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Staatsschauspiel, Schall und Rauch im Bundestag
von Peter Boehringer
26.10.11 11:29:00
Ein live-Blog. Nun läuft sie also - die viel kommentierte Bundestagsdebatte zur Euro-Krise: die Mutter aller demokratischen Beteiligungen zur Vorbereitung der Mütter aller Brüsseler Gipfel zur Rettung der Krone der Schöpfung, des Euros. Und wie es im Moment aussieht, wird es einen Entschließungsantrag geben, der dank der Einigkeit fast aller Fraktionen eine beinahe 90%ige Mehrheit bekommen wird, den EUro und die EUropäische Einigung (ungleich friedliche Koexistenz der souveränen europäischen Kulturnationen!) wieder mal koste es was es wolle zu retten. Ganz in Wilhelminischer (4. August 1914: „Ich kenne keine Parteien mehr“) bzw. Hitler´scher (14. Juli 1933: Abschaffung aller Parteien zugunsten der Einheitspartei NSdAP) bzw. Pieck´scher (22. April 1946: Gründung der SED) Tradition stehen heute im Bundestag die Verfassung und die volksnahe Demokratie zurück hinter dem „Großen historischen Ganzen“. Die wirtschaftliche Vernunft ohnehin. Dass es nicht mehr wie schon 1914, 1933 und 1946 geheuchelt „Die Nation“ ist, die hier über die Parteiengrenzen gerettet wird, sondern das „Friedensprojekt EU“, ist nur ein scheinbarer Unterschied zu damals: Genau betrachtet wollte Wilhelm 1914 die Privilegien und Großmachtallüren seiner Monarchenkaste auf dem Rücken des Volkes befördern, Hitler seine sozialistischen Großmacht-Visionen auf dem Rücken der Volksgemeinschaft – und Pieck/Grotewohl wollten ihre sozialistisch-internationalistischen Aufträge aus Moskau auf Kosten eines nur 15 Jahre später eingemauerten Volkes ausführen.
Anno 2011 ist es nicht anders: Die „Volksgemeinschaft“ heißt zwar heute im Bundestag politisch korrekt „Verantwortungsbewusste parteiübergreifende demokratische Politik“ [und "Schicksalsentscheidungen wegen der ungeheuren Bedrohung des Vaterlandes" heißen heute "Alternativlose Entscheidungen wegen der präzedenzlosen Euro-Krise"]; aber natürlich ist es nicht die Mehrheit eines ungesteuerten Wahlvolks, die eine Perpetuierung des totalitären Projekts Euro zur Finanzierung des Bundesstaats EU fordert, sondern es sind einzig und alleine die Vertreter der Weltregierung (Verwaltungseinheit D-EU-tschland), die heute mit 90%iger Mehrheit einen weiteren Blankoscheck für Brüssel und die Weltregierung ausstellen. Wieder einmal „Im Namen des Volkes“ – faktisch aber „Auf Kosten des Volkes“.
Erst im vorigen Blog schrieb ich:
„Die zunächst von den EUliten angedachte Hebel-Konstruktion des EFSF über eine klassische Banklizenz bzw. die Erlaubnis für den EFSF, sich als Bank direkt bei der EZB zu refinanzieren und –ganz im Sinne des fractional banking– in den Billionenbereich zu hebeln, wurde wohl vor allem deshalb zugunsten der nun gefundenen Versicherungslösung verworfen (vorerst – warten wir das kommende Wochenende oder spätestens dann den ESM ab 2012 ab!).“
=> Auch heute wird noch einmal diese Lüge bzw. Fiktion aufrechterhalten: Zum Hebel via EZB werden wir heute im Bundestag nur wenig oder nur Dementis hören. Stattdessen werden wir von den Staatsschauspielern im Bundestag zu folgenden Themen beschallt und verwirrt:
- Forderung nach Bekämpfung der "Steueroasen" (natürlich ex Cayman, Delaware, ...)
- Forderungen nach einem "Eindämmen der Spekulation"
- Forderungen nach der Einführung der EU-Wirtschaftsregierung
- Forderungen nach Einführung einer Finanztransaktionssteuer
- Dem Ob/Wie/Wann eines Schuldenschnitts für Griechenland
- Der möglichen / freiwilligen / erzwungenen Re-Kapitalisierung der Banken, bis sie dann Mitte 2012 der ESM endlich von ihrer Kapitalknappheit „erlöst“
- Forderungen nach weiteren Sparbemühungen der anderen (Italien…)
- Forderungen nach Eurobonds
- Forderungen nach einer EUropäischen Ratingagentur [von Gnaden und zu Diensten der Kommission]
- Welt-planwirtschaftliche Forderungen ohne Ende
- Hebel I: Das Versicherungsmodell des EFSF
- Hebel II: Das Modell „Special Purpose Vehicle“ mit Teil-Beteiligung des EFSF
- Hebel III: Das Modell „EFSF finanziert sich über die EZB“, das aber heute im Bundestag vehement (und doch unglaubwürdig, s.u.) dementiert werden wird.
Und so weiter und so fort. Zur einzig wirklich relevanten letzten Frage wird dagegen keine ehrliche Antwort gegeben werden – weder in den Debatten noch im Entschließungsantrag. Das Nicht-Ergebnis der Debatte ist bereits klar. Es steht sogar schon auf Tagesschau.de:
„Zunächst nur grundsätzliche Entscheidungen in Berlin und Brüssel
Über die umstrittene Ausgestaltung des Euro-Rettungsfonds EFSF soll zunächst nur in allgemeiner Form entschieden werden. ‚Wir haben die Grundlinien auf dem Tisch und darüber wird abgestimmt‘, sagte Unions-Parlamentsgeschäftsführer Peter Altmaier (CDU) vor Journalisten. Die Leitlinien mit den Details der Ausgestaltung lägen noch nicht vor, somit werde zunächst nur über einen allgemeinen Text zu den Möglichkeiten der Maximierung der EFSF-Mittel abgestimmt. Auch der EU-Gipfel am Mittwoch in Brüssel werde nur über die Prinzipien entscheiden, fügte Altmaier hinzu. Über die genaue Ausgestaltung solle - wenn sie vorliegt - nur der Haushaltsausschuss entscheiden, nicht das Plenum des Parlaments.“ ![]()
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=> Ist Dampfwalze Dampfplauderer Altmaier hier nicht ausnahmsweise einmal ehrlich?! Die wichtige Frage, ob die (theoretisch unbegrenzt druckfähige) EZB bei den EUR-„Rettungen“ eine entscheidende Rolle spielt, wird implizit wenn auch nicht mehr wie vor zwei Wochen explizit als „Frage der Geschäftsordnung“ (O-Ton Schäuble) abgetan; und zugleich von Altmaier in den faktisch 9-köpfigen Haushaltsausschuss verwiesen! *) Dies, obwohl es um potenziell mehrere deutsche Billionen geht, denn auch die EZB hat letztlich die Grenze „deutsche AAA-Bonität“ als Restriktion zu beachten, wenn sie Geld aus dem Nichts druckt. Sobald Deutschland pleite ist und kein real angespartes substanzielles Kapital mehr übrig hat, kann auch die EZB schnell kein Geld mehr drucken, ohne die Hyperinflation auszulösen!
Versuchen Sie heute also, den Schall und Rauch des Geschwafels im Bundestag zu ignorieren. Dito die Hofberichterstattung im Mainstream – egal, welche Couleur der Blockparteien sie gerade bedient. An ihren Taten sollt ihr sie messen. Achten Sie daher heute ganz genau auf die zwei folgenden entscheidenden Fragen:
1. Was ganz genau wird Merkel heute vom Bundestag imperativ mit nach Brüssel gegeben? Wird es insbesondere eine harte, unausweichliche, bindende Vorgabe an Merkel geben, dass die EZB niemals (klar illegale) Staatenfinanzierung betreibt?! Weder direkt noch indirekt, weder ungehebelt noch hebelnd, weder bei Bond-Neuemissionen der PIGS noch via Marktpflege im Sekundärmarkt?!
2. Was ganz genau steht zu diesem Thema "Möglichkeiten der EZB" heute am Spät-Abend im Abschluss-Communiqué des Brüsseler Gipfels drin?
=> Ich wage die Prognose, dass heute im Bundestag im Entschließungsantrag der Blockparteien entgegen aller Stabilitäts-Rhetorik kein wirklich hartes und für Merkel bindendes
Verbot einer Finanzierung des Rettungswahnsinns von EU-Pleite-Staaten und Zocker-Banken via EZB drinstehen wird. Die Blockparteien sind sich darüber einig, das französische Drängen auf eine zentrale Rolle der EZB nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen, keine harte Linie gegen diese Forderung einzuziehen - und damit indirekt und unausgesprochen einen vor allem deutschen Blankoscheck für eine zentrale Rolle der Gelddruckmaschine EZB zu geben. Dies ist übrigens auch möglich, ohne dass der EFSF eine Banklizenz bekommt! Die juristischen Schlupflöcher für eine ReFi des EFSF oder (wahrscheinlicher) des ESM bei der EZB sind auch ohne Banklizenz da. Und wenn sie nicht morgen ausgenutzt werden, werden sie es eben in wenigen Wochen, wenn die Blogger und die Öffentlichkeit nicht mehr darauf fixiert sind - und wenn die Situation an den italienischen und spanischen Staatsanleihemärkten derart dramatisch geworden sein wird, dass die direkte "Marktpflege" durch EZB oder einen EZB-finanzierten EFSF/ESM "alternativlos" geworden ist. Auch Carsten Schneider (haushaltspolit. Sprecher der SPD im BT) hat EZB-Eingriffe eben im Phoenix-Interview nicht apodiktisch ausgeschlossen, sondern will sie lediglich "konditioniert und transparent" ermöglicht sehen.
