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Gegen den Markt heißt gegen die Menschen

von Peter Boehringer E-Mail 18.05.11 13:51:26

Sind Sie Aktionär der Deutschen Bank und damit indirekt auch Anteilseigner der DB-Tochter DWS? Und auch noch Handelsblatt-Leser? Dann hiermit eine zeitnahe (Ent)Warnung - nehmen Sie noch keine Vollausbuchung Ihrer Titel vor und begehen Sie noch keinen Selbstmord wegen Total-Verarmung. Die Meldung im heutigen Handelsblatt (S. 32), wonach der DWS-Immo-Dachfonds "db Immoflex" "mehr als 90% des Vermögens von 259 Milliarden Euro in offenen Immobilienfonds hält, die keine Anteile mehr zurücknehmen", ist eine Ente! Die Fondszeichner müssen also nicht einen großen Teil von gut 230 Milliarden Euro abschreiben. Und die Aktionäre der Mutter DB werden wegen der dann fälligen Milliardenabschreibung durch den DWS-Wertverlust nicht drei Jahre lang auf Dividenden verzichten müssen.

=> Wo aber liegt nun der Fehler? Nun, es ist hier und heute nur ein einfacher übersehener Tippfehler: Statt "259 Milliarden" umfasst das Fondsvolumen nur "259 Millionen". Entwarnung also. Dennoch kann man aus der Meldung sehr viel lernen - sowohl über Immofonds als auch über EUro-Bailouts:

1. Richtig an der Meldung ist und bleibt, dass der "db Immoflex" vor einigen Tagen (natürlich ohne Vorankündigung) vom bis dahin offenen zum geschlossenen Fonds mutiert wurde, der keine Anteilseigner mehr auszahlt und keine Anteile mehr zurücknimmt.
2. Richtig ist auch, dass der Fonds mehr als 90% seinen Vermögens in (ehemals) "offenen" Immobilienfonds hält, die nun keine Anteile mehr zurücknehmen.
3. Richtig ist auch, dass deutschlandweit bereits mehr als 30 Milliarden Euro in ehemals offenen Immofonds gesperrt sind, so dass die Schließung des Dachfonds "db Immoflex" eigentlich seit Monaten absehbar war - ebenso wie die inzwischen ebenfalls erfolgte Schließung der anderen großen Immodachfonds "RP Global Real Estate" (Warburg) und "Premium Management Immobilien" (Allianz).
4. Richtig ist auch, dass die privaten und institutionellen Zeichner all dieser Fonds angesichts der Immobilienmisere in weiser Voraussicht und entgegen dem "Betongold"-Geblubber der Werbebroschüren der Banken und entgegen der omnipräsenten Pro-Immobilien-Medienpropaganda seit Monaten aus diesen bislang noch offenen Fonds geflohen sind - natürlich bereits unter Inkaufnahme erheblicher Verluste bzw. Abschreibungen. Neuanleger gab es trotz der Propaganda kaum noch bzw. viel weniger als Verkäufer. Wäre es anders, hätten die Fonds ja nun nicht aus Liquiditätsgründen geschlossen werden müssen. Die Nachfrageseite des Marktes hat klug und proaktiv reagiert. Jeder, der zu lange gewartet hat und nun für zwei bis zehn Jahre in einem illiquiden Fonds feststeckt, wird -je nach Portfolio- in einigen Jahren mit zwischen 30% und 99% Wertverlust aus diesen Fonds wieder rausgelassen werden. Aber wenigstens verteilt sich das Desaster rechnerisch dann über viele Jahre, so dass die Negativrendite in 10 Jahren ex post betrachtet jedenfalls per annum nicht mehr so schlimm aussehen wird...

=> Zwischenfazit: Im Immobilienmarkt wird mit höchster Vernebelung und Propaganda gearbeitet. Dennoch liessen sich die Käufer und Verkäufer auf Dauer nicht für dumm verkaufen und handelten bzw. verkauften, solange es eben ging. Viele (wenn auch nicht alle) der nun geschlossenen Fonds sind eigentlich insolvent - auch wenn sie formal "nur" illiquide sind, was aber nach althergebrachten Konkursrecht durchaus ein Insolvenzgrund gewesen wäre. Jedenfalls wurden unvermeidliche hohe Abschreibungen durch die Schließungen in die Zukunft verschoben. Der Crash wurde nicht vermieden - sondern nur ganz in politisch-keynesianischer Manier "über die Zeitschiene gestreckt". Die Marktkräfte wurden temporär besiegt. Dies zu Lasten der investierenden (= sparenden) Menschen.

