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Gold-Repatriierung beschleunigt sich: Frankreich?! Appell an die Bundesbank

von Peter Boehringer E-Mail 25.11.14 19:07:36

Eine wichtige Info aus ganz aktuellem Anlass:

Marine Le Pen, französische Oppositionsführerin (Front National) fordert in einem Brief an Christian Noyer (Gouverneur der Banque de France) u.a. die Rückführung der französischen Goldreserven nach Frankreich (!). Um es gleich zu klären: Der Brief ist kein Fake – er steht ganz offiziell seit heute auf der Webseite des Front National.

Hier eine Kurzfassung auf Deutsch.

Und Zerohedge titelt gar: „Gold-Repatriierung: Erst Deutschland, dann die Niederlande, dann vielleicht die Schweiz, nun Frankreich“.

Gleich der erste Punkt des Forderungskatalogs von Le Pen an Noyer, den sie auch noch „dringend“ macht, ist überraschenderweise die Forderung, alles Gold in Frankreich zu lagern. „Überraschend“ deshalb, weil nach offizieller Lesart seit der berühmten Rückholaktion von Charles de Gaulle das gesamte französische Gold bereits seit vielen Jahrzehnten in Frankreich liegt bzw. liegen sollte (damals noch über 3000 Tonnen, heute noch 2435 Tonnen). :!: XX( Dieser Fakt war noch 2013 offiziell von einem Direktor der BdF bestätigt worden (Alexandre Gautier, pdf liegt mir vor – danke sehr an Dimitri Speck für diese wichtige Detailinfo!).

Es gibt darum eigentlich nur zwei Möglichkeiten zu dieser Forderung: Entweder hat Marine Le Pen Infos zum französischen Gold, die die Welt bislang nicht hatte. Oder sie erweist sich bei dieser Forderung als etwas schlecht informiert. Im ersteren Fall hätte sie eine Weltsensation berichtet – denn dann hätte entweder die BdF noch 2013 gelogen – oder die BdF hat in allerjüngster Zeit Gold ins Ausland verlagert! Wir können das hier nicht klären – aber diese Info wird sicherlich in den kommenden Tagen nachgereicht. [Nachtrag 27.11.: Inzwischen geklärt, Le Pen hat recht! Siehe hier]. Der Druck auf die BdF zur Aufklärung dieses Punktes wird steigen – auch und gerade, nachdem offenbar der „Run“ auf Fed-Goldbestände derzeit ans Laufen kommt. Erst vor zwei Tagen hatte ja die Niederländische Nationalbank sehr kurzfristig Vollzug bei der Repatriierung der Hälfte ihres Golds bei der Fed (122 Tonnen innerhalb von maximal sechs Wochen) vermeldet!

Weil Le Pens Forderung so wichtig erscheint, hier im französischen Original:
„En fonction de la situation que nous découvrirons, je vous exhorte à procéder: … Au rapatriement urgent sur le sol français de la totalité de nos réserves d’or se trouvant à l’étranger.“

Und meine (unverbindliche aber mE exakte) PB-Übersetzung:
Angesichts der Situation, die wir aufgedeckt haben [hier bezieht sie sich auf die unselige französische Goldverkaufsgeschichte (614 Tonnen von 2004 bis 2012) – sowie auf die aktuellen Repatriierungen durch Deutschland, Holland sowie auf das anstehende Schweizer Referendum] , fordere ich Sie [mit Nachdruck] auf, dringend fortzufahren mit der Repatriierung der Gesamtheit unserer [französischen] Goldreserven, die sich im Ausland befinden, auf französischen Boden.“
:!:

Im weiteren Brieftext stellt Le Pen auch noch andere sehr wichtige und rationale Forderungen auf. Ähnlichkeiten zu „Holt unser Gold heim“ sowie zu „Rettet unser Schweizer Gold“ sowie sicherlich auch zu den Beweggründen der Niederländischen Notenbank sind natürlich angesichts der global immer gleichen Problematik kein Zufall:

