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Stuft Barroso, die USA, GB, die EU, den EUR und S&P herab

von Peter Boehringer E-Mail 06.12.11 13:29:10

Aufmacher heute im Print-Handelsblatt unter Bezug auf die gestrigen Beschlüsse von Merkozy: „Der Staatskollaps wird künftig ausgeschlossen“. :!: Da der Andruck des Handelsblattes schon um 19 Uhr war, konnte die Redaktion sich nicht mehr durch die Ratingagentur „Standard & Poor´s“ eines Besseren belehren lassen, die dann um 20.30 Uhr praktisch alle EUR-Staaten auf „negativen Ausblick“ gesenkt hat – darunter auch sechs bisherige Triple-A-Staaten der EUR-Zone – und darunter auch Deutschland selbst! Ein nun möglicher Downgrade sogar Deutschlands aber wäre nach einigen weiteren Herabstufungen in den Folgejahren mangels Haftungssubstanz mit AAA-Bonität faktisch das Ende der EURO-Bailouts – und damit dann der sichere Staatskollaps aller PIGS. Hat S&P somit direkt auf Merkozy geantwortet?

Gleich mehrere Dinge sind bemerkenswert in diesem Krieg der transatlantischen Stellungnahmen, welche in Wirklichkeit Kampfrhetorik von ein und derselben machiavellisch steuernden Weltfinanzmacht und ihrer dialektisch kommentierenden Weltmedienmacht sind:

a) Das Handelsblatt entblödet sich nicht, die Merkozy-These vom künftig ausgeschlossenen Staatskollaps einfach unkritisch zu übernehmen, statt sie passend als das darzustellen, was sie ist: komplett ahistorischer Stuss: in der Weltgeschichte sind noch alle Staaten der Weltgeschichte kollabiert. Die meisten der Neuzeit nicht einmal primär durch militärische Niederlagen, sondern durch den finanziellen Kollaps, wenn mal wieder keynesianisch über die Verhältnisse gelebt wurde – und im unvermeidlichen Bereinigungsprozess ethnische, religiöse oder regionale Spannungen nicht mehr mit Geld aus dem Nichts zugekleistert werden konnten, so dass große Staatengebilde eben zusammenbrechen mussten und auf kleinere, natürliche und homogene Einheiten zurückgeführt wurden. Krieg spielte dabei selbstredend trotzdem oft eine Rolle – aber praktisch immer war dann auch der Finanzkollaps bereits absehbar. Wenn also Merkozy nun apodiktisch den „Staatskollaps ausschließen“, dann muss das in den Ohren der Älteren verdächtig nach Verzweiflungs-Propaganda klingen: Sei es die vom noch 1944 „1000-jährigen Reich“; sei es die vom Sozialismus, den noch 1989 in seinem ewigen Lauf weder Ochs noch Esel aufhielten. [Dass Honecker leider heute, 20 Jahre später, über die unübersehbaren weltsozialistischen Siegeszüge doch noch recht bekommt, steht auf einem anderen Blatt und soll heute hier nicht schon wieder erörtert werden].

b) Den Lesern dieses Blogs muss kaum gesagt werden, dass Standard & Poor´s natürlich zur angelsächsischen Fraktion der Kampfeinheiten der Banken-Kleptokratie gegen die nationale Souveränität der Staaten gehört. Mithin ist es geradezu die Aufgabe von S&P, Europa und ganz besonders Deutschland zu schädigen, was ein negativer Ratingausblick alleine schon über den steigenden Refinanzierungs-Zins immer leistet. Nun kann man über einzelne Downgrades von PIGS munter streiten – denn ja, da liegt so einiges im Argen, was die Blogger ja schon seit vielen Jahren aufzeigen – und was seit etwa 2010 nun auch der angelsächsisch korrumpierte Mainstream willig aufnimmt. Aber Deutschland selbst möglicherweise herabzustufen, wäre im Bezugsrahmen der offiziellen S&P-Kriterien einfach abstrus! Den Export-Vizeweltmeister mit einem Zahlungsbilanzüberschuss von fast 200 Mrd Dollar [Stand 2010; 2011 vermutlich schon weit mehr!] auf die gleiche Stufe wie Frankreich [54 Mrd Dollar ZB-Defizit] oder gar mit dem einsamen Schlusslicht USA zu stellen, wäre ein Skandal ohnegleichen, der auch nicht dadurch abgemildert wird, dass die USA schon seit Jahren ein „C“ oder ein „D“ verdient hätten. In der oben verlinkten Auflistung müssen Sie ganz nach unten schauen, um auf Platz 193 Frankreich, auf Platz 194 Großbritannien, auf Platz 195 Spanien und auf Platz 196 Italien mit jeweils zwischen 55 und 68 Mrd Dollar ZB-Defizit zu finden… Aber das Schlusslicht USA (Platz 197) spielt hier seit Jahren in einer einsamen Negativliga: Minus 470 Mrd Dollar ZB-Defizit pro Jahr zeigen deutlich auf, dass die USA praktisch bei der gesamten produktiven Welt ständig höher anschreiben lassen bzw. sich aus dem Nichts ihren hohen Lebensstandard künstlich erdrucken. :!: Bei S&P ist ein solcher Pleite-Zustand dennoch noch immer „AA“-würdig… XX(

=> Nun, liebe S&P-Clowns: An objektiven Kriterien gemessen schlagen wir dringend folgende Ausblicks-Änderungen vor:
- S&P bekommt ein D-
- die USA und GB kommen auf D+
- die EU ex Deutschland kommt auf C
- Deutschland bleibt auf AA [kein AAA; dazu siehe unten]
- Gold und Silber kommen mangels Ausfallrisiko auf AAAAA

