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Silber: 10-Jahres-Rekordwert bei den COT-Daten

von Peter Boehringer E-Mail 31.12.11 14:17:31

Silberbugs mussten 2011 unterm Strich eine geringfügige Negativ-Rendite hinnehmen, was zwar eine Outperformance des Dax (-15%) bedeutet – jedoch die Silberbullen nicht zufriedenstellen wird (Gold + 13% in 2011). Aber zum Jahresende soll hier einmal auf einen sehr wichtigen Aspekt der relativen Underperformance von Silber seit dem kurzfristigen Übertreibungshoch im April (> 45 $/oz) hingewiesen werden:

Die COT-Daten zeigen regelmäßig die Positionierungen wichtiger Marktteilnehmer-Gruppen am Comex-Future Handel mit Papiersilber auf. Papiersilber ist zwar langfristig nicht entscheidend für die absoluten Preise von Silber. Wegen der quantitativ gewaltigen Dominanz von Papier-Silber (Handelsvolumen etwa 50-100 zu 1 ggü. physisch gehandeltem Silber!) ist die Comex jedoch leider kurz- und mittelfristig ein wichtiger Preisbestimmungsfaktor.

Bitte an dieser Stelle keine Zuschriften à la „Die Comex ist doch kein Papiersilbermarkt – schließlich kann das Silber hinter den Kontrakten jederzeit ausgeliefert werden.“
=> Geschenkt: das ist theoretisch richtig – in der Auslieferungspraxis ist die Comex aber zu 99% eine Papiersilberbörse, dh es wird nur höchst selten Metall geliefert, sondern stattdessen Kontrakte fast immer weitergerollt oder ein Settlement gegen Geld durchgeführt.

Wie auch immer: Die Comex und die dortigen COT-Daten werden erfahrungsgemäß immer dann für Analysten interessant, wenn die dort ausgewiesenen Positionierungszahlen Extremwerte erreichen. Und pünktlich zum Jahresende 2011 haben die sogenannten „Commercials“ mit nur noch minus 14.132 Kontrakten einen seit mehr als 10 Jahren nicht mehr gesehenen Niedrigstand erreicht. :!: Seit genau Dezember 2001 war diese Gruppe der professionellen Hedger nie mehr derart gering short in Silber positioniert wie aktuell. Und dabei sollte man noch hinzufügen, dass die COT-Daten der Woche per Dienstagabend erhoben wurden (27.12.; Silberpreis stand da bei ca. 28,7 $/oz) – vermutlich ist der Wert der COT-Position der „Commercials“ beim letzten Abverkauf von Silber auf knapp über 26 $/oz am 28. und 29. Dezember dann nochmals weiter in Richtung minus 10.000 Kontrakte abgefallen. Die Commercials haben also aktuell ein klares 10-Jahres-Minimum bei ihren Short-Positionen erreicht. Im Dezember 2001 stand der Silberpreis übrigens bei ca. 4,10 $/oz; er wurde seitdem nie wieder unterschritten – wir sprechen somit aktuell von einer COT-Positionierung der Commercials, die im gesamten 10-jährigen Silber-Bullenmarkt nicht wieder gesehen wurde, weil sie seitdem immer per Trendumkehr bei gleichzeitigem Preisanstieg von Silber verhindert wurde.

Nun ist die Interpretation der COT-Daten eine Wissenschaft für sich und kann auch die Makroanalyse („Deflatorische Finanzkrise in 1H2012 oder doch eher QE3 und umfassende Monetisierungen durch die Zentralbanken?“) sowie die klassische Fundamentalanalyse des physischen Silbermarktes keinesfalls ersetzen. Aber solche Rekord-Werte der COT-Daten sind schon einen Blick wert. Zitieren wir daher zunächst „Mr. COT“ Alexander Hirsekorn vom Wellenreiter, auf dessen kommenden beiden Montagsanalysen zu den COT-Jahresenddaten 2011 bzw. den Jahresanfangsdaten 2012 ich selbst gespannt bin (hier erhältlich):

Schon vor Jahren sagte Hirsekorn einmal, dass „bei den Rohstoffen die Commercials in Bullmärkten fast immer short, in Bärmärkten fast immer long“ seien. Er hat das damals 2005 für seine Abonnenten anhand von Gold auch belegt. Diese Grafik *) sieht bei Silber seit mindestens 1997 sehr ähnlich aus – dies nicht nur bis 2005, sondern bis heute, Ende 2011.