Szenenwechsel - Athen/Brüssel, 18. Mai 2011: Jean-Claude Juncker erfindet nur wenige Tage nach der "ehrlichen Lüge" und nur wenige Monate nach "uneuropäischem Verhalten" nun das Wort "Reprofiling". Gemeint sei gemäß HB-Aufmacher von heute eine " 'Umschuldung light' [für Griechenland], die die privaten Gläubiger [=Banken] nicht brüskiert". Analysten interpretieren diese erneut nebulöse und damit erneut verdächtige Wortschöpfung wohl zurecht als Verlängerung der Anleihe-Laufzeiten; vermutlich freiwillig.

=> Worin läge nun aber der Unterschied zwischen diesem GR-Anleihen-Plan gegenüber der Schließung von ehemals offenen Immobilienfonds? In beiden Fällen würde einfach die Laufzeit verlängert. "Geht doch", könnte man geneigt sein zu sagen und Junckers Plan zustimmen. Aber es gibt gleich mehrere gewichtige Unterschiede:

1. Bilanzierung

Wie müssten Anteile geschlossener Immobilienfonds in der Bilanz bewertet werden? Und wie griechische Anleihen, deren Laufzeit nun statt zwei oder zehn mal eben 30 Jahre betragen wird?

=> Zwar schreibt das HB heute unter Berufung auf (wohlweislich nicht namentlich genannte) "Wirtschaftsprüfer" folgendes: "Eine bloße Laufzeitverlängerung von GR-Anleihen habe überhaupt keinen Einfluss auf die Gewinn- und Verlustrechnung der Banken". :no: Wie aber soll das gehen? Bekommen Bankbilanzen wirklich ein "Uneingeschränkt OK"-Testat der Wirtschaftsprüfer, wenn GR-Anleihen statt bis 2013 nun bis 2031 in den Bilanzen liegen? Können es diese WPs mit ihrer Intelligenz und ihrem Berufsethos vereinbaren, komplett auszublenden, dass bereits heute Haircut- bzw. Abschreibungs-Beträge zwischen "20 und 30%" (DB ) oder "40%" (Prof. Sinn) oder "60-80%" (Boehringer) herumgereicht werden? Können sie ignorieren, dass bis 2031 im heutigen EUropa bzw. dann in Europa bzw. dann wieder in DM-Deutschland bzw. Drachmen-Griechenland vermutlich eine oder gar zwei Währungsreformen stattfinden werden? Können sie ernsthaft einen Stempel setzen unter "keine Abschreibung und damit keine GuV-Wirkung" bei Laufzeitverlängerungen von GR-Anleihen im Bank-Portfolio? Die privaten Anteilseigner geschlossener Immofonds sind da klüger: sie haben ihre Anteilswerte in den Portfolia längst massiv abgeschrieben, nachdem sie leider nicht mehr rechtzeitig aussteigen konnten...
=> Wenn WPs ernsthaft die GuV-Wirkung einer Laufzeitverlängerung auf griechische Anleihen verneinen und so den Banken bzw. Junckers "Umschuldung light" ihr Plazet geben, riskieren sie in wenigen Jahren Milliarden-schwere Haftungsklagen!

2. Vorankündigung

Die Immofonds-Manager waren "clever" genug, die Schließungen ihrer Vehikel nicht vorher anzukündigen. Sie wussten genau, dass es andernfalls zu einem biblischen Exodus innerhalb weniger Tage gekommen wäre. Ganz anders aber die Wirtschaftsheroen der EU um Juncker, Barroso, Merkel und Schäuble herum: Seit Jahr und Tag wird das Unvermeidliche mit enorm hohen Milliardensubventionen äh "Garantien" hinausgezögert. Und gleichzeitig ohne Ende geschwatzt über lächerliche "staatliche Insolvenzordnungen" oder nun eben über die "Umschuldung light".

=> Es ist völlig klar, dass jeder Investor, der kann und darf, aus dem griechischen Schrott aussteigen wird, bevor es (Laufzeitverlängerung auf zB 30 Jahre) zu spät sein wird. Drin bleiben werden letztlich nur drei Gruppen:

a) Die deutschen Lebensversicherer und Pensionsfonds, die politische Vorgaben haben und einfach kein "Go" von ihren korrumpierten Aufsichtsräten oder von ihren politisch abhängigen Regulatoren für einen Ausstieg bekommen. Die Dummen werden hierbei wie so oft die deutschen Kleinsparer sein, deren Verluste in wenigen Jahren in den Fällen GR-/POR-/IRL-/SPA-/ITA-/FRA-Anleihen in die Billionen gehen werden... :!:

