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Humanismus ist etwas ganz anderes

von Peter Boehringer E-Mail 25.05.12 17:47:34

Aus leider gegebenem Anlass eines Metallwoche-Interviews von Thorsten Schulte heute mal etwas Grundsätzliches zu einer relativ neuen Art von „Opposition“, die wir langjährigen Kritiker des EU- und Euro-Systems sowie der inzwischen zum Euro irgendwie „zugehörigen“ Rettungsschirme erfahren. Dies nicht nur von Seiten der klassischen unverbesserlichen EUliten und ihrer keynesianischen, natürlich parteiischen und über ihre Pöstchen und Aufträge incentivierten Schleimer der Macht; sondern seit einiger Zeit leider auch von Leuten, die den Wahnsinn des unnatürlichen ungedeckten Geldsystems eigentlich erkennen müssten. „Friendly Fire“ sozusagen, mit dem ich mich zwar (weil nicht von den Krisenverursachern kommend) ungern auseinandersetze; und es daher zB im Fall von Folker Hellmeyer lange bei Andeutungen zur Unhaltbarkeit dessen völlig einseitiger Euro-Verteidigung belassen habe. Sogar die ersten moralisierenden Unverschämtheiten von September 2011 haben wir –obwohl über die Goldseiten verbreitet– hier noch fast unkommentiert gelassen. Das richtete sich selbst – die Forenkommentare waren entsprechend – warum also noch nachtreten?

Sogar die vermeintlich staatstragenden, und mit keinen Widerspruch duldender Überzeugungskraft vorgetragenen Worte aus der ganz großen Rhetorik-Trickkiste haben wir noch schweigend hingenommen; so zum Beispiel solche gleich multipel und vielschichtig fehlgeleiteten Thesen:

„Die aktuelle Verhaltensweise derjenigen, die hier sportlich Griechenland in Grund und Boden reden, schwächt die gesamte fiskalische Kraft der Eurozone. Sie spielt mit der deutschen Wirtschaft, dem deutschen Mittelstand und dem deutschen Bürgertum. Sie spielt mit der Zukunft Europas. Sie spielt mit dem europäischen Humanismus. Sie spielt mit dem globalen Finanzsystem. Sie spielt mit der Weltwirtschaft. Sie spielt mit der politischen Stabilität.“ >:XX

=> Schon damals im September sträubten sich den wahrhaft Geschichtsbewussten und den Kennern des natürlichen gedeckten Geldsystems und den wahren Marktwirtschaftlern die Haare bei einer kausal derart falschen Problemanalyse. Das hatte schon 2011 ungefähr das Niveau dieses ganz aktuellen und archivierungswürdigen Zitats des belgischen Notenbankgouverneurs Luc Coene; ebenfalls zur griechischen Situation:

“Man sagt natürlich nicht, dass man in einer Notsituation steckt, weil man die Situation so noch viel schlimmer macht. Ich sehe wirklich keinen Nutzen darin, mehr Transparenz in die Sache zu bringen.” XX(

=> Na das ist doch mal entwaffnende Ehrlichkeit eines Banksters! Um im Bild zu bleiben: das wäre wie wenn sich ein Bankräuber gegen seine Verfolgung durch die Polizei ausspräche mit der Begründung „Wenn die anderen potenziellen Bankräuber meine Tricks im Polizeibericht transparent nachlesen könnten, dann gäbe es ja bald viel mehr Bankraube. Ich sehe wirklich keinen Nutzen darin, mehr Transparenz in die Sache zu bringen!“

=> Aber Intransparenz löst die Probleme ganz gewiss auf – nicht wahr, Herr Bankräuber Räuberbanker Coene?!! Und ganz sicher wird (noch mehr) Intransparenz die baldige griechische Rettung bewirken – nicht wahr Herr Hellmeyer? Sportliches Lügen statt „sportliches In-den-Boden-reden Griechenlands“ wird dieses Land sicherlich retten! Dieses konstruktive Lügen bzw. die Juncker´schen „ehrlichen Lügen“ sollten wir endlich auch in unseren Kindergärten und Schulen einführen – wenn schon die größten Machtzentralen der Welt offenbar so gut damit fahren!

So weit wäre all das ja fast noch lustig. Leider findet die Totschlagrhetorik gegen wahrheitssuchende und -aussprechende EU(R)-Kritiker inzwischen auch Nachahmer außerhalb der Bremer Landesbank. In einem erstaunlichen Interview mit der Metallwoche von gestern bläst nun auch Thorsten Schulte ins gleiche Horn – und packt ebenfalls die verbale Moralkeule aus, mittels der wir Kritiker des Rettungswahnsinns als Gegner des Humanismus dargestellt werden. Dies mit der geradezu hanebüchen schlichten „Argumentation“, wer gegen die Rettung sei, der riskiere den Krieg und damit (wie in jedem Krieg) das Ende der Menschlichkeit.

Zwar bewegt sich diese „Logik“ unter Ausblendung der gesamten Vorgeschichte des Status Quo des EU-Wahnsinns auf Kindergartenniveau – ist aber eben darum hoch gefährlich. Darum bitte ich Thorsten und Herrn Hellmeyer zunächst einmal, sich die Worte des ehemaligen israelischen Botschafters in Bonn, Asher ben Nathan, in Erinnerung zu rufen – auch wenn das lange her ist: Ben Nathan in einem Interview auf die Frage, wer 1967 den 6-Tage-Krieg begonnen und die ersten Schüsse abgegeben habe: „Das ist gänzlich belanglos. Entscheidend ist, was den ersten Schüssen vorausgegangen ist.“

So wie in fast allen Kriegen ist es auch im Wirtschaftskrieg, den wir derzeit erleben: Die Ursachen, die uns erst in den aktuellen ESM-Rettungswahnsinn getrieben haben, liegen sehr lange zurück. Die u.U. tatsächlich tödliche Falle, die „dem Humanismus“ oder der „Res publica“ (= dem Rechtsstaat) und Uns dem deutschen Volk heute gestellt ist, wurde vor sehr langer Zeit aufgebaut. Auch Folker Hellmeyers Plädoyer für die alternativ- und uferlosen EUro-„Rettungen“ beschreibt darum heute nur noch reines Herumdoktern an Symptomen. :!: Seine Empfehlungen pro Rettungspolitik, „für den Euro“, „für die Res Publica“ und „für den Humanismus“ sind in Wirklichkeit kurzsichtige Ratschläge in völliger Verkennung der Ursachen des absolut unvermeidlichen Endes des Euros, der EU und selbstredend auch des ungedeckten Papierfalschgeldsystems insgesamt, die allesamt voneinander abhängen. Zitat F. Hellmeyer 2011:

„Wer in solchem Umfeld auf seine Möglichkeiten lauthals verzichtet, dient nicht der „Res Publica“ und er distanziert sich vom Humanismus, für den Europa als letzte Bastion noch steht. Er gefährdet die Integrität der Eurozone.“

:!: Es gibt kein richtiges Verhalten im falschen System [Adorno] - schon gar nicht mehr in dessen Endphase: Das aktive Verdrängen und das von uns Kritikern geforderte Verschweigen von Systemfehlern und Lebenslügen à la Coene oder Hellmeyer wird weder den Euro noch unsere Gesellschaft retten. Ein Zeitgewinn ist alles, worauf bei konsequentem Einsatz der Rettungsschirme noch zu hoffen ist. Dies um den Preis der stetig exponentiell beschleunigten Erhöhung der Fallhöhe und der endgültigen Zerstörung der Gesellschaft bzw. „des Humanismus“ in wohlverstandener Bedeutung des Wortes! :!:

Im neuen Buch „Der Private Rettungsschirm“ wird die Gesellschaftsgefährdung durch absurde Rettungsschirme als „Teufelskreis der sozialistischen Markt- und Gesellschaftsmanipulation“ bezeichnet:

=> Das Wort „ESM“ steht dort auch als Platzhalter für „EFSF“, „Target2“, „ELA“, „EZB-Schrottmonetisierung“; aber auch für „Goldpreisdrückung“ oder für das „Falschgeldsystem insgesamt“. Seit 1913 bzw. spätestens seit 1971 leben wir in der Lebenslüge des pervertierten Falschgeldsystems, aus der heraus sich fast alle anderen Fehlentwicklungen ergeben. Im Kapitel „Die geistige Vorbereitung“ dieses Buches zähle ich recht umfassend alle primären und sekundären Lebenslügen unserer Zeit auf, die leider auch von einigen Gold- und Silberbugs gerechtfertigt und damit verharmlost werden. Der Euro und die EU sind neben dem Papiergeld samt Dollar nur zwei dieser vielen vielen Lebenslügen – die Leser sind herzlich eingeladen, sich diese auf über 80 Seiten mal in Ruhe durchzulesen.

Adornos o.g. Diktum gilt immer und überall: Ein so fundamental fehlgeleitetes und unnatürliches System wie unser Falschgeldsystem und auch wie die Transfer-EU bzw. der illegale Bundesstaat EU kann und sollte nicht künstlich „gerettet“ werden. Die Planwirtschaft hat noch nie in der Weltgeschichte Wohlstand gebracht. Auch die monetäre Planwirtschaft der „Rettungsschirme“ wird das Gegenteil dessen bewirken, was sie angeblich erreichen soll.

Thorsten Schulte bewirbt heute sein Metall-Woche-Interview mit folgenden Worten:
„Mir liegen die Aussagen im 2. Teil des Interviews sehr am Herzen. Ich füge ausdrücklich hinzu, dass diejenigen, die ein Ende der Euro-Rettungsschirme, der EZB-Liquiditätsspritzen, des Zahlungsverkehrssystems TARGET2 und der Europäischen Währungsunion fordern, sich mental und in ihrer gesamten Vermögensallokation auf eine Depression wie 1929 bis 1933 vorbereiten sollten.“ :roll:

=> Laut gebrüllt, lieber Thorsten. Du musst aber zwingend hinzufügen, dass diese geistige und materielle Vorbereitung unbedingt auch von denjenigen vollzogen werden muss, die dieses „Ende der Rettungen“ nicht fordern! Sie sitzen in genau demselben sinkenden EU- und EUR-Boot. Was wir Kritiker des Target- und ESM-Wahnsinns „fordern“ oder was Du evtl. gegenteilig forderst, ändert genau ... nichts am unvermeidlichen Exitus des Euros. Nehmen wir uns nicht so wichtig, denn letztlich werden unsere Appelle die Abwicklung des Systems nicht mehr beeinflussen – egal ob wir den „Brüning“ oder den „Hyper-Keynes“ fordern! Es ist unseriös zu behaupten, die aktuellen Rettungsversuche des EUR würden „den Humanismus“ am Ende retten, der in der Tat gefährdet ist! Und die deflationäre Depression wird durch noch eine weitere inflationäre Schocktherapie nur noch um maximal wenige Jahre hinausgeschoben. :!: Die im Falle eines GR-Exits zu erwartende EZB-„Bazooka“ (dann die dritte in nur sechs Monaten!) könnte vermutlich über drei Billionen Euro „Feuerkraft“ haben. Doch diese drei Billionen sowie alle anderen Rettungsvehikel von Target2 bis zur EZB wie auch der heute gerüchteweise geplante „paneuropäische Sicherungsfonds für Bankeinlagen“ werden Armageddon um vielleicht sechs Monate verzögern, ohne dass sich an den realwirtschaftlichen Unterschieden der Euro-Zone als Haupt-Ursache der Euro-Spannungen irgendetwas geändert hätte – wegen des moral hazard Folgeproblems ganz im Gegenteil!. Dann muss zwingend die nächste Bazooka kommen – jedenfalls in der Logik der alternativlosen Euro-Retter.

=> Merken wir noch, dass wir die „Alternativlos!“-Rhetorik der Blockparteien einfach unkritisch nachplappern? Merken wir noch, dass sich die Aufschuldungszyklen ständig verkürzen und sich die Fluchtbewegungen der Spargelder dadurch immer weiter beschleunigen? Ist das kein recht sicheres Zeichen des endgültigen Vertrauensverlusts der Menschen in die EUliten und ihr Falschgeldsystem? Ist uns nicht klar, was das bedeutet und dass Beschwörungen des Humanismus das Desaster nicht mehr verhindern werden?

Der gleichen Logik „Wenn das System fällt, dann Ende des Humanismus“ folgend, müsste Folker Hellmeyer übrigens auch alle anderen planwirtschaftlichen Aktionen des Systems gutheißen. So zB (GATA-Meldung von heute) den ultimativen Artenschutz für die Comex durch den neuen planwirtschaftlichen Räterat der US-Regierung namens „Financial Stability Oversight Council“, der heute beschlossen hat, dass die Comex unsterblich werden muss, da „systemrelevant“ und damit „too big to fail“ und damit zugangsberechtigt beim ultimativen „funny money“-Rettungs-Topf der Fed:

„Specifically, the law authorizes the Federal Reserve to provide ‘discount and borrowing privileges’ to clearinghouses in emergencies. Traditionally the ability to borrow from the Fed's discount window was reserved for banks, but the new law made clear that a clearinghouse receiving assistance was not required to ‘be or become a bank or bank holding company.’ To get help, they only needed to be deemed ‘systemically important’ by the new Financial Stability Oversight Council chaired by the Treasury Secretary.“ >:XX

=> Auch diesen in einer Marktwirtschaft absurden Artenschutz (der übrigens geeignet ist, den Silberpreis noch einige Jahre länger zu drücken als es sonst möglich wäre, Anmerkung in Richtung Silberjunge) muss Folker Hellmeyer konsequenterweise als „gerechtfertigt und alternativlos zur Rettung des Humanismus“ ansehen. Ebenso wie (siehe Interview Thorsten Schulte) auch alle bunten und völlig außer Kontrolle geratenen Facetten des Brüsseler Manipulationsspektrums irgendwie sophistisch als „marktwirtschaftskonform“ umdefiniert werden: ESM, Target2, direkte Bankenrettungsfonds, direkte Bankeinlagen-Rettungsfonds, EZB- und BuBa-Refinanzierungen , usw. usw.

=> Nein – all das ist in unserem Falschgeldsystem zwar System-konform – aber eben nicht Marktwirtschafts-konform! Und doch das ist das noch immer das System, das weiterhin geheuchelt wird und von dessen Resten auch die Apologeten der „Rettungen“ noch immer leben!

Die historische Abhandlung der Brüning-Zeit im Metallwoche-Interview enthält wildeste Spekulationen: ohne Brüning kein Hitler. Aber das ist –von Versailles mal ganz abgesehen– eben nur eine stark verkürzte Geschichtswahrheit: Die angelsächsische Kreditblase der Roaring Twenties von ca. 1925-1929 musste irgendwann bereinigt werden. Mises wusste schon viele Jahre früher, dass ein durch Kredit-Ausweitung künstlich geschaffener überzogener Boom nicht ohne schmerzhafte Bereinigung wieder aus der Welt zu schaffen ist. Die Depression war also schon seit 1928 unvermeidlich – und damit waren auch schon 1928 die Schmerzen der Verarmung der Mittelschicht und der Massenarbeitslosigkeit sicher und damit die Grundlagen des Aufstiegs „Hitlers“ gelegt. :!: Eine weitere Runde der Aufschuldung statt direkt „Brüning“ hätte weder Hitler noch WK II verhindert! Der Kreditvermögensüberhang musste ab 1929 einfach ausgebucht werden – ebenso wie genau dies leider auch heute wieder einmal überfällig ist - spätestens seit dem Sündenfall der ersten GR-"Rettung" bzw. seit dem EFSF im Mai 2010! Und eine Ausbuchung (Währungsreform) ist immer ein deflationärer Akt, der durch eine letzte (?!) Inflationsanstrengung nicht mehr verhindert, wohl aber inhuman verschlimmert werden kann. An ökonomischen Naturgesetzen kommt man nicht vorbei! Es ist längst geschichtlich nachgewiesen, dass auch Roosevelts „New Deal“ – also der „Anti-Brüning“ die USA nicht aus der Depression von 1930ff geführt hat, sondern dass dies erst die Aufrüstung in den USA (die nicht erst 1941 einsetzte!), dann die Kriegswirtschaft und dann die Sondersituation des gewonnenen Kriegs, dann der Besitz des Großteils des Weltgolds, der Weltpatente und des Weltkapitals ab 1945 sowie der Wiederaufbau der zerstörten Rest-Welt mit US-Kapital bewerkstelligt haben! Und natürlich das unglaubliche Privileg des „Papiergold-Dollars“ von Bretton Woods.