Soso, Herr Schneider: Sie haben schon viel an Schäuble´scher Dementi-Rhetorik gelernt...
=> Und so wird (2. Prognose von mir) heute Nacht in Brüssel eine Formulierung beschlossen werden können, die der EU-Junta jedenfalls auf Sicht alle Möglichkeiten lässt, deutsches Geld zu nehmen und via deutscher Bonität und EZB auch noch zu hebeln. Vermutlich wird die EZB nicht gleich morgen aktiv und es wird dafür auch versteckte und komplizierte SPV-Lösungen geben – aber letztlich wird neben dem EFSF (der ist mit seinen 440 bzw. 780 Mrd bzw. per Versicherung gehebelten 2 Billionen EUR eh „gesetzt“) spätestens 2012 auch die EZB die Rettungsaktionen finanzieren - entgegen dem Geschwätz für die Öffentlichkeit heute im Bundestag und morgen in der Systempresse!
Wir sehen somit der Dammbruch gegen die wirtschaftliche Vernunft und gegen das jahrzehntelang in allen Lehrbüchern der Geldtheorie sakrosankte Verbot der Staatsfinanzierung durch die Notenbank. Der Wasserstand toxischer Anleihen auf der EZB-Bilanz oder in Schatten-Unterbilanzen derselben wird in wenigen Jahren -genau wie heute schon bei der Fed- mehrere Billionen an wertlosen Forderungen betragen, die letztlich die Währung EUR „decken“. „Währung“ sollte man dabei künftig in Anführungszeichen setzen, denn wie Prof. Hankel neulich so treffend formulierte: „Eine Währung, die dauernd gerettet werden muss, ist keine Währung“!
Gold übrigens musste in seiner 5000-jährigen Geschichte noch nie gerettet werden. Jedenfalls nicht vor dem Untergang – höchstens gegen seine totalitäre Unterdrückung durch Potentaten der jeweiligen Weltregierung von Nero über Roosevelt, Hitler, Stalin, Nixon, Greenspan bis heute eben JP Morgan, Nicolas Sarkozy und Ben Bernanke, welche sich über sozialistisches Transfergeld zugunsten der Welt-Nomenklatura ihre Macht finanzieren.
Die konkreten billionenschweren Umsetzungsentscheidungen wird künftig dann in aller Regel nicht mehr das BT-Plenum, sondern die „qualifizierte“ und hoch „demokratische“ Mehrheit der wahlweise 21 oder gar nur 5 handverlesenen MdBs im Haushaltsausschuss bzw. in dessen geheim tagenden Unterausschuss fällen.
Demokratie in Deutschland beschränkt sich anno 2011 auf Staatsschauspiel, rhetorischen Schall und Rauch im Bundestag – und auf Entscheidungen in nicht öffentlichen Hinterzimmerzirkeln. Ebenso wie wir seit (mind.) 1913 in einem pervertierten „Kapitalismus“ leben, der mit der ursprünglichen Idee des natürlich und ungesteuert und optimal preisfindenden Marktes nichts mehr zu tun hat, ist auch unsere „Demokratie“ auf einem perversen Tiefpunkt angekommen, der aber nicht die Idee der Basisdemokratie diskreditiert, sondern nur ihre Mörder in den Fraktionsführungen, Regierungen, Weltregierungen und Verfassungsgerichten.
=> Vergessen Sie das bitte nicht, wenn in naher Zukunft aus allen Ecken die „Kapitalismuskritiker“ und die „Demokratiegegner“ aus ihren (meist linken) Löchern kommen. Schon heute sehen wir die absurd ursachenblinden „Occupy“-Berufsdemonstranten von attac´s Gnaden. Noch mehr Umverteilung, Geldmonopolisierung und Planwirtschaft kann nicht die Lösung sein. Diese arme Welt hat seit Hundert Jahren schon genug an Makroklempnerei und papiergeldsozialistisch finanzierten Kriegen erlebt. Wenn wir uns nicht erinnern, was Europa im 19. Jahrhundert groß gemacht hat (gesundes Geld - vulgo kein Schuldgeld jedweder Art, harte Arbeit, Disziplin, ausschließlich steuerfinanzierte Umverteilung zugunsten der Armen, Orientierung an Logik, an Idealen der Aufklärung und der naturwissenschaftlichen Bildung), werden wir zwar vielleicht das totalitäre „EUropa“ noch 3-5 Jahre über noch höhere Schulden und exzessive Steuern finanziert weiterschleppen können. Aber wir werden niemals den Geist wiederbeleben, der den europäischen Wohlstand über gesundes realwirtschaftliches Wachstum einstmals ermöglicht hat – und mit ihm alle zivilisatorischen und bürgerlichen Tugenden, mit denen man nicht etwa KZs führt (wie es unsäglicherweise O. Lafontaine einst behauptete), sondern vor allem souveräne Nationen mit wohlhabenden und souveränen Bürgern.
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Nachtrag 14.50 Uhr: Mehrere Redner (Merkel, zuletzt auch Barthle) haben im Laufe der eben beendeten BT-Debatte betont, dass der im Moment nun im BT abgestimmte und garantiert mit fast 90%iger Mehrheit angenommene "Entschließungsantrag" von CDUCSUFDPSPDGrünen ein Involvement der EZB bei Bailouts kategorisch ausschließe. Nun, wir werden sehen, was heute Abend in Brüssel im Beschlussdokument stehen wird, denn rechtlich bindend ist der Entschließungsantrag für Merkel schon einmal nicht. Und es ist auch bezeichnend, dass bis zur Stunde ausschließlich ein Blogger (der schon öfters zitierte Daniel Neun) den Volltext des nun 3 Stunden im BT debattierten Entschließungsantrags ins Internet gestellt hat. Ich zitiere daher aus dem Antrag die beiden Stellen, wo es explizit um die EZB geht:
"II. Vor diesem Hintergrund stellt der Deutsche Bundestag fest, dass ... mit dem Inkrafttreten der EFSF die Notwendigkeit zur Fortführung des Sekundärmarktprogramms der Europäischen Zentralbank entfällt."
=> Hierzu ist festzustellen: Das ist Wunschdenken! Warum sollte ein (offiziell "limitiertes") Programm des EFSF ein potenziell billionenschweres Problem lösen, so dass die (unlimitierte) Feuerkraft der EZB nicht mehr erforderlich wäre?
"III. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, im weiteren Verfahren ... bei einer Konkretisierung die Vorgaben des in Art. 123 AEUV festgelegten Verbots von Zentralbankkrediten sowie des unmittelbaren Erwerbs von Staatsanleihen (Primärmarktkäufe) durch die EZB einzuhalten und die Unabhängigkeit der EZB zu wahren."
=> Hierzu ist festzustellen: Es war schon länger klar, dass die EZB keine Primärmarktgeschäfte -also die unmittelbare Monetisierung von Staatsschulden- betreiben darf (was sie aber nicht daran gehindert hat, doch ab und zu direkt in Bondemissions-Auktionen einzugreifen...). Nun denn - dann macht sie es eben künftig via Sekundärmarkt - oder auch via SPV oder EFSF im Sekundärmarkt. Das ist ein rein technischer und potenziell marginaler Unterschied; wie ich es -bezogen auf das gleiche Vorgehen der Fed- schon vor ganz genau 2 Jahren in einem Blog festgestellt habe: "30 Minuten bis zur Monetisierung"
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Nachtrag 27.10., 8.00 Uhr:
Genau wie erwartet, wird heute auf allen Kanälen des Mainstreams plakativst behauptet, dass die EZB künftig bei der EUR-Rettung keine Rolle spielen wird. Wer aber die Beschlüsse ansieht - oder vielmehr das, was da nicht ausgeschlossen wird, wird genau diese Behauptung in keiner Form bestätigt finden! Die EZB kann (und wird) weiterhin die Notenpresse über die bereits auf ihren Büchern befindlichen 170 Mrd EUR an Schrottanleihen hinaus anwerfen. Ihr neuer Chef Mario Draghi bestätigte das nicht nur gestern unmittelbar zu Beginn des EU-Gipfels, sondern auch heute noch einmal in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt. Wie oben bereits geschrieben, wird es wohl ein paar Wochen oder Monate Schamfrist für die ersten Eingriffe geben - aber spätestens 2012 wird die EZB angesichts des bis dahin über 1 Bio EUR (und damit über den gehebelten EFSF) hinaus angeschwollenen Problemvolumens entweder direkt monetisieren - oder dies dem EFSF und dem ESM über entsprechende ReFi-Mechanismen ermöglichen! Der Gipfel von voriger Nacht hat diesen "unkonventionellen Maßnahmen" der EZB keinen Riegel vorgeschoben - ebensowenig wie gestern der Bundestag. Auch der (erneute) Dementi-Versuch von Carsten Schneider heute im Morgenmagazin von ARD und ZDF wird daran nichts ändern. Rhetorik ist was ganz anderes als harte Beschlüsse. Letztere gibt es nicht - und damit leben wir auch weiterhin und künftig noch verstärkt in der Ära der von der EZB aus dem Nichts finanzierten Staatsschulden.
Willkommen im Weich-Euro mit uferlosem Moral Hazard Umfeld. Niemand wird in einer solchen Währung noch solide und nachhaltig wirtschaften oder gar sparen können. Wir werden automatisch immer weiter in den Strudel der kreditfinanzierten Planwirtschaft und damit notwendigerweise in ein Umfeld völlig verbogener und verlogener Krisenindikatoren gezwungen. Wer die freie Preisfindung einmal gewaltsam unterbindet, der muss das immer wieder tun. Bis zum (alternativlosen) bitteren Ende des Offenbarungseids, der dann offiziell ganz "überraschend" daherkommen wird...