- „Unverzügliche Einstellung weiterer Goldverkaufsprogramme“ (von denen die Welt übrigens offiziell nichts weiß – Frankreich verkauft derzeit offiziell wenig bis nichts)
- „‚Progressive‘ Goldkäufe mit einem signifikanten Teil der französischen Währungsreserven.“
- Le Pen schlägt sogar einen Prozentsatz hierfür vor: 20% (sic: exakt wie beim Schweizer Referendum unter so viel Kritik vorgeschlagen!)
- „Einstellung aller Goldverleihungen durch Frankreich“ (die BdF hat schon lange keine mehr bestätigt – weiß Le Pen mehr?).
- Ein physischer Vollaudit der Goldreserven in allen Details - exakt wie von uns seit vielen Jahren gefordert: Komplettinventur, physisch vor Ort in allen Tresoren, Qualitätsprüfung der Barren, Seriennummernaudit, Audit-Durchführung durch einen unabhängigen französischen Prüfer, usw.: "Cet audit exhaustif devra contenir: – un inventaire complet des quantités d’or physique affichées actuellement à 2435 tonnes ainsi que leur qualité (numéro de série, pureté, barres ‘Good Delivery’…), réalisé par un organisme français indépendant (à définir). Cet inventaire, sous contrôle d’huissier, devra indiquer le pays dans lequel les réserves d’or sont stockées, en France ou à l’étranger."

Fazit und Appell unserer deutschen Repatriierungs-Initiative an die Bundesbank:

Der Repatriierungszug beschleunigt. Und er fährt überall – inzwischen ist aus der globalen Diskussion auf Ebene von Internet-Foren und Bürgerinitiativen eine auch von Abgeordneten, Parteien und Zentralbanken forcierte weltweite Rückholungs-Bewegung von Gold in angelsächsischer Verwahrung geworden. Nicht zu Unrecht befürchten immer mehr Länder, dass ihr Auslandsgold bei Fed, BoE und Co nicht unkompromittiert und kurzfristig verfügbar sein könnte, wenn es zum Schwur / zur Abforderung durch zu viele Länder kommt. Deutschland sollte (nach zwar holprigem aber relativ frühem Start der Repatriierung 2012/13) nun nicht zu den Letzten gehören, den bekanntlich die Hunde beißen – oder im Falle des leeren Fed-Tresors die Kellerasseln. Auch die Bundesbank muss ihr viel zu langsames Rückholkonzept von 2013 (700 Tonnen in acht Jahren) nun dringend beschleunigen. Die Bürgerinitiative „Holt unser Gold heim“ fordert auch 2014ff weiterhin wie seit 2011:

• einen vollständigen und unabhängig testierten physischen Voll-Audit der deutschen Goldbestände an allen Lagerorten;
• die zeitnahe Rückführung des im Ausland gelagerten Goldes nach Deutschland, um die Option der (Teil-)Deckung einer künftigen neuen Währung zu erhalten;
• die Herbeiführung eines verfassungsrechtlich abzusichernden bilanziellen Sonderstatus der Goldreserve zur Abwehr der schnell zunehmenden Ausbuchungsgefahr aufgrund … Gefahr im Verzug.

=> Mein Appell an Herrn Weidmann aus diesen aktuellen Anlässen: Repatriieren sie ALLES Gold, tun Sie es zügig – und schaffen Sie Transparenz über unsere verbliebenen 3400 Tonnen, die künftig weder verkauft, noch verliehen noch im Ausland gelagert werden dürfen.

Oder mit den Worten von Marine Le Pen an Ihren französischen Amtskollegen Noyer: „En conséquence [de la situation], votre responsabilité est immense.“: „Als Folge der aktuellen Situation, ist Ihre Verantwortung gewaltig!“. Jede schuldhafte Verzögerung wäre inzwischen ein persönlicher Haftungsfall und ein Versagen vor Ihrer Verantwortung als unabhängige und nur dem deutschen Volk verantwortliche Zentralbank.

19 Kommentare

Kommentar from: Igor Vahcic [Besucher]
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Ich verstehe offen gestanden nicht, was der ganze 8-Jahresplan soll. Man kann jeden Tag Gold kaufen und nach Frankfurt liefern lassen. Risiko trägt der Verkäufer. Und wenn man z.B. 10 Tonnen gekauft hat, dann verkauft man 10 Tonnen Luftgold, welches bei der Fed oder sonstwo lagert. So kommt der Goldpreis nicht ins steigen. Und wir bestimmen das Tempo der Repatriierung selbst.

Wir dürfen das aber offensichtlich nicht. Holland schon. Ich möchte wissen, was die Amerikaner gegen Merkel in der Hand haben, dass sie eine so lausige und deutschlandfeindliche Politik macht.
25.11.14 @ 19:57
Kommentar from: Bernhard Hönl [Besucher]
Kommt die Lawine ins Rollen? Oder halten die "Rettungszäune/schirme noch ein Weilchen?

