| « EUro-Bailouts: Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe! | Permanente Rettung = Permanenter Verfassungsbruch » |
Das Aus für die deutschen Silber-Zehner nach nur 9 Jahren
von Peter Boehringer
08.04.11 16:18:52
Es gab einmal eine Ära des Gold- und Silberstandards vor gut 100 Jahren, da waren die Zeiten nicht nur golden und voll von gesundem Wachstum, sondern sie waren auch langsam und behäbig und die Menschen hatten noch Zeit zum Nachdenken; zum unideologisch diskriminierenden Abwägen; und damit zum logisch-rational-natürlichen und in "politisch inkorrekter" Weise schlechte Optionen ausgrenzenden Handeln.
In Zeiten sich auflösender Preis-Manipulation sind jedoch nicht einmal die Gold- und Silbermärkte noch "langsam und behäbig":

=> Selbst ein Bug wie ich hätte nicht geglaubt, dass man die Fortsetzung zu "Legierung der deutschen Silber-Zehner wird 2011 verändert" bereits im April 2011 verfassen müsste.
Im entsprechenden Blog vom September 2010 hatte ich vor noch nicht einmal 7 Monaten folgendes geschrieben:
"Der Material-Wert des neuen 625-er Silber-Zehners ab 2011 wird zu heutigen Tages-Silberpreisen nur noch bei gut 5 EUR pro Münze liegen! Mit anderen Worten: Das BMF rechnet schon per 2011 mit möglicherweise massiv steigenden Silberpreisen. Die neue Münze wäre bis etwa zu einer Verdopplung (!) des Silberpreises auf ca. 40 $/oz dagegen gefeit, dass der Materialwert den Nominalwert erneut einholt [ceteris paribus bei unverändertem EUR/$-Wechselkurs] ... !"
=> Das BMF bzw. die BuBa hatten (siehe Artikel) damals einen weiter steigenden Silberpreis antizipiert und sich mit der Einführung einer leichteren und seit Januar 2011 nur noch mit 625er-Silber ausgestatteten Silberzehner-Münze und damit einem Sicherheitspuffer von mehr als 100% davor schützen wollen, eine solch peinliche und offensichtlich inflationäre Münzverschlechterung vor etwa 2015 erneut durchführen zu müssen. Doch weit gefehlt. Heute - nur DREI Monate später ist es bereits geschehen: Der Materialwert des neuen Silberzehners hat den Nominalwert bereits wieder fast erreicht. Wir rechnen kurz:
- 16 Gramm Münzgewicht, davon 625/1000 Teile Silber: damit 10g Silber
- Materialwert des Silbers zum heute erreichten Silberpreis von 40 $/oz oder 27,78 EUR/oz: damit 8,93 EUR/Münze
=> Der Materialwert des bis Ende 2010 ausgegebenen Sterling-Silber-Zehners (925/1000) betrug am Tag seines Abschaffungsbeschlusses 8,40 EUR/Münze. Wir haben heute nach nur 7 Monaten diesen Punkt sogar mit dem verschlechterten Nachfolgemodell erneut überschritten!
Es ist damit sicher, dass das BMF in sehr naher Zukunft bereits erneut wird reagieren müssen. Die denkbaren Optionen des BMF und der BuBa hatte ich bereits im Blog vom September aufgezählt:
"- Veränderung der Legierung (Silbergehalt von heute 92,5% verringern)
- Veränderung des Nennwerts (Erhöhung auf z.B. 50 EUR)
- Verkauf zu Preisen über Nominalwertaufprägung (dann ist es aber kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr ... )
- Reduzierung der Auflagenhöhe (zur Verlustreduzierung) aber weiterhin Verkauf zu 10 EUR
- Reduzierung der Auflagenhöhe und dann Verkauf mit Aufpreis (numismatische Preise)
- evtl. Einschmelzverbot
- evtl. Entzug des Status´ als gesetzliches Zahlungsmittel
- Einstellung weiterer Silber-Zehner-Emissionen
- Ausgabe nominalwertfreier Silbermünzen (wie bereits beim Krügerrand) und damit offizielle Anerkennung eines Euro-Silberstandards!"