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*) Nachtrag 2: 28.10.:
Mit Eilentscheidung von heute 28.10. hat das BVerfG diesen "Unterausschuss der 9" erst einmal gestoppt - vermutlich hält dieses "Nein" auch im Hauptsacheurteil, das schon im November erwartet wird. Anmerkungen dazu:
a) Das BVerfG kann offenbar auch schnell sein. So einen Beschluss (der damals von den Klägern auch beantragt war!) hätte man sich mal am 10.5.2010 und nach dem 29.9.2011 (EFSF I und II) gewünscht - dann wäre das EUR-Bailout-Thema längst erledigt und der Wahnsinn hätte nie starten können! Es geht also schnell, wenn die Götter in Rot nur wollen. Merken wir uns das mal für künftig verschleppte BVerfG-Entscheidungen.
b) Die Blogger haben hier einen kleinen Erfolg erzielt. Es waren -genau gesagt- nur etwa 3 Hauptseiten und einige Dutzend Follower im Internet, die den Unterausschuss des Haushaltsausschusses rechtzeitig nach dessen Bekanntmachung im Finanzmarktstabilisierungsgesetz bekanntgemacht und scharf protestiert haben. Die ganzen professionellen sogenannten "Investigativreporter" wie etwa heute in der SZ Heribert Prantl bequemten sich erst nach der nun erfolgten Entscheidung des BVerfG zu einem wohlgefälligen und wohlfeilen Nicken dazu! Zur Eile treiben diese Herrschaften meist nur bei den falschen oder unwichtigen Entscheidungen.
c) Inhaltlich ändert sich durch die Ablehnung dieses absurden Untergremiums der Neun wenig in der deutschen Bailout-Politik: wie bereits in einem früheren Blog geschrieben: "Ob man nun 5 (9/2) oder 21 (41/2) handverlesene MdBs 'überzeugen' muss zuzustimmen: für die Weltregierung kein Problem - so wenige und noch dazu handverlesene Personen sind grundsätzlich mehrheitlich erpress- oder korrumpierbar - und sei es nur durch die Drohung, ihre Karriere nach den nächsten Wahlen zu beenden und die Sozialpädagogen und Politikwissenschaftler und Skilehrer in Hartz IV oder in Frührente zu senden, wo sie dann unweigerlich landen würden... "
28 Kommentare
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=> AW PB: Zumindest im von Ihnen beschriebenen Fall "Target2" muss man das gar nicht herausfinden: die BuBa behauptet gar nicht erst, dass die Target2-"Verrechnungs"konten täglich auf Null saldiert werden, wie man das von einem Verrechnungskonto erwarten sollte. Ganz im Gegenteil sind diese Konten im August und September um mehr als JEWEILS 50 Mrd. EUR (!) weiter angeschwollen. Per heute stehen wir vermutlich bereits bei einer halben Billion EUR an nicht saldierten und ohne Einführung der offenen Transferunion jemals wieder saldierbaren
„Genau betrachtet wollte Wilhelm 1914 die Privilegien und Großmachtallüren seiner Monarchenkaste auf dem Rücken des Volkes befördern…“
Demgegenüber wollen wir einmal festhalten, was Sie selbst weiter unten schreiben:
„Wenn wir uns nicht erinnern, was Europa im 19. Jahrhundert gegenüber den anderen Staaten groß gemacht hat (gesundes Geld vulgo kein Schuldgeld jedweder Art, harte Arbeit, Disziplin, ausschließlich steuerfinanzierte Umverteilung zugunsten der Armen, naturwissenschaftliche Bildung)…“
Damit beschreiben Sie das Deutsche Kaiserreich!
Es gibt von heute aus nicht den geringsten Grund, auf die deutsche Monarchie von 1871-1918 und die Kaiser herabzublicken. Im Gegenteil: Es war unsere beste Zeit - Deutschland war die wissenschaftliche, technische und nicht zuletzt kulturelle Weltmacht, Exportweltmeister damals schon; 1910 gab es 1 Million Telefonanschlüsse in Deutschland. Gleichzeitig waren dieses Niveau und dieser erarbeitete Rang der Grund, warum das Deutsche Reich in zwei Weltkriegen vernichtet wurde, eine ausgeführte Langzeit-Verschwörung der Westmächte.
„Großmachtallüren“ hatten vor allem die USA, die durch ihre Eingriffe in europäische Kriege (1917 und 1941) diese zu Weltkriegen machten und durch ihre verblendeten Helfer in Britannien zur Weltmacht wurden. Auch Hitler, von der Wallstreet aufgebaut, werden zu Unrecht Ziele nachgesagt, die ANDERE verfolgten und auch erreichten. An der Weltdominanz der USA schon ab 1918 und erst recht seit 1945 abzulesen.
Bei Monarchien besteht immer die Gefahr, dass zwischendurch einmal ein Kretin ans Ruder kommt. Die Plutokraten haben nach dem Ende der Monarchien ein politisches System ins Werk gesetzt, das in der Form der Parteienoligarchie NUR Kretins zum Hampeln auf die Bühne bringt, um im Hintergrund – de facto ganz ohne Volksbeteiligung – die Fäden zu ziehen.
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=> AW PB: Ich wusste schon beim Schreiben, dass diese Argumente von der monarchistischen Fraktion kommen würden. Ich habe kein Problem damit, das hier stehen zu lassen und gestehe Ihnen gerne zu, dass Sie das späte 19. Jhdt. gar nicht falsch beschrieben haben. Insofern kann man streiten, ob das wilhelminische Zitat in die Reihe mit Hitler und Pieck reinpasst. Aber einiges doch dazu:
- Die aufgezählten Tugenden sind keine originär monarchischen, sondern meinetwegen deutsche - aber durchaus auch aus der Zeit lange VOR der Monarchie.
- Letztlich reden wir von Tugenden, die aus der Aufklärungszeit stammen oder sogar noch älter sind.
- Ich behaupte, eine ungesteuerte und nicht vom Ausland bekämpfte Basisdemokratie hätte den Wohlstand des späten 19. Jahrhunderts in D auch ohne Monarchie hervorgebracht. Ich kann das nicht belegen - Sie nicht widerlegen - also lassen wir es. Der Kaiser hatte aber immerhin das Verdienst, den Staat und damit die Tugenden seiner Bürger erfolgreich verteidigt zu haben. Leider nur 40 Jahre lang...
- Das Volk wird in einer Monarchie nur in Ausnahmefällen von einem höchst wohlmeinenden und altruistischen Monarchen regiert. Dieser aber ist ungefähr so wahrscheinlich wie heute ein unbestechlicher und integrer Kanzler in der Parteiendemokratie.
- Ihre Zuschrift belegt letztlich nur meine im Blog ja betonte Aussage, dass es heute leicht ist, die real existierende pervertierte Pseudo-Demokratie des Bundestags anzugreifen, weil wir eben keine BASIS-Demokratie haben!
- Die Monarchie ist die Herrschaft eines Einzelnen / Weniger über die riesige Mehrheit - im Falle der Erbmonarchie sogar irreversibel / nicht abwählbar. In diesem Blog wird dies nicht vertreten - wir glauben an "One man one vote" - und an gleiche (Wahl)Rechte für alle. Sie glauben nicht dran - so sei es. Voltaire gestand Ihnen zu, dass Ihre Meinung unter allen Umständen zu tolerieren ist - selbst wenn ich sie nicht teile. Ob Wilhelm dieses Menschenrecht der freien Meinungsäußerung auch zugestanden hätte?
PS: Nochmals - Ihre historische Betrachtung ist nicht falsch. Ich bestreite nur die Kausalität der Monarchie für den deutschen Wohlstand und Aufstieg zwischen 1871 und 1914.
Dafür gebührt Ihnen vor allem grosse Anerkennung und grosser Dank!
Inflation, Verarmung des Mittelstandes, Steuererhöhungen, drastische Kürzung der Sozialleistungen und Renten, Restdemokratieabbau und Diktatur der Einheitspartei.
Was kann man nur tun, um diesen Polit- und Finanzabschaum später für ihre Taten zur Verantwortung zu ziehen?
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=> AW PB: Zur Frage im Schluss-Satz: Das einfachste für den einzelnen Bürger ist der passive Widerstand: Verweigerung dem Geldsparsystem. Raus aus allen Anleihen, Lebensversicherungen, Tagesgeldern, Zertifikaten, Sparbüchern; und rein in Sachwerte. Das geht ggf. schnell und ist sehr wirkungsvoll und ist zugleich individuell sinnvoll - und ist zwar subversiv aber noch (!) völlig legal.
Ein Monarch, der mal schnell einen Weltkrieg durchwinkt, ist kein Freund des Volkes, auch wenn er bei der Vorbereitung noch freundlich vom Balkon winkte. Genausowenig wie ein Hitler unschuldig wird, weil er vorher ein Jahr lang für Arbeit und Brot sorgte. Wenn es dem Esel, Diktator oder Monarchen zu wohl wird und die Staatskasse voll ist, geht er auf´s Eis. Die Tugenden des Volkes wurden ausgenutzt und nicht befördert, wie Sie es darstellen wollten. Ursache und Wirkung sind klar zu trennen.