Den heute wieder absehbaren Kollaps werden daher auch in den 2010er-Jahren nicht die markigen Sprüche der selbsternannten „Humanisten“ und ihre inflatorischen keynesianischen Verzögerungsmittel verhindern. Sie machen ihn nur tödlicher für alle. Der Zeitgewinn wird vor allem aus deutscher Sicht ungeheuer teuer erkauft. In zwei bis maximal fünf Jahren wird der EUR sogar trotz ESM etc. und trotz auch noch erwartbarer Eurobonds Geschichte sein. Da lege ich mich inzwischen fest. Die moralisierende Totschlagrhetorik gegen die Kritiker des EUR-Wahnsinns ist inzwischen wahrhaft ärgerlich und unerträglich, denn die inflationär verzögerte Währungsreform ist –gerade für die Masse der Papiergeld-Kleinsparer– eben nicht humaner als die direkt deflationäre. Und die Kriegsgefahr ist auch im Inflationsfall nicht kleiner - die Währungsreform wird Millionen von Menschen verarmen – egal ob direkt deflationär ausgelöst oder vorher noch einmal inflationär aufgeblasen! Wir Kritiker der Rettung werden am Tag X nicht die Auslöser des Crashs gewesen sein! Der Überbringer der schlechten Nachricht wird bestraft. Doch das sind antike bzw. mittelalterliche, barbarische Sitten! Wir lassen uns diese irrationale und unfaire Behandlung nicht gefallen – besonders weil sie schon heute für den Tag X absehbar ist! Der Mythos „Die Panikblogger und ihre dumme Transparenz sind schuld – hätten die bloß die Klappe gehalten, dann wäre der Euro nicht untergegangen!“ muss schon im Ansatz bekämpft werden. Die Coenes und Hellmeyers der Welt dürfen mit dieser Dolchstoß-Legende des frühen 21. Jahrhunderts nicht durchkommen!

In einem hat Thorsten Schulte sicherlich recht: Wenn alle Staaten drucken als gäbe es kein Morgen mehr und dies inzwischen sogar offen illegal, dann wäre es auch aus deutscher Sicht rational, dies auch zu tun. Aber dann bitte ohne EU-Komplett-Transfer-Würgeband und wirklich nur zu unseren eigenen Gunsten, was zB die griechische Zentralbank ja inzwischen offen tut. Dito Spanien und via Target2 und EZB schon heute auch Frankreich. Wir müssen raus aus der EU - und zwar nicht als Letzte, denn den Letzten werden die Hunde beißen. Die Holländer könnten übrigens schon nach den Wahlen im Herbst den Ausstieg erklären. Sie würden es dann klug machen, denn sie bekämen ihre Target2-Forderungen etc. noch in werthaltigem Geld ausbezahlt. Die Deutschen als letzte Deppen und Zahlmichels dann nicht mehr. Die 650+ Mrd EUR Target-Forderungen und die impliziten und expliziten EZB- und EFSF-Bürgschaften sind schon heute mehr oder weniger Voll-Abschreibungen!

Ich ertrage auch Forderungen nach Fortführung von Target2 und nach der Errichtung der ESM-Bank nicht mehr, solange sich jemand noch als "Marktwirtschaftler" bezeichnet. Wer Target2 verstanden und Aufbau und Folgen der ESM-Bank durchdrungen hat; und diesen Wahnsinn dann noch immer verteidigt, ist kein Marktwirtschaftler mehr! Eine zu (inzwischen mehr als) 100% druckerpressenfinanzierte Exportwirtschaft hat mit Marktwirtschaft nichts mehr zu tun! Ebensowenig eine ab Juli über den quasi monarchisch agierenden ESM-Gouverneursrat m.E. zu 70+% gesteuerte StaMoKap-Realwirtschaft; von der Finanzwirtschaft ganz zu schweigen! Was soll das? Die sozialistische Planwirtschaft hat der Masse der Menschen noch nie in der Geschichte Wohlstand gebracht - immer nur das glatte Gegenteil! Man kann sich nicht reich drucken und der Zentralplanungsstaat ist immer der schlechteste Produzent überhaupt, weil er den freien Preis- und Zinsfindungsmechanismus bekämpft, was apodiktisch immer schiefgeht und (siehe Grafik oben) immer dramatische gesellschaftliche Konsequenzen hat; und in der Weltgeschichte immer Armut und oft Krieg befördert hat! Auch der monetäre Sozialismus der ESM-EU ist nur eine neue Form der Planwirtschaft. Sie wird auch diesmal monumental scheitern und uns am Ende in Verarmung und (Bürger)Krieg stürzen! Humanismus????? :?: :?:

Die freien Marktkräfte (als Ausfluss des Menschenwillens) sind auf Dauer immer stärker als die Planwirtschaftler in EU-Kommission, im Schäuble-BMF, in der Bremer Landesbank oder anderswo.

Alle Versuche der totalen EUropäischen Planwirtschaft sind anti-humanistisch! ESM & Co sind pure Marktmanipulation in den größten Märkten der Welt - den Bondmärkten. Planwirtschaft also - obwohl dies leider sogar früher marktwirtschaftlich denkende Freunde inmitten des aktuellen und tatsächlich hoch gefährlichen Szenarios zu verdrängen scheinen. Doch noch immer gilt: Man kann eine Krise nicht mit höheren Dosen der Kreditmedizin bekämpfen, die sie verursacht hat! Das Kreditfeuer ist mit dem planwirtschaftlichen ESM-Benzin nicht löschbar!

Fazit (nicht neu von mir): Der Preis der Aufgabe der Marktwirtschaft, des Rechts, der Demokratie und der (nationale deutsche Sicht) ökonomischen Vernunft ist für eine Verzögerung der (unvermeidlichen!!) Katastrophe um wenige Jahre zu hoch! Viel zu hoch. :!: Nur bei bereitstehender Fluchtburg und bei anti-humanistischer Einstellung und bei einem Zeithorizont unter drei Jahren kann man das m.E. immer noch anders sehen und weiterhin den ESM-Wahnsinn gutheißen und Kritiker desselben als „Rattenfänger“ bezeichnen.

=> Die heutigen EUR-Kritiker sind noch immer höchst rational - ich nehme das seit über 15 Jahren für mich in Anspruch. Aber ja, die Rattenfänger und Heilsbringer werden kommen, wenn wir so weiter „retten“. Erst von links, dann wieder von rechts!

Im Webinar am kommenden Montag werde ich auch auf diese Themen noch ausführlich eingehen. Aufzeichnungslink dann nach der Sendung.

Und vergessen Sie bitte nicht, die Petition „Keine Ratifikation des ESM-Vertrags“ zur unterzeichnen und zur Großdemo gegen den „Rettungswahnsinn“ zu kommen. Die Demonstranten dort sind der Humanität schon viel länger verpflichtet als diejenigen, die sie vor einigen Monaten glauben entdeckt zu haben und sie nun für sich pachten wollen!
2. Juni 2012, 11 Uhr, München: http://www.stop-esm.org/demo

49 Kommentare

Kommentar from: Kai [Besucher]
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Lieber Herr Boehringer,

Meines Erachtens haben Sie mit Ihrer Analyse voll ins Schwarze getroffen. Zumindest bei Folker Hellmeyer steht zu befürchten, dass er sich nicht hinreichend von Vorgaben, Direktiven, evtl. sogar Einschüchterungsversuchen seines Arbeitgebers, der Bremer Landesbank, freimachen kann und damit u.U. sogar gegen seine eigene Überzeugung spricht. [Was ich im Artikel allerdings nicht behaupte, siehe Kommentare oben, Anm. PB]

Wenn die von Thorsten Schulte immer wieder behaupteten Kontakte bis zur Spitze in Regierungskreisen reichen sollten, so kann auch hier eine Art Doppelagententum vorliegen. Vielleicht bitten diese Regierungskreise einflussreiche Multiplikatoren darum, mit vielen salbungsvollen Worten eine Zuspitzung der Lage, die von den Köpfen der Menschen auf die Wirtschaftslage überschlägt, so weit es geht erst gar nicht aufkommen zu lassen. Eine Art perfide psychologisch-propagandistische Kriegsführung durch Desinformation also.

Was beide aber vergessen: der Crash, der fast alles Papiervermögen auslöschen wird, wird in jedem Fall kommen. Je später, desto verheerender werden die Verluste sein; das Spielen auf Zeit macht die ganze Angelegenheit noch sehr, sehr viel teurer und bringt überhaupt nichts !!
25.05.12 @ 18:18
Kommentar from: Fritz [Besucher]
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Hallo Herr Boehringer,

Ich sage Ihnen aus vollem Herzen DANKE für diese Zeilen. Das Interview von Thorsten Schulte habe ich gehört und verstand die Welt nicht mehr. Ich bin Abonnent bei ihm und stelle seit ca. September 2011 eine Veränderung seiner Statements fest. Ich denke langsam wirklich, dass seine Kontakte zu dem System ihn verändert haben. Früher hat er klar auf die Systemlügen hingewiesen und damit auch seine Silberposition untermauert. Vielleicht hat auch sein Freund Hellmeyer Anteil an der Veränderung? Bei seinen Anlageempfehlungen geht er jetzt auch davon aus, dass diese Lügensystem immer weiterläuft.


Nochmals Danke für Ihre Worte, freundliche Grüße.

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=> Ergänzung PB: Ohne für sie sprechen zu können, bin ich sehr sicher, dass Thorsten, der ja ebenso wie Herr Hellmeyer exzellente Infos und ein exzellentes Analyseverständnis hat, einfach für sich eine Abwägungsentscheidung treffen, die vielleicht sogar in sich logisch ist: Wie viel ist uns ein Zeitgewinn von x Jahren wert? Und hier kann man durchaus und je nach persönlichem Portfolio und je nach Lebenszeit-Horizont zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Ich habe im Artikel meine Wertung eingestellt. Andere sind möglich.
=> Ich kann aber angesichts des fortgeschrittenen Stadiums des EUR-Wahnsinns nicht akzeptieren , dass jemand noch immer von einer dauerhaften Rettung ausgehen kann! Folker Hellmeyer hat in einem Gespräch mit mir vor einem Jahr bestritten, dass es "nur fünf Jahre" Zeitgewinn wären, wenn man denn jetzt "intelligent und konsequent per EFSF und ESM den EUR retten würde". Und vermutlich denkt er das noch immer. Time will tell. Aber in diesem Jahr sind wir dem GR-Exit und dem EUR-Exit erheblich näher gekommen. Und genau das war damals (und schon viel länger) meine Prognose. Und ich bleibe -siehe Blog- dabei, dass nicht wir "Botschafter" es sein werden, die dem EUR dann letztlich den Fangschuss geben, sondern die Last seiner ureigenen Fehlkonstruktion, die die Märkte irgendwann nicht mehr übersehen werden. Spätestens dann, wenn der letzte (einzige) Garant der verrückten Konstruktion selbst überschuldet sein wird. Deutschland natürlich - etwa um 2015!
25.05.12 @ 18:51
Kommentar from: Heimo [Besucher]
Bereits vor vielen Monaten, als ich erstmalig auf die Seiten "Goldseiten.de" aufmerksam wurde, stachen mir die Texte eines Herrn Hellmeyer unangenehm ins Auge. Von mir daraufhin gepostete Kommentare wurden nicht veröffentlicht!!

Herr Hellmeyer ist bei einer Landesbank beschäftigt, wie soll er da unabhängig sein!!!?
Mich wundert nur, dass solches Schreibwerk auf dieser Seite veröffentlicht wird, das wäre doch wohl eher etwas für die Mainstreampresse!

Heimo

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=> Ergänzung PB: Folker Hellmeyer ist ein uralter Goldbug und schreibt als solcher selbstredend auf den Goldseiten - hat aber bekanntermaßen auch guten Zugang zum Mainstream, was man ihm keineswegs zum Vorwurf machen kann - das ist (wäre) eher ein Chance für breitenwirksame Aufklärungsarbeit. Er hatte das Papiergeld-System früh verstanden. Ich hatte auch oben schon zu den unterschiedlichen Wertungen der Lage geschrieben, zu denen man je nach Blickwinkel kommen kann. Soweit so gut. Was ich FH aber in der Tat vorwerfe ist, nicht zu erkennen, dass sein geliebtes EU-Vehikel in Wirklichkeit eine Kreation der angelsächsischen (und französischen) Eliten ist und immer war und gerade diesen Kreisen heute ganz besonders gut nutzt, um Europa über EUropa unter Kontrolle zu halten. In diesem Sinne ist es völlig widersinnig, dass Herr Hellmeyer immer wieder korrekterweise die angelsächsischen unfair spielenden Wirtschaftseliten anprangert - aber ausgerechnet die EU als sicheren, schützenden Hafen gegen diese Mächte zu sehen scheint. Hier wäre eine Menge "food for thought" - am besten anfangen bei einer gründlichen Recherche zu Gründung und Weiterentwicklung der "EUropäischen Einigungsgeschichte" von Coudenhove, CIA, über die Montanunion, die EWG, die EG hin zur Maastricht-EU und dann zur heutigen illegalen und undemokratischen Transfer- Zuwanderungs- und Überwachungsunion als Perversion einer vorgeblichen Friedensidee durch Freihandel.
25.05.12 @ 19:51
Kommentar from: RealTerm [Besucher] · http://www.realterm.de
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Es wurde höchste Zeit für diesen Blog, es ist einer Ihrer besten!

Man kann vielerlei Meinung sein, aber die Schuldzuweisungen des Herrn Hellmeyer an die Kritiker der aktuellen Todesspirale der Euro-Rettung ist von unerträglicher Hybris.

Ausgerechnet diejenigen, die auf den nahenden Kollaps und die Gefahren hinweisen, stempelt er zu den Verursachern. Welche unglaubliche Unverfrorenheit!

Folgendes Bonmot von Gustav muss hier folgen:

"Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet,
von den Tatsachen, die ihnen missfallen,
wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern.
Der, der sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr.
Der, der sie aufzuklären versucht, stets ihr Opfer."

Seien wir vorsichtig! Denn Voltaire sagte bereits:

"Es ist gefährlich, in Dingen Recht zu haben, in denen die angesehenen Autoritäten Unrecht haben."

Danke!
25.05.12 @ 20:28
Kommentar from: Bert [Besucher]
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Ja, aber ... das ist doch alles geplant bzw. es läuft alles nach Plan. Schäuble war "ehrlich" als er sagte, dass alles kaputt gemacht werden muss, um die NWO zu errichten. Ich zermartere mir schon die ganze Zeit den Kopf, wohin man noch auswandern könnte. Aber es ist alles schon verseucht, im Prinzip haben wir die NWO schon. Vielleicht fällt den BRIC Staaten noch was ein, verkehrte Welt.
25.05.12 @ 21:05
Kommentar from: Hermes1650 [Besucher]
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Hallo Herr Boehringer,

unermüdlich im Bestreben um Aufklärung haben Sie heute wohl Ihren besten Beitrag zum anstehenden Zusammenbruch des derzeitigen Geld-Betrugssystem veröffentlicht.

Meinen innigsten Dank für Ihre Gedanken.

Unabänderlich wird uns der "Tsunami" der Depression erledigen.

Wie überleben in den kommenden Zeiten?

Adorno hat in der Dialektik der Aufklärung aufgezeigt, dass es schwierig ist, Massen zu mobilisieren.