Wer aber sind die „Commercials“, dass man ihnen als COT-Analyst Bedeutung beimessen müsste? Auf den ersten Blick sieht es ja nicht gerade nach „Weisheit“ aus, wenn eine Gruppierung in Bärenmarkt-Phasen tendenziell meist long in einem Rohstoff ist – und in einem Bullenmarkt meist short:?: Nun – das liegt zunächst daran, dass die Commercials an der Comex meist die reaktive Partei sind – also die Gruppierung, die bei Positionseröffnungs-Wünschen der Spekulantengruppen die Gegenseite einnimmt. Ohne diese Gegenseite gäbe es oftmals keinen Future-Handel – und ohne Handel keine Comex. Trotzdem haben die Commercials natürlich auch ein eigenes Handels-Interesse. Vielfach sind es produzierende Minen, die zB ihre künftige Produktion absichern wollen; zum Teil sind es auch anderweitig Gold oder Silber haltende Parteien, die ihre Bestände gegen Preisverfall absichern wollen. Vor diesem Hintergrund war es eben entgegen dem ersten Anschein nicht "dumm", dass die Commercials von 2001 bis heute über 10 Jahre lang immer short in einem steigenden Markt waren.

Was aber war in den Neunzigern und noch bis 2001? Wie konnte eine Marktgruppe mit zT durchaus vorhandenem Insiderwissen aus dem Minenbetrieb heraus über Jahre long in einem Markt sein, der ständig gefallen ist? Nun – ein genauer Blick auf den Silberpreis deutet die Antwort an: Dieser ist schon ab 1995 kaum noch gefallen – faktisch pendelte er seit 1995 und noch bis 2003 meist zwischen 4 und 6 $/oz. Dies in einem Umfeld, in dem viele Silber- und Goldminen praktisch pleite, eingemottet oder schwer im Überlebenskampf waren. Wir ersparen uns an dieser Stelle längere Ausführungen zur Manipulation. Es ist jedenfalls kein Zufall, dass seit etwa 1993/95 und ganz sicher noch bis 2001/03 [zT bis heute] die Metallpreise auf völlig unnatürliche Niveaus bis zu den Tiefs von 2001 bei 250 $(oz (Gold) bzw. 4 $/oz (Silber) gedrückt worden waren! Man kann den im Futuremarkt dabei chronisch long positionierten Minenbetreibern daher keine „Dummheit“ unterstellen, wenn sie über volle 6 Jahre (1995 bis 2001) verzweifelt auf ein Ende der unnatürlich heruntergeprügelten Edelmetallkurse spekuliert haben: sie wussten einfach um die Kosten-Zustände an ihrer Minenfront – und warteten seit etwa 1995 verzweifelt auf höhere Metallpreise, die ihre Betriebe operativ endlich wieder profitabel machen sollten. Dank der unerbittlichen Manipulation, die offenbar von den Minen-CEOs jahrelang nicht erkannt wurde und zT von ihnen bis heute aus Karrieregründen nicht öffentlich zugegeben werden darf, setzten sich die fundamentalen Kostendaten erst ab 2001/3 in Form überfälliger höherer Preise durch.