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=> AW PB: Das Lawinenbeispiel ist gut gewählt. Wenn ein Run losgeht (und ggf. der Nullbestand absehbar ist), beschleunigen sich solche Tendenzen dramatisch.
=> Frankreich war übrigens schon 1968 Auslöser der Lawine / des Goldruns: zuerst sprengte De Gaulles Goldheimholung 1968 den London Gold Pool. Und mit etwas Zeitverzug dann auch 1971 das seitens der Fed betrügerische Bretton-Woods-System.
=> Zwar ist Le Pen noch nicht Regierungschefin, sondern nur Oppositionsführerin - aber ihre Stimmenanteile steigen von Wahl zu Wahl. Und diese Goldforderungen werden ihre Popularität nicht mindern... Die Rettungszäune halten also noch - aber nicht ewig. Die Goldreise nach Jerusalem läuft. Mal sehen, ob am Ende im fractional gold Banking System nur EIN Stuhl (Barren) zu wenig da ist. Oder Hunderttausende...
25.11.14 @ 20:22
Kommentar from: Harald Neumann [Besucher]
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Sie suchen sich immer wieder Filet-Stückchen aus der Flut an Meldungen aus, Herr Boehringer, um diese innerhalb eines Blog-Eintrags messerscharf und brillant zu analysieren. Vielen Dank dafür!

Ihre Stellungnahme zum Kommentar von 20:22 Uhr ("Mal sehen, ob am Ende im fractional gold banking System nur EIN Stuhl (Barren) zu wenig da ist. Oder Hunderttausende...") hat mich nun dazu animiert, auch dazu zu kommentieren. Ich erinnere mich nämlich, dass die Zentralbanken offiziell ca. 30.000 Tonnen Gold besitzen sollen. (Ganz sicher bin ich mir bei dieser Zahl allerdings nicht; ich bitte ggf. um Korrektur.) Sollten die 30.000 Tonnen korrekt sein, so geht es also um nicht weniger als ca. 960 Millionen Unzen Gold, was wiederum 2,4 Millionen Standardbarren von je 400 Unzen entspricht. Ihre "Hunderttausende" sind also evtl. noch zu tief gegriffen. Möglicherweise reichen auch diese 2,4 Millionen nicht, wenn man z.B. an Verleihungen denkt, die kaum jemand durchblicken dürfte.

Wenn die gute alte Weisheit "Lügen haben kurze Beine" sich demnächst wieder - und dann auch für die breite Öffentlichkeit sichtbar - bewahrheitet, dann kann man sich angesichts der mittlerweile Jahrzehnte-langen Lügengeschichten vorstellen, welch ultra-langen Beine die Wahrheit (= Run aufs Gold) dann haben wird. Umso "verständlicher" ist somit natürlich auch die Panik, die bei den Profiteuren des ungedeckten Papiergeldsystems hinter den Kulissen herrschen dürfte.

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=> AW PB: Danke Herr Neumann und auch sonst Zustimmung. Sie haben auch korrekt gerechnet. Wenn ich trotzdem "nur" von (hoffentlich nicht) fehlenden "Hunderttausenden Barren" sprach, dann deshalb, weil ich schon von der viel wahrscheinlicheren Zahl von unter 20.000 Tonnen an Gold in westlichen ZBs ausgegangen bin (also ohne Asien, da liegt inzwischen viel - aber das ist auch unverliehen da!). Und innerhalb dieser 20.000 Tonnen muss man ja nicht gleich davon ausgehen, dass ALLES weg ist. Und vor allem ging es ja um das bei der Fed für ausländische ZBs verwahrte Gold. Davon liegen bei der Fed offiziell etwa 6000 Tonnen (ein Viertel davon von D). Das wären also max etwa 480.000 Standard-Barren, die da physisch bis zum Nullbestand fehlen könnten. Darum schrieb ich "Hunderttausende".
=> Falls die Fed jedoch viele Barren MEHRFACH entliehen haben sollte (unwahrscheinlich beim Gesamtbestand - aber theoretisch möglich: sowohl die physische Lagerpraxis als auch die (Nicht)Audit-Praxis als auch die Bilanzierungen ließen das zu!), dann könnte der Fehlbestand tatsächlich noch in die Millionen Barren gehen! DANN hätten Sie recht - das wollte ich aber im Artikel mangels Indizien dafür nicht suggerieren.
=> Letztlich ist es vorläufig egal, wie viel Gold physisch oder bilanziell nun genau fehlt. Wichtig ist, dass es erhebliche und begründete Zweifel an der seriösen, unkompromittierten Lagerung des Goldes bei der Fed gibt, welche auch immer mehr Länder teilen. Und darum darf die Bundesbank es nicht drauf ankommen lassen: Der Vorstand muss endlich auf einem sauberen Audit bestehen, dessen Ergebnisse in allen Details und akribisch belegt veröffentlichen. Und falls dies im Ausland nicht möglich ist, sofort alles repatriieren!
25.11.14 @ 21:34
Kommentar from: R.S. [Besucher]
Warum geht man eigentlich nicht hin und lässt sich das Gold von den USA einfach per Cash-Settlement in Dollar auszahlen und kauft sich das Gold dann sukzessive am freien Markt wie China, Russland und Indien? Das Ganze ist doch offensichtlich sowieso eine Farce.