b) Einige globale Bankenplayer und HedgeFonds, die (hinter den EZB-/ESM-Kulissen) Zugang zu griechischen Anleihen zu Preisen von weit unter nominal bekommen werden. 1998 kosteten zB russische Anleihen mit Zinscoupons im zweistelligen Prozentbereich noch 18% von nominal. Die Realrendite lag damals bei über 60% per annum. Wer also Insider genug ist zu wissen, wie lange die korrupten EUliten über den deutschen Steuerzahler Griechenland noch gegen die Marktkräfte und gegen die Menschen stützen werden, der kann diese Zockerei gewinnbringend mitmachen: Bei 60% Realrendite p.a. genügten damals in Russland die Zinscoupons zweier schlapper Jahre, um einen schönen Schnitt zu machen und neben Tilgung auch noch eine nette Verzinsung einzufahren. Genau so ist es für die Privilegierten derzeit auch bei Griechenland. Den Extra-Bonus der vollen Tilgung, den es nach 1998 auf RUS-Anleihen gab, sollte man bei Griechenland allerdings nicht erwarten: In Russland löste damals Putin den versoffenen Büttel der Weltelite Jelzin ab und bewahrte das Land vor dem ultimativen Ausverkauf. Zugleich stieg der Ölpreis von 10 auf über 100 $/bl, so dass es am Ende keinerlei Ausfälle auf die RUS-Anleihen gab und die Realrendite der 1998 gekauften Bonds am Ende der Laufzeiten zT weit über 500% betragen hat! Dies sogar noch ohne zwischenzeitliche Hyperinflation. Ich halte die Wette, dass bei GR-Anleihen mit neuen Laufzeiten über 2020 hinaus dieses Wunder ausbleiben wird. Nominal könnten die Papandreou-Nachfolger zwar uU voll zurückzahlen. Dies aber erst nach einem Ausscheiden aus der Währungsunion und in neuer Weichdrachme (die aber erst zu stetig fallenden Wechselkursen gegen Euro getauscht werden muss).

c) Einige Systeminsider, die heute schon wissen, dass Merkel und Barroso und ihre EUlitären Hinterleute auf absehbare Zeit weder einen Haircut noch eine Umschuldung light zulassen werden, weil erst die EZB und ab 2013 dann der ESM alle griechischen (und portugiesisch-spanischen etc.) Schulden monetisieren und auf die eigenen Bücher nehmen werden. Und dass dies wenigstens bis 2020 gutgehen wird - wie auch immer das funktionieren sollte (think: Bankenschließungen, Börsenschließungen, EU-Planwirtschaft, Zwangsanleihen, Transfer-Euro, prohibitive Besteuerung). In diesem Szenario genügen 5x 25% Verzinsung über 5 Jahre und danach eine erfolgreiche Andienung der Schrottpapiere an die EUropäischen Steuerzahler den ESM noch vor dem GR-Exodus, um auch hieraus einen netten Privat-Deal zu machen. Und danach gilt natürlich auch hier wie unter b): "Après nous le déluge" - "Nach dem Euro die Sintflut". Da ich aber nicht für diese Insider schreibe, können wir Details dieser Strategie undiskutiert lassen.

3. Freiwilligkeit

Gemäß HB von heute wurde Junckers Idee, die Banken nicht per per Haircut zu brüskieren, sondern ein "Reprofiling" der Anleihen vorzunehmen, von kompetenter Seite sekundiert: Die griechische Arbeitsministerin XX( Katseli sieht in einer "Verlängerung der Laufzeiten auf freiwilliger Basis" eine Lösung und Barrosos EU-Kommission einen "gangbaren Weg" ...