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=> AW PB: Ja, es gibt die Ignoranten, die nicht wissen WOLLEN. Es gibt aber auch eine Menge Bürger, die wissen WOLLTEN - aber über ihre Presse die Wahrheit einfach nicht erfahren. Und die nicht wie wir Zeit für umfassende und zT schwierige Primärrecherche der Fakten haben, die ihnen im Mainstream vorenthalten werden. Eine undifferenzierte Bürgerschelte ist also bei vielen hart arbeitenden und damit zeitknappen Menschen nicht angebracht.
Quelle: Handelsblatt
RICHTIG WÄRE "... , uns seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder finanziell ausbluten zu lassen."
Und übrigens, die Wiederkehr des ewig Gleichen. Es ist egal, wie sich die Systeme nennen, es kommt darauf an, welches dem Volk dient. Durch die anerkannte Herrschaft (auch der meisten Bürger heute) des Geldes und nicht des Geistes und der Sitte verkommt eben die Gemeinschaft und es gibt keine Moral mehr.
Auch wenn es nicht unmittelbar zu dem Blogeintrag passt - aber das muss mal gesagt werden, ganz allgemein.
Die meisten von uns haben eine total festgefahrene, über unendlich lange Zeiten subtilster Gehirnwäsche geprägte Ansicht betreffend Gesetz, Gesetzgebung, Recht, Ordnung, Rechtssprechung und Gerichte. Der gesamte Themenkomplex ist dermaßen tabuisiert, nicht hinterfragungskompatibel und scheinbar(!) sacrosanct, dass die exponentiell zunehmend augenscheinlicher werdenden Diskrepanzen kaum artikuliert werden - ich vermute mal, nicht so sehr aus Angst vor Repressalien, sondern weil dieses Thema noch nicht so recht in den Fokus des Bewusstseins gerückt ist. Der Geist sträubt sich lange Zeit gegen gewisse Einsichten. Ein fast ehrfürchtiges Schweigen liegt über dem Thema:
Fällt es denn wirklich nur mir auf, dass wenn es um die Einhaltung von Gesetz und Recht geht, Maßstäbe nach Belieben verzerrt werden. Internationale Abmachungen, Verträge, Gesetze, ja selbst Verfassungen und grundlegende menschliche Freiheitsrechte werden schamlos und straffrei mit Füßen getreten und sind offenbar nicht das Papier wert auf dem sie gedruckt wurden. Die Willkürlichkeit und Ungerechtigkeiten in der Gesetzgebung, mit voller Absicht formuliert in kaum verständlichem Kauderwelsch, selbst für Rechtsgelehrte in ihrer überbordernden Irrsinnsfülle kaum mehr fassbar, fast beliebigen Interpretationsspielraum zulassend ... das kann einfach nicht richtig sein! Alleine die Steuergesetzgebung, eine Potpourrie von Ungerechtigkeit und Irrsinn wie sie wohl von den Insassen einer geschlossener Anstalten nicht hätte bizarrer verfasst werden können.
Wage es als Bürger eine simple Verwaltungsübertretung zu begehen, und du wirst umgehend kriminalisiert -> Mahnung -> Pfändung -> Inhaftierung bei Uneinbringlichkeit. Witzig auch das ganze Ehrfurcht gebietende Brimborium rund um Gerichtsverhandlungen, Richter usw. Die Verkleidungen und dass nur ja niemand das "Gericht missachtet" - selbst wenn der Richter ein kompletter Vollidiot ist. Hat irgendwie viel Ähnlichkeit mit Kirchen, Sekten und Kulten. Sie arbeiten allesamt mit den gleichen abgedroschenen Psychotricks - aber es funktioniert immer noch ... erstaunlich, erstaunlich.
Es ist eine seltsame, pervers verkehrte Welt. Politiker (und ihre Handlanger: Beamte, Banker) sind weitgehend immun - d. h. sie stehen über dem Gesetz - und machen ausgiebigst Gebrauch von diesem Privileg. Es müsste aber genau anders rum sein: härteste Ethik und Qulifikationsmaßstäbe für alle Träger öffentlicher Ämter. Beim nur leisesten Verdacht auf einen Fehltritt sofortige Suspendierung und weg vom Futtertrog mit Schimpf und Schande. Es ist dabei unerheblich ob die Anschuldigungen gerechtfertigt waren oder nicht. Amtsträger die nur vage in die Nähe des Dunstkreises irgend eines Verdachtes kommen sind völlig ungeeignet für einen verantwortungsvollen öffentlichen Posten. Den Leuten muss das bei Amtsantritt einfach klargemacht werden. Es wäre zwar mit Kollateralschäden zu rechnen. Aber das ist es allemal wert. Denn wie man sieht, funktioniert das gegenwärtige System ja nicht.
Wir sollten Politiker, Banker, Beamte, deren Familien und Freunde nicht gleich umbringen - es macht zu viel Aufwand und Dreck. Es gibt subtilere Methoden, diesen Individuen zu zeigen, dass sie nur Abschaum unserer Gesellschaft und Schmarotzer der untersten Kategorie sind. Es muss Mode werden, solche Leute, deren Verbündete und Sprachrohre zu boykottieren, zu stigmatisieren und auszugrenzen wo immer es geht - im großen und im kleinsten Rahmen! So lösen sich die Probleme ganz natürlich und auf friedliche Art. (Umgestürzte Autos, Barrikaden, eingeschlagenen Schaufenster und brennende Häuser verweisen auf das falsche target - spielen den Eliten und professionellen Provokateuren somit nur in die Hände). Auf sich alleine gestellt kommen die nicht sehr weit und werden aus purem Überlebenstrieb über kurz oder lang zur Raison kommen. Konkret heißt das: kein Austausch von Gütern, Dienstleistungen, Fiat-Geld mit o.g. Bevölkerungsgruppen (Gerne gewähren wir ihnen aber das Sonderprivileg ihr heiß geliebtes fiat-money unter sich auszutauschen und nach belieben gehebelte Rettungschirme aufzuspannen unter denen sich's dann vorzüglich zusammen kuscheln lässt. Weiters, konsequente Weigerung Steuern und Abgaben zu entrichten bis das System ausgehungert (im ursprünglichsten Sinn des Wortes) ist!
Gezahlt wird nur wofür es eine konkrete Gegenleistung gibt im "Hier und Jetzt". Nicht gezahlt wird für Versprechungen. Wer zahlt schafft an. Der reale Bedarf macht den Markt. Das Verursacherprinzip bekommt wieder seinen angestammten Platz. Und plötzlich sind wieder alle zufrieden, leistungsbegierig, spendenfreudig und aus innerem Antrieb solidarisch wenn notwedig (statt sozialisisch-zwangssolidarisiert mit Krethi und Plethi). Kurz und gut: Vorschriften und Gesetze die von offensichtlich korrupten und/oder inkompetenten Individuen und Gruppierungen herrühren - und nur deren durch Lügen subtil verschleierten Eigeninteressen dienen - können für intelligente, freie Bürger niemals bindend sein. Die Bindung (Unfreiheit) basiert nur auf einer Illusion. Die Gefängnisse aus Papier sind nur in unseren Köpfen. Dem zu Grunde liegend ist die waghalsig absurde Idee, dass Gesetzesbruch immer identisch sei mit Unmoral und/oder Unethik. Man sollte sich umgehend frei machen von derlei undifferenziertem Aberglauben. Denn er ist die letzte verbliebenen Stütze die dem System noch bleibt.
Den Glauben an den Weihnachtsmann, den Storch, das Papiergeld haben wir ja schon erfolgreich hinter uns gelassen. Fehlt nur mehr dieser letzte Schritt. Wenn die Illusion zerbricht, dann ist "game over" - und das wissen die Eliten auch ganz genau. Es ist exakt das, was sie nicht schlafen lässt, ihre Nerven blank legt, sie stresst und krank macht an Geist und Körper (mir ist übrigens keine andere "Berufs";-)Gruppe bekannt wo es mehr hässliche, alte, kranke, neurotische, inkompetente Menschen gibt als in der Politik - und das trotz umfassender Restaurierungsversuche vor jedem TV-Auftritt, Medikation, hohem Einkommen und erstklassiger ärztlicher Betreuung). Es macht sie vor laufender Kamera plappern und stammeln. Und zwischen den Zeilen erhalten wir dann - sofern wir aufmerksam hinhören - diese tiefe Einblicke in die psychotischen dunklen Abgründe unserer Führer. Ja, aus deren Sicht "ist es ein Frage des Überlebens", "von Leben und Tod", "Krieg und Frieden" und daher "alternativlos". Erhöhen wir den Druck also noch ein bisschen! Ich glaube nicht, dass noch viel fehlt. Extreme Zeiten erfordern extreme Maßnahmen. Wessen Mut nur ausreicht mal falsch zu parken oder eine Geschwindigkeitsübertretung zu begehen, der wurde leider in die falsche Zeit hinein geboren.
nur ein Hinweis zum Kaiser, den ich in erster Linie nicht wegen Ihres Blogs, sondern wegen des Kommentars von "Bert" geben möchte. Ich bin kein Monarchist sondern im Gegenteil froh in einer parlamentarischen Demokratie zu leben. Kaiser Wilhelm II. kann man bestimmt einiges vorwerfen, aber nicht, er habe den Weltkrieg "durchgewunken". Das ist historisch falsch und belegt wieder einmal wie sehr Viele, bald 100 Jahre "danach", auf falsche Informationen reinfallen. Die Attraktivität Ihres Blogs nutzend möchte ich deshalb folgendes feststellen: Der Kaiser war fast der einzige hochrangige Vertreter der europäischen Eliten, der wirklich ernsthaft versucht hat, den drohenden Krieg noch in letzter Minute zu verhindern. Er hat erstens an Österreich geschrieben, dass er dessen Forderungen an Serbien als ausreichend erfüllt ansehe und daher jeglicher Kriegsgrund entfalle. "Sein" Reichkanzler (Bethmann Hollweg) hat die Absendung des angeordneten Schreibens verzögert und inhaltlich abgeschwächt. (Zitat aus I. Geiss,"Juli 1914" dtv dokumente, S. 215 f.: "Der Kanzler wartete mit seiner Demarche nach Wien (d.h. das Schreiben im Auftrag des Kaisers, Anm. von mir), bis er die Nachricht von der Kriegserklärung (Österreichs an Serbien, Anm. von mir) erhalten hatte. Außerdem fälschte er die kaiserliche Instruktion in allen entscheidenden Punkten ab: Weder erwähnte er die zentrale Schlussfolgerung des Kaisers, daß damit jeder Kriegsgrund entfalle, noch hielt er sich an die übrigen Punkte.")