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=> AW PB: Alter Vorschlag. Guter Vorschlag (außer für Goldhistoriker, die schon gerne abprüfen würden, ob unsere Barren seit den 1950ern und 1960ern unangetastet im Fed-Tresor gelagert hatten). Leider macht die BuBa auch das nicht. In offener Form wäre die Umsetzung auch unmöglich, weil schon beim leistesten Verdacht auf diese Aktion der Goldpreis angesichts von echten, physisch zu allokierenden Käufen von 2500 Tonnen (ehemaligem) Auslandsgold der BuBa durch die Decke ginge!
25.11.14 @ 21:46
Kommentar from: Peter [Besucher]
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Sehr geehrter Herr Boehringer,

wenn ich den Kommentar von Max Otte lese, dann schließe ich daraus, daß das "Rückholkonzept von 2013 (700 Tonnen in acht Jahren)" nun obsolet ist.

Die 5 t letztes Jahr aus den USA - das war ja wohl ein Witz!

Mir geht das Gefasel der Bundesbank mit ihren "hochangesehen" Notenbanken, wo ein hoher Anteil der deutschen Goldreserven liegt auf den Keks!

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=> AW PB: Max Otte schreibt viel, wenn der Tag lang ist. Deshalb hat er aber weder Insights zum deutschen Gold bei der Fed noch in Frankfurt. Er hat eine MEINUNG zum dt. Gold bei der Fed. Die teile ich sogar in wichtigen Punkten (Ja, es kam bislang viel zu wenig Gold aus NY und viel zu langsam. Und ja, die Verzögerungen bei der Fed sind nervig und stellen ein FAKTISCHES (!) Rückholverbot der BuBa dar). Aber aus Sicht unserer Initiative sind diese Punkte juristisch irrelevant, ja für weitere Heimholungsfortschritte sogar störend.

=> Fakt ist, dass unser Anspruch auf dieses Gold juristisch unbestreitbar und auch unbestritten ist! Auch unser Anspruch auf Herausgabe. Und dass es der BuBa-Vorstand darum "nur" einfordern müsste!

=> Alle Sprüche "ist weg", "ist obsolet", "ist Gefasel", "wird nie was" oder "war doch ein Witz" - sind doch genau umgekehrt "obsolet" bzw. fatalistisch-destruktiv! Ich kann dieses Geblubber nicht mehr hören, nachdem ich es seit 3 Jahren täglich mindestens 2x in der Inbox habe. Mit solcher feigen Einstellung hätten der Steuerzahlerbund und meine DEG die "Goldheim"-Initiative nie gestartet - und wir alle wären dann noch heute auf dem Wissens- und Heimholungsstand von 2011. Also bei NULL! Weltweit.


=> Warum nur äußern sich Tausende von (bzgl. Fed-Tresoren und bzgl. offizieller Rechtslage) ahnungslosen aber meinungsstarken Menschen im Internet so elend destruktiv zu diesem Thema? Wer der Meinung ist, das wird eh nie was, soll sich doch einfach in seiner Überlegenheit und Selbstzufriedenheit suhlen. Und uns hier in Ruhe lassen! Solange uns oder der BuBa niemand aus den USA offiziell sagt "Euer Gold ist weg" und/oder "Wir geben es nicht zurück" oder "Geheimvertrag xy von 1967 steht der Heimholung entgegen" oder "Das SHAEF-Edikt 0815 steht im Weg" oder "Die UN-Feindstaatenklausel 666 steht im Weg" - solange bestehen wir-das-Volk auf unserem unbestrittenen Heimholungsecht! Und falls die 1500 bzw 2500 Tonnen weg sein sollten, dann muss die BuBa darauf bestehen, dass die Fed sie im Markt zurückkauft. Ist machbar - unter einer Weltjahresproduktion.