=> Was hätten wohl die Fondzeichner des o.g. "db Immoflex" getan, wenn ihnen vor einer Woche eine "freiwillige" Laufzeitverlängerung angeboten wäre - was ja nun vorgestern dann zwangsweise per Schließung verfügt wurde? Ich behaupte, 98% der Zeichner hätten abgelehnt und wären Hals über Kopf geflohen. 2% unverbesserliche Naivlinge hätten freiwillig zugestimmt in der Hoffnung auf eine Erholung des Immobilienmarktes und eine spätere volle Auszahlung ihrer Anteile ohne Verluste.
=> Die light-Juncker´sche Idee einer "freiwilligen" Annahme einer Laufzeit-Verlängerung durch alle :lalala: GR-Gläubiger ist einfach lächerlich - jedenfalls wenn man das Erpressungspotenzial der Politik auf fast alle Manager der großen LV- und Pensions-Fonds einmal ausblendet. Diese Naivität gegenüber den Marktkräften und die Ignoranz ggü. dem natürlichen Trieb des Menschen, sich immer schadlos und risikoarm zu halten, ist grenzenlos! Wie war das noch mit den Hunderttausenden von Freiwilligen, die der Kurzzeit-Verteidigungsminister zu Guttenberg noch am Tage seines Abschieds ab 2011 in der Bundeswehr gesehen hat? "Guttenberg hinterließ nur Chaos", steht heute im Stern. Dass die Vision von den massenhaft anheuernden Freiwilligen ohne exorbitante Erhöhung des Wehrsolds eine Illusion sein würde, war schon vor Monaten völlig klar. Aber wer es -zB in CSU-Sitzungen zum Thema- damals gewagt hatte, das zu thematisieren, wurde parteiintern gnadenlos niedergemacht. Dem leuchtenden Stern des Freiherrn folgten die bis dahin so Wehrpflicht-verliebten Kleinfunktionärs-Kader der Partei bis hin zur Abschaffung einer funktionsfähigen Bundeswehr. So wie sie eben immer folgen - egal in welcher Partei und egal bei welchem Thema, das der jeweiligen Parteiführung gerade wichtig ist. Die Parteimeinung wurde -von oben angestoßen- innerhalb weniger Wochen komplett umgedreht. 50 Jahre alte Positionen wurden innerhalb weniger Sitzungen von oben verordnet geschleift. Aus 90%iger Wehrpflicht-Unterstützung wurde innerhalb weniger Wochen eine 90%ige Unterstützung der Wehrpflicht-Abschaffung. *) Guttenberg - Dein Wille geschehe. Führer befiehl - wir folgen. Und es wäre in anderen Kaderparteien nicht anders gewesen! Elitäre Bevormundung des gesunden Menschenverstands allerorten. Die Grünen sind in dieser Hinsicht noch schlimmer. Einzig die direkte Demokratie und Volksentscheidungen bei allen wichtigen Fragen können "freiwillig" induzierte Desaster durch die opportunistischen und inkompetenten Partei-Funktionäre verhindern. :!:

=> Entmachtet die Opportunisten und Gutmenschen aller Parteien! Entmachtet die Parteien selbst, wenn sie die Interessen der Menschen nicht mehr vertreten können oder wollen. Insbesondere in Sachen Euro steuern die ökonomisch ahnungslosen Makroklempner und/oder die korrupten EUliten im Bundestag und in Brüssel dieses Land in den Schulden-Abgrund per Generalhaftung für alle EUropäischen Schulden, aus dem mehrere künftige Generationen nicht wieder herauskommen werden!

Aus diesem Grund weise ich heute nachdrücklich hin auf den aktuellen Aufruf der Partei der Vernunft zu explizit parteienübergreifenden (!) Anti-Euro-Demonstrationen http://www.parteidervernunft.de/parteiuebergreifende_demos hin! Immer wieder wird hier im Kommentarbereich gefragt, was man denn als Einzelner tun könne. Gehen Sie da hin!

Das schließt natürlich überhaupt nicht aus, auch weiterhin die gewählten MdBs Ihrer Wahlkreise zu bearbeiten, die vor und nach der Sommerpause den ultimativen Blankoscheck zu Lasten Deutschlands namens ESM abnicken sollen. Frank Schäffler (FDP) hat immer mehr Truppen hinter sich, wenn er die parlamentarische Opposition dagegen anführt. Die Argumente sind überwältigend
- weswegen im gesterigen n-tv-"Duell" der Alt-Keynesianer Bofinger eine verheerende argumentative Niederlage gegen Schäffler einstecken musste. Dies, obwohl Bofinger damit durchkam, auf Schäfflers explizite Aussage zur Verfassungswidrigkeit der Bailouts einfach nicht zu antworten! >:XX Und obwohl Moderator Bremer mit den von Schäffler aufgezeigten ökonomischen und gesellschaftlichen Auswirkungen des Transfer-Euro sichtlich überfordert war und statt über den Euro-Putsch erst mal lieber über Dominique Strauss-Kahn plaudern wollte...

