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Drucker-Draghis Bad Bank: 1000 Mrd EUR jährlich

von Peter Boehringer E-Mail 18.11.11 16:29:06

Seit etwa zwei Wochen steigen die Zinsen, die der EFSF auf die von ihm begebenen Anleihen zahlen muss. Inzwischen hat er französisches Niveau erreicht – mithin fast 200 Basispunkte mehr als die deutschen Bundesanleihen. Der Markt hat dem EFSF faktisch bereits das so „hart erschlichene“ Triple-A-Rating entzogen. Man kann nun lange jammern, wie unfair das doch alles sei, da doch Amerika und England schlechtere Verschuldungsdaten als z.B. Spanien hätten – und dennoch derzeit „einseitig“ die Euro-Zone abgestraft werde. Von relativen Vorteilen wird man nicht zwingend satt. Und Unfairness in diesem Umfeld gibt es seit vielen Jahrzehnten. Die „Machtachse NY-London“ und ihre Fußtruppen in den Investmentbanken und Ratingagenturen gibt aufmerksamen Beobachtern nicht erst seit 2011 zu denken, sondern wäre seit 40+ Jahren „Food for thought“ gewesen! Wahre Goldbugs, wahre Österreicher und altgediente BuBa-Ordnungspolitiker warnen seit den 1970ern vergebens und seit 2008 zunehmend verzweifelt in ihren Artikel vor den fatalen Folgen der angelsächsischen und auch französischen kurzfristigen und Sparkapital-feindlichen Wirtschaftsphilosophie.

Finanzkrieg“ => Nein, wirklich? Etwa schlimmer als 1871ff, 1910ff, 1929ff, 1948, und nonstop seit Gründung der Verarmungsmaschine EU? Welche Neuigkeit!
Risiko einer dramatischen globalen Finanzkrise“ => Tatsächlich? Etwa noch höher als im Sommer 1971, im Januar 1980, im September 2008, im März 2009, im März 2010 - als die westliche Banken-Welt jedesmal faktisch pleite war?
Die Mittelmeerländer haben einen Primärüberschuss, Amerika nicht“ => Soso. Und die voll dargestellte Zahlungsbilanz der PIGS inklusive Zinszahlungen und Fluchtgeldern? Ist die auch im Überschuss? Oder die EU-Gesamt-Zahlungsbilanz ex Deutschland? Im Überschuss??
Wir in Europa wachsen uns aus den Problemen raus!“ => Räusper. Wie meinen? – etwa nominal, à la Keynes – oder besser à la 1923?!
Food for thought“: in der Tat – seit mindestens 1971 wenn nicht 1913 – ganz sicher nicht erst seit 2011!

Bleibt zuletzt noch die „Bazooka“ der Ultra-Keynesianischen Argumentation: „Wer in einem Finanzkrieg auf seine stärksten Kräfte [EZB-Monetisierung] verzichtet, wird zunächst Schlachten und am Ende den Krieg verlieren“.

=> Komisch: diesen Satz höre ich sinngemäß seit inzwischen 30 Jahren aus den Mündern von Keynesianisten jeder Couleur. Es geht immer und immer wieder „nur noch dieses eine Mal“ und „in dieser ultimativ herausfordernden Ausnahme-Situation“ um „alles“. Derzeit also um das Endspiel des mindestens 40-jährigen Finanzkriegs. Die Ausnahme wird zur Permanenz. Seit Kennedys Sozialprogrammen, seit den Kriegsausgaben des Vietnamkriegs, seit den Ölpreisschocks 1973 und 1979, seit den Sozialkrisen der 1980er, in allen Börsenkrisen 1981, 1987, 2001, 2008, 2010, 2011, in allen politisch-militärischen Krisen, in allen Wahljahren. Und natürlich auch schon zu Keynes´ eigenen Wirkzeiten in den 1930ern und nach dem 2. Weltkrieg. Es gibt für Machtpolitiker immer Gründe, mehr Geld zu drucken als man dem Volk über reine Steuern abnehmen kann. Und die ultimative Waffe ist eben die direkte Monetisierung des Geldbedarfs in Form des Aufkaufs der eigenen Anleihen durch die jeweilige Notenbank.

Seit einigen Tagen wird diese ultima ratio –oder in den Worten des Folker Hellmeyer „die stärkste Kraft im Finanzkrieg“– nun in allen Gazetten offen debattiert. Der von den Goldbugs seit dem 15. August 1971 erwartete und seit etwa 2008 auch von der EZB praktizierte direkte Anleihekauf ist nun ein offenes Geheimnis und soll durch stetige Erwähnung endlich hoffähig gemacht werden, nachdem man die inzwischen auf der EZB-Bilanz aufgelaufenen 190 Mrd EUR an direkt aufgekauftem Anleihe-Sondermüll ebensowenig noch länger verstecken kann wie die mehr als 460 Mrd EUR an Target2-Forderungsschrott auf der BuBa-Bilanz! Aber alles kann noch gut werden, denn –wie wir durch eine gezielte Indiskretion aus der heutigen FAZ wissen– wird sich die EZB unter ex-Godman Mario Draghi selbst beschränken und „sich eine Obergrenze für den Ankauf von Staatsanleihen geben“. :-/ Und die EZB gibt bei dieser Gelegenheit auch gleich bekannt, in welchem Umfang sie diese Ankäufe seit 2010 (eigentlich seit 2007/8) bereits getätigt hat!

=> Was soll der Naiv-Michel hier mitnehmen? Die höchst unabhängige EZB unter ihrem weisen und integren Vorsitzenden Draghi gibt sich selbst eine Obergrenze von 1000 Mrd EUR pro Jahr. Nun sollte man zwar 20 Mrd EUR pro Woche (!) nicht ernsthaft als „Grenze“ betrachten (immerhin sagte einst Warren Buffett "Gebt mir 1 Billion - und ich werfe euch eine gewaltige Party") – aber in der funny money Welt des ungedeckten Kreditgelds sind doch tatsächlich nicht einmal 1000 Mrd EUR pro Jahr ausreichend zur Kaschierung des PIGS-Kredit-Desasters... Immerhin wird für die Öffentlichkeit die Fiktion der Unabhängigkeit der EZB aufrecht erhalten. In Wirklichkeit dagegen ist Super-Drucker-Mario engstens in das System der Weltregierung eingebunden, die ihm genau vorgibt, wie viel und vor allem welche toxischen Anleihen er zu wessen Gunsten monetisieren darf. :!: Versuchen Sie also nicht, Ihr toxisches Privatdepot der EZB zu nominal zu verkaufen – won´t work. Und in Richtung der EU-Apologeten sei gesagt: Natürlich sitzen die Entscheider hinter dem Direktorium der EZB nicht in Berlin, Paris oder Rom, sondern just in jener „Machtachse NY-London“, die Folker Hellmeyer ausgerechnet via EU und EZB bekämpfen will! Die EU und der EUR als Bollwerk gegen die „unfairen Mächte“? XX( Be careful what you wish for - and “food for thought” indeed. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass sich ein Jörg Asmussen (seit vier Wochen einziges deutsches Mitglied im EZB-Direktorium) dem deutschen Volk oder auch nur den einfachen Europäern verpflichtet sähe? Wie naiv muss man sein, um zu glauben, dass ausgerechnet die seit vielen Jahren angelsächsisch usurpierten EU-Institutionen den Europäern und insbesondere den Deutschen Hilfe gegen die „Machtachse NY-London“ gewähren würden? Nein – der unvoreingenommene Europäer muss wie Kollege Ziemann nun endlich zum Schluss kommen, dass der EUR und mit ihm die EU „rückstandsfrei beseitigt werden muss“.

Zurück aber zur Gegenwart der real existierenden EU und ihrer Stützvehikel EFSF und ESM: Solange wir nolens volens in dieser kranken EU-Welt leben, ist natürlich –und hier hat Folker Hellmeyer recht– Pragmatismus und ein gesunder Wille zur Selbstbehauptung im Rahmen des Möglichen angebracht. Und in der Tat sehe auch ich, dass unabhängig von den fatalen mittelfristigen Folgen einer uferlosen Monetisierung von Anleihen durch die EZB eben diese Monetisierung die einzige verbleibende Möglichkeit ist, die aktuell am Markt versagenden Vehikel EFSF und das rechtlich abstruse Vehikel ESM zu ersetzen und per unlimited firepower noch ein wenig Zeit zu gewinnen. Aus deutscher Sicht hat übrigens die EZB-„Lösung“ den Charme, dass sie im Gegensatz zu fast allen anderen Bailout-Töpfen, die ich im aktuellen Heft 11-2011 des Smart Investors aufgezählt habe, alle EU-Bürger über den Geldentwertungs-Mechanismus in etwa gleich belastet. Praktisch alle anderen neun Töpfe von EFSF1 über Target2 bis hin zum ESM hätten primär Deutschland belastet, denn wir sind nun einmal in EUroland der lender of last resort und vor allem der letzte große Garant mit (noch) unbestrittener AAA-Bonität.

Von daher an dieser Stelle eine „Synthese“ meiner Meinung mit der Forderung Folker Hellmeyers, die ja inzwischen auch die Forderung von z.B. Jens Ehrhard, allen FTD-Kolumnisten, allen Handelsblättlern, vielen Börsenbriefschreibern und demnächst dann auch offiziell der Merkels, Trittins und Schäubles ist: Ja, es ist traurig aber wahr: Wenn wir schon den Pyrrhussieg über die ökonomische Ratio der Goldbugs zulassen müssen und wenn wir also „zwischen Pest und Cholera“ (zitiert nach Thorsten Schulte) wählen müssen, dann ist die EZB-„Lösung“ tatsächlich die bessere aus rein deutscher Sicht, auch wenn das viele meiner Stammleser und vielleicht auch einige Mitglieder unserer DEG e.V. vermutlich nicht gerne hören.

Wir haben den langen Kampf um Gutes Geld ein weiteres Mal verloren. Jedenfalls mal wieder im laufenden Aufschuldungszyklus, der noch in diesem Jahrzehnt zu Ende gehen wird. Die Welt in EUropa wie auch die ganze Welt hat nicht auf die Ordnungspolitiker gehört, nicht auf die Österreicher, nicht auf die Goldbugs. Die Politiker haben sich wieder einmal bis zum Exzess der ultimativen Gelddroge hingegeben und hängen nun derart hoffnungslos an der Nadel, dass eine deflatorische Rosskur den Patienten Europa nun wohl in der Tat umbringen würde anstatt ihn zu heilen. Man kann zwar noch immer argumentieren, dass Deutschland selbst angesichts seiner noch immer intakten Exportkraft nach einem deflatorischen Crash -zwar ärmer aber intakt- doch einen funktionierenden Sonderweg gehen könnte. Aber die alte Machtachse NY-London-Paris aus dem zweiten Weltkrieg macht uns weiterhin sehr klar, dass dieser Sonderweg keinesfalls toleriert werden würde! Und so haben die Merkels und Schäubles und Trittins und Steinmeiers und all die Zehntausenden Speichellecker der Macht immerhin die unwiderlegbare Ausrede der real existierenden Machtverhältnisse, die über UN-Feindstaatenklauseln gegen Deutschland und über alliierte Sonderrechte im deutschen Verfassungsrecht und mutmaßlich sogar über Kanzlerakten abgesichert sind – vom Pfandrückbehalt der deutschen Goldreserven ganz zu schweigen. Der renommierte Börsenbriefschreiber Martin Stephan packte dieses schmutzige aber offene Geheimnis der Machtpolitik gegen Deutschland neulich in den griffigen Satz: „Aus Sicht des Auslands ist es unerwünscht, dass die ‚deutsche Insel‘ am Ende ‚guten Gewissens‘ übrig bleibt und der Rest des Währungsraums in Schutt und Asche liegt“.