Nun aber zur aktuellen Lage: Im Verlauf des Bullenmarkts seit 2003 waren die Commercials an der Comex praktisch immer short positioniert. Die aktuelle Situation stellt nun aber eine Ausnahme dar: Offenbar empfinden diese operativen Insider das nach dem starken Verfall der Preise seit April 2011 nun erreichte Preisniveau analog zu 1995ff als derart niedrig, dass sie auf diesem Niveau kein echtes Hedging mehr betreiben wollen oder für nötig erachten: sie glauben offenbar, dass sie ihre künftige Minenproduktion der kommenden Jahre problemlos zu diesen oder vermutlich höheren Preisen werden absetzen können. Warum also die Preise via Comex-Future-Geschäft hedgen, wenn die künftigen Metall-Spotmarkt-Preise aller Voraussicht nach höher liegen werden? Aus dieser Perspektive ist es mehr als nachvollziehbar, dass die Commercials, die seit 2009 in aller Regel mindestens 50.000 – manchmal sogar 100.000 oder 200.000 Kontrakte short waren, dieses Shorten ganz aktuell nun faktisch beendet haben. 50.000 Kontrakte entsprechen bei 5000 Unzen Kontraktgröße übrigens etwa 7800 Tonnen Silber – damit war diese Gruppe in „normalen Zeiten“ 2009 bis April 2011 wenigstens ein Drittel einer Weltjahresproduktion an Silber short.

Einige Leser werden nun einwenden: Aber was war in den 1990ern? Ein langer Bärenmarkt und die Commercials waren chronisch long?! Tja, an dieser Stelle wird von den Silberanalysten eine Selbsteinschätzung verlangt: Wer ernsthaft an freie, unmanipulierte Silberpreise zwischen 1995 und 2001 glaubt – und wer zugleich gerne Kurven stupide extrapoliert und so die aktuelle Tendenz der COT-Positionierungen in den LONG-Bereich fortschreibt, der muss konsequenterweise zum Schluss kommen, dass der 10-jährige Bullenmarkt in Silber nun beendet ist – und dass die Commercials nunmehr –analog zu 1995ff– wieder dauerhaft long im Markt sein werden und wir einen langen Bärenmarkt erleben werden. Ex ante ist das wie jede Prognosen-These an der Börse nicht widerlegbar. Diese These ist sozusagen die für naiv-systemgläubige Schafe und für "Anti-Verschwörungstheoretiker", die auch in unseren heutigen Zeiten absurdester planwirtschaftlicher Makroklempnerei noch immer an freie Märkte glauben - sogar im hochpolitischen Edelmetallhandel...

Es gibt nach wie vor viele dieser Systemgläubigen - und die Jahresrückblicke im Mainstream werden speziell zu Silber entsprechend hämisch ausfallen - und sei es nur, um die viel schlechteren Jahresergebnisse der allgemeinen Aktienmärkte und auch vieler Bondmärkte zu kaschieren (D, USA und andere waren 2011 wegen Fluchtbewegungen aus den PIGS und wegen der künstlichen Zinsdrückungen der Fed Ausnahmen). Ich wage aber die Prognose, dass der Bullenmarkt in Silber noch nicht beendet ist und dass die Commercials daher Anfang 2012 nicht oder allenfalls kurz, temporär und geringfügig netto-long gehen werden (auch wenn wir Stand heute wohl sehr nahe dran sind). Vor genau 10 Jahren waren die Commercials zum letzten Mal long positioniert. Es war zugleich ein Vorbote des Bullenmarktes ab 2003.

Wichtige Warnung: Das ist keine ganz kurzfristige Trendwendeprognose. Bei Silber dauerte es von Ende 2001 noch bis Frühjahr 2003, bevor Silber dann steigen durfte. Aber es ist wichtig zu erkennen, dass die Commercials keine dumme Gegenpartei ohne eigene Meinung sind, die tendenziell an der Comex Geld verlieren, weil sie meist falsch positioniert sind. Die Commercials sind oft zu früh dran und sie haben nur operatives Insiderwissen – aber keines über die Pläne der manipulierenden Anti-Silber-Kabale. Mittelfristig liegen sie mit ihren Positionierungen aber doch häufig richtig.

Wenn die Commercials also demnächst doch einmal temporär netto-long in Silber gehen, dann wäre das m.E. durchaus kalkuliertes und durchdachtes Negativ-Hedging. Und das könnte man dann mittelfristig durchaus bullish interpretieren, denn dann würden ja die Minen das aktuelle Preisniveau für derart attraktiv niedrig halten, dass sie nicht nur ihr Hedging komplett einstellen, sondern sogar noch Silber zukaufen über ihre eigene Produktion hinaus! Das wäre nicht nur geschäftsfremd, sondern faktisch spekulativ. So etwas machen Minen auf der long-Seite nur, wenn sie sehr sicher wissen, dass das Einstandsniveau für ihre Future-Trades sehr attraktiv ist.