=> Jede Abweichung von diesen einzig logischen und nachvollziehbaren Ratingvorschlägen müsste sofort dazu führen, dass die Ratingmeinungen von S&P und Moody´s und Konsorten künftig bei jedweder Kreditvergabeentscheidung unberücksichtigt bleiben und sie somit keinerlei Ratinggeschäft mehr machen können. Clowns bekommen kein Honorar – man lacht über sie. Und bezahlt werden sie zudem ja schon von der Fed. Warum sollten es künftig noch die europäischen Kunden tun?

c) Bashing der Ratingagenturen ist immer billig – wenn auch angebracht bei derart korruptem Geblubber wie gestern wieder von S&P. Trotzdem muss man zwischen absoluten und relativen Fehlern von S&P unterscheiden: Die obige Einordnung von Deutschland (mit gutem AA-Rating) in die Ratinghierarchie der Staaten ist nur relativ „richtig“ oder eben „falsch“: Auch Deutschland stellt als hoch verschuldetes Land natürlich ein Ausfallrisiko dar. Das wäre unter der alten DM (jedenfalls nach Aufhebung der indirekten Goldbindung 1971) nicht anders gewesen – sogar eine neue DM ohne EU-Lasten und mit weiterhin hohem ZB-Überschuss wäre wie alle Fiat-Gelder riskant und langfristig nicht überlebensfähig. Nur Gold und Silber beinhalten absolut keinerlei Emittentenrisiko – man kann es nicht oft genug betonen. Gold und Silber sind immer Geld – und werden garantiert nie wertlos.

=> Außerdem hat S&P natürlich mit der Herabstufungsdrohung ggü. Deutschland insofern einen Punkt, dass hier in der deutschen Bonitätsbeurteilung bereits die totale Haftungsunion des totalen Transfer-Euros eingepreist wird, der über inzwischen elf (!) Bailout-Töpfe geschaffen wird. Der elfte und neueste Topf ist der von EZB oder ESM oder EFSF oder aus dem Nichts oder auch direkt von den nationalen Steuerzahlern refinanzierte IWF, um den ich den im Oktober erschienenen SI-ArtikelEs sind doch bloß Garantien…“ noch aktuell ergänzt habe. Die totale Transferunion wird Deutschland innerhalb weniger Monate um die Aber-Billionen an Neu- und Altschulden fast aller anderen 16 (und uU mehr) EUR-Staaten „bereichern“. Dann sind auch wir in Deutschland natürlich nicht mehr AAA – und vermutlich schon 2013/4 auch nicht mehr AA. Dann wird S&P recht bekommen – wobei auch dann noch die Einstufung der USA mit ebenfalls AA ein schlechter Witz ist und bleibt! Und natürlich ist es auch wenig nachvollziehbar, warum S&P mit seinem offenbar bereits trans-EURopäischen und post-nationalen Weltbild überhaupt noch Ratings von Nationalstaaten herausgibt. :?: Wenn von S&P schon die Transferunion als realisiert angesehen wird, dann sollte Deutschland von S&P überhaupt kein Rating mehr bekommen. Dumm nur, dass die S&P-Kunden noch immer gerne deutsche Anleihen kaufen - und nur sehr ungern Transferbonds. Warum wohl...

d) Unter den mindestens 11 Transfertöpfen zur Verarmung Deutschlands zum Bailout des EUR ist der berüchtigte ESM derjenige, der seit gestern von Merkozy trotz der ihm inhärenten Rechtswidrigkeit, Demokratiefeindlichkeit und Totalität nun wieder schrecklich aktuell ist und unbedingt verhindert werden muss! Gegenüber dem bisher Bekannten gibt es sogar noch Änderungen, die den ESM noch totalitärer machen als es damals im obigen Link beschrieben wurde. Seit gestern ist also nun geplant:

- Der ESM kommt schon Ende 2012. Man darf getrost folgern, dass die beiden EFSF-Töpfe schon 2012 ausgeschöpft sein werden – und dass die inzwischen explodierenden Monetisierungen von PIGS-Anleiheschrott in der EZB-Bilanz bis 2013 ohne den ESM-Megamüllschlucker schnell auf vermutlich untragbare 1-2 Billionen EUR Bilanzschrott [heute bereits gut 200 Mrd EUR] anschwellen würden, was die EUliten unbedingt verhindern wollen, da das veröffentlichungspflichtig wäre.
- Der ESM soll nach dem Willen von Merkozy kein Einstimmigkeitsprinzip mehr haben! 85% der Stimmen sollen genügen. Da Luxemburg ebenso wie Griechenland und eben auch Deutschland je eine der 17 Stimmen im ESM-Gouverneursrat haben werden, könnte damit der faktische Alleinzahler Deutschland problemlos überstimmt werden, selbst wenn Deutschland in Einzelfällen bei der Ablehnung einer Bailout-Entscheidung durch den ESM (zB das Spanien-IV-Paket 2014 o.ä.) vielleicht mal von Finnland sekundiert würde.
- Der ESM soll analog zum IWF zum „EWF“ ausgebaut werden. Wer den IWF kennt, weiß damit: Das lange von der Politik angekündigte „transparente und geordnete Insolvenzverfahren“ europäischer Staaten wird es im ESM/EWF-Rahmen niemals geben! Es wird im Insofall ungeordnete Kungelwirtschaft herrschen mit Gläubigern, die „gleicher“ sind als andere. Und auch die Finanzierung des IWF/EWF wird höchstwahrscheinlich irgendwie "bilateral" und intransparent ausgestaltet werden. Erwarten Sie 80+% deutsche Beiträge, die aber in keiner Bilanz zeitnah nachvollziehbar sein werden...
- Es wird keine „Private Gläubigerbeteiligung“ beim ESM geben. „Privatgläubiger“ sollen bei künftigen Rettungsmaßnahmen des ESM nicht automatisch zur freiwilligen Teilnahme verpflichtet werden. Die Übersetzung dieses EU-Sprechs lautet: „Banken werden nicht [= zu 0%] am Ausfallrisiko beteiligt“ - obwohl sie in einer klassischen Kreditwelt natürlich zu 100% beteiligt werden müssten - schließlich erhalten sie auch 100% der Zinserträge! Kommentar von Kornelius Purps von der HVB-UniCredit zur Aufgabe der Bankenbeteiligung(aus dessen heutigem Tagesmailing): „Das war eigentlich mal das Kernelement des ESM…