=> Machtpolitisch soweit nachvollziehbar - wenn auch nicht unter Kriterien der Fairness und des noch immer geheuchelten freien Wettbewerbs. Aber Aktionen haben immer Folgen. Wenn die EZB nun uferlos monetisiert, wird sie letztlich die Nullzins-Politik der Fed sowie deren umfassende Monetisierung der US-Statsschuld seit 2007 (zeitweise fast 100%!) kopieren. Die Voll-Monetisierung ist eigentlich die logische Fortsetzung der über die Goldpreismanipulation seit mindestens 15 Jahren ermöglichten stetigen Senkung der gegen Null tendierenden Zinssätze. Sie führt zu immer negativeren realen Zinssätzen, welche –außer in den Denkschemata der Keynesianer und Freigeldler– völlig unnatürlich sind. Und diese negativen Zinsen verzerren künstlich alle Anleihemärkte und damit zügig überhaupt alle Märkte, die dann nur noch planwirtschaftlich steuerbar sind und immer dramatischere finanzielle, politische und gesellschaftliche Eingriffe erfordern. Ich bezeichne dies immer als Teufelskreis der monetär-sozialistischen Markt- und Wirtschaftsmanipulation, der andauernden Makroklempnerei mit gesellschaftlichen Verwerfungen:

Die ich rief die Geister – werd´ ich dann nicht los: Das System wird am Ende nur noch propagandistische und totalitäre Mittel haben, seine künstlich-unnatürliche Existenz gegen den Widerstand von immer mehr Menschen zu verteidigen. Schon heute ist absehbar, dass jeder, der sich einem solch absurden planwirtschaftlichen System entziehen will (nicht durch Flucht wie Hunderttausende DDR-Bürger zwischen 1949 und 1961/1989, sondern zB durch Anlagen in Sachwertanlagen) als Krisengewinnler, Systemflüchtling und böser Spekulant verfolgt werden wird. Oder wie es Prof. Bocker eben formulierte:

„Der Neid ist eine gewaltige Kraft und er wird dann von den Systemherrschern künstlich aufgestachelt, um von den eigentlich Verantwortlichen ‚ganz oben‘ abzulenken. Begriffe wie: Krisengewinnler, Volksfeinde, Metall-Spekulanten, Goldverbrecher, Hamsterer, Aussauger, an der Not des Volkes sich Bereichernde, Edelmetallkriminelle, Absahner, kriminelle Horter, asoziale Blutsauger, Wirtschaftskriminelle, Volksschädlinge, Gold- und Sozialschmarotzer, Silberparasiten, Abschaum der Nation, Feinde des Wohlstandes, finstere Gegner des Fortschritts, mit Gold getarnte Halsabschneider und vieles mehr werden dann in Medien und Propaganda auftauchen.“

Actio und re-actio: Wer über die EZB Planwirtschaft betreibt, wird am Ende des Zyklus Totalitarismus ernten. Und wer den Menschen wie in jeder Planwirtschaft die Früchte ihrer Arbeit vorenthält, wird passive Arbeitsverweigerung ernten. Und wer dann die Menschen zur Arbeit zwangsverpflichtet, wird am Ende Dienst nach Vorschrift und allgemeine Verarmung ernten, der das System dann mit immer schärferen „Motivations-“ und Sanktionsmaßnahmen begegnen wird. Man sollte eigentlich meinen, das 20. Jahrhundert habe uns nun wirklich ausreichend Anschauungsmaterial zu den Folgen des Sozialismus gegeben. Those who ignore history are doomed to re-live it.

Da wir aber den letzten Umkehrpunkt inzwischen wohl auch für den Sonderfall Deutschland verpasst haben, strecke nun auch ich die Waffen: bei der Wahl zwischen der Pest (ESM, EFSF, Eurobonds) und der Cholera (EZB ) sollten wir die Cholera wählen. Wohl wissend (und das ist der Teil der Wahrheit, der unbedingt miterzählt werden muss :!: ), dass dies nur wenige Jahre Zyklusverlängerung bis zur totalen Welt-Planwirtschaft oder alternativ zur Währungsreform bringen wird. Denn auch die EZB-„Lösung“ hat nur scheinbar unlimitierte Feuerkraft: Alle Schuldenwirtschaft in EUroland ist auf der Bonität Deutschlands aufgebaut. Wenn sich die EZB in ihrer Bilanz mit toxischen PIGS-Anleihen vollsaugt mit einer Runrate von offiziell nun 20 Mrd EUR pro Woche oder 1000 Mrd EUR pro Jahr, dann dürfen wir künftig getrost von noch höheren heimlichen Aufkäufen ausgehen. Es gibt kein Gesetz gegen diesen Wahnsinn – weder im Lissabon-Vertrag (dessen Art. 125 AEUV nur Staaten aber nicht die EZB bindet) – noch in den Statuten der EZB selbst, denn das berühmte Verbot der Staatsfinanzierung ist dort nirgendwo hart und einklagbar kodifiziert! >:XX [Ich fordere meine Leser auf, mir harte Paragraphen zuzusenden, die diese Aussage widerlegen könnten. Habe noch keine gefunden – auch die Professoren Schachtschneider oder Kerber führen derzeit zwar ehrenwerte aber noch erfolglose juristische Schlachten über indirekte Argumentationen aus dem GG und den EU-Verträgen heraus]. Bei 1000+ Mrd EUR pro Jahr an ungedeckter Zusatzkreditschöpfung aber werden rationale Marktteilnehmer trotz EU-Gemeinschaftshaftung via „unlimitiert feuerkräftiger“ EZB spätestens ab 2014 auch die letzte Front testen – also auch an Deutschland ernsthaft die Bonitätsfrage stellen. Das Triple-A des letzten Garanten wird dann fallen, weil bis dann ein Großteil der deutschen Substanz unrettbar verpfändet sein wird über die ausgesprochenen Garantien des EFSF und des ESM.

=> Die ganz große Gefahr der nun vorgeschlagenen totalen EZB-Monetisierung ist also, dass wir nun nicht sofort die EZB-„Lösung“ bekommen, sondern zuerst die Pest des EFSF, des ESM und der Eurobonds – und dann auch noch die Cholera der uferlosen EZB-Gelddruckerei. Der Sparmichel würde dann über die Pest bis 2014 des Großteils seiner Sparsubstanz beraubt – und nachfolgend über die erst mit zeitlicher Verzögerung Inflationsschaden anrichtende EZB auch noch hyperinflationär und ganz am Ende per Währungsreform deflationär komplett verarmt.

Mein trauriges Fazit: Die EZB-Monetisierung als ultima ratio wird vermutlich „erfolgreich“ noch einige Jahre Aufschub erbringen, wie ich das seit langem prognostiziere. Die große Frage der kommenden Jahre wird sein: Wie viel Zeit kann sich das System über die EZB bzw. über die verbliebene deutsche Real-Substanz noch erkaufen, bevor es hyperinflationär und damit dann unsteuerbar oder eben offen totalitär werden wird? Das ist schwierig zu sagen, da u.U. erstmals in der Weltgeschichte ein inflationierender Staat nicht durch stetigen Verfall des Außenwerts seiner Währung ein terminales Problem bekommen wird, weil u.U. auch fast alle anderen Staaten der Weltregierung uferlos Geld drucken. Dann findet der Offenbarungseid zuerst über Sachwerte und Rohstoffe statt und nicht über die Wechselkurse der gleichgeschalteten Währungen! Der Peg des Schweizer Frankens an den EUR war nur ein erster Vorgeschmack auf weitere planwirtschaftliche Kursfestsetzungen... Das wird noch „spannend“, weil dann das System diese Inflation überall bekämpfen muss. Amtlich verordnete Preisobergrenzen weltweit – wie eben früher nur in der UdSSR, der DDR, Nazideutschland usw. Wahre deutsche Patrioten sollten heute wenigstens noch darauf achten, dass uns nicht am Ende die Pest EFSF/ESM und die Cholera EZB heimsuchen werden. Der Pyrrhussieg der EZB-„Lösung“ kann schnell zur totalen Pyrrhusniederlage werden – auch wenn die Literatur diesen Namen für ein solches Desaster noch nicht kennt. Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte, dass Deutschland den tragischen Präzedenzfall geben müsste.

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Veranstaltungshinweis: Wir debattieren das Thema im Rahmen der großen Podiumsdiskussion „Rettet Europa – raus aus dem Euro“ am 24.11.2011, 18 Uhr in München und im Internet weiter. Anmeldung per Email erforderlich – alle Details hier:
http://www.pdv-bayern.de/muenchen-podiumsdiskussion-zur-eurokrise

40 Kommentare

Kommentar from: Ossi [Besucher]
*****
Lieber Herr Boehringer,

Ihr Ausblick ist glasklar und deprimierend. Aber ich muss Ihnen zurufen: Die Waffen dürfen nicht gestreckt werden! "stand up and fight!"
Verzeihung, aber die Möglichkeit existiert doch und deckt sich mit Ihren bisherigen Forderungen: Heraus aus der EU, eine Regierung, die sich aufs Nötigste reduziert und Einführung einer ehrlichen edelmetallgedeckten Währung.
18.11.11 @ 18:00
Kommentar from: Mercur [Besucher]
*****
Wie immer außerordentlich klar und einleuchtend formuliert.
Hervorragende Analyse des finanziellen und politischen Zeitgeschehens.

Kann auch den resignierenden und traurigen Unterton gut verstehen.
Mir geht es im Kleinen so. Man versucht dem Nebenmann die Augen zu öffnen und wird am Schluß ignoriert oder beschimpft oder (von Freunden und Verwandten) gebeten, das leidige Thema doch endlich zu lassen und sich wieder mit etwas Fröhlichem und Lustigen oder Sinnvollen zu beschäftigen und nicht ständig mit dieser komischen "Arche Noah".

Nun, alleine kann ich keine Arche bauen und die Anderen machen lieber die letzte Party auf dem Vulkan und finden die "Fußbodenheizung" supergeil.

Tja, also Chips und Bier bereit stellen, Füße hoch legen, dann kann die Show beginnen. Gespannt bin ich schon irgendwie.
18.11.11 @ 18:15
Kommentar from: King Balance [Besucher]
****-
"Die Auseinandersetzung mit zukünftigen schwerwiegenden, aber durch sofortiges Handeln noch abwendbaren Übeln ist die unpopulärste und zugleich notwendigste Aufgabe des Politikers. Diejenigen, die sich offenen Auges vor ihr drücken, verdienen die Flüche derer, die nach ihnen kommen - und oft genug werden sie ihnen auch zuteil."

Enoch Powell, April 1968 (konservativer, ehemaliger engl. Gesundheitsminister)

Genau das werden WIR bald sehen: "Wirkungslosigkeit der Politik untergräbt die Legitimation der Demokratie". Zitat: Prof. Dr. Hans See
http://kingbalance.blogspot.com/2007/05/wirkungslosigkeit-der-politik-untergrbt.html
18.11.11 @ 18:25
Kommentar from: Willi [Besucher]
*****
Hallo Herr Boehringer!

An Ihre Kommentare reicht niemand heran!!

Ich kann nur hoffen, dass Sie Unrecht haben !!!

Gruß Willi
18.11.11 @ 18:31
Kommentar from: Bert [Besucher]
*****
Ich hätte da schon einen Paragraphen (Antimafia-§, wird in Ösiland gerne gegen Tierschützer und Pflastersteinwerfer angewandt):

http://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Dokumentnummer=NOR40033827

Ein Politiker hatte mal gesagt, "Nichts in der Politik geschieht zufällig, gar nichts!".

Solange es uns sukzessive an den Kragen geht, solange können wir zuverlässig davon ausgehen, dass alles nach Plan läuft. Ich glaube wir haben nun genug Einblick in die ganze Sauerei, um anerkennen zu müssen, dass die ganzen Verschwörungtheoretiker der Wahrheit näher waren als uns allen lieb ist.

Es gäbe nämlich noch eine dritte Möglichkeit zu Cholera und Pest: Demokratie und Menschenrechte. Und genau das ist der Plan: Die sollen abgeschafft werden. Es gibt nicht mehr den geringsten Zweifel.
18.11.11 @ 19:16
Kommentar from: Claudius v.d.Bach-Zelewski [Besucher]
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Zum erhabenem "Europäischen Friedenswerk" made by Goldman&Sachs der Merkels, van Rompuys, Montis und des portugiesischen Strauchdiebes Barroso - ähnliches hatten übrigens auch KPdSU, Honecker-SED, KPP und wie sie noch alle hießen im letzten volksdemokratischen Angebot, als es ökonomisch und finanzpolitisch "rien ne va plus" hieß - und der Friedenstaube, die sich in Bruxelles ihr Nest baut, gehörte dann aber noch ein Transparent quer zur Front des Justus Lipsius-Gebäudes.

Ein klassisches natürlich in dieser klassischen Umgebung.

Idealerweise mit der Überschrift zu Dantes Inferno:

"Laßt, die ihr hier eingeht, alle Hoffnung fahren !"

Bis der Kadaver des Pigeon Bruxellois dann ausgezehrt aus seinem Bau kippt, hat man ja nach Ihrer Prognose hoffentlich noch ein, zwei Jahre Zeit, um bis zum endgültigen Meltdown vorzusorgen.

Von Edelmetallen über Land, Kleidung, Brennstoffen und dem Discounter-Nahrungsprogramm ist ja momentan noch alles gegen Papierzettelchen oder Chipbytes auf Plastikkarten zu haben in der bunten Spass-BRD...

So heißt es also: "Carpe diem"
18.11.11 @ 19:40
Kommentar from: Michael [Besucher]
*****
Es ist kaum deflatorisch, wenn die "Griechen" in 2011 56 Mrd. € einnahmen und 71 Mrd. € ausgaben. Das sollten für 2011 ca. 30% BIP-Neuverschuldung sein. Die Griechen sind pleite, dann sollten sie aus dem Teuro austreten, ihre Gläubiger kämen keineswegs mit einem Schuldenschnitt von 50% davon. Fragt sich (theoretisch), wo das Geld hinfloß. In erster Linie wurden wohl französische Banken am Leben erhalten. Das, was mich stört, ist nicht, dass den PIGSI Hilfe zur Selbsthilfe geboten wird, sondern, dass sie von dieser Hilfe selbst nichts zu sehen kriegen. Sowas ist sinn- und nutzlose "Hilfe".

Der erste Schritt in die Richtung sollte ein Trennbankensystem sein.

Zwischenschritt, Senkung der Zinsen auf Null, um Zinsderivaten das Genick zu brechen. Da ist QE in der Tat ein guter Einfall. Nur, dass das die Mittelmeerunion kaum zur "Konsolidierung" ihrer Haushalte bewegen könnte. Im Gegenteil. Deshalb knallt unsere Oberdomina noch etwas mit der Peitsche.

Die Banken sind Geldverwalter. Zwischenhändler zwischen Zentralbank und Realwirtschaft. Wenn sie nebenbei zocken wollen, kein Problem, aber auf ihre eigenen Kosten, bei Verzocken Schritt zwei, Abwicklung.