Es ist zwar richtig (s.o.), dass die Commercials in aller Regel nicht der aktive Part der Trades sind - dass also die Gruppe der „Specs“ die Kontrakte in aller Regel eröffnen und die Minen nur reagieren [analog übrigens zu JP Morgan, die eine von faktisch nur zwei reaktiven Parteien ist - wenn auch fast immer nur auf der short-Seite...]. Deswegen sind die Commercials aber keineswegs dumm: sie bieten nicht in jeder Handelssituation jeden Gegentrade an bzw. sie geben nicht immer bedingungslos alles in den Markt, was die Gegenseiten gerade verlangen: Sie gehen nur auf Niveaus long (bzw. weniger short), wenn das Einstiegsniveau ihnen attraktiv erscheint. So wie eben jetzt Ende 2011 bzw. Anfang 2012.

Die Null-Linie ist bei den am vorigen Dienstag erreichten minus 14.132 Kontrakten schon greifbar nahe. Eine überfällige Umkehrung in Richtung Normalzustand aber würde fast zwingend die Preise wieder hochbringen. Das Comex-seitige Risiko für Silberanleger ist damit nun überschaubar, wenn (!) wir uns nicht alle langfristig und fundamental täuschen und wir nicht doch im April 2011 wider Erwarten den ultimativen Trendbruch bei Silber zu einem langjährigen Bärenmarkt gesehen haben... Selbst wenn im Extremfall die Null-Linie noch erreicht würde, sollte das dadurch generierte Preisminimum nunmehr irgendwo im Bereich 20-25 $/oz liegen. Das Potenzial nach oben dagegen reicht rein Comex-seitig locker in die Bereiche des Allzeithochs.

Eine allgemeine Defla-Situation über alle Assetklassen in 1H2012 kann man im Zuge der sich schon in 1Q2012 weiter zuspitzenden Euro-„Rettungen“ zwar nicht ausschließen. Schließlich soll der Michel endlich dem kompletten Transfer seiner in 60 Jahren erarbeiteten Wohlstandssubstanz zustimmen – und Schäuble und die Bankster erkennen richtig, dass deflatorischer Krisen-Schrecken bestens geeignet ist zur einschlägigen "Michel-Motivation". Aber es ist doch beruhigend für alle Silberanleger, dass 2012 wenigstens Comex-seitig erst mal kein großer Preisdruck mehr droht!

In diesem Sinne allen Lesern einen guten Rutsch und herzlich ein gesundes und friedliches Neues Jahr!

PS: Das Euro-Projekt wird 2012 leider nicht friedlicher machen. Ganz aktuell vermelden die Zentralbanken von Deutschland, den Niederlanden, Finnland und Luxemburg einen Transfer in Richtung PIGS über das für Deutschland und die drei anderen Zahler absolut fatale „Target2“-System i.H.v. sagenhaften 75 Mrd EUR alleine nur im November! Es sind weitere heute bereits verlorene und in wenigen Jahren vollabzuschreibende Milliarden-Gelder; ebenso wie alle Garantien und Transfers der BuBa und der EZB an den IWF und die Banken und Südstaaten, die zum Teil sogar Target2 noch quantitativ noch in den Schatten stellen, was wirklich nicht einfach ist! Auch 2012 tanzen wir auf dem Schulden-Vulkan. Wir bekämpfen den Ausbruch, indem wir Kreditbenzin in die Caldera pumpen in der absurden Hoffnung, dieses Benzin würde über der dünnen Gesteinskruste nicht ins Innere des aktiven Schulden-Vulkans sickern, explodieren und irgendwann die ultimative Eruption auslösen, sondern vielmehr diesen irgendwie „abkühlen“ und beherrschbar machen... XX(

***********
*) Quelle ist wie gesagt Alexander Hirsekorn vom Wellenreiter; optisch ergänzt durch GSF-Chartguru „Woernie“. Aus Zeitgründen konnte die Genehmigung für die Veröffentlichung dieser alten Grafik hier im Blog nicht eingeholt werden. Es sei aber hier dafür gedankt – und gleichzeitig noch der Abobereich des Wellenreiters von R. Rethfeld und A. Hirsekorn empfohlen: http://www.wellenreiter-invest.de/abo.html

