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Versichernder Hebel-EFSF = Sicherer Staatsbankrott

von Peter Boehringer E-Mail 19.10.11 15:54:33

Seit einigen Tagen heißt die neue Europäische Wunderwaffe zur Verzögerung des weiterhin im Endergebnis absolut sicheren EUR-Kollapses „Stärkung der EFSF-Feuerkraft" per Versicherungslösung, bei der die offiziell 780 Mrd EUR an EFSF-Eigenmitteln (also Steuerzahlergeld v.a. aus Michelland) über eine „Versicherung“ in ihrer Wirkung vervielfacht werden. Einzelheiten seien den Lesern hier erspart – denn vieles im Kleingedruckten der EUR-"Rettungen" ist streng vertraulich und wird ggf. nur von fünf :no: handverlesenen deutschen MdBs in geheimen Sitzungen des weithin unbekannten und doch seit wenigen Tagen realen neunköpfigen Unterausschusses des 41-köpfigen Haushaltsausschusses des 628-köpfigen Deutschen Bundestages abgenickt. Zu diesen absurd wenigen MdBs mit demokratisch nicht kontrollierter Entscheidungskompetenz über Billionen EUR an deutschem Steuergeld -und übrigens sehr illustren Lebensläufen von der Kindergärtnerin zur Sozialpädagogin bis hin zum Skilehrer- gesellen sich im Unterausschuss natürlich wie immer noch die "inoffizellen Mitarbeiter" jeder Couleur, die damit jederzeit über gewinnbringendes Insiderwissen aus erster Hand verfügen. >:XX Vor allem aber werden einige der o.g. Details auch erst die kreativen Nachtstunden des am kommenden Wochenende tagenden EU-Gipfels hervorbringen, in denen regelmäßig die noch am wenigsten besoffenen und übernächtigten Politkasper von den Beraterscharen ihrer kommandierenden Weltregierung die einerseits demokratiefeindlichen und verfassungswidrigen jeweils gerade angesagten „End-Lösungen“ der Euro-Frage diktiert bekommen; welche aber andererseits doch PR-technisch so durchdacht und komplex sind, dass 99% der Michels die direkt gegen sie und ihre Kinder gerichteten Lösungen nicht mehr hinterfragen (können) und natürlich auch nicht sollen. Die zunächst von den EUliten angedachte Hebel-Konstruktion des EFSF über eine klassische Banklizenz bzw. die Erlaubnis für den EFSF, sich als Bank direkt bei der EZB zu refinanzieren und –ganz im Sinne des fractional banking– in den Billionenbereich zu hebeln, wurde wohl vor allem deshalb zugunsten der nun gefundenen Versicherungslösung verworfen (vorerst – warten wir das kommende Wochenende oder spätestens dann den ESM ab 2012 ab!), weil sonst nicht nur 1%, sondern vielleicht gefährlich hohe 10% der Michels den Wahnsinn dieser gehebelten und natürlich illegalen direkten Staatenfinanzierung über die EZB verstanden hätten. Bei der Versicherungslösung erhofft man sich durch die komplexere Konstruktion weniger Widerstand.

Trotz allem ist die Versicherungslösung schon heute soweit absehbar, dass man ihre Schwachstellen beschreiben kann. Der Ökonom Willem Buiter hat dies bereits getan in einem langen und zwar mangels genauer Marktdaten leicht spekulativen – aber letztlich realistischen Artikel: „The Math Behind The €2 Trillion EFSF Reveals A ‚Pea Shooter‘ Not A ‚Bazooka‘“.

Vorab sei zur Beruhigung der Kritiker von "parteiischen amerikanischen" Autoren gleich betont: Ja, das ist zwar in der Tat einmal mehr absichtsvolle angelsächsische Kampfpresse gegen den EUR; und der ehemalige geldpolitische Vorstand der Bank of England und jetzige Citigroup-Chefvolkswirt Buiter will natürlich nicht den deutschen Euroskeptikern das Wort reden, sondern er will -ganz im Gegenteil- endlich die ultimative Fiskal-/ Transferunion in EURO-Land durchgesetzt sehen zugunsten der von ihm vertretenen angelsächsischen Banken und zugunsten auch des noch viel kränkeren Dollars, denn der totale Transfer-Euro soll den Dollar keinesfalls überleben können. Trotzdem macht das seine Argumente gegen den Wahnsinn der Hebelung des EFSF nicht weniger valide! Diese sind alle mehr oder weniger wahr und darum lesenswert, auch wenn der Artikel länglich ist. Offiziell will Buiter in erster Linie aufzeigen, dass die jetzt angedachte Hebelung via „first loss“-Versicherung [:!:] „nur“ etwa 700 Mrd EUR erbringen kann – nicht etwa Beträge im Bereich 2-3 Bio EUR, die (nur bis ca. 2013/14!) aber für umfassende Bailouts aller PIGS erforderlich wären (mit Frankreich als Bailout-Empfängerland sogar 5 Bio EUR). Die unausgesprochene Forderung und Folgerung von Buiter ist jedoch die „grand solution“ – also die Fiskalunion. In der Folgerung daher abzulehnen – dennoch lesen. Ich habe ein paar Highlights aus dem Artikel auf deutsch zusammengefasst und ergänzt:

- Bereits geleistete Commitments des EFSF (POR, IRL und je nach Interpretation auch GR I) verringern die zur Verfügung stehende (ungehebelte) EFSF-Summe von 780 Mrd auf ca. 726 Mrd EUR.

- Bereits heute sicher absehbar zu leistende Bailouts von ITA und SPA verringern sie weiter auf dann nur noch 494 Mrd EUR, denn es wäre natürlich absurd, wenn diese Länder als Versicherer ihrer eigenen Schuld auftreten würden [meine Rede seit 2 Jahren].

- Verschiedene bereits eingegangene weitere Commitments des EFSF für den EFSM und für GR II verringern die Summe weiter auf gut 310 Mrd EUR.

- NOCH weitere bislang inoffizielle Commitments direkt an Banken (und eben nicht mehr wie immer behauptet Staaten!) würden die Summe bereits auf ca. 250 Mrd EUR schrumpfen lassen und …

- … falls auch Frankreich tatsächlich vom Garanten / Versicherer zum Empfängerland wechseln würde [was ohne ständige Marktpflege französischer Bondkurse heute bereits fällig wäre - die französischen CDS zeigen es seit einigen Wochen klar an], schrumpfte die Summe auf unter 100 Mrd EUR.

- Buiter geht aber „konservativ“ von 310 Mrd EUR als noch nicht durch bereits eingegangene Verpflichtungen des EFSF belegter Basissumme der geplanten Versicherung aus.

- Buiter geht davon aus, dass die von der EU aktuell favorisierte „Lösung“ mit dem EFSF als Versicherer nur die Neuemissionen („flow“) einiger PIGS bis zB 2013/14 (wenn dann wundersamerweise plötzlich alles besser wird und der EFSF und der ESM dann abgewickelt werden können?!) abdecken muss - und nicht auch noch die Altbestände („stock“) an ausstehenden Anleihen der betroffenen Länder.