Fazit:
Die EU ist mal wieder drauf und dran, einen ohnehin rechtswidrigen [Art 125 Lissabon-Vertrag, Art. 110 GG u.v.a.!], anti-demokratischen und ökonomisch wahnsinnigen ESM-Plan noch zu verschlimmbessern. Man zwingt totalitär zusammen, was zumindest finanzwirtschaftlich nicht zusammen gehört (siehe hier – Minuten 17-24). Man muss für den kommenden EU-Gipfel die schlimmsten Befürchtungen haben. Da auf dem EU-Gipfel ganz offensichtlich kein "deutscher Vertreter" ernsthaft deutsche Interessen vertreten wird (und auch Voßkuhle gute Chance hat, dass ich ca. 2013 einen Artikel „Nicht im Namen des Volkes (III)“ zu seinem ESM-„Ja Aber“-Urteil schreiben werden muss), gibt es in Deutschland nur noch eine demokratisch legitimierte Möglichkeit, den Wahnsinn des ESM zu stoppen: Diese Möglichkeit steht noch genau eine Woche (!) den FDP-Mitgliedern offen, die stimmberechtigt sind beim von Frank Schäffler initiierten FDP-Mitgliederentscheid gegen den ESM. Man kann aus heutiger Sicht nicht ausschließen, dass der Entscheid zwar mit Mehrheit gegen den ESM ausfallen wird; dass aber das enorm hohe Quorum von 33% knapp verfehlt werden wird. Es ist jedoch durchaus noch erreichbar – wenige Tausend Stimmen fehlen zum Quorum! Leser dieses Blogs sollten daher alle ihnen bekannten FDP-Mitglieder zu schnellstmöglicher Stimmabgabe veranlassen; andernfalls wird es der sklavisch EU- und Merkel-treuen FDP-Führung tragischer- und vermeidbarerweise zu leicht gemacht, den Entscheid trotz Mehrheit gegen den ESM zu ignorieren! Auch das wäre zwar moralisch und demokratisch verwerflich - aber seit wann zählen in der Machtpolitik Moral und Basis-Demokratie? FDP-Brüderle hat bereits heute (also den Ausgang des Mitgliederentscheids schon jetzt ignorierend :no: ) Zustimmung zum neuen Merkozy-ESM signalisiert. Ein basisdemokratischer Skandal einer Parteiführung, die den völligen Untergang einer vor langer Zeit einmal marktwirtschaftlich, volksnah und nationalökonomisch denkenden Partei bei der kommenden BT-Wahl nur noch verhindern kann, wenn die wahren Europäer und Bailout-Gegner um Schäffler herum die Partei noch rechtzeitig vor der Wahl übernehmen!
=> Leiten Sie daher bitte den Blogtext und diesen FDP-Link an Ihnen bekannte FDP-Mitglieder weiter!

Zitat und Anlagetipp des Tages:

„Die EU-Kommission fordert von Deutschland ein entschiedenes Handeln bei der Bewältigung der Schuldenkrise: Die Bundesregierung sollte gegenüber den anderen Partnern weiter klarstellen, dass sie alles tun wird, um die Stabilität der Euro-Zone zu erhalten, so, wie es bei der finanziellen Stärkung des derzeitigen Rettungsschirms der Fall ist. ... Überdies Forderung ... an EU-Gipfel am Donnerstag ... Änderungen am Rettungsschirm ESM: Die Entscheidung darüber, ob ein Land im Rahmen des zukünftigen ESM Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm erhält, sollte nicht länger Einstimmigkeit unter den Euro-Ländern erfordern. Dieses Verfahren ist langwieriger als im Internationalen Währungsfonds. Die Kommission hat von Anfang an gesagt, dass das absurd ist. Es muss bei der Gewährung von Hilfen eine verstärkte qualifizierte Mehrheit ausreichen. Nur so lassen sich Blockaden durch eine ganz kleine Minderheit [= Deutschland] verhindern.“ >:XX
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso

=> „Die größte Spekulation der Welt wäre es, einen Politiker zu dem Wert einzukaufen, den er hat; und ihn zu dem Wert zu verkaufen, den er sich selbst einräumt.“
André Kostolany

24 Kommentare

Kommentar from: Goldwing [Besucher]
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Frank Schäffler heute auf seiner Internetseite:

Die Uhr tickt 06.12.2011

Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Parteifreunde,

auf den Tag genau eine Woche haben Sie noch, um Ihrer Meinung zum ESM, zu Europa und zur Fiskalunion eine Stimme zu verleihen. Es zählen nur die Stimmen, die bis einschließlich dem 13. Dezember abgegeben werden. Es zählt das Datum des Poststempels. Machen Sie mit, denn es geht ums Quorum!

In der vergangenen Woche hat die politische Realität auch das letzte Argument der Gegner unseres Antrags A zerstört: Bundeskanzlerin Merkel hat erklärt, sie werde unabhängig vom Ausgang unseres Mitgliederentscheids in der Koalition mit der FDP bleiben. Der Wortführer der SPD, Peer Steinbrück, hat im Gegenzug "den Einstieg der SPD in eine große Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kategorisch ausgeschlossen."

Die geschürte Angst, eine Stimme für Antrag A führe zum Platzen der Koalition, hat sich also als Luftnummer erwiesen. In diesem Sinne: 3 ist Pflicht, 5 ist Kür!