17 Kommentare

Kommentar from: Willi [Besucher]
*****
Hallo Herr Boehringer! Auch Ihnen vor allem ein gesundes und fröhliches Neues Jahr 2012.
31.12.11 @ 16:11
Kommentar from: Klaus F. [Besucher]
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Sehr guter Artikel. Die Minenbetreiber sitzen ja an der Quelle und sollten einschätzen können wo die Reise hingeht. Wenn sie Hedging für überflüssig halten sollte der Preis demnächst weit nach oben gehen.

Eine Frage: Wenn kein oder wenig Hedging betrieben wird wie finden J.P. Morgan und Co. ihre Gegenpartei für ihre Positionen an der COMEX?

Weitere Frage: Warum legt nicht ein großer Hegdgefonds oder eine Gruppe von Silberinvestoren mal eine dicke Summe auf den Tisch und besteht (!) auf physischer Lieferung. Damit könnte er/sie den ja physisch sehr engen Markt "hochgehen" lassen?!

********
=> AW PB: Wie gesagt - "demnächst" ist ein relativer Begriff. Aber ein Boden scheint in Sicht. Wann wir abheben - darüber entscheiden nicht die COT-Positionierungen.
=> zu JPM: Wenn keiner long gehen will, muss JPM auch nicht als Gegenpartei short gehen. Aber seien sie gewiss, dass JPM sofort wieder bereit steht, den Markt über die Comex-Shorts zu "beruhigen", sobald sich da mal wieder zu viele Longies sammeln. In guten Zeiten sind es Tausende relevanter Longies; derzeit vielleicht nur Hunderte, weil die Bücher am Jahresende geschlossen sind und die HedgeFonds und die kapitalklammen Banken lieber Geld in ihrer Kapitalrücklage oder bei der EZB parken als es ins Risiko zu geben. Auf der Short-Seite dagegen haben JPM und HSBC "traditionell" seit vielen Jahren eine dauerhafte Oligopol-Stellung mit 90+% Marktanteil an Silbershorts... Man kommt als Silberlongie an der Comex gegen JPM einfach nicht an, denn als Fed-Eigner und Primary Dealer hat JPM eine Quasi-Organunion mit der Fed und damit per definition unendlich tiefe Taschen.
=> Ihre "weitere Frage" ist DIE Dauerfrage der Silberinvestoren seit vielen Jahren. Fragen Sie am besten Warren Buffett, wie es seit vielen Jahren immer wieder gelingt, Milliardäre von signifikanten Silberauslieferungen abzuhalten. Der hat da einschlägige Erfahrung - er wurde schon 2002 kurz vor Beginn eines extrem lukrativen Silber-Bullenmarktes aus seiner 130 Millionen Unzen schweren Position gedrängt.
31.12.11 @ 16:50
Kommentar from: Ossi [Besucher]
Jim Willie beschrieb gestern auf den Goldseiten den Zerfall des COMEX-Spiels durch Flucht der Mitspieler, die sich betrogen fühlen.
Die SEC, die solchen Betrug eigentlich aufdecken sollte, tat und tut nichts!
Die SEC spielt ihrerseits ein übles Spiel: Die Firma Daimler wurde vor einiger Zeit von US-Gerichten zu einigen Milliarden Strafe verurteilt. Allerdings wurden die Strafe auf Bewährung ausgesetzt und die SEC als Bewährungshelfer eingesetzt. Alle wichtigen Entscheidungen bei Daimler werden nun von dieser SEC kontrolliert und nach Kräften (welchen wohl?) beeinflusst. Neulich las ich, dass der Deutschen Telekom ähnliches Ungemach droht.
31.12.11 @ 17:31
Kommentar from: LuckyFriday [Besucher]
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"Whom the Gods want to destroy, they first make him mad"
(Wen die Götter vernichten wollen, den machen sie zuerst wahnsinnig).

Dies münze ich auf "God's own country" (die USA).