=> Leider steht auch 2011 nicht zu erwarten, dass die Lernkurven bei BuBa oder Bundesregierung nach den seitdem erfolgten Insolvenzen Irlands und Portugals und nach dem supersteilen Silber-Preisanstieg der letzten Monate steil genug gewesen wären, als dass man sich für die einzig weise und richtige letzte Option entschließen könnte. Die Gerüchtelage spricht aktuell eine andere Sprache: Erwogen werden wohl entweder eine Erhöhung des Nennwerts oder eine weitere Senkung des Silberanteils - u.U. bis auf 0% Silber! Kupfer-Nickel ist doch auch eine schöne Legierung - und sie hat aus der politischen Sicht des BMF den optisch-psychologischen Vorteil, dass sie der aktuellen Silberlegierung zum Verwechseln ähnlich sehen würde...
Wie auch immer: Für Sammler und Wirtschaftshistoriker könnte relevant sein, dass es durchaus wahrscheinlich ist, dass die BuBa im historischen Rückblick nur eine oder max. zwei Serien des Silberzehners mit 625er-Legierung herausgegeben haben wird: Die am 28.1. emittierte Serie "200. Geburtstag Friedrich Liszt" - und vielleicht (...) auch noch die theoretisch am 5. Mai fällige Serie "125 Jahre Automobil".
Die erstere ist bereits mehr oder weniger vergriffen. Und bei der Serie vom 5. Mai muss man kein Prophet sein, um einen Ausverkauf schon am ersten Emissions-Tag vorauszusagen, falls es zu dieser Emission überhaupt noch kommen wird. Immerhin werden nicht nur Sammler auf diese Serie mit der kuriosen und seltenen 625er-Legierung scharf sein, sondern auch die ganz profanen Silber-ANLEGER, die stur und strikt nach EUR/Gramm rechnen. Denn nach dem Silberspike der letzten Woche steht der Wert bei den 625er-Zehnern heute bei etwa bei 0,89 EUR / Gramm [wohlgemerkt brutto = netto, da MWSt-frei]. Rationale Silberanleger stellen diesen Wert einfach den Werten der gängigen Alternativen gegenüber. Und siehe da (Handelspreise Maple Leaf von heute): 1,04 EUR / Gramm [brutto] - und damit fast 17% höher als beim 625er-Silberzehner.
Muss man nun Angst um den Umsatz der ProAurums dieser Welt haben? Kaum, denn erstens sind derzeit auch die "relativ überteuerten" klassischen Silbermünzen weiterhin sehr gut gefragt (und der Silbermaple sogar ausverkauft!). Und zweitens ist die Auflage der 625er Zehner und damit das Umsatzverlustpotenzial für die Klassiker bei den Handelshäusern derart gering, dass die das locker verschmerzen werden. Und es ist ja -nach immerhin 9 Jahren der Silberzehner-Emission- auch ein absehbar endliches Problem.
Ich vermute, dass sich das BMF eine weitere Blamage ersparen will und vermutlich den Schritt zum 333er-Silberzehner auslassen wird und stattdessen gleich den 0er-Zehner bzw. den Cu-Ni-Zehner emittieren wird, falls man diese politisch-psychologisch so lästige Zehnermünze nicht gleich ganz einstellen wird. *)
Der Silberhunderter wäre doch auch nett. Den Goldhunderter gibt es schon lange - und ebenso lange wird er nicht zum Nennwert, sondern zum Materialwert vermarktet. Gold ist eben Geld. Silber auch. Daher müssen die Münzen nur noch zu gesetzlich legalen Zahlungsmitteln erklärt werden. Was Utah recht ist, sollte uns doch billig sein, oder?
Falls es aber -wie absehbar- der Cu-Ni-Zehner werden sollte, kann man hier nur lakonisch feststellen: Willkommen, lieber Zehner, in der Welt der Fiat-Münzen. Gedeckt durch ... Vertrauen. Wie die Euro-Münzen eben auch. Und Mama Brüssel lässt niemanden im Stich. Ihr kann man vertrauen. Jedenfalls wenn man Griechenland, Irland, Portugal, usw. usw. heißt. Nur "Deutschland" sollte man nicht heißen. Aber Achtung, Mama Brüssel und auch Mutti Merkel: Auch Kupfer ist ein zunehmend begehrter Rohstoff. 1 Cent pro Gramm bzw. vielleicht 10 Cent pro neuer Münze sind heute schon in Sichtweite. Noch zwei weitere QE-Programme und ein kleiner Spanien- und Italien-Bailout - und auch die Cu-Ni-Münze kann sehr schnell 1 EUR Materialwert haben. Und von 1 EUR auf 10 EUR ist es nur noch der Preissteigerungs-Faktor 10. Silber hat dafür noch 9 Jahre gebraucht. Bei Kupfer wird es nicht bis 2020 dauern. Merke also: nur elektronisches Geld ist sicheres Fiat Money
: Nur elektronisches Geld kann man innerhalb von Sekunden hyperinflationieren oder auch ganz ausbuchen.