Hermes

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=> Ergänzung PB. Danke natürlich @Hermes, nur zwei Anmerkungen:

1. Ich bin trotz dieses wichtigen Zitats selbstredend kein Adorno-Fan, denn der war bekanntermaßen selbst Teil der unseligen Lügen-Geschichte der political correctness und damit durchaus auch Teil des Wühlwerks der Frankfurter Schule, welche ab ca. 1965/68 über mehrere Jahrzehnte die EUropäische Usurpation eines nach 1945 tatsächlich mal glaubhaft friedlichen Freihandelsgedankens betrieben hat. Bis wir heute eben in der schlechten Karikatur dieses Friedensgedankens im illegalen supranationalen EU-Staat der Dauerrettungen, des Transfersozialismus, der Bürger-Überwachung und -gängelung und Überregulierung, der Todesstrafe und des Aufrüstungsgebots gelandet sind...

2. Nach meiner eigenen Einschätzung waren meine frühen Beiträge zum Geldsystem (zunächst eher zum Dollar) und auch schon zu allen Entartungen der EU die besten weil weitsichtigsten und damals (2003-2007) die konträrsten zur Mainstreammeinung. Genau diese Artikel aber blieben bis etwa 2008 (Lehman) bzw. 2010 (Rettungswahnsinn) jahrelang praktisch unbeachtet oder wurden auch mal kopfschüttelnd zerrissen, wenn sie es denn mal zu einer breiten Wahrnehmung geschafft haben. Das meiste steht noch immer im Netz - aber heute ist nur noch wenig davon weitsichtig, weil schlicht heute evidente Realität.
25.05.12 @ 22:37
Kommentar from: Jürgen Kremser [Besucher] · http://gruenguertel.kremser.info/?page_id=1194
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Der Folker Hellmeyer wird gerne von Herrn Gburek zitiert.

Hier meine Lesestelle: 03.12.2011

Bemerkenswert: Ein ansonsten bekannter Gold-Bug macht sich für die Erhaltung des Euro stark!!!

Manfred Gburek: Die Gefahr einer allgemeinen Bankenkrise mahnt zur Vorsicht bei Einlagen. Für den Euro bleiben die Zeiten zwar unsicher, aber er wird sie überstehen.

http://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/gbureks-geld-geklimper-geld-umschichten-euro-behalten/5907254.html

„Bundeskanzlerin Angela Merkel ist aus guten Gründen gegen Eurobonds; ihr französischer Partner Nicolas Sarkozy ist nur öffentlich dagegen. Am deutschen Nein müssen Eurobonds allerdings nicht unbedingt scheitern, wie die kürzliche Diskussion um „Eurobonds plus“ und „Elitebonds“ zeigt. Damit wiederum können sich die Manager von Hedgefonds, vulgo Spekulanten, gar nicht abfinden, denn ihre Spekulation auf den Euro-Zerfall würde platzen.

Das (Anm.: d.h. ihre Spekulation) wird sie indes früher oder später sowieso, weil der nun schon seit fast sechs Jahrzehnten anhaltende europäische Integrationsprozess, der bereits 1952 mit der Montanunion begann, nicht allein dadurch zu stoppen ist, dass einige Fondsmanager sowie ihre angelsächsischen Freunde aus Politik und Ratingagenturen etwas dagegen haben. Was besagte Freunde betrifft, kann man sie nicht allein in London, New York und Washington orten, sondern auch in den Südstaaten der USA, dort besonders unter den Republikanern. Genaugenommen erhalten sie sogar noch kräftig Unterstützung durch europäische Nationalisten und all die Schwätzer, die sich in deutschen Talkshows mit Anti-Euro-Parolen aufblasen.“

********
=> AW PB zum letzten Satz des Zitats: Die Spekulation einiger angelsächsischer Fonds auf den Euro-Zerfall ist nicht zu leugnen. Das bedeutet aber nicht, dass sie irrational wäre! Und dass wir "Anti-Euro-Schwätzer" indirekt diese Spekulation befördern und damit unfreiwillig den Dollar stärken, ist ebenfalls richtig. Dazu braucht es aber keinen Gburek und auch keinen Hellmeyer, um das festzustellen. Ich höre das ständig und weiß es selbst. Aber als uralter Kämpfer gegen jede Form des ungedeckten Papiergelds (der Dollar allen voran) ist das ein Kollateralschaden, weswegen ich mich nicht schäme! Was wahr ist, muss wahr bleiben. Und der EUR ist ebenso krank wie der Dollar - wegen seiner politischen Fehlkonstruktion wohl sogar noch kränker. Damit ist er todgeweiht - egal was wir schreiben oder nicht! Ohne Deutschland wäre der Euro schon seit Jahren tot - und es muss ja erlaubt sein, auf diese aus deutscher Sicht nicht unwichtige Tatsache hinzuweisen - immerhin kostet sie uns inzwischen über 1 Bio EUR pro Jahr!!!

=> Wenn einen diese Wahrheitsfindung zum "Nationalisten und Schwätzer" qualifiziert, dann ist das eben so. Wir dummen Stammtischler und kruden Rechtspopulisten bezeichnen diese pseudo-intellektuelle Salon-Bourgeoisie umgekehrt als unbelehrbar und/oder korrupt. Der Markt wird uns am Ende recht geben - vermutlich schon in wenigen Monaten / Jahren. Sollen die Salon-Löwen doch ellitär brüllen. Die Wahrheit haben sie nicht auf ihrer Seite.
25.05.12 @ 23:10
Kommentar from: lombo [Besucher] E-Mail
Ihre Artikel sind die besten im Netz!

Niemand aus meinem Umfeld (einfache Arbeiterklasse) weiß überhaupt was der ESM ist, geschweige denn was er für Auswirkungen haben wird. Schon beim Aussprechen der Abkürzung wird auf Durchzug geschaltet.

Die Massenmedien haben das einfache Volk total gehirngewaschen. Es ist ein Trauerspiel!

Besten Dank!
25.05.12 @ 23:52
Kommentar from: Dr Fischer [Besucher]
Humanismus als Begruendung fuer Rettungsschirme, ESM ... ? Genannte Kommentatoren sollten sich aus ihrem Elfenbeinturm begeben und die Realitaet sehen. Griechenland und Italien sind beherrscht von einer korrupten Oligarchie zusammen mit einer Wirtschaft infiltriert von der organisierten Kriminalitaet. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass diesen Laendern der Euro und damit der Zugang zu billigem Geld auch in moralischer Hinsicht den Todesstoss versetzt hat.
26.05.12 @ 00:08
Kommentar from: sebastian ott [Besucher]
****-
ich nehme es wie -sun tsu - die kunst des krieges. ich stelle fest, dass wir eine minderheit sind, dass wir innerhalb der eigenen reihen unruhe haben und das wir ein schlachtfeld auf dem gelände der papiergeldkönige führen. die chancen unter diesen voraussetzungen eine schlacht zu gewinnen, sehen sehr schlecht aus daher bleiben nur folgende dinge:

-kapitulieren und zur feindlichen seite wechseln
-mit dem feind teilen oder abgaben entrichten
-die flucht ergreifen und ein anderes gelände wählen
-sich vom besitz trennen damit man kein ziel mehr ist
26.05.12 @ 02:11
Kommentar from: xRatio [Besucher]
Sg Herr Boehringer

bin mit allem einverstanden, was Sie kritisch schreiben, habe aber ein ziemlich grundsätzliches Problem mit Ihrem eigenen Konzept.

Dazu zwei Fragen.
Wenn Sie von "ungedecktem" Geld sprechen, muß es auch "gedecktes" Geld geben.

Frage 1:
Was verstehen Sie eigentlich unter "Deckung" von Geld?

Sieht so aus, als bevorzugten Sie als Geld ein Edelmetall wie Gold, somit meine

Frage 2:
Ist Gold usw. in Ihrem Sinne "gedeckt"? Wenn ja, wodurch?

Für sehr genau überlegte Antworten wäre ich Ihnen sehr verbunden.

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=> AW PB: lieber xratio, zunaechst willkommen hier als neuer leser, denn ihre beiden fragen legen doch nahe, dass sie mich nicht seit jahren lesen. darum bestaetige ich nur kurz ihre vermutung unter 1.: ja, die deckung koennte durch gold geschehen, silber oder andere werte waeren theoretisch auch denkbar. auch teildeckungen diskutieren wir immer wieder. und nein, gold ist nicht gedeckt, als wert an sich und als natuerliches geld braucht es das nicht. dies aus physikalischen und psychologischen gruenden, lesen sie zb meinen artikel "silber als natuerliches geld" hier auf den gs nach.

=> "extrem genau ueberlegte" antworten auf ihre frage 2 finden sie zb in hunderten meiner weiteren artikel hier im blog oder auf den gs oder fundierter und weniger "populaer-polemisch" geschrieben bei mises, hayek oder in roland baaders buechern.

ps: trotz eines gewissen fanatismus in der geldsystemfrage, den ich mir wohl in so vielen jahren des kampfes gegen das papierfalschgeld zugelegt habe, werden sie doch auch kritische punkte gegen einen goldgeldstandard finden. nichts ist 100% perfekt und darum fordern wir einfach nur die freie wahl des menschen in gelddingen. der goldstandard muss und darf nicht staatlich erzwungen werden!!
26.05.12 @ 03:05
Kommentar from: snafu [Besucher]
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So ist es, lieber Peter. Die "systemrettenden Maßnahmen" sind nur Stellschrauben an einer von Grund auf fehlkonstruierten Maschine. Eine funktionierende Maschine ist auch gar nicht gewollt, schließt sie doch den vorsätzlichen Raub des Volksvermögens aus. Und welcher Räuber, bei diesem umgedrehten Banküberfall, rückt schon gerne den Generalschlüssel wieder heraus.

Was auch immer in die silbernen Jungen oder die Hellmänner gefahren ist, Humanismus ist es ganz offensichtlich nicht - schon gar nicht für das deutsche Volk, welches am Ende die Bürgschaft übernehmen muß!

26.05.12 @ 04:17
Kommentar from: Kunokunzi [Besucher]
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Zur Abwägungsentscheidung von Thorsten Schulte und der ihm unterstellten Frage: "Wie viel ist uns ein Zeitgewinn von x Jahren wert?":

Dass ihm ein Zeitgewinn inklusive Inflation per fortgesetztem Gelddrucken einiges wert ist, dürfte aus seinem Geschäftsmodell resultieren. Er wirbt professionell für Silberinvestitionen und er wird die Aussichten von Silber in der Inflation günstiger beurteilen, als in der Deflation. Bei einer hereinbrechenden Deflation würden seine optimistischen Prognosen zur Entwicklung des Silberpreises wohl pulverisiert mit entsprechenden Auswirkungen bei seinem Kundenkreis und in seiner Geldschatulle.

Ergo: Propaganda für die Inflation mit allen Mitteln - natürlich ohne Angabe des wahren eigennützigen Grundes.
26.05.12 @ 07:44
Kommentar from: Jürgen Kremser [Besucher]
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Es ist eine schwierige staatspolitische Aufgabe wie man mit dem tatsächlich bereits eingetretenen Bankrott unserer Institutionen umgeht. Die Werte, denen die Ersparnisse auf den Banken gegenüberstehen, sind unwiderruflich verloren durch Fehlinvestitionen. Das Geld wird also den Sparern nur noch gezeigt. Die Sparer werden jedoch vielleicht das Geld Zeit ihres Lebens nie brauchen. Das ist so ähnlich, wie wenn jemand seine Krügerrands gut versteckt hat und nicht merkt, daß sie schon längst geklaut wurden.

Derweil wird auf allen Ebenen an der Verschleierung dieser Tatsache gearbeitet: Bargeldabschaffung, Einführung Vermögenssteuer eventuell auch Erhöhung der Erbschaftsteuer.

Und die Leute wollen das auch nicht wissen. Mundus vult decipi, ergo decipiatur. „Die Welt will betrogen sein, darum sei sie betrogen."

Insofern kann man durchaus auch verstehen, daß es Leute für "humanistisch" halten, ihre Mitmenschen nicht auf die Gefahren aufmerksam zu machen, zumal das System jetzt mit Rohstoffkriegen noch einige Joker zur Stärkung des Dollar aus der Tasche ziehen kann.

Also ist die Devise bei vielen lieber: Durchwursteln als ob, anstatt ein Skandalon, ein Ärgernis, zu sein, was die Italiener als Ästhetiker "brutto" häßlich bei den Deutschen nennen.

Die unmittelbare Gefahr einer Hyperinflation besteht jedenfalls augenblicklich noch nicht, weil die Transmission des Papiergelddruckens zu den Massen noch nicht gefunden wurde.
26.05.12 @ 07:59
Kommentar from: Bert [Besucher]
@ J. Kremser

Der grösste Teil des Geldes z.B. nach Griechenland geht dort doch in die Gehälter von Beamten oder den Kauf von US-Panzern usw.. Die Transmission in die Massen und somit eine Anheizung der Inflation findet schon statt. Und die FED druckt ja auch nicht nur für die Banken. Inflation wird dadurch auch exportiert. Ich erledige meine Einkäufe noch persönlich und stelle fest, dass die Inflation für Grundgüter weit über der offiziellen EU-Angabe von 2,5% liegt (Lebensmittel, Wohnen, Energie, Transport).

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=> Ergänzung PB: Sie haben recht, J Kremser hatte aber auch recht: Die Eliten wissen, was nicht passieren darf bzw. was ihr System zu schnell ans Ende führt: das ist v.a. eine Inflation der lebensnotwendigen Güter und breit über viele Güter. Darum wird dies mit verschiedenen Mitteln verzögert. Vor allem aber wird heute der neu geschöpfte Kredit eben fast ausschließlich an Banken verteilt bzw. direkt von ihnen geschöpft. Die Banken reparieren damit ihre kaputten Bilanzen (nicht inflationär, denn die Gewinne aus den Geschäften wurden längst/früher entnommen) ooder sie erzielen risikofreie Zockergewinne (ebenfalls kurzfristig nicht inflationär, denn da kommt zunächst kein Geld in der Masse der Menschen an).
=> Erst ganz am Ende des Spiels wird es in der Breite inflationär. Dann geht es aber auch schnell zu Ende und die EIGENTLICHE Währungsreform ist dann wieder stark deflationär, weil die Vermögensüberhänge / faulen Kredite ausgebucht werden müssen.
26.05.12 @ 08:33
Kommentar from: Metallrente [Besucher]
Der € ist ein Nebenkriegsschauplatz !

Selbst optimistischen Prognosen der US-Regierung zufolge werden sich die Staatsschulden in diesem Jahrzehnt auf 19000 Mrd. Dollar verdoppeln.

Ein Drittel der Amerikaner verfügt über keinerlei private Ersparnisse für die Rente.

Bei jeder vierten Hypothek müssen die Hausbesitzer mehr für ihre Immobilie schulden, als diese noch wert ist.

71 Prozent der handelbaren US-Schulden werden in den kommenden fünf Jahren fällig.

"Doch die Kandidaten stritten lieber über Empfängnisverhütung und darum, wer einen höheren Zaun bauen kann, damit keine Mexikaner über den Rio Grande kommen. Abgesehen davon, dass unnötig Frauen (die größte Wählergruppe des Landes)und Hispanos (die am stärksten wachsende Wählergruppe) gegen sich aufzubringen politischem Selbstmord gleichkommt. Die Republikaner haben
damit das Bild bestätigt, die Partei sei ein Haufen zorniger, weltfremder, alter, weißer Männer. Das wahrscheinlichste Resultat 2012 dürfte nach einem schmutzigen Wahlkampf ein geschwächter demokratischer Präsident sein, der mit einer wieder erstarkenden, von der Tea Party beeinflussten republikanischen Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat konfrontiert ist. Damit ist ein weiteres Abdriften programmiert, während Amerikas Wirtschaft sich dem Abgrund nähert. Denn die Investoren werden ihre Aufmerksamkeit unweigerlich Amerika zuwenden. Die Ratingagenturen haben bereits deutlich gemacht, dass irgendwann um 2013 eine weitere Herabstufung von US-Schuldtiteln wahrscheinlich ist."