Es gibt weitere Beispiele, wie die SEC und ander US-amerikanische Behörden vor allem ausländische Gesellschaften in die Zange nehmen. Nur etwa der Steuerstreit mit der sogenannten "Steueroase" Schweiz: was ist mit den vielen Ablegern der US-Banken in den Bahamas und anderen früheren britischen Empire-Inselchen?

Das ganz grosse Geld, das die COMEX aushebeln könnte, ist wahrscheinlich "auf der anderen Seite" oder wird, mit was für Mitteln auch immer, dorthin bugsiert.

Ihnen, Herr Boehringer, grossen Dank für Ihre aufwändige Informationsarbeit und allen Leser/innen ein gutes Neues Jahr! Lucky

********
=> Danke Lucky und Wünsche zurück. Das Euripides-Zitat oben ist doch zum Jahresende eine schöne Erinnerung, was uns in den garantiert auch 2012 ökonomisch und gesellschaftlich verrückten Zeiten allen NICHT passieren sollte: dass wir selbst den Kompass verlieren, der uns die Orientierung inmitten des zunehmenden Wahnsinns des Kondratieff-Schulden-Winters zeigen kann. Und das sind und bleiben die aus physikalischen und empirisch-psychologischen Gründen unbestechlichen wahren Werte Gold und Silber!
31.12.11 @ 18:59
Kommentar from: Achim [Besucher]
Die COMEX ist ein Verein den Betrug an Rohstoffländern zu managen. Wer für seine Produkte einen angemessenen Preis erzielen will muß sich gegen diese Machenschaften in einem Kartell zusammenfinden. Der Angriff auf den Silber und auch Goldpreis wird über diesen Betrugsverein gesteuert. Achtung Vorsicht vor Gold und Silber ETFs. Ihr Gold und Silber wird zur Spekulation
gegen Sie verliehen.Im Ernstfall besitzen Sie nichts. MfG Achim
31.12.11 @ 19:11
Kommentar from: Miroslaw [Besucher]
*****
Das Spiel der Shorties geht in wenigen Jahren sowieso zu Ende - allein wegen der Silberknappheit.
Nichtdestotrotz: die Investitionswelt braucht nicht auf kommende Milliardäre zu warten, um das Agieren der dunklen Mächte zu entblößen und die Wahrheit an die Oberfläche kommen zu lassen. Jeder von uns kann mit auch mit kleinsten physischen Käufen diese klärende und entblößende Funktion erfüllen ...

Guten Rutsch
31.12.11 @ 19:32
Kommentar from: Zero [Besucher]
Betr. Warren Buffett: er ist mit der Rothschild-Gruppe befreundet, von ihm darf man nicht erwarten, dass er das fiat-money-Ponzispiel mit großen Silberkäufen zum Einsturz bringt. Ganz anders sieht es dagegen mit Eric Sprott und Sprott Asset Management aus. Sprott kauft Silber immer physisch, muss aber entsprechend lange warten (teils mehrere Monate) und er weiß natürlich, auf welch dünnem Eis er sich damit bewegt, so dass er entsprechend vorsichtig agieren muss. Trotzdem wird er eines Tages die Crimex und das Kartell damit zu Fall bringen.

Ihnen Herr Boehringer und allen anderen Lesern wünsche in einen guten Rutsch und ein gesundes und frohes neues Jahr 2012. Die Dummheit der Politiker und der Zettelbanker möge uns auch im nächsten Jahr hohe Gold- und Silberpreise bescheren! ;-)
31.12.11 @ 20:27
Kommentar from: Lindix [Besucher]
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Erstmal ein erfolgreiches 2012.

