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Das Ende von Freiheit und Aufklärung: unser Marsch in Planwirtschaft und Irrationalität

von Peter Boehringer E-Mail 02.07.12 12:21:41

Es ist Juli 2012 – und wir leben nun irreversibel in einer anderen Republik, der EUdSSR eben. Nach der ESM-Abstimmung und dem nun „erfolgreich“ ermöglichten Zugriff der großsozialistischen Polit- und Finanz-Welt auf Deutschlands Substanz darf sogar in Mainstream-Artikel ein wenig Wahrheit einziehen >:XX – offenbar hat man in der Systempresse keine Angst mehr vor einem Veto Voßkuhles gegen den ESM-Putschvertrag. Nur drei aktuelle Beispiele für die plötzlichen Erkenntnisse der Massenmedien:

a) Das Handelsblatt titelt heute (2.7.2012) im Print auf Seite 1 mit einem Foto der FFM-Banken-Skyline und spricht von der neuen Sonderwirtschaftszone“ der Banken und vom Ende der Marktwirtschaft:

Quelle: https://www.handelsblatt-shop.com/handelsblatt/handelsblatt-epaper-p1951.html

Bessere Foto-Qualität gibt es nicht im Netz – aber alleine Foto + Überschrift sagen ja alles. Die Wahrheit eben – leider in der Systempresse wie so oft zu spät. Nach erfolgter ESM-Abstimmung durfte nun auch Prof. Sinn angemessen ausführlich ins Handelsblatt - und Hans-Olaf Henkel gleich dazu: „Die Finanzmärkte seien nun beruhigt, ja geradezu euphorisch, weil ein Weg gefunden wurde, das deutsche Vermögen zu verbrauchen. ‚Die finanzielle Stabilität Deutschlands ist indes gefährdet‘, warnte Sinn.

b) „Sinn-haftiges“ zur neuesten kriminellen Idee der Bankenunion heute nun auch im DRadio: „Es geht um die fünf Krisenländer, und wenn wir die nehmen, für sich genommen, also Italien, Griechenland, Portugal, Spanien, Irland, dann haben wir da 9,2 Billionen. Das sind also 9200 Milliarden Euro. Und da liegt eigentlich schon ein Aspekt, der vielen Bürgern überhaupt nicht klar ist. Die denken, na ja, jetzt haben wir die Staaten gerettet, dann können wir da die Banken auch noch retten. Weit gefehlt! Die Bankschulden sind ja fast dreimal so groß wie die Staatsschulden. Die Staatsschulden dieser fünf Länder sind 3,3/ 3,4 Billionen, und hier reden wir über 9,2 Billionen Bankschulden. ... wenn wir mal sagen, von diesen Schulden sind 20 Prozent abzuschreiben, dann sind das ja schon 2,4 Billionen. Das wäre fast einmal das deutsche Sozialprodukt.“ :!:

c) Heribert Prantl stellt ebenfalls nach der ESM-Abstimmung in der SZ-Wochenendausgabe erstaunt fest, dass Artikel 19 ESM-Vertrag beliebige Veränderungen der Finanzinstrumente und damit auch die direkte Bankenrettung erlaubt. Den „Gouverneursrat“ wird Prantl künftig übrigens bald nicht mehr in Anführungszeichen setzen – das wird bei diesem neuen unangreifbaren Monarchenclub EUropas nicht lange durchzuhalten sein:

Belege für die Verfassungswidrigkeit … Wer genau liest, findet im Artikel 19 die Formulierung, dass der ‚Gouverneursrat‘ des ESM die im Vertrag aufgezählten Finanzhilfe-Instrumente ‚verändern‘ kann. Er wird also sogleich in seiner ersten Sitzung, nachdem der Vertrag unter Dach und Fach ist, die auf dem EU-Gipfel beschlossenen neuen Zahlungshilfen [für Banken] beschließen. Von einer dafür erforderlichen Zustimmung des Bundestags steht nichts im Vertrag.“ :!:

=> Soso, Herr Prantl: der Art 19 war seit vielen Monaten bekannt und im Blog vielfach als glasklar verfassungswidriger Blankoscheck-Artikel erwähnt [einmal habe ich ihn sogar in journalistisch leicht verdaulicher farbiger Comicform Präsentationsform dargestellt, zB hier, Seite 8ff] – und nun merken sogar Sie es…!

Aber immerhin – andere MSM-Schreiber haben offenbar den Vertrag noch immer nicht gelesen bzw. verstanden: Prantls Kollege in der SZ-Chefredaktion etwa, Kurt Kister, ignoriert weiterhin die Fakten und entblödet sich nicht, die Rettungskritiker gar noch nachtretend-beleidigend und post (ESM-)factum als „Rechthaber“ zu bezeichnen.

=> Tja, lieber Herr Kister – wir Kritiker des Wahnsinns werden auch noch mit den meisten anderen prognostizierten Folgen der ESM-Bank total „rechthaberisch“ recht behalten – seien es die des Art 25(2) [D wird bis zu 100% der 700 Mrd EUR und mehr übernehmen]; oder seien es die Insidertrades in Milliarden-Höhe der ESM-Angestellten ohne jede Sanktionsmöglichkeit des lächerlichen BT-Ausschusses zur Überwachung der ESM-Bank; oder seien es die Marktmanipulationen in Billionenhöhe des neuen EUropäischen Spekulations- und „plunge protection“ Teams namens ESM-Bank; oder sei es der absehbare Bankrott Deutschlands bis 2015; oder sei es die Friedensgefährung durch die neue ESM-Nomenklatura der planwirtschaftlichen EUdSSR. Warum? Weil alles offen vor unseren Augen steht und der Rest triviale Anwendung von Logik, Ökonomie und Rationalität ist. Sie sind und bleiben daher ein Unrechthaber und kein Rechthaber – darauf immerhin können Sie stolz sein.

Stichwort Rationalität: Auch der im SZ-Feuilleton seit Jahren sehr beliebte „Gastautor“ und selbsternannte Aufklärungs-Erklärer Navid Kermani durfte gerade mal wieder seine höchst eigenen und kreativen Vorstellungen von Recht und Rationalität verbreiten. Er erfand in der SZ-Samstagsausgabe gar den neuen Begriff des „Vulgärrationalismus“! [sic] :?:

=> Kermani versteigt sich darin zur skurrilen These, Aufklärung sei „nicht nur die Herrschaft der Vernunft“, sondern „[irgend] etwas anderes“ XX( oder gar dazu, Blasphemie bzw. areligiöse Rechtsprechung sei durch die Aufklärung [und deren elementaren Forderungen nach freier Meinungsäußerung und nach Abschaffung der staatlich-klerikal verfügten „Gottes“-Herrschaft!] nicht gedeckt und damit aufklärerisch illegitim [sic!] >:XX . Jedenfalls liest dies der erstaunte Bürger in diesem Kermani´schen Pamphlet für die Irrationalität und für fundamentalistische Religionsausübung.

=> Was historisch von solcherlei orwell´scher Dialektik des „Research Fellows des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen“ zu halten ist, hatte ich schon vor drei Jahren dokumentiert in Bruchteilwahrheiten im Mainstream – Islam und Aufklärung:

„Die (radikale) Säkularisierung war geradezu konstitutiv für die Aufklärung - und ganz sicher nicht die ‚Freiheit der Religionen‘! Lesen Sie dazu Wikipedia - oder eben Kant.
=> Die verarmten und von den Pfaffen und Monarchen unterdrückten Massen anno 1789 hatten nichts gegen den ‚Fundamentalismus des Säkularen‘. Es ging ihnen materiell um ihr täglich Brot. Ideell aber auch um Freiheit vor (u.a.) klerikaler Unterdrückung und um höchst säkulare und reale Menschrechte!
=> Vielleicht sollte jemand den frischgebackenen Träger des Hessischen Kulturpreises bzw. das Mitglied der Islamkonferenz darüber aufklären, …
- dass der rationale Kampf der Aufklärung mit dem Höhepunkt der französischen Revolution ein Kampf gegen absolutistisches ‚Gottesgnadentum‘ und für die TRENNUNG von Staat und Kirche war
,
- und dass die Französische Revolution ein Kampf für den bürgerlichen NATIONALSTAAT war, der sich letztlich dann nach der Napoleonischen Gegenwehr ab 1815 im Westen auch überall durchgesetzt hat. Es war also explizit KEIN Kampf um eine ‚transnationale, multireligiöse, multiethnische Willensgemeinschaft!‘
=> Die erste Zeile der französischen Nationalhymne aus der revolutionären Zeit von 1795 lautet u.a. ‚Allons enfants de la PATRIE‘ [la patrie = das Vaterland / die Nation].
=> Schon mal die revolutionäre Kokarde angesehen, Herr Kermani? Heute sind das die Farben der französischen NATION. Nix ‚multiethnisch / transnational‘! Geben Sie bitte Ihren Hessischen Kulturpreis zurück. “

Trauriges Fazit: Die unermüdlich wühlenden Schreibtischtäter von heute besetzen sogar Begriffe der Aufklärung neu, die seit 300 Jahren unumstritten und für Europa (kleines „u“) das Erfolgsrezept schlechthin bedeuteten. Wer die Rationalität in den Dreck zieht, erntet unweigerlich Irrationalität. :!: Die gesellschaftliche Debatte wird damit aber unführbar, weil man sich statt auf naturwissenschaftliche, mathematische, logische, ökonomische und menschheitsgeschichtlich über Tausende von Jahren bewährte Gewissheiten der Ratio dann in einen rhetorisch-ideologischen irrationalen Sumpf begeben muss: in den trüben, zähen, gefährlichen Morast der Religionsfundis, der hegelianischen Gesellschaftszersetzer, der ahnungslosen besoffen-randalierenden Partygänger, der blubbernden Esoteriker, der vernebelnden Machtpolitiker, der gutmenschlichen Zensoren, der nur „qualitativ“ aber nie quantitativ denkenden grünen Politologen, der kurzfristig argumentierenden Keynesianer, der freigeldlichen „Bewusstseinsspringer“, der marxistischen Gulag-Fraktion, der geisteskranken NWO-Fraktion, der Rassenfanatiker und der planwirtschaftlichen Makroklempner des ungedeckten Geldes und aller anderen Kollektivisten jeder Couleur! Aus solchem Milieu aber ist noch nie eine Gesellschaft groß geworden – geschweige denn wieder auferstanden aus den mit dem ESM nun erreichten ökonomisch-gesellschaftlich-unrechtsstaatlichen Niederungen!

Man muss seit der ESM-Abstimmung des 29.6. nun wohl den Fatalisten recht geben, die schon seit Langem meinen, nur eine „Apokalypse“ [im Sinne von „Offenbarung“ oder gar Totalcrash] sei die reinigende katharsische Kraft, die der vom irrationalen Kollektivismus und Planbarkeitswahn geschundene Kontinent EUropa benötigt, um eines Tages wieder zum aufgeklärten Europa freier Individuen werden zu können! Leider haben es die immer von materiellen Krisen begleiteten Apokalpysen fast immer auch an sich, in der Übergangsphase bis zur Besserung menschenfeindliche Führer, Massenverarmung, Eigentums-Entrechtung und Krieg hervorzubringen. Die Katharsis ist ein schmerzhafter, hässlicher Reinigungs-Prozess, vergessen wir das nie. Und je länger der Punkt hinausgeschoben wird, desto größer wird die Kriegswahrscheinlichkeit!

Doch die ach-so-schlauen ESM-Eliten wollen partout die Verlängerung der Tragikkomödie Tragödie bis in den fünften Akt. Tanzen wir also noch ein paar irrationale Jahre weiter auf dem Vulkan. Unsere Zeit wird als „The roaring early 2000s“ in die Geschichte eingehen. Die nominal vermutlich dabei volatil und unberechenbar steigenden hochmanipulierten Börsenkurse, die DSDS-Ablenker und die medialen Claqueure des Haftungs-Kollektivismus gegen die Menschen werden unterhaltend weiterspielen wie die Kapelle auf der Titanic. Alles ist gut – schauen Sie woanders hin. Niemand hat die Absicht, ein sozialistisches Welt-Gulag mit vulgär-kapitalistischer Nomenklatura der Multimilliardäre zu bauen.