Nachsatz: Wäre Bremer so gewitzt gewesen wie der bekannte Forenschreiber "S04", dann hätte er allerdings den Bogen von DSK´s Vergewaltigungsanklage zur sanften Umschuldung à la Juncker elegant hinbekommen können:

"Na ja, vielleicht wird aus DSKs Vergewaltigung auch nur eine sanfte Vergewaltigung. Klingt auf jeden Fall viel zärtlicher." :-/

Und wäre Bremer ein unabhängiger Denker, dann hätte er die aktuelle Selbstbewerbung ausgerechnet des türkischen Finanzministers und Elitisten Mehmet Weltbank Simsek richtig einordnen können: Simsek bewarb sich mit folgenden Worten für die DSK-Nachfolge:

"Wenn ein Türke Chef des IWF würde, wäre das die natürliche Wahl. Ich habe überhaupt keine Defizite in den Bereichen Erfahrung oder Expertise"

=> Wie wahr! Als Weltbank-Manager hat er selbst jahrzehntelang "Erfahrung" mit Pleitekandidaten und mit Bailouts gegen den Markt in aller Welt sammeln können. Und als Türke hat er natürlich auch eine Menge "Expertise" in Sachen Schulden und in Sachen IWF. Die Türkei ist seit mehr als 10 Jahren mit kurzen Unterbrechungen der wichtigste "Kunde" von IWF-Hilfen. Die Zahlen sind intransparent; aber die Türkei bekommt immer wieder Milliardenkredite zur Abwendung ihrer sonst schon 2001 fälligen Insolvenz. Zeitweise war sie sogar der einzige "Kunde" des IWF...
=> Simsek ist also die "natürliche Wahl" für den IWF-Posten. Gebt den Job dem Türken. IWF-Kredit-Verhandlungen würden künftig kurz und schmerzlos ablaufen, denn sie liefen dann in vielen Fällen auf "In-sich-Geschäfte" von IWF-Simsek mit Türkei-Simsek hinaus. Auf ein Gemauschel und einen Inzest mehr oder weniger kommt es in der Welt-Elite bzw. in der AKP-Türkei auch nicht mehr an. Und der Moral Hazard läuft in der Papiergeld-finanzierten Welt-Planwirtschaft ohnehin schon lange Amok.

Gegen den Markt heißt gegen die Menschen und gegen die Natur. :!:
Nur GoldSilber sind echtes und natürliches Marktgeld.

********
*) PS: Bitte keine Debatte über die Sinnhaftigkeit der Wehrpflicht-Abschaffung. Das ist eine komplexe eigene Debatte, zu der man unterschiedlicher Meinung sein kann. Hier ging es nur um ein exemplarisches aktuelles Beispiel, wie man deutsche Volksparteien Funktionärsparteien mit massenmedialer Unterstützung innerhalb weniger Wochen auf völlig neue Linie bringen kann. Das wird übrigens eines Tages auch in der MultiKulti-Debatte geschehen. Wenn ein neuer Führer kommt, werden die Funktionäre aller großkoalitionären Blockparteien, die heute noch das multikulturelle Gutmenschentum und die EU und die ungehemmte Globalisierung vehement verteidigen, zur undifferenzierten Ausländerhatz und zum engstirnigen Protektionismus inklusive Kapitalverkehrskontrollen blasen. Wenn die Zuwanderungspolitik und die Bailouts unübersehbar gescheitert sind, können und werden dieselben Funktionäre aller Parteien lautstark zur radikalen Umkehr trommeln. Natürlich ohne rot zu werden und erst dann, wenn es viel zu spät ist! Dumme Kader eben. Das Volk ist über freie und rechtzeitige Abstimmungen fast immer klüger als seine selbsternannten Machteliten. Und wir sind das Volk.

10 Kommentare

Kommentar from: nobody [Besucher]
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Die tägliche Verschleierung durch innovative Namensgebung wird wunderbar blossgestellt.

Es kann lange gutgehen so. Siehe Beispiel Dubai wo auch mit Absicherung durch die Arabischen Emirate eine solche "Laufzeitverlängerung" praktiziert wird. Der biblische Exodus der Arbeiter zeigt wie viel Substanz übrig ist.

Zur Wehrpflicht kann ich nur sagen, das dies in der jetzigen Zeit zusammen mit google "Guttenberg der Zögling" einen Sinn ergibt. Deutschland entmilitarisiert und sozial destabilisiert.

Die "Finanzwirtschaft" wird an Ihrem Sozialismus zugrunde gehen ... das Mass ist aber noch lange nicht voll.
18.05.11 @ 14:54
Kommentar from: Claudius v.d.Bach-Zelewski [Besucher]
*****
Ein Blick auf das geistig-ideologische Erbe der "EU".

Es spricht einer Vorgänger der Junckers:

http://www.youtube.com/watch?v=Q1Int1fZx2w

Viel war nach 1990 nicht mehr zu adaptieren - mittlerweile wird der gezeigte Systemsprech von der "EU" fast wörtlich übernommen.