- Warum – erklärt er nicht. Letztlich ist die Unterscheidung zwischen sog. „Primärmarkt“ (in dem gemäß EUlitenplan nur der EFSF kaufen bzw. versichern soll) und „Sekundärmarkt“ (wo dann auch die EZB planwirtschaftliche „Marktpflege“ betreiben darf) auch künstlich, weil der Sekundärmarkt der Altbonds natürlich die Neuemissionspreise immer mit beeinflusst - ebenso wie umgekehrt. Aber sei es drum – es geht ja bloß um einen Unterschied von vielleicht 2-3 Billionen (nur SPA + ITA) bzw. um 4 Billionen (inklusive Frankreich) – und das sind ohnehin Summen, die gemäß Buiter die EFSF-Hebelung über die Versicherungskonstruktion nicht erbringen könnte.

- Dies nicht einmal, wenn man noch –wie seit einigen Tagen nun auch offiziell die Politiker– einen Rangrücktritt unterstellt; wenn also der EFSF völlig konträr zur bisherigen Garantiekonstruktion nicht als „taker of last loss“, sondern als „insurer & taker of first loss“ auftritt! „Taker of first loss” bedeutet aber eine gewaltige Erhöhung des Risikos bzw. genauer des "Risiko-Erwartungswerts" für den EFSF bzw. für den deutschen Steuerzahler: Der EFSF garantierte dann künftig faktisch nachrangige Anleihen der PIGS und auch von faktisch insolventen Banken, bei denen der Total-Verlust schon vom Moment der Versicherungs-Garantiezusage zu fast 100% sicher ist! Man kann dies mit einer klassischen Sachversicherung mit Selbstbehalt vergleichen, die jedoch nicht die ersten zB 20% eines Schadens via SB beim Versicherungsnehmer belässt, sondern genau diese ersten 20% (beim EFSF vermutlich bald mehr) bei der Versicherung ablädt. XX( Die Moral Hazard Folgen liegen auf der Hand - kein Versicherer mit Verstand würde je auf eine solche "first loss"-Idee kommen! Genau diese absurd riskoerhöhende Entwicklung hatte ich aber dennoch schon ganz zu Beginn der PIGS-Krise vor 1,5 Jahren in geradezu machiavellisch-bösartiger und doch realistisch-weitsichtiger Haltung und unter großem Protest einiger Leser Politclaqueure prognostiziert – noch bevor der EFSF überhaupt im BT beschlossen wurde. Es sage also kein MdB, er sei nicht rechtzeitig gewarnt gewesen – die Blogüberschrift hieß schon damals am 6.5.2010 nicht ohne Grund „Warnung an MdBs“ ! Zitat daraus:

„=> Mit anderen Worten: Der Bundestag wird morgen einen Blankoscheck ausstellen und gar nicht wissen, wie viele Mrd. er freigibt [dies wohl auch noch in Form GLEICH- oder gar NACHrangiger Kredite - einer VÖLLIG unüblichen Rangfolge bei derartigen Not-Rettungen, wie jeder Private Equity Verhandler im ersten Monat seiner Ausbildung lernt]! ... D könnte eines Tages als einziges Land noch zu einer ReFi unter 5% in der Lage sein und so dann für 100% der Bailout-Summen (für GR und SPA und ITA usw.) zuständig sein. Rückzahlbar sind die Kredite erst ZUGLEICH mit -oder gar NACH- allen anderen griechischen Anleiheschulden- also aller Voraussicht nach niemals oder nur durch (erneut aus deutschen Taschen bezahlten) NEUEN Kreditgeschenken. Alles 'legalisiert' durch die Volkszertreter im Bundestag...
=> Ein Riesenskandal - aber EUropäische Realität. Und natürlich auch korrupte Realität der abgehobenen Berliner Raumschiffbesatzung namens Regierung bzw. Parlament. Ich halte die Wette, dass der IWF im Gegensatz zu D wie immer nur ERSTrangige Kredite ausreichen wird."

- Buiter erläutert dann weiter in seinem Artikel, dass seiner Meinung nach die voraussichtlich am Wochenende von der EU beschlossene Versicherungslösung mit 20% „first loss“ insurance nicht ausreichen wird für eine problemadäquate Hebelung der o.g. wahren EFSF-Steuer-Kapital-Basis (in Höhe von höchstens 310 Mrd EUR) in den Billionenbereich, weil die möglichen Kapitalgeber und Versicherungsnehmer bei Kreditvergaben an alle PIGS zzgl. Frankreich schon heute mit Haircuts weit über 20% werden rechnen müssten. Selbst eine 20%-Versicherung garantierte also keineswegs den geplanten 5-fachen Hebel, der immerhin 1,5 Billionen EUR erbrächte. Buiter geht von Haircuts zwischen 50 und 60% zum Zeitpunkt der (in 3-4 Jahren trotz EFSF und ESM unumgänglichen) Staateninsolvenzen aus. Damit aber würden die potenziellen Kreditgeber entweder eine 50%ige Versicherungslösung explizit fordern oder andernfalls die EFSF-Mittel nur um etwa den Faktor 2 hebeln und so die 50% selbst im Falle einer offiziellen 20%igen Besicherung implizit herbeiführen!

- Mit den daraus errechneten gehebelten 2 x 310 = 620 Mrd EUR aber käme die EU nicht sehr weit. Schon ein neuer und bereits sicherer EFSF-Fall Italien wäre kaum bis 2013/14 abdeckbar. Alleine deshalb schon ist das Dementi einer EFSF-Haftungs-Erhöhung, das das Bundesfinanzministerium vor wenigen Stunden (PM des BMF via Reuters) herausgeben musste, schlichtweg unglaubwürdig. Warum sollte es beim Track Record der Lügner im Schäuble-Ministerium diesmal anders sein als in all den vielen Monaten seit Beginn der Euro-Krise?

An dieser Stelle endet dann der Artikel von Buiter, wobei der Autor zwar offiziell die Folgerung zieht, dass diese Versicherungslösung „dead on arrival“ und ein „pea shooter“ (Erbsenkanone) statt einer „bazooka“ (Panzerfaust) sei – also mangels Feuerkraft von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Inoffiziell stellt dieser Vertreter des angelsächsischen Weltbankenkartells aber natürlich eine andere (und in diesem Fall unausgesprochene) Wertung an. Sie heißt – ebenso wie bei allen Weltregierern von Joschka Fischer über Schäuble und Steinbrück bis zu Ambrose Evans-Pritchard derzeit: „Schafft endlich unwiderruflich die EU-Fiskalunion und den totalen Transfer-Euro“ [Anm. PB: selbstredend einzig und allein auf Deutschlands Kosten und mit einer spätestens 2015 erreichten Obergrenze von vielleicht 5-8 Billionen EUR.] Der oben analysierte Buiter-Artikel enthält beste Argumente, denen man nicht widersprechen kann. Trotzdem machen wir uns aber natürlich keineswegs die implizite Folgerung nach der Selbstaufgabe und Totalverarmung Deutschlands in wenigen Jahren zu eigen.