29 Kommentare

Kommentar from: Goldhamster [Besucher]
Nun mal ehrlich: Glauben wir wirklich, dass sich eine Gesellschaft wie die unsere in Richtung Minimalstaat mit maximaler persönlicher Freiheit und Verantwortung ändern kann? Eine Gesellschaft, in der 2/3 der Wahlberechtigten vom Staat direkt oder indirekt abhängen (als Transferleistungsempfänger und als Beamte/Staatsbedienste)? Diese Mehrheit wird sich immer gegen das Vernünftige entscheiden (müssen), selbst wenn sie verstehen würde, dass wir uns auf dem Weg in den Abgrund befinden. Wir brauchen den karthasischen Crash, sonst ändert sich hier gar nichts. Das Schlimme ist nur: nach dem Crash ist vor dem Crash. Ich sehe jetzt schon die verdummenden, weil sozialistisch geprägten Lösungsansätze, die den Grundstein für den nächsten Untergang legen, weil niemand nachdenken und vorausschauen will (oder kann), außer einer kleinen ungehörten Minderheit. Lösungsvorschlag von mir ? Leider keiner! Außer vielleicht: privat das Beste aus dem Schlechten machen und das System, das man nicht besiegen kann, einfach unterlaufen. Fatalistisch? Vielleicht! Realistisch? Ganz sicher!

Der Weg zur Hölle ist mit Idealen gepflastert (leicht abgeändert).*) Ich habe meine Ideale bereits abgelegt und bin Materialist geworden, auch wenn ich Idealisten wie Sie insgeheim bewundere.

*******
*) => Ergänzung PB: "Leichte Änderungen" sind zulässig, aber das ist schon eine signifikante Änderungen. Der Spruch heißt im Original "Der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert". "Ideale" (i.S.v. wohl durchdachte und bewährte Prinzipien!) sind aber etwas ganz anderes als naive "gute Absichten"!

=> Und zur oben enthaltenen impliziten Demokratiekritik: Auch das hatten wir hier ja schon oft. Es ist wegen fehlender empirischer Basis unzulässig, der direkten Demokratie eine Schuld an unserer heutigen Malaise anzudichten! Sie hatte nie eine Chance, weil sie nie zugelassen wurde. Die o.g. Mehrheit der Sozialhilfeempfänger ist bereits die FOLGE von 100 (bzw. 41) Jahren Papiergeldsozialismus, den NIE irgendwo auf der Welt eine echt demokratische Versammlung ins Leben gerufen hat! Die URSACHE der allermeisten Übel ist das ungedeckte Geldsystem, das im Laufe von Jahrzehnten dann die vom Leviathan abhängigen Wähler heranzüchtet. Ohne diese Ursache würde der Wähler heute sofort die Machteliten aus den Parlamenten rauswerfen - Vernunft und Demokratie sind NICHT unvereinbar - dieser Mythos ist empirisch nie bewiesen worden!

=> Aber ja: rein praktisch betrachtet wird erst nach dem Crash wieder (temporär) gesundes Geld Einzug halten können und damit wird es dann auch wieder neue vernunftbegabte und realitätsfähige Massen geben. Die Kämpfe von vor 250 Jahren werden erneut geführt werden müssen. Traurig aber wahr.
02.07.12 @ 13:00
Kommentar from: sebastian ott [Besucher]
*****
ich bin mir sehr sicher, dass karlsruhe auch dieses verfassungsfeindliche ermächtigungsgesetz durchwinken wird.

die frage die sich daraus stellt ist, was habe ich davon bzw. was kann man tun, dass man davon profitiert?

*****
=> AW PB: Profitieren - hm... Finden Sie einen Weg, rein ökonomisch real nichts oder nur wenig zu verlieren. Damit stellen Sie sich bereits besser als 80% der Rettungsschirmverlierer.
=> Doch das ist nur die ökonomische Sicht der Dinge. Gesellschaftlich wird es außer den Machteliten und der o.g. kapital-sozialistischen Nomenklatura nur Verlierer geben - also 98% der Bevölkerung - oder in weniger kollektivistischer Sprache: 98% der menschlichen Individuen!
02.07.12 @ 13:03
Kommentar from: Jens [Besucher]
****-
Gut, das Endspiel des Euros hat begonnen. Beim Fußball dauert das max. 120 Min. Dieses Endspiel dauert länger und niemand weiß heute wie lange genau.

Ich bin mir nicht sicher, dass es erst aufhört, wenn auch Deutschland komplett pleite ist. *)

Tritt der ESM in kraft -und das wird er-, muss es gerade in den Geberländern zu massiven Steuererhöhungen kommen. Welche Steuern sollen erhöht werden und welche frisch ausgedacht? **)

Bisher hat die ganze Sache nur die wenigsten Menschen in Europa interessiert, und solange Ihm, dem einzelnen Bürger, nichts weggenommen wird, bleibt das auch so. Im nächsten Jahr wird sich das schlagartig ändern. Die Bevölkerung der Geberländer wird zunehmend verarmen. Wie lange lassen die sich das gefallen???

Aus der Erfahrung die Deutschen etwas länger - die Franzosen sind da wesentlich sesibler, wenn´s ihnen ans Eingemachte geht. In anderen Ländern
sitzen die nationalen Parteien bereits im Parlament - momentan noch in der Opposition.

Der ESM wird einiges verändern auch und gerade politsch und nicht unbedingt als erstes in Deutschland. Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass der Euro sein Ende finden wird, noch bevor die von Herrn Boehringer richtig gemachten Aussagen zur Verelendung der Gesellschaft in Europa greifen.

Gruß Jens

*******
=> AW PB:

zu *) Sie haben recht Jens - das EUR-Experiment wird vermutlich schon ein wenig früher zu Ende sein. Die Märkte nehmen den Punkt vorweg, an dem D zwar nicht ganz PLEITE ist - aber an dem nicht mehr zu erwarten ist, dass die aufgelaufenen Garantien, Bürgschaften und offenen Schulden per Steuererhebung und per finanzieller Repression (=Enteignung) noch eingetrieben werden können. Ein klein wenig wird die Schuld zwar auch noch durch funny money (inflationstreibendes Papiergeld) "beglichen" werden können. Aber die Märkte wissen, dass das keine realwirtschaftliche Tilgung mehr ist, sobald realistischerweise keine realen Ersparnisse / Sachwerte mehr dafür eingetrieben werden können. In den von mir derzeit genannten "2-4 Jahren" steckt diese Erkenntnis bereits drin, denn bei 1 Bio EUR "runrate" der Aufschuldung D´s könnte man rein theoretisch bis zur Überschuldung auch der Privatmenschen noch 5+ Jahre weitermachen. So lange wird es aber nicht mehr gehen - die Märkte ziehen früher den Stecker, weil eine Totalenteignung aller Menschen wohl nicht durchführbar sein wird!

zu **) Steuererhöhungen und offener Ausweis der Garantien als Staatsschulden werden erst in ca. 2 Jahren kommen. Zu hohes Revolutionspotenzial. Schäuble schwafelt derzeit sogar noch von ausgeglichenen Haushalten... Ab 2014 kommen dann aber die Vermögenssteuer und höhere MWSt u.a. Wird zwar nichts bringen, weil die Summen der Aufschuldung um ein VIELFACHES höher sind - aber Symbolpolitik mag RotGrün immer! Solange wie möglich werden die Euro-Retter mit "Garantien" arbeiten, deren perfide Spätwirkung der Michel offenbar nicht erkennen kann.
02.07.12 @ 13:37
Kommentar from: Divo [Besucher]
*****
Lieber Peter,

das Problem bei der ganzen Sache ist doch, dass es hier um unbedingt notwendige, weitere Aufschuldung geht, um das Zinseszins-Falschgeldsystem noch eine Weile am Laufen zu halten. Das wissen wohl Merkel und Schäuble - aber der Rest der Bundestags-Abgeordneten dürfte das wohl nicht wissen. Die glauben wahrscheinlich allen Ernstes, dass hier ihr "heiliges Europa" gerettet werden soll und auf diesem Wissens-Stand dürfte auch das Bundesverfassungsgericht sein.

Da aber auch 99,9999% der Deutschen das Geldsystem nicht verstehen, können sie auch den ESM und seine Ursachen nicht verstehen. Daher und - weil sie noch nicht wirklich betroffen sind - rührt wohl auch die Gleichgültigkeit der Masse der deutschen Bevölkerung.

Aus diesem Grund bleibt nichts anderes übrig, als diesen Menschen mit dem Knüppel der Geschichte eine harte Serie von Schlägen auf den Hinterkopf zu verpassen, um sie aufzuwecken.

Ich habe immer die Aktionen gegen den ESM unterstützt - aber es war doch von Anfang an sehr wahrscheinlich, dass diese Polit-Verbrecher den ESM im Auftrag der Finanzeliten durchwinken würden. Was wäre denn die Alternative gewesen? Ein sofortiger Zusammenbruch des Eurosystems - und das hätten diese Kreise niemals zugelassen. Wer ist denn der "Chef" - die Politik oder die Finanzoligarchie?

Obwohl ich mit dem Durchwinken des ESM gerechnet hatte, war es auch für mich sehr schmerzlich, miterleben zu müssen, wie der letzte Rest von Anstand und Demokratie am 29.06.2012 beerdigt wurde.

Jedoch ist Resignation keine gute Medizin - Du hast sehr gute Arbeit geleistet - aber das System ist und war stärker. Schließlich haben die Erfinder dieses Falschgeldsystems ganz genau gewusst, dass die Politiker sich niemals daraus verabschieden können, ohne dabei die Vermögen ihrer Bürger und damit ihre eigene Karriere, wenn nicht gar ihr Leben zu gefährden.

Was bleibt übrig? Alles zu tun, um finanziell, körperlich und seelisch das zu überleben, was jetzt unausweichlich passieren muss und wird.

Alles Gute
Dieter
02.07.12 @ 13:52
Kommentar from: Kai [Besucher]
*****
Lieber Herr Boehringer,

traurig, aber wahr, was Sie da schreiben.
Ich persönlich hoffe immer noch, dass der Druck der Strasse in Helsinki, Wien oder Brüssel was bewegen wird und sich die (historisch belasteten) Deutschen dann dranhängen werden.

Die Frage ist nur, wann regt sich dort endlich massiver Widerstand - und ist es vlt. dann nicht bereits zu spät ?

Werden eigentlich in den anderen Geberstaaten keinerlei Prozesse/Verfahren angestrengt, so dass auch hierüber dieser ESM Wahnsinn gestoppt werden könnte ?

Mit entsetzten/ sehr traurigen Grüssen ....

*******
=> Ergänzung PB: Ganz aktuell heute haben sich die Finnen verbal gegen Bankenrettungen durch den ESM gestellt, wie sie eigentlich am vorigen Wochenende in Brüssel einvernehmlich verbrochen beschlossen wurden. Mal sehen, wie lange die Finnen hier standhalten. Schon bei der GR-Rettung hatten sie ja immerhin ein Pfand aus griechischem Gold hineinverhandelt. Und natürlich hoffe auch ich heimlich darauf, dass BVerfG-Voßkuhle den ESM nicht einfach per Rechtsbeugung durchwinken kann. Die mündliche Verhandlung zu den Anträgen auf Einstweilige AO wurde übrigens heute auf den 10. Juli angesetzt.
02.07.12 @ 15:25
Kommentar from: Fin [Besucher]
*****
Sie erinnern mich an Max Keiser. Bei Ihnen beiden dachte ich anfangs "das kann nicht sein" - die Wahrheiten sind zu entsetzlich, um sie zu akzeptieren.

Ich bin Kaufmann und folge besser in die Wirren der Wirtschaft, als in die Wirren der Politik. Das mag aber auch an einer inneren Resignation liegen, denn "ich kann da ja sowieso nichts tun", oder?
Trotzdem war ich auf den Seiten der PdV. Ich schrieb an Mr. Farage und fragte, welche dt. Partei auf seiner Linie wäre - die Bürger in Wut BIW. Das sind jedoch beides Kleinstparteien und werden es wohl nicht schaffen, doch selbst wenn, hätten wir dann nicht wieder Weimar mit "zuvielen" Parteien im Parlament und all den Folgen? Weiß ich noch in welchem System wir leben? Ist das Sozialismus, Faschismus oder Diktatur - keine Ahnung, die Grenzen verschwimmen vor meinen Augen.