Kleine Ergänzung:
Das Public Opinion Sentiment für Silber nähert sich momentan seinem Tiefpunkt, das bedeutet in der Regel steigende Kurse. Quelle: sentimenttrader.com


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=> Rückfrage PB: Danke. Gerne einen clickbaren Link dazu senden (wird dann hier aktiviert).
=> Ansonsten sind solche Sentimentanalysen aus Sicht echt überzeugter Bugs immer etwas schizophren: Zum einen ist Silber (als wahres Geld) bis zum Vollzug der faktischen Re-Monetisierung noch sehr lange unterbewertet, so dass es für wahre Bugs noch sehr lange keinen fundamentalen Grund für Preis-Pessimismus gibt. Und zum anderen geiern die überzeugten Longies so lange auf die Sentiment-Zahlen und darauf, wann endlich die anderen pessimistisch werden, was dann (bei Eintritt) wiederum ein gutes Zeichen für den Markt sein soll. Will die Analyse nicht madig machen - aber bei diesem Warten auf Godot kann man als Überzeugungstäter mit Grund-Optimismus schon mal frustriert werden und dann irgendwann SELBST bearish werden - was dann gemäß Sentimenttheorie wiederum bullish wäre...
=> Aber vielleicht müssen wir ja 2012 alle ein wenig schizophren und scheinbar irrational handeln. Lucky hat oben schon das Zitat von Euripides gebracht. Und Doug Casey sagte mal, ein guter Spekulant müsse immer völlig entgegen seiner aktuellen inneren Emotion und Empfindung handeln: Wenn er Angst hat, kaufen. Wenn er sich gut fühlt und kein Risiko in Sicht ist (zu sein scheint), verkaufen.
01.01.12 @ 12:03
Kommentar from: Dieter Vollmuth [Besucher]
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Daumen hoch, Peter - und ein gutes und erfolgreiches neues Jahr!

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=> Und zurück, Kollege Klarblick-Divo. Merci für die klare Arbeit in 2011 und vorausschauend 2012!
01.01.12 @ 12:10
Kommentar from: Peter Boehringer [Mitglied] E-Mail
Nachtrag (nur) für echte COT-Cracks: Hier eine noch tiefergehende Analyse der aktuellen COT-Situation im Silbermarkt: http://ewfresearch.com/files/SCOT1227.pdf
Interessant ist vor allem die hier getroffene Differenzierung INNERHALB der Gruppe der Commercials. Seit langem sind die "4 largest Commercials" innerhalb dieser Gruppe sehr dominierend. Ted Butler vermutet dahinter KEINE Minen, sondern andere (vermutlich manipulative) Adressen. Deren Anteil innerhalb der Commercials ist aktuell ebenfalls auf einem Mehrjahrestief, was im Link genauer analysiert wird.
01.01.12 @ 13:08
Kommentar from: Werner Theine [Besucher]
Wie wäre es, wenn man den Leerverkäufen die gleiche Position an Leerkäufen gegenüber stellen könnte? Beide Parteien drohen ihren Kontraktpartnern gefälligst auf Lieferung zu verzichten. Der Leerverkäufer wird seinem Käufer kein Gold liefern, sowie der Leerkäufer kein Gold geliefert haben will. Man schiebt also Zettelchen hin und her, und das ganze wird zu einer Nullnummer. Bei Absicherung "echter" Geschäfte müßte natürlich Lieferung erfolgen.
01.01.12 @ 23:33
Kommentar from: Peter [Besucher]
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Super Artikel, danke!

Ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2012 allen Silber-Bugs ;-)
02.01.12 @ 00:55
Kommentar from: Bert [Besucher]
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Meine letzte Wortmeldung scheint von der Realität bereits überholt worden zu sein. Siehe Artikel Teil 2 von Jim Willie (Umgehung der Comex durch Minen und andere Marktteilnehmer mit echtem HEdging-Interesse). Die Goldbugs werden Recht behalten.
02.01.12 @ 10:12
Kommentar from: Reinhard [Besucher]
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Alles recht verwirrend für Otto Normal: wohl auch daher scheint das Spielchen eine ganze Weile gut funktioniert zu haben. Es ist hier leider nicht wie im guten alten Western, wo am Schluß die Bösen in einem Revolverduell niedergeschossen werden, oh nein, die "Gerechtigkeit" schlägt andere Looping-Schleifen: daher wird es wohl "Unschuldige" (vielleicht nur eine Umschreibung für Unwissende?) am Ende hauptsächlich erwischen.
Jedenfalls entnehme ich Ihrem Beitrag, daß es sich lohnt, auf seinem Nibelungenhort hocken zu bleiben, statt kalte Füße zu kriegen und sich dem begehrlichen Hagen (Kartell?) preiszugeben.
Gut, wenn man das eine ruhen lassen kann (es "rostet" zum Glück nicht), während man von eingehendem Cash (Gehalt) weiterhin liquide bleibt - bis diese Quelle versiegt, verdampft bzw. in Rauch aufgeht und man auf seinen wacker angesammelten Hort (oft genug bezweifelt und bezaudert) zurückgreifen kann.
Ihnen wünsche ich auch ein gutes neues Jahr, das Gerüchten zufolge ein Horror, zumindest der Auftakt dazu, werden sollt.
02.01.12 @ 12:00
Kommentar from: Gustav [Besucher]
Allen Verfassern, Lesern und Kommentatoren ein gutes Jahr 2012! Danke für die bisher erbrachten vielen informativen Darlegungen.
Das Gebaren an der Comex ist nur ein weiteres Zeichen für die Herrschaft von Leuten die, ohne jedwede Moral oder Vernunft, nur ihren eigenen Vorteil erhalten und vergrößern wollen. Die meinen, daß sie auf Grund ihres materiellen Reichtums, irgendwelcher Titel oder Positionen nach ihrem Belieben mit der Menschheit verfahren können. Die gegenwärtigen Staatsformen mit ihren Kontrollgremien und Aufsichtsbehörden, dienen vorrangig dazu dieses kriminelle Treiben zu unterstützen, dem Normalbürger gegenüber zu vertuschen oder ihm ein gewisses Mitspracherecht vorzugaukeln. Ist eben Demokratie. [Pervertierte Parlamentsdemokratie, nicht die wahre direkte Basisdemokratie, wichtiger Unterschied! (Anm. PB) ] Jeder Silberinvestor/besitzer, der das echte Material in seinem Besitz hält, sollte sich seiner Preismacht bewußt sein. Letztendlich geht es um den Wert und Nutzen des echten Metalls, dieses bestimmt den Preis und keine Papiermanipulationen. Der Besitzer entscheidet wann und zu welchem Preis er sein Metall, das begehrt und gebraucht wird, hergibt. Der gegenwärtige Silberpreis ist allein schon gegenüber dem Goldpreis betrachtet, allein schon wegen seiner schätzungsweise nur noch geringen Verfügbarkeit, lächerlich.
02.01.12 @ 18:20
Kommentar from: Adept [Besucher]
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Zitat:"Man kann den im Futuremarkt dabei chronisch long positionierten Minenbetreibern daher keine „Dummheit“ unterstellen, wenn sie über volle 6 Jahre (1995 bis 2001) verzweifelt auf ein Ende der unnatürlich heruntergeprügelten Edelmetallkurse spekuliert haben: sie wussten einfach um die Kosten-Zustände an ihrer Minenfront"

Da ich diese Zeit aktiv erlebt habe, habe ich die Erinnerung an die damals ultimative Blase der Neuen Technologien: sagenhafte Gewinne innerhalb kürzester Zeit bis 2000.
Jeder verkaufte ALLES - auch Omas Kleinhäuschen und Minen und Edelmetalle- für cash, um dabei zu sein.
Nach dem Crash dieser Blase war kein Geld für Minen und Metalle mehr da...
In jener Zeit fraß Gier eindeutig Hirn und deshalb vermute ich, dass es kaum eine Zeit gab, in der man weniger manipulieren mußte, um die Edelmetalle und Minen unten zu halten.
ALLE glaubten wirklich an die vollkommene Nutzlosigkeit von Gold, vom Silber ganz zu schweigen.
02.01.12 @ 23:31
Kommentar from: Brainwashed [Besucher]
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Ein gutes neues Jahr,

könnte der Tiefstand an Contrakten auch daran liegen das immer mehr Marktteilnehmer von der Comex "die Schnauze voll haben"?

z.B. Marginerhöhungen in einen fallenden Markt etc. pp

Ich werde und war nie in ETF´s investiert. Wenn schon dann physisch, aber als Investor an der Comex würde ich mich dezent veräppelt fühlen.
03.01.12 @ 12:36

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