Der deutsche Silberzehner als gesetzliches Zahlungsmittel war als Zwitter zwischen Gedenk-, Umlauf- und Anlagemünze eine nette Fußnote der deutschen Währungsgeschichte. Und er war sehr lehrreich sowohl für Numismatiker als auch für Anleger als auch für Währungshistoriker und Geldtheoretiker. Der entsprechende Diskussionsthread war aus diesem Grund einer der ältesten, längsten und intensivsten im ganzen Goldseitenforum. Schade drum - aber er kann bald geschlossen werden und existiert dann künftig im Archiv weiter "in memoriam" an hochmanipulative Silberzeiten.
Die Frage nach dem wahren Geld dagegen kann weiter diskutiert werden - auch wenn die Antwort längst feststeht: Gold und Silber sind das wahre und natürliche Geld, das keine "gesetzliche" Zwangsmonopolstellung benötigt. Sachwerte sind immerhin ein ehrlicher Geldersatz. Alles andere ist Kredit.

************
*) NACHTRAG 13. April 2011, 13 Uhr: Heute -sogar NOCH schneller als erwartet- ist nun bereits der entsprechende Beschluss des BMF erfolgt. Siehe zu Details meinen Kommentar unten vom 13.4., 15.26 Uhr.
11 Kommentare
:)
Offenbar hat sich das baldige "Aus" auch für den "gewippten" Silber-10er noch nicht herumgesprochen und der "Kunde" ist wegen der erst kürzlich erfolgten Materailwertverdünnung noch skeptisch.
Aber mit dem Bekanntwerden dieser Neuigkeiten wohl nicht mehr lange -
Als so störend empfinde (empfand) ich den 625er Gehalt auch gar nicht, denn von 1949 bis 1979 und dann wieder, so meine ich, nach der Einführung der 10-DM Münzen 1987 bis zum Auslaufen der DM in 2002 war Silber 625 der Standardgehalt für alle 5 und 10 DM Gedenkmünzen und auch für den alten "Heiermann", das von 1951 bis 1974 geprägte "Bundesadler" 5 DM Stück.
Andererseits: Die DDR ließ von 1966 bis zum Schluß den Großteil ihrer Gedenkmünzen in Neusilber oder K-N prägen.
So gesehen, steht der Name Merkel hier für planvolle Konstanz und auch der "Bundesschlandi" sollte nun genau wissen, in welcher Art von "Staat" er in der BRD neuen Typs des Jahres 2011 angekommen ist...
Mein Vorschlag daher: Stanzung aus leichtem, universell verwendbaren und im Winter vor der Kollektivtransport-Bushaltestelle in der Hosentasche gut wärmeleitenden Alu, ökoenergetisch produziert mit Windrad- und Solarstrom und dann "Hoch die Faust" -
Aber keine Angst, die Stahlpreise gehen ja auch nach oben;-)
Als einzig machbare Alternative böte sich m.A.n. nur ein silberner Fuffziger an, übrigens wohl auch der einzig noch sinnig freie "Münzwert" in der Bananenrepublik Deutschland!
Bei einem Kilopreis von rund 6,70 Euro macht das bereits heute 2,44 Cent.
Ich fang schon mal an zu horten ;-).
ich stimme Ihren Einschätzungen zum Silber-Zehner voll und ganz zu - bis auf den einen, einleitenden Satz:
"Es gab einmal eine Ära des Gold- und Silberstandards vor gut 100 Jahren, da waren die Zeiten nicht nur golden und voll von gesundem Wachstum, sondern ..."