Entweder Marktwirtschaft, die Menschen leiden ja seit geraumer Zeit unter der Zinsfuchtel oder Sozialismus, der heißt Armut für alle. Wenn Marktwirtschaft, müssen die Geldgeier aber auch dem Markt preisgegeben werden, wenn sie sich verzocken. Auch selbstbewußte Goldgeier, es ist völlig egal, was als "Geld" definiert wird. Aber es muß bestimmte Eigenschaften erfüllen. Es hat den Wert, oder die Kaufkraft, die der "Markt" ihm zubilligt.

Das bisherige Dollarsystem ist mit QE in den USA untergegangen. Man kennt das Beispiel Japan seit geraumer Zeit. Der Welt- und Gelduntergang träte durchaus nicht ein. Das "Geld" kommt doch nicht zu den Massen, es kommt nicht in die Läden, es schwappt sinn- und nutzlos als Liquidität zwischen irgendwelchen "Finanzprodukten" und "Finanzmärkten" hin und her.

Auf jeden Fall sind die irren Volatilitäten ein Zeichen dafür, dass wir vor einem stärkeren Crash der "Finanzmärkte" zu stehen scheinen.
18.11.11 @ 20:09
Kommentar from: Claudius v.d.Bach-Zelewski [Besucher]
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Man sollte aber dennoch nicht gänzlich ausschließen, daß "unsere" Kanzler(innen)- Stasirine oder die möchte-gern Fratze des Salonbolschewismus (Trittin), stellvertretend für ungezählte andere Speichellecker und Parteibuch-Parvenus, doch noch ihren 21. Januar 1793 erleben werden. [Ergänzung PB: Hinrichtung Louis XVI unter der Guillotine].

Es sei hier der Trotzki-Freund und vielfache Sowjetbotschafter J.K.Rakowskij in seinem Verhör mit dem NKWD Stalins zitiert:

(Rakowskij): "Lassen Sie sich, wenn Sie dazu Gelegenheit haben, nicht entgehen, sich in irgendeiner zukunftigen Revolution die Geste von Erschrecken und Blödheit zu betrachten, die auf dem Gesicht eines Freimaurers erscheint, wenn er kapiert, daß er von den Händen der Revolution sterben soll. Wie er kreischt und sich auf seine Verdienste um die Revolution berufen will. Das wird ein Schauspiel, um auch zu sterben - aber vor Lachen !"

(Verhörbeamter Kuzmin): "Und leugnen sie auch die angeborene Dummheit der Bourgeoisie ?"

(Rakowskij): "Ich bestreite sie der Bourgeoisie als Klasse, nicht bestimmten Teilen von ihr. Das Bestehen von Irrenhäusern beweist noch nicht, daß der Irrsinn Allgemeingut sei. Auch die Freimaurerei kann ein Irrenhaus sein, aber in Freiheit."

(sog. Rakowskij Protokoll S.39-41)


*******
Ergänzung PB: Bitte keine Debatten über die Echtheit dieses Verhörprotokolls. Alle Argumente dazu wurden bereits vor vielen Jahren ausgetauscht - und es herrscht dazu bislang Dissens in der Fachwelt. Damit soll aber nicht gesagt werden, dass das Protokoll ein fake ist.
18.11.11 @ 20:11
Kommentar from: Eigen [Besucher]
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Tja, die Goldmänner sitzen eben immer an beiden Seiten des Verhandlungstisches. Die Staaten haben kein Geld, die Banken haben kein Geld und bei den selbst ernannten Göttern laufen gerade die Kassen über. Das wirkt zur Zeit alles irgendwie surreal auf einen normal denkenden Menschen. Aber vielleicht kann's noch ein Schwarzer Schwan richten.

18.11.11 @ 20:57
Kommentar from: Berkmann [Besucher]
****-
Zur Rolle Deutschlands im Euro gibt einen guten Satz von Bruno Bandulet:
"Wenn man merkt, dass man sein eigenes Grab schaufelt, sollte man damit aufhören."
Ich lese Ihren Blog immer mit Interesse. Es ist bedauerlich, dass hier inzwischen sogar das keynesianische Geschwätz salonfähig wird.

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=> Ergänzung PB: Wir leben nun einmal in der ultra-keynesianischen Welt. Darum müssen wir als Realisten uns damit auseinandersetzen - diese Welt ist sozusagen die reale Basis, ohne die kein Gold-Investor eine GEschäftsgrundlage hätte. Damit wird das "Geschwätz" nicht "salonfähig" - aber irgendwo müssen wir drüber debattieren angesichts der Bedeutung, die diese Drucker-Ideologie seit Jahrzehnten hat. Wenn nicht im feinen Salon - dann eben im Flur, auf der Toilette oder eben im Blog ;-)
18.11.11 @ 21:03
Kommentar from: Zero [Besucher]
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Tja, die fiat-money-Fetischisten aus den Elfenbeintürmen der Bananenrepublik Deutschland können so lange jammern, wie sie wollen. Das fiat-money-Geschäft war schon IMMER dreckig und unfair... aber wenn man sich so blöde anstellt wie die EZB und die Euro-Clowns, dann braucht man sich auch nicht beschweren, dass die pösen Anglos den EUR zerschießen.

Der EUR hat nie funktioniert, er funktioniert aktuell nicht und er wird auch nie funktionieren! Die Volkswirtschaften und damit die Leistungsbilanzen sind einfach zu unterschiedlich, seht es doch einfach ein! Es nervt einfach, welche Dummheit dieser Affenzirkus mittlerweile an den Tag legt. Es kommt nun mal nicht nur auf die Staatsverschuldung an. Oberstes Problem ist das kranke fiat-money-System an sich und zudem muss zwangsläufig auch die Gesamtverschuldung einer Volkswirtschaft betrachtet werden. Wenn man sich die hohe Auslandsverschuldung und die Verschuldung der privaten Haushalte z.B. in Spanien ansieht und dann noch weiß, dass immer noch große Abschreibungen für Immokreditanlagen für spanische Banken anstehen, während die Immo-Preise stetig weiter fallen (woher soll auch die Nachfrage kommen, bei der demographischen Entwicklung, bei 20% Arbeitslosigkeit und 40-50% Jugendarbeitslosigkeit?!), dann merkt man plötzlich, dass die Spanier doch nicht so toll dastehen. Ähnliche Fakten kann man auch für Portugal, Irland, Italien und natürlich auch für Griechenland aus der Schublade kramen und dies nicht erst seit gestern!

Schön blöd, dass die Lehrbücher der Voodoo-Ökonomen und Makroklempner keine Kapitel mit der Überschrift „Systemversagen“, „systemisches Scheitern“, „Finanzkernschmelze“ oder ähnliches enthalten. Deshalb gackern die Hühner in der Eurozone immer panischer und lauter bis sie zum Schluss doch feststellen müssen, dass sie nur Fehler am laufenden Band produziert haben und dass man die Exponentialfunktion eben nicht besiegen kann und der Bondmarkt im Extremfall absolut gnadenlos ist und es ihn einen feuchten Dreck interessiert ob ein Bunga-Bunga-Mafiosi an der Regierung ist oder ein unsäglicher Bilderberger-Affe!

Ja es ist richtig, die EZB kann in der Theorie nicht pleite gehen, was aber absolut NICHTS nützt, wenn sie durch Staatsanleihenaufkäufe und Leitzinssenkung Amok läuft und hierdurch die Währung durch den Fleischwolf dreht. Der Prozess ist nur langsamer und heimtückischer, was aber nicht verhindert, dass am bitteren Ende der Euro-Fahnenstange dennoch jeder pleite geht.

Zudem muss man auch gnadenlos feststellen, dass die EZB nach dem Lehman-Desaster ABSOLUT NICHTS unternommen hat, um sich gegen die perfide Strategie der FED-und-BoE-Spinner zu wehren. Spätestens als Heli-Ben QE1 gestartet hat, hätte man aufwachen müssen und die USD-Devisenreserven der EZB in Gold tauschen müssen, die Leitzinsen konsequent bei ca. 1,5-2% gehalten und die Anglos somit mit Leichtigkeit an die Wand gedrückt und TATSÄCHLICH Zeit gewonnen. Diese Zeit hätte man daraufhin nutzen können, die Eurozone in den Jahren 2009 und 2010 kontrolliert rückabzuwickeln (das EZB-Gold hätte man gemäß den Anteilen der nationalen Zentralbanken an die beteiligten Länder verteilt). Aber nein, man hat lieber auf digitale Druckerpressen, Marktmanipulationen und Krieg in Libyen gesetzt, um das bittere Ende noch ein bisschen in die Zukunft zu verschieben. Chapeau, was für ein dilettantisches Schauspiel!

PS: Falls die „deutschen Finanzkrieger“ diesen „Krieg“ doch noch gewinnen wollen, hier ein paar Tipps, die helfen können:
- PIIGSF-Bonds komplett aussortieren (ggf. bei EZB oder EFSF abladen) und in Gold tauschen; die Zentralbanken der Überschussländer sind ja auch längst wieder auf die Käuferseite gewechselt
- USD-Exposure so weit als möglich zurückfahren und ein paar CDS auf US-Staatsanleihen kaufen
- durch die Hintertür aus dem EUR aussteigen, den EUR (ggf. zusammen mit deutschen Staatsanleihen) und USD abschmieren lassen und die Schuld unschuldigen Dritten in die Schuhe schieben, z.B. den pösen Spekulanten, die keiner kennt
- Währungsreform durchführen, Guthaben bis zu einer bestimmten Höhe 1:1 umrechnen und Haircut bei großen Guthaben wie in Dänemark durchführen, Schulden 1:0,5 umrechnen (Ziel: Vermeidung von sozialen Konflikten, Entschuldung der Realwirtschaft) und durch vorhandenes Gold + Silber ersetzen, Gold- und Silberpreis frei vom Markt bestimmen lassen und kein Gold-Silber-Ratio festlegen
- Staatsquote schnell und entschlossen senken, damit die Konjunktur nicht zu sehr absäuft; der Bund der Steuerzahler hilft sicherlich gerne
- das Desaster vom Markt ausheilen lassen, 1-2 Jahre sollten für die Eurozone zur Gesundung ausreichen; das größere Problem haben ohnehin die USA und UK, die jedoch den „Krieg“ vor sehr langer Zeit begonnen haben und somit auch die Konsequenzen tragen müssen
- wer glaubt, dass Deutschland international nicht wettbewerbsfähig wäre, soll sich bitte die Schweiz bis 1999 mit ihrer EM-Währung ansehen; Deutschland kann international bestehen, selbst wenn andere Länder mit fiat money weitermachen

PPS: Laut Infos aus der Branche gibt es doch noch Hoffnung, da sich hinter den Kulissen zunehmend der Widerstand gegen das Goldkartell erhebt. Zum Beispiel ist mittlerweile bekannt geworden, dass der neuerliche UBS-Verlust in London 1. etwas größer war als offiziell angegeben (ca. 5 Mrd. USD statt 2 Mrd. USD) und die UBS 2. den Verlust zum Großteil in physischem Gold bezahlen musste. Weiterhin sieht man, dass die großen Player zunehmend angeschlagen wirken, siehe z.B. die Verluste/Bilanzkosmetik bei Goldman Sachs, JPM, BoA-Merrill Lynch, Morgan Stanley. Weiterhin hat man es auf folgende Institute "abgesehen", die mittlerweile teils schon "getroffen" wurden: Dexia, SocGen, Credit Agricole, BNP Paribas, Unicredit, Intesa Sanpaolo, Commerzbank, Deutsche Bank. Da die Quelle sehr vertrauenswürdig ist und obige Ereignisse mittlerweile auch z.T. schon eingetreten sind, kann man davon ausgehen, dass die Hütte hinter den Kulissen ordentlich brennt. Man solle sich zudem auf Kursschwankungen (vor allem nach unten) beim Gold + Silber einstellen, die aber nur vorübergehend auftreten werden und sich hier nur physisch engagieren und darauf achten, dass die Kohle nicht bei gefährdeten Banken im Feuer steht.
18.11.11 @ 22:49
Kommentar from: Achim [Besucher]
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Sehr geehrter Herr Boehringer,
die Pleite des Systems ist sicher wie das Amen in der Kirche.
Frage ist nur wie weit gehen die Auswirkungen.
Wenn man bedenkt das der grösste Fonds ca 750Mrd real erworbenes Geld verwaltet (Saudis Ölgeld) und dieses in wenigen Minuten durch Beschluß EU getoppt wird (Rettungsfond) sind eigentlich die Dummen alle, die einen realen Wert verkaufen.(Länder mit Rohstoffen)
Wie lange man sich das gefallen läßt,ich denke nicht mehr lange.
MfG Achim
18.11.11 @ 23:10
Kommentar from: Jürgen Kremser [Besucher] · http://gruenguertel.kremser.info
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Ich sehe langfristig das unvermeidliche Problem beim Drucken ungedeckten Geldes, daß mit der Entwertung des Geldes die mitmenschliche Arbeitsteilung eingeschränkt bzw. in Frage gestellt wird.