Ihr Frank Schäffler
06.12.11 @ 14:23
Kommentar from: Zero [Besucher]
*****
Angesichts des ausufernden EUR-Wahnsinns, wäre es im Hinblick auf die "Anglo-Angriffe" nur gerecht, wenn die Eurozone unkontrolliert auseinanderbricht und kurz darauf auch der USD untergeht. Mal sehen, was die Rate-Clowns von S&P dann sagen, wenn sie im Dritte-Welt-Land USA aufwachen und sie plötzlich feststellen müssen, dass der Sprit an der Tanke 8 USD oder mehr kostet und der Großteil der Importgüter nicht zu bekommen ist, da man dann mangels Weltleit- und Weltreservewährung eben nicht mehr auf Kosten anderer Länder leben kann und auch nicht mehr die halbe Welt mit perfider und arroganter Kriegshetze in Schutt und Asche legen kann.
06.12.11 @ 14:44
Kommentar from: Achim [Besucher]
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Sehr geehrter Herr Boehringer,
den Artikel"Nicht im Namen des Volkes (III)" sollten Sie bereits heute formulieren.
Nicht umsonst wurde Peter Müller ins höchste Gremium berufen.
Aufgabe,durchwinken von EU Verträgen.
MfG Achim
06.12.11 @ 16:30
Kommentar from: Reinhard [Besucher]
*****
Also, mich macht das Ganze nur noch sprachlos. Umso schöner, daß Sie Ihre Sprache, noch gewürzt mit beißender Ironie, noch haben und in unser aller Namen sprechen können: denn daß Sie mir aus der Seele gesprochen haben, ist klar.
Was den FDP-Aufruf betrifft, so kommt mir das wie ein letztes Verzweiflungsstrohhälmchen vor. Mir scheint ganz einfach, daß die Lawine nicht mehr anders kann, als loszudonnern: vorbereitet, losgetreten von einem Haufen Polittramplern, ist sie eh.
Daher sehe ich ganz klar, was kommt, und ich befasse mich nicht mehr mit Wünschen, das Kommende irgend vermieden sehen zu wollen - lieber blicke ich auf das Danach: in meinen hübschen kleinen Rettungsbötchen, die mir zwar nicht meinen Lebensstandard, aber doch das nackte Leben erhalten mögen.
Dennoch: mich fröstelt, und selbst das Ironielächeln gefriert mir ein.
06.12.11 @ 17:31
Kommentar from: Der Silberfreund [Besucher]
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Hallo Herr Boehringer,

Top Bericht, wie immer!
Nur die "Masse" will das gar nicht hören!
Deshalb wird sie es fühlen.

Ein ruhiges Weihnachtsfest wünscht Ihnen

Der Silberfreund
06.12.11 @ 18:35
Kommentar from: sebastian ott [Besucher]
*****
"Das Handelsblatt entblödet sich nicht"

ha! ich liebe diese blogs!

ich hoffe, dass die nicht bald den kill-switch drücken.
06.12.11 @ 21:06
Kommentar from: Rolf [Besucher]
Wir werden unsere anglo-amerikanischen Freunde wohl erst verabschieden dürfen, wenn hier nichts mehr zu holen ist oder das ganze Finanzsystem vorher abschmiert. Dazu muß DE leider in den Staatsbankrott gehen. Ob der Euro nun als deutsche Verschwörung stirbt (ja, das klingt pervers angesichts der vielen Zahlungen) oder an maßloser Bankengier, ist eigentlich egal. Irgendwie habe ich das Gefühl, DE will raus, darf aber nicht. Man macht es dann halt so ähnlich wie 1923. Wir werden es ja bald erfahren. "Demokratisch" (FDP) wird jedenfalls nichts passieren und das Volk ist immer noch im Tiefschlaf. Also Kopf einziehen.
06.12.11 @ 21:46
Kommentar from: Walter [Besucher]
*****
Bedeutende Ergänzung: von den 3.600 Tonnen deutschem Gold liegen laut dem bekannten Gold-Kenner Herrn Marsh ("Die Bundesbank - Geschäfte mit der Macht", erschienen 1992, Seite 82) nur 80 Tonnen in Deutschland. Unter der bisherigen Entwicklung und den kommenden Ereignissen ist nicht (!) davon auszugehen, dass die ausgelagerten 3.500 Tonnen Deutschland zur Verfügung stehen werden.

*********
=> Ergänzung PB: Dieses Thema hat zwar ausnahmsweise nicht direkt mit dem Blog zu tun. Und auch die Marsh-Zahlen sind nicht mehr ganz aktuell. Trotzdem ein wichtiges Thema. Und ja - nach allem, was man (nicht nur von Marsh) weiß, liegen von unseren offiziell noch 3400 Tonnen nur vielleicht 80 in Deutschland. Das Thema wird potenziell immer bedeutender in Zeiten, in denen D so viele Garantien ausspricht, dass weitere Garantien oder gar eine neue nationale Währung uU nur noch durch Gold besichert akzeptiert werden...
06.12.11 @ 22:11
Kommentar from: Hubert [Besucher]
Mann, Mann, Mann.....warum gibt es in Deutschland keinen einzigen Staatsanwalt mehr, der etwas gegen diese Polit-Verbrecher unternimmt ???