Der Euro und die EU mögen fallen. So fallen sie denn. Ihre Rettung ist nicht den Preis der irreversiblen Aufgabe der Demokratie, des Rechtsstaats und der ökonomischen Restsubstanz Deutschlands wert!

In diesem Sinne weise ich alle Leser auf gleich vier unabhängige und Wahrheits- bzw. Lösungs-suchende Veranstaltungen rund um Euro und Wahres Geld hin:

1. und 2.: Für Schnellentschlosse die beiden heutigen DEG-Diskurse in München (meine Leitung) und Essen (Leitung Walter Hachmann)
3.: Für tiefgründig Interessierte aber zugleich politisch inkorrekt (= wahr) Denkende die Podiumsdiskussion der PdV „Rettet Europa – Raus aus dem Euro“ in München am 24.11. mit Ralf Flierl, Oliver Janich und Peter Boehringer http://www.pdv-bayern.de/muenchen-podiumsdiskussion-zur-eurokrise
4.: Für akademisch Interessierte mit ebenfalls politisch inkorrektem und Österreichischem Einschlag die Veranstaltung „Auslaufmodell Euro – Lösungswege für Europa“ im Adlon Berlin am 2.12. mit den Professores Hankel, Hamer, Kerber, Polleit sowie MdB Schäffler und Dirk Müller. Pdf mit Details anfordern über info@wordstatt.de oder über einschlägige Anzeigen – zB im kommenden Smart Investor.

Apropos Smart Investor: In der in wenigen Tagen erscheinenden SI-Ausgabe 11-2011 stelle ich in einem Überblicksbeitrag „Es sind doch bloß Garantien…“ die bislang bekannten 10 (!) Töpfe à jeweils mindestens 150 Mrd EUR (!) vor, aus denen heraus gut verschleiert über kaskadisch greifende und damit am Ende fatale Garantiekonstruktionen das absurde Fehlkonstrukt des Euros inzwischen heimlich alimentiert werden muss, um dessen sofortiges Ableben zu verhindern. In Summe existiert bereits heute eine schon beschlossene oder absehbare „Feuerkraft“ aller Rettungstöpfe i.H.v. über 5-8 Billionen Euro! Diese garantiert und in wenigen Jahren nach dem Bruch aller Garantiekaskaden sehr real zahlbar zu über 80% durch ein dann sicher bankrottes Deutschland - auch wenn die Politik diesen Sachverhalt ständig mehr oder weniger lautstark dementiert. Die Märkte EUliten wollen die juristisch-finanztechnisch wasserdichte grenzenlose Euro-Transferunion. Und es sieht so aus, dass sie sie bekommen. Noch Fragen? Vielleicht diese: Wann endet der Alptraum? Nachsatz an grünsozialistische Weltregierer: Eine Abschaffung oder Unterdrückung der Marktlogik löst kein Problem! Weder in Form eines planwirtschaftlichen Verbots von CDS auf Länderschulden noch in Form einer Gründung einer weiteren politischen Ratingagentur nach Verbot aller "gegnerischen" Agenturen noch in Form eines Goldverbots oder noch stärkerer Goldpreismanipulation… Wer Barometer des Wahnsinns zerstört und manipuliert, heilt keine Krankheit, sondern verschlimmert sie nur.

22 Kommentare

Kommentar from: Reinhard [Besucher]
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"Wann endet der Alptraum? ... Wer Barometer des Wahnsinns zerstört und manipuliert, heilt keine Krankheit, sondern verschlimmert sie nur."

Meiner Assoziation zwingen sich da historische Parallelen auf. Alpträume enden bestenfalls, wenn man nachts schweißgebadet aus ihnen aufschreckt und zu seiner großen Erleichterung feststellt, daß es nur eine hypertrophe Einbildung gewesen ist. Im real existierenden Wahnsinn, dessen ihn bestimmende Seismographen zudem von den Polit-Irren frisiert worden sind, so daß der Alptraum als solcher gar nicht zu erkennen ist, erscheint es mir allerdings umgekehrt: aus einem relativen Sicherheitsgefühl mit latentem, noch leicht zu verdrängenden Unbehagen wird der teutsche Michel in den absoluten Schrecken hinein erwachen, gnadenlos unvorbereitet aus Ignoranz seiner eigenen Sicherheitsbedürfnisse gegenüber. Noch dämmert alles im gnädigen Schlummer, ahnt keiner die krebsgeschwulstige Finanzkrake, die die recht und schlecht funktionierende Welt in eine Katastrophe verwandeln wird, wenn es einmal so weit sein wird.
Einige Unentwegte wie Sie haben immer davor gewarnt, und einige, die weniger den Sirenengesängen als vielmehr den Kassandrarufen zu lauschen willens gewesen sind, danken es Ihnen auch.
19.10.11 @ 17:45
Kommentar from: Grit [Besucher]
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Ein augenöffnender Artikel, Herr Boehringer. Frage aber: Sie haben zwar bzgl. des Haushaltsunterausschusses einen Gesetzestext verlinkt. Dieser ist aber von Mai 2010 - und die Zahl "9 Mitglieder" finde ich darin auch nicht. Wie kommen Sie darauf?

*********
=> AW PB: Das verlinkte "Stabilisierungsmechanismusgesetz" ist zwar in der urspr. Fassung von Mai 2010. Der genannte Unterausschuss wurde aber vom BT tatsächlich erst am 9.10.2011 beschlossen - das sehen Sie auch in den Unterzeilen der Gesetzesüberschrift. Die Mainstream-Presse hat das (im Gegensatz zum ebenfalls verlinkten Verfassungs-Blog) aber mehr oder weniger ignoriert - nur SPON hat (immer noch verharmlosend) diesen Zusatzputsch gegen das Volk, den BT und sogar das Verfassungsgericht mit seinem ganz frischen Urteil zur Parlaments(!)-Beteiligung bei Bailouts leicht kritisch per kleiner Meldung aufgegriffen!