"Der Todestrieb des amerikanischen Systems"
Ein Essay von John C. Hulsman
FTD, 25.05.2012
John C. Hulsman leitet die Politikberatung Hulsman Enterprises. Er ist Buchautor und Mitglied im Council on Foreign Relations,
einem Thinktank in Washington D.C.
26.05.12 @ 09:24
Kommentar from: Reinhard [Besucher]
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Brillant, messerscharf analysiert, besonders der schon bei Orwell aufgezeigte Doppelsprech, der alles ins völlige Gegenteil verkehrt, also den Humanisten einen inhumanen Anstrich verleiht, genauso oberflächlich wie Wolfram um Blei. Gut, daß Sie die Sprache und das Durchdringungsvermögen haben, diese Perfidie dem Leser aufzuzeigen, besonders dem weniger Scharfblickenden in dieser Thematik, der sich ständig wie in einem Spiegelkabinett vorkommt und nicht weiß, was denn nun als Wahrheit gespiegelt wird, da alles trickreich verstellt und falsch drapiert ist: Mainstream-Presse z.B., ein unglaubliches Manipulationssystem, raffinierter als platte Göbbels-Propaganda und nur zu durchschauen mittels "Blindenführern", der Sie beispielsweise für mich wie für viele hilflos Herumtappende sind. Umso heimtückischer erscheinen mir dann die Falschspurenleger, die aber, sowie enttarnt, jeden Kredit an Glaubwürdigkeit verloren haben - auch eine Art Crash im moralischen Kapital.
26.05.12 @ 09:25
Kommentar from: berkmann [Besucher]
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Was die euro-romantischen Ergüsse von Herrn Hellmeyer auf goldseiten.de zu suchen haben, habe ich sowieso noch nie verstanden. Eigentlich ist das ja eine seriöse Internetseite. Das kann mir aber egal sein. Wer diesen Herrn nicht ignoriert, ist selber schuld.

Vielen Dank für den Hinweis zur ESM-Demo. Ich bin dabei.
26.05.12 @ 10:04
Kommentar from: gloeckl rainer [Besucher] E-Mail
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Die Hunde (Folker Hellmeyer usw.) bellen und die Karawane zieht weiter, so abgewandelt Helmut Kohl.

Vor kurzen diskutierte ich mit Menschen aus der sogenannten Unterschicht (meine Herkunft) in der LapuLapu Cottage in Mactan (Philipinen). Sie lasen das einzige "Fachbuch" ihres gesamten Lebens von Sarazin. Ich bin immer wieder erstaunt, dass einfache Menschen auch komplexe Zusammenhänge verstehen und daran wachsen.
26.05.12 @ 10:05
Kommentar from: Saint Just [Besucher]
Das Verrückte ist, der "ewige Optimist" Hellmeyer hat seit März 2009 ? durchgehend "recht behalten" (keine Depression etc. !). In seinen Statistiken sah er frühzeitig den "Aufschwung", und hätte man auf ihn gehört, hätte man ein kleines Vermögen verdienen können, statt mit Puts, die Deflation zu spielen.

Ich will aber auf folgendes zurück: H. wird seine Hände in Unschuld waschen, sollte die Zone auseinanderbrechen !

"Hättet Ihr auf mich gehört, wäre das nicht passiert, jetzt habt Ihr den Salat!" ( Nicht so kleinlich sein, bei Bürgschaften, Haftung für andere, Abschaffung des Rechtsstaats...schließlich gehts um die Wurscht, da darf man nicht so pingelig sein!)
26.05.12 @ 10:52
Kommentar from: Jürgen Kremser [Besucher]
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Die Papiergeldproduktion ohne Rückbindung an ein Depositum kann nur auf einem ideologischen Staatsverständnis beruhen, daß man diesem unserem Staat vertrauen kann und muß.

Ansonsten verstößt man gegen ein Tabu bzw. die political correctness.

Dieses ideologische Staatsverständnis wird den Menschen auch unermüdlich eingehämmert. Der Kriegsminister heißt deswegen z. B. Verteidigungsminister. In den glücklichen Zeiten vor dem Ersten Weltkrieg durfte man tatsächlich noch werthaltiges Geld besitzen und dem Staat und seiner Beamtensippschaft mißtrauen. Allerdings sah sich der Kaiser von den "Schwarzsehern", ein Wort, das er liebend gern benutzte, genervt.

Unser ideologisch absolutistischer Staat ist deswegen nicht sehr unterschiedlich von dem ideologisch totalitären Staat der jüngeren deutschen Vergangenheit (1933-1945).

Damals wollte man die Leute nicht durch Verschuldung zur Arbeit zwingen, sondern durch die Arbeit als Gemeinschaftswerk. Auf ein Gold-Depositum vermeinte man genauso wie heute im Sinne des höheren Ziels verzichten zu können.

Hier der Verfemte am 10. Dezember 1940 in Berlin vor Rüstungsarbeitern, der seine Auffassungen immer etwas gewalttätig vorzutragen pflegte:

“Ich habe die andere Auffassung vertreten: Wenn wir schon kein Gold haben, dann haben wir Arbeitskraft. Und die deutsche Arbeitskraft, das ist unser Gold, und das ist unser Kapital. Und mit dem Gold (d. h. der Arbeitskraft) schlage ich jede andere Macht der Welt. Denn von was leben denn die Menschen? Leben sie etwa von Dukaten, die man ihnen eingibt? Sie leben von Nahrungsmitteln, die der Bauer schaffen muß. Also Arbeit muß das schaffen. Sie kleiden sich von Stoffen, die fabriziert werden müssen. Also der Arbeiter muß sie fabrizieren. Sie wollen in Wohnungen leben, die gebaut werden müssen. Also der Arbeiter muß sie bauen. Und das Material dazu und die Rohstoffe müssen durch Arbeit geschaffen werden. Ich habe meine ganze Wirtschaft nur aufgebaut auf den Begriff Arbeit. Und wir haben unsere Probleme gelöst. Und das Wunderbare ist, meine Volksgenossen, die Kapitalländer sind in ihren Währungen kaputtgegangen. Das Pfund kann man heute in der Welt nicht verkaufen. Wenn man das einem nachwirft, dann weicht er aus, daß er nicht getroffen wird davon. Und unsere Mark, hinter der kein Gold steht, die ist stabil geblieben. Warum? Ja, meine Volksgenossen, Gold steht keines dahinter, aber Ihr steht dahinter, Eure Arbeit steht dahinter. Ihr habt mir gehofen, daß die Mark stabil blieb. Die Währung ohne Gold ist heute mehr wert als Gold; denn sie ist flüssige Produktion. Das ist dem deutschen Bauern zu verdanken, der gearbeitet hat von früh bis spät. Und das ist dem deutschen Arbeiter zuzuschreiben, der seine ganze Kraft hineinlegte.”

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=> Ergänzung PB: Ja, was soll man auch anderes erwarten? Hitler war Sozialist - und die denken alle so ideologisch-abwegig; egal ob in der nationalistischen oder in der internationalistischen Variante, egal ob braun, rot oder monetär-sozialistisch wie heute. Hitler sagt hier natürlich nicht, dass auch und gerade seine "kleinen Arbeiter" an das Goldgeld bis 1914 gerne zurückgedacht haben, konkret an eine inflationsfreie Zeit und an eine Zeit vor der Einführung des ungedeckten Papiergelds, vor WK I; auch vor der Hyperinfla 1923, welche sie erst zu den verarmten Massen von 1930ff gemacht hatte. Und Hitler sagt auch nicht, dass Gold und Silber damals wie heute das einzige Geld war und ist, das nie in der Geschichte ein "staatliches Monopolgesetz" zur Durchsetzung als Zahlungsmittel gebraucht hat! Gegen den Markt heißt gegen die freie Wahl der Menschen, heißt gegen die Natur!

=> Übrigens reden die totalitären Goldhasser alle (und speziell in eigener Sache) sehr schnell anders, sobald ihrem Regime doch einmal Gold zur Verfügung steht. Aber Hitler hatte nun mal damals keines (jedenfalls nicht, solange das ach-so-ungeliebte Metall bis 1939 noch nicht aus den eroberten Gebieten requiriert wurde). Also machte er sich noch bis 1940 die dann gerade passende Philosophie zu diesem Mangel. Hätte das Reich 1933 über Unmengen Gold verfügt (die allerdings schon Willi II, dann WK I, dann Versailles I, dann Dawes & Young geraubt hatten) - Hitler hätte unzweifelhaft auch diese Machtkarte gezogen und wäre der größte Goldfan geworden!!

=> PS zum obigen Teilzitat "Von was leben denn die Menschen? Von den Dukaten?". Na, das hat doch schon das Niveau der heutigen Goldhasser: "Gold kann man nicht essen!". Soso - aber Reichsmark oder Dollars oder EUR kann man essen - oder??
26.05.12 @ 11:54
Kommentar from: Goldhamster [Besucher]
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Tja, lieber Herr Boehringer, mal wieder haben Sie Ihr argumentatives Skalpell an die faulenden Wunden angesetzt und jedes noch so unreine Stück - nein nicht gnadenlos - vielmehr sehr exakt seziert.

Allein: um Ihrer Argumention zu folgen, braucht man erstens Wissen und zweitens auch noch eine Mindestportion Hirn, um damit logisch denken zu können. Damit schafft man leider keine Mehrheiten.

Wenn wir schon von Wirtschaftskrieg reden: Mir kommt das vor wie die Appeasement-Politik vor dem 2. Weltkrieg. Gut gemeint ist nicht nur nicht gut gemacht, sondern verzögert das Problem, das sich dann erst richtig aufblähen kann. Ich spreche also vielen Politikern und ideologisch verhunzten "Fachleuten" gar nicht den guten Willen ab, mit der sie ihr Appeasement gegenüber einer, in diesem Falle "Finanzmarktdiktatur" betreiben. Allein es fehlt das Hirn (bzw. der Wille es auch einzusetzen) und das (geschichtliche oder Hintergrund-)Wissen. Und diejenigen, die über solche geistigen Vorräte verfügen, mangelt es an Anstand (wg. Eigeninteresse) oder Mut.

Egal: die theoretischen Degenfechtereien verstehen die wenigsten. Und deshalb wird die Mehrheit in die falsche Richtung rennen. Denn wenn man Ihre Wahrheiten verkürzt und für jedermann verständlich formuliert, wird man als populistischer Rattenfänger zur öffentlichen Steinigung freigegeben.
Wie also sieht sinnvoller und zielführender Widerstand aus? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Mir bleibt nur, meine Meinung in möglichst vielen Foren kund zu tun und zu hoffen, dass es langsam immer mehr verstehen.

26.05.12 @ 13:20
Kommentar from: nullacht15 [Besucher]
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Danke Herr Boehringer für Ihre Antwort zu Thorsten Schulte. Zum Humanismusbegriff selbst:

Humanismus, greift bekanntlich als Weltanschauung auf die abendländische Philosophie der Antike zurück und orientiert sich an den Interessen, den Werten und der Würde des einzelnen Menschen durch Toleranz, Gewaltfreiheit und Gewissensfreiheit. Humanismus beruht somit auf folgenden Grundüberzeugungen:
1.Das Glück und Wohlergehen des einzelnen Menschen und der Gesellschaft bilden den höchsten Wert, an dem sich jedes Handeln orientieren soll.
2.Die Würde des Menschen, seine Persönlichkeit und sein Leben müssen respektiert werden.
3.Der Mensch hat die Fähigkeit, sich zu bilden und weiterzuentwickeln.
4.Die schöpferischen Kräfte des Menschen sollen sich entfalten können.
5.Die menschliche Gesellschaft soll in einer fortschreitenden Höherentwicklung die Würde und Freiheit des einzelnen Menschen gewährleisten.” *)

Ein Humanist muss sich an diesen Grundüberzeugungen messen lassen, damit er nicht, um mit dem Humanisten J.W.Goethe zu sprechen kein schellenlauter Tor ist:

Zitat(Faust I):
“Such` Er den redlichen Gewinn!
Sei Er kein schellenlauter Tor!
Es trägt Verstand und rechter Sinn
Mit wenig Kunst sich selber vor.
Und wenn’s euch Ernst ist, was zu sagen,
Ist’s nötig, Worten nachzujagen?”

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*) => Ergänzung PB: Der EUR und die pervertierte Transfergemeinschaft tragen jedenfalls nicht viel zu diesem Humanismus-Begriff bei...
26.05.12 @ 13:31
Kommentar from: Michael [Besucher]
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Das sind ganz verschiedene Dinge, die hier diskutiert werden. Sozialismus und Markt-Geld sind logischerweise Todfeinde. Einer wird den anderen garantiert nicht überleben. Insofern liegt Herr Hellmeyer schief. Die €-"Retterei" auf Kosten des "Marktes" kann und wird in der totalen Entwertung des € enden.

Dann diese alberne "Krise". Die Ursache dafür sind wohl erhöhte Eigenkapitalforderungen an Finanzinstitute. Die werden selbstverständlich verkaufen, was verkäuflich ist. Egal, ob das Immobilien, Aktien oder Edelmetalle sind.

Als drittes das Geldsystem an sich. Es ist mehrfach zyklisch untergegangen und aus seiner Asche wiederauferstanden. Das wird auch dieses Mal passieren. Sogar der €uro wird bestimmt "gerettet". Ich werde aber nach einer angemesssenen Zeit der "Freude" darüber zusehen, dass meine Ersparnisse nicht mehr in dieser Nichtwährung notieren.
26.05.12 @ 21:18
Kommentar from: nullacht15 [Besucher]
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Ich möchte meinen obigen Kommentar nochmals auf den mir wichtigen Punkt bringen: Herrn Schultes Einschätzung zur Eurozonenkrise und speziell zur Rolle Deutschlands sind selbstverständlich unter dem Begriff Meinungsfreiheit zu tolerieren. Aber was für einen aufgeklärten Europäer nicht tolerierbar ist, ist die Bemäntelung seiner Aussagen mit der Weltanschauung Humanismus (Schulte: “…ich bin Humanist”). Wenn Sprache Bewusstsein ist, dann ist das eine Pervertierung unserer abendländischen Kultur und höchst inhuman. Das dürfen wir niemand unwidersprochen durchgehen lassen.
27.05.12 @ 07:14
Kommentar from: Adept [Besucher]
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Realisten waren und sind schon immer unbeliebt bei fast allen Menschen. Da die Wirklichkeit sehr komplex ist, sind auch nur wenige Geister in der Lage und bereit, sie zu erkennen.

Ich kenne einen Kleinbauern, der mehr Verstand hat als mancher sogenannter Wirtschaftsweise. Er ist kein Intellektueller, aber er bringt die Sache auf den Punkt: Beim Gelddrucken verdienen bloß die Papierfabrik und die Druckerei, alle anderen zahlen drauf.

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=> AW PB: Ich glaube nicht, dass die Euro-Rettungsbefürworter aus unseren eigenen GoldSilber-Bug-Reihen ein "intellektuelles" Problem haben. Und vielleicht (im Gegensatz zu den dumpf-krud-holzschnittartig berichtenden Mainstreammedien) nicht einmal großen Dissens mit uns in der Einschätzung der Lage. Ich fordere nur die oben schon angesprochene Abwägungsentscheidung auch klar und ehrlich auszusprechen, damit der deutsche Bürger als Haupt-Zahlmeister eine Entscheidung treffen kann:

„Wie viele Billionen und wie viel Freiheitsverlust, Demokratieverlust, gesellschaftliche Repression, Planwirtschaft statt Markt ist mir ein Zeitgewinn von x Monaten/Jahren wert?!“


=> Der Kleinbauer hätte bei Schaufeln oder Goldwäschesieben recht. Beim Gelddrucken nicht: hier verdienen die Druckereien und Papierfabriken nur wenige Tausendstel Promille des Gesamtgewinns. Die gigantischen sogenannten "Seigniorage"-Gewinne der fraktionalen Geldschöpfung aus dem Nichts bleiben bei den Geldschöpfern selbst (Zentral- und Geschäftsbanken) hängen; sowie bei den Geld-Erstempfängern, die das Geld und seine Kaufkraft schon zu einem Zeitpunkt erhalten, zu dem sie in der Realwirtschaft noch zu uninflationierten Preisen einkaufen können!!
27.05.12 @ 13:14
Kommentar from: EULENSPIEGEL [Besucher] · http://www.edelmetallgesellschaft.de/
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Lieber Peter,

nach Lektüre deines grandiosen Beitrags spürte ich so etwas wie Stolz zu den Gründungsmitgliedern der DEG zu gehören – danke dafür!!!