Was man anlagetechnisch tun sollte, ist in all dem Chaos viel klarer, als was man wählen sollte. Denn als aktuell annehmbar emfinde ich nur parteiinterne Abweichler. Also habe ich als Wähler nur die Wahl zwischen
a) die aktuellen Parteien ihren Irrsinn ausleben zu lassen
oder
b) mit der Wahl von Kleinstparteien eine Unregierbarkeit herbeiführen zu wollen.

Ich finde Ihre Arbeit bewunderswert gut, aber was kann der Einzelne tun? Mir fehlt Ihr "buy silver chrash JPM" - über das ich nachdenken könnte.

Ansonsten scheinen mir diese Dinge unausweichlich, glaube ich doch an den Kondratieff-Zyklus.
Jens (oben) schreibt, daß Deutschland erst pleite sein müßte. Doch das passiert jetzt. Die letzte offizielle(!) Zahl war glaube ich 85% (Verschuldung zu BIP), ab 100% ist ein Staat pleite - da fehlt doch nur noch ein Wirtschaftseinbruch und der ist da.

*******
=> AW PB: Wenn nur so viele wie möglich die Wahrheit verbreiten und so die Systemmedien unterlaufen, so ist schon einiges getan. Wir sind bereits VIEL weiter als zB 2004 - als es weit und breit nur die Goldseiten und wenige andere Forenhorte der Wahrheit gab. Leider sind wir sehr spät dran und noch immer liegt die Deutungshoheit über Begriffe und damit über "die Wahrheit" bei den Massenmedien. Doch deren Auflagezahlen schwinden rasant (logisch bei den vielen Lügen und Auslassungen) und unsere steigen. Bei 100% BIP-verschuldung ist ein Staat übrigens noch nicht pleite. Japan fährt derzeit über 200% - bei D wird wegen des ggü. JAP höheren Zinsniveaus bei gut 150% Schluss sein. Bei den aktuell ausgesprochenen Garantien (die die Märkte 1:1 und zurecht als Verschuldung klassifizieren werden, auch wenn das technisch so nicht gebucht wird) sind wir ca. 2015 an diesem Punkt.
=> PS: Max' "Buy silver - crash JPM" klingt ja gut und den ersten Teil propagieren wir hier ja auch seit vielen Jahren. Aber das "crash JPM" zeigt, dass nicht einmal Max die volle Macht des Gelddruckens aus dem Nichts verstanden hat, die JPM (=Fed) besitzt!
02.07.12 @ 16:26
Kommentar from: baeckerl [Besucher]
"Die verarmten und von den Pfaffen und Monarchen unterdrückten Massen anno 1789 hatten nichts gegen den ‚Fundamentalismus des Säkularen‘. Es ging ihnen materiell um ihr täglich Brot. Ideell aber auch um Freiheit vor (u.a.) klerikaler Unterdrückung und um höchst säkulare und reale Menschrechte!"

Eine der dicksten Nebelkerzen über der Geschichte der Aufklärung ist die angebliche Losung der Französischen Revolution "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit". Nicht während der Französischen Revolution, wie oft angenommen, sondern erst unter Napoléon III., mehr als 50 Jahre nach der Revolution, wurde die Parole zur offiziellen Devise der französischen Republik erkoren. Die Französische Revolution stand unter dem Motto "Freiheit, Gleichheit, Eigentum"(!).

In der Erklärung der Bürger- und Menschenrechte vom 26.August 1789 kommt die "fraternité" nicht vor, die "propriété" dagegen gleich zwei Mal (Art. 2 und 17).

Auch später ist in den offiziellen Dokumenten der Französischen Revolution von "Brüderlichkeit" keine Rede. An sie klammern sich aber seither alle sozialstaatlichen Menschheitsbeglücker.
02.07.12 @ 16:26
Kommentar from: han the man [Besucher]
*****
Das neue Feudalsystem steht kurz vor der Vollendung und die grosse Umverteilung (in erster Linie Enteignung des Mittelstands) kann dank der hier beschriebenen Fakten ganz "legal" und ev. bereits in Kürze beginnen.

Buy Gold & Silver - NOW!
02.07.12 @ 17:45
Kommentar from: Mongole [Besucher]
**---
Ja, was ist denn mit Ihnen los? Ich habe Ihre Analysen immer geschätzt, aber was Sie hier geradezu herauskotzen, ist jämmerlich. Glauben Sie denn wirklich, dass die mit allen Tricks der Geschichtsfälschung übelst verleumdeten und seit langem völlig machtlosen Klerus + Monarchie an allem Übel schuld sind und nicht etwa diejenigen, die mit Lug und Trug zunächst dem selbsterschaffenen und nützlichen Industrieproletariat und dann dem gezielt verarmten Bürgertum die Genussbrocken Freiheit, Aufklärung (= Atheismus)und Demokratie hingeworfen haben? Wohl wissend, dass sie mangels Grips nur als Libertinage und Brot und Spiele verstanden werden würden und niemals eingelöst werden müssen.

******
=> O ein (im wahren Wortsinn) vulgärklerikaler Monarchist. War ja klar, dass auch diese Gruppe aus dem Loch kommt, sobald man eine Lanze für die Vernunft, die Aufklärung und die direkte Demokratie bricht! Fürs mongolische Protokoll: die jakobinischen Hintergründe und Entgleisungen der französischen Revolution sind auch hier bekannt - vermutlich schon bevor der Mongole das Fluchen und Beleidigen gelernt hat.
=> Die Kirche wurde in der Tat jahrzehntelang verleumdet (wohlgemerkt NACH ihrem Machtverlust - und vor allem seit 1970) - aber das heißt ja nicht, dass die Pfaffen der Voraufklärungszeit KEINE kriminellen religiösen Fundamentalisten wie heute nur noch die grün-islamischen Hardliner gewesen wären - und das kann auch nicht verdecken, dass sie in erster Linie Machtmenschen waren. Die Jakobiner waren schlimme Gesellen - aber nie hätten sie Erfolg haben können, wenn die absoluten Monarchen und der Klerus vor 300 Jahren nicht ein fremdbezahltes Luxus-Leben geführt hätten, das dem der heutigen Eliten und Feudalherren der NWO durchaus nahe kommt.
=> Also lassen wir die absurde Verklärung der "guten alten" monarchisch-dekadenten, irrationalen und voraufgeklärten Zeit in der Mottenkiste der Geschichtsklitterung - und wenden uns wieder aktuellen Problemen zu. Hier ging es um den Wahnsinn der Irrationalität - dessen Folgen mongolisch-irrationales Wüten nur noch belegt...

Wie hier schon xmal geschrieben: Es wäre kaum noch möglich, SCHLECHTER als heute im pervertierten parlamentsdemokrattischen System regiert zu werden. Das ist aber kein Grund, die Ideale der individuellen Menschenwürde, der individuellen Menschenrechte, des persönlichen Eigentums, der Vernunft und der direkten Demokratie aufzugeben und sich wieder auf den omnipotenten Führer oder den gottesgnädigen Monarchen samt ius primae noctis oder auf die Weisheit der allmächtig-unfehlbar-inquisitorischen Kirche einzulassen!

Aber ja, wir wissen es: der Mongole hält das alles für atheistische üble Nachrede gegen die weisen Menschenfreunde der absoluten Herrscherzeit...

=> Stoppt die irrationalen und kollektivisten Menschenfeinde. Immer und überall! Egal ob sie sich hinter der Maske des absoluten Fürsten, des unfehlbaren Kirchenmanns, des großen kommunistischen Bruders, des EU-Kommissars oder des Fed-Gouverneurs oder ESM-Monarchen verbergen!
02.07.12 @ 18:00
Kommentar from: Profelis Aurata [Besucher]
Frau Merkel ist für mich ein biologisches Wunder. Ohne Rückgrat aufrecht gehen zu können: Das ist bewundernswert...

Noch mehr als das Verhalten unserer Kanzlerin ärgert mich der Umstand, dass in allen Fragen zu Europa offenbar eine Große Koalition in unserem Bundestag besteht, der nur Die Linken nicht angehören. So ist sich auch ein Herr Trittin nicht zu blöde, trotz Bruch von Grundgesetz und EU-Verträgen immer wieder vor der Kamera MEHR Europa zu fordern. Wahrscheinlich ist er beim letzten Bilderberger-Treffen genau in diese Richtung geimpft worden.

Überhaupt: Wieder einmal ist unmittelbar nach einem solchen Treffen ein großer Schritt zur Verabschiedung von Demokratie und Rechtsstaat gemacht worden. Der Masterplan der "Eliten" wird durchgezogen...
02.07.12 @ 18:32
Kommentar from: Steuerzahler [Besucher]
*****
Sehr geehrter Herr Boehringer,

heute hat Gysi in einem Interview bei Phoenix gesagt, dass er den worst case schon mal hat durchrechnen lassen. Danach steht Deutschland (bis jetzt) mit 2 Billionen Euro im Feuer. Das ist genauso viel wie unsere offizielle Staatsverschuldung.

Eigentlich bin ich nur noch sprachlos! Der Bundestag und der Bundesrat winken den ESM durch und die Masse der Bevölkerung schaut Fußball und interessiert sich überhaupt nicht!

Es gibt wohl keine vernünftige und tragbare Lösung mehr. Von unserem Bundesverfassungsgericht erwarte ich eigentlich auch kein NEIN zum ESM. Wir werden von den eigenen Politikern verkauft und sehr wahrscheinlich vom eigenen BVerfG verraten. Warten wir den 10.7. ab! Falls der ESM in Karlsruhe abgewiesen wird, werde ich mich sehr gerne für meine obige Prognose zum BVerfG entschuldigen.

Unser besten Wünsche für Sie! Machen Sie weiter so!
02.07.12 @ 19:51
Kommentar from: hans [Besucher]
****-
Warum Sie das "Faß" Religion in diesem Zusammenhang aufmachen, habe ich zwar nicht verstanden.
Aber der Kermani ist schon ein obskurer Vogel. Er hat das Christentum in seinem Kernbestand (in für mich beleidigender und typisch islamisch dünkelhafter Form) angegriffen. Daß ihm ein evangelischer Theologe (der selbst gar kein Christ ist) in der FAZ beisprang, paßt ins Bild.
Taktisch geschickt bringt Kermani, angeregt wohl durch den klugen Katholiken Martin Mosebach, die "Blasphemie" ins Spiel. Das Religionsproblem greift jetzt vom Bereich der islamischen Landnahme in den "intellektuellen" Bereich über.
Der immer "totalitärer" werdende Staat wird uns auch von dieser Seite noch viel Ärger machen.
02.07.12 @ 20:36
Kommentar from: Claudius v.d.Bach-Zelewski [Besucher]
Sehr geehrter Herr Boehringer,

es ist ist in der Tat schwer vorstellbar, schlechter als im pervertierten, "demokratischen" System unserer Tage regiert zu werden.

Wenn man denn regiert werden will - Sie als Libertärer sollten doch das Verbum "regieren" in seiner passivierten Form strikt ablehnen.

Ob allerdings eine basisdemokratische Ausübung der Regierungsverantwortung (insofern in Massengesellschaften überhaupt möglich) vor dem Hintergrund des durschnittlichen Erscheinungs- und Befähigungsbildes der meisten unserer Mitbürger als sinnvoll erscheint, mag dahin gestellt sein.

Es bedeutete wohl noch eine Verschärfung der gegenwärtigen Zustände, wenn irgendwelche Teenies, die als Fast-Analphabeten ernsthaft meinen, über Bohlens "DSDS"-Gelalle noch zum Promi-Millionär und damit zur "Elite" emporzusteigen, ernsthaft am Votament zu Regierungsentscheidungen beteiligt werden - Gott im Himmel bewahre uns davor. [Dazu siehe AW PB unten.]

Ich teile auch Ihre harsche Ablehnung der Monarchie nicht (sehr wohl allerdings Ihre Haltung zur Priesterkaste und das diese formende Pfaffengesindel, das bekanntlich in der "säkularisierten" BRD de facto Beamtenstatus genießt und somit - wie es sich für Priester zu allen Zeiten gehörte - vom Geld anderer Leute [allgemeine Steuergelder, nicht etwa Kirchensteuer] alimentiert wird): Monarchie ist nicht gleich Monarchie, zwischen dem pervertierten Absolutismus a la Louis XIV und dem parlamentarischen Monarchismus des zweiten deutschen Kaiserreiches liegen Systemwelten.

M.A.n. können Sie mit einem Monarchen Glück oder Pech haben, mit "Demokraten" aber stets nur Pech, denn Demokratie bedeutet letztlich immer Ochlokratie (vgl. die Photos der freitäglichen "Abstimmung" im sog. Bundestag).