Wenn ich das Geld zusammen hätte, würde ich gegen jeden EURO-befürwortenden Politiker Anzeige erstatten !!! Bei den Millionensummen müsste das doch ein wahres Schlachtfest für jeden Rechtsanwalt sein....
06.12.11 @ 23:05
Kommentar from: Gustav [Besucher]
Ein sehr guter Artikel! Jedoch glaube ich daß, "der Zug abgefahren ist", mit diesem deutschen Volk ist er nicht mehr zu stoppen. Scheinbar trägt es gern die Schuldkrone und übernimmt bereitwillig die Bürde der ganzen Welt. Wenn dieser EU-Spuk zu Ende geht, wird Deutschland erneut das Büßergewand anlegen können.
Europa und die Welt, sollte endlich frei von Mißgunst, Neid und Schuldvorwürfen erkennen, dieses Land ist ein Leistungsträger und eine Triebkraft für die Entwicklung der gesamten Menschheit. Zerstöre nie einen Leistungsträger du schadest dir damit nur letztendlich selbst.
Ich wünsche dem deutschen Volk zukünftig ein natürliches nationales Rückgrat, einen wachen Verstand und demzufolge Mut zur Freiheit und Souveränität.
07.12.11 @ 00:05
Kommentar from: Bert [Besucher]
*****
Na ja. Die ganze Analyse des EU-Wirrwar(r) ist schön und recht, aber halt nur Symptombeschreibung. Mich würde wirklich interessieren, was hinter der Sache die treibende Kraft ist. Ist Merkozy so dumm, hab/machtgierig, erpressbar oder unfähig? Oder ziehen die einen Plan durch, der nicht ausgesprochen werden darf? Das gilt natürlich auch für die anderen "Aktivisten", wobei mir klar ist, dass, umso weiter unten, umso stärker manipuliert. Kann es sein, dass unsere Topzertreter selber in einer ganz anderen Hierarchie ganz weit unten stehen? Ich meine, das Ganze ist doch, mit Abstand gesehen, skurril. Es wäre doch so einfach: Da ist etwas nicht in Ordnung, da mache ich nicht mit, trete aus und zahle nicht. Die ganzen Blödgeschichten, dass es uns "noch schlechter" ginge, sind längst widerlegt, nämlich von den Akteuren selber.
07.12.11 @ 07:42
Kommentar from: bolito [Besucher]
*****
Nach dem wir Deutschen seit Jahrzehnten von der internationalen "Elite und EUlite" für doof verkauft wurden kann ich dazu nur sagen, dass das was jetzt abgeht eine moderen Version von Reparationszahlungen an die Siegermächte sind.
07.12.11 @ 09:16
Kommentar from: Mutbürger [Besucher]
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"Lk 21,28 Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so blicket auf und hebet eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht...." Es lohnt sich die weiteren Verse zu diesem Thema zu lesen!
Wir sollten wieder mehr den prophetischen Aussagen der guten alten Bibel vertrauen, um in solchen Zeiten neuen Mut zu schöpfen.


********
=> Ergänzung PB: Optimismus ist immer gut. Und wenn er über die Bibel und den Glauben kommt, warum nicht. Allerdings liest man -wenn man Ihrem Rat folgt- in Lukas 21,31 dann Folgendes:

"... wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist."

=> Ich will jetzt ja wirklich nicht blasphemisch werden. Aber die Eliten sehen ebenfalls das Reich Gottes nahe. Laut "The Independent" von heute ist es sogar bereits hier - das "Reich Godmans". Siehe diesen Artikel: "Goldman Sachs conquers Europe" [mit Grafik...]
07.12.11 @ 15:22
Kommentar from: Thorsten Eckau [Besucher] E-Mail
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Sehr geehrter Herr Boehringer,

ich möchte drei Punkte ansprechen:

1) Meinen herzlichsten Dank für Ihren Blog hier, den ich regelmäßig lese. Ich stimme nicht immer mit allem überein, aber doch zu absolut überwiegenden Teilen und die Sprache, der Sie sich befleißigen, ist - da ich Sie nicht kenne nur geraten - zumindest ein Anhaltspunkt für Ihre aufrichtige Empörung, die wahrscheinlich doch die meisten teilen (selbst wenn sie hier nicht lesen und/oder nicht zuhören möchten).

2) Zu der S&P Rating Geschichte: Dass die Ratingagenturen aus Gods own Country mit der Hand auf dem Herzen von Stars and Stripes politische Ziele (mit)verfolgen, mag ich glauben. Es kommt nicht von ungefähr, wenn die "Meinungen" immer wieder kurz vor den Gipfeln "aus dem Nichts" kommen. Aber anders herum möchte ich darauf hinweisen, dass die Ratingagenturen in 2007 und vorher kein gutes Bild abgegeben haben und durchaus eine Tendenz zu sehen ist, dieses Glaubwürdigkeitsproblem zu lösen und besser (schneller, im Vorfeld) zu reagieren. Was genau "raten" die Agenturen? Ausfallwahrscheinlichkeiten. Und die sind nun einmal in den USA KOMPLETT andere, als in der EU: Unter gegebenen Umständen werden die USA hyperinflationieren, aber eben nicht ausfallen. Dies sieht in den VSE komplett anders aus. Und hier sehe ich dann eben doch einen Anhaltspunkt für die unterschiedlichen Ratings... Die Agenturen "übersehen" dabei (ob auftragskonform oder nicht sei unbetrachtet), dass eine Inflationierung auch ein Ausfall auf 0.005% am Ende darstellt. Aber nominell ist es eben kein Ausfall...

3) Zum Kommentar von "Bert": "Mich würde wirklich interessieren, was hinter der Sache die treibende Kraft ist. Ist Merkozy so dumm, hab/machtgierig, erpressbar oder unfähig? Oder ziehen die einen Plan durch, der nicht ausgesprochen werden darf?"

Ich denke, dass die oft geäußerte Meinung, man könne den EUR und Europa nicht begreifen, wenn man nur die letzten 15 Jahre heranzieht, man müsse schon den Kontext seit 1870 nehmen, durchaus eine große Rolle spielt. Klartext: Die Angst, dass es zu Konflikten in Europa kommt, die - diesmal wohl kaum von D ausgehend - zu heißen Auseinandersetzungen führen könnten. Man mag das abtun und nicht glauben oder für nicht wahrscheinlich halten, aber ich denke, dass dies von unseren "Polit-Clowns" so gesehen wird und das hier die treibende Kraft hinter den unverständlichen, landesverratsverdächtigen Handlungen ist. Zumindest rede ich mir selbst damit die "Leistungen" der deutschen Politik im Moment "schön"... Auch wenn es nur ein Trost wäre, den ich mir selbst erfunden habe. Mir erscheint dies allemal wahrscheinlicher, als Bilderbergerverschwörungstheorien der NWO, ehrlich gesagt.