Auch das Personal ist gemäß der Gesetzmäßigkeit des historischen Materialismus zur systemischen Höherentwicklung zwecks Erfüllung des Klassenauftrages dialektisch integriert worden (vgl. CDU-Vorsitzende hierzulande oder die Führungsgarde des "Jungen Europa" alias ex-Ostblock)

Die Fassade ("Außendarstellung") wurde zur Täuschung des Klassenfeindes schlampig übertüncht:

http://mw2.google.com/mw-panoramio/photos/medium/34220789.jpg
["Räder müssen rollen für den Sieg - Unnützer Urlaub verlängert den Krieg."]

Zyklisch sind die jeweiligen Perioden bezogen auf das hier gezeigte System (a) und die gegenwärtigen Entwicklungsphase der "EU" (b) wissenschaftlich exakt vergleichbar.


**********
=> Ergänzung PB zum "Systemsprech". Heute in der FTD benutzt der Chefvolkswirt der CoBa Kraemer fast denselben Terminus: "Jörg Krämer geht davon aus, dass es sich um eine sanfte Form der Restrukturierung handelt. Dabei werden die Gläubiger aufgefordert, ihre Anleihen in neue Bonds umzutauschen. Die neuen Papiere könnten dann eine längere Laufzeit oder einen niedrigeren Zins aufweisen. Mit einer solchen 'freiwilligen Umschuldung' würde der technische Default - also der tatsächliche Ausfall von Kreditrückzahlungen - und eine harte Umstrukturierung mit einem Schuldenschnitt verhindert. Krämer zweifelt indes an den Erfolgsaussichten. 'Warum sollte der Gläubiger das tun? Das wird er nur, wenn ich ihm mit Default drohe. Und solch ein Schritt führt eigentlich immer zum Default.' Junckers Wortwahl bezeichnete Krämer als 'EU-Sprache'. "
18.05.11 @ 16:24
Kommentar from: Roman [Besucher]
*****
In Zukunft gibt's dann wohl auch "Inflation light" wenn der Ex-Goldmann-Sachse Draghi die Spitze der sozialistischen Umverteilungsbank in Frankfurt eingenommen hat. Der Verbraucherpreisindex wird noch weiter schöngerechnet und die Inflation dann auf 10% plus X p.a. hochgeschraubt.
18.05.11 @ 19:44
Kommentar from: etcpp [Besucher]
"Gegen den Markt heißt gegen die Menschen und gegen die Natur!"


... Wie wahr. Denn es unterstellt, dass alle Menschen (außer Politiker) Dummköpfe sind, die nur überleben können, wenn ihnen die Politik zeigt, wie das geht. Im Umkehrschluss: Was soll ich von einem Volksvertreter halten, der mich offensichtlich für zu dumm hält, selbständig zu atmen? Und was soll ich von Gutmenschen halten, die mir ganz offensichtlich unterstellen, eine Sozial-Bestie zu sein, da sie glauben, mich zu sozialem Verhalten nur qua Gesetz und unter Strafandrohung bewegen zu können. Solidarität und Zwang widersprechen einander!

Fakt ist, dass ALLE Politiker ein überhöhtes Bild von sich selbst haben und das Gegenteil dieses Selbstbildes den Bürgern und Wählern unterstellen. Nur so gelingt ihnen eine gesellschaftskonforme (und zunehmend gemein-gefährliche) Kompensation ihrer seelischen Defizite.

Fazit: Wollen wir wirklich die als unsere Vertreter, die uns ganz offensichtlich verachten? - Aus Junckers Äußerungen spricht nichts anderes: Verachtung, Verachtung und nochmals Verachtung. Und damit - tiefenpsychologisch - das, was er unbewusst von sich selbst hält (und damit aller Wahrscheinlichkeit ausnahmsweise mal richtig liegt - wie die anderen selbsternannten Gutmenschen auch: letztlich projizieren sie das, was sie bei sich selbst unterbewusst befürchten, auf ihre Mitmenschen. Schon Freud erkannte, dass ein innerer Feind nie im Innern bekämpft werden kann, sondern dazu erst ins Außen projiziert werden muss). Juncker, wie - bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen, alle Politiker - ist ein blander Psychopath, der seine seelischen Defizite in gigantischem Ausmaß auf Kosten derer kompensiert, die ihm zum Schutz anvertraut sind - die Völker Europas. So gesehen, unterscheiden sich die Junckers dieser Welt nicht von ganz trivialen, ordinären Kinderschändern und sonstigen Kriminellen. Der einzige Unterschied: Ihr Handeln ist vom Gesetz gedeckt.