„Nr. 11“ aus Mülheim
27.05.12 @ 13:17
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Ergänzung zu diesem Artikel - hier in einem Artikel "Euro-Rettungswahnsinn und Humanismus" des Aktionsbündnisses Direkte Demokratie:

"Der ESM, die ganze Idee der Rettung des Euros um jeden Preis, ist das Gegenteil von Humanismus. Humanismus ist die Bestärkung der Menschen. Humanismus ist, den Menschen Rechte und Freiheit und Sicherheit geben. Humanist ist das Ermöglichen von Lebenschancen.

Der ESM und die hinter ihm stehende Ideologie des Euro-Zentralstaats ist das Gegenteil von alledem. Er dient der Entrechtung der Menschen, der Beraubung ihrer Freiheit, ihres Vermögens, dem Verlust ihrer Lebenschancen. Wer den ESM bejaht, verneint den Menschen. Wer den Menschen bejaht, der muss den ESM ablehnen.

Wir wollen noch anfügen: Egal aus welcher Perspektive man den ESM betrachtet – wirtschaftlich, politisch, philosophisch, finanziell und, wie wir inzwischen gelernt haben, theologisch – er ist abzulehnen, denn er zerstört die Wirtschaftskraft, führt in die Diktatur, entwürdigt die Menschen, ruiniert uns alle (bis auf das 0,1% der Politbankermafia) und entspricht der Verkörperung eine ganze Reihe von Todsünden(Habsucht, Hochmut, Trägheit). Die Ideologie, die hinter dem ESM steht, das ist der Faschismus unserer Zeit."
27.05.12 @ 14:04
Kommentar from: Peter [Besucher]
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Sehr geehrter Herr Boehringer,
mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen.
Einige Anmerkungen zu Hellmeyer und Schulte muß ich loswerden. Hellmeyer und Schulte sind zwei erklärte und ausgewiesene Gold- bzw. Silberbugs und Anhänger der österreichischen Schule.

Hellmeyer hat schon in einigen Interviews zu verstehen gegeben, daß Gold eine zunehmende monetative Rolle bekommt, vielleicht schon in zehn Jahren Teil einer Korbwährung ist, aber keinen Goldstandard. Eine der Aussagen: Smarte Zentralbanken kaufen Gold. Daß dieses Papiergeldsystem zum Untergang verurteilt ist, das wissen wir alle. Warum machen sich also Hellmeyer und Schulte für dieses System (vermeintlich) stark?
Ich interpretiere es so: Warum einen Deflationären Schock zulassen?! Die Amis würden dann Dollars wie blöde drucken und in Europa billigst einkaufen und der dumme Michel hätte das Nachsehen bei diesem Ausverkauf. Die Fed, die BoJ und die BoE monatariesieren mit Verve ihre Staatsschulden. Überall Falschspieler! Es nützt nix, wir müssen in Europa, auch mit gezinkten Karten spielen, ob wir wollen oder nicht.
Mit Robert Halver (sinngemäß) zu sprechen: Deflation ist ein kurzer schneller Tod, Inflation ist ein langer [herausgeschobener] Tod. Keynes: „…langfristig sind wir alle tot.“

Ich denke, ein Sechsaugengespräch mit Hellmeyer und Schulte wäre nicht schlecht.

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=> AW PB: Anlass für den Artikel war (mit mind. 8-monatiger Verspätung und damit überfällig) nur die moralisierende Totschlagrhetorik gegen uns Rettungsskeptiker "Wer die EUR-Rettungen ablehnt, ist inhuman". Die sonstigen Qualitäten von F. Hellmeyer und T. Schulte sind unbestritten. Wir kennen uns alle seit vielen Jahren persönlich - natürlich v.a. aus Gold-Konferenzen. Gespräche oder Mailverkehr zwischen uns gibt es bis heute ständig. Mal unter vier Augen, mal unter sechs, mal mehr. Machen Sie sich da keine Sorgen. Aber der hier angerissene WERTUNGSdissens konnte eben nicht aufgelöst werden, weil keine Missverständnisse vorliegen, sondern Wertungsdifferenzen.

=> Ihre machiavellistischen, machtpolitischen Argumente für das ultimative Drucken auch in Europa kenne und höre ich seit vielen Jahren. Im Blog hatte ich an dieser Stelle Thorsten Schulte ja auch ansatzweise recht gegeben. Aber wie oben schon geschrieben nur mit einer wichtigen Einschränkung: WENN wir schon drucken, dann soll es bitte die BuBa dieses dieses neue inflationär wirkende Geld (= neue deutsche Kaufkraft) auch nur für D verwenden und es nicht 1:1 nach EUropa verschenken!! Genau das bewirken aber die EU und ihre EUR-Dauertransfer-Mechanismen! Halver und Hellmeyer verschweigen diese Option, die D wegen seiner riesigen ZB-Überschüsse sogar seit Jahren tatsächlich ziehen könnte, ohne dass wir gleich vom internationalen Kapitalmarkt abgeschnitten würden! Die EUropäische Zahlungsbilanz ohne D ist tief rot. Mit D ist sie in etwa ausgeglichen. Noch Fragen? Im Prinzip MÜSSTE D nicht einmal drucken. Wir hätten massenhaft eigene Kraft für eine starke nationale Währung und dann UNSERERSEITS die Mittel für ein ständiges Einkaufen on the cheap im Dollar- oder Pfundraum oder auch im Mittelmeerraum! Genau das war ja die Situation bis etwa 1995, als man uns dann (deswegen) den EUR aufoktroyiert hat. Verheugen hat das doch ganz offen zugegeben. Doch Halver und Hellmeyer erzählen hier in Sachen EUR-Zustand mit/ohne D eben nur die halbe Wahrheit und kommen darum zu undifferenzierten Schlüssen, denen ich nicht mehr folgen kann. Dieses EU-ropa ist KEINE Schicksalsgemeinschaft, innerhalb derer man alle Mitglieder bedingungslos retten müsste! Das tun nicht einmal die USA mit ihren Einzelstaaten. Dort gibt es auch ein "Target"-ähnliches Verrechnungssystem. Doch da wird jedes Jahr konsequent auf Null saldiert. Dies sogar innerhalb des echten Bundesstaats "Vereinigte Staaten" - die EU ist nicht einmal so ein Bundesstaat!
27.05.12 @ 16:27
Kommentar from: Peter Boehringer [Mitglied] E-Mail
@Xratio: Sie haben inzwischen 3x eine ausführliche Mailantwort auf Ihre Rückfragen bekommen, die nicht nötig gewesen wären, wenn Sie einfach mal das Material LESEN würden, was bereits veröffentlicht und Ihnen nun auch nochmals zugeschickt wurde. Bitte darum nicht ständig dasselbe hier posten. Danke.
27.05.12 @ 17:15
Kommentar from: xRatio [Besucher]
Vorab PB:
Der vierte Versuch, Ihnen zu antworten. Antworten Sie mir erst mal auf MEINE Fragen per Email! Oder sind Ihre Adresse alle falsch? Habe nun an zwei verschiedene verschickt.

Ihre Fragen gehen in keiner Weise ins "Eingemachte", sondern sind mein täglich Brot seit vielen Jahren. Alle meine Leser wissen das - nur Sie nicht. Ihre Argumentation ist weder neu noch originell noch widerspreche ich in allen Aspekten. Sie haben alle Antworten in der Email, was ein Luxus ist, den Sie bei 99 von 100 Bloggern nicht erleben dürften! Aber das Geld-/ Goldsystem war hier und heute nicht Blogthema (weil Thorsten Schulte und ich hier kaum Differenzen haben dürften) - ein wenig Struktur brauchen wir auch im Kommentarbereich. In mindestens 100 Blogs und Artikeln und etwa 1000 Forendebatten seit 2003 hätten Ihre Fragen gepasst - und bald sicher auch mal wieder in neuen Blogs passen Ihre Fragen. Hier und heute nicht.

PS: Wer nicht einmal weiß, dass Mises keine Regessionstheorie, sondern ein R.theorem verfasst hat , sollte sich nicht als Experten bezeichnen.

PB Ende...
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xRatio:
Der dritte Versuch, Ihnen zu antworten!! Erscheinen ans Eingemachte gehende Leserkommentare erst gar nicht, nur weil Sie sie nicht widerlegen können?!
Und: Ich kenne die Geldtheorie weitaus besser.
Sie können meine Hinweise bloß nicht widerlegen, das ist alles!!

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PB: [alles per Email und in mindestens 100 (!) Artikeln beantwortet. Lesen!!]
27.05.12 @ 17:41
Kommentar from: Jens [Besucher]
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Excellent Herr Boehringer, inhaltlich wirklich das Beste was ich in den letzten Jahren von Ihnen gelesen habe.
Vergangenheit, Gegenwart und Ausblick in die Zukunft bis zum Ende des Euro....ich kann da nur voll zustimmen.
Zu Volker Hellmeyer ist zu sagen: auch er weiß wohin uns die heutigen Politeliten führen werden nämlich ins nahende völlige Chaos, deswegen hat er als alter Goldbug sicher mehr "Wahres Geld" (Gold und Silber im Keller) liegen wie wir uns das alle vorstellen können.
Er ist aber auch ein echter Verfechter des Euro
und möchte bis zu dessen Untergang evtl. noch etwas Zeit schinden. Vielleicht bekommt er diese auch, denn es ist absehbar wann auch Frau Merkel den neuen Eurobonds zustimmt.
Werden diese dann eingeführt teile ich Ihre Meinung nicht mehr mit dem Zusammenbruch bis
2015, dann bekommen wir nochmal 2-3 Jahre obendrauf.Natürlich mit noch größeren Entbehrungen für das Volk. Klar, mit Humanismus hat eine solche gewollte Verzögerung gar nichts zu tun, es ist das genaue Gegenteil davon.
Sicher wäre es besser der Euro würde schneller sein Ende finden und vielleicht kommt es ja so, denn wer weiß schon genau wer nach einem Austritt Griechenlands in diesem Jahr noch alles den Euro verlässt. Warten wir`s mal ab.
Thorsten Schulte dagegen sollte vielleicht seine Aussage noch einmal überdenken, dennoch ich schätze ihn sehr, denn wer heute seinen Empfehlungen auch nur halbwegs Folge leistet, hat automatisch seinen privaten Rettungsschirm.

27.05.12 @ 18:21
Kommentar from: Jürgen Kremser [Besucher] · http://gruenguertel.kremser.info/?page_id=2669
Zu Bert und die Frage der Hyperinflation: "Die Transmission in die Massen und somit eine Anheizung der Inflation findet schon statt."

Seit etwa einem Jahr beobachte ich meine persönlichen Einkäufe bei diversen Discountern, um den Einstieg in die Hyperinflation nicht zu verpassen und dokumentieren zu können:

http://gruenguertel.kremser.info/?page_id=2669

Dabei stelle ich fest, daß die Saisonwaren nach wie vor stark schwanken. Zur Zeit sind wieder Milchprodukte (Butter, Milch) günstiger geworden ist. Stark zugenommen haben jedoch die administrierten Preise und Steuern sowie die Energie. Ersteres dürften die klammen Kassen der öffentlich Hand hervorrufen, das zweite: Heizöl und Benzin, weil die quasi Null-Zinsen der Zentralbanken der Spekulation ermöglichen ganze Märkte kostengünstig zu manipulieren.

Als Rentner seit 2006 habe ich seitdem kaum eine Rentenerhöhung erhalten. Da frage ich mich, wie bei einer gleichbleibenden Rente von ca. 22 Millionen Rentnern der Einstieg in die Hyperinflation bewerkstelligt werden soll. Für diese Bevölkerung handelt es sich um eine von Staats wegen hervorgerufene Teuerung, die sie zur Substitution ihrer bisherigen Ausgaben zwingt. Bei einer echten Hyperinflation müßten sie sogar tatsächlich verhungern!

Die Transmission des Papiergeldes zu den unteren Massen erfolgt also erst in einer späteren Phase der sozialen Katastrophe.
27.05.12 @ 20:54
Kommentar from: Spielverderber [Besucher]
"...Es ist unseriös zu behaupten, die aktuellen Rettungsversuche des EUR würden „den Humanismus“ am Ende retten, der in der Tat gefährdet ist..."

Ehrlicherweise muss man zugeben, dass innerhalb der existierenden Wertelehre, ob mit oder ohne ESM und den ganzen Varianten, Edelmetalldeckung, innerhalb des zinseszins- und eigentumsbasierten Schuldgeldsystems, zwangsläufig, systembedingt Humanismus nur für die Gewinner oben geben kann!

Jedes System, das Geld nicht für menschliche Leistung erzeugt sondern fast ausschließlich für physische Sicherheiten - die sich inzwischen fast alle in den Händen weniger befinden!! -, benötigt Verlierer, denn nur die Verlierer/Schuldner finanzieren den Profit der (natürlich "arbeitslosen") Edelleute oben.

Es hat sich die letzten Jahrtausende also nicht wirklich etwas zum Guten getan. Selbst ein goldbasiertes System, was ja von vielen favorisiert wird, würde daran nichts ändern. Wer das existierende System konsequent zu Ende denkt, kann eigentlich zu keinem anderen Schluss kommen.

*******
=> AW PB: Nun, lieber "Spielverderber"; erlauben Sie den Lesern eine Einordnung, wo Sie stehen. Auf der von Ihnen empfohlenen Politprofil-Blogseite stehen so bemerkenswerten Sätze wie die Folgenden:

"Die wirklich aufgewachten sind sich bewusst, dass Marktwirtschaft keine natürliche Überlebensregel des Menschen ist." oder
"Es gibt kein natürliches Recht auf Eigentum."

=> Diese Positionen sind nicht neu und wurden auch hier im Blog schon oft aufgegriffen. Ewiges Thema; ich hatte dazu mehrfach Stellung genommen. Z.B. in "Gegen den Markt heißt gegen die Menschen", denn Marktentscheidungen sind in einem FREIEN (!) Markt, den wir in der monetären Planwirtschaft leider seit 100 Jahren nicht mehr haben, immer markträumende und damit Ressourcen optimal für die Menschen allokierende Entscheidungen. Jeder Eingriff in diesen Mechanismus ist ein bewusster oder manchmal auch unbewusster manipulativer Eingriff gegen diese Marktkräfte, die nichts anderes als die Summe der menschlichen Willensentscheidungen sind. Damit sind Eingriffe dagegen in der engen Wortdefinition inhuman.