Nochmals vielen Dank für diesen Blog und Ihre Arbeit, es freut mich immer wieder hier von Ihnen zu lesen!

Mit besten Grüßen
Thorsten Eckau

*********
=> AW PB: Danke für die ausführlichen Gedanken. Nur zwei Ergänzungen:

zu 2) Sie haben Ihren Einwand "Ausfallwahrscheinlichkeit in den USA geringer" ja im Folgesatz schon selbst entkräftet: Rein technisch-formal ist eine 99,9%ige Entwertung kein Ausfall. Faktisch aber doch. WENN es also so kommen sollte, dann wird ein (formal "berechtigtes") AA-Rating der USA durch S&P den enteigneten Anlegern dann auch nicht geholfen haben ... Allerdings ist das noch nicht einmal mein Hauptszenario: auch die VSE werden sich am Ende in die Inflations"lösung" retten. Wir sehen doch, wie alle Regeln gebrochen werden. Es wird hüben wie drüben des Atlantiks so laufen.

Es gibt allerdings einen -im Blog nicht angesprochenen- Unterschied zwischen den USA und EUropa: das ist die militärische Macht der USA , mit der der Weltleitwährungsstatus des Dollars und seine Eigenschaft als Rohstoffhandelseinheit eben noch einige Jahre lang unterfüttert und verteidigt werden kann. UNAUSGESPROCHEN hat S&P sicher auch dieses Argument berücksichtigt. Dies übrigens seit Jahren, denn ein Land mit den Wirtschaftsdaten der USA wäre seit mindestens 8 Jahren nach allen "offiziellen" Regeln der Ratingagenturen kein A-Land mehr. Aber es sieht eben anders aus, wenn man die Machtfaktoren Leitwährung und Militär mit einbezieht.
=> Ich würde nur gerne mehr EHRLICHKEIT bzgl. dieses Punktes erreichen: wenn S&P DAS ganz offen zugeben würde, wäre ja schon viel erreicht: DANN müssten wir uns nicht mehr mit subjektiv verbogenen Einschätzungen einer politisch korrumpierten Ratingagentur herumärgern: DANN wäre ganz klar, dass wir nicht in einer fairen Marktwirtschaft mit gleichen Regeln für alle leben und handeln, sondern dass wir in einer totalitären Machtwelt leben, die sich von den vor-demokratischen oder gar absolutistischen oder gar tyrannisch-diktatorischen Zuständen früherer Jahrhunderte kaum unterscheidet. Imperien und Imperatoren gab es immer. Aber selten so verlogene wie heute!

zu 3) Das Argument "Euro - sonst Krieg in Europa" wird ja inzwischen von den Waigels, Kohls, Genschers, Merkels, Steinmeiers usw. ständig explizit und drohend ausgesprochen. Es ist natürlich schwer, hier den Gegenbeweis anzutreten. Andererseits sollte es doch den meisten Lesern möglich sein, sich in die Welt bis 1999 zurückzuversetzen. Kein Euro - und doch Frieden. Es gibt eine Friedenslösung, die von D nicht über den unendlichen Betrag zu bezahlen ist, der sich hinter dem "Koste es was es wolle" des unendlichen Geldtransfers verbirgt. Aber man muss dazu ehrlich miteinander umgehen. Und sich klarmachen, dass sozialistische Gleichmacherei der sehr heterogenen Staaten in Europa (siehe Video, das im Blog verlinkt ist) nicht funktioniert, ahistorisch ist und dass letztlich die ewigen Transfers eher Konflikt-fördernd sind. In einem Blog von vor gerade mal 6 Monaten (2.6.2011) habe ich damals (ausgerechnet) Jean-Claude Trichet als Kronzeugen zitiert: "Die Zentralbank wird immer ihrer Verantwortung gerecht werden. Denn wer die Preisstabilität in Gefahr bringt, der bringt Europa in Gefahr."

=> DAMALS klang das also sogar aus dem Mund dieses EUlitisten noch ganz anders: Die Transferunion war friedensgefährdend! Und nur 6 Monate später soll es genau anders herum sein: KEINE Transferunion ist friedensgefährdend??

=> Zu den Bilderbergern und Co gibt es bessere Seiten im Netz als meinen Blog. Aber nach sehr vielen Jahren der Beobachtung des elitären "Wahnsinns" bin ich inzwischen sehr überzeugt, dass heute bei uns nicht (nur) Dummheit und "systemische Folgerichtigkeit" für die Malaise verantwortlich sind, sondern sehr menschliche triviale und kriminelle Korruption der Entscheider - gefördert durch die (inzwischen ja unbestrittene da von Merkozy offen angesprochene) Weltregierung. Die Entscheider sind nicht wahnsinnig und (ganz oben) auch nicht dumm. Der vermeintliche Wahnsinn hat Methode.
07.12.11 @ 18:17
Kommentar from: Michael [Besucher]
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Wirklich ansprechend, dieser Artikel.

Die Diskussion setzt voraus, dass das heutige "Geld" überhaupt "Geld" ist. Somit stimme ich nur für AAAA nur bei Gold. Alles andere sind Recheneinheiten, von denen behauptet wird, es wäre "Geld". Auch Merkozy sind dieser Idee verfallen, nur, dass die schlicht falsch ist. Der "Wert" der Recheneinheiten ist logischerweise Null. Denn, Recheneinheiten können, da liegen Geithner&co. völlig richtig, beliebig auf und niedersaldiert werden, ohne dass echter Schaden entstünde. Somit keine wirklich ernsten Probleme.... ;-)
07.12.11 @ 18:57
Kommentar from: Jürgen Kremser [Besucher]
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08.12.201

Meine Meinung:

Die normative Kraft des faktischen, wie sie von Schäuble, Merkel, Sarkozy, Barroso und anderen konzipiert worden ist, wird dazu führen, daß der ESM kommt, der Mitgliederentscheid in der FDP hin oder her.