Over and out - bitte kommentieren Sie nächstens woanders, wenn Sie mal wieder Fatalismus ausleben wollen. Und lesen sie dort Otte oder andere Gold-Experten. Die wahre Expertise zum Thema gibt es hier.
25.11.14 @ 22:12
Kommentar from: Bedenkenträger [Besucher]
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Zu @ R.S. und Herrn PBs Antwort:
Die Umsetzung der Idee des Cash-Settlement hieße aber doch, dass die BuBa Sachgüter (Gold) gegen eine Forderung in "Geld" wandeln würde. Wäre das der BuBa überhaupt erlaubt (einmal unterstellt man hielte sich dort immer und ausnahmslos an alle Vorschriften) ?

Sie hätte dann zunächst nur einer Forderung (Anspruch auf Dollar-Cash bzw. Überweisung) aber kein Eigentum an dem Gold mehr. Würde der Zahlungsanspruch -die Geldschöpfung aus dem Nichts macht es unschwer möglich- mittels Überweisung erfüllt, trüge sie das Risiko, damit die Menge Gold zu beschaffen, welche ursprünglich der transatlantische Freund schlicht hätte aushändigen müssen.

*********
=> AW PB: Gute Anmerkungen und Fragen. Letztlich aber akademisch. Erstens wird der BuBa-Vorstand es nicht so machen. Zweitens halten sich ZBs bei Gold beileibe nicht immer "an alle Vorschriften" (bei EUR-Rettungen per superheimlichem ESM übrigens auch nicht). Und drittens KÖNNTE die BuBa ja jederzeit und alles und zeitnah physisch repatriieren - und das ist auch unser bevorzugter Weg, da man sich dann nicht durch phys. Einkauf die Goldpreise (nach oben) "kaputtmachte" (und am Ende nach VK und EK weniger als 3400 Tonnen hielte), sondern einfach unser ureigenes Material, das unkompromittiert und unverliehen einfach nur bei der Fed liegen MUSS (!), zurückerhielte. Wenn es bei der Repatriierung Schwierigkeiten gäbe, wäre zunächst die Fed in der Wiederbeschaffungspflicht.
25.11.14 @ 22:40
Kommentar from: Goldhamster [Besucher]
Tja, das ist wie beim Pokern. Die einen GLAUBEN die Fed blufft, die anderen WOLLEN GLAUBEN, dass sie das Blatt, das sie vorgibt zu haben auch tatsächlich hält. Und die Goldheimholinitiative will einfach nur sehen. Blöd nur, dass so einiges im Pott drin ist, dass also bei einem Bluff sehr viele mächtige Player sehr viel verlieren. Also spielen viele das Spiel einfach weiter. So lange gibt es auch keine Verlierer oder Gewinner...
25.11.14 @ 23:31
Kommentar from: Reinhard [Besucher]
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Erst einmal ist verhaltener Jubel angesagt: wie Sie richtig bemerkten - es tut sich was, und zwar von anderer Seite her, erst Holland, jetzt französische Opposition.
Das sind unübersehbare Signale, und die Lawine ist dafür wirklich das treffende Symbol.
Wenn jetzt in der Schweiz auch noch die Meinung aufgrund anderer Erosionen umspränge, und sei's nur in einer prozentual hohen Befürwortung, dann ist der Abrutsch nicht mehr aufzuhalten.
Das könnte allerdings auch Verwerfungen in der Finanzwelt geben.
Jedenfalls ist den unermüdlichen, unbeirrbaren Forderern Dank auszusprechen.
26.11.14 @ 00:28
Kommentar from: Peter [Besucher]
Sehr geehrter Herr Boehringer,

vielleicht habe ich mich mißverständlich ausgedrückt, ich bitte Sie um Entschuldigung.

Ich verfolge die Goldheimholungsinitiative schon seit einiger Zeit mit großem Interesse.