Zweitens hat Kaiser Wilhelm in einer Privatkorrespondenz mit dem Zar alles versucht, die russische Generalmobilmachung zu verhindern bzw wieder rückgängig zu machen und damit die unaufhaltsame Eskalation doch noch zu verhindern. Dieses letztere wäre ihm beinahe geglückt, der Zar befahl auf des Kaisers Bitte hin am 29.7.1914 um 23 Uhr die schon befohlene allgemeine Mobilmachung wieder einzustellen. Auf Drängen seines Außenministers Sasonow (und des franz. Botschafters Paléologue) nahm er diesen Befehl am 30.7.1914 um 15 Uhr wieder zurück. Nachzulesen in: "Russische Dokumente" Reihe I, 5, 224 und 284.
Man sieht,die Entstehung des WK I als Beispiel nehmend, schon früher war nicht immer Verlass auf Eliten.
mfG Dirk
Das Thema ist beim derzeitigen Platzen der Munis in den USA zwar nachrangig, aber auch interessant zu beobachten. Geldschwund ist immer Deflation. Das Platzen von vergleichsweise hohen öffentlichen Schulden gleich offenbar nicht vertrauenswürdigen Schuldnern kann zum Risiko für das gesamte Geldsystem werden. Gewisse Zweifel konnten die Regierungen ja seit geraumer Zeit schon nicht mehr ausräumen. Die Frage ist, wie kann man aus der EUdSSR austreten - Austrittserklärung ans Finanzamt schicken ? ;-)
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=> AW PB: Der EU-Gipfel läuft ja gerade. Aber ich wette, dass trotz aller Drohrhetorik KEIN ZWINGENDER Haircut von den Banken abverlangt wird, sofern sie überhaupt noch viele GR-Anleihen halten. ZWINGEND wird der Haircut nur für die politisch abhängigen staatlichen Banken à la HRE bzw. deren Bad Banks, die eh über den Steuerzahler und über die Zeit abgewickelt werden. Selbst denen aber wird der Umtausch in 30-jährige (= wertlose) GR-Anleihen formal FREIWILLIG angeboten, denn alles andere würde den oben beschriebenen Default auslösen, was wegen Dominoeffekt den EUR in Gefahr brächte, was nach Merkel (heute wieder im BT) "nicht geschehen darf"! Also freiwilliger Umtausch ohne Auslösen des "credit events" - außer für die politisch abhängigen Geldmanager. Für die ist es "an offer they cannot refuse" - auch wenn es den Steuerzahler oder ihre LV-Kunden Milliarden kosten wird. Dafür werden diese Manager schließlich gut
Ich bin schon jetzt gespannt, wem man die Schuld in die Schuhe schiebt, nachdem der ganze Laden hinüber ist und man nur noch verbrannte Erde hinterlassen hat.
Die Unternehmer in diesem Land kapieren vielleicht noch nicht ganz, was hier passiert aber angesichts der negativen Realverzinsung und der schleichenden Entwertung des EUR aufgrund von fiat-money-Spielereien wie z.B. ELA, dürfte mittlerweile der eine oder andere Geschäftsführer aufwachen. Schade nur, dass die Steuerzahlungen nicht massenweise eingestellt werden und mehr Druck von unten gemacht wird.
Offensichtlich haben auch schon die älteren Unternehmenslenker die Hyperinflation aus der Weimarer Republik vergessen. Unterschiede aus heutiger Sicht dazu: heute haben wir "digitale Druckerpressen", eine massive Anleihen- und Derivateblase, gesättigte Märkte in den westlichen Industrieländern, eine zu hohe Staatsquote und "Entscheidungsträger", die nur in eine Richtung trotten: Zeit erkaufen (ganze zwei Jahre 2009+2010 haben die Affen vergeudet), Fehler am laufenden Band produzieren, sich zu Tode retten ==> keine schönen Aussichten für die nahe Zukunft.
Ein Lösungsansatz: wir machen keine Schulden mehr oder Schulden nur für Investitionen, die sich rechnen. Ist noch nicht einmal ansatzweise in der Diskussion.
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=> Ergänzung PB: Doch - klar ist das in der Diskussion. Das ist sogar der Grundansatz der Österreichischen Lehre der Nationalökonomie, die hier im Blog immer implizit oder explizit vertreten wird. Dass es auch ohne "Wissenschaft" und mit dem von Ihnen zusammengefassten common sense ginge, ist völlig unbestritten. Aber wir können im Blog ja nur von dem real existierenden Verschuldungs- und Rettungswahnsinn ausgehen.
=> Zudem ist es leider real nicht ganz so einfach wie Sie unterstellen: Es leben eben NICHT alle über ihre Verhältnisse. Viele sind "gleicher" - und ziehen ihre Vorteile aus dem kranken Überschuldungssystem. Dieser Blog geht darum über die (korrekte, wichtige aber triviale) Erkenntnis "Lebt innerhalb eurer Verhältnisse" hinaus - und versucht auch aufzuzeigen, dass die Incentives zur Verschuldung (und damit die Basis regelmäßiger Überschuldungskrisen) von den Systemerfindern gewollt sind und dass massiv davon profitiert wird. Stichwort "fractional banking" und illegitime Zinsnahme auf aus dem Nichts geschaffenem Geld. Ein WENIG komplexer ist es also doch als "Mannomann"...
Ganz im Gegensatz zu offenbar dem neuen Volksverdummer Carsten Schneider (SPD), der inzwischen fast so gut wie Schäuble die Wahrheit über die Rolle der EZB verdreht bzw. schlicht verschweigt - und sich so offenbar schon auf Schäubles Nachfolge vorbereitet. Man beachte bitte diesbezüglich den ersten Nachtrag im Blog von heute, der die erwartbare Rhetorik des Mainstreams und speziell des Carsten Schneider im heutigen MoMa von ARD/ZDF aufgreift...
Nach "Lehmann" habe ich begonnen mit der ganzen Angelegenheit mich zu beschäftigen. Beruflich bin ich ein Stück weit "vorbelastet".
Ich lese nicht nur Ihre Berichte. Das von Ihnen Berichtete und die gezogenen Schlussfolgerungen sind nicht nur die Schulnote 1 wert, sondern mir fällt so gut wie niemand mehr ein, der an Ihre Qualität auch nur im entferntesten herankommt.
Machen Sie weiter so!! Doch nun genug des Lobes.
Kommentar von Davido: Davido, auch das von Ihnen geschriebene ist excellent; es sind meine eigenen Gedanken, die ich in Ihrem Schreiben wieder finde, und zu denen mich mein eigenes fast 60-jähriges Leben gebracht hat.
Vor einiger Zeit habe ich selbst das von Ihnen gesagte in verkürzter Form auf folgenden Nenner gebracht:
Die Menschheit beschreibt Millionen Tonnen von Papier, nennt es Gesetze (was mit Moral und Anstand sehr oft nichts zu tun hat) und bringt es nicht fertig die 10 Gebote einzuhalten.
Warum brauchen wir diesen "Scheißdreck" überhaupt wenn selbst die, die diese Gesetze machen übermorgen nicht danach fragen, wenn es nur ihren eigenen Interessen (Machterhalt) dient? Nein, zur Beruhigung werden dann neue Gesetze geschaffen (Beispiel: Schuldenbremse im Grundgesetz) die dann wenn die Zeit kommt auch nicht eingehalten werden, und die natürliche Schuldenbremse (Gold + Silber) mit Füssen getreten wird.
Die Elitären wissen schon warum: Sie können dann einfach nicht mehr machen was sie wollen !!
Nun, was haben die sich dabei gedacht, die Schuldenbremse Jahre in die Zukunft zu verschieben??? Ich habe einen Verdacht: Die rechnen fest damit, dass das System bis dahin hinweggefegt ist.
Diese Auffassung ist in Deutschland immer noch vorherrschend, vor allem beim kleinen Mann auf der Straße. Es gibt jedoch wachsende Strömungen, besonders aus dem angelsächsischen Raum, die der Meinung sind, dass die Staatsfinanzierung via Druckerpresse gerade Aufgabe einer Notenbank sei.
Ich denke, dass insbesondere die Länder der Südschiene, einschließlich Frankreichs, eine "Lösung" der Schuldenkrise durch die EZB anstreben. Um diese durchzusetzen, muss zunächst eine aussichtslose Lage herbei geführt werden, damit Deutschland dem Gelddrucken zustimmt. Daher das Reformtheater: Je nach darstellerischer Begabung spielt man ein bisschen Austerität vor.
Das ist der Riss, der durch Europa geht: Die einen wollen Geld drucken, die anderen halten das für kriminell. Beide Positionen sind im selben Währungsraum nicht vereinbar.