Ist der Monarch charakterlich und ethisch defekt, ist allerdings die Gefahr ebenso defekter Zustände sehr groß.

Insofern steht eine parlamentarische Monarchie, in der der Monarch in seiner (dynastischen) Person die nicht nur auf Zeit "gewählte" und damit letztlich vergeßliche Verantwortlichkeit des Staates repräsentiert und die Parteien als Parlamentarier die ihnen nach dem klassischen Modell der Gewaltenteilung [und nicht wie in der BRD der Gewaltenverwirrung] zukommende Legislativfunktion (insbesondere das Budgetvotament) ausfüllen, aber die Exekutive des Staates (einschließlich der Regierung und der Mininster) und zumal die Beamten keinerlei Schnittstellen und Berührungspunkte mit den Parteien - die nur allzu schnell zur Parteienpest entarten, wenn sie auch noch den Staat kontrollieren (vgl. aktuell BRD) - haben, sondern allein auf den monarchischen Souverän vereidigt sind, der seinerseits starke Exekutivrechte besitzt, die in jeder Hinsicht vorzugswürdige Staatsform.

Eine effektive Kontrolle von Exekutive und Monarch - und damit den Mißbrauchsschutz - gewährleistet das HaushaltsR des Parlamentes ("no taxation without representation"), das in eimem solchen System mit seinem natürlichen Gegensatz zwischen Parteien/Parlament und Monarch/Exekutive auch nicht wie in der BRDDR mit ihrer von durch einen käuflichen Absolutismus herrschenden Blockparteienfürsten gesteuerten Volkskammer zu einer nackten Farce verkommt.

Daß z.B. der "Staat von Weimar" nicht im Chaos der Parteienwirtschaft (vgl. Barmat und Sklarek, um nur die bekanntesten Korruptionsaffären jener Jahre zu nennen) versank, verdankte er in erster Linie seiner in der Masse unbestechlichen Beamtenschaft und einem ebenso unbestechlichem Militär (sehr schön beschreibt das der ehemalige Reichskanzler Brüning [Zentrum und nicht wie die sinnfrei parlierende Frau Doris Schröder-Köpf meinte "Nazi"] in seinen allerdings erst posthum erschienenen Memoiren).

Was für ein erbärmliches Bild gibt dggü. die von den korrupten Strukturen der Blockparteien unterwanderte "Parteibuchbeamtenschaft" der BRD ab.

Noch amplifiziert durch omnipräsenten "Logenanschluß" - denn wo der Okkultismus der Freimauererei herrscht, herrscht jenseits vollmundiger, philantrophischer Phrasen seit jeher auch die Korruption (vgl. Leute wie Mazzini oder ein Jahrhundert später die Loge "Propaganda Due" in Italien - nicht viel anders sind heute die Strukturen in der BRD).

Insofern denke ich auch nicht, daß einige der "Väter" (zumal die jakobinischen) jener aus der fürchterlichen Not des Volks geborenen, grandiosen Farce, die sich "Französische Revolution" nannte, mit dem Ablauf der aktuellen Ereignisse in Europa sehr unzufrieden wären, lebten sie denn noch.

Im Gegenteil - schließlich wurde im Zuge der Umsetzung des "Loi d`Allarde`" (1791) bereits die Aufhebung aller europäischen Binnenzölle verlangt, 175 Jahre später eine Kernagenda der "Europäischen Gemeinschaft".

1789 wäre der alleinige Nutznießer einer solchen Regelung übrigens England gewesen, auch darüber sollte man einmal nachdenken.

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=> Ergänzung PB - in Kurzform, denn die meisten dieser Punkte wurden hier schon mehrfach diskutiert:

1. Ihr erster Satz ("Schlechter als heute geht nicht!") ist unbestritten und meine eigene Rede seit langem. DAS ist der Minimalkonsens, den schon einmal alle Gegner der heutigen pervertierten PARLAMENTS-Demokratie haben sollten und wohl auch haben. [Noch größere Exzesse einer offen bürgerfernen Diktatur à la Stalin oder Pol Pot mal außen vor gelassen]

2. Die Frage, was "Libertäre" wollen, füllt Bücher bzw. seit 15 Jahren das ef-Magazin. Es gibt hier mindestens zwei Fraktionen. Ich selbst bin nicht -wie Sie es andeuten- Staatsnihilist und damit m.E. Anarchist, der à la Hans-Hermann Hoppe JEDE Staatsform und jede Regierung ablehnt und alle heutigen Staatsfunktionen privatisieren will. Sondern ich bin ein sogenannter "Minimalstaatler" à la Roland Baader. Diese Spezies will den Nachtwächterstaat mit den einzigen Funktionen der Durchsetzung des Rechts nach Innen und der Verteidigung nach Außen - und selbstredend KEINE Macht im Geldwesen - hier muss Wettbewerb der Geldsysteme herrschen! Hoppes höchst theoretische und weltgeschichtlich nie gesehene, nie real getestete oder gar bewährte Privatismus-Utopien sind weltfern - er will übrigens auch eine Art Monarchie einführen.

3. Über die rechtlich und parlamentarisch (besser: "direktdemokratisch!) kontrollierte konstitutionelle Monarchie kann man ja reden. Ich teile auch durchaus Ihren Satz "Monarchie ist nicht gleich Monarchie, zwischen dem pervertierten Absolutismus à la Louis XIV und dem parlamentarischen Monarchismus des zweiten deutschen Kaiserreiches liegen Systemwelten."
=> Um die erstere Variante ging es im Blog - das hatte ich oben schon ggü. dem Leser "Mongole" klargestellt. Die Jahrhunderte vor der Aufklärung WAREN nun einmal in den wichtigsten Monarchien die Zeit des perversen Absolutismus.

4. Schön auch Ihr Satz "Mit einem Monarchen können Sie Glück oder Pech haben, mit 'Demokraten' aber stets nur Pech, denn Demokratie bedeutet letztlich immer Ochlokratie".
=> Aber bitte setzen Sie unbedingt "Parlaments-" vor das Wort "Demokratie"! Die direkte Demokratie durfte -wie ich hier zum 100. Mal sage- noch nie beweisen, dass sie keine Ochlokratie hervorbringt! Mit ersten Versuchen jedenfalls ist die Schweiz über viele Jahrhunderte so schlecht nicht gefahren. Der berüchtigte "Stammtisch" (in der Schweiz "das Quartier" und im Großen "die Bürger des Kantons") weiß intuitiv fast immer, was gut für ihn (= den Souverän!) ist. Jedenfalls hätte er uns alle Perversionen der letzten 30 Jahre in D erspart: EU, EUR, Transfer-EUR, ESM, Überbürokratisierung, Überregulierung, politisch erzwungene "korrekte" Lügensprache, Überfremdung usw. - das ist überhaupt keine Frage - alle Umfragen haben das immer bewiesen. Eines Monarchen hätte es hier nicht bedurft!

5. Und WENN schon der (konstitutionell begrenzte) Monarch vorgeschlagen wird - steht immer SOFORT die Frage im Raum, die auch Hoppe und Sie nie beantworten: WAS GANZ GENAU sollte die Person legitimieren? Auf diese Frage wird es nach Abschaffung des Gottesgnadentums NIE eine Konsens-Antwort geben! Fehlender Konsens aber führt zum Bürgerkrieg - jedenfalls dann, wenn dieser Monarch irgendeine Macht haben soll! Und falls er keine haben soll, ist er ein repräsentativer Grüßaugust à la Wulff - diese Kostenstelle braucht dann niemand. Und vom Volk GEWÄHLT werden soll er ja nach Ihnen sicher auch nicht, denn dann würden ja "die Fast-Analphabeten, und die DSDS-Bohlens" mitstimmen dürfen...
=> Das implizite hier geäußerte Argument "Das Volk ist dumm und inkompetent" ist ein elitäres und kommt regelmäßig auch von den Volksverrätern im Bundestag. Klar ist die Jugend (bis hoch zu den 70-Jährigen!) heute in der Mehrzahl konsumeristisch gehirngewaschen und zT offen infantil, computerspielsüchtig und verblödet. Aber das ist nicht die Folge einer (gar direkten) Demokratie, sondern der papiergeldfinanzierten medialen Gehirnwäsche der letzten Jahrzehnte. Diese kann m.E. innerhalb weniger Jahre rückgängig gemacht werden, wenn man es denn nur wollte und endlich die Ursache (ungedecktes Geld) abstellen würde! Für gesunden Menschenverstand braucht man nicht viel Intelligenz oder Bildung oder gar Zugehörigkeit zu einer wie auch immer gearteten Geistes- oder Kapital-Elite. Das Volk weiß intuitiv recht genau, was gut für es ist. "One man one vote" wird hier nicht in Frage gestellt, denn jede andere Aufteilung der Wahlstimmen ist niemals konsensual zu begründen - im Minimalstaat mit Minimalbudget auch nicht wirtschaftlich; und eigentlich per definition totalitär.

Der ESM wäre für den Stammtisch garantiert nicht mehrheitsfähig - selbst bei Bohlen nicht! Also seien wir nicht ZU elitär in unserer Argumentation. Sonst finden wir uns inmitten falscher Freunde wie den jahrzehntelangen Feinden von Volksabstimmungen bei CDUCSUSPDGRÜNEN wieder...

PS: Zu den Diskrepanzen zwischen den historischen Hintergründen der jakobinischen Revolution einerseits und andererseits den (uU damals nur vorgegebenen) Idealen der Freiheit, der Gleichheit und der Menschenrechte inklusive des Eigentumsrechts verweise ich auf die obigen Beiträge von baeckerl und an meine Antworten an den Mongolen: Wie auch immer genau der historische Ablauf war - diese IDEALE sind es auch heute noch wert, für sie zu kämpfen! Die Alternative ist die Welt der Unfreiheit, der krassen Ungleichheit und der individuellen Rechtelosigkeit! Hier besteht durchaus ein Analogon zur Entstehung des GGs: Entstanden 1948/49 auf Herrenchiemsee als alliiertes Diktat und Provisorium für eine nicht souveräne Nicht-Nation hätte das GG heute das Potenzial, uns vor den fremdbestimmten Kräften der Bankenwelt und des ESM-Unrechts zu schützen (falls Voßkuhle das GG nicht wieder einmal verbiegt)! Die Zeiten ändern sich - was einmal schlecht war, kann heute durchaus hilfreich sein.
02.07.12 @ 20:43
Kommentar from: Mr Mindcontrol [Besucher]
Böhringer macht hier einen Rundumschlag gegen alle die von seine reinen atheistischen Lehren abweichen.
Dabei waren es in D. die marxistischen Linken die die Religion generell bekämpft haben, ja genau auch Zwecks Zersetzung. So prolematisch vieles in den Kirchen war, Sie gaben die Leuten halt.
Religiosität ist übrigens auch in der Hirnphysiologie erhalten, auch brächten wir keine rechte Hirnhälfte, wenn nur "Ratio" das einzige wäre!
Im Gegenteil, gerade atheistische Regime wie der Kommunismus waren die schlimmsten. Das war halt die Ersatzreligion, genau wie "Europa" hier wohl zum Religionsersatz wurde.
Den Leuten ihre Religiösität/Spiritualität verbieten abzusprechen das finde ich menschenfeindlich. Gegenfrage: Ist eine Lehre die Menschen/Tiere und andere Lebewesen nur als biologische Roboter sieht menschenfeindlich ? Die Lehre, dass Seele oder "Bewusstsein" überhaupt existiert ist ja esotherisch = böse!

P.S. : Warum durften im Goldseitenblog bis vor kurzen 2012-Esotherirker überhaupt schreiben?

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=> AW PB: Ach Mr Mindcontrol (nomen est omen?!). Warum immer Halbwahrheiten schreiben, die hier nirgendwo stehen? Ganz schlechter Diskussionsstil - von der schwer lesbaren Satzformulierung und Rechtschreibung mal ganz abgesehen (wer nicht mal weiß, wie man Esoteriker schreibt, sollte keine Lanze für sie brechen...). Im Einzelnen zu Ihren Mythen:

1. Ich bin nicht einmal Atheist. Schon daher würde ich hier keinen "Rundumschlag" gegen irgendetwas tätigen (und habe auch keinen getätigt!). Die Religion als freiwillige Privatsache würde kein Libertärer (schon gar kein Fan des sehr religiösen R. Baader!) irgendwie in Abrede stellen. Also bitte hier nicht faktenfrei blubbern.