Wenn wir uns aber alle mehr oder weniger in Richtung Selbstversorgung und Tauschhandel entwickeln, werden wir radikal ärmer und haben Schwierigkeiten Rohstoffe zu kaufen wie Rohöl usw., was dann suboptimal durch Barter-Geschäfte erfolgen müßte.
19.11.11 @ 05:41
Kommentar from: Otto Normalverbraucher [Besucher]
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Ich teile Ihre Meinung nicht, dass das Gelddrucken der EZB zu einer gleichmäßigen Verteilgung der Lasten führt. Die EZB wird ja nicht die Schulden eines europäischen Bundesstaates monetisieren, sondern selektiv die Schulden einzelner "Gliedstaaten". Was, wenn sich die Inflationsraten der Euroländer noch weiter auseinander entwickeln? Wenn die Inflation in Südeuropa 2 % höher ist als im Norden, wir das diese Länder vollends ruinieren.

Aber wird es überhaupt zum unbegrenzten Gelddrucken kommen? Ich pflege die Dinge keinesfalls rosig zu sehen, aber im Gegensatz zu Ihren allzu pessimistischen Erwartungen sehe ich doch den einen oder anderen Silberstreif am Horizont:

1. Paradigmenwechsel
Nach anderthalb Jahren des Umfallens und Zurückrollens hat die deutsche "Führung" endlich gemerkt, dass sie alle Trümpfe (= Geld) in der Hand hält. Die Bankrotteure, die vor 4 Monaten noch lautstark gegen den deutschen Egoismus pöbelten, reisen heute von ihren Bettelbesuchen sang- und klanglos wieder ab.

Zweitens scheint die deutsche "Führung" endlich gemerkt zu haben, dass Frankreich diametral entgegengesetzte Interessen hat. Die Achse Berlin-Paris ist still gelegt.

Drittens sorgt der neue Parlamentsvorbehalt (Dank an Hankel, Schachtschneider et. al.) dafür, dass Merkel sich VORHER um Unterstützung bemühen muss und Deutschland nicht mehr im Hinterzimmer verkaufen kann. Was formal kein großes Hindernis zu sein scheint, bedeutet in Wirklichkeit eine Mauer, die Mutti vom Umfallen abhält.

2. Die Offensichtlichkeit des Scheiterns
Der EFSF entwickelt sich zum Gigantoflop. Die Ratings der Bürgen bröckeln, seine Bonds will keiner haben, die Zinsen explodieren, der Hebel ist ein Witz und das Geld reicht nicht einmal für Spanien.
Eigenartigerweise scheint es niemanden zu interessieren, dass das Schweizer Taschenmesser, die 42 auf alle Fragen nach dem Euro, beim Aufklappen auseinander fliegt wie ein billiges chinesisches Plagiat. Die Bankrotteure wissen längst, dass der EFSF sie nicht retten wird, und hoffen auf die Schuldenmonetisierung.
Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, dass der ESM wegen offensichtlicher Sinn- und Wirkungslosigkeit entweder gar nicht mehr kommt oder inoffiziell zu Grabe getragen wird.

Mausetot sind auch die Eurobonds. Die Behauptungen der Hickels und anderer Linksökonomen, dass Eurobonds für Deutschland keine höheren oder sogar sinkende Zinsen bedeuteten, sind durch die Entwicklungen bei EFSF und den sich abzeichnenden Totalbankrott der Eurozone längst ad absurdum geführt.

3. Das 4. Reich und warum es nicht kommt
Das neue Selbstbewusstsein Deutschlands ist unverkennbar. Es äußerst sich an der - bislang - konsequenten Ablehnung grenzenloser Staatsschuldenmonetisierung. Und dem Bestreben, jetzt die Regeln in Europa machen zu wollen und ohne Rücksicht auf Verluste eine Fiskaluion durchzusetzen. Über die bzw. deren Scheitern brauchen wir uns allerdings gar keine Gedanken zu machen. Die Fiskalunion ist naive Traumtänzerei deutscher Amateurpolitiker. Die anderen Länder wollen das nicht und unter deutscher Führung erst recht nicht. Unsere Politiker werden das allerdings erst merken, wenn der Euro sowieso nicht mehr zu retten ist. Sie werden den Euro niemals freiwillig aufgeben - aber Deutschland könnte von den anderen darum gebeten werden, wenn es konsequent die "Bazooka" verweigert.

Wird die Bazooka nun eingesetzt? Daran wird sich das Schicksal des Euro entscheiden. Ich wage keine Prognose, aber man muss Angela Merkel zu Gute halten, dass ihr Zaudern und Verschleppen dazu geführt hat, dass bis jetzt jeder "Rettungsplan" von der Realität eingeholt wurde. Vielleicht wird auch die Bazooka von der Realität eingeholt - wenn zum Beispiel die Währungen der Gelddrucker (USA, GB) zusammen brechen, bevor die EZB richtig angefangen hat. Es könnte sein, dass Angela Merkel Europa aus reiner Dummheit rettet, ohne es zu merken.

**********
=> AW PB: Viel Meinung - und die sei Ihnen belassen. Aber einige Anmerkungen doch:

a) "Das neue Selbstbewusstsein Deutschlands ist unverkennbar. Es äußert sich an der konsequenten Ablehnung grenzenloser Staatsschuldenmonetisierung."
=> Das ist jetzt nicht Ihr Ernst, oder?! Sie haben vergessen, "Ironie" über den Satz zu schreiben. Analog könnte man auch argumentieren: "Das neue Selbstbewusstsein des Überfallopfers ist unverkennbar. Es äußert sich an der konsequenten Ablehnung der Zustimmung zum eigenen Selbstmord." ...

=> Und ansonsten warten wir mal ab, ob Deutschland wirklich die Bazooka verweigert. Ich fürchte, wir bekommen Pest UND Cholera - und hoffe wirklich, mich hierin zu irren. Merkel jedenfalls wird nicht im Weg stehen - da teile ich Ihre o.g. optimistische Einschätzung leider überhaupt nicht. Merkels track record ist ein ganz anderer. Immer hat sie uns das Schlimmste aus allen Welten gebracht - auch wenn RotGrün an der Macht sicher NOCH Schlimmeres finden werden.

b) Mit Punkt 2. haben Sie recht. Die käuflichen und peinlich-schwadronierenden Ökonomen à la Hickel sind natürlich längst widerlegt. Aber wer EZB-Monetisierungen erwägt, kann auch Eurobonds andenken. Es ist das gleiche Haftungsprinzip. Wir werden sehen.

c) "Ich teile Ihre Meinung nicht, dass das Gelddrucken der EZB zu einer gleichmäßigen Verteilung der Lasten führt. Die EZB wird ja nicht die Schulden eines europäischen Bundesstaates monetisieren, sondern selektiv die Schulden einzelner 'Gliedstaaten'."

=> Hier muss ich Ihnen recht geben. Im Blog steht ja sogar in diesem Sinne: "In Wirklichkeit dagegen ist Super-Drucker-Mario engstens in das System der Weltregierung eingebunden, die ihm genau vorgibt, wie viel und vor allem welche toxischen Anleihen er zu wessen Gunsten monetisieren darf. Versuchen Sie also nicht, Ihr toxisches Privatdepot der EZB zu nominal zu verkaufen – won´t work.". Also Ja, es WIRD zu sehr selektivem Aufkauf von wertlosen Anleihen zu nominal durch die EZB kommen. Beschenkt werden nur die Buddies und die "systemrelevanten" Groß-Banken. Die sind eben gleicher.

=> Der von mir o.g. "Charme" der EZB-Lösung war wirklich nur höchst relativ gemeint: Die EFSF-"Lösungen" belasten nach Ausfall aller Co-Garanten Deutschland direkt mit fast 100% der Garantiesummen. Eine Monetisierung dagegen kann zwei verschiedene Folgen haben:
a) Überschwappen des aus dem Nichts geschaffenen Monetisierungsbetrags in die Realwirtschaft - irgendwohin müssen es die "Bedachten" ja stecken - also wird es über den Umweg Rohstoffpreise zu höherer Inflation führen, die alle EU-Bürger gleichermaßen ertragen müssen.
b) Falls die EZB dagegen den wertlosen Schrott auf ihrem BadBank-Buch eines Tages AUSBUCHT, ist nicht zwingend Inflation die Folge, sondern es entsteht erst mal ein sehr hoher Abschreibungsbedarf, den D zur Vermeidung einer sofortigen Insolvenz der EZB [diese hat 15 Mrd EUR EK!] "theoretisch" zu 27% mittragen muss über den eigenen nationalen Haushalt. [Anmerkung: bei Vollausfall der toxischen Sicherheiten und 1000 Mrd EUR p.a. reden wir von 270 Mrd EUR p.a. - also fast einem weiteren ungedeckten Bundeshaushalt pro Jahr!!]. Sie könnten aber recht damit bekommen, dass in einem solchen Fall, in dem die EZB insolvent wäre, auch alle anderen Staaten sie nicht mehr rekapitalisieren könnten. DANN bliebe uU Deutschland auch bei der EZB-Lösung auf fast 100% der aufgelaufenen toxischen Abschreibungen sitzen. In 3 Jahren könnten das problemlos 2 Billionen EUR und mehr sein!!
19.11.11 @ 11:07
Kommentar from: Reinhard [Besucher]
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"Da wir aber den letzten Umkehrpunkt inzwischen wohl auch für den Sonderfall Deutschland verpasst haben, strecke nun auch ich die Waffen"

Dieser Tenor ist neu bei Ihnen, der Sie bisher immer wacker wie ein Don Quichotte auf Windmühlen, sprich: die Ignoranz anderer losgegangen sind - daß diese viel gewaltiger in ihrer Passivität als jegliches Aufbegehren eines vereinzelten Ritters ist, scheint sich Ihnen gerade zu offenbaren ;-)
Viele Ihrer Leser in deren Kommentaren sind da noch voller Wehrhaftigkeit und werfen die eine oder andere Option in die Bresche.
Letztendlich, so scheint mir, kann jeder nur für sich allein kämpfen, zumal wenn das Umfeld mit gezinkten Karten spielt: Manipulation sowohl in der Meinungsbildung als auch beim Goldkartell etc.. Gegen "Foulspieler" anzutreten, ist ja irgendwie selbstgefährdend.
Das einzige, was man noch machen kann und was mir auch Hoffnung gibt, ist möglichst viele darauf aufmerksam zu machen, daß hier eigentlich unfair gespielt wird: dazu tragen Sie mit bei, und Sie haben schon manchen "Schläfer" (hier nicht im terroristischen Sinne) erreicht und geweckt. Ich glaube, daß so ganz langsam allmählich die Aufwachphase im allgemeinen einsetzt, wenngleich die noch Schlaftrunkenen gar nicht wissen, in welchen Alptraum sie gerade hineintaumeln - Orientierung können die Sehenden geben. Darum ist das Internet so wichtig. Die Proteste allenthalben halte ich für Vorboten dafür - allerdings besteht die Gefahr, daß die Menge dubiosen Heilspredigern nachläuft: ab zur nächsten Klippe.
Deshalb sollten Sie und andere "traurige Ritter" dennoch im Sattel bleiben!

**********
=> Ergänzung PB: Die wirksamste Methode ist und bleibt der passive Widerstand: Verweigerung dem Papiergeldsystem. 10% genügen um den Zyklus schnell zu beenden. 2% haben bereits reagiert. Nach höchstens 0,1% noch vor 5 Jahren und viell. 0,2% vor 3 Jahren. Es ist ein exponentieller Prozess. Er läuft ohnehin; und die EZB-Monetisierung wird noch mehr Leute aufwecken. Das Internet gibt dazu noch die erforderlichen Infos. Abheben und in Sachwerte umschichten müssen die Leute schon selbst.
19.11.11 @ 11:58
Kommentar from: Freie Meinungsäußerung [Besucher]
Die Anzahl an Menschen, die die Wahrheit erkennen, nimmt täglich zu, wie ich selbst meinem Freundeskreis entnehmen kann.

Ich hoffe nicht, dass Ihr Blog künftig zensiert wird.
Die Macht des Internet auf Informationsbeschaffung und Meinungsäußerung ist der Elite m.E. nach ein Dorn im Auge!