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=> AW PB: Das mit den "wachsenden Strömungen" kann man wohl sagen. In den USA hat die Fed in den letzten Monaten bis zu 75% (!!) aller neu emittierten Treasury notes direkt monetisiert - dh selbst auf die Bücher genommen. Das ist völliger Wahnsinn - und zurecht bekomme ich deswegen immer wieder Schelte, weil man diesen Wahnsinn natürlich auch ständig kommentieren müsste. Was ich aber vor allem 2008 (als das anfing mit dem Fed-Wahnsinn) exzessiv gemacht habe - und derzeit muss eben der EUropäische Monetisierungswahnsinn gestoppt werden - auch wenn es in den USA nicht besser aussieht.
=> Und ja, es gibt sogar eine wachsende Zahl eigentlich guter und vernünftiger Ökonomen in D, die inzwischen sagen "wenn alle Welt monetisiert und Geld druckt, dann kann UND SOLLTE (!) sich auch D dem Abwertungswettlauf nicht entziehen. Wir sollten es uns einfach machen und mitdrucken...". Ich verstehe im Prinzip diese resignative Haltung (die übrigens auch gut für den Goldpreis in EUR wäre) - aber es ist und bleibt trotzdem nicht nachhaltiger Wahnsinn. Man lebt auf Kosten künftiger Generationen, die von Geburt an Schuldsklaven sein werden. Und/oder, die in einem Kontinent großwerden, der eine Währungsreform durchführt mit allen schrecklichen Folgen.
=> In Sachen "darstellerischer Begabung" Folgendes: Wenn Hankel sagt "Eine Währung, die ständig gerettet werden muss, ist keine Währung", dann kann man analog ergänzen: "Ein Staat, dessen Politiker ständig lügen müssen, ist kein Staat"! Jedenfalls kein souveräner und kein nachhaltig wirtschaftender. Es ist ein Gebilde, dessen Vertreter auf Basis einer kollektiven verrückten Illusion wirtschaften. Und sie reißen uns alle mit dieser Vision mit in den Abgrund. Man kann die Märkte nicht ständig schauspielernd anlügen. Diese durchschauen es - denn niemand kann dauerhaft die Realität leugnen. Und diese heißt - "Eisberg voraus" - das Ende der Aufschuldung ist in Sicht. Noch in diesem Jahrzehnt.
Angesichts der Zeithorizonte in denen die verantwortlichen Polit-Clowns denken (früher ein paar Jahre, vor kurzem ein paar Monate, mittlerweile wohl nur noch Wochen), kann man aber davon ausgehen, dass von dieser Seite nicht genug Weitsicht für echte Lösungen vorhanden ist.
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=> Ergänzung PB: Wie auch immer man rechnet. Man kommt heute (zuerst in den USA - aber auch bei den PIGS, noch nicht bei D!) zum von Ihnen gezogenen Schluss. Wir sind pleite bzw. das System kann nur noch durch stetige Aufschuldung aus dem Nichts oder durch prohibitive Steuererhöhungen am Leben gehalten werden. Die von den Grünen im Wahlprogramm für 2013 vorgeschlagene
=> Zu den von Ihnen genannten "fremden Billionen" sagte einst Margret Thatcher:
"The problem with socialism is: at a certain point you run out of other people´s money!". Thatcher kannte zwar damals in den 80ern noch nicht die WAHRE Macht der Druckerpresse wie sie heute auf Hochtouren läuft. Aber im Prinzip ist ihr Spruch auch in dieser Welt wahr. Man muss ihn nur abwandeln:
"The problem with fiat money [EUR] is: at a certain point you run out of other people´s [=Germany´s] credit and can´t print anymore"!
Alle mir bekannten Staaten sind nach dem Pyramidenmodell aufgebaut.
1. An der Spitze ein Monarch, Präsident, Kanzler etc.
2. Stellvertreter: Fürsten, Ministeretc.
3. niederer Adel, Abgeordnete etc.
Dann gibt es noch Länder mit Oberhaus,Unterhaus. Senat und Kongress, Bundesländern und ähnliche Modelle mehr. Diese Beispiele haben alle einen gemeinsamen Nenner, sie bilden ein Pyramidenmodell.
Das kann kein Zufall sein. Zufälle gibt es Physikalisch gesehen nicht. Wie es aussieht haben die Geldmagnaten, welche die Währungen herausgeben und kontrollieren dieses System ausschließlich zu ihrem Vorteil errichtet.
Fazit: Wo dieses System vorherrscht wird nie zum Vorteil und Wohle der Bevölkerung regiert.
Nö, wie würde die heutige Welt mit einem Goldstandard aussehen ??? Seht euch mal einfach Gemälde aus dem 17., 18. oder 19. Jahrhundert an.... Seht genau hin....
Die Geschichte wird fortgeschrieben werden.
Entweder die Massen gehen, gegen die sozialistischen "Volksparteien" und gegen die "Rettungen" massenhaft auf die Straße, oder es ist Schluß mit lustig. Sozialismus, EUdSSR, heißt Armut für alle. Was vereint "€uropa" ? Leider noch nicht viel. €uropa ist eine Vision, schlecht ist die keineswegs. Es fehlen ein "paar" Grundlagen für €uropa.
Fakt ist, dass nicht €uropa, sondern die USA theoretisch, aber nicht praktisch, pleite sind. An diesem Wochenende wird dort die 500. Bank seit 2007 (bankimplode.com) über den Jordan gehen. Die Zahlen zum US - BIP sind, wie die Arbeitsmarktzahlen, grottenschlecht. Ein realistischer (Pleite-)€/$ - Wechselkurs stünde kaum unter 1,75 !!! Na das stimmt Aktionäre doch optimistisch oder (doch nicht) ? Denn,
Bisher sieht das aus, wie eine Krise Typ Japan, im Westen. "Sachwerte" sind in Japan NICHTS "wert". Weder "Gold" noch "Aktien"... [Anm PB: Das ist uns jetzt hier zu hoch: hat Japan einen eigenen Goldpreis nahe Null??]
Es bedarf beträchtlicher Regulierungen der Finanz-"märkte", was war es "wert" mit CDS gegen den Ausfall von "Griechen-Anleihen versichert" zu sein ? Sie sind zu 50% ausgefallen, die "Versicherung" zahlt NICHT, wozu solche "Versicherungen" ? Haben sich die "Rate-Agenturen" schon geäußert ? Das ist ein lupenreiner Default, wie D !!! Es ist nicht duldbar, dass (€-)Staatsanleihen zur Fälligkeit nicht zu 100 % eingelöst werden !(Ich habe keine GriechenJunkBonds, aber eine Staatsanleihe ist das Versprechen eines Staates seine Zinsen aus Steuereinnahmen zu bedienen und sich zur Fälligkeit des Papieres bei den Banken - nicht ausländischen (französischen, italienischen und deutschen) Steuerzahlern, zu refinanzieren !)
Irgendwas läuft in jeder Hinsicht schief.
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Da werden Sie allerdings Probleme bekommen, Herr Boehringer - denn um eine Zeit "vor der Monarchie" aufzuspüren, werden Sie die Geschichte schon bis in das 5 Jahrhundert n.Chr. (König Chlodwig, 482-511) zurück bemühen müssen - also bis in die "dunkle Zeit" der Völkerwanderungen hinein. [ *) ]
Und dann kommen Sie immer noch beim Hunnenkönig Attila an, der nun natürlich ein Fremdherrscher war, aber immerhin auch ein König.
Von diesem frühen Zeitpunkt an bis 1918 hat es dann in "toitschen Landen" stets den einen oder anderen König oder Kaiser gegeben, manchmal sogar deren zwei.
S. Doppelwahl von 1198-1208 (Staufer König Philipp v. Schwaben vs. Welfe Otto IV) und die Epoche des sog. Interregnums von 1245 - 1273 (Richard v. Cornwall gewählt als welfischer und Alfons v. Kastilien als staufischer Kandidat, deutsch waren sie allerdings beide nicht).
Wobei dieser weite Ausflug zurück in die Vergangenheit dann in das unauflösliche Dilemma einmündet, daß "Deutsch" oder "Deutschland" im Vor-5. Jhrhndrt.n.Chr. noch nicht "erfunden" waren und von daher sich auch die Suche nach deutschen Tugenden (so diese auch erhaltenswert sein mögen) im Nebel der Jahrhunderte verzetteln wird.
Denn das Zugehörigkeitsgefühl unser entfernteren Vorfahren in jener Zeit war tribalistisch oder äußerstenfalls regional, so etwas wie eine Nation gab es noch nicht.
I.ü. habe ich mich über die holzschnittartige Vereinfachung der fett gedruckten Eingangspassage zur deutschen Geschichte auch geärgert, so sehr ich Ihre Beiträge sonst schätze.
Diesen Beitrag abgesehen von der Einleitung gleichfalls, denn in der Tat waren Ihre Worte zu dem verlogenen Herumlavieren "unserer" FDJ-Kanzlerine zum munteren EZB-QE durch Anleihenaufsaugen prophetisch, wie die Berichterstattung heute absehbar enthüllte.
Es wäre es schön gewesen, wenn Sie nicht ausgerechnet Ihre Eingangszitate nach dem vulgäriwssenschaftlichen Niveau von "SPIEGEL"&Co. (zutreffender "SPIEGEL"-Hetze) ausgerichtet hätten.
Leider ähnelt Ihre Kurzbeschreibung auch der Situation vor 1939 fatal der altbekannten, primitiven Gut- und Besserpädagogen-Dialektik.
Abgesehen einmal davon, daß dieses Milieu bei nur "sozialistisch" vor Hitler natürlich wütend aufheulte.