=> Ebenso inhuman und nach allen realsozialistischen Erfahrungen der letzten 100 Jahre auch wohlfahrtsvernichtend ist die Forderung nach Abschaffung des Eigentumsrechts, welches ein Menschenrecht ist. Eine Begründung hatte ich z.B. mal im Nachrufblog auf Roland Baader formuliert - dies zugleich als Angebot zur Synthese zur Zuschrift des Spielverderbers:

"=> PB: Roland Baader hat nicht gemeint, dass UNEHRLICH erworbenes Eigentum sakrosankt sein darf. Die ganzen Billionen, die im fractional Betrugsbanking ex nihilo als privater Geldschöpfungsgewinn entstanden sind, sah er natürlich auch äußerst kritisch. Das war auch in seinen Augen alles betrügerisches Falschgeld. Sein Zitat zum Eigentum bezog sich auf EHRLICH erworbenes Eigentum. Das ist dasjenige, das durch Arbeit und Minderkonsum angespart wurde - und eben nicht der per Druckerpresse ohne marktfähige Gegenleistung aus dem Nichts geschaffene Seigniorage-Gewinn. DIESE Ersparnis aber bzw. dieses Kapital kann und darf legitimerweise individuell verwahrt und natürlich dann auch investiert werden. Der Mensch will und MUSS für sein Überleben in Alter, Not, ungeplanter Einsamkeit, Winter, Krankheit vorsorgen. Das ist ein Menschenrecht - und zugleich eine Überlebensvoraussetzung nicht nur des Einzelnen, sondern auch ganzer Gemeinschaften. Diese Trivialität geriet erst seit den opulenten und durch das Betrugsgeld materiell und geistig verzerrten Zeiten des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit. In diesem Sinne ist Baaders Eintreten für das Eigentumsrecht als Überlebensvoraussetzung durchaus "unerbittlich" gemeint. "

Fazit: Der Spielverderber hat nicht ganz unrecht: Ungerechtigkeiten aufgrund der ungleich verteilten Produktionsmittel gab es tatsächlich immer. Die Lösung kann aber nicht sein, das Kind mit dem Bade auszuschütten und überdurchschnittliche Begabungen und Leistungsfähigkeiten (als legitime und gesellschaftlich nützliche Ursachen für allgemeinen Wohlstand) mit gesetzlicher oder im Falle des anarchistischen Spielverderbers wohl eher mit physischer Gewalt zu nivellieren. Diese klassisch-sozialistischen Neid-Reflexe schaffen nur Nivellierung auf niedrigstem Niveau. Roland Baader packte diese Erkenntnis in das Apercu "Das Höchstmaß an sozialer Gerechtigkeit ist erreicht, wenn wir alle als Penner durch die Städte irren."

Nein: Der Hauptgrund für einen Großteil der Ungerechtigkeiten in der heutigen ungebändigten Papiergeldwelt sind die völlig unfair seit 1913 und bis heute und noch künftig geschaffenen fraktionalen Falschgeldmengen ohne jeden Anker! Die Wiedereinführung eines solchen Ankers und die ersatzlose Abschaffung der fraktionalen Geldvermehrung würden immerhin diese m.E. 95+% der Ungerechtigkeiten lösen, denn dann käme endlich wieder Fairness ins Geldsystem und die von Privatbanken ohne Risiko vereinnahmte Seigniorage (der Geldschöpfungsgewinn aus dem Nichts) würde nicht mehr absurde Größenordnungen mehrerer realwirtschaftlicher Leistungsfähigkeiten ganzer Staaten erreichen!

=> Auch die Linken bzw. hier eher anarchistischen Systemkritiker sollten endlich mal verstehen, dass HIER in der Geldschöpfung der Großteil der Ungerechtigkeiten liegt. Dass darüber hinaus auch andere Ungerechtigkeiten vorliegen, die auch ein gesundes Geldsystem nicht beheben würde, ist sicher auch wahr. Aber das zu beheben wäre dann "Finetuning". Der anarchistische Spielverderber darf dann gerne diese 5% der Ungerechtigkeiten mit seinen Mitteln auch noch ausmerzen. Wir führen hier den Vorfeldkampf, er möge hinter der Front das Aufräumen übernehmen. Die Marktwirtschaft aber dabei abzuschaffen, wäre inhuman und führte wie in jedem real existierenden sozialistischen System zwangsläufig zu Gewalt, Repression und Armut. Es geht im Gegenteil darum, die WAHRE Marktwirtschaft ohne das Joch des verzerrenden und unfairen Falschgelds der Notenbankster wieder zu beleben!

PS noch zu diesem Satz: "Jedes System, das Geld nicht für menschliche Leistung erzeugt, benötigt Verlierer. Selbst ein goldbasiertes System, was ja von vielen favorisiert wird, würde daran nichts ändern."

=> Das ist pure Ideologie (vermutlich gezogen aus der Mottenkiste der MaxNews - R.I.P. - oder direkt aus den Mythen der Fans der Schacht´schen Wechselgesetze). Gutes Geld belohnt durchaus die menschliche Leistung, denn ihre Früchte werden nicht über die Zeit weginflationiert und marktfähige (!!) Leistung wird immer honoriert über den marktwirtschaftlichen Mechanismus, der in einem gesund wachsenden System übrigens auch kein Nullsummen-/ Umverteilungsspiel ist wie oben suggeriert. Die Spielverderber der Welt hängen wie alle "Leistungsgeldler" aber vermutlich dem Mythos nach, jede noch so abstruse "Leistung" sei mit gutem Geld zu entlohnen. Keynes empfahl ja schon, notfalls Straßengräben aufschütten und wieder zuschütten zu lassen - Hauptsache, die Leute sind in Lohn und Brot und die Wirtschaft brummt... Nein - nur der Markt als Summe der menschlichen Nachfrager und Anbieter kann darüber entscheiden, welche Leistung marktfähig ist und welche eben nicht! Die Idee der Geldschöpfung nach (jeder denkbaren) Leistung führt zwingend in die komplette Planwirtschaft und dazu, dass es in einer Gesellschaft Abermillionen an freien Künstlern und Animateuren in der Südsee gibt - aber keine Müllmänner oder Altenpfleger oder Physiker mehr, denn alle Stundenlöhne wären ohne preisfindende Marktmechanismen ja zwingend gleich denen der Animateure zu setzen...!
28.05.12 @ 12:02
Kommentar from: GoldeneRegel [Besucher]
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Sehr geehrter Herr Boehringer,

sauber analysiert und klar kommentiert.

Viele Grüße und Gottes Segen.
28.05.12 @ 19:48
Kommentar from: Ropeka [Besucher]
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Hallo Herr Boehringer, Ihrer Argumentation kann ich folgen. Ich glaube, dass viele Meinungen und Darstellungen zum Finanzsystem nicht zu Ende gedacht werden. Für viele Bürger ist es einfach nicht zu durchblicken, wie sich EFSF, ESM, Target2 usw. auf Sie ganz persönlich auswirken.

Ich möchte noch ein mir wichtiges Thema anschneiden: Wo Schulden sind müssen auch Vermögen sein!! [PB: Das gilt erst seit 1913 und heute leider zu 99% - in einer reinen Sachwert-und Warengeld-Welt wäre das aber nicht so - da würde nämlich zuerst gearbeitet und gespart und dann investiert und damit dann schuldenfrei Vermögen/Kapital/Wert geschaffen - das kapiert auch der aktuelle Bestsellerautor und Anthropologe Graeber nicht!] In einer Studie von Value Asset Management v. November 2011 las ich folgendes: "Das Geldvermögen der privaten Haushalte umfasst weltweit 95 Bio. Euro und die gesamten Staatsschulden 30 Bio. Euro, die ja letztlich dem Bürger zugute kommen,... deshalb ist die Schuldenproblematik absolut beherrschbar!".

Diese Argumentation zieht wohl nicht, weil es darauf ankommt, wer und wieviele den Kapitaldienst erbringen können!! [PB: ... bzw. auch, weil die Vermögenssteuer zur Enteignung der Vermögenden zur Bedienung dieser Staatsschulden ja noch gar nicht eingeführt ist - in solchen Studien aber implizit einfach mal nonchalant angenommen wird!]

In Deutschland sind bei 10 % d. Bevölkerung in 2003 46,8 % d. Nettovermögens. In 2007 waren es bereits 61,1 %!!
2003 hatten 30 % d. Bevölkerung kein Vermögen. In 2007 ist diese Gruppe m. 1,6 % verschuldet.

Diese Zahlen belegen es: Es wurde absichtlich eine katastrophale Situation geschaffen, die den Verschuldeten es immer schwerer macht, die Erträge für die Vermögenden zu erzielen. Sorry, ich mußte das mal loswerden weil ich der Meinung bin, man kann nicht mit solchen generalisierenden Studien die Probleme und Sachverhalte verharmlosen. Es geht um Menschen.
29.05.12 @ 15:52
Kommentar from: Bert [Besucher]
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Warum holt man sich eigentlich nicht mal erst das Gold der PIIGS bevor man denen "Geld" schenkt? Scheint ein richtiges Geheimnis zu sein, wo es doch sowieso kein richtiges Geld ist. Dann hätten wir wenigstens eine kleine Kompensation oder Sicherheit. Sind bei den Griechen zwar nur 144 Millionen Euro, aber besser als nichts, und der Wert wird sicher noch steigen. Als Privatperson werde ich auch sofort gepfändet, wenn ich nicht mehr zurückzahlen kann. Besonders inhuman finde ich nämlich, wenn man jemanden der einem hilft auch noch moralisch erpresst und ausbeutet.
Portugal 300 Tonnen
Spanien 280 Tonnen
Griechen 111 Tonnen
Italien 2450 Tonnen

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=> AW PB: Völlig richtig. Im Falle von GR ist es aber schon zu spät. Die haben schon vor einem Jahr einen Teil an Finnland verpfändet und den Rest vor einigen Monaten an Gläubigerbanken. Das ging sogar durch die Medien.
29.05.12 @ 19:36
Kommentar from: Claudius v.d.Bach-Zelewski [Besucher]
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Sehr geehrter Herr Boehringer,

Ihre exzellente Bestandsaufnahme der Defekte des "Euro"-Systems und der diesem verwandten, sog. FIAT-Geldsysteme sowie der sich "so oder so" unvermeidbar einstellenden (fatalen) Konsequenzen ist - aus meiner Sicht - gewiß die brillanteste, die ich bisher zu diesem Thema gelesen habe, zumal noch in dem hier dargebotenen, stark komprimierten Format.

Wäre nun noch der Werbehinweis auf das von Ihnen mitverfaßte Büchlein unterblieben, dann wäre die Bestandsaufnahme nahezu perfekt. Da Sie aber andererseits Ihr umfassendes Wissen und Ihre erstaunliche Betrachtungsgabe hier unentgeltlich zur Verfügung stellen, soll es nicht stören.

Die Frage ist allerdings, wie den geschilderten Fehlern, die nun absehbar wieder in ein Katastrophe einmünden werden, zukünftig remedieren ist, ohne daß sich der Kreislauf Wachstum - Boom - Verschuldung - Blase - Krise - Zusammenbruch und (letztlich) Krieg wiederholt. *)

Die Problemanaylse ist ja nur die eine - und womöglich geringere - Seite der Medaille, der Lösungsweg zu den aufgeworfenen Problemen m.A.n. die ungleich schwierigere, andere Seite.

Ob ein goldgedecktes (oder sonst edelmetallunterlegtes) Geldsystem hier eine Lösung darstellt, erscheint mir mindestens als fragwürdig (so sehr ich selbst physisches Edelmetall als "Vermögensbestandsgarantie" vorzöge).

Eine massive Kontraktion der Geldmenge - und damit unvermeidlich, ausgehend vom aktuellen, weltweiten Prouktionsniveau und Handelsvolumen, eine deflationäre Entwicklung - erschiene doch in einem edelmetallunterlegten System als unvermeidbar, selbst wenn dieses System "unendlich tiefe Taschen aus dem Nichts" und damit verbundene, exponentiale, buchseitige Zinssummen verhinderte. **)

Ich denke auch, daß Ihre Betrachtung der Zeit von vor 1913 durchaus sehr romantisch ist. Zum einen waren die Jahre vor 1913 abgesehen von den bekannten gesellschaftlichen Mißständen durchaus keine Zeit, die frei von schweren, krisenhaften, wirtschaftlichen Erscheinungen gewesen wäre - denen mithin das Goldwährungssystem keineswegs abzuhelfen wußte. ***)

Zum anderen hielt im Deutschen Kaiserreich das "Zettelbankensystem" schon mit der Gründung der Reichsbank 1876 Einzug. ****)

Wobei man sich fragen muß, inwiefern dieses immerhin erstaunliche Konstrukt - Reichanstalt mit privaten Anteilseignern und vom Kaiser auf Lebenszeit ernannten Direktoriumsmitgliedern, eine Einzigartigkeit im administrativen Gefüge des Reiches (der Reichskanzler, dem die Reichsbank pro forma unterstand, konnte bekanntlich vom Kaiser jederzeit entlassen werden) - nicht die Gegenleistung Bismarcks an bestimmte Bankierskreise war, die maßgeblich die Finanzierungen der Einigungskriege von 1864 bis 1870 ermöglicht hatten und die schließlich - 38 Jahre später - mit der Gründung des "FED", das durchaus sichtbare, strukturelle Ähnlichkeiten mit der Reichsbank aufwies, erneut mit entscheidender Weichenstellung in Erscheinung traten.

Mit der Novelle des Reichsbankgesetzes 1909, das die Akzeptanzpflicht für "Reichsbank(papier-)noten" verbindlich festlegte, war eigentlich die "Goldgarantie" auch endgültig - mindestens praktisch, nicht vielleicht psychologisch - erledigt (allerdings dürfte es schon vorher mindestens problematisch gewesen sein, papierne Reichsbanknoten, wie durch das Gesetz von 1875 zugesichert, in Gold einzutauschen). *****)

Auch ist m.A.n. festzuhalten, daß internationale Bankierskreise das Goldwährungssystem gezielt zur Ablösung des vorher über lange Zeit herrschenden Silberwährungssystems focierten, weil ersteres offenbar leichter zu oligopolisieren und damit zu kontrollieren war - was in Ihrem Sinne nun doch gewiß nicht "marktkonform" gewesen sein kann.

Ich sehe schließlich auch die oben von "Spielverderber" eingebrachten Einwendungen als durchaus substantiiert an. Leider - bitte sehen Sie mir den Vorwurf nach, er ist nicht persönlich gemeint, was Sie ja wissen werden; ich selbst muß mir die n.g. Kritik gewiß selbst auch gefallen lassen - verfallen Sie in Ihrer Replik selbst in einen ideologischen Jargon ("sozialistische Neidreflexe" etc.), der m.A.n. die konzise Analyse, die noch kennzeichnend für Ihren "Blog"-Beitrag ist, vermissen läßt. ******)

Im Grunde genommen störe ich mich seit jeher auch in Ihren "Blog"-Beiträgen am gebetsmühlenartig vorgetragenen Mantra der "Martkwirtschaft": Was bitte schön soll das konkret sein, zumal wenn das "Überwesen" Staat durch Wertungen, Eingriffe (Steuern), rechtliche und Wertungen und Garantien einen "Ordnungsrahmen" schafft? Diesem Ordnungsrahmen kann notwendigerweise nur (eine im Falle von Menschen) interessengelagerte Wertung vorausgehen, die zwangsläufig mittels [staatlicher] Eingriffe zum Vorteil der einen Gruppe Beeinträchtigungen der anderen Gruppe normiert. *******)

Dieses sehr weltliche Handeln als gleichsam "gottgewolltes" und "allwissend-gerechtes" oder "genial aus sich heraus schöpferisches", "unfehlbares" Mysterium "Markt" zu bezeichnen, ist mindestes (sehr) schräg und erinnert mich stark an übersinnliche Glaubenssätze des Mittelalters.

Man kann z.B. viele - auch gute - Gründe für das (rechtliche) Institut des Eigentumes anführen (m.A.n. weit weniger für jenes des ErbR) - aber es ändert nichts an der Tatsache, daß das "Eigentum", jedenfalls in seiner entwickelten, verrechtlichen Form der modernen Gesellschaften eine Wertentscheidung des Staates und damit eine dem "Markt", als dessen maßgeblicher Pfeiler sich das ET (wie auch die famose "Vetragsfreiheit") darstellt, vorausgeschickte Regulation ist.