Im nachfolgenden Link kann man entnehmen, dass uns allen hier eine gravierende Einschränkung droht:
http://www.avaaz.org/de/save_the_internet/?cl=1393297368&v=11164
19.11.11 @ 13:05
Kommentar from: Endspiel [Besucher]
Liebe Leute, ihr diskutiert welches demokratische, rechtsstaatliche Mittel von den eigentlichen Verursachern angewandt werden könnte und wie man mit ebensolchen Mitteln die sich abzeichnende Kathastrophe abwenden könnte. Bitte aufwachen. Niemand der Politiker in Deutschland und anderswo würde wirtschaftlichen,sozialen, körperlich persönlichen oder kollektiven Tod riskieren. Oder glaubt ihr etwa nur in Afghanistan, Libyen, Irak,(Iran) und nicht gegen Deutschland, Niederlande, Östereich oder andere würden diese Mittel eingesetzt werden. Diese Leute haben Übung in dieser Sache.
19.11.11 @ 14:08
Kommentar from: Zero [Besucher]
Meiner Meinung nach, gibt es mehrere Gründe, den Kopf nicht gleich in den Sand zu stecken:

1. Die Systemlinge sind zahlenmäßig unterlegen und haben gegen Mio. von Gold- und Silberbugs weltweit und Investoren, die ab 2009 umgedacht haben (Stichwort Austrian Economics) einfach keine Chance. Manche Hedgefonds könnten den Gold- und Silberbugs noch gute Dienste erweisen, da sie schlichtweg schneller reagieren können und beweglicher sind als riesige Großbanken, die träge und lasch agieren und zudem einen riesigen Kostenblock aus der Vergangenheit vor sich herschieben (Stichwort Pensionsverpflichtungen, langfristige Finanzierungen für unrentable Projekte u.a.), der die Bank bei der aktuellen wirtschaftlichen Lage ab einem gewissen Punkt erdrückt.
2. Die Systemlinge haben selbst Angst und Panik, dass sie von den Otto-Normal-Bürgern gelyncht werden.
3. Insbesondere in Deutschland hat man vergessen die Polizei ordentlich auszustatten und zu bezahlen, was mit großer Wahrscheinlichkeit dazu führt, dass sich selbige im Ernstfall gegen die Banker + Politiker richtet.
4. Deutschland ist nicht overbanked und der Großteil der Arbeitsplätze wird vom Mittelstand gestellt, der vom fiat money eben nicht profitiert (er müsste nur mal aufwachen und sich endlich erheben, dann kann die winzige Elite aus Politk und Großbanken einpacken).
5. Innerhalb der Banken gibt es mittlerweile auch Angestellte, die das System für unrettbar erachten und mit persönlichen Gold- und Silberkäufen sozusagen von innen heraus dem System den Rest geben
6. Anders als nach dem ersten und zweiten Weltkrieg liegt Deutschland nicht in Trümmern und es ist zudem dank der Münzhändler genug Gold + Silber im Inland vorhanden, um ein Echtgeldsystem einzurichten.
7. USA + UK sind die größten Schuldner dieser Welt und stehen mit dem Rücken zur Wand. Andere Länder (bspw. Norwegen, Russland, Venezuela u.a.) haben den Plan der Globalsten längst durchschaut und werden bei einer Weltwährung (egal ob Bancor, SZR oder andere dämliche „Korb-Lösungen“) nicht mitspielen.
8. Selbst wenn eine Weltwährung kommt, wird sie nicht funktionieren... was in Europa mit dem EUR schon nicht funktioniert hat, wird international aufgrund verschiedener Volkswirtschaften und Interessenkonflikten schon gar nicht funktionieren.


Dennoch muss natürlich angemerkt werden, dass die Bürger von sich aus handeln müssen und Freunde, Verwandte, Bekannte und Arbeitskollegen warnen, da man von der verräterischen Obrigkeit ganz sicher keine Hilfe erwarten darf.
19.11.11 @ 15:25
Kommentar from: Akihito [Besucher]
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Dieser Beitrag fasst wieder einmal zusammen und ergänzt durch zusätzliche Gesichtspunkte, was unsereinem bei der Beobachtung des täglichen EU-Wahnsinns so durch den Kopf geht, aber nicht in dieser Klarheit und Konzentration ausformuliert werden kann. Nützlich auch als argumentative Stütze bei Diskussionen im Bekanntenkreis. Dafür ein Dankeschön!

Mindestens genau so interessant - um nicht zu sagen manchmal sogar herzerfrischend - sind die zahlreichen Kommentare, die die Ausführungen (meistens) kompetent ergänzen und dem Ganzen noch eine zusätzliche Würze geben.
Mein Lieblingsblog auf den Goldseiten.
19.11.11 @ 16:40
Kommentar from: Michael [Besucher]
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Was wir sehen, ist, dass der Teuro so nicht funktionieren KONNTE. Das ist nicht neu. Wenn er "funktionieren" soll, dann müssten die Deutschen sich einen südländischen Denk,-, Arbeits- und Lebensstil angewöhnen. Es ist nicht der dümmste Einfall. Das bedeutet nicht weniger, als dass sie lernen müssten, mit einer Weichwährung Teuro, Typ Lira, zu leben. Mit den Nachteilen einer Weichwährung wohlbemerkt.

Die "Roten" wollen eine Art des Sozialismus in €uropa, wobei ich unter "Roten" auch die Mehrheit der "Ökonomen", "Keynesianer", verstünde. Die zeigen Keynes nur von einer Seite, das ist der Fehler. Natürlich ist Planwirtschaft und Sozialismus erwiesenermaßen kompletter Unfug.

Es gibt keinen Grund in Panik auszubrechen, im Vergeich zu den USA steht "€uropa" wirtschaftlich GLÄNZEND da. Die US - Wirtschaftszahlen sind für Menschen der westlichen Wertegemeinschaft schlicht erschütternd. Der Dollar in seiner ursprünglichen Form ist untergegangen, wir sollten uns die Rateagenturen NICHT gefallen lassen. Sogar die armen Portugiesen stehen VIEL besser da, als die USA. Ob man sich die "Griechen" und "Italiener" so gefallen lassen muß, steht auf einem anderen Blatt. Ich stimmte Frau Kanzlerine ZU.

Ich kann der deutschen Politik ziemlich viel abgewinnen, es ist richtig, NICHT bedingungslos zu "retten". Wir helfen gern und bieten Hilfe zur Selbsthilfe, das geht in Ordnung. Mehr geht nicht.

Ungeachtet dessen zeigen sich (ziemlich spät) generelle Mängel am "Geldsystem", nicht nur Teuro. Das ist mit "SZR" keineswegs getan. Der Dollar, die "Weltreservewährung" ist mit den QE und dem (leider) Versagen Obamas, Toast, auch wenn der Dollar bei einem evtl. Crash im nächsten Jahr stark "aufwerten" sollte. Man kann zur richtigen Zeit darauf zocken. Mehr ist es (leider) nicht mehr wert. Die republikanischen Kandidaten machen den Eindruck von Filous. Sie werden gezündet und plopp, das war es. Was ist da los ?

Es wäre ein ziemlich dummer Einfall an "Sachwerte" oder die "Chinesen" zu glauben. In der Tat ist es so, dass Gold "Geld" IST, das, von dem behauptet wird, es wäre "Geld", ist bestenfalls eine Federal Reserve Note, beim Euro nicht einmal eine Banknote. Änderungen scheinen mir nicht nur wünschenswert.
19.11.11 @ 19:00
Kommentar from: Johannes [Besucher]
Lieber Herr Boehringer,

sehe die Dinge wie sie: Pest und Cholera werden gemeinsam aufziehen. Deshalb: anschnallen und so gut es geht auf die Zeit danach vorbereiten und ausrichten. In der Zwischenzeit weiter aufklären und dran bleiben. Das tun sie gewiß - danke für Ihre unermüdliche Arbeit!!!

Johannes
19.11.11 @ 19:15
Kommentar from: 50667 [Besucher]
Auszug aus meinen Postings im wallstreet-online-Thread "RAUS AUS DEM EURO - es ist vorbei - EZB als Bad Bank ist keine Option":

Frau Merkel, Herr Schäuble,

fast ganz Europa ist in Panik, berechtigterweise, das heißt zwar, dass Deutschland alles in seiner Macht stehende tun muss, um zu helfen, aber es heißt nicht, dass Deutschland mit Europa untergehen muss!!

Ihre Wähler haben Sie als deutsche Volksvertreter gewählt, nicht als griechische, italienische oder französische! Fragen Sie doch mal die Menschen, die Sie gewählt haben!!


Eine europäische Staatspleite in den kommenden fünf Jahren, die Deutschland inkludiert, wird Ihnen als Hauptverursacher in der historischen Zukunft niemand verzeihen. Sie werden als unrühmliche Figuren in die Geschichte eingehen, wenn Sie jetzt einknicken!


Es schadet es nichts, Ihnen beiden immer wieder ins Gewissen zu reden und an ihre christliche Verantwortung zu erinnern.

Immerhin hat sich nicht der Sozialismus, sondern die soziale Marktwirtschaft bewährt. Nur Leistungsbereitschaft und Leistungsgerechtigkeit, verbunden mit echter Unterstützung von Schwachen, kann nachhaltigen Wohlstand schaffen, nicht Verteilungsgerechtigkeit und gemeinsame Schuldenhaftung! Letzteres zerstört nachweislich Wohlstand, wie historisch sozialistische Verteilungsmodelle bewiesen haben!


Ein Anleihenkauf von Schrott-Bonds durch die EZB in großem Stil macht sie zur Mega-Bad-Bank und das wäre das gleiche hilflose Procedere wie bei der FED. Das Leiden wird nur noch verlängert und verschlimmert, DEFINITIV und ALTERNATIVLOS!!!

Es bleibt nur noch eine einzige Lösung, an die keiner denken und über die keiner reden darf:

RAUS AUS DEM EURO!!!

Deutschland hat keine andere Überlebens-Chance mehr, soll nicht der erarbeitete Wohlstand der Nachkriegsgenerationen, Trümmerfrauen, Mittelständler des Wiederaufbaus und vielen Anderen verteilt werden, bis nichts mehr da ist, und soll die künftige Arbeitsleistung der jetzt 10- bis 30-Jährigen nicht (bis auf geringe Reste) einer kollektiven "Haftung" zum Opfer fallen.

Schluss mit dem Gerede, der €uro würde unserer Wirtschaft nachhaltig nutzen, Schluss mit dem Gerede, eine nationale Währung wie die DM würde uns wirtschaftlich strangulieren.

Ja, es wird mit einer starken Eigen-Währung Übergangsprobleme geben, aber sie wäre langfristig nachhaltig und würde auch mehr von unserem erarbeiteten Wohlstand retten können.

Merkel und Schäuble, wendet Schaden vom deutschen Volke ab!!!

Garantiert lieber die Leistungen der Versicherungen und Einlagen bei den Banken, als die Finanzinstitute in ihrem Renditekampf, den sie zu einem Überlebenskampf der gesamten €urozone hochstilisieren, so fettzufüttern, dass für die Bürger Deutschlands am Ende dann nichts mehr von ihrem Kapitalvermögen übrig bleibt und dass danach sogar ihre Sachwerte wegbesteuert werden müssen!
19.11.11 @ 20:15
Kommentar from: LadyDiana [Besucher]
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Sehr geehrter Herr Boehringer,

ich gratuliere zu diesem Beitrag. Er ist einer der besten von Ihnen.

Die Geschichte der letzten 100 Jahre, also vielleicht beginnend in Europa 1870/71 zum Zeitpunkt des Deutsch/ Französischen Krieges, der Kolonialzeit bis hin zu den Prozessen des 1. und 2. Weltkrieges dürfen in der Betrachtung des "Euros", natürlich auch der EU nicht unbeachtet bleiben (was Sie ja auch nicht tun).

Wer heute nur auf die EU und den Euro schaut, kann die Prozesse Europas nicht in der Gänze begreifen. Es sind die Engländer, die beispielsweise sprachlich beide Weltkriege als "zweiten 30 jähriger Krieg" zusammenfassen und auch so bezeichnen. Aus englischer Sicht auch verständlich, bzw. nachvollziehbar.

Es ging nämlich darum, ein aufstrebendes Deutschland zu verhindern.Es gibt unzählige dokumentierte Äußerungen von Winston Churchill die das nachweisbar belegen, beispielsweise:

Winston Churchill sagte schon 1936: " Wir werden Hitler den Krieg aufzwingen, ob er will oder nicht ". Im November 1936 soll er zum General E. Wood gesagt haben" Deutschland ist zu stark, wir müssen es zerschlagen"

oder

Churchill zum Ex- Reichskanzler Brüning 1938: " was wir wollen ist die restlose Vernichtung der deutschen Wirtschaft"

Einfach mal nachlesen/ recherchieren.

Selbst Nigel Farage, ein Mann den ich wegen seines Demokratieverständnis sehr schätze sagte am 16.11.2011 im EU Parlament u.a.:

"Und in dieses Vakuum trat Angela Merkel ein, wenn auch nur wider­stre­bend. Und wir erleben heute ein deutsch-​dominiertes Europa. Etwas, wel­ches das euro­päi­sche Pro­jekt eigent­lich hätte ver­hin­dern sollen. Die Völker zahlten einen hohen Blut­zoll, um genau das zu ver­hin­dern. Ich möchte weder in einem deutsch-​dominierten Europa leben, noch wollen das die Bürger Europas.

http://www.meinpolitikblog.de/video-nigel-farage-wer-gibt-ihnen-das-recht-mit-italien-so-umzugehen

Also kein "deutsch" dominiertes Europa. Ich kann das nachvollziehen, alleine deshalb, weil ich finde, die Völker sollen in gleicher "Augenhöhe" eine Integration einfordern dürfen, nein müssen. Völlig egal welche Nation. Wir Deutschen denken auch, dass wir jetzt gleichwertig integriert sind. Das ist meines Erachtens ein Fehler. Die deutsche Rolle ist eine separate. Sie ist anders,weil andere Nationen uns anders sehen. Auch heute noch will keiner unserer Nachbarn ein wirtschaftlich starkes Deutschland. Das ist eigentlich ein Irrsinn, weil genau dieses starke Deutschland die heutige EU finanziell viel mehr unterstützt hat, als andere Staaten. Wir haben den höchsten Preis bezahlt. WIR.

Solange in Europa diese Meinung herrscht, gibt es kein gemeinsames Europa. Ein Europa, das nicht bereit ist, Prozesse seit 100 Jahren von - allen - Seiten kritisch zu betrachten wird nicht lernen und sich blockieren. Genau in dieser Krise kann man das bestens beobachten, das diese Blockaden da sind, nein, viel schlimmer noch, sich verstärken.