Mein persönliches Resumée: Wer in die Politik geht, mag von dem Gedanken getragen sein, etwas zu verbessern. Wer in der Politik länger als zwei Jahre bleibt, verliert sich und stirbt als Selbst ab. So gesehen sind alle diese Politiker seelische Krüppel. Aber wir lassen es zu, von seelischen Krüppeln beherrscht zu werden.

Wir sollten ihnen unsere Verachtung zeigen und ihnen einen ausgelatschten Schuh schicken (leider gibt es keine vergleichbare Geste im westlichen Kulturkreis). Auf dass die Berliner Müllabfuhr Sonderschichten einlegen muss und selbst die Mainstream-Medien diese Geschichte dann nicht mehr verschweigen kann.

Nebenbei würden wir damit ein wirklich gutmenschliches Werk vollbringen, wenn wir ihnen den Spiegel ihres Selbst vorhalten, dem sie so beharrlich auf Kosten der Allgemeinheit aus dem Wege gehen - Merke: Die Selbsterhöhung findet in genau dem Maße statt, wie das unbewusste Selbstbild im Negativbereich zirkuliert - nicht umsonst weiß der Volksmund, dass Grossmäuler in Wahrheit Schlappschwänze sind.
18.05.11 @ 21:23
Kommentar from: Bert [Besucher]
*****
Beim Lesen ihres äusserst (er/durch)leuchtenden Artikels ist mir schlagartig klar geworden, warum die Zen-Mönche dauernd laut auflachen. Vom Standpunkt eines souveränen Selbstversorgers/denkers, müssen wir denen vorkommen, wie Kinder die bis zum Hals im Schlamm sitzen und eine unvorstellbare Groteske abgeben. Ich habe mich entschlossen, über die ganzen Tr...el auch laut zu lachen und werde mich aus dem ganzen Fiasko soweit wie nur irgend möglich raushalten.

Minimum an Euros und anderem Fiat-Schrott.
Minimum an Steuern.
Passiver Widerstand wo immer möglich.
Konsumverweigerung.

Humor zu zeigen, indem man nur trotzdem lacht liegt doch niemandem wirklich, oder?
Macht mit!
18.05.11 @ 22:44
Kommentar from: A.C. [Besucher]
Ich möchte mich nur zur Türkei äussern, weil alles Andere bereits prima gesagt ist.
Wir leben derzeit in der Türkei und ich kann hautnah miterleben, welche Armut es hier gibt. Sicher gibt es in den Städten auch Reiche, aber das ist die Minderheit. Die Regierung hat in den letzten Jahren staatlich Bertriebe verkauft und das erste was die Neuen getan haben, Lohnkürzung und Kündigungen. Deminstrationen werden brutal niedergeschlagen, aber davon nichts im deutschen Fernsehen. Der Mindestlohn berträgt 560 türkische Lira.
Fleisch, Milchprodukte, Pflanzenöl das kostet aber alles soviel wie bei uns in Deutschland.
Nur Obst und Gemüse auf dem Markt ist noch günstiger.
Importware ist sehr viel teurer als bei uns.
Einzig Klamotten sind billiger als in Deutschland, aber die braucht man nicht täglich.
Das heisst also, der Lebensstandard ist niedriger als in Deutschland, denn die Mehrheit kann sich nicht sorgenfrei satt essen.
Was ich hier beobachteh habe, man kann überall in Raten bezahlen, mit der Kreditkarte selbstverständlich.
Ob im Baumarkt die Blumenerde für 7 Lira, ein Paar Schuhe für 50 Lira, oder sogar den Einkauf im Supermarkt kann man bequem in 3, 6, oder 12 Monatsraten abbezahlen.

So kann es an der Kasse schon mal passieren, dass man Jemanden vor sich hat, der eine Karte nach der Anderen der Kassiererin gibt und Keine geht, weil vermutlich überlastet und dann muss man manchmal warten und warten.
Das wollte ich hier nur mal loswerden, weil in den deutschen Medien die Türkei immer mit super Wachstumsraten angepriesen wird und wir die in der EU dringend brauchen würden, wobei die Zahlen vermutlich auch gefälscht sind. Über die Inflation von ca. 8% hört man aber nichts in deutschen " Qualitätsmedien ".
19.05.11 @ 08:10
Kommentar from: onkeljoe [Besucher]
*****
Wie sagte schon Max Weber: Politik heißt, dicke Bretter bohren. Stattdessen bekommen die Steuerzahler nur dicke Lügen aufgetischt. Anstelle von Offenheit, die für Vertrauen in der Politik steht, wird "ehrlich" gelogen. Und noch ein Zitat: Wer in der Politik nicht erkennen kann, dass aus schlechten Dingen Gutes kommen kann und umgekehrt aus gut gemeinten Entscheidungen Schlechtes folgt, ist politisch ein Kind. So werden wir heute von Kindern regiert! Leider geben wir die Schulden für den Club Med auch an unsere Kinder weiter, weil unserer Politiker den Euro auf Teufel komm raus verteidigen.
19.05.11 @ 08:58
Kommentar from: Martin [Besucher]
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Vielen Dank für diesen wie immer hervorragenden Beitrag. Sie sprechen mir jedes einzelne Mal aus der Seele.