Egal, wie sophistisch (vgl. oben Baader "UNEHRLICH erworbenes Eigentum") oder pathetisch oder praktisch zutreffend (vgl. wieder oben Baader, "Das Höchstmaß an sozialer Gerechtigkeit ist erreicht, wenn wir alle als Penner durch die Städte irren" - bitte dies nicht gleich wieder als Blasphemie zu verstehen, es ist nur eine anregende Überlegung; ich habe mir, wie ich Ihnen ja mit Blick auf eine zurückliegende Debatte schon schrieb, unlängst selbst erstmals ein Buch von Baader beschafft) man räsoniert.

Das Eigentum ist, wie der ganze, darauf aufbauende und letztlich diffuse Begriff des "Marktes", keine natürliche Gesetzmäßigkeit. Es ist ein gewillkürtes Abstraktum.

"Natürlich" wäre nur der [unmittelbare] Besitz (d.h. als "haben" und "behalten" i.S.v. tatsächlich ausgeübter Sachherrschaft nach § 854 BGB). So gesehen behaupten auch Bernanke, Papadimos oder Merkel&Co. (aus deren Sicht) durchaus mit Berechtigung, die stünden für den "Markt".

Es ist eben - wie immer bei dogmatischen Betrachtungen sehr variabler weil abstrakter Begriffe - nur eine Frage des Standpunktes und der Definition.

Und sogar im Sozialimus fanden sich "Marktelemente": Wie Lenins NEP, Stalins Normensystem oder schließlich die NÖSPL des Erich Apel in der verblichenen DDR.

*******
=> AW PB: Oje Claudius. Sie sprechen wieder so viele zT grundsätzliche Fragen an, dass man wieder in Buchform antworten müsste. Aber Werbung für Bücher lassen Sie ja auch nicht zu - nicht einmal wenn ein Kernschaubild daraus gerade passt, ebenso der Hinweis auf 80 ganz neu erschienene Zusatzinfo-Seiten zu den hier im Blog nur anreißbaren Lebenslügen unserer Gesellschaft. Und nicht einmal als Ausnahme (erste Werbung in 200 Gratis-Artikeln, da gibt es sogar im Sky-Pay-TV viel mehr Werbung!)...

=> zu *): Darauf gebe ich ja nun in Dutzenden Artikeln immer wieder die gleiche Antwort: Man darf den unseligen Kreislauf gar nicht erst entstehen lassen! Das geht nur durch gutes Geld mit einem unbestechlichen, physikalischen Anker, der Überschuldung durch künstlich angefachte Investitionen in die falschen Projekte von vornherein verhindert. Im Nachhinein ist eine Überschuldungssituation niemals heilbar - Mises´ Wort ist und bleibt auch nach 90 Jahren unwiderlegt:
„Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur, ob die Krise durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll, oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems.“
Zwar ist es richtig, dass Krieg und manchmal auch Wirtschaftskrisen auch andere Ursachen als vorherige Überschuldung haben - aber wir beackern hier nun mal primär das monetäre Feld.


=> zu **): Warum sollte die (Gold)Geldmenge kontrahieren? Das Gold ist ja immer weiterhin da. Und eine RELATIVE Deflation, verursacht etwa durch eine stärkere Zunahme der Gütermenge ggü. der Goldgeldmenge wäre eine GESUNDE Deflation, die für die Menschen sogar eine Wohlstandszunahme bewirkt. In diesem alten Artikel hatte ich auf Seite 4/5 diese uralte und m.E. völlig logische Österreichische Argumentation mal zusammengefasst.
=> Und falls sich Ihre Anmerkung "Kontraktion der Geldmenge" auf den ÜBERGANG vom heutigen absurden Kreditvolumen auf eine edelmetall(teil)gedeckte Währung beziehen sollte (?!): Nun, die Fans gesunden Geldes behaupten nicht, eine Umstellung auf gedecktes Geld zum jetzigen Zeitpunkt (= vor der Währungsreform) würde die Welt retten! Keine Chance - hier gilt einfach apodiktisch Mises´ Zitat oben. Wir haben nur eine Lösung für die Zeit danach - der unselige o.g. Kreislauf darf nie wieder ins Anrollen kommen. Gesundes Geld verhindert dies zuverlässig (wenigstens weitgehend).

=> zu ***): Wie bereits gesagt: Das Goldgeldsystem kann nicht alle Probleme der Welt lösen. Ja, Krisen gab es auch zwischen 1870 und 1914 - aber keine auch nur annähernd so gefährlichen wie die Papiergeldsystemkrise, für die seit 1913/1971/2008/2010/2012ff ein unfassbar großes Kreditsprengstoff-Potenzial gelegt wurde/wird!! Selbst 1929ff war ein laues Lüftchen gegenüber dem, was beim Platzen der Papiersystemblase auf uns zukommt. Da bin ich übrigens völlig einig mit Folker Hellmeyer! 1920/21 war das letzte Mal, dass die USA eine Rezession ohne keynesianischen Eingriff einfach nur zugelassen haben (Keynes war damals noch anderweitig beschäftigt, Unheil anzurichten - er war in Paris beim Vertragsdiktat gegen Deutschland beteiligt...). Diese Rezession war nach einem Jahr einfach nur ... ausgestanden - und die Welt drehte sich ohne große Probleme weiter.

=> zu ****): Zettel gab es schon Hunderte von Jahren zuvor. Sie hießen "Hinterlegungsscheine für Gold". Das wäre auch nicht das Problem gewesen. Erst die Veruntreuung des dahinterliegenden Goldes warf immer wieder Probleme auf. Aber zwischen 1876 und ca. 1900 STIEG die deutsche Golddeckung sogar noch und erreichte eben um 1900 ihren Höhepunkt mit einer ca. 40%igen Teildeckung der Reichsmark mit Gold. Danach ging sie leicht zurück bis eben 1913/14, dann kriegsbedingt rapide auf nahe 0%.

=> zu *****): Sie haben recht, wenn man es genau betrachtet, war die Ära des Goldstandards in D schon 1909 zu Ende. Das solide Wirtschaften war schon um 1900 vorbei. Der Krieg und einige Großmannssucht des Flotten-Kaisers und vielleicht auch das allmähliche Nachlassen des Arbeitseifers einer unglaublich disziplinierten preußisch-deutschen Bevölkerung hinterließen erste Spuren. Aber das kann man kaum dem Geldsystem ankreiden, das diese Entwicklung weg von der monetären Disziplin eher erschwert hat - weswegen man ja dann auch 1909 die ersten Konsequenzen gegen den Goldstandard gezogen hat. Man sollte aber nicht das Ergebnis zur Ursache erklären! Beliebter rhetorischer Trick bis heute: auch die keynesianischen Krugmen der Welt sagen uns immer wieder "Schaut her, der Goldstandard funktioniert nicht - immer wenn er gebraucht würde, wird er abgeschafft!". Dabei wäre das doch eher Anlass für uns, ihn zu verteidigen!

=> zu ******): Ich habe der Antwort an Spielverderber wenig hinzuzufügen (obwohl man das natürlich auch in Büchern ausführen könnte - aber das wollen Sie ja auch nicht...). Verkürzungen und wertende Sätze wie "sozialistische Neidreflexe" sind halt meinerseits Rhetorik so wie bei Claudius auch - und werden hier im Blog auch oft ellenlang begründet. Immer und immer wieder. Sie teilen diese Meinung nicht - nun denn, so sei es. Dann ist der Spielverderber nicht ganz alleine hier.

=> zu *******): Ich bestreite das ganz entschieden: Sie gehen bereits von einer staatlich regulierten Marktwirtschaft aus. Sie sind konditioniert im Wahnsinnszustand der letzten 100 Jahre. Der Staat muss außer Rechtssicherheit und Frieden praktisch nichts garantieren. Die Marktwirtschaft als Handelsplatz entsteht sogar ohne Staat - es gab sie schon Tausende von Jahren vor den ersten Nationalstaaten! Der freie Markt bringt menschliche Nachfrage und menschengeschaffenes Angebot zusammen. Er realisiert die Früchte der Spezialisierung und Arbeitsteilung, denn ohne Markt müsste jeder Mensch alles selbst herstellen, was derart ineffizient wäre, dass wir alle noch in Höhlen leben würden!! Und darum bin ich so radikal gegen Markteingriffe. Spielverderbers und Claudius Einsprüche sind inzwischen vielfach zu Protokoll genommen. Ich teile sie weiterhin nicht und halte sie umgekehrt für gefährliche Ideologie. Der freie Markt mit freiem Marktgeld existiert seit 100 Jahren kaum noch - und vielleicht hat er auch nie existiert. Das Ideal halte ich dennoch hoch. Dass es ungleichen Marktzugang geben kann, sei zugestanden und dass es dabei Verlierer gibt auch. Aber die volkswirtschaftliche Wohlfahrt durch den freien Markt ist um ein Vielfaches höher als die aller regulatorisch-sozialistischen Experimente!

=> Zum Rest Ihrer Philippika gegen Markt und Eigentum: Ich halte das meinerseits für komplett ideologisch und empirisch widerlegt (Wohlstandssituation im real existierenden Sozialismus...). Das Eigentum ist und bleibt conditio sine qua non für die Leistungs- und damit Produktionsbereitschaft und damit für die Wohlstandsschaffung. Und m.E. ein Menschenrecht - siehe oben meine AW an Spielverderber. Selbst Allmende-Ideen gehen ab einer gewissen gesellschaftlichen Größe immer schief, weil auch Gemeinschaftseigentum von den einzelnen Kollektiveigentümern immer "überweidet" / übermäßig ausgenutzt wird. Das ist menschlich - einzige Ausnahmen Familien/Stämme, wo die emotionalen Bindungen die ökonomisch-psychologischen Reflexe überlagern.

PS noch zu Lenins NEP: Es gibt Untersuchungen, wonach der Sowjet-Sozialismus ebenso wie die DDR nur deshalb 70/40 Jahre überleben konnte, WEIL marktwirtschaftliche Elemente zugelassen / toleriert oder sogar mal temporär gefördert wurden. Diese Reste des Marktes retteten das Überleben der Nicht-Marktwirtschaften über Jahrzehnte - selbst wenn es nur kleine Schwarzmärkte waren. Das verstand auch der national-SOZIALISTISCHE Herrscher Deutschlands und ließ mitten im Krieg eigentlich "zersetzenden" Schwarzhandel und damit die Unterlaufung der planwirtschaftlichen Preisbindungen zu. Baader zeigte mal in einem Buch auf, dass sogar kleine Reste des Marktes derart wirkungsmächtig sind, dass sie ansonsten längst dysfunktionale planwirtschaftliche Systeme ernähren können. Genau betrachtet lebt auch das sozialistische Deutschland von 2012 (mit versteckten StaMoKap-und Sozialversicherungs-Leistungen fast 70% Staatsquote) von den noch zugelassenen Resten der produktiven Marktwirtschaft!! Sonst wäre der Laden längst wegen Verarmung auseinandergeflogen!
30.05.12 @ 01:49
Kommentar from: davido [Besucher]
*****
Die sozialistischen Politiker und Ökonomen wollen ja nur unser Bestes. Zu blöd, dass wir unser Bestes leider nicht hergeben wollen :-)
30.05.12 @ 10:28
Kommentar from: Claudius v.d.Bach-Zelewski [Besucher]
Sehr geehrter Herr Boehringer,

ich will jetzt nicht auf Ihre Replik im Einzelnen hier eingehen, weil das den Rahmen des "Blogs" gewiß endgültig sprengen würde.

Aus diesem Grunde werde ich Ihre Antwort noch einmal in einer "e-mail" unmittelbar an Sie kommentieren, denn ich denke, daß durchaus vieles von dem, was Sie unter *) - *******) ausgeführt haben, so nicht zutreffend ist.

Festhalten möchte ich allerdings eines: Ich habe keinesfalls eine Philippika gegen das Eigentum geschrieben (was Ihnen doch auch auffallen sollte, wenn Sie meinen Kommentar lesen).

Ob ich eine Philippika gegen den "Markt" oder die "Marktwirtschaft" verfaßte, sei dahingestellt: Wenn Sie das m.A.n. zutreffende Rügen konturloser und deswegen beliebig ausfüllbarer Begriffe als "Philippika" bezeichnen, dann mag das so sein.

Allerdings "Markt" oder "Marktwirtschaft" - wie immer man diese Formeln auch ausdeuten mag - inzidenter mit "Humanismus" gleichsetzen zu wollen, damit gehe ich nun doch nicht d`accord.

********
=> Ergänzung PB: Ja, bitte weiter nur per Email, sonst gibt es Ärger mit den anderen Lesern. Ob wir dann zusammenkommen, glaube ich nicht, denn die mir bekannten Hunderten von Forendebatten zu diesen Punkten enden regelmäßig im Dissens.
=> Nur noch zu meinem Vorwurf "Kampfschrift": Wenn Sie zum Eigentum (oder vielleicht besser zum Markt) schreiben
"Das Eigentum ist, wie der ganze, darauf aufbauende und letztlich diffuse Begriff des 'Marktes', keine natürliche Gesetzmäßigkeit. Es ist ein gewillkürtes Abstraktum.",
dann kann man das schon als Kampfthesen werten, denn ich behaupte ja exakt das Gegenteil, nämlich die absolute Natürlichkeit und Notwendigkeit des freien Marktes. Falls Sie recht hätten, müssten die Marktwirtschaftler begründen, warum sie keine regulierten Zustände wollen. Das ist aber in meinen Augen absurd, denn ein natürlicher Zustand ist IMMER und per Definition zunächst ein UNregulierter. Und daher ist jeder (Planwirtschaftler), der etwas anderes will, begründungspflichtig. Die von Ihnen verlangte Umkehrung der Beweislast akzeptiere ich hier nicht! Planwirtschaftler müssen immer begründen, warum sie eine/welche Regulierung des freien Marktes fordern. Seit mehr als 100 Jahren scheitern sie daran ganz regelmäßig - jedenfalls wenn man sie an ihren Ergebnissen misst.
30.05.12 @ 11:55
Kommentar from: Bert [Besucher]
Habe mal das Eigentumsrecht aus der EMRK rauskopiert, ziemlich schwammig, auf den Rechtschutz brauchen wir wohl nicht bauen:

Europäische Menschenrechtskonvention EMRK, 1. Zusatzprotokoll zur Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 20. März 1952, (BGBl. 1958/210 Österreich)

Artikel 1:
"Jede natürliche oder juristische Person hat ein Recht auf Achtung ihres Eigentums. Niemandem darf sein Eigentum entzogen werden, es sei denn, daß das öffentliche Interesse es verlangt, und nur unter den durch Gesetz und durch die allgemeinen Grundsätze des Völkerrechts vorgesehenen Bedingungen. Die vorstehenden Bestimmungen beeinträchtigen jedoch in keiner Weise das Recht des Staates, diejenigen Gesetze anzuwenden, die er für die Regelung der Benutzung des Eigentums in Übereinstimmung mit dem Allgemeininteresse oder zur Sicherung der Zahlung der Steuern, sonstiger Abgaben oder von Geldstrafen für erforderlich hält."
30.05.12 @ 16:47
Kommentar from: Jürgen Kremser [Besucher]
*****
"Die Marktwirtschaft als Handelsplatz entsteht sogar ohne Staat - es gab sie schon Tausende von Jahren vor den ersten Nationalstaaten!"

Das mag zwar so sein, doch leider ist bei uns heutzutage kein Handel ohne staatliche Regularien möglich. Das fängt hier in Frankfurt am Main sogar mit der happigen Stellgebühr für Obst- und Flohmärkte an. Und diese staatlichen Regularien sind sogar derart, daß man meiner Meinung nach gar nicht mehr von einer Marktwirtschaft sprechen kann.

Die Politik wirkt auf immer größere Oligopole hin, so daß kleinere Tankstellen, Bäcker, Bauern sich nicht mehr halten können, während große Banken, die sich verspekuliert haben, gerettet werden. Wo bleibt da die Marktwirtschaft?