Und genau zu diesem Zeitpunkt wird auf kurz und lang alles zusammenbrechen. Die Wirtschaft, die Währung. Wir Deutschen sollten aufpassen nicht noch einmal in den Fokus der Weltöffentlichkeit zu treten. Denn es spielt keine Rolle, ob es aus deutscher Sicht gerecht wäre oder nachvollziehbar. Die deutsche Sicht hat in Europa keinen interessiert und interessiert auch heute keinen. Deutschland ist nach wie vor ein kleiner "Fremdkörper" in Europa. Denn die Deutschen haben die stärkste Volkswirtschaft, die meiste Kohle und andere Länder laufen nur hinterher. Es macht keinen Spaß immer nur zweiter, dritter oder letzter zu sein.

Leser die schreiben "Raus aus dem Euro" haben aus ökonomischer Sicht natürlich Recht. Aber denkt immer daran: Der Euro ist und war eine politische Währung, keine ökonomische.

Die anderen Völker werden es nicht zulassen, ich betone nie, dass ihr Land zusammenbricht und ausgerechnet Deutschland, was es durch die EU zu begrenzen galt, am Ende als Sieger dastehen zu lassen, alleine dadurch, dass wir es vermutlich am schnellsten packen, wieder auf zu stehen.

Eine deutsche wirtschaftliche Vormachtstellung war schon mehrfach in der Geschichte Europas Kriegsgrund. Wollen wir alle inständig hoffen, das die Weltgemeinschaft und auch die Europäer aus der Vergangenheit lernen. Merkel und Konsorten sollten sehr vorsichtig sein mit ihrem Auftreten und ihren Forderungen.

Eine Hinhaltetaktik der Deutschen in dieser Krise kann eine politisch sinnvolle Taktik sein. Wenn der Markt schneller ist, und das wird er, kann Deutschland womöglich in einem neuen Europa gleichberechtigt sein, ohne "Schuld". Ich habe darüber lange nachgedacht. Ich halte diese Taktik für die beste. Zumindest unter Berücksichtigung der europäischen Geschichte. Dass die Deutschen zahlen, ist beginnend von 1919 immer noch so. Es geht also nicht um das "Zahlschwein" Deutschlands, sondern um die Zukunft Deutschlands, diesen Kreis nach fast 100 Jahren zu durchbrechen. Krisen bieten also auch Chancen. Man darf nur nicht die Nerven verlieren, unbedacht handeln.

Vielen Dank für diesen hervorragenden Beitrag, Herr Boehringer !!!!

Lady
19.11.11 @ 21:03
Kommentar from: Achim [Besucher]
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Bei allen wirtschaftlichen Aspekten geht mir aber die Sicht auf die entscheidensten Punkte verloren.
Das sind Demokratie, Freiheit, Rechtsstaat.
Da wird in Griechenland und Italien eine Regierung in Amt und Würden gebracht,die kein Mensch gewählt hat.
Da wird von gewählten Regierungen gegen das Volk regiert.
Da wird von allen Beteiligten nach Gutdünken gegen Recht und Gesetz Verstoßen.
Da wird mit aller Inbrunst ums Goldene Kalb getanzt.
Ist das die Politik die wir wollen?
Sind das die Politiker auf die wir vertrauen?
Demokratie sollte mit uns zu tun haben.
Deshalb fordere ich die Moderniesierung unserer Demokratie hin zu mehr Volksbefragung und Volksabstimmung.
In Zeiten des Internets kann das Handling keine Ausrede sein.
Der Sachverstand der normalen Bevölkerung entspricht mindestens dem eines Abgeordneten.
MfG Achim
19.11.11 @ 23:16
Kommentar from: 50667 [Besucher]
*****
Schäuble spricht auf dem EBC eindeutige Worte:

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=2IRnDOtu1z8

konstatiere:

wir sind seit 1945 nie wieder souverän gewesen.

ergo: was uns Deutschen so in den Köpfen vorschwebt, Deutschland sei ein eigenständiger Nationalstaat, ist eine Einbildung, keine Realität, und die "Wiedervereinigung Deutschlands" war nur eine Wiedervereinigung verschiedener Besatzungszonen.

Nationalstaatlichkeit ist offensichtlich auch ein (barbarisches?) Relikt vergangener Jahrhunderte (sic!, nach Schäuble!) und es wird in spätestens 24 Monaten ein Europa mit einer einheitlichen Fiskalunion geben (sic! Steuer-Union!).

Food for thoughts, wie Hellmeyer so gerne sagt.

Na dann gute Nacht, Deutschland. Lieb Vaterland, magst ruhig sein.

**********
=> Ergänzung PB: Ja, ein wichtiger Hinweis auf ein Zeitdokument des totalitären Grauens. Schäuble liefert einen offensiv vorgetragenen Abgesang auf Individualrechte, Menschenrechte, vom Volk gewählte nationale Regierungen und auf die Demokratie. Und dabei ist das oben nur der 2-minütige Kurztrailer der Hetzrede von Schäuble gegen die Werte der Aufklärung!
=> Versäumen Sie daher nicht, sich auch das GANZE -etwa 45-minütige- Video anzuschauen. Vermutlich geht es noch heute online auf www.infokriegernews.de . Es ist NOCH viel schlimmer als der Trailer! Nehmen Sie vorher Baldrian.
20.11.11 @ 07:25
Kommentar from: 50667 [Besucher]
*****
@LadyDiana:

jetzt wird klar, was unterschwellig seit langem vermutet wurde:

Der Preis für die Wiedervereinigung Deutschlands, besser gesagt für die Wiedervereinigung besetzter Zonen auf deutschem Boden, war die Abschaffung der starken DM und die Einführung des weichen €uros. (Wer immer den €uro in den letzen Jahren stark geredet hat, log!)

Die Deutschen (die Einwohner der Besatzungszonen, nicht die Bürger eines eigenständigen Staates, wie man diesen Bewohnern immer vorgaukelte) durften bereits einen hohen Preis dafür zahlen: real sinkende Löhne seit der Einführung der Gemeinschaftswährung, während Einkommen und Wohlstand in anderen €uroländern wuchsen. Wo kam denn eigentlich der immer wieder betont gepriesene wirtschaftliche Vorteil der gemeinschaftlichen Währung für Deutschland an? Bei den Bürgern ja wohl nicht!

Zum "richtigen" Bezahlen für die Einführung des €uro und für die Aufgabe einer eigenen Währung, auf die wir, wie sich spätestens jetzt herausstellt, als Deutsche ohne nationalstaatliche Legitimation und Souveranität seit 1945 ohnehin nie ein Anrecht hatten, zum richtigen Bezahlen also werden wir nun über die Fiskalunion gezwungen.

Aber der deutsche (immer noch besetzte) Michel wird sich das in seiner stoischen Genügsamkeit gefallen lassen, denn wir haben ja immer noch SCHULD abzutragen.
20.11.11 @ 09:43
Kommentar from: fritze [Besucher]
"Natürlich sitzen die Entscheider hinter dem Direktorium der EZB nicht in Berlin, Paris oder Rom, sondern just in jener „Machtachse NY-London“, die Folker Hellmeyer ausgerechnet via EU und EZB bekämpfen will!"

Da wundere ich mich auch ständig....Hellmeyer scheint tatsächlich überzeugt, daß USA und EU zwei voneinander unabhängige und souveräne Mächte wären, und fordert kopfschüttelnd eine klare Antwort der Zone auf die Provokationen.

Ich glaube hingegen, daß unsere Politiker Befehlsempfänger der "Achse" sind!
20.11.11 @ 10:42
Kommentar from: LadyDiana [Besucher]
*****
---> 50667 [Besucher]

Ihre Einschätzung bezüglich der Einschränkung der Souveränität Deutschlands ist richtig dargestellt. Es gibt genug Dokumente, auch in Deutschland (u.a. Veröffentlichung in den Bundesgesetzblätter), die das belegen. Ich will das hier aber nicht weiter thematisieren.

Der Schäuble kann sagen was er will. Die Aufgabe der fiskalischen Souveränität, d.h. deren Übergabe an die EU, ist mit unserem GG nicht machbar. Das ist gängige Rechtsprechung des Bundesverfassunggerichtes , auch Inhalt der vom 7. Sept. 2011 ergangenen Entscheidung (Az.: 2 BvR 987/10, 2 BvR 1485/10, 2 BvR 1099/10 ). Das weiß auch ein Herr Schäuble, war er doch Beklagter als Vertreter der Bundesregierung.

Da Art. 79 GG eine Sperrwirkung (Änderungswirkung) auf gewisse Artikel beschreibt, u.a. der tangierte Art. 20 Abs. 1 GG, ist eine Aufgabe der nationalen fiskalischen Souveränität im Sinne der Steuerhoheit noch nicht einmal mit einer Änderung des GG möglich. Das GG darf hier nämlich nicht geändert werden. Nach Maßgabe des Art. 146 GG müsste eine(neue) Verfassung her, die wiederum einen Volksentscheid voraussetzt. Einfach mal die Entscheidungen des BVerG lesen.... *)

Jetzt gibt es zwei Probleme.

1. Ein Volksentscheid würde vermutlich EU-abweisend erfolgen, bzw. zu ungunsten einer neue Verfassung, die das zu lassen würde.

aber noch viel brisanter..:

2. Wer soll abstimmen?

Die BRD, so wie wir sie heute kennen?

Es ist auch eine bislang ungeänderte Rechtsmeinung des Bundesverfassungsgerichtes seit den 1970iger Jahren, das die BRD kein Nachfolgestaat als Rechtsnachfolger des Reiches ist oder war.
Wer soll denn im Rahmen einer solchen Abstimmung als "Deutscher" votieren? Die ehemals Westdeutschen mit den "Ostdeutschen" (DDR)? Nur sind die Ostdeutschen eigentlich nur Mitteldeutsche. Es waren die Alliierten selbst die das Deutsche Reich im August 1945 (bzw. vorher "Londoner Abkommen, bzw. Jalta Konferenz) in den Grenzen von 1937 beschrieben. Ups.

Was denn nun? WER muss denn gefragt werden?

Das ist auch der Grund, warum es vermutlich nicht in absehbarer Zeit zu einer (neuen oder diesmal echten) deutschen Verfassung kommen wird. Spätestens dann müsste nämlich, insbesondere aus völkerrechtlicher Sicht, die Frage beantwortet werden, wer oder was "Deutschland" eigentlich -jetzt - ist. Und genau dieses Frage ist seit Jahrzehnten unbeantwortet. Aus guten Grund.
Keiner in Europa oder in den USA möchte da die Diskussion eröffnen.

1945 gab es bereits ein klares Völkerrecht, ein internationales Kriegsrecht (perverse Formulierung "Recht in Verbindung mit Krieg") und eine UN Charta. Und spätestens dann kommen einige in Schwitzen. Die Alliierten wissen das auch.

Ich erlaube mir die Freiheit vorherzusagen, dass es kurzfristig keine (neue) Verfassung der Deutschen geben wird. Und somit ist die Bindung der Bundesregierung an das GG unverändert und unveränderbar. ***)

Die deutsche Aufgabe der staatlichen (fiskalischen) Souveränität ist ein Wunschgedanke unserer devoten Berufspolitiker ohne Anspruch einer rechtsstaatlich vertretbaren Möglichkeit.

Alleine das es versucht oder auch nur besprochen wird, zeigt den Intellekt unserer politischen Kaste, die nämlich, aus welchen Gründen auch immer, im vollen Bewusstsein dessen gegen rechtsstaatliche Grundsätze verstößt. **)

Das Recht darf niemals dem Unrecht weichen.

Die, die das versuchen, sind nicht Volksvertreter sondern Volksverräter. Und als solche müssen sie benannt und auch verfolgt werden. Zum Schutze unserer Demokratie und unseres Rechtsstaates.

Einen Gruß in den Abend. Lady


*******
*) => AW PB: Sie haben zwar völlig recht mit der eigentlich zwingenden Volksabstimmung. Aber lesen Sie dazu mal heute im Handelsblatt (S. 10f) ein Essay von H.D. Genscher, in dem dieser Hochverräter auf zwei vollen Seiten unter der absurden Überschrift "Unser Europa - jetzt!" seine elitäre Vision eines supranationalen und sogar "post-nationalen" Europa aufmalen darf. Natürlich wie immer in rhetorisch aggressiver und "alternativloser" Form. Er spricht über seine Kritiker sogar als "Europaverräter" [sic, kein schlechter Scherz]. Dabei kommt auf den zwei Seiten kein einziges Mal das Wort "Volksabstimmung" vor, obwohl Genscher natürlich ganz genau weiß, was im Lissabon-Urteil von 2009 zu jeder (!) weiteren Kompetenzabgabe nach Brüssel steht! Volksabstimmung zwingend erforderlich - aber das hindert Genscher nicht daran, aggressiv den (explizit illegalen) "Bundesstaat EUropa" zu fordern - und das "postnationale Europa".
=> Glauben Sie nicht, dass das Recht von alleine obsiegt. Der Putsch läuft - und nur die Öffentlichkeit kann ihn verhindern.

**) => Darum darf man auch nicht (wie es zB auf hartgeld immer wieder geschieht) den "Intellekt" der politischen Klasse anzweifeln und das Scheitern ihrer Planungen prognostizieren. Nein - es ist das (machtpolitisch leider zunehmend gerechtfertigte) Gefühl ihrer Stärke, das sie inzwischen ermutigt, offene Putschgedanken und glasklare Rechtsbrüche ganz "ehrlich" auszusprechen. Wo kein Richter, kein Recht. Und wo kein lautstarker Kläger, kein Recht.