Aber ich denke, daß Sie Ihre Darstellung an dieser Stelle bewußt sehr pointiert haben, denn die Machenschaften z.B. des US-Präsidenten F.D.Roosevelt in den Jahren von 1937 - 1939 in der "Internationalen Arena" sind Ihnen gewiß geläufig.
Diese erinnern mich fatal an die Lage heute in der "EU" - mit dem einen Unterschied, daß die (Un-)Verantwortlichen im Bundestag/Bundesregierung alle Erpressungen nicht nur artig, sondern in serviler Obedienz gleich noch einmal zu Lasten des Deutschen (Rest-)Volkes verschärfen.
So gibt es dann, wie Kanzlerine nach Pawlowschen Logen-Reflex heute im Umkehrschluß meinte herausstreichen zu müssen, natürlich keinen Krieg.
Warum auch - es wurde ja schon alles "freiwillig" von den Deutschen herausgegeben.
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*) => AW PB: Oje Claudius. Wollen wir wieder Bücher füllen: Sie zwingen mich mit diesem völlig erwartbaren Kommentar wieder mal zu einer im Prinzip hier mangels Platz nicht leistbaren Replik. In der Tat muss man im Blog zuspitzen und kann nicht allen geschichtlichen Fakten - und schon gar nicht allen Nuancen der Geschichtsinterpretation aller Leser (die eh inkompatibel sind) gerecht werden.
=> Ich konzedierte bereits oben und mache es gerne noch einmal, dass
a) ich in der Tat zuspitzen musste und der Vorgeschichte des 1. und 2. WKs hier nicht voll gerecht werde (mea culpa - Schulte-Ronnhoff hat mit "Der Krieg, der viele Väter hatte" mehr als 1000 Seiten nur für WK II gebraucht - also verlangen Sie nichts Unmögliches von einem Blogeintrag!);
b) die preussischen Tugenden durchaus um viele Längen positiver waren und sind als heute die Untugenden unserer fremdbestimmten BRD;
c) Willi Zwo nicht unbedingt in die Reihe mit Hitler und Pieck passt (s.o. Antwort an Neuenstein);
d) ich eine Menge Sympathie für die deutschen/preussischen (übrigens auch zugleich schwäbischen und hanseatischen!) Tugenden habe, diese aber nicht KAUSAL "der kaiserlichen Monarchie" zuordnen kann!
=> Dies vorausgeschickt nun zu Ihren Unterstellungen:
a) Ich schrieb zwar "monarchisch". Korrekterweise hätte ich als Antwort auf Neuenstein aber "kaiserlich" schreiben müssen, denn er glorifizierte ganz explizit das KAISERREICH (lesen Sie es bitte oben nach). Und auch der zweite Monarchist im Blog (Iwan) erwähnt explizit "preussische" Tugenden, womit er sicherlich auch die Hochzeit der Preussen -also die nach 1866- gemeint hat! Insofern geht Ihre Antwort, die auf "die Monarchie" seit Chlodwig rekurriert, leider fehl. Und wie Sie ja selbst schreiben, ist der Nebel der Jahrhunderte (also VOR dem 19. Jhdt, in denen die Geschichtsschreibung durchaus lückenhaft ist) so dicht, dass man kaum "Tugenden" kausal / spezifisch einem König, Fürsten oder auch nur einzelnen Volksstämmen zuordnen kann - besonders nicht in der Völkermühle Deutschland. Also lassen wir Ihren Geschichtsausflug so stehen. Die gemeinte "Monarchie" war das Kaiserreich seit 1871. Sowohl bei Neuenstein wie auch bei meiner Antwort. Bitte genauer lesen vor den Antworten!
b) Die Knopp´schen Geschichtsfälschungen und die Spiegel´sche Hetze gegen D lasse ich mir nicht unterstellen. Akzeptieren Sie einfach mal eine Zuspitzung. Insbesondere aber sollten Sie als (vermutlicher) Monarchie-Sympathisant zur Kenntnis nehmen (was im Blog auch steht), dass die Menschenrechte und insbesondere die allgemeinen Wahlrechte und Freiheitsrechte des Individuums in keiner Monarchie gewährleistet waren! Diese Menschenrechte sind zwar von der sicherlich gesteuerten UN 1948 in eine Charta gegossen worden - sind aber -jedenfalls in zivilisierten Gemeinschaften seit der Aufklärung- universell, anerkannt - und auch hier von mir akzeptiert. Wer sie ablehnt, muss sagen, was er stattdessen will! Wer die Monarchie und den "Kini" wieder haben will, soll es offen sagen. Die Libertären und die von der wahren humanistischen Aufklärung Geleiteten werden sich immer auch gegen diese Seite stellen. Selbst wenn wir dann leider ab und zu wie der Spiegel oder wie die Gutmenschen klingen, was eher ein Unfall denn beabsichtigt ist! Der Individualismus hat per definition keine Lobby bzw. Schutzgruppe. Er SOLLTE aber eine haben.
c) Ihre Geschichtslehrstunde sollte man -um das "vulgärwissenschaftliche" nicht so stehen zu lassen- ergänzen um die Korrektur, dass es nicht etwa "zeitweise sogar zwei" Könige / Monarchen gegeben hat, sondern eigentlich durch die Jahrhunderte meist Dutzende von Fürsten gleichzeitig auf dem Boden des Hlg. Dt. Reiches - und für Zwecke meiner und Neuensteins Argumentation muss man nicht zwischen ungekrönten Fürsten und gekrönten Monarchen unterscheiden - Fürstenprivilegien und Machtausübung über andere beanspruchten sie alle. Wie gesagt - diese dunkle Fürsten-Zeit war in der Antwort nicht gemeint - und auch nicht von Neuenstein in der Frage! Und dass Deutschland eine wilde und meist monarchische (aber nur selten preussisch-kaiserliche!) Völkermühle war - und lange vor Geburt der heutigen fremdbezahlten MultiKulti-Jünger ein Schmelztiegel war, hat wohl keiner besser als Zuckmayer beschrieben (in "Des Teufels General"):
"Vom Rhein - noch dazu. Vom Rhein. Von der großen Völkermühle. Von der Kelter Europas! Und jetzt stellen Sie sich doch mal Ihre Ahnenreihe vor - seit Christi Geburt. Da war ein römischer Feldhauptmann, ein schwarzer Kerl, braun wie ne reife Olive, der hat einem blonden Mädchen Latein beigebracht. Und dann kam ein jüdischer Gewürzhändler in die Familie, das war ein ernster Mensch, der ist noch vor der Heirat Christ geworden und hat die katholische Haustradition begründet. Und dann kam ein griechischer Arzt dazu, oder ein keltischer Legionär, ein Graubündner Landsknecht, ein schwedischer Reiter, ein Soldat Napoleons, ein desertierter Kosak, ein Schwarzwälder Flözer, ein wandernder Müllerbursch vom Elsaß, ein dicker Schiffer aus Holland, ein Magyar, ein Pandur, ein Offizier aus Wien, ein französischer Schauspieler, ein böhmischer Musikant - das hat alles am Rhein gelebt, gerauft, gesoffen und gesungen und Kinder gezeugt - und - und der der Goethe, der kam aus demselben Topf, und der Beethoven und der Gutenberg, und der Matthias Grünewald und - ach was, schau im Lexikon nach. Es waren die Besten, mein Lieber! Die Besten der Welt! Und warum? Weil sich die Völker dort vermischt haben. Vermischt - wie die Wasser aus Quellen und Bächen und Flüssen, damit sie zu einem großen, lebendigen Strom zusammenrinnen. Vom Rhein - das heißt: vom Abendland. Das ist natürlicher Adel. Das ist Rasse. Seien Sie stolz darauf, Hartmann - und hängen Sie die Papiere Ihrer Großmutter in den Abtritt. Prost."
=> Zuckmayer war übrigens im 3. Reich ein enger Freund des "Fliegerstars" Udet. Die heutigen Multi-Kulti Gutmenschen machen nur den Fehler, die FALSCHE Zuwanderung und vor allem die viel zu SCHNELLE zu propagieren. Zuwanderung und Verschmelzung über Jahrhunderte hat D nicht geschadet. Aber all dies war nicht das Verdienst von Monarchen und Kaisern. Sondern der Vorteil einer langsameren gesellschaftlichen Entwicklung, die noch nicht wie derzeit durch ein Amok-laufendes zinstragendes Schuldgeldsystem im Endstadium absurd beschleunigt wurde. Der Kini oder Kaiser hätte in der heutigen Situation nicht die geringste Chance, die gesellschaftlichen Verhältnisse zu verbessern oder das Schuldgeldsystem irgendwie zu retten. Wie auch - die ERSTEN, die dem Charme der Verschuldung bei den Goldschmieden / "Bankiers" erlegen sind, waren in Europa die Monarchen seit etwa dem 17. Jahrhundert. Dies geschieht IMMER, wenn sich Eliten mit Aufschuldungskraft über Steuermacht verschulden können. Sie tun es dann - auch (und gerade) in der Monarchie! Und sogar in der konstitutionellen Monarchie bzw. im extremen Rechtsstaat Preussen stand der Kaiser letztlich über dem Recht.
Schöne Beschreibung der Verrücktheiten, die mittlerweile als 'normal' gelten. Schade, daß der Kommentar gekürzt wurde.
Gruß, Kl.H.
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Ergänzung PB: War nur eine rel. kleine redaktionelle Kürzung um eher persönliche Vorbemerkungen. 90% sind stehen geblieben.