1) So wie ich Herrn Otte verstanden habe, kritisiert er ja das Verhalten der Bundesbank allgemein, hier im Speziellen die Aussagen von Herrn Barthle - mit seiner Aussage. Seine Kritik hat er als rhetorische Frage gestellt: "Keinen Grund, Amerika zu misstrauen? Irak? Lybien? Ukraine? NSA? Amerika ist eine Großmacht und handelt wie eine, ganz im Sinne des ersten modernen Geschichtsschreibers Thukydides, der den Peloponnesischen Krieg und das Verhalten der Athener mit einfachen klaren Worten beschrieb: „Die Starken machen, was sie wollen und die Schwachen erleiden, was sie müssen.“'

2)Ich kritisiere die Bundesbank die sich windet wie ein Aal.

3) Das mit den 5 t hat, soweit ich mich erinnere, Dimitri Speck zum ersten mal erwähnt. Es standen nämlich immer 37 t im Raum. Er hat nachgewiesen, dass 32 t tatsächlich aus Paris kamen und nur 5 t aus den USA - das meinte ich mit Witz - ich hätte auch Unverschämtheit schreiben können, zumal man hier wieder nicht mit offenen Karten gespielt hat. Wenn ich mich recht entsinne sollten es ja erst mal 50 t für 2013 erreicht sein.

Nichts für ungut, Herr Boehringer, bleiben Sie am Ball ;-)

******
=> Ergänzung PB: Danke für Klarstellungen, Peter. Ich teile das - und wollte auch umgekehrt nicht SIE persönlich angreifen. Und nicht einmal Otte mit seinen wahrscheinlich stimmigen (aber eben nicht alle belegbaren) Thesen zum Status des dt .Goldes bei der Fed. Den oben beschriebenen etwas destruktiven Fatalismus erlebe ich täglich in x Zuschriften. Und speziell auch US-Schreiber lieben es, einfach mal in den Raum zu stellen "Es ist längst weg!" oder "Die Fed wird es nie hergeben.". Zerohedge ist besonders "gut" in diesem Fatalismus. Und das ist eben für unsere Arbeit störend, da wir so nolens volens / implizit den eigentlich UNBESTREITBAREN Anspruch auf 1500 Tonnen aus NY bzw 2500 Tonnen Auslandsgold insgesamt einfach aufgeben würden! Und dazu bin ich eben nicht bereit. Erst in dem Moment, in dem Fed oder gar BuBa und das offiziell sagen "Die Fed rückt es wegen SHAEF oder ... nicht heraus" - DANN hätten wir eine andere Situation. Haben wir aber nicht. Darum meine Rage - wie gesagt nicht gegen SIE gerichtet, sorry.

Zu 3) noch: Dimitri Speck hat Anfang 2014 zurecht nachgewiesen, dass die Fed 2013 nur 5 Tonnen Material herausgegeben hat, das dann (wie die BuBa in der Folge bestätigt hat) voll nach D gegangen ist. Die Verwirrung kommt daher, dass die BuBa (angeblich) 2013 auch noch 32 Tonnen aus Paris heimholte. Die 37 Tonnen sind also schlicht die offizielle Tonnage per 2013. Neuere Zahlen gibt es noch nicht - auch wenn die US-Schreiber immer mal wieder was blubbern. Warten wir einfach ab - die Buba wird ja zum Jahresende berichten. M.E. wäre alles unter 100 Tonnen ein Armutszeugnis. Rein formal ist allerdings die BuBa von ihrem konkreten Rückholungsplan (genau 50 Tonnen pro Jahr) von 2012 schon Anfang 2013 wieder abgerückt (was ich damals vehement kritisierte). Wir haben nun nur noch ein sehr VAGES und LANGLAUFENDES "Rückholkonzept" von 700 Tonnen bis Ende 2020. Viel zu wenig, viel zu lang - aber das ist das einzig Offizielle, was die BuBa derzeit gnädig zugesteht. Wir bräuchten wohl auch in D einen Oppositionsführer à la Le Pen, die übrigens in F Regierungschefin würde, wären heute dort Wahlen!
26.11.14 @ 01:25
Kommentar from: cr [Besucher]
In der Tat schreibt Prof. Otte gelegentlich nicht fundierte Dinge, wie etwa: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Referendum Erfolg hat. Aber wenn es Erfolg hätte, bin ich mir ziemlich sicher, dass auch die Schweiz ihr Gold nicht zurückbekommt."

Denn die Schweiz hat kein Gold in den USA.