Die Eurobonds können nicht kommen, weil die Verdoppelung der Zinsen auf die Staatsschuld der gerade noch tragfähigen Nationalstaaten deren Bevölkerung nicht vermittelt werden kann.

Also muß die EZB die europäischen Staatsschulden, die jetzt niemand mehr haben will, monetarisieren. Das hat auch Thorsten Schulte (Silberjunge) so gesehen:

http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=17914&seite=1

„Für uns steht fest, dass nur die Europäische Zentralbank über massive Anleihenkäufe den Schlüssel zur “Problemlösung” in der Hand hält. Natürlich lassen wir keinen Zweifel daran, dass die Aushöhlung der Kaufkraft unserer Papierwährung die Folge ist. Politik und Zentralbank würden also nur einen Pyrrhussieg erringen.“

Die Zahlen der Reichsbank ab 1914 zeigen, daß der Aufbau der Geldentwertung sich durch die Unkenntnis vieler Zeitgenossen noch einige Zeit verschleiern läßt, vgl. S. 244 in:

http://gruenguertel.kremser.info/wp-content/uploads/Manes_Staatsbankrotte_1922.pdf

Zu Ihren Ausführungen: „Rein technisch-formal ist eine 99,9%ige Entwertung kein Ausfall. Faktisch aber doch.“ Kommentar: Für die Gerichte wird es nur auf die rein formal-technische Ansicht ankommen [Anm. PB: ja, unbestritten]; denn in der Weimarer Republik hat das Reichsgericht als Präzedenzfall das berühmte Mark-gleich-Mark-Urteil bereits verkündet, durch das ein Schuldner mit wertlosem Papiergeld die vom Gläubiger geliehenen Goldmark zurückzahlen durfte (RGZ 107, S. 78 – 94, vom 28.11.1923).

Der Irrweg von Frau Merkel im Mai 2010 in der Griechenland-Entscheidung hat dazu geführt, daß wir mit Target2-Salden, EFSF, EZB-Käufen usw. schon munter auf eine Billion Euro zusätzlicher Staatsschulden marschieren.

Unsere Schuldner sitzen in der ganzen Welt und werden unerbittliche ihre Forderungen gegen uns geltend machen. Rußland mußte auch die Staatsschulden der Sowjetunion übernehmen und konnte sie auch nicht durch eine Staatsänderung abschütteln.

08.12.11 @ 10:38
Kommentar from: Jürgen Kremser [Besucher] · http://gruenguertel.kremser.info/?page_id=1194
*****
Fortsetzung meines vorherigen Schreibens:

Dabei sind auch historische Vergleiche interessant: Frau Merkel hat unsere Staatschulden in nie erreichte Höhen, des point of no return, katapultiert. Interessant ist wie zäh bis Ende des 20. Jahrhunderts die russischen Staatsschuldner um ihre Darlehen aus der Zeit bis 1917 kämpften, deren Hintergründe Manes erläutert:

http://gruenguertel.kremser.info/wp-content/uploads/Manes_Staatsbankrotte_9_1922.pdf

Oder ein weiteres Beispiel: Der Kampf um die schlesischen Staatsobligationen nachdem Friedrich der Große 1740 Schlesien erobert hatte:

http://gruenguertel.kremser.info/wp-content/uploads/Menzel_Adolf_1855.pdf

Bis zur Veröffentlichung des Buches im Jahr 1855 war das Problem noch immer nicht geklärt!

Frau Merkel hat uns also auch bereits mit den bisherigen Verpflichtungen ein wahrhaft bleibendes Problem eingebrockt!!!

********
=> Ergänzung PB: Gute Hinweise. Und dabei kann das Manes-Buch von 1922 ja nur die Entstehung dieser Schulden erläutern und die weitere Entwicklung in den "frühen" Jahre nach dem Zarenreich. Ich kann aber bestätigen, dass in der Tat noch bis Ende des 20. Jhdts von Russland zaristische Schulden bedient wurden - wenn auch nach langer Unterbrechung in der Sowjet-Zeit. Es kam meines Wissens am Ende zur kompletten Tilgung nach über 80 Jahren. Und auch die neueren russischen Schulden aus der Zeit des faktischen russischen Staatsbankrotts von 1998 wurden in der Folge von Putin komplett bedient. Sie standen zwischenzeitlich auf unter 20 (100 = pari)!

=> So zählebig sind Staatsschulden. Merkel schafft derzeit ein Jahrhundert-Problem für Millionen heute noch gar nicht geborener deutscher Michels. Es werden [schon seit Schmidt, Genscher, Kohl, Waigel, Schröder - aber noch dramatisch verstärkt seit dem EFSF I von Mai 2010] derzeit mehrere Generationen an Schuldsklaven kreiert. Ungefähr die Geburts-Jahrgänge 1940 bis 2040. Helmut Schmidt wird nicht mehr darunter sein. Er hat die Gnade der frühen Geburt - und sollte daher zum Thema seine hanseatische Schnauze halten!
08.12.11 @ 18:11
Kommentar from: Adept [Besucher]
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Trotz allem entscheiden die Geldbesitzer und nicht die Politiker:
Wenn die Geldbesitzer der Welt und deren Verwalter den Euro "links liegen lassen", ist das doch das Finale der Eurokraten.
Es schaut - da auch diese Fraktion nichts verschenken will - deshalb nach einem "zwangsexekutierten Ausstieg Deutschlands" aus.
Die Alternative wäre für die Politiker die Laterne.
So nahe am Licht möchten die Köpfe auch nicht sein, Jochen Sanio hat diese Konsequenz im Bundestag ja artikuliert.