***) => Auch die "Bindung an das GG" ist leider keineswegs "unveränderbar": Zum einen kann das GG substanziell und ggf. bis zur Unkenntlichkeit verändert oder relativiert werden (geschehen immer wieder seit 1949, meist im globalistischen Sinne; zB bei Wiederbewaffnung, bei den Notstandsgesetzen, bei der Ermächtigung "EUropas" 1990 und seit 2010). Und zum anderen kann es peu-à-peu auch subsidiär relativiert oder gar explizit außer kraft gesetzt werden werden: Schon der Lissabon-Vertrag setzt Europa-Recht an entscheidenden Stellen über das GG. Und wir werden in dieser Richtung noch viel erleben. Formal könnte das ein "Grundgesetz" dabei durchaus erhalten bleiben - inhaltlich wird es zunehmend überbaut. So wie auch das BVerfG ohne Not ganz allmählich seine Position als "letzte Instanz" nach Luxemburg, Straßburg und an andere Orte der juristischen Weltregierung abgegeben hat und weiter abgibt.
20.11.11 @ 17:41
Kommentar from: Zero [Besucher]
Wow, wirklich erschreckend, was Schräuble da von sich gibt. Da muss man sich zwangsläufig fragen, welche Medikamente er nimmt bzw. nicht nimmt. Hoffen wir, dass die Allgemeinheit und die Parteibasis dieses Video auch noch zu Gesicht bekommt, denn die dürfte wohl anderer Meinung sein.

Nur gut, dass die Polit-Marionetten nicht über den Fortbestand des EUR entscheiden werden, sondern die Investoren der Eurozone und der Rest, der vom Finanzmarkt noch funktioniert... und der wird wahrscheinlich grausam sein und keine Gnade kennen. *)

Denn wie sagte Ash Bennington sehr schön: "The most powerful force in the universe isn't love: It's the bond markets."

Mal sehen, was Schräuble sagt, wenn der Bondmarkt sich entscheidet zu kollabieren und die Anleihenblase platzt. Im Endeffekt ist auch er nur ein weiterer panischer Politiker, der sich an ein jämmerlich kleines Stückchen Macht klammert und wohl noch nicht begriffen hat, dass er mit der System-Titanic unweigerlich untergehen wird.

********
*) => Ergänzung PB: Eines Tages werden Sie recht bekommen. Aber die noch nicht voll gezogenen Karten der Transferunion zu Lasten Deutschlands (Eurobonds, EZB-Monetisierung, Target2, ESM) werden diese Grausamkeit zum einen (ohne Not) auf Deutschland ausdehnen und zum anderen noch um einige Jahre verzögern. Der Bondmarkt ist erst dann final grausam, wenn auch die letzte reale Zahlsubstanz aus Deutschland abgezogen ist. Auch der Bondmarkt wird von Menschen gemacht und ist kein reiner Automatismus. Er wird erst "grausam", wenn die Elite entscheidet, dass es nun Zeit ist. Meine Schätzung sind 3 Jahre - denn dann ist auch Deutschland ausgesaugt. Wenn sich die Bondplayer aber ausrechnen können, dass ihre Rückzahlungen ernsthaft gefährdet wären, weil keine Realsubstanz mehr aus D und EUropa abziehbar ist, dann werden sie sofort den Stecker ziehen und "grausam" jede weitere Prolongierung der gigantischen Verschuldung beenden. Erst dann - es sei denn, politischer Widerstand erzwingt das Ende heute bereits, womit wir aber nicht rechnen sollten. Schäuble weiß, in welchem Kampf er steckt. Darum kämpft er offensiv. Und er hat leider gute Chancen, sein unser Deutschland noch ein letztes Mal zu verraten, bevor er verliert und untergeht. Derzeit werden von der Elite Nero-Befehle ausgegeben. 1945 wurden sie nur zum kleinen Teil vom deutschen Volk befolgt. Hitler musste passiven Widerstand des eigenen Volkes erleben. Es wird wieder mal Zeit, sich gegen den totalen Untergang zu stellen und Nero-Befehle zu verweigern!
20.11.11 @ 22:40
Kommentar from: Gerd Singer [Besucher]
*****
Regierungen mögen sehr wohl ihre Ausgaben und Verpflichtungen durch Inflationierung bestreiten bzw. begleichen. Die Hochfinanz hat aber eine andere Agenda.
1. Zunächst werden Unternehmen in eine Dauerverschuldung getrieben oder gelockt was z.B. durch steuerliche Anreize geschieht, die Investitionen aus eigenen Mitteln bestraft und jene auf Kredit steuerlich begünstigt.
2. Danach werden die Konsumenten in die Verschuldung gelockt. Als letzte perverse Form siehe Subprime-Kredite und Verbriefung dieser.
3. Und über die Verschuldung der öffentlichen Haushalte werden sogar die in die Verschuldung gezwungen, die sich gar nicht verschulden wollen.

Wenn alle also so schön verschuldet sind, wird eine Deflation ausgelöst, um den dann zahlungsunfähigen Schuldnern die als Kreditsicherheiten dienenden Assets abnehmen zu können. Im Falle der Staaten sind das dann Rohstoffe, Land, Infrastrukturen, Goldreserven etc.

Das war das Spiel 1929, als die Wallstreet 16000 kleinere Banken schluckte samt ihrer Assets. Der Informationsvorsprung, den ich als Besitzer der FED habe, zahlt sich eben immer wieder aus.

Dieser welthistorisch einmalige Diebstahl kann nur gelingen, wenn er militärisch, polizeilich und medial gesichert wird.
Wie gut das gelingt, wenn es geographisch weit genung von unseren Vorgärten entfernt ist, durfte man in Libyen sehen, wo ein Ärgernis der Hochfinanz, welches es wagte, eine auf Gold basierende afrikanische Währung einführen zu wollen oder der sogar Öl nur noch gegen unmanipuliertes Geld zu verkaufen, gemeinsam mit einigen 10000 unschuldigen Menschen "humanitär" aus dem Weg geräumt wurde.

Ob all das gelingt, ist offen. Denn auch diese Form von Feudalsozialismus, wobei man langsam mal einen anderen -ismus erfinden müsste, funktioniert nicht auf Dauer ohne totale Unterdrückung des Individuums, wie Ludwig von Mises sehr nachvollziehbar darlegte.

Kapitalismus funktioniert aber auch nur, wenn sich die Marktteilnehmer gegenseitig im Gleichgewicht halten. Gelingt es einer Gruppe von Marktteilnehmern, nicht nur Betrug zu begehen sondern diesen auch noch zu legalisieren, weil die anderen Marktteilnehmer es nicht durchschauen, führt das zu den Verhältnissen, die wir gerade haben.
Nur der mündige, informierte Marktteilnehmer vermag das zu verhindern. Jede Hoffnung, dass ein geldausgebender Banker diese Macht freiwillig aus der Hand legen wird, ist sinnlos. Jede Hoffnung, dass ein sozialistischer oder demokratisch gewählter Engel sich in dieser Position anders verhält, ist es ebenso.

vielen Dank an Herrn Boehringer, dass er so hartnäckig und eloquent Aufklärungsarbeit betreibt, auch wenn er sicherlich nicht diejenigen direkt erreicht, die diese Informationen am nötigsten hätten.

21.11.11 @ 13:08
Kommentar from: auroria [Besucher]
*****
Sicher dass die EZB besser ist als EFSF?
Die EZB wird von den PIGS regiert und kauft deren Anleihen relativ bedingungslos.
Wohin das führt, hat man gesehen als Berlussconi vor ein paar Wochen sein Reformpaket nach den EZB Käufen gleich wieder eingeschränkt hat.

Wenn die EZB den EFSF finanziert, dann hat der EFSF (mit deutschem Vorsitz) bessere Möglichkeiten, für die Finanzierung der PIGS auch Reformen wie Rentenaltererhöhung, etc. zu fordern.

2. Frage: Wenn es sowieso auf die Monetarisierung hinausläuft, sollte Deutschland dann nicht in die Offensive gehen?
Jetzt selbst Kredite in größerem Ausmaß aufnehmen und damit Infrastruktur (Strassen, Schienen, Kraftwerke, etc.) bauen, damit wir auch was von der Monetarisierung haben.

Sonst stehen am Ende die PIGS mit EU finanzierten schönen Strassen da und wir die das alles bezahlt haben, fahren bei uns auf den Schlaglochpisten und zerbröselnden Brücken.
21.11.11 @ 13:16
Kommentar from: Zero [Besucher]
In Bezug auf die Bondhalter hab ich ja noch immer die Hoffnung, dass der "PIMCO-Moment" einsetzt... dass also die Anleihenblase endlich auch in der Eurozone wahrgenommen wird und die Flucht ins Gold beginnt. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
21.11.11 @ 18:50
Kommentar from: Claudius v.d.Bach-Zelewski [Besucher]
@Lady Diana

Zum von Ihnen erwähnten, Art.146 GG sollte noch ergänzt werden, daß die heute "gültige" Fassung nicht die ursprüngliche und in der Sache ein Pleonasmus ist.

Eingefügt wurde am 31.08.1990, nach der einleitenden Floskel "Dieses Grundgesetz (GG)", der Zwischensatz "...das nach der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt."

Somit lautet die Bestimmung heute:

"Dieses GG, das nach der Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert an dem Tage seine Gültigkeit, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die vom deutschen Volk in freier Entscheidung beschlossen worden ist."

Abgesehen vom Ausdruck "deutsches Volk", das es ja nach Gusto Schröder, Fischer, Trittin und mittlerweile auch Merkel als "rassistische Altlast" gar nicht mehr geben dürfte, stellt sich angesichts des "gültigen" Wortlauts des Art.146 GG die Frage, weshalb denn das Deutsche Volk noch eine "Verfassung in freier Entscheidung beschließen" soll, wenn doch "die Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands" schon zur Gültigkeit des GG in ganz Deutschland geführt haben soll.

Eine "Einheit und Freiheit" (und damit auch die fortdauernde und ausgeweitete "Gültigkeit" des Verfassungsprovisorium GG), zu der das Volk nie befragt wurde, denn beschlossen wurde dies von Parlamenten.

Die Frage ist, weshalb diese Formulierung so gewählt wurde.

Hierbei ist festzuhalten, daß seit dem 17.07.1990 das GG wegen Wegfall des Geltungsbereiches de jure aufgehoben war, da auf Initiative des damaligen US Außenstaatssekretärs Baker bei den "Zwei plus Vier Gesprächen" der Art. 23 GG a.F. gestrichen wurde.

Just am selben Tage verfügte der ehemalige Sowjet-Außenminister Schewardanse die Aufhebung der Verfassung der DDR vom 07.10.1974 (die übrigens - das sei der Korrektheit halber gesagt - als einzige aller deutschen Verfassungen und Verfassungsprovisorien mindestens förmlich dem Verfassungbegriff genügte, da hier tatsächlich das Volk über den Verf.-Entwurf abstimmte - das war weder 1871 noch 1919 bei der Weimarer Reichsverfassung der Fall, und im Fall des GG 1949 schon überhaupt nicht).

Somit ergibt sich der bizarre Zustand, daß die erloschene DDR im Oktober 1990 eigentlich einem rechtlichen Nullum beigetreten ist.

Daran ändert auch die erst am 21.12.1992 (!) beschlossene, weitschweifige und nicht zufällig schwammig formulierte Neufassung des Art.23 GG als Grundlage eines "kalkulierten Souveränitäsverlustes" nichts, da das erloschene Verfassungsprovisorium GG nicht durch eine "Neuschöpfung" dieses Artikels quasi ex-tunc wieder in Kraft gesetzt werden konnte.

Im Hinblick auf den Art.23 GG sog. n.F. ist zu fragen: Welche Souveränitätsrechte soll eigentlich ein nicht souveränes (jetzt von Schäuble offen bestätigt) Staatsprovisorium abtreten, noch dazu wenn dessen hilfskonstitutionelle Grundlage aufgehoben wurde ?

Es ist sehr wohl denkbar, daß, sollten sich die politischen Verhältnisse einmal ändern, zur Demontage der "EU"-Verträge eben hier angesetzt wird.

Es sei bemerkt, daß auch die einschlägige, juristische Literatur die Problematik der Ereignisse des 17.07.1990 durchaus sieht, sich aber mit der - m.A.n. entlarvenden - Hilfskonstruktion eines durch die Präambel bestimmten "Subsidiärgeltungsbereiches" des GG behilft.

Bei einer oberflächlichen Betrachtung der historischen Ursachen des GG könnte man - neben einer Reihe weiterer, völkerrechtlicher Probleme, die hier beiseite bleiben sollen - die Suspendierung des GG zeitgleich mit der DDR-Verfassung von 1974 dadurch erklären, daß das GG von vornherein nur ein aus dem Zerwürfnis der vormaligen Kriegsallianz geborenes, pragmatisches Provisorium der westlichen Siegermächte zur "Westintegration" eines zu schaffenden Weststaatsprovisoriums gewesen ist, das den Ministerpräsidenten der damaligen Länder aufoktroyiert wurde (im Fall der DDR-Verfassung, die anders als das GG mindestens förmlich dem Verfassungsbegriff genügt, stellt sich die Aufhebung als weit problematischer).

Carlo Schmidt (SPD) hatte das mit seiner bekannten Formulierung der sog. "OMF-BRD" (BRD als "Organisationsform in der Modalität einer Fremdherrschaft") auch deutlich ausgedrückt.