"Aus diesem Grund weise ich heute nachdrücklich hin auf den aktuellen Aufruf der Partei der Vernunft zu explizit parteienübergreifenden (!) Anti-Euro-Demonstrationen http://www.parteidervernunft.de/parteiuebergreifende_demos hin! Immer wieder wird hier im Kommentarbereich gefragt, was man denn als Einzelner tun könne. Gehen Sie da hin!"

Und noch mehr danke ich Ihnen für diesen konkreten Tipp! Ich werde da sein, meine Frau nehme ich auch gleich mit. Zum übernächsten Demo-Termin werde ich noch mehr Leute motivieren. Es muß endlich etwas getan werden, wir müssen unseren sog. Volksvertretern zeigen, wie sie uns zu vertreten haben, wenn sie es vergessen haben sollten oder sie versuchen, es aus Profit- und Machtgier nicht zu tun! Wir sind nicht so dumm, wie unsere Politiker und Banker es gerne hätten!

Kommen Sie alle! Zeigen Sie Flagge und wehren Sie sich! Wir haben uns dieses Schmierentheater zu unseren Lasten lange genug angesehen, jetzt fällt der Vorhang! Lassen Sie sich nicht länger ausplündern und betrügen!

P.S.
Dem MdB meines Wahlkreises werde ich auch noch per Email daran erinnern, daß er MICH/UNS vertritt, und welche Entscheidung bezüglich ESM in meinem Sinne ist. Wenn Sie das auch tun möchten, sie finden alles Notwendige hier:
http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/index.jsp
19.05.11 @ 09:15
Kommentar from: Hans Stein [Besucher]
Der Bundestagsabgeordnete Frank Schaeffler (FDP) hat bereits mehrfach ua in einem Artikel des Magazins "Wirtschaftswoche" seine kompromisslose Opposition gegen eine immer mehr ausufernde "Griechenland-Pleite-Beschönigung" FDP intern wurde er abgestraft, weil er seine Position als Obmann des Finanzausschusses verloren hat.
Allerdings... Er hat weiterhin bereits parteienübergreifend Zustimmung gefunden. Leider ist es durch die Vernebelungstatik und das Wortgeklingel "keine Sorge alles wird gut" bisher den mainstream Politikern gelungen Mehrheiten für die Gruppe um Frank Schaeffler noch zu verhindern. Wir sollten wo irgend möglich (im eigenen Interesse) jede Bemühung und jede schonungslose Information zum "Schuldendrama" der "Euro-Opponenten" unterstützen.

Hans Stein 22.Mai 2011

*******
=> Ergänzung PB: Danke für die Zuschrift. Genau diese Unterstützung erfährt Hr. Schäffler ja hier und eigentlich inzwischen im gesamten wirtschafts-rationalen Internet und mittlerweile sogar zunehmend im Mainstream. Würde nur der Genauigkeit halber gerne noch klarstellen, dass FS als FDP-Finanzobmann vor einigen Monaten zurückgetreten ist - und jedenfalls formal nicht von der (damaligen) Parteiführung "abgestraft" wurde. Er ist aktiv und konsequenterweise und selbstbestimmt zurückgetreten, nachdem seine ablehnende Haltung gegen den EFSF und gegen GR-Bailouts etc. damals 2010 keine Mehrheit in der Fraktion gefunden hatte. 2011 hätte dies u.U. schon anders ausgesehen - auch wenn Rösler und Brüderle den Dammbruch derzeit noch verhindern. Spätestens 2013 WIRD es die Fraktion anders sehen. Dann leider sehr spät und zu einem Zeitpunkt, zu dem dann eher die SPD- und Grünen-Fraktionen über die (bereits heute geplanten) weiteren Ausweitungen des ESM-Schirms entscheiden werden...
22.05.11 @ 04:59
Kommentar from: Jörg Brechlin [Besucher]
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@ Peter Boehringer, vielen Dank auch hier für den Hinweis auf die laufenden Demonstrationen!

Zur Info: Die Berichte der Demos vom Samstag sind online: http://www.antieurodemo.de
23.05.11 @ 23:09

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