Die metaphorische Gesamteinschätzung der Zeiten als "golden" finde ich sehr gewagt. Blicken wir als Beispiel zurück in das Jahr 1911, also vor genau 100 Jahren:
- Italien verlangt Gebietsabtretungen und erklärt dem Osmanischen Reich den Krieg. Es beginnt der moderne Luftkrieg.
- Verabschiedung der Reichsversicherungsordnung, die als gesetzliche Grundlage des Sozialstaates in Deutschland gilt.
- In Wien kommt es zur Teuerungsrevolte von Arbeitern, die vom Militär gewaltsam niedergeschlagen wird.
- Mit dem Wuchang-Aufstand bricht die Xinhai-Revolution aus und führt schließlich nach einigen Wochen zum Ende des Kaiserreichs und zur Gründung der Republik China.
- Beginn der Zweiten Marokkokrise. Das deutsche Kanonenboot Panther vor Agadir.
Goldenes gab es durchaus auch:
- Heike Kamerlingh Onnes beobachtet die Erscheinung der Supraleitung an einem dünnen Quecksilberfaden.
- Ernest Rutherford stellt seine Überlegungen zum Atommodell (mit Hülle und Kern) vor.
- Erste Postbeförderung mittels Flugzeug durch den französischen Piloten Henri Pecquet.
- Der alte Elbtunnel in Hamburg wird eingeweiht.
- Im Deutschen Museum wird der erste Fernsehapparat der Welt aufgestellt.
- Die Oper "Der Rosenkavalier" von Richard Strauss hat ihre Uraufführung in der Dresdner Hofoper.
- Jahrhundertjahrgang für die deutschen Winzer, der Wein wird auch als Kometenwein bezeichnet.
Zweifellos wird der Gold- und Silberstandard eine Fessel für die marodierenden Unmengen an Papier- und Kreditgeld sein, sodass unter ihm W e l tkriege kaum vorstellbar sind - und das allein wäre schon ein unschätzbarer Fortschritt -, aber ein Zeitalter des sicheren Friedens wird auch er nicht bringen. Auch unter dem Gold- und Silberstandard in den Jahrhunderten zuvor wurde kräftig gemetzelt.
Also: anstreben - ja, träumen - nein.
************
=> AWP PB: Sie haben schon recht. Der erste Satz war keine Verklärung sondern eine Zuspitzung und eine RELATIV zu verstehende Aussage. Auch unter gesundem Geld ist die Welt weder komplett gerecht noch gar perfekt. Aber die Macht-Einheiten sind kleiner und alleine schon deshalb können die größten Sauereien nicht finanziert und begangen werden. RELATIV bezogen auf die HEUTIGEN Verwerfungen und Machtoperationen ist eine gewisse Verklärung der Zeit bis 1913 durchaus angebracht.
Alles weitere bitte hier nachlesen. Danke übrigens an die Kollegen des Goldreporters, dass sie die Goldseitenblog-Infos verlinkt haben wie sich das gehört. Manus manum lavat.
http://www.goldreporter.de/ausgabe-der-neuen-10-euro-silbermunzen-vorerst-gestoppt/news/8272/
Übrigens hatten auch die Goldseiten selbst schon zuvor ähnliche Infos aus dem BMF bekommen.
http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=15792
=> Den ENDGÜLTIGEN Stop der Zehner verkündet das BMF noch immer nicht. Aber politisch unangenehme Entscheidungen und Infos werden immer so lange wie möglich ausgesessen...
Als die gesamte Gleisanlage kontrolliert wurde, stellten die Bahnmitarbeiter fest, dass auf einer Strecke von rund sieben Kilometern entlang beider Seiten die Kabel verschwunden sind. Insgesamt handle es sich nördlich von Graz um rund 850 Kilogramm Kabel - 350 Erdungen zu je fünf Metern Länge -, die abgezwickt und vermutlich mit einem Transporter über den neben verlaufenden Radweg weggeschafft wurden.
weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/oesterreich/nachrichten/587hila-diebe-stehlen-erdungskabel#.A1000146
http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_54/DE/Buergerinnen__und__Buerger/Sammlermuenzen/node.html?__nnn=true
=> Genau wie prognostiziert und kommentiert, endet per sofort (!) die Ausgabe von Silberzehnern für 10 EUR. Es wird nur noch die CuNi-Variante geben oder eben die überteuerte und künftig sogar MWSt-behaftete und preislich am Spotpreis orientierte PP-Variante, deren Preis per definition nie mehr vom Materialwert eingeholt werden kann!