=> Die Zahl "neun Mitglieder" steht implizit aber eindeutig in §3(3) des Gesetzes. Diese Änderung ist (das habe ich geprüft) tatsächlich erst 10 Tage alt!
=> Die Voraussetzung des §3(3) ("Eilbedürftigkeit oder Vertraulichkeit") darf man bei den planwirtschaftlichen und widernatürlichen Bailout-Aktionen gegen die sonst natürlich, antizipativ und damit unerwünscht reagierenden Marktkräfte getrost IMMER unterstellen. Dieser Unterausschuss wird voraussichtlich bei ALLEN relevanten Entscheidungen eingesetzt werden können und er wird ggf. immer geheim tagen dürfen. Vielleicht wird das nicht immer so geschehen. Aber ob man nun 5 (9/2) oder 21 (41/2) handverlesene MdBs "überzeugen" muss zuzustimmen: für die Weltregierung kein Problem - so wenige und noch dazu handverlesene Personen sind grundsätzlich mehrheitlich erpress- oder korrumpierbar - und sei es nur durch die Drohung, ihre Karriere nach den nächsten Wahlen zu beenden und die Sozialpädagogen und Politikwissenschaftler und Skilehrer in Hartz IV oder in Frührente zu senden, wo sie dann unweigerlich landen würden...
19.10.11 @ 17:53
Kommentar from: Bert [Besucher]
Natürlich ist es so. Aber treten wir doch mal einfach einen Schritt zur Seite, dann wird sofort sichtbar, dass das Tun der EU- und US-Führer so hirnrissig ist, dass denen das unzweifelhaft selber klar sein muss. Da ändert auch die haarkleine Analyse des Wahnsinns nicht dran. Oder mit anderen Worten, Das Ganze ist geplant und läuft offenbar genau nach Plan. Selbst die Eskalation in GR scheint ein geplanter Nebenkriegsschauplatz zu sein, an dem man noch ein paar Tests zur EU-weiten Volksbehandlung machen kann. Bin mal gespannt, wann die EUROGENDFOR ihren ersten Einsatzbefehl bekommt, die wurde ja nicht aus Jux geründet. Nein das hat mit VT gar nichts zu tun, der Eingriff der NATO in Nordafrika wurde auch nicht für möglich gehalten. Und die enge Umarmung des Euro mit dem Dollar bei deren Sturz in die Tiefe, lässt auch Böses ahnen. Vielleicht ist der geplante EU-Superstaat auch noch zu klein gedacht. Ich sitze da und lache und warne und lache, ja ich tue meinen Teil, aber die Dummen wollen ihre Strafe einfach haben. Wie sagte noch mal jemand so schön? Die Realitäten von Heute, sind die VT von Gestern.
19.10.11 @ 17:57
Kommentar from: Achim [Besucher]
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Sehr geehrter Herr Boehringer,
im Gegensatz zu meiner bisherigen Meinung unsere Regierung sei ein Opfer dieser
Entwicklung (Kriegsverlierer),gehe ich heute von einer aktiven Täterschaft aus.
MfG Achim
19.10.11 @ 19:57
Kommentar from: Gitta [Besucher]
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Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie Sie komplizierte Sachverhalte auf das wesentliche herunterbrechen können. Leider entsteht bei mir - nach dem Lesen Ihrer Artikel - regelmäßig der Zustand einer ohnmächtigen Wut, die mich ....
Die Schlussfolgerungen die ich dazu geschrieben hatte, habe ich lieber wieder entfernt.
Ungeachtet aller Bemühungen, wird es doch darauf hinauslaufen, dass die ganze korrupte Politikerkaste sich nicht entblöden wird, unser Volksvermögen zu verteilen und sich durch Inflation und Steuererhöhungen an jedem einzelnen schadlos zu halten.
Der einzelne kann also nur dafür sorgen, dass der Staat möglichst wenig seines Ersparten in die Hände bekommen kann.
Am besten, alle Schulden tilgen und wenn dann noch Geld übrig ist, solte man es in physischen Edelmetallen anlegen.
19.10.11 @ 20:02
Kommentar from: Claudius v.d.Bach-Zelewski [Besucher]
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Sehr schön.

Ich habe zwar den Mechanismus des "Versicherungsmodells" nicht ganz verstanden, aber das wird ja auch nix schaden.

Zumal es sich ohnehin um eine weitere, kranke Kopfgeburt des Rollstuhl-Gollums und seines Herrn Asmussen, handeln dürfte.

Die Halbwertszeit dieses "Versicherungsmechanismus" wird bei wenigen Wochen liegen.

Weit aufschlußreicher ist da doch, wer sich so alles im "Haushaltsausschuß des Deutschen Bundestages" betätigt.

Ohne Zweifel ein illustrer Querschnitt handverlesener Finanzexperten der BRD, mindestens auf Augenhöhe mit Herren Blankfein, Bernanke, Geithner, Ackermann oder Shapiro...

Zur Verdeutlichung erlaube ich mir, stichwortartig auf den beeindruckenden, fachlichen Hintergrund dieser Finanzspezialisten hinzuweisen (aus "Kürschner", Dtsch. Bundestag, 17.Wahlperiode).

Man kann es auch auf der Bundestagsseite des HA jeweils einzeln anklicken, aber dennoch hier der Überblick über die "Master of Desaster":

A. Die gewesene, "Christlich Demokratische Union Deutschlands" ("CDU", BRD-Genderpartei), inkl. ihres süddeutschen Satelliten "CSU"

a) N. Barthle - gelernter Studienrat [für die Elite-Fächer Deutsch und Sport]. Deutscher Skiverband und Verband für das Skilehrwesen, Ministerialrat a.D.

b) N. Brackmann - Jurist - Staatsmedienkarriere beim NDR, Leiter der "Stabsstelle Neue Medien", Träger des "goldenen Verdienstabzeichens mit Brillanten" des - DLRG...

c) A. Fischer- gelernter Elektroinstallateur

d) H. Frankenhäuser (CSU) - gelernter Industriekaufmann - Präsident des "Dtsch. Institutes für Reines Bier" (nomen est omen !)

e) A. Funk - Dipl. Betriebswirt - als solcher tätig beim "Werbefunk Saar&Telefilm Saar", Neubegründer der JU Bexbach/Oberbexbach

f) J. Hermann - Polizeibeamter - Freiwillige Feuerwehr Brakel-Istrup, Reservistenkameradschaft Brakel-Istrup

g) B. Kalb (CSU) - Industriekaufmann

h) A. Karl - Rechtsanwalt (Neumarkt/Oberpfalz)

i) V. Klein - Dipl. Volkswirt

k) Dr.m. Luther - Dipl.Ing. (DDR)

l) A. Mattfeldt - Industriekaufmann - Vorsitzender "Elster Schloßpark", Verwaltungsrat ALV ("Arbeit im Landkreis Verden")

m) E. Rehberg - Dipl.Ing. für Informationsverarbeitung (DDR)

n) G. Schirmbeck - Landwirt - 13 (!) Nebenbeschäftigungen, u.a. Verwaltungsrat Spk Osnabrück

o) B. Schulte-Drüggelte - Dipl. Agraringenieur

p) K.P. Wilsch - Dipl. Volkswirt

[Bemerkung: Politisch unkorrekt quoten- und genderfeinlich sind seitens der Schwatten-Partei nur Männer - Verzeihung, "Elter 1" im Neu-"EU"-Sprech - vertreten, was wird wohl die Frau v.d.L. dazu sagen...]