2. In dem Moment aber, in dem (wie in Europa vor der Säkularisierung und heute zunehmend in immer mehr fundamental-islamischen Staaten) die Religion zur brutalen Macht- und Zwangsreligion (inquisitorisch oder schariatisch durchgesetzt) wird und in kungelnder Eintracht mit der Staatsmacht ("Halt Du sie dumm, ich halt sie arm") oder gar in kompletter Symbiose (Scharia-Staat) lebt, in diesem Moment wird aus einer freiwilligen Privatsache ein brutal erzwungenes Zwangskollektiv, das jedenfalls mit Jesus´ Anspruch der absolut freiwilligen (!) Übernahme der Missionsbotschaft NICHTS (!!!) mehr zu tun hat. Also bitte hier nicht faktenfrei blubbern.

3. Die Spiritualität war nicht Thema dieses Blogs. Meist ist sie harmlos, solange die Spirituellen nicht das Missionieren anfangen. Ich habe mir nur erlaubt, sie im Blog in Form des Begriffs der "Esoteriker" (bei mir korrekt geschrieben...) zu erwähnen, weil eben auch die privat gelebte Esoterik weitgehend irrational ist - und weil es im Netz und in der Politik und im SZ-Feuilleton schon genug Irrationalität gibt. "Verboten" (wie Sie oben schreiben) wird im Blog gar nichts, solange die Spiritualität PRIVAT ausgelebt wird. Also bitte hier nicht faktenfrei blubbern.

4. Ja, die marxistische Lehre BEHAUPTET (!) von sich, völlig "rational" zu sein. Sie ist es natürlich nicht - "Das Kapital" steckt voller logischer Widersprüche und ökonomischer Unvereinbarkeiten und vor allem voller realitätsferner Ideologie. Marx hat die Religionen zu einem Zeitpunkt bekämpft, als deren Macht ihren Höhepunkt bereits 100-400 Jahre überschritten hatte! Im Blog war von einer anderen Zeit die Rede - lesen Sie mal ein Buch zu den Kämpfen der Aufklärung vor 250-300 Jahren und zur Rolle der Staatskirchen darin. So wie ich das im Blog auch Herrn Kermani anrate. Also bitte hier nicht faktenfrei blubbern.

Zu Fragen der Seele, der Hirnpsychologie und zu Robotern verweise ich hier mangels Kompetenz gerne auf andere Seiten. Es gibt ja WIRKLICH GENÜGEND Horte der Grenzwissenschaften im Netz und in den Buchverlagen. HIER im Blog ist -soweit irgendwie möglich- der Hort der reinen Vernunft, getragen lediglich von den Ideologien Überzeugungen der Wohlstandsbeförderung durch den freien Markt, der individuellen Freiheit und Wahlfreiheit als Menschenrecht, der Natürlichkeit von Sachgeld als Ergebnis freien Währungswettbewerbs und der Vernunftfähigkeit der Menschen; sowie ab und zu aus stilistischen Gründen auch mal getragen von ironischen Anmerkungen sowie polemischen Seitenhieben! Mr Mindcontrol kann das intoleranterweise nicht ertragen. Nun denn - dafür gibt es auch hier den schönen "Logout"-Button und als Alternativen Hunderte von irrationalen Seiten der Esoteriker, der Freigeldler, der Keynesianer, der Papiergeldgläubigen usw. usw.

Sie sprechen zurecht von der "Ersatzreligion Europa". Meine Rede - auch wenn ich "EUropa" bewusst immer mit großem "U" schreibe. Genau darum geht es (derzeit) hier: Den Wahnsinn EU-ropa klar als irrationalen und unnatürlichen Religionsersatz zu entlarven. Hier scheinen wir also beeinander.

Zu Ihrem PS: Der Goldseitenblog ist ein plurales Projekt. Ab und zu schreiben hier auch Esoteriker [allerdings wohl keine "Esotherirker"...] - und ich weiß aus Tausenden von Forendebatten, dass viele Goldbugs AUCH eine spirituelle Seite haben, was (privat gelebt und ohne Missionierungsdrang!) auch völlig in Ordnung ist! Darum dürfen hier in der Tat auch Esoteriker schreiben - warum auch nicht?!
02.07.12 @ 21:22
Kommentar from: Zaphod [Besucher]
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Lieber Herr Boehringer,

ich verfolge seit der Krise 2008 aufmerksam Ihren Blog und freue mich immer auf Ihre pointierten Darstellungen. Natürlich gibt aus der gegenwärtigen Situation keinen schmerzlosen Ausweg, aber das Gefühl, dass wenigstens ein paar Menschen durchschauen, was hier vorgeht, macht es etwas leichter.

Wie heisst das so schön bei dem unvergleichlichen Georg Schramm: "Der Zorn wird zwar größer aber die intellektuelle Verwirrung läßt nach."
In diesem Sinne möchte ich Sie und alle Foristen auf den Blog von Herrn Heribert Genreith hinweisen:
http://tandemvipera.blogspot.de/

Als Physiker und politisch interessierter Kopf hat er die Wirkungen unseres Geldsystems mit einfachen Gleichungen beschrieben (keine Angst), die exakt die monetären Verläufe von der Anfangszeit der BRD bis heute darstellen. In seinen letzten Arbeiten zeigt er auch sehr schön, dass es ganz egal ist, ob wir Schulden in Europa vergemeinschaften oder nicht. Das ergibt nur eine Verschiebung auf der Zeitachse des Crashes. *) Moralisch ist es natürlich der Hazard-Fall und an Verlogenheit der Politik nicht zu überbieten. Wir wiederholen gegenwärtig die Spekulationsphase der 1920er Jahren und müssen alle hoffen, dass es nicht auch politisch ähnlich endet. Es wäre sehr schade, wenn wir alle so wenig kollektives Gedächtnis aufwiesen.

********
=> Ergänzung PB: Danke für diese Meinung. Der o.g. Blog ist nicht unbedingt was für VWL-Anfänger - aber durchaus lesenswert! Zu *) noch eine Anmerkung:

Rein mathematisch-modelltheoretisch kann man es durchaus so sehen, dass es nur noch um die Verschiebung des Crashs auf der Zeitachse geht. Das ist ja die Rede aller Österreicher seit mind. 40 Jahren (bei Mises sogar 100)! Ich weise aber darauf hin, dass der nicht mehr zu verhindernde Zeitpunkt des Endes mit Schrecken für Deutschland durchaus noch einen entscheidenden, uU existenziellen Unterschied macht. Die Moral Hazard Gefahr ist also jenseits des Modells speziell für D existenziell gefährlich, denn hauptsächlich über unsere jahrzehntelang ersparte Vermögenssubstanz wird die Verlängerung des wahnsinnigen EU-Endspiels derzeit real noch finanziert! Die Druckerpresse verlängert das Spiel zwar auch - aber mit virtuellem Geld.
02.07.12 @ 22:02
Kommentar from: franz dreesen [Besucher]
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Hallo Hr. Boehringer, via deutschland.net bin ich auf ihre Webseite gekommen. Sie, F.Schäffler, D.Spethmann, B. von Storch, H.O. Henkel etc. gehören zu den wenigen aufrechten & unangepassten, klar sehenden Menschen! Dafür sage ich ich: Weiter so!

Auch ich war von Anfang an Europa &Euro skeptisch. B. Hoffmann hatte vor Einführung des Euro in vielen Zeitungen & Zeitschriften davor gewarnt. Mich haben seine Argumente überzeugt. Auch habe ich wenig Hoffnung, daß der ESM vom BVG gestoppt wird, denn seit den Tagen des Hrn. Kohl habe ich äußerst starke Zweifel an der deutschen Justiz. Trotzdem werde ich das tun, was halt ein kleiner, arbeitender, Steuerzahlender, nicht
Fernseh-manipulierter Mensch in dieser Situation tun kann.

Freundl. Grüße & das Versprechen, Ihre Seite von nun an regelmäßig zu besuchen.
02.07.12 @ 23:28
Kommentar from: RealTerm [Besucher]
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Es gibt sie, die Helden, und zwar in allen(!) Fraktionen des Bundestages:

http://www.youtube.com/watch?v=nKFrNVfOXPE

(Im Erläuterungsfeld des youtube-Videos können alle Reden der ESM-Gegner auch direkt angeklickt werden.)

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=> Ergänzung PB: Danke dafür, RealTerm. Weil im o.g. Link DIE LINKE gleich mit vier Rednern mehr als 50% der Videozeit in Anspruch nimmt und weil der SPD-Danckert mit seiner höchst devoten cover-my-ass-Rede eigentlich nur peinlich rüberkommt, erlaube ich mir, die oben schon angedeuteten anderen wichtigen und hörenswerten Reden noch separat und explizit zu verlinken. Siehe unten!

PS: Bei den GRÜNEN-MdBs gab es übrigens nur einen (1) "Nein"-Sager gegen die ESM-Bank (Ströbele), der noch nicht einmal öffentlich im Plenum dazu gesprochen hat und der darum im Video auch nicht auftauchen kann. Die GRÜNEN mit ihrem Vorturner "EU-über-alles"-Trittin sind damit die totalitärste "deutsche" Partei der EUdSSR

Frank Schäffler, FDP:
http://www.youtube.com/watch?v=nKFrNVfOXPE#t=24m26s

Dr. Peter Gauweiler, CSU:
http://www.youtube.com/watch?v=nKFrNVfOXPE#t=36m40s

Klaus-Peter Willsch, CDU :
http://www.youtube.com/watch?v=nKFrNVfOXPE#t=45m35s
02.07.12 @ 23:42
Kommentar from: Mr Mindcontrol [Besucher]
OK, dann ist das doch differenzierter! Mich hat dann doch wohl ihre Ausdrucksweise beeindruckt! Sorry für meine Rechtschreibfehler! Die Sache mit der Irrationalität ist diese, dass es Bereiche gibt die wir nicht rational erfassen können. Ein Problem wird diese wenn diese gegen den gesunden Menschenverstand eingesetzt wird bei Dinge die sehr wohl logisch nicht funktionieren können, z.B. beim Schuldgeldsystem mit Zinseszins.
Immer bedenken: Jeder Mensch unterliegt einer selektiven Wahrnehmung, habe mich mal in anderen Foren über Keynes schlaugemacht. So trifft die Kritik hier m.E. eben nicht zu, denn Keynes war ja dafür, dass der Staat in guten Zeiten Rücklagen bilden soll, die er in schlechten Zeiten zur Stimulierung einsetzen soll.
[Anm PB: Das stimmt - aber ich schrieb oben bewusst nicht "Keynes", sondern "Keynesianer". Die heutigen "Keynesianer" haben den Original-Teil von Keynes mit der Rücklagenbildung schon seit Jahrzehnten völlig ausgeblendet und denken eben immer nur kurzfristig!] Was daram nur kurzfristig gedacht sein soll erschliesst sich mir nicht so richtig. Das Problem ist, ja dass hier nur mit Schulden gearbeitet wird.

Zum anderen sehen wiederum viele andere Webseiten den "freien Markt" die österreichische Schule als "Ersatzreligion" die eben empirischer Prüfung nicht standhält. Nicolas Hofer der früher bei IK.tv war hat eben davon gesprochen, dass nach mathematischen Simulationen "DER Markt" sich eben nicht vollständig selber reguliert. Er erklärte es am Spiel Monopoly wo am Ende einen alles gehört.
[PB: Nicolas Hofer ist nicht der erste Marktkritiker. Er ist intelligent aber nicht unfehlbar. Auch er verwechselt wie so viele andere das Ideal des ungestörten Marktes mit dessen heutiger manipulierter Perversion, die uns als "Markt" oder "Kapitalismus" vorgespielt wird - dies aber schon mangels freiem Geld seit 100 Jahren nicht mehr ist].

Sicherlich ist der Marxismus keine Wissenschaft, er ist aber wohl in sich schlüssig [PB: hüstel...], das Problem ist hier wieder die selektive Wahrnehmnung, die alles andere ausblendet.

