommentar from: Erwin [Besucher]
Ich muss mich da zum Beitrag von Claudius stellen. Eine wundersame Wandlung? Wohl eher nicht.
Zu dem bin ich der Meinung, ich hätte den Artikel schon vor ein paar Wochen wo anders gelesen, allerdings weiss ich nicht mehr wo. Es war im Internet, ich suche noch. Wenn ich ihn finde gebe ich es weiter.
04.02.11 @ 10:23
Kommentar from: Müller [Besucher]
Danke für die gute Nachricht(betreffend Stand des Goldpreises). Habe seit Tagen nicht mehr gewagt, nachzusehen, wo er liegt. Aber die gegenwärtige anscheinend wieder leicht bessere Verfassung hat wohl nichts mit dem zu tun, was hier seit Jahren doziert wird oder gar mit einem Artikel im HB, sondern mit der Situation in Ägypten und den möglichen Ausuferungen (Krieg Israel/Iran). Um eines klarzustellen: Ich halte mich für einen seriösen Goldanleger. Ich habe schon vor 2007, lange bevor ich auf die Goldseiten stiess, physisch Gold erstanden, weil ich, man glaubt es kaum, selber auf die Idee kam, dass Cash auf die Dauer durch die Inflation entwertet wird. Seither habe ich immer mal wieder dazugekauft. Auf kurzfristigen Gewinn bin ich keineswegs aus, aber es nervt, wenn man zusehen muss, wie vermutlich selbst auf Gold kein Verlass mehr ist(doch die Manipulationsmafia?). Unter Wohnblock verstehe ich ca. 10 - 12 Wohnungen, es kann aber ruhig auch ein ganzer Strassenzug sein.
04.02.11 @ 10:29
Kommentar from: Jürgen Kremser [Besucher] · http://www.gruenguertel.kremser.info
*****
04.02.2011

Gabor Steingarts Kurswechsel: Ich hatte schon bei dem Artikel „Pimco vergleicht Bernanke mit Satan“ das Gefühl, daß es den Eliten etwas mulmig wird:

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/7220-pimco-vergleicht-bernanke-mit-satan

Pimco wartet genauso wie ich und die Lebensversicherungen schon seit ca. 2 Jahren darauf, daß die Habenzinsen wieder steigen. Die EZB hat aber wieder gestern die Zinserhöhung auf unbestimmt verschoben. Wie stehen die Lebensversicherungen vor ihren Kunden da, wenn die Zinsen weiter zur Bereicherung der Banken niedrig gehalten werden; wie soll Pimco mit ca. 0% Habenszinsen seine Belegschaft bezahlen?

Ein umlaufendes Edelmetallgeld, wie zuletzt vor dem Ersten Weltkrieg, wäre sicher wünschenswert. Werden die Wirtschaftseliten aber einen derartigen Machtverlust hinnehmen???

Carl Jentsch schreibt in seiner Volkswirtschaftslehre zu den „Volkswirtschaftlichen Lehren des Weltkriegs“ 1919: „Doch ist das Gold niemals zu entbehren. Abgesehen von seiner Funktion als Wertmesser, in der es unersetzlich ist, muß es als Deckung den Wert der vom Staat ausgegebenen Geldscheine verbürgen. ... Schon aus ästhetischen Rücksichten muß jedermann schöne Goldstücke lieber haben als häßliche, zerknüllte, schmutzige Papierfetzen. ... Im Golde hat man nun einmal einen sicheren unzerstörbaren Besitz. Das Papierzettelchen kann verbrennen, von spielenden Kindern zerrissen werden, und fällt’s dem Bauer in die Krippe, so frißt’s die Kuh. Das Goldstück kehrt selbst aus dem Magen des Tieres unversehrt, aus dem Feuer als Goldklümpchen zu seinem Eigentümer zurück. Und es verleiht dem Verkehr das Gepräge der Solidität. ... Gewiß: das goldene Rad statt des wohlfeilen Papierrades ist ein Luxus, aber ein gewisser Grad von Luxus ist dem Staat wie dem Privatmann zur Aufrechterhaltung seines Anscheins notwenig; ...“


Ich sehe ernste Probleme für die Arbeitsmoral. Wer soll arbeiten wollen, nachdem klargeworden ist, daß man für die Rente umsonst gearbeitet hat und das Papiergeld auch keinen Schutz für die Zukunft bildet?
04.02.11 @ 11:12
Kommentar from: Eugen Tietz [Besucher]
Ich teile die Ansicht von Hr. Kremser: Die Arbeitsmoral wird zusammenbrechen. Sobald die Leute merken, dass die Lebensmittelpreise derart stark steigen, dass es zumindest in der Arbeiterschicht so ist dass sie das Einkommen wegfressen und sparen nicht mehr möglich ist, dann wird sich auch der letzte Dummkopf überlegen, ob er denn noch um 3 Uhr aufsteht im Bayrischen Wald oder im Schwarzwald und als Leiharbeiter zur BMW oder zum Daimler in die Schicht fährt 2 Stunden, und abends das gleiche.