B. "Hartz-Partei" ("SPD")

a) K. Brander - Elektriker - Gewerkschaftssekretär ["besondere Qualifikation": Langjähriger Aftervasall W. Clements, der B.als "Parlamentarischen Staatssekretär" bestallte ] - IGM, IKK, AWO, "Gegen Vergessen - Für Demokratie"

b) B. Brinkmann - gelernter Versicherungskaufmann - Funktionär in AWO-DRK-IG BCE-KKV-Kolpingfamilie Dinklar, Verein Arbeit 3.Welt DGB-Kuratorium Stiftung Himmelsthür "Damit das Leben gelingt", 4 weitere Nebenbeschäftigungen, u.a. AR-Vorsitzender Kurbetriebs-Gmbh Bad Salzdetfurth

c) Dr. Danckert (firmiert auf der Bundestagsseite zum HA als "Professor" (?)) - Rechtsanwalt - Funktionär AWO, Volksolidarität, Funktionen in diversen Kuratorien

d) B. Hagedorn - Goldschmiedin - u.a. "stellv. Mitglied der Ostsee-Parlamentarierkonferenz"

e) K. Hagemann - Grund- und Hauptschullehrer - AWO, THW, Verein "Jugend gegen Drogen" [seine Partei stützt die Afghanistan-Aggression !] div. Gremien der ev. Kirche

f) J. Kahrs - Angestellter - AWO, "Dtsch.Israelische Gesellschaft", Schatzmeister der "Deutsch Atlantischen Gesellschaft" [deswegen im HA ?], Vorsitzender der Kurt-Schuhmacher Gesellschaft, Mitglied des dtsch. Nationalkomitees für Denkmalschutz, Guttempler Deutschland, 4 weitere Funktionärsposten

g) P. Merkel [Bürlyn]- Kaufmännische Angestellte - AWO, Verdi, "Arbeitskreis Neue Erziehung", Initiative Berlin-USA e.V., Kleingartenverein "Neuland II", "Stiftung jüdisches Museum", 7 weitere Funktionärsposten in sog. Beiräten und Kuratorien, u.a einer in Frankfurt - Vorsitzende Haushaltsausschuß (!)

h) C. Schneider (* 1976) - Bankkaufmann - Juso,ADFC,AWO, MdB seit 1998 (!), "Haushaltspolitischer Sprecher der `SPD-Fraktion`"

i) E. Schurer - Dipl. Betriebswirt - DGB,AWO,Verdi,Bund Naturschutz

h) R. Schwanitz - Diplomjurist, Diplomingenieurökonom (DDR) - sog.Parl. Staatssekretär BuMin. Gesundheit


C. Gelbsohlenpaviane (gewesene "F.D.P.")

a) O. Fricke - Rechtsanwalt - Kuratorium Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Deutsche UNESCO-Kommission, Mitglied der "Kammer für öffentliche Verantwortung der EKD"

b) H.P. Haustein - Elektriker Gemeindeverband Schwartenberg, dann Ingenieur der Elektronik (DDR) - jetzt "Unternehmer für Aufzugstechnik"

c) J. Koppelin (Dr.h.c.) - Rundfunk-Redakteur - ab 1981 div. Posten im Staatsrundfunk NDR

d) S. Thomae - Rechtsanwalt - u.a. AI, Bund Naturschutz, "Mehr Demokratie"

e) F. Toncar - Rechtsanwalt - Mitglied Deutsch-Atlantische Gesellschaft

f) Dr.Winterstein - "Geschäftsführerin", gepr. Wirtschaftskorrespondentin, div. Tätigkeiten [nach dem "Kürschner" hat diese Person nie studiert, firmiert aber als "Dr." (?)]


D. Ökofaschisten ("GRÜNEN"-Bewegung)

a) K. Dörner - Politikwissenschaftlerin (M.A.), u.a. AI und "Mehr Demokratie"

b) P. Hinz - Erzieherin [1994/95 "Staatssekretärin und Bevollmächtigte des Landes Hessen beim Bund, 1998/1999 "Ministerin für Umwelt,Energie,Jugend,Familie und Gesundheit" in Hessen] - Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft (DAFG, Abspaltug der DAG)

c) S.C. Kindler (* 1985) - Betriebswirt - BUND, BUND Jugend, "Pro Asyl", IG Metall, Attac


E. Mauermörderpartei ("Die Linke")

a) Dr.D.Bartsch - "Wirtschaftswissenschaftler" (DDR) [Aspirantur an der Akademie der Gesellschaftswissenschaftwen beim ZK der KPdSU in Moskau, Geschäftsführer "Junge Welt", Geschäftsführer "Neues Deutschland" Schatzmeister PDS, Unternehmensberater] -
Rosa-Luxemburg-Stiftung [obschon B. in Moskau aspirantierte, gibt er seine Russisch-Kenntnisse nur mit "G" - Grundkenntnisse - an !]

b) S. Bockhahn - Politikwissenschaftler - div. Nebenbeschäftigungen "mit dem Mandat der Linken"

c) R. Claus - Diplom-Ingenieurökonom (DDR) [div. Funktionen in der "FDJ", 1. Sekretär der Bezirksleitung Halle, 1990 Mitglied Volkskammer]

d) M. Leutert - Diplom-Soziologe - Verdi, "Bundesweites Netzwerk bedingungsloses Grundeinkommen"

e) Dr.G.Lötzsch - Philologin (Dipl. Lehrerin, DDR) [1984-1990 Mitglied der SED, stete Vorwürfe wg. Verstrickung ins Stasi-Milieu, 1987 (!) "Forschungssemester" in den NL] - GEW, "Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen", Verwaltungsrat der KfW



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=> PB: Danke für diese Arbeit. Diese Vitae sind (weitgehend) wirklich "bemerkenswert" in einem Gremium, das wegen seiner Bedeutung eine echte fachliche Wissenselite darstellen und ökonomisch kritisch und v.a. unabhängig denken und Marktmechanismen verstehen und auch akzeptieren können müsste. Armes Deutschland.
19.10.11 @ 20:52
Kommentar from: Zero [Besucher]
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Für mich ist insbesondere so erschreckend, dass die Damen und Herren aus der Bundesbank so kurzsichtig agieren und offensichtlich in die Geschichtsbücher eingehen wollen, als die "Währungshüter", die Deutschland zum dritten Mal innerhalb von hundert Jahren komplett ruinieren. Die Schreiberlinge auf den Goldseiten und hier im Blog warnen seit Jahren vor den Konsequenzen unseres fiat-money-Geldsystems und man hat nicht mal ein bisschen gegengesteuert.

Spätestens als die FED 2006 die Geldmenge M3 offiziell nicht mehr veröffentlicht hat und Heli-Ben die Leitzinsen um 0,25-Prozentpunkte angehoben hat, hätte man genauer hinschauen müssen. Man hat nichts gemacht.

Daraufhin hat PIMCO gewarnt, dass die US-Subprime-Kredite und die Derivate darauf platzen werden. Man hat nichts gemacht. Auch die Allianz (Mutterkonzern von PIMCO) hat nichts unternommen.