********
=> PB: Den Ausstieg Deutschlands und damit das EUR-Ende zelebrieren die Bankster und die Weltregierung erst, wenn aus Deutschland wirklich nichts mehr herauszupressen ist. Bei 200+ Mrd EUR ZB-Überschuss p.a. (siehe Blog) und bei noch immer vorhandener, in vielen Jahrzehnten erarbeiteter, Privat- und Unternehmenssubstanz in hoher Billionenhöhe dauert das aber noch eine Weile. Die Politiker riskieren darum heute noch keine "Laterne" - jedenfalls nicht von Seiten der Bankster. Sie erfüllen doch weiterhin genau deren Wünsche...
08.12.11 @ 22:26
Kommentar from: Johannes [Besucher]
Die FDP Parteiführung macht den Putin:

"In FDP-Kreisen heißt es allerdings, dass die Parteiführung sich auch für einen Abstimmungserfolg Schäfflers gerüstet habe. Für diesen Fall sei ein Weg erdacht worden, den Mitgliederentscheid nicht als solchen zu werten. "

Nach zu lesen unter

http://www.welt.de/politik/deutschland/article13760902/Trickste-Parteispitze-FDP-Rebellen-Schaeffler-aus.html

Eine wirklich freiheitliche und demokratische Kultur sucht man in der FDP vergebens. Freiheit übriges auch vergebens in Deutschland, wie diesem Blogbeitrag zu entnehmen ist:

"Mit dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) wird ein weiteres Herrschaftsinstrument geschaffen. "

unter

http://guentherlachmann.wordpress.com/2011/12/08/die-offentliche-und-die-verborgene-seite-der-krise/

zu lesen. Der Blogger Günther Lachmann hat diesen Artikel auch in der Welt veröffentlich (ist dort einer der Chefreporter) unter

http://www.welt.de/politik/article13757549/Die-oeffentliche-und-die-verborgene-Seite-der-Krise.html

Die Welt "wagt" sich mit diesem Beitrag und dem hier sicher bekannten Video weit vor. Bemerkenswert!

Zurück zu FDP der ESM und der Parteiführung. Letztere ist inzwischen ein massiv gehebeltes Ausfallrisiko für Deutschland und verdient die Bewertung ZZZ!!

10.12.11 @ 17:54
Kommentar from: Rolf [Besucher]
Also irgendwie verstehe ich das alles nicht. Ich bin zwar keiner, der sich mit Bankchinesisch und so auskennt, aber mal ehrlich.
DE hat eine positive Handelsbilanz, also keine Schulden beim Ausland. Das Geld eines Staates gehört diesem Staat, seinen Bürgern, ob nun mit privater Bank oder Staatsbank. Bei wem sollen wir dann bitteschön Schulden haben? Das ist doch alles nur Verarsche. Und wenn man dann noch berücksichtigt, daß wir kein souveräner Staat sind sondern immer noch besetzt, so denke ich, daß das deutsche Volk jedenfalls nach Völkerrecht garkeine Schulden hat.
10.12.11 @ 20:12
Kommentar from: Bert [Besucher]
*****
Lieber Rolf

DE hat etwas getan, was jeder Schuldenberater seinem Dummvolk tagtäglich tausendmal einbleut, dass man das nicht tut. Unterschreiben sie niiiiemals eine Bürgschaft. Niiie! Egal wer da kommt! Und schon gar nicht wie DE, wenn der Ausfall des Schuldners 100%ig im Voraus sicher ist.

Und mit dem Exportüberschuss wo noch nicht mal Umsatzsteuer drauf ist, könnten selbst wenn, dann nicht mal die Zinsen bedient werden, für das was die Kinder und Kindeskinder auf dem Buckel haben werden.
11.12.11 @ 20:42
Kommentar from: Gator [Besucher]
*****
Danke für den Artikel - vermisse noch die aktuelle Einschätzung des Gipfels vom Wochenende.
Hier habe ich ich schon mal etwas was in den Mainstreammedien fast untergegangen ist:
Der Spiegel meldete in seinem Minutenprotokoll zum Gipfel am 09.12 um 16 Uhr:
"+++ EZB soll Rettungsfonds verwalten +++
[16.00 Uhr] Der europäische Rettungsfonds soll künftig von der Europäischen Zentralbank (EZB) verwaltet werden. Der französische Präsident Sarkozy sagte in Brüssel, auf Vorschlag von EZB-Präsident Draghi werde die Zentralbank den bisherigen Rettungsfonds EFSF und den künftigen dauerhaften Euro-Rettungsfonds ESM führen. Die EU-Staats- und Regierungschefs hätten dies für gut befunden."
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,802624,00.html

Ich schreibe dies mal hier hin, damit es nicht in Vergessenheit gerät. Ich denke es ist ein weiteres Steinchen welches nicht zum Vorteil des Bürgers zählt. MfG
12.12.11 @ 16:20
Kommentar from: Rolf [Besucher]
Hallo Bert,
wenn ich mir die Banken als Zwischenhändler für Staatsanleihen vorstelle, so wäre es wohl so, daß der Staat bei den Käufern verschuldet ist. Natürlich mit Zinsen. Und sicher gibt man normalerweise keine Bürgschaften. Aber erstens vermute ich, daß die BRD eine GmbH mit entsprechender Haftungssumme ist und zweitens fährt das ganze Ding sowieso absichtlich oder nicht demnächst gegen die Wand. Ob da an der Bürgschaft noch 2 Nullen hängen ist für mich absolut unwichtig. Das wird doch wie 1923.
12.12.11 @ 20:35
Kommentar from: Bert [Besucher]
Nochmals an Rolf: Das mit der GmbH können sie getrost vergessen, siehe Kommentare von Jürgen Kremser oben. Sie müssen sich das eher so vorstellen wie mit den Fuggern (Kauf dir einen Kaiser). Die Parallele geht so weit, dass man sich eigentlich wundern muss, dass der Jakob Fugger nicht posthum noch den Karlspreis Ehrenhalber von denen erhalten hat, die sich gerade Europa und die Welt mit gedrucktem Papier kaufen.
14.12.11 @ 06:56

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