Dennoch wäre es ganz interessant zu erfahren, wieviel Gold die Bundesbank heuer schon aus den USA geholt hat? Denn außer Ausreden wie Transportprobleme und Probleme bei Raffineriekapazitäten zum Umschmelzen der Barren hört man wenig. Allein Schweizer Raffinerien haben im Oktober bis zu 200 t Gold umgeschmolzen und nach China, Indien etc. exportiert. Und die Bundesbank bringt es nicht fertig, ein paar Dutzend Tonnen zu transportieren und umschmelzen zu lassen?!

Insofern kann man sich schon fragen, ob Prof. Otte nicht recht damit hat, dass die ganze Goldheimholungsaktion abgesagt ist...

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=> AW PB: Zur Schweiz: Sie haben völlig recht: Das CH-Gold (soweit nicht in CH) lagert in UK und Kanada. Bei der Fed ist seit fast 15 Jahren nichts mehr, das hat Otte im Artikel inkorrekt suggeriert. Die Schweizer waren damals immerhin clever genug, ihr Gold, das sie damals auf internationalen Druck hin verkaufen mussten (über 1000-1500 Tonnen) in NY ausbuchen zu lassen, von wo sie es vermutlich eh niemals physisch zurückbekommen hätten. Die Ausbuchung war zwar schmerzhaft - aber letztlich eher theoretisch, da das Material eh physisch kaum je in die Schweiz verschafft worden wäre...

=> Zur Heimholung siehe oben Antwort an "Peter": Offiziell sind derzeit weiterhin nur 37 Tonnen in 2013 nach D gekommen - davon 5 Tonnen von der Fed. Belegt wurde von der BuBa nicht einmal das - was ich in x Artikeln ja schon oft kritisiert hatte. Die BuBa gibt keinerlei Infos heraus. Auch von den Goldtransporteuren gibt es keinerlei Gerüchte zu Transporten und Umschmelzungen in 2013 oder 2014. In Holland war das heute anders: die 122 nun repatriierten Tonnen waren schon Wochen zuvor aus Industriekreisen gerüchteweise durchgesickert. Egon v. Greyertz und Koos Jansen hatten das schon Wochen vor der offiziellen Meldung vermeldet. Bei der BuBa gibt es nicht einmal Transport-GERÜCHTE... Wir fordern darum Prozessbelege, Namen, haftende Unterschriften zu diesen Transporten, Barrenlisten alt und neu, Foto- und Videobelege der Transporte. Es wäre für die BuBa SOOO einfach, uns Verschwörungstheoretiker zu widerlegen - um endlich diese elende Debatte wegzubekommen....

=> Zu Otte insgesamt: auch er differenziert (wie auch viele US-Schreiber) leider nicht zwischen einerseits unserer Bürgerinitiative bzw. Uns-dem-deutschen-Volk (die das Thema natürlich NICHT abhaken und aufgeben) - und andererseits der BuBa und den Merkels/Barthles der Welt, die es liebend gerne sofort wegbekämen - aber wegen des öffentlichen Drucks für BEWEISE der unkompromittierten Gold-Existenz einfach nicht wegbekommen können. Die BuBa scheint leider im Gegensatz zur holländischen Zentralbank keine Verantwortlichkeit ggü. Uns-dem-Volk zu verspüren, sondern wie einst Schacht ggü. Benjamin Strong nur Loyalität ggü. der Fed. Sie kultiviert darum eine Kultur des "Nicht-wissen-Wollens" zum deutschen Auslandsgold!
26.11.14 @ 03:07
Kommentar from: Harald Neumann [Besucher]
Zum Thema Fatalismus: Steter Tropfen höhlt den Stein.

Als die „Holt unser Gold heim“-Initiative damals startete, war ich auch - zunächst! - sehr skeptisch. Aber gerade diese Haltung (die Dinge für unveränderbar zu halten und quasi von vornherein aufzugeben anstatt zu handeln), die von der breiten Bevölkerung eingenommen wird, ist ja letztlich der Nährboden, auf dem das durch die Politik begangene Unrecht gedeiht.