Auch als dann Anfang des Jahres 2007 die Häuserpreise fielen und tatsächlich die ersten Kredite platzten und im Laufe des Jahres 2007 massive Abschreibungen bei den Investmentbanken auftraten, hat man nichts unternommen. Man könnte fast endlos so weiterschreiben, was ich mir hier jedoch erspare, da der weitere Verlauf der Geschichte jedem bekannt ist.

Angesichts dieser erschreckenden Tatsachen, stellen sich mir folgende Fragen:

Arbeiten in der Bundesbank nur kurzsichtige Amateure?
Arbeiten in der Allianz nur beratungsresistente Spinner?
Weiß die Bundesbank nicht, dass der EUR zum Großteil aus USD besteht und die FED schon einen nationalen USD in Vorbereitung hat?
Kapiert die Bundesbank nicht, dass Griechenland nur ein perfider "Test" des IWF und der Weltbank ist und es sich hier um eine "gewollte Sollbruchstelle" von Goldman Sachs handelt?
Kennt die Bundesbank die leidliche "Erfolgsgeschichte" des IWF und der Weltbank nicht?
Glaubt die Bundesbank wirklich, dass die FED, die BoE und das dahinter stehende Bankenkartell auf unserer Seite stehen?
Wie oft wollt ihr euch noch von den Angelsachsen und anderen "Freunden" aus dem Nachbarland abzocken lassen? (zur Erinnerung: 1914-1918 1. Weltkrieg, 1923 Weimarer Hyperinflation, 1939-1945 2. Weltkrieg, Währungsreform 1948, Nixon 1971, 1990 politisch aufgezwungener Wechselkurs bei DDR-Beitritt, 1999-2002 EUR-Einführung)
Wieso zur Hölle wollen die Pleite-Griechen 400 Ami-Panzer mit gedrucktem EZB-Geld kaufen?
Gibt es in deutschen Banker- oder Politikerkreisen überhaupt irgendjemanden, der die ökonomischen und politischen Zusammenhänge begreift? ... Bei dieser Unfähigkeit könnte man komplett durchdrehen!!!

PS: Vllt. schauen sich die Damen und Herren aus der Bundesbank noch mal die Leistungsbilanzen unserer "Freunde" (USA, UK, FR) an, damit sie endlich mal kapieren, dass nicht nur die PIIGS-Staaten uns seit Jahren ausbluten lassen. Glaubt ihr wirklich, dass das ewig funktioniert?

DE: + 161,7 Mrd. USD

USA: - 506,2 Mrd. USD
UK: -56,8 Mrd. USD
FR: -60,3 Mrd. USD

PT: - 26,3 Mrd. USD
IR: - 4,6 Mrd. USD
IT: - 53,6 Mrd. USD
GR: - 36,2 Mrd. USD
ES: - 59,1 Mrd. USD

Daten für 2010, Quelle: OECD Economic Outlook
19.10.11 @ 21:38
Kommentar from: Steuerzahler [Besucher]
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Sehr geehrter Herr Boehringer,

wie immer ist Ihre Analyse punktgenau.

Sollten man nicht besser auswandern, solange es noch geht? Dieser Gedanke lässt mich einfach nicht los.

Bei der Vorstellung, was auf uns als deutsche Steuerzahler zukommt, wird einem schlecht. Wenn man dann noch die Regulierungswut der EU und die mittlerweile nicht mehr unabhängigen Richter in's Auge fasst, sehe ich eigentlich keine andere Lösung, als diesem Irrsinn den Rücken zu kehren.

Welche Länder sollte man bevorzugen? Südamerika oder Asien?

Die Aussagen von Pippa Malmgren, dass unsere Regierung schon neue DM drucken lässt, mag man angesichts der Ereignisse gar nicht glauben.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/10/28158/

Wir retten bis zum eigenen Untergang. Was glauben diese Spinner eigentlich, wieviel Ertrinkende ein einziger Rettungsschwimmer an Land ziehen kann?

Unsere besten Wünsche für Sie.

19.10.11 @ 22:11
Kommentar from: Otto Normalverbraucher [Besucher]
*****
Die Polit-Clowns prangern Spekulanten, Finanzterroristen und Geldgangster an, gründen aber mit dem EFSF selbst den größten Hedgefonds aller Zeiten.

Woher das viele Spielgeld kommen soll, bleibt das große Geheimnis. Mit den Banken, die die Staaten bislang finanzierten, rechne ich jedenfalls nicht. Die sind bekanntlich blank.
19.10.11 @ 23:22
Kommentar from: Steuerzahler [Besucher]
http://www.ftd.de/politik/europa/:umstrittene-bewertungen-eu-will-laenderratings-verbieten/60118331.html

Wenn das geschieht, werden wahrscheinlich gleich alle Länder herunter gestuft und keiner wird mehr Bonds der Euro-Länder kaufen.

Wieso auch, man kann sein Geld auch anderweitig anlegen.

*********
=> AW PB: Danke sehr @Steuerzahler für den Link zum Artikel, der erst um 21.48 Uhr veröffentlicht wurde. Diese neue Info ist ein weiterer (natürlich untauglicher) Versuch der EU-Planwirtschaftskommissare, ein wichtiges Krisen-Barometer abzuschaffen. Wird oben im Blog an der entsprechenden Stelle noch ergänzt.
20.10.11 @ 00:33
Kommentar from: sebastian ott [Besucher]
*****
im gesamten jahresrückblick ist 2011 das gewaltigste jahr. ich habe mich selbst dabei erwischt das ich aus dem stegreif nicht alle grossen ereignisse aufzählen kann.

es sind einfach zu viele, geht es euch auch so?
20.10.11 @ 00:43
Kommentar from: Uwe Kiefel [Besucher]
*****
Langsam sollten wir uns doch mit dem Gedanken vertraut machen, dass es alles den Bach runterlaufen wird. Es wird kein Halten und keine positiven Lösungen mehr geben, denn selbst wenn unsere Regierenden jetzt den Notstecker ziehen würden, würde es zum Kurzschluss kommen. Also was bleibt zu tun, genau das was der Schreiber hier sagt und was Goldseiten seit Jahren propagiert. Jeder muss schauen sich auf den Gau vorzubereiten. So wie unsere Regierung hantiert ist klar wo das Ganze hinläuft, also sind unsere angesagten Handlungsweisen auch klar.

Schulden bezahlen um aus der privaten Abhängigkeit zu kommen, Immobilien kaufen um wenigstens nicht unter der Brücke zu landen und einen Schrebergarten erwerben um sich auch in schlechten Zeiten mit ein wenig Nahrungsmitteln versorgen zu können. Den Rest in physisches Edelmetall um Tauschobjekte zu haben. Wenn dies geschehen ist bleibt nur noch den Stress abzubauen, denn die eigene Gesundheit ist das einzige von Wert in Zukunft und dann heisst es abzuwarten, bis das ganze zusammen gebrochen ist.
In 10 Jahren kann man dann alles wieder von vorne anfangen aufzubauen, dann schuldenfrei, weil alle Staaten einschliesslich Deutschland ihren Bankrott erklärt haben werden.
20.10.11 @ 10:06
Kommentar from: A.C. [Besucher]
Wie immer ist der Artikel sehr aufklärend, so dass nun wirklich jeder der das liest verstehen müsste, wo die Reise hingehen wird.