Der Niedergang des Landes und die Münzverschlechterung wird durch diesen absehbaren Beschluss des BMF einmal mehr manifestiert.
Besonders schön der unten fett gedruckte Satz der Pressemeldung des BMF:
"Andererseits könnte eine solche Münze zum Spekulationsobjekt auf die Silberpreisentwicklung werden."
=> Was der eine Spekulation nennt, nennen andere "kombinierten De- und Inflationsschutz". Dass die Käufer dieser Münze genau dies seit ca. 2007 betrieben haben (damals sogar noch zu Materialwert unter 5 EUR / Münze), scheint dem BMF bis heute nie klar geworden zu sein. Schade um diese ganz besondere Münze: Es gibt zwar weiter Zehner (in CuNi bzw. als reine Gedenkmünze auch in überteuertem Silber). Aber die einmalige Kombination aus Gedenk-, Umlauf- und Anlagemünze mit eingebautem De- und Inflationsschutz aus Silber ist nun irreversibel Geschichte!
"10-Euro-Gedenkmünzen künftig in zwei verschiedenen Legierungen"
"Das Bundesministerium der Finanzen veröffentlichte heute die bereits erwarteten Informationen zum 10-Euro-Gedenkmünzprogramm. GoldSeiten berichtete bereits Ende März über eine mögliche Anpassung des Nennwerts oder eine veränderte Zusammensetzung der beliebten Münzen. Es folgt die heutige Pressemitteilung:
Die Bundesregierung beschloss heute vor dem Hintergrund des stark gestiegenen Silberpreises, die deutschen 10-Euro-Gedenkmünzen künftig in zwei verschiedenen Legierungen auszugeben.
Hierzu erklärt das Bundesministerium der Finanzen:
1. Beginnend mit der 10-Euro-Gedenkmünze "125 Jahre Automobil" werden die Münzen in der Prägequalität "Normalprägung", die zum Nennwert (10 Euro) in den Verkehr gebracht werden, aus einer Kupfer-Nickel-Legierung hergestellt.
2. Die Münzen in der höherwertigen Sammlerqualität "Spiegelglanz" werden auch künftig aus Silber (625 Silber/375 Kupfer) geprägt. Diese Münzen, die zur Unterscheidung mit der Aufprägung "Silber 625" gekennzeichnet sind, werden zu einem über dem Nennwert liegenden Preis veräußert. Dieser wird gebildet durch den Materialwert des Silbers zum Zeitpunkt der Ausgabe (Londoner Fixing) zuzüglich eines Aufschlages von 10 Euro sowie der Mehrwertsteuer [Glossar]. Der Mindestpreis wird 15 € betragen.
Die Änderung erfolgt aus Anlass des stark gestiegenen Silberpreises, der die Emission einer Münze mit dem bisherigen Silbergehalt (10 g) zum Nennwert von 10 € nicht mehr zulässt. Einerseits wäre die aus haushaltsrechtlichen Gründen zwingend erforderliche kostendeckende Ausgabe der Münze nicht möglich. Andererseits könnte eine solche Münze zum Spekulationsobjekt auf die Silberpreisentwicklung werden.
Im Ergebnis der beschlossenen Anpassungen wird der Ausgabetermin für die 10-Euro-Gedenkmünze "125 Jahre Automobil" vom 5. Mai 2011 auf den 9. Juni 2011 verschoben. Die Ausgabetermine für die übrigen, noch ausstehenden 10-Euro-Gedenkmünzen des Jahres 2011 bleiben unverändert.
Wegen der für die Herstellung der Münzen erforderlichen Vorlaufzeiten sind zu den jeweiligen Ausgabeterminen zunächst nur die Silbermünzen in der höherwertigen Sammlerqualität "Spiegelglanz" erhältlich, die über die Verkaufsstelle für Sammlermünzen der Bundesrepublik Deutschland (VfS) bezogen werden können. Die Münzen aus Kupfer-Nickel werden erst zu einem späteren Zeitpunkt, über den das Bundesministerium der Finanzen gesondert informieren wird, bei der Deutschen Bundesbank verfügbar sein."