Wenn die Sparquote null ist, weil die Fixkosten einen auffressen, ist es sogar ein ökonomisches Muss, mit der Arbeit aufzuhören: weil man sonst neben Geld auch noch die Zeit verliert, in der man z. B. in der Subsistenz sich üben könnte.

Wenn ich mir vorstelle, dass hierzulande Leute die 45 Jahre in die Rente einbezahlt haben dann sehen, dass es nur mehr mit Ach und Krach für Miete und Essen reicht, und gleichzeitig alle möglichen Perversionen staatlich maximal gefördert werden (Islamismus, Homosexualität, Gendering, EU-Bürokratenwahn), dann wird das Fass überlaufen.

Aber Aufstand machen nicht die alten, die vor der Rente stehen: wenn die alles verloren haben, sterben sie in der Depression und Trauer. Rebellieren werden diejenigen, die von Haus aus keine Chance haben, und da wird es sich für die Polit-Idioten rächen, dass sie so viele aus dem Osten und aus der Türkei reingelassen haben, denn die sind nicht so gutwillig wie die Deutschen. Wenn einem Russen oder Albaner oder Libanesen einer das Geld wegnimmt, das geht nicht gesund für den aus, wenn er erwischt wird.
04.02.11 @ 11:39
Kommentar from: Supergold [Besucher]
*****
Dieser Handelsblatt-Artikel ist wirklich erstaunlich. Und er zeigt, dass wir vielleicht doch schon viel näher an einem großen Crash dran sind als allgemein angenommen wird. Der Vertrauensverlust in das gesamte System breitet sich ganz offensichtlich immer weiter aus. Wenn er bereits nach und nach die Mainstream-Medien erreicht, wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis auch der letzte Taxifahrer kapiert hat, wohin sich gerade alles entwickelt ...
04.02.11 @ 11:45
Kommentar from: Erwin [Besucher]
Sorry habe mich geeirrt, habe den Artikel nicht gekannt.
So ähnlich...wir sparen uns zu tode...
04.02.11 @ 14:38
Kommentar from: Claudius v.d.Bach-Zelewski [Besucher]
@Supergold

"Wenn er bereits nach und nach die Mainstream-Medien erreicht, wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis auch der letzte Taxifahrer kapiert hat, wohin sich gerade alles entwickelt ..."

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Na, na, na...unterschätzen Sie mir die Taxifahrer nicht.

Kenne einen in BS, der ist Dipl.Volkswirt Dipl.Betriebswirt, zudem noch Geologe mit Vordiplom, und auf 2 Semster Maschinenbau und mehrere Semester "Verkerhslogistik" (FH Wolfenbüttel) kann er auch noch verweisen.

Dachte zudem stets non-konformistisch - sah schon vor 10 Jahren voraus, wie das alles enden wird.

Neben seiner zu großen Zahl an Studienvoll- und Halbabschlüssen war vor allem das wohl am Ende das Haupthindernis für die berufliche Laufbahn.

Um die "Motivation" ihrer Untertanen wird sich Angie aus der Uckermark wohl bisher keine Sorgen machen: Wem es bei BMW in Dingolfing zum Inflationstariflohn nicht gefällt, auf den warten ARGE und Hartz-Ghetto - "wir sind da janz pragmatisch..."

Wer da nicht spurt, wird in konsequenter Anwendung des Art.1 Abs.1 GG ausgehungert und entwohnt (bzw. bald schon wg. Inflation auch bei tunlichem Gehorsam).

Streng nach Recht und Gesetz natürlich - der Sozialgerichtsweg ist eröffnet.

Wenn auch in der Hauptsacheentscheidung erst in 2 Jahren (Berlin Neu-Cölln).

Dann doch lieber Inflations-Einzimmerwohnklo in Dingolfing bei BMW als ARGE-Sammelunterkunft in der Nissen-Hütte.

Ein Irrenhaus mit mittlerweile weit über 1 Mio. Sozialgerichtsverfahren seit 2005 (alle auf "PKH") und einer explodierenden Sozialbürokratie - HIER findet wohl das eigentliche "Jobwunder" statt, denn so mancher, der zuvor als "Kunde" VOR dem Schalter stand, sitzt als ÖDI nun dahinter (vgl. "FTD" vom 03.01.2011).

Finanzierung kein Problem - die schrumpfende Zahl der Noch-Steuerzahler hats ja.
04.02.11 @ 16:14

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