Ich persönlich bin ja der Meinung, Banken, Versicherer und Staaten machen miteinander die sogenannten ..Märkte... aus. Der Staat und nicht nur unserer zockt selber mit an den Börsen, nur leider sind die Banken immer die Gewinner.
Den Begriff ...Hebeln...kenne ich nur in Verbindung mit Optionsscheinen. Insofern kann man sich in etwa vorstellen, worum es dabei geht. Die Banken werden die Gewinner sein und der Staat, im Endeffekt die Steuerzahler der nächsten fünf Generationen, der Verlierer.

Im Bewusstsein muss man dabei haben, dass sich eine handvoll Geistesgestörter und gieriger, sich alles erlaubener und die Welt beherrschen zu wollender Elitenheinis, das Ganze ausgelöst haben.

Mein Fazit....diese Leute besitzen zuviel Geld, hätten sie weniger, dann könnten sie niemals so aggieren.
Aber nun ist das Kind in den Brunnen gefallen, eine Umkehr unmöglich.

Ich kann nur hoffen, dass im Falle des totalen Crashes, die Leute sich daran erinnern, wer dafür verantwortlich ist und diese Parasiten die Konsequenzen zu spüren bekommen.

20.10.11 @ 15:27
Kommentar from: Hagen [Besucher]
**---
EFSF heißt offiziell European Financial Stability Facility. Ich dechiffriere mal korrekt:

Eternal
Fiscal
Suppression
Facility

**********
=> :-) - oder doch besser :-(
20.10.11 @ 17:10
Kommentar from: wekrue [Besucher]
*****
Es sit schon fast naiv, dass ganze Affentheater noch ernsthaft zu kommentieren. Der Asteroid ist bereits eingeschlagen. Was jetzt kommt, ist nicht mehr aufzuhalten. Adäquat wäre es wenn ich mit meiner Tochter wie in "Armageddon" Maximilian Schell, an den Strand ginge und wir Arm in Arm zusehen, wie sich zuerst das Wasser weit zurückzieht um dann in einem riesigen Tsunami über uns herein zu brechen,anstatt zuzusehen wie ein paar Dilettanten mickrige Sandsäcke auf türmen um die Flut die sich in 30 Jahren aufgebaut hat noch aufzuhalten. Und wer hat Schuld? Niemand, es ist systemimmanent. Ein System aus dem die Gewinne wie Honig aus dem Bienenstock genommen werden und das Volk dafür die Schulden in Form von Zuckerwasser auf gebrummt bekommt, muss scheitern.
20.10.11 @ 17:23
Kommentar from: Christoph [Besucher]
*****
Euro aktuell auf Crash Kurs.

*******
=> Ergänzung PB: Ja, Grund ist die mögliche Absage des "Rettungsgipfels" am Wochenende.
20.10.11 @ 18:39
Kommentar from: VOMARSE [Besucher]
Sehen wir es doch so: Jedes Ende hat auch einen Neuanfang!

Betrachten wir das Ganze aus dieser Blickrichtung, so können wir dem Ganzen auch etwas Positives abgewinnen! Es ist ein Entwicklungsschritt für die Menschheit, dass es eben so, wie es die letzten Jahrhunderte immer "funktionierte", so nicht weiter gehen kann und definitiv auch nicht wird. Und dieses mal ist es Fakt, weil die ganze Erdenmenschheit davon betroffen ist. Es gibt dieses mal keine Ausweichknautschzone :-)

Vielleicht können wir das Ganze auch als "Weltuntergang" beschreiben, dass diese Welt, wie wir sie bisher kannten, so nicht mehr weiter existieren kann und wird. Denn, nicht nur die Finanz- und Poltikwelt unterliegt diesem zwanghaftem Wandel. Schauen wir auf die Religionen, Familien, Freundschaften usw. so sieht man eben auch dort diese erosion, alles (falsche) bricht zusammen, was eben nicht zusammen gehört.


*********
=> AW PB: Solche Zuschriften aus der ultimativen Vogelperspektive der großen Geschichtsläufe sind immer schwer zu beantworten, weil man auf dieser Ebene ja eigentlich nur abnicken kann. Denn ja - nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen wird das gesamte Universum mit all seinen Galaxien, Sonnen, Planeten, EU-Kommissionen und EFSF-Schirmen eines Tages wieder auf den unendlich kleinen Kern vor dem Moment des Urknalls geschrumpft werden (alternativ wird es auf ein völlig homogenes Energieniveau in einem unendlichen Raum ohne Sterne und Materie und einer völlig gleichmäßigen Temperatur irgendwo minimal über dem absoluten Nullpunkt erodieren - ein unendliches Nirwana sozusagen).
=> Diese Debatten kann man ja führen. Dieser Blog ist aber nicht so weitsichtig und versucht die "kleinen trivialen" Debatten um das Hier und Jetzt und um die kleinen Billionenbeträge zu führen, die die Steuerzahler demnächst schultern müssen.

Dennoch wagen wir eine abweichende Meinung zur großen und doch zumindest auf Sicht 5-15 Jahre anzweifelbaren Aussage:
"Diesesmal muss der [positive] Entwicklungsschritt der Menschheit geschehen, weil die ganze Erdenmenschheit von der Krise betroffen ist. Es gibt dieses mal keine Ausweichknautschzone"


=> Nein, die regelmäßige Finanzkrise ist in einem Schuldgeldsystem zwar einerseits systemisch und diesmal tatsächlich und erstmals (fast) weltumspannend. Sie ist aber zugleich menschengemacht, weil das System nicht zufällig entstanden ist, sondern über viele Jahrzehnte / Jahrhunderte bis 1913 / 1971 und sogar bis heute aus Elitensicht "perfektioniert" wurde. Die Krise ist damit kein gottgegebenes Schicksal, sondern von Menschen kreiert und steuerbar. Damit wird es auch diesmal Gewinner der Krise geben. Es gibt sie schon heute (wer hat wohl die Gewinne privatisiert, die nun in den Bankbilanzen fehlen und durch Steuergelder aufgefüllt werden müssen?) - und es wird sie sogar in der Eskalationsphase und besonders wieder beim Neuanfang geben. Und auch die Ausweichknautschzonen wird es geben. Schon heute sind dies die anonymen steuerfreien Häfen der Welt für die WIRKLICHE (!) Welt-Geldelite - also natürlich NICHT die vorgeblich "Reichen" des Mittelstands, die von der Occupy-Bewegung oder demnächst von der Grünen Vermögensabgabe ins Visier genommen werden. Die WAHREN Knautschzonen sitzen fürs Kapital in Cayman, Delaware, Südamerika, HongKong und in weiteren offshore-Refugien - jedoch nicht (mehr) in der so oft zitierten und von der Steinbrück´schen Kavallerie bekämpften Schweiz.