Aus diesem Grunde war nach dem nach 1945 im Grunde genommen völkerrechtlich ungeklärten Status der "Deutschen Frage" auch nicht in Betracht zu ziehen, daß das GG, abgesehen vom grundsätzlich nicht dem Begriff "Verfassung" gemäßen Charakters dieses GG, etwa über die Schaffung eines Staates BRD eine Rechtsnachfolge des Deutschen Reiches begründen könnte - denn es gab ja noch den "anderen, deutschen Staat" unter der Tutelle der Sowjetunion, der, schon wegen der fortdauernden Besatzungsvorbehalte, aber auch de facto, kaum zu ignorieren war.

Diesem hat das von Ihnen erwähnte Verdikt der BVerfG 2 BvF 1/73 (BVerfGE 36,1) vom 31.07.1973 zweifellos Rechnung getragen.

Aus diesem Grunde wäre es nur konsequent gewesen, wenn die Sowjetunion am Vorabend der Wiedervereinigung darauf bestanden hätte, mit der DDR und deren Verfassung auch das westalliierte Hilfskonstrukt GG suspendieren zu lassen und stattdessen den Weg zu einer tatsächlichen Verfassung, jedenfalls aber völkerrechtlichen "Neu"-Regelung der nun "wiedervereinigten", beiden deutschen Teilstaatsprovisorien zu ebnen.

Womöglich aus diesem Grunde blieb Art.146 GG in seiner nach dem Wortlaut an und für sich unsinnigen Fassung so stehen, weil die BRD die o.g. Rechtsverhältnisse einerseits nicht ignorieren, andererseits aber - im Hinblick auf den Subversionsartikel 23 GG n.F. - "die Türen eines Verfassungsvolksentscheides dicht zu schließen waren" (Art. 23 GG war ja stets im Zusammenspiel mit Art. 146 GG zu lesen, in alter und neuer Fassung).

Man darf zudem vermuten, daß schon 1990 niemand so viel Angst vor einer Veränderung des Status quo der real existierenden BRD hatte wie das herrschende Blockparteienregime und aus diesem Grunde auch nur Lösungen zur Entschärfung des offen zu Tage tretenden Sprengsatzes der "Deutschen Frage" in Betracht zu ziehen entschlossen war, die - über den Umweg des europäischen Zentralstaates - die eigene, feudale Usurpation, idealerweise noch unter Wegdelegieren der letzten Reste von Verantwortlichkeit und Regierungsarbeit, in die Brüsseler EUdSSR zu garantieren geeignet sind.

Diese Kaste repräsentiert z.B. der Apparatefunktionär Schäuble wie kaum ein anderer.

(Das von Ihnen angesprochene Problem, wer denn eigentlich über eine neue Verfasung abzustimmen berechtigt wäre, sehe ich nicht, die §§ 1 (§§ 3-32, §§ 33-35) RuStaG geben hier hinreichend Auskunft, wobei wegen der unmittelbaren Betroffenheit der Ausübung von Souveranitätsrechten gesetzliche Änderungen nach 1945 nicht in Betracht zu ziehen wären).

[Art.23 GG a.F. lautete: "Dieses GG gilt zunächst im Gebiete der Länder Baden, Bayern, Bremen, Groß(!)-Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern. In anderen Teilen Deutschlands ist es nach deren Beitritt in Kraft zu setzen."]
21.11.11 @ 21:59
Kommentar from: Achim [Besucher]
*****
Hallo Lady und Claudius,
von der juristischen Seite habe ich leider keine grosse Ahnung.Aber es gibt einen alten Handwerkerspruch der lautet "Was nicht passt, wird passend gemacht".
So wird es auch mit einer möglichen Volksabstimmung zur EU sein: Ist das Volk dagegen, findet Sie nicht statt.
MfG Achim
22.11.11 @ 17:03
Kommentar from: Adept [Besucher]
****-
Wenn man die Verträge nicht gebrochen hätte, stände man jetzt besser da.
Natürlich kann man den Schmerz mit Opium lindern (Druckerei EZB), aber nicht den Tod verhindern - noch nicht einmal hinauszögern, wie man sehen wird.

Es gibt immer eine Alternative zu Pest und Cholera: aussteigen.
Immer noch könnte man damit einen Teil der Renten und Ersparnisse damit retten (tot wären dann zwar alle Großbanken), aber das Chaos hielte sich in Grenzen, die Gesellschaft bliebe handlungsfähig.

Solange die Wirtschaft Arbeitsplätze hat, funktioniert ein Staat.
Die absolute Zerrüttung aller Staatswesen der Welt scheint aber die Absicht gegenwärtiger Politik zu sein.

Und dann wird irgendein Bilderberger- etc. Verein den neuen Slogan der NWO ausgeben: "Gemeinsam werden wir es schaffen" - das ist doch Merkels Spruch in allen Lebens(lügen)lagen.....
23.11.11 @ 10:06
Kommentar from: Staatliche Selbstverwaltung [Besucher]
**---
Man kann das ganze auch viel kürzer fassen:

Wenn ein p r i v a t e s Bankensystem die Macht über die Geldmenge (aus dem Nichts) und den Zins (exponentiell) hat, ist alles gelaufen.
Da im gesamten Weltall nichts exponentiell funktioniert - wieso sollten wird das können ??

Hinzu kommt noch, dass wir weiterhin besetzt sind und nach System ausgeraubt werden.
Über 5 Billionen DM Tribut in gut 10 Jahren (ohne Rettungsschirme) - da soll jemand sagen die Deutschen in Deutschland (übrigens nicht Deutsch wie im "Personal"ausweis) wären nicht überirdisch gut - wenn auch nicht exponentiell. Angst regiert eben die Welt.

Schöne Grüße von natürlichen Personen nach § 1 BGB in Staatlicher Selbstverwaltung
23.11.11 @ 19:08
Kommentar from: NEARCO [Besucher]
*****
Der Kampf um gutes Geld ist schon lange verloren. Zur Erinnerung: der Stabilitätsmusterknabe Bundesrepublik Deutschland hat seit 1949 noch keine einzige Mark, resp. Euro getilgt, es wurde immer nur draufgesattelt - bei den Schulden, versteht sich.

Keynes hat bei den Politikern und sonstigen selbsternannten Experten voll durchgeschlagen. Warum wohl? Weil er eine Legitimation liefert, fremdes Geld - das der Steuerzahler - hemmungslos zu verpulvern - für einen guten Zweck, versteht sich, Beamtengehälter und - pensionen usw., usw.

Das eigentliche Problem in 2011 ist doch dieses: es gibt zu viele Schulden von zu vielen unseriösen Schuldnern ( Staaten, Institutionellen, Firmen, Privaten ) in dieser Welt!

Da liegt der Hase im Pfeffer und dieses Problem ist mittel- und langfristig nicht lösbar!



**********
=> Ergänzung PB: Soll nicht pedantisch klingen: 1969 gab es unter Strauss und Schiller mal ein Jahr mit echter SchuldenTILGUNG. Eines von 62 Jahren ändert aber nichts daran, dass Sie recht haben ;-)
=> Übrigens könnte sogar Schäuble theoretisch mal tilgen, wenn er nur noch ein bisschen mehr Neuverschuldung entweder buchhalterisch ausblendet oder in Verschiebebahnhöfe auslagert. Die offiziell für 2011 ausgewiesenen voraussichtlich 25-30 Mrd EUR an deutscher Neuverschuldung sind jedenfalls ein Treppenwitz. Es werden KEINERLEI Rückstellungen für die garantiert fällligen, verlorenen und Budget- bzw. Neuverschuldungs-wirksam auszubuchenden Garantien für die Krone der Schöpfung (EU + EUR) berücksichtigt. Und in den Altersversorgungs- und Sozialsystemen lungern zusätzlich auch noch fast 5 Billionen EUR an Verpflichtungen, die mangels Rücklagen faktisch auch künftig sichere staatliche Neuschulden darstellen und die in einer ordentlichen Buchführung schon heute budgetwirksam werden müssten.
=> Wer SO bilanziert, könnte sogar anno 2011 einen Budgetüberschuss ausweisen. Funny money - funny accounting...
23.11.11 @ 22:15
Kommentar from: 50667 [Besucher]
*****
Die Vision eines friedlichen Europas ist realistisch!
Aber nur als pluralistisches Europa souveräner Staaten mit gemeinsamem kulturellen Hintergrund, aber differenzierten nationalen Mentalitäten, verschiedenen wirtschaftlichen Geschwindigkeiten, verschieden stabilen Währungen und trotzdem gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen und Harmonisierungen.

Wann geht es endlich in die Köpfe der Politiker, dass die Völker Europas keine zentralistische Europadiktatur haben wollen, sondern eine europäische Wirtschaftsunion der national souveränen Pluralitäten und gleichzeitig weitestmöglichen Harmonisierungen und Erleichterungen!

Trennt das Gute Europas von dem Schadhaften, verwirklicht eine hilfreiche Europäische Union und schafft die Transfer- Schulden- und Zentralitäts-Union ab!

Genau das fordern mindestens 4/5 der Europäer. Fragt die Leute auf der Strasse! In Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien genauso wie in den Niederlanden, Österreich oder Deutschland.

Eurobonds führen direkt in die Sackgasse und sämtliche positiven Entwicklungen eines gemeinsamen Europas werden aus lediglich monetären Gründen um Jahrzehnte zurückgeworfen, weil der positive Europäische Gedanke ins unerträglich Negative pervertiert wird. Europa ist eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, es darf nicht zu einer Schicksalsgemeinschaft werden!
24.11.11 @ 12:58
Kommentar from: Claudius v.d.Bach-Zelewski [Besucher]
@NEARCO

Eine Aufstellung der Staatsverschuldung von 1949-2011 findet sich hier (Ausarbeitung des "Bundes der Steuerzahler")

www.steuerzahler.de/files/19765/Verschuldung_per_28.09.2011.pdf

Zu den Zinslasten ferner hier:

www.steuerzahler.de/files/19765/Zinsdiagramm_31.01.2011.pdf

Sie ist aber nicht vollständig - ein Mitarbeiter des BuStZ bezifferte mir ggü. in einem Gespräch die Gesamtverbindlichkeiten der BRD schon 2007 mit "ca. 7000 Mrd. Euro", eingedenk ungedeckter Pensionsverpflichtungen und zahlreicher "Sondervermögen" bzw. Altschulden aus ebensolchen.

Diese Liste umfaßt 18 Positionen von "Bundeseisenbahnvermögen" über das ehemalige Sondervermögen "Deutsche Reichsbahn" bis zum "Vorsorgefonds für Schlusszahlungen für inflationsindexierte Bundeswertpapiere."

Auch die alte Mär vom "Juliusturm" und eines dereinst angeblich vorhandenen "Staatsschatzes" wird von der Kurve ad aburdum geführt.

Die BRD stand von Tage ihrer Gründung an in Schulden, was ja auch durch das fortdauernde Reparations- und Besatzungsregime (vgl. Art.120,133ff.GG) und den ERP (sog. Marshall-Plan) vorgezeichnet und gewollt war.
24.11.11 @ 13:43
Kommentar from: Michael [Besucher]
*****
@Claudius v.d.Bach-Zelewski
Das heutige Geldsystem basiert, ohne das an dieser Stelle würdigen zu wollen, NUR auf Schulden und das Vertrauen darauf, dass die Schuldner ihre ZINSEN zahlen und ihre Schulden umwälzen können. Das sieht gerade in der €-Zone nicht so dramatisch aus, im Vergleich mit den Angloamerikanern. (Ich selbst habe nominal nicht weniger physisches Gold als Bargeld.)

Das heutige Geldsystem ist gewiß NICHT das dümmste System. Ich schlösse mich Professor Hankel an. Es gibt drei Probleme:
- das Schattenbankensystem höflich mit "Interbankenmarkt" umschrieben,
- Zinsderivate und
- die wohl etwas unverständlich, weil einseitig orientierten, Ratingagenturen.

Natürlich ist die derzeitige Krise leicht zu lösen. Frau Kanzlerin und Schäuble gehen mit der "Regulierung der Finanzmärkte" und den "Fiscalunion" den schwersten Weg (FÜR die deutschen Steuerzahler), wenn man zur Kenntnis zu nehmen hat, dass Deutschland NIE nach 1945 wirklich souverän war, wie Schäuble RICHTIG sagte. Viel einfacher wäre natürlich das Inflationieren mittels Eurobonds oder "Ankauf durch die EZB".

Das RICHTIGSTE, aber siehe Schäuble zur deutschen Souveränität, wäre, dass Deutschland NIE in den "(T)€uro" eingetreten wäre. Ich wäre, obwohl ich viel "Geld" verlöre, nicht darüber erbost meine (auch nicht stabile), aber geschätze Deutsche Mark wiederzusehen.

Mich stinkt es einfach an, nicht gemütlich mit Bundesschatzbriefen sparen zu können, sondern gleich einen "Weltmarkt" im Überblick kennen und noch mehr verstehen zu müssen.

Obama & co. wünsche ich persönlich inzwischen wirklich die Pest an den Hals. Ich habe die Faxen mit den "Terror-"kriegen und albernen "Terroristen" schon lange satt. Wenn einer einen "Dönerbudenbetreiber" umbringt, ist er ein Mörder, ein Krimineller, da muß man nicht nach der Stasi schreien, da hat die Kripo versagt. Sonst hätte der "Terrorist" keinen zweiten Mord an einem Migranten begangen. Das ist eine Sauerei, die der Kripo anzulasten ist. Mörder kriegen bei uns lebenslänglich, das war es.
24.11.11 @ 18:08

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