Ihr Artikel ist wie immer Top. Aber auch an Davido guter Beitrag. Helfen wird es leider nicht. Solange die Leute noch 2x im Jahr nach Malle fahren können und sich bei DSDS unterhalten können,ist die Welt OK.
Armut findet zur Zeit heimlich statt, und der Untergang der Mittelschicht findet auch nur im Verborgenem statt.(Leute die nichts mehr haben, geben dies nur ungern zu).
Trotzdem weitermachen und auch sich selber absichern.
MfG
Achim
Dies ist keine Überspitzung, sondern einer ernsthaften Betrachtung unwürdig.
Das Forum gestattet keine geschichtspolitische Tiefenbetrachtung, aber einige Hinweise:
Deutschland, dessen "industrielle Revolution" ca. 15 Jahre später als in Großbritannien
einsetzte, entwickelte sich zu einem modernen Staat eigentlich erst ab mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871. Die Schattenseiten, exemplarisch genannt: den 1. Bankencrash (1873), die Sozialistengesetze, Kulturkampf, "Landflucht", "Trockenwohnen". Schon Zeitzeugen beklagten das langsame Verschwinden des "Alt-Preußischen" ab 1888, Sparsamkeit, Bescheidenheit, Demut – die sog. Gründerzeit trug das ihrige dazu bei.
Richtungsweisende Errungenschaften: auf sozialem Gebiet, eine effektive, unaufgeblähte und unbestechliche Beamtenschaft, eine sparsame Haushaltsführung, eine ausgezeichnete Armee, kulturelle und vor allem wirtschaftliche und technologische Höchstleistungen setzten das Deutsche Reich als "späte" Großmacht" verständlicherweise in Gegensatz zu den vorhandenen Großmächten, an erster Stelle Großbritannien und die Vereinigten Staaten.
Daß die Person des Kaisers in der Rechtsordnung des Deutschen Reiches de jure über dem Recht stand, bestreite ich (das lässt sich nachweisen); ob es de facto immer so gehalten wurde, ist eine andere Sache.
Die ungünstigen Eigenschaften Kaiser Wilhelms II. sind sättlich beschrieben worden, zu den günstigen gehörte z.B. seine umfassende Bildung und die Aufgeschlossenheit gegenüber Forschung und Technik, kurzum "der Moderne" . Daß bestimmte Entwicklungen zu Übersteigerungen führen, ist damals wie heute so und man sollte Personen der Zeitgeschichte und auch Entwicklungen nachträglich in ihrer Zeitgebundenheit und vergleichend betrachten, sonst wird es schief.
Als "Friedenskaiser" wurden Wilhelm II. 1913 in Inland auch von kritischen Geistern gefeiert und von zahlreichen ausländischen Politikern bewundert. Warum wohl? Das Reich hatte eine Stabilität aufzuweisen, die viele andere europäische Staaten – ebenfalls Monarchien – damals nicht mehr aufwiesen.
Was die sogenannten preußischen Tugenden, heute sog. Sekundärtugenden (Was sind dann die Primärtugenden??) betrifft, sind diese natürlich nicht auf Preußen beschränkt, auch nicht auf Deutschland, sie finden sich - in anderer Ausprägung - auch in anderen Staaten.
Ihre Unbedingtheit und dadurch mitunter Übersteigerung bezogen sich besonders auf Preußen.
Die Monarchie als solche war für den deutschen Wohlstand zwischen 1871 und 1914 sicherlich nicht alleine verantwortlich. Sie schuf in Deutschland allerdings die günstigen Bedingungen und bereitete den Boden. Es wäre interessant, dies in einem Vergleich zu Großbritannien (Monarchie) und Frankreich (Republik) untersuchen.
An Literatur sei erwähnt: Deutschland unter Kaiser Wilhelm II, Hobbing : Berlin 1914,
4 Bände (sehr detailliert und objektiv, damals hatte die Politik es noch nicht nötig, Statistiken zu "hübschen"); ferner Bödeker, Erhard: Preußen und wie Wurzeln des Erfolges, Olzog 2008, Bödecker, Erhard: Preußen – eine humane Bilanz, Olzog 2010.
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=> AW PB: S.g. Matthias Moritz: Danke für diesen durchaus ausgewogenen und faktisch völlig korrekten Kommentar, dem ich -wie übrigens auch Neuenstein, Claudius v.d. Bach-Z., Dirk und nun auch Ihnen- nicht widerspreche, soweit es eben um die Fakten geht. Und ja, vielleicht hätte ich mir den provokativen und nun vielfach von den Lesern monierten Spruch zum unterstellten Kriegsgrund "Rettung der monachischen Privilegien" besser sparen sollen, denn ich weiß durchaus um die mind. 30-jährige Vorgeschichte auch des 1. WK und insbesondere um den von Ihnen oben ja nochmals herausgearbeiteten "Gegensatz" der alten Weltmächte und des neuen Dt. Kaiser-Reichs. Bitte lesen Sie auch noch einmal meine durchaus differenzierten Antworten an Neuenstein und Claudius!
=> Ich bin dennoch überrascht, wie sehr ein einziger und zugegebenermaßen ZU stark verkürzender Halbsatz die offenbar zahlreichen monarchistischen oder auch historischen Gemüter hier beunruhigt. Libertäre machen sich eben überall unbeliebt - in diesem Fall nur deshalb, weil hier einmal NICHT die in manchen Kreisen überglorifizierte preussische Glorie auch HIER noch glorifiziert wird (pun intended). Das ist fast wie bei den Freigeldlern, bei denen reflexhaft zurückgebissen wird, wenn man auch nur Andeutungen macht, dass das Ganze gut gemeint war - aber nie funktioniert hätte.
=> Ich stelle mal folgende Frage in den Raum - ohne darauf Antworten einzufordern: Das Freigeldexperiment von Wörgl kann heute von den Freigeld-Fans glorifiziert werden, weil es nach wenigen -scheinbar "erfolgreichen"- Monaten von der Österreichischen Regierung per Dekret beendet wurde. Die Freigeldfans können darum noch heute behaupten, dass es "ja erwiesenermaßen funktioniert hat" - obwohl es ein Experiment über wenige Monate, in einer sehr speziellen Krisenlage in einer sehr kleinen geographischen Region mit rel. großer gesellschaftlicher Homogenität war, das niemals auf Dauer als Weltmodell getaugt hätte noch je taugen wird. Ähnlich kommt mir manchmal die Glorifizierung des Dt. Kaiserreichs vor: Konnte es WIRKLICH in nur 40 Jahren beweisen, dass es ein nachhaltiges und gar volksnahes Politik-Modell gewesen wäre??
=> NACHHALTIG und damit auch gerecht für den kleinen Mann ist nur die Basisdemokratie in Verbindung mit einem goldgedeckten Währungssystem - meinetwegen ohne Zinsnahme. NUR die physikalisch bedingte unbestechliche und unbeugsame Wehrkraft des Goldes gegen jede Art von staatlicher Einflussnahme und Inflationierung durch Kleptokraten jeder Couleur (Parlaments-Demokraten, Sozialisten, Kaiser, Operettenfürsten, Diktatoren usw) verhindert die Verarmung des Volkes wirklich nachhaltig. Und ich weiß, dass nun wieder 20 Zuschriften "unzulässiger Vergleich - beim Kaiser WAR alles besser" kommen. Aber ich bestreite zB die Aussage "der Kaiser stand nicht über dem Recht". Faktisch ist das angesichts des realen, durch und durch auf die monarchistisch-militärische Hierarchie abgestimmten preussischen Alltags, ohnehin falsch - und im libertären Sinne auch juristisch. Denn das Konstrukt der "konstitutionellen Monarchie" beruft sich auf eine von Bismarck 1867/1871 gegebene Verfassung, die natürlich auf den König bzw. dann Kaiser zugeschnitten war. So etwas ist historisch nachvollziehbar. Aber eine solche "Verfassung" war vom ersten Tag an illegitim [die volkslegitimierte Paulskirchen-Verfassung von 1948/9 wurde nie in Kraft gesetzt] - und damit stand natürlich der Kaiser vom ersten Tag an über dem Recht, wie es Basisdemokraten für legitimiert halten! Was 1871 historisch und militärisch nachvollziehbar war, ist noch lange kein Modell für das Deutschland des 21. Jahrhunderts! Seien wir froh, wenn wir in der Anarchie nach dem Staatsbankrott ab ca. 2015 und nach dem dann absehbaren Ende der Parlaments"demokratie" den neuen Führer-Diktator werden verhindern können! Alt-Monarchist Hindenburg hat dies 1932/33 nicht geschafft...
Mit dieser wichtigen Einschränkung gebe ich allen Zuschreibern recht, die mir hier beim monierten Halbsatz Geschichtsvereinfachung vorwerfen - und gelobe an dieser Stelle Besserung. Aber ich gebe deshalb in diesem Blog weiterhin keinen Raum den Möchte-Gern-Monarchisten, die ihrerseits eine 40-jährige deutsche Phase glorifizieren, die keinesfalls von gleichem Recht für alle geprägt war und in dem auch das Volk nicht viel mehr zu sagen hatte als heute. Es gibt hier im Blog keinen Dispens für Totalitäre jeder Couleur [damit ist explizit nicht der Historiker M. Moritz gemeint!], die die u.g. zwingenden Forderungen nicht erfüllen:
- Volksabstimmungen über alle relevanten Entscheidungen.
- One man, one vote.
- Gleiches Recht und gleiche (unveränderliche aber minimalistische) staatlichen Regelungen für Alle.
- Wettbewerb der Geldsysteme mit vorauss. GoldSilber-Geld als dominierender Währung.
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