PS: Soviel zu dieser Zuschrift, die in ähnlicher Form öfters reinkommt und die "im Prinzip" ja auch richtig ist! Natürlich kann man auf einer bestimmten Abstraktionsebene JEDES Problem relativieren. Und ja - ich gebe gerne zu, dass vor den Demographieproblemen der Welt (krasse Überbevölkerung) und vor den PeakOil-Folgen niemand davonlaufen kann. Aber das ist eine andere Debatte - und die Elite hat (jedenfalls FÜR SICH) auch für diese Probleme Lösungen. Die kosmische Metadebatte ist daher im Moment noch verfrüht. Jedenfalls hier im Blog - dafür gibt es genügend Eso-Foren. Oder auch PeakOil-Foren - ein guter Artikel aus TheOilDrum sei beispielhaft allen Lesern zur Lektüre empfohlen: Hier - ab Seite 5 (EROI-Debatte) - oder alternativ mein schon 3 Jahre alter eigener Artikel zum selben PeakOil-Folgen-Thema "Exponentielles Wachstum = Exponentielle Ignoranz" . Ich bin also der Letzte, der die Metadebatten abwürgen wollte. Aber hier und heute im Blog ging es um was anderes. Armageddon ist anno 2011 noch immer verschoben - und findet noch nicht am Wochenende statt - egal was der EU-Gipfel am Wochenende zum Hebeln des EFSF und zum ultimativen Transfer-Euro nun beschließt, nicht beschließt oder vertagt. Aber die Zeit des Aufschuldungssystems läuft in der Tat in den kommenden Jahren ab.
20.10.11 @ 19:07
Kommentar from: LuckyFriday [Besucher]
*****
Wer soll das verstehen? Wer soll das bezahlen?
Niemand kann es....

Diese wortklauberische "Totalverschwurbelung" der Sachverhalte macht diese nicht anders, als sie sind, nämlich: "Sir, we are brooke". Wann sagt es ihnen der Butler endlich?

Wie ist das mit der Defäkation der Astronauten in der Schwerelosigkeit? "There ain't no decent way", egal wie man es macht oder beschreibt, will sagen, es ist und bleibt eine Sauerei. Schiessen wir sie am besten auf eine Raumstation, diese politischen "Finanzexperten". Dort können sie weitermachen!

Hier unten braucht es einen Neuanfang durch Ausbuchen aller schlechterdings nicht mehr einbringlichen Forderungen und Inverkehrsetzung neuer, gedeckter Zahlungsmittel, Wechsel und Noten. "Gesetzlich" müssen sie dann gar nicht sein! Der Markt akzeptiert sie sofort ohne Probleme, sofern sie nur "gut" sind! Jede/r sei ihre/seine eigene Zentralbank. In den Räumen der nicht mehr benötigten staatlichen könnte man dann Clearingstellen für in Edelmetall fällige Handelswechsel einrichten. Ach, könnte es doch schon morgen sein....
21.10.11 @ 23:07
Kommentar from: Bert [Besucher]
*****
Yepp, ihr Kommentar zu VOMARSE ist noch besser als der Artikel. Zumal die Aussage "Jedes Ende hat auch einen Neuanfang!" nichts darüber verrät, ob der Neuanfang doch wieder der Altanfang wird, so wie Kriege immer nur die Voraussetzung für die alte Wirtschaft wiederholen um die gleichen Profiteure in die nächste Runde zu hieven. Was Vomarse da begrüsst, nennt man landläufig "Teufelskreis". Es ist tatsächlich so, dass der Kampf gegen den Systemfehler bis zum Schluss geführt werden muss. Nicht ein Neuanfang ist gefordert, sondern ein Andersanfang. Und wenn die Menschenrechte dabei erhalten bleiben sollen, ist tatsächlich jeder Einzelne gefordert, genau das ist der überfällige Evolutionsschritt. Das Individuum muss endlich aufwachen! Wer das nicht kapiert, lebt immer noch im Neandertal, Zivilisation beginnt im Kopf, nicht in Nationalbanken und (Welt-)Regierungen.

*****
=> Ergänzung PB: Zustimmung Bert - und doch ein Hinweis: Vomarse und ich haben das inzwischen per Mail besprochen. Wir hatten auf unterschiedlichen Ebenen argumentiert. Vomarse hatte nicht ganz unrecht - er hat nur einen (noch...) größeren Blickwinkel als dieser Blog.
22.10.11 @ 06:33
Kommentar from: Reinhard [Besucher]
Bert schrieb:

"tatsächlich jeder Einzelne gefordert, genau das ist der überfällige Evolutionsschritt. Das Individuum muss endlich aufwachen! Wer das nicht kapiert, lebt immer noch im Neandertal, Zivilisation beginnt im Kopf, nicht in Nationalbanken und (Welt-)Regierungen."

Angesichts des heutigen Mißverstehens der Mehrheit der Menschen des Finanzwesens kommt es mir wie eine Art riesiger Analphabetismus der Bevölkerung in punkto Geld vor.
Wie es aber auch vorzeiten kaum möglich schien, die breite Bevölkerung Lesen und Schreiben zu lehren, das dann aber doch geschafft wurde - so müßte es auch auf diesem Gebiet passieren.
Ford schrieb in seinem berühmten Aphorismus sinngemäß: wenn die Leute plötzlich das Geldwesen verstehen würden, gäbe es morgen Revolution.
Es MUSS aber zu diesem Verständnis gekommen werden, selbst auf die Gefahr einer Revolution hin - ist ja eh schon alles kaputt.
Und das (Kapieren, was Kredit und Fiatgeld ist) verstehe ich darunter, was Bert "überfälligen Evolutionsschritt" genannt hat - sonst kommt es wirklich zu jenem Teufelskreis, wo sich ähnliches Elend schicksalsradartig perpetuiert.

Freundliche Grüße
RK
23.10.11 @ 10:49
Kommentar from: Besucher [Besucher]
Wäre die EU eine Bank, wäre sie schon Pleite!

**********
=> Ergänzung PB: Nach allen Buchhaltungsregeln bestimmt. Andererseits wäre sie dann ja in jedem Fall eine SYSTEMRELEVANTE Bank. Und damit "too big to fail" - und leider nicht "too big to bail".
=> Mal schauen, ob die Verantwortlichen eines Tages "to big to jail" sein werden...
23.10.11 @ 20:23
Kommentar from: efsf [Besucher]
****-
Der Crash ist tatsächlich nicht mehr abzuwenden. Das Unwissen betrifft aber nicht nur die Bevölkerung wie der Kommentar von Reinhard aussagt.

Auch Politiker und gerade Politiker legen einen finanziellen Analphabetismus an den Tag. Und ich fürchte, dass Maßnahmen wie in Griechenland und nun auch Portugal zu sozialen Unruhen führen wird. Leider...
24.10.11 @ 13:41

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