Wie paßt die Überprivilegierung der Beamten in die Marktwirtschaft? Denn die Staatsdiener erzielen ihr hohes Einkommen außerhalb der Marktwirtschaft, so daß sie auf diese nicht angewiesen sind, obwohl sie den Markt sogar regeln.

******
=> AW PB: Das ist ja alles richtig, Herr Kremser. Ist ja sogar mein ständiges Credo. Hatte ich doch oben und anderswo schon xmal geschrieben. Es gibt die wirklich freie Marktwirtschaft seit 100 Jahren nicht mehr, seitdem das planwirtschaftliche Zentralbankgeld als unnatürliches Element den Blutkreislauf der freien Marktwirtschaft vergiftet! Und genau das ist das Problem!
Darum darf man aber nicht das Ideal aufgeben und noch dazu alle Übel der Welt auf "den bösen Markt" oder "den bösen Kapitalismus" schieben, sondern man muss diese Überregularien und vor allem das Gift abschaffen!
31.05.12 @ 09:11
Kommentar from: Paul [Besucher]
****-
Dieses ist für mich eine interessante und notwendige Diskussion. Schon längere Zeit lese ich verwundert die Kommentare von FH auf den Goldseiten. Noch mehr habe ich mich bisher gewundert, dass keiner widerspricht. Vielen Dank für diese Diskussion.
31.05.12 @ 10:37
Kommentar from: Heiko Schneider [Besucher]
*****
Vielen Dank Herr Boehringer für einen notwendigen Blog zum richtigen Zeitpunkt. Die Aussagen von FH sind auch für mich als "Österreicher" teilweise unerträglich. Deshalb habe ich mit Freude gelesen, daß es viele andere Menschen gibt, die das genauso sehen.

Man ist es zwar leid, kann es aber immer nur wiederholen - und keiner wird diese immerwährende Aussage je widerlegen können (mit einem schlüssigen zuende gedachten Konzept):

“Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur ob die Krise früher durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll, oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems kommen soll”
Ludwig von Mises

Bitte machen Sie weiter so und lassen Sie sich auf keinen Fall beirren! Es ist schon eine Perversion und bewirkt geistige Verwirung: unser gesetzliches Zahlungsmittel heißt "GELD", obwohl es praktisch nichts mehr mit seinem ursprünglichen Charakter zu tun hat. Nur die Menschen haben sich schon so daran gewöhnt, daß sie sich nichts anderes mehr vorstellen können: erfolgreiche Gehirnwäsche!

*******
=> Ergänzung PB: Danke und nur zur Klarstellung, auch wenn ich mich wiederhole: FH war ebenfalls schon lange Österreicher. Er sieht einfach nur IN DER AKTUELLEN Situation keine andere Möglichkeit mehr als weiter aufzuschulden. In der o.g. Abwägungsentscheidung "weitere Aufschuldung jetzt" vs. "schwere Depression und Unruhen und Hungerrevolten jetzt" entscheidet er sich eben für die weitere Aufschuldung. Wir sehen dagegen unseren Mises, dem FH m.E. nicht fundamental, sondern nur in der aktuellen Situation "seufzend-pragmatisch" widerspricht. Uns unterscheidet vermutlich der Zeithorizont und der Grad des Optimismus, dass sich alles entgegen Mises´ Diktum irgendwie noch im Guten auflöst.
31.05.12 @ 11:06
Kommentar from: Peter [Besucher]
*****
Großes Lob an Herrn Boehringer, daß er so detailliert auf die Beiträge eingeht.

Sehr interessant fand ich auch die Diskussion mit "Claudius"
31.05.12 @ 21:02
Kommentar from: deus_ex [Besucher]
Es ist schon bedenklich, "seufzend-pragmatisch" zu sagen 'mir sind (noch) schwere(re) Depression, Unruhen und Revolten in der Zukunft lieber als im Jetzt.'. Aber selbst dann, wäre es nicht zumindest besser, nicht auch noch öffentlich für die falsche Sache einzutreten? Die wievielte Rettungsmaßnahme ist inzwischen wirkungslos verpufft und hat nur den Druck in der Bombe weiter erhöht? Leute mit dem stoßgebetartigen Motto: "Please, please do not let it happen on my watch!" erinnern mich an jene verlorenen Trader, deren Position in den Verlust gelaufen sind. Getrieben von Verzweiflung und unbegründeter Hoffnung schieben sie ihre Stopps mehr und mehr hinaus bis sie von den Märkten zermalmt sind. Wer zu spät kommt (bzw. die Reißleine nicht rechtzeitig zieht), den straft das Leben (umso härter).

*******
=> Ergänzung PB: Der Kreativität der Retter ist in der Tat kaum eine Grenze gesetzt - offenbar nicht einmal durch geltendes Verfassungsrecht und Mehrheiten im Volk gegen diesen Wahnsinn. Solche Petitessen scheren zB ganz aktuell Weltbankpräsident Zoellick oder den Italienischen Chef-Technokraten (auch "Ministerpräsident Italiens" genannt) oder den Chef des internationalen Bankenverbandes IIF ganz und gar nicht - sie fordern heute in der FT und der WELT u.a. Folgendes:

"Sollte Griechenland aus der Währungsunion ausscheiden und die Euro-Staaten nicht entschlossen die Finanzbranche stützen, könnte die daraus resultierende Krise den Kontinent zu einer wirtschaftlichen Gefahrenzone machen, schrieb Zoellick in einem Kommentar in der "Financial Times". Die Länder müssten daher darauf vorbereitet sein, die Banken mit Geld aus dem künftigen Euro-Rettungsfonds ESM zu rekapitalisieren. 'Es ist aber bei weitem noch nicht klar, ob sich die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone mental auf diesen Schritt eingestellt haben', schrieb Zoellick. ... Mittelfristig müsse zudem die Finanzierung von Problemstaaten wie Spanien gesichert werden. Dies müsse entweder über den ESM oder über gemeinsame Anleihen der Euro-Länder (Eurobonds) geschehen.
...
Monti sprach sich für eine Forderung der EZB aus, die in Deutschland strikt abgelehnt wird. Der Euro-Rettungsfonds ESM soll Banken direkte Kapitalhilfe geben können statt wie bisher vorgesehen über einen Hilfsantrag des betroffenen Staates, der mit Reformauflagen verbunden wäre.
...
So wie Frankreich und Spanien plädieren auch die Großbanken dafür, den Rettungsfonds direkt anzapfen zu können. "Der europäische Fonds muss größer werden und flexibler genutzt werden können", sagte der Chef des internationalen Bankenverbandes IIF, Charles Dallara."


=> Und so dreht sich die verhängnisvolle Spirale der angeblichen Alternativlosigkeit immer weiter und weiter. Bis hin eben zu den Vereinigten Eurobond-Staaten von EUropa, bis hin zur Weltregierung, bis hin zum kompleten Weltsozialismus und damit zur Massenverarmung der Welt oder andernfalls bis hin zum Welt-Bürgerkrieg! Freiheit, Demokratie, Wohlstand und Recht verliert man in kleinen Scheibchen!
01.06.12 @ 07:05
Kommentar from: Jürgen Kremser [Besucher]
"Wir sehen dagegen unseren Mises, dem Folker Hellmeyer m.E. nicht fundamental, sondern nur in der aktuellen Situation 'seufzend-pragmatisch' widerspricht."

Wenn hier das System verteidigt wird, so ist das vermutlich in etwa genauso zu interpretieren, wie die Kapelle auf der Titanic, die auch bis zum Untergang weiterspielte, um die Panik zu verhindern und eine geordnete Rettungsaktion zu ermöglichen.

Meiner Meinung nach ist das System aus den verschiedensten Gründen am Ende wegen Ignoranz der Eliten, Verstöße gegen Kultur, Demographie und Ökologie, Gier, Lüge, Betrug, Migrationspolitik. Diese über Jahrzehnte vom Rundfunk aufgebauten Illusionen müssen jetzt notwendigerweise zusammenfallen und werden vermutlich unsere bescheidenen Ansätze der Demokratie unter sich begraben.

Das denken sicher viele auch so, halten sich aber vornehm zurück wie die Amtsperson bei Schiller:

"Ich hab` hier bloß ein Amt und keine Meinung."

Oder bei Goethe:

"Dankt Gott mit jedem Morgen, Dass Ihr nicht braucht fürs Röm’sche Reich zu sorgen!
Ich halt’ es wenigstens für reichlichen Gewinn, Dass ich nicht Kaiser oder Kanzler bin."

Man kann auch in einer verzweifelter Lage noch immer hoffen, so wie Jesus seinem sicheren Untergang entgegen sah und trotzdem betete (Matthäus 26, 37):

"Er war sehr traurig, und schreckliche Angst quälte ihn. ... Mein Vater! Wenn es möglich ist, lass den Kelch des Leides an mir vorübergehen."

Die Massenpanik (Stampede = unvermittelte Fluchtbewegung innerhalb einer Tierherde) wünscht sich sicher niemand, Thukydides, Buch III, Kapitel 79:

"Sieben Tage lang seit der Ankunft Eurymedons und der sechzig Schiffe, solange er dablieb, mordeten die Kerkyrer jeden, den sie für ihren Gegner hielten; schuld gaben sie ihnen, daß sie die Volksherrschaft stürzen wollten, aber manche fielen auch als Opfer persönlicher Feindschaft, wieder andere, die Geld ausgeliehen hatten, von der Hand ihrer Schuldner. Der Tod zeigte sich da in jederlei Gestalt, wie es in solchen Läuften zu gehen pflegt, nichts, was es nicht gegeben hätte und noch darüber hinaus. Erschlug doch der Vater den Sohn, ..."
01.06.12 @ 13:56
Kommentar from: Spielt keine Rolle [Besucher]
*****
Bravo! Endlich mal jemand, der den Systemlingen die Leviten liest. Vielen Dank dafuer! Ich habe mich schon seit Jahren gewundert darueber, was jemand wie Herr Hellmeyer bei den Goldseiten zu verbreiten versucht. Extrem sozialistisches Gedankengut, wie leider bei vielen Systemlingen zu beobachten. Mal gucken, wo der Rettungssozialismus noch enden wird. Es ist wohl auch eine Art Geschichtstrickserei, dass der Nationalsozialismus als konservativ/rechts bezeichnet wird, denn er war, wie jeder Sozialismus, ja links. Sich auszeichnend durch Planwirtschaft und nicht durch Marktwirtschaft. Diktaturen sind immer planwirtschaftlich organisiert und haben mit einer konservativen oder rechten Politik nichts zu tun. Ich sehe mich uebrigens nicht als konservativ, sondern ich bin libertaer.

Wo die Substanz fehlt, da hilft alle Eloquenz nicht, sondern fuehrt nur in die Irre. Die Systemlinge spielen selbst mit dem Humanismus und setzen ihn auf ihr eigenes Spiel.

Diesen Kritikern der ESM-Kritik muss Zurückhaltung nahegelegt werden: Der Euro, welcher die Krise verursacht hat, war schliesslich nicht die Idee der ESM-Kritiker! Reale Inflation seit Einführung des Euro: ca. 5-7% jaehrlich. Bzgl. der Zahlen irgendwelcher gekuenstelten Warenkoerbe lachen da alle Statistikhuehner und die Eier lachen gleich mit! Der Euro ist also seit der Einfuehrung ein faktisch nachzuweisender Inflationsballoon "erster Guete"!

Und ich sage weiterhin, dass alle in Amt und Wuerden agierenden Politiker mit Intention auf den Kollaps des Systems hinwirken, allerdings mit der Absicht, dass er nicht in ihrer Legislatur eintritt. Ziel ist, die Staatschulden zu entwerten. Der Staat hat ein Monopol und dieses nutzt er aus! Allerdings kann man nicht alleine der Regierung die Schuld geben, denn sie wird von Buergern gewaehlt und viele Buerger engagieren sich zu wenig, um diesem staatlichen Banditensystem das Stop Schild zu zeigen!
02.06.12 @ 15:43
Thorsten Schulte (Silberjunge) hat heute die Apologetik seines Humanismus geliefert, in der er anzeigt, daß wir in einer Situation sind, in der eine Rettung durch Systemwechsel praktisch nicht möglich ist, weil der Wechsel verheerende Folgen haben kann.

Ich werde dies zum Anlaß nehmen, einmal in den kommenden Wochen die Memoiren von Heinrich Brüning durchzulesen:

http://www.zvab.com/advancedSearch.do?title=%22Memoiren+1918-1934%22&author=Br%FCning,+Heinrich&iref=suggest07

Hier ein Auszug aus dem Artikel von Silberjunge:

http://www.goldseiten.de/artikel/139165--Silber-zwischen-Hammer-und-Amboss-.html

"Peter Boehringer nahm mein Interview zum Anlass für einen durchaus bissigen, aber sehr leidenschaftlichen Vortrag. Auch wenn ich mit Peter in vielen Punkten sehr unterschiedlicher Auffassung bin, so schätze ich ihn und fühle mich freundschaftlich verbunden. ... Der Karren ist so tief im Dreck, dass es eine schmerzlose Heilung des Papiergeldsystems nicht mehr geben kann. Ich weiß, dass wir alle das Beste wollen. ... Die Zeiten, die uns bevorstehen, drohen die Menschen zu spalten. Große Krisen sind eben auch größte Gefahrenquellen für Demokratien. Jeder von uns muss dafür sorgen, dass Sprüche des Straßenkampfes wie „Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein“ nie wieder aus der Mottenkiste der deutschen Vergangenheit hervorgekramt werden.

In einem Interview in der Metallwoche warnte ich vor den verheerenden Folgen eines Auseinanderbrechens der Eurozone und somit davor, die Rettungsschirme und das TARGET2-System in Frage zu stellen. Denn dies würde eine deflationäre Krise wie 1929 mehr als wahrscheinlich machen. Der Point of no Return ist in unserem heutigen Papiergeldsystem längst überschritten und damit sind die Handlungsmöglichkeiten beschränkt. Was vor 5 oder 10 Jahren vermutlich noch möglich war, würde heute zu einer Deflationskatastrophe führen.

In meinem Silberbulletin vom 26. Mai habe ich das ganze Ausmaß der Blasen der Eurozone dargestellt. Es geht um die gigantischen Anleihensummen, die uns beim Blick auf meinen Chart von 1992 bis heute gruseln lassen. Aber auch die Aufblähung der Geldmenge und der Bilanzsummen der Banken machen die ganze Dramatik deutlich. Wer diese Daten und Fakten kennt, wird vor allem eines fürchten: Den deflationären Kollaps des Papiergeldsystems. Eine Depression mit weltweiten Schockwellen entspringt dabei nicht der Phantasie eigennütziger Bankanalysten, die um ihren Job und guten Gehälter bangen.

Ich weiß, dass diese Sicht der Dinge manchen sympathisch erscheint, aber sie greift zu kurz. Dass unser Papiergeldsystem völlig aus den Fugen geraten ist, offenbart uns doch der folgende Chart. ... An dieser Stelle schreibe ich in aller Deutlichkeit, dass ein Deflationsschock wie 2008/09 ganz schnell wieder möglich würde, wenn die Zentralbanken bei den ersten klaren Anzeichen wirtschaftlicher Schwäche nicht mit neuen Liquiditätsspritzen antworten. Vergleichen Sie es mit einem Drogenjunkie, der eine immer höhere Dosis benötigt. ...

Die Märkte würden hier wie derzeit bei den Renditen deutscher Staatsanleihen gegen alle Vernunft völlig überschießen mit verheerenden Folgen für die deutsche Exportwirtschaft. Aber das Platzen der Blasen würde weltweit ja auch die Geldillusion zerstören. Sicher geglaubter Reichtum würde verschwinden, Angst würde sich wie Mehltau auf das Land legen, die Nachfrage würde einbrechen, Massenentlassungen wären unausweichlich und teuflische Abwärtsspiralen die Folge. Die Befürworter eines Euro-Austritts Deutschlands bagatellisieren gern die Folgen und gerade damit machen sie sich höchst unglaubwürdig und angreifbar."
04.06.12 @ 09:46

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