Genauso nehmen andere Leute auch die österreichische Schule war, dass Sie eben in sich schlüssig wäre und Effekte die nicht in ihr Weltbild passen ausblendet.
[PB: Natürlich stehen wir hier für etwas. Für die m.E. bewährte und konsistente österreichische Marktlehre. Das kann man anders sehen. Es ist aber nicht Aufgabe dieses einen Blogs, vollständige Pluralität (und damit Indifferenz & Nihilismus) INNERHALB des Blogs herzustellen. Die Pluralität ergibt sich im Zusammenspiel mit den Hunderttausenden keynesianisch geprägter Seiten]


Ich will ihnen nicht zu nahe treten, aber ich finde Sie sollten hier auch ab und zu mal was überprüfen.
[PB: Keine Sorge, das tun Tausende von Lesern täglich - es gibt kaum einen Wirtschafts-Blog in D, der mehr unter Beobachtung steht und mehr Kritik und Zuschriften bekommt als dieser hier. Und glauben Sie mir, nach 10+ Forenjahren in diversesten autoritären und esoterischen Blogs inklusive Popp/Hofer, Hellmeyer, MaxNews, Elli, Rotfront, kreuz.net, Islamistenforen, Revisionistenforen, Zionistenforen usw. kann mich nicht mehr so schnell eine Überprüfungsaufforderung erschüttern.]

Es gibt selbst in als libertär gegründeten den USA eine Kartellbehörde. Eine Kartellbehörde ist aber geschaffen um zur Not in den "freien Markt" einzugreifen. Die Forderung, der Staat solle sich zun 100% aus der Wirtschaft heraushalten ist m.E. ebenfalls ein Illusion. Wie sieht es aus mit "geistigem Eigentum"? Es ist doch der Staat der Unternehmen ein Monopol durch Patenstschutz gibt, aber Patente widerum sich wichtig damit private Unternehmen überhaupt forschen.
[PB: Komplexe Themen - Sie haben hier aber nicht unrecht. Doch bei 55% Staatsquote bzw. bei ehrlich gerechneten 70+% inkl. Sozialvers.beiträgen diskutiere ich derzeit nicht darüber, wo der Markt NOCH MEHR eingeengt werden sollte, sondern ausschließlich über das Gegenteil! Recherchieren Sie lieber mal, wo die hochgelobten Regulierer versagen - neben den Kartellbehörden sind dies zB die CME oder die Comex oder die Liborhändler - da gäbe es viel zu tun].

Ich halte auch die libertäre Forderung zu eben diesem 100% Raushalten des Staates für für auf dauer psychologisch nicht durchsetzbar. Was ist, wenn der "absolut freie Markt" eben doch nicht so funktioniert wir gedacht, was ist wenn es Kartellabsprachen gibt, wenn große Unternehmen ihre kleine und zum Teil bessere Konkurrenz mit Dumpingpreisen kaputt machen?
[PB: Siehe oben - das debattieren wir hier gerne bei 20% Staatsquote. Vorher nicht. Gehen Sie bitte ins DGB-Forum. Die SU ging bei 75% Staatsquote unter].

Was ist wenn eben der "freie Markt" keine menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und Löhne schafft (Mindestlohn oder auch gewerkschaftliche Tarifverträge sind ja sozialistisches Teufelszeug) ? Dann werden breite Massen eben so lange Druck machen bis die Gesetzte so geändert werden, dass der Staat eben doch in den Markt eingreifen darf, im Extremfall haben wird dann wirklich eine bolschewistische Diktatur! Ich bin gerade hier im Bereich der Wirtschaft dafür gesunden Menschenverstand und Logik einzusetzen und eben nicht einer Wirtschafstreligion anzuhängen. Mir ist klar, dass Sie das jetzt als unverschämte Provokation empfinden werden, trotzdem schreibe ich das weil es meine Meinung ist!
[PB: Und das Äußern Ihrer Meinung würde ich ja als libertärer Zensurfeind bis zum Letzten bedingungslos verteidigen - frei nach Voltaire (Aufklärer)]
03.07.12 @ 13:08
Kommentar from: General de Fault [Besucher]
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Bei allem Ärger über zwei der vielen NWO-Trompeten und EU-Systemlinge bei der Süddeutschen Zeitung - die Edelmetall-Artikel im Ressort Wirtschaft scheinen mir auch nur Kontraindikatoren zu sein. Die zwei letzten von mir gelesenen standen gegen Jahreswechsel und im Februar im Blatt - genau das Gegenteil des erst negativen, dann positiven Sentiments war für den EM-Anleger angesagt. Aber gut, vielleicht sollten deutsche Zeitungen nur noch an geübte Prawda-Zwischenzeilenleser (und den EM-Handel) verkauft werden.

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=> Ergänzung PB: Ich wäre der Letzte, der Anti-Gold-Propaganda im Mainstream nicht als solche benennen würde. Aber zur ehrlichen Einordnung dieser "Kontraindikatoren": In den letzten 2 Jahren waren auch viele Goldbug-Prognostiker auf den einschlägigen Gold-Seiten im Internet (PB eingeschlossen) nicht immer sehr treffsicher im Timing. In einem über die Papier-Derivate durch und durch manipulierten GoldSilber-Markt - der noch dazu regelmäßig zu kurzfristigen Übertreibungen nach oben und unten neigt, sind kurzfristige Prognosen fast unmöglich.
03.07.12 @ 16:24
Kommentar from: hil [Besucher]
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Das Ganze ist bei weitem nicht so irrational, wie es erscheint. Es ist das alte Spiel der Finanzoligarchie gegen demokratische Strukturen. Setzen wir uns mal die Brille der wirklichen Machthaber auf, so besteht Europa bisher aus Nationalstaaten, die kompliziert zu kontrollieren sind. Über den Euro und die Staatsfinanzierung durch Banken ( also nicht EZB ) sind nun genügend Länder an der Grenze zum finanziellen Bankrott bewegt worden. Deutschlands Politiker passen in transatlantischer Verbundenheit auf, dass der Knebel der Zinslast erhalten bleibt und keiner ausschert. Letztlich wird wahrscheinlich jedes EU-Land dieses Schicksal ereilen, auch Deutschland. Der Grund ist einfach. Unsere Volksvertreter sind keine. Der ESM überträgt in der abgestimmten Form quasi uneingeschränkte Macht. Die Kontrolle der Finanzoligarchie wird damit größer sein, als in den USA oder England. Parallelen zur Beziehung IWF/Weltbank --> Entwicklungsländer drängen sich quasi auf. Ich denke, es läuft hier überhaupt nichts aus dem Ruder. Alles funktioniert, wie geplant. Das halbdemokratische Zeitalter geht zu Ende und ich wüsste nicht, was das aufhalten sollte.

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=> Ergänzung PB: Da haben Sie weitestgehend leider völlig recht, hil. Der Begriff "irrational" war hier nicht auf die winzige Minderheit der supranationalen Machthaber zu beziehen, sondern auf eine volkswirtschaftlich und wohlfahrtsschöpferisch fatale Entwicklung für die riesige Mehrheit der Menschen, die über Steuern und Inflation zügig enteignet werden und die wie in jeder Planwirtschaft verarmt und damit unfrei werden. Für diese Mehrheit ist die komplette Rationalität der Eliten das schlimmste Unglück!
=> PS: Nicht vergessen sollte man allerdings, dass sich hartnäckig Gerüchte halten, dass die obersten Elitenetagen letztlich a-materiell motiviert sind und irrationalen "Glauben" anhängen. Und sei es "nur" der der absoluten Macht in Form der Weltherrschaft über alle Geschöpfe, was Psychologen durchaus als krankhaft und wir hier eben als irrational bezeichnen. Man lese dazu die vielen einschlägigen Bücherinhalte, die hier -da schwer beweisbar- von mir sonst nicht so empfohlen werden - zum Auftakt vielleicht Wolfgang Eggerts Messianistensaga "Erst Manhattan...".
03.07.12 @ 23:09
Kommentar from: Reinhard [Besucher]
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Ich glaube, hil und Ihre Anmerkung zu seinem Beitrag haben es auf den Punkt gebracht. Denn sonst kann ich mir keinen Reim darauf machen. Ich fragte mich vielmehr: wie kann es sein, daß Politiker, die vom Volk in den Bundestag gewählt wurden, dieses auf so freche Weise verraten und verkaufen? Eine vernünftige Erklärung scheint nur zu sein, daß es Maskierte sind, die im Auftrag eines anderen Herrn arbeiten und Demokratie bloß SPIELEN!

Sehr schön auch Ihre Verteidigung der Basisdemokratie - denn das, was uns heute als Demokratie verkauft wird, ist das glatte Gegenteil. Ich muß dabei an das Buch von Roland Baader über den Kapitalismus denken: dieser wurde nach seiner Definition auch komplett diffamiert und demagogisch als Teufelswerk hingestellt - wo er doch, laut dem Autor, eigentlich das Gegenteil ist. Und ich hab's VERSTANDEN - erstmalig richtig kapiert: mir fiel es wie Schuppen von den Augen. *)

Wenn aber selbst ich Dummi das Ganze begreifen kann, nachdem ich ein Jahr hier fleißig mitgelesen habe - warum begreift es kein Politiker, der doch schließlich die PFLICHT hat, sich in seinem Ressort kundig zu machen? Es bleibt der Verdacht: Geheimagenten, Trojaner im Auftrag feindlicher Übernahme.

Noch ein Letztes: bloß keine Verklärung wie auch immer gearteter monarchistischer oder gottesgnadentümlicher Renaissance! Sie haben da einen hübschen Gedanken anklingen lassen: selbst DSDS-Bohlen-Fans würden aus ihren "unqualifizierten" Bäuchen heraus NICHT so abstimmen, wie es unsere "Vertreter" in der geschichtlich verhängnisvollen Nacht vom 29. Juni gemacht haben - allein das ist schon ein schlagendes Argument für den direkten Volkswillen (wozu für mich auch gehört, daß dieser nicht manipuliert werden darf).

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*) => Ergänzung PB: Zustimmung und ein Lesetip: Zur sehr wichtigen Frage einer Definition des schon jahrzehntelang diffamierten und usurpierten Begriffs des "Kapitalismus" (ursprünglich einfach nur ein Synonym für "freier Markt") hat einer der besten Kenner von Geldtheorie und Geldgeschichte, der Autor Kristof Berking, im Sonderheft "Gutes Geld" des Smart Investor Magazins einen langen, tiefen aber sehr lesenswerten Artikel geschrieben. Lesen Sie ihn mal in einer ruhigen Viertel-Stunde - auch wenn Kristof -im Gegensatz zu mir- hier resignierend vom eigentlich für ihn positiv besetzten Begriff des "Kapitalismus" abrückt; zugunsten des vielleicht noch weniger ver-definierten und damit neutraleren Begriffs der "Marktwirtschaft" . Kaufen Sie das ganze Heft - inzwischen ist der Artikel aber auch hier im Netz: "Kapitalismus versus Marktwirtschaft" [die Überschrift ist natürlich eine bewusste Provokation].
04.07.12 @ 09:58
Kommentar from: davido [Besucher]
Bedenken, dass eine (wirkliche!) Demokratie oder der direkte Volksentscheid über vitale Fragen - und weder haben wir das eine noch das andere in unserer Realität - automatisch in eine Ochlokratie münden, diese Bedenken habe ich nicht. Immer wieder bin ich erstaunt, wie "aus einem Bauchgefühl heraus" einfache Menschen einen "Riecher" dafür haben, wenn eine Sache "stinkt". Die Leute haben mitunter Schwierigkeiten, logische Begründungen für ihre Haltung zu artikulieren (und ESM wird für ein Mobilfunksystem gehalten. Und EuroBond? Ach ja! Der Agent im Auftrag seiner Kanzlerin ;-) ). Instinktiv wird jedoch gewusst, wann eine Sache stimmig ist oder eben nicht. Ähnlich wie Axiome sich einer Beweisbarkeit versagen und dennoch allgemein als wahr und gültig erachtet werden.

Es gibt so eine Redensart, dass Kinder und Verrückte die Wahrheit sagen. Ich hätte absolut kein Problem damit wenn Kinder (inkl. Säuglinge sobald sie einen Schreibgriffel halten können) auf einem Stimmzettel ihr Kreuzerl machen. Denn das Stimmverhalten des "Wählerbodensatzes" mittelt sich ohnehin aus und die total Desinteressierten gehen erst schon mal gar nicht hin. Aber der wahre Grund für die heutzutage niedrige Wahlbeteiligung und oft zitierte "Politikverdrossenheit" (... vorgetragen mit ernster Gutmenschenmiene) scheint mir eher in der Unwählbarkeit als Folge von Auswahlalternativlosigkeit zu liegen. M.M.n sind die Leute nicht generell und mehrheitlich uninteressiert am politischen Geschehen. Sie sind aber sehr wohl - und mit Recht - verdrossen, misstrauisch und ablehend gegenüber verlogener, sinnfreier Pseudopolitik mit Pseudomitspracherecht. Der Politik ist das natürlich ein eitriger Dorn im Auge. Denn die errungenen "Siege" haben den schalen Beigeschmack eines eklatanten Mangels an Massenapplaus. Den alten, kranken Männern und Frauen, die diese Politik machen bleibt aber oft als einziges Vergnügen, in ihrem dumpfen Untotendasein, nur mehr die Eitelkeit - und wir undankbare Bürgerbrut, versagen diesen hingebungsvoll sich aufopfernden, aufrechten Kämpfern des Sozialismus, dieses bisschen Trost - wie schäbig von uns ;-)

Im Übrigen könnte ich mich viel eher mit der Situation wie wir sie gerade erleben abfinden, wenn diese Situation das Resultat eines direkten Volksentscheides gewesen wäre. Dann wäre es fair und eventuell auch lohnend gewesen, Überzeugungsarbeit zu leisten im Umkreis der jeweiligen persönlichen Reichweite. So aber sitzen Leute am Spieltisch, die die Spielregeln beliebig auslegen und unverhohlen falsch spielen. Da kann nichts gewonnen werden - nicht jedenfalls, solange man sich selber an die Regeln hält. Auch nicht durch Glück oder Zufall.

Hätte ein primitiver Zufallsgenerator sämtliche Entscheidungen von Anbeginn der Krise getroffen (anstatt einer vorprogrammierten, pseudodemokratischen Abfolge krimineller Handlungen seitens der politischen Macher), dann wären wir - statistisch betrachtet - jetzt mit nahezu 100%iger Sicherheit in einer deutlich weniger prekären Lage. Sind Politiker also tatsächlich dümmer als ein Haufen Siliziumchips?
04.07.12 @ 15:53
Kommentar from: Nico [Besucher]
*****
Ich verstehe nicht warum sich nun Parlamentarier, Medien etc. darüber echauffieren, dass der ESM direkt Staaten und Banken finanzieren kann.

1. Ist der ESM zu genau diesem Zweck gegründet worden (Wilhelm Hankel spricht richtigerweise von der Etatisierung des Kapitalmarktes) u.
2. werden doch im ESM-Vertrag die möglichen Finanzhilfen explizit aufgelistet, inklusive Ankauf von Staatsanleihen und Rekapitalisierung von Finanzinstituten.

Hat den wirklich keiner den Vertrag gelesen?

*******
=> AW PB: Genau so ist es. Es ist alles Show für die Öffentlichkeit und/oder komplette Vertragsignoranz! Der ESM macht genau, was er immer machen sollte. Nun lesen offenbar langsam die Journalisten den Vertrag. Nun aber ist es zu spät - bis auf die allerletzte Chance auf einstweilige AO durch das BVerfG - dazu folgt gleich ein weiterer Blog.
05.07.12 @ 11:21
Kommentar from: Jürgen Kremser [Besucher]
*****
Die ESM-Abstimmung des Bundestags stellt für uns Deutsche ein zweites Versailler Diktat dar, allerdings glücklicherweise ohne vorherigen Weltkrieg. Das avisierte Ziel, der finanziellen Stabilität in Europa, wird er allerdings nicht erreichen, weil dies unmöglich ist. Insofern gilt auch hier das Wort Schillers über die grünen Gutmenschen:

Eng ist die Welt, und das Gehirn ist weit.
Leicht beieinander wohnen die Gedanken,
doch hart im Raume stoßen sich die Sachen.


Friedrich von Schiller, Wallensteins Tod II, 2

Schon vor ca. 30 Jahren wies Paul C. Martin darauf hin, daß Italien und Belgien Staatsschulden von mehr als 100 % des BIP hätten. Ich hatte mich da immer gefragt, wie das gelöst werden soll. Denn wir Deutsche konnten doch unmöglich gut dastehen, wenn alle anderen in den Abgrund stürzen. Jetzt weiß ich, wir müssen auch abstürzen, genauso wie Karthago, das letztendlich auch seiner Tüchtigkeit zum Opfer fiel. Die letzten, die noch einen Versuch wagten, unsere Staasschulden in Ordnung zu bringen, waren Koch und Steinbrück, die tatsächlich mit der ungerechten Pendlerpauschale einen Versuch dazu unternahmen.

Was allerdings jeden anständigen Menschen erbittern muß, ist die bodenlose Heuchelei der Massenmedien insbesondere auch des Diabolos-Rundfunks. Es ist mir schon mehrfach aufgefallen, daß eine politisch gewollte Handlung von dieser Seite mit aller Gewalt durchgezogen wird mit äußerster Zähigkeit und Manipulation, sobald aber die Aktion dann erfolgreich durchgeführt wurde, diese Medienvertreter anschließend sofort das Unschuldslamm mimen und sich von der von ihnen durchgesetzten Handlung distanzieren. Diesen Eindruck habe ich jetzt auch, und Sie bringen einige Bespiele.

Es würde mich nicht wundern, wenn der Diabolos-Rundfunk jetzt tatsächlich anfinge, über die Bundestagsabgeordneten herzufallen wegen ihrer tatsächlich unsachgemäßen Wahlentscheidung, um die Verantwortung für die jetzt anstehenden großen Verluste auf andere zu schieben und seine Deutungs-Herrschaft unangefochen weiter zu behaupten.
05.07.12 @ 12:37
Kommentar from: Claudius v.d.Bach-Zelewski [Besucher]
@Davido, PB

Natürlich ist Ihr Zufallsgenerator-Beispiel von oben völlig zutreffend.

Der "Wählerbodensatz", wozu m.A.n. auch die zwar des Begreifens fähigen, aber bequemen und selbstzufriedenen "Staatsbürger" zu zählen sind, hat sich über 60 Jahre hinweg mit der seit der Adenauer-Ära als stiller, gesellschaftlicher Konsens implantierten Formel "jährliche Steigerung erst des Wohlstandes [und dann, mit dem übrigens durch das "BVerfG" abgesgeneten Aufkommens des Privatfernsehens, des Konsums] = Verzicht auf tatsächliche, politische Partizipation" höchst freiwillig von der Ausübung ihrer bürgerlichen TeilhabeR abhalten lassen.

Denn diese bestehen ja - de lege lata über das WahlR, de facto die Möglichkeit der Einflußnahme auf die Parteien durch deren Basisorganisationen.

Was in den 50er und 60er Jahren wenigstens leidlich funktionierte; und auch noch in den 70er Jahren, selbst wenn diese "Partizipation" dann bereits klar destruktive Züge trug, die geradewegs in die heutigen Zustände einmündeten.

Schließlich über den Druck der öffentlichen (und nicht veröffentlichten) Meinung, die eben die veröffentlichte Meinung nicht dauerhaft und konsequent ingnorieren kann.

Insofern erscheint es mir als reichlich naiv, hier als Korrektiv mangelnden Interesses, schlichter Dummheit oder - schlimmer - der Bequemlichkeit auf einen angeblich im Massenmenschen wurzelnden "Instikt des gesunden Menschenverstandes" zu vertrauen, der - wenn man diesen nur befrage - schließlich bestimmend werde und dann - z.B. über direktdemokratische Staatsformen - der Misere remediere. [siehe AW PB unten *) ]

Das bedeutet nichts anderes als das Herbeirufen der Jungfrau Maria oder des Heiligen Geistes in der Stunde der Not.

Denn man muß sich fragen, weshalb - vor dem Hintergrund des Obwaltens des "gesunden Menschenverstandes" - im "repräsentativ-demokratischen" System dann überhaupt über Jahrzehnte hinweg eine solche Polit-Mischpoke mit legitimierender Mehrheit in stetiger (Wahl-)Wiederholung in die die Leitungsebenen von Staat und Gesellschaft gespült wurde.

In den ersten 4 Jahrzehnten der Bundesrepublik war das Gedränge an der Wahlurne immer ausreichend groß, um tatsächlich "solide" (i.S. einer tatsächlich nach der Zahl der Wahlberechtigten legitimierende) Mehrheiten zu etablieren.

Selbst wenn schon damals die von Ihnen zutreffend benannte, "verlogene Pseudopolitk" ebenso gültig gewesen ist wie heute.

Denn das Ausloben immer neuer Wohlstands- oder Konsumverheißungen seitens der bundesrepublikanischen Regierungen bei gleichzeitiger Umsetzung milliardenteurer, ideologischer und für das Land zerstörerischer, machtpolitischer Ziele fremder Mächte über eine die an und für sich beachtenswerte, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands hemmungslos überfordernde Aufblähung der Verschuldung - das ist ja nun in der Tat kein neues Phänomen.

Die zunehmende Wahlenthaltung breiter Wählerschichten dggü. ist ein noch eher neues Ereignis.
Ob hier nun ein "Wählerbodensatz` ausgemittelt" wird, der nach einer rein rechnerischen Betrachtung vielerorts heute bereits die Mehrheit der Wahlberechtigten ausmacht - diese Frage müssen Sie sich selbst beantworten .

"Brot und Spiele" war noch zu allen Zeiten und unabhängig von der jeweils obwaltenden, gesellschaftlichen und politischen Ordnung ein probates Mittel zur Ruhigstellung des Massenmenschen.

Wobei allerdings das System beliebig vermehrbaren Zombigeldes den Appetit der Massenmenschen sehr gesteigert hat - im Mittelalter z.B. genügte es noch, wenn der neu gewählte Kaiser seine Untertanen im Zuge eines "Reichsumritts" einmal kostenlos mit Speis&Trank auszuhalten pflegte.

Instabil werden die Verhältnisse erst, wenn das Brot immer weniger wird und der Ablenkungsgehalt der Spiele vor dem Hintergrund enttäuschter Konsumverheißungen - die Ära der Wohlstandverheißungen ist für die Mehrheit der "Bürger" in EUropa bereits lange abgefrühstückt - stetig weiter erodiert.
Schließlich bis zur unmittelbaren, materiellen Not.

Erst dann - wenn also die materielle Basis zerfallen ist und die konkrete, materielle Not dann auch fühlbar wird - erwacht bei der Masse der Menschen dann plötzlich der "gesunde Menschenverstand".

Dies aber i.W. ohne Ziel außer dem, das verloren gegangene, materielle Wohlleben wieder herzustellen - und sei es nur durch die Verheißungen neuer Volksverführer.

Insofern ist es m.A.n. völlig belanglos, ob der Massenmensch nun in einer "repräsentativen Demokratie" seine "Vertreter" bestimmt - die dann eben das Abbild des Durchschnitts ihrer Wähler sind - oder aber die Entscheidungen unmittelbar - i.S. einer direkten Demokratie - trifft.

Denn es gibt keinen vernünftigen Grund anzunehmen, daß dieser Massenmensch im direktdemokratischen System weniger manipulationsanfällig ist als in jenem der repräsentativen Demokratie.

Daß z.B. in der CH ein direktdemokratisches System (noch) recht gut funktioniert, dürfte auf andere Faktoren zurückzuführen sein, zu denen neben dem immer noch sehr großen Maßes an gefestigtem Wohlstand (und eben nicht immer mehr wie in der BRD heute Konsum) auch eine in Jahrhunderten geprägte, staatsbürgerliche Mindestverantwortung mit einem Fundament fester Tradition gehört (daß die messianischen "EU"-Bürokraten gerade dieses Fundament in Richtung EUropäischer Massengesellschaft "nach Art einer Schweinezucht" - um Herrn Kremser zu zitieren - zu transformieren entschlossen sind, ist augenfällig).

Ist diese lange gewachsene Grundlage einmal wie hierzulande zerstört, hilft auch die "direkte Demokratie" nicht weiter.

Insbesondere in der "Berliner Republik" ist doch festzustellen, daß sich ein neureiches (Erben-)"Bürgertum" zusehends allein noch dadurch vom "Prekriat" unterscheidet, daß es eben statt einer Spielekonsole einen SUV als Monstranz und entsprechend maßlosere Konsumgelüste vor sich herträgt.

********
=> AW PB: Es bleibt dabei, lieber Herr v.d.Bach-Zelewski: Auch wortreichstes, elaboriertestes, metaphorisch-zynisch verpacktes Prekariatsbashing muss Belege bringen - denn für mich ist und bleiben Ihre pessimistischen Worte einfach nur kollektive und vor allem unzutreffende Bürgerbeleidigung: Auch Sie kommen an der Tatsache nicht vorbei, dass die direkte Demokratie außer in der Schweiz nie eine Chance bekommen hat und dass ALLE (!) Umfragen zu den fatalsten politischen und wirtschaftlichen Fehl-Entscheidungen der letzten 20 Jahre immer und immer wieder klare Ablehnungen des Volks erbracht haben! Der ultimative Souverän HÄTTE also das gesamte EUropäische Unheil und die zugehörige Überfremdung verhindert - hätte er denn irgendetwas zu sagen gehabt! Diese These ist belegt - Ihre obigen sind unbelegt .
Dies gilt, auch wenn leider der Intellekt der deutschen Bevölkerung seit 50 Jahren im Durchschnitt stetig sinkt: Brot und Spiele, falsche Anreizsetzungen im Papiergeldsystem sowie mediale Fremdbestimmung und Umerziehung Fehlerziehung hinterlassen eben irgendwann Spuren - das ist ja unbestreitbar.

Der gesunde Menschenverstand ist dennoch immer noch bei der Mehrheit der Menschen vorhanden - auch wenn Sie kein Vertrauen in ihn haben. Und das alleine erhebt die gar-nicht-tumbe Masse entscheidend über ihre so unsäglich dumm-ignorant-korrupten Volksvertreter - von wenigen Ausnahmen im Parlament abgesehen!

*) Von "Misere per Basisdemokratie remedieren" war übrigens hier nie die Rede - also bitte hier nichts hineininterpretieren, was nie geschrieben wurde! Ich betone immer und immer wieder, dass die Basisdemokratie nur NOCH SCHLIMMERES verhindern könnte. Die parlamentsdemokrattischen Aufschuldungsfehler der letzten 40 Jahre kann leider wohl nur noch der Systemcrash "remidieren"!

Ich fordere Sie erneut auf (siehe meine Antwort weiter oben), endlich offenzulegen, nach welchen Kriterien die von Ihnen erträumte Idealreagierung der konstitutionellen Monarchie denn bestimmt werden sollte! Wer wählt wen nach wessen Vorgaben und nach welchen Kriterien zum Regenten? Elite fällt nicht gottesgnädig vom Himmel; diese Zeiten sind Hunderte Jahre vorbei - und auch damals waren Erbmonarchen selten die Weisesten und schon damals waren die Regierungsberater korrumpierbar. Das Volk dagegen in seiner Masse nicht - auch wenn der von mir sonst geschätzte Prof. Polleit im neuen SI pessimistisch von der "kollektiven Korruption der Massen" schreiben darf.

Solange nicht von Ihnen oder Hoppe endlich mal Antworten auf die zentrale Legitimationsfrage Ihrer Idealregierung kommt, (mindestens) solange halten wir hier im Blog an unseren direktdemokratischen Idealen fest - wohl wissend, dass bei "one man one vote" auch Idioten, Kriminelle und Extremisten wählen dürfen. Such is life - so ist die Welt.
05.07.12 @ 18:12
Kommentar from: Claudius v.d.Bach-Zelewski [Besucher]
Sehr geehrter Herr Boehringer,

jetzt ist dieser "Blog" wegen stetig neuer "Blogs" zum Thema "ESM" schon fast versackt, aber dennoch - ich will zu Ihrem fett gedruckten Vorhalt

"Ich fordere Sie erneut auf (siehe meine Antwort weiter oben), endlich offenzulegen, nach welchen Kriterien die von Ihnen erträumte Idealreagierung der konstitutionellen Monarchie denn bestimmt werden sollte! Wer wählt wen nach wessen Vorgaben und nach welchen Kriterien zum Regenten?"

gerne (hoffentlich nicht zu wortreich und elaboriert) Stellung nehmen: Ich weiß, Sie sind bekennender Anti-Monarchist.

Aber ich gebe Ihnen ehrlich zu, daß ich - da nun einmal der letzte Monarch vor fast 94 Jahren nach Holland ins Exil ging - ihre Frage nach den Kriterien einer heutigen Restauration der Monarchie bzw. des Monarchen auch nicht beantworten kann, denn Momente der Bewährung als Voraussetzung fü die Notabilität - wie in früheren Zeiten herausragende, militärische Leistungen einer Person im Krieg - sind in den Massengesellschaften des 21.Jahrhunderts kaum mehr zu finden.

Mein Bezug auf die konstitutionelle Monarchie war - selbst wenn aus Überzeugung heraus getätigt, was ich gar nicht verleugne - als Überlegung zu verstehen.

Es wäre z.B. statt eines Monarchen auch ein auf Lebenszeit (gerne auch unmittelbar vom Volk) gewählter Präsident, der dann aber kein Mitglied einer im Parlament vertretenen Partei sein darf, denkbar.

Dies wäre dann allerdings keine dynastische Lösung - was Vor-, aber auch Nachteile haben kann.

Andererseits darf ich Sie nun auch einmal auffordern offenzulegen, was - außer der Behauptung oder dem Glauben, daß dies so sei - erhärtet, daß "der gesunde Menschenverstand dennoch immer noch bei der Mehrheit der Menschen vorhanden ist."

An welchen objektivierbaren Kriterien nun wollen Sie das denn festmachen ?

Alle Empirie beweist das Gegenteil - wenn Sie jetzt einwenden, daß es schließlich in der neueren Geschichte noch niemals zu einer solch "basisdemokratischen", vom "gesunden Menschenverstand" geleiteten Kollektivführung der öffentlichen Angelegenheiten (so nenne ich das jetzt einmal) gekommen sei, dann betrachten Sie sich einmal das Verhalten der Massen z.B. in der "Kommune von Barcelona" im spanischen Bürgerkrieg oder jener von Paris 1870/1871.

Ich betone ausdrücklich, daß diese Vorkommnisse zunächst von gar keiner Idelogie getragen gewesen sind (allenfalls durch die "liberalen" Zustände zuvor und das auf deren Zusammenbruch folgende Vakuum), sie entstanden sozusagen ad hoc.

In Barcelona z.B. konnten die (kommunistisch) republikanischen Machthaber das spontan entstandene Chaos aus Plünderung und Desorganisation erst nach Tagen durch drakonische Maßnahmen wieder herstellen.

Hier war also zunächst gerade keine Ideolgie ursächlich für die Eruption der Massenpsychologie, sondern schlicht und allein ein - wie gesagt - Macht-Vakuum (welches man durchaus als libertär verstehen könnte).
05.07.12 @ 20:54
Kommentar from: davido [Besucher]
@Claudius v.d.Bach-Zelewski

Ein paar Anmerkungen zu Ihrem letzten Kommentar möchte ich schon noch machen. Zunächst war meine, u.U. falsch verstandene, Wortwahl "Wählerbodensatz" wohl unglücklich. Ich habe damit keinesfalls jenen großen Bevölkerungsanteil gemeint, der so gerne als "Schafe", "die dumbe Masse", "der Michel", "Massenmensch" usf. tituliert wird. Im Kontext meines früheren Kommentares hat sich die Bezeichnung "Wählerbodensatz" (dessen Wahlverhalten sich statistisch ausmittelt) auf Wähler bezogen die u.A. in die Aufzählung von Herrn Boehringer passt (Idioten, Kriminelle und Extremisten ...).

Grundsätzlich glaube ich, dass die beste (= vernünftigste) Regierung eine ist, die unter den jeweils gegebenen Randbedingungen dafür Sorge trägt, dass für eine Mehrheit an Individuen die bestmöglichen Daseins- und Überlebensbedingungen geschaffen werden (und zwar über einen konsensfähigen Zeit- und Planungshorizont) und(!) dies aber für eine möglichst geringe Anzahl an Individuen mit der geringstmöglichen Beeinträchtigung und Zerstörung einhergeht. (Wenn Sie's gerne philosophisch betrachten wollen, dann nennen wir das einfach Ethik). Momentan sehen wir aber genau das umgekehrte Szenario: maximaler Schaden für eine maximale Menschenanzahl plus maximierter (vermeintlicher) Nutzen für eine elitäre Minderheit.

Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, wie ein Monarch der Garant für Ethik bzw. "optimale Vernünftigkeit in bezug auf das Überleben" sein soll. Sie sagten ja selber an früherer Stelle, dass man mit einem Monarchen auch Pech haben kann.

Weiter finde ich es sehr gewagt, als empirischen Gegenbeweis das Verhalten der "Kommune von Barcelona" im spanischen Bürgerkrieg oder jener von "Paris 1870/1871." heranzuziehen. Zeiten ändern sich. Manche Entwicklungen sind unumkehrbar. Denken Sie z.B. an die technologischen Möglichkeiten, Kommunikationssysteme die fast in real-time so etwas wie kollektives Bewusstsein hervorbringen können, ...

Recht polemisch auch - und ja ich weiß, den Vorwurf muss ich mir mitunter selber gefallen lassen ;-) - wenn Sie eigentlich zu verstehen geben, dass schon der Besitz einer Spielekonsole oder eines SUV disqualifizierend ist.

Dem schweizer Modell zollen Sie aber doch auch eine gewisse Anerkennung. Ich sehe keinen realen Grund weshalb das für andere Staaten nicht in ähnlicher Form möglich sein sollte. Auch die Schweizer haben mal bei null angefangen.

Ist es im übrigen nicht viel charmanter, wenn man unmittelbar die Bestrafung/Belohnung für die ureigensten Entscheidungen erfährt, statt Verantwortung (und damit Entscheidungsfreiheit) out-zu-sourcen an einen Herrscher? Eine möglichst unmittelbare, relaispunktfreie Ursache-Wirkung Abfolge sollte m.M.n. eine Lernkurve höherer Steilheit in der Gesellschaft zur Folge haben. Wodurch sich dann "die tumbe Masse" sukzessive auflösen wird.

Wenn schon Herrscher, Führer, Monarch, was auch immer, dann wäre da noch die essenzielle aber bislang unbeantwortete Frage nach den Auswahlkriterien und Qualifikationsmaßstäben. [Anm. PB: Claudius v.d. B.Z. hat inzwischen angemerkt, dass diese Frage in der Tat schwer zu beantworten wäre]. Über die müsste es dann erst wieder eine Willensbekundung vom Volk aus geben - oder? Für wen soll denn der Monarch die Politik machen? Doch wohl nicht nur für sich selber? Wenn man zulässt, dass das Volk über die Kriterien bestimmt, dann stellt das aber die Sinnhaftigkeit eines Monarchen in Frage - außer vielleicht wenn es bloß um Repräsentationsaufgaben geht.

Ein Staat kann gemanagt werden wie ein effizient geführtes Unternehmen. Ich will aber mitbestimmen, wer was zu welchen Bedingungen macht, was die Unternehmensziele sind, wer sich einen Bonus verdient hat und wer gefeuert wird oder für Fehler zu haften hat. Das Management hat mir Rede und Antwort zu stehen ohne Wenn und Aber.

Ideologien, Ismen, Parteien, Führerkult, Lobbying, Immunität, Geheimniskrämerei, Fiat-Geld, Zentralbanken, regulierte Märkte, sog. geistiges Eigentum, Steuern auf erbrachte Leistung, usw. hätten in einem von Vernunft getragenen System nichts verloren.
06.07.12 @ 09:24
Kommentar from: franz dreesen [Besucher]
****-
@..AW PB: "Genau so ist es. Es ist alles Show für die Öffentlichkeit"

... Mann/Frau lese Walter Eichelburg:

http://ef-magazin.de/2012/03/31/3484-marktkommentar-die-heile-welt-show

... &amp weiß dann: alles nur Psy-Ops
07.07.12 @ 23:47
Kommentar from: Werner Theine [Besucher]
Hallo Herr Borhringer,in keinem Kommentar wird hinterfragt,auf welche Weise Deutschland in den Euro-Club geraten ist. Akzeptiert man nicht,das die Briten,Schweizer u.a. der Euro-Union aus guten Gründen fern bleiben? Ich will das wir Bürger darüber entscheiden!! Erst wenn das geschehen ist,will ich mir Gedanken machen über die Dinge die Inhalt der Kommentare ist!!Werde ich auswandern müssen, oder kann ich noch zum Wehrdienst eingezogen werden?
09.08.12 @ 23:48

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