Und in den vergangenen Jahren habe wir doch immer wieder gesehen, wie schwach unsere Politiker in Wirklichkeit sind. Schon bei ungewöhnlich mäßigem Druck knicken sie ein. Also ist sicherlich doch gar nicht soviel Druck seitens PB und Co. erforderlich, wie man zunächst meinen möchte. Die bisher erreichten Erfolge sprechen für sich, und es gilt jetzt, am Ball zu bleiben. Der Druck im Kessel steigt, und man darf nun nicht mit dem Nachheizen aufhören. Ich bin mittlerweile nicht nur der Meinung, dass die Natur - in diesem Fall schon aus rein mathematischen Gründen - letztlich obsiegen wird, sondern dass die Heimholungsinitiative einen wertvollen Beitrag für die Beschleunigung der Abläufe darstellt. Es ist alles andere als Skepsis angebracht, sondern stattdessen ein gesunder Optimismus.

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=> Ergänzung PB: Ein extrem gehebeltes fractional banking Falschgeldsystem ist per Definition extrem instabil. Will nur ein winziger (fraktionaler) Teil der Sparer "sehen", kann das längst mehrfach weitergegebene / veruntreute Spargeld nicht geliefert werden. Papier gedruckt werden kann natürlich. Aber wehe - einige Sparer wollen ECHTES Geld (Gold) sehen, das auch 43 Jahre nach 1971 implizit noch immer unsere Falschgeldsysteme "deckt", weil die Menschen fäschlicherweise noch immer von einer Voll- oder gar Golddeckung des Geldes ausgehen. Diese Illusion nähert sich nun ihrem Ende. 43 Jahre reines fiat money oder auch 100 Jahre fractional banking mit Falschgeld-emittierenden Zentralbanken sind NICHTS verglichen mit 2000+ Jahren an (Gold)Geld-Geschichte. Viel "Druck" ist darum tatsächlich nicht erforderlich. Gold - und speziell das vermutlich teilweise veruntreute Staatsgold als implizite Währungsdeckung - ist die winzige, aber baustatisch kritische Basis im ganzen Papiergeld-Lügenbau darüber.
26.11.14 @ 09:40
Kommentar from: Nikolaus [Besucher] E-Mail
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Ich nehme an: unser Gold in den USA ist veruntreut. Was passiert, wenn die BuBa glasklar eine sofortige Anlieferung des Goldes fordert und es offiziell wird, dass die US-Mächtigen Gangster sind, "dass der Kaiser nackt ist"? Unsere vermutlich erpressbaren Flaschen in Berlin werden das vermutlich auch noch schön reden, anstatt aus Nato und der "gut-freundschaftlichen" (unterwürfigen) Beziehung zur USA auszusteigen und sich dem Eurasischen Wirtschaftspakt (und am besten noch einer dort entstehenden 100%-Goldwährung) anzuschließen.
26.11.14 @ 10:27
Kommentar from: Peter Boehringer [Mitglied] E-Mail
Der Mainstream kann das Lügen nicht lassen. Man zieht eine Show für die ganz Dummen ab. Schon wieder (nach dem Spiegel Anfang Oktober) behauptet man faktenwidrig, die BuBa müsse nun 200 (!) superteure neue Stellen bei der Bundespolizei zur Bewachung von Gold in Frankfurt schaffen, das vielleicht physisch / in homöopathischen Dosen / bis 2020 nach Frankfurt kommen soll. Völlig absurd! Die FAZ topt diesen Blödsinn, zu dem ich schon im Oktober geschrieben hatte („Endlich Mobilmachung fürs Deutsche Gold: BIZ, Bundespolizei und GSG-9“) heute noch – und suggeriert völlig faktenfrei gar 400 neue Stellen für das (noch gar nicht) zurückgeholte Gold!

Wie im Artikel von Oktober schon geschrieben: Man muss sich wirklich fragen, ob es noch IRGENDEINE Art von Qualitäts- und Plausibilitätskontrolle im Mainstream gibt?“. Aber vermutlich ist im fremdbestimmten Mainstream inzwischen nur noch das „plausibel“, was den größtmöglichen Schaden und die größtmögliche Verwirrung im deutschen Volk anrichtet!

In den Niederlanden, den USA, England, und nun eben auch in Frankreich wird dagegen die Heimholung und Lagerung von Gold auf eigenem Territorium als das Normalste der Welt angesehen. In der Grande Nation ist es gar eine Frage des nationalen Selbstverständnisses. Siehe hier aus dem gestrigen Brief von Marine Le Pen an die Banque de France:

„Tout comme vos héroïques prédécesseurs de la Banque de France en 1939 et 1940 avaient organisé l’évacuation de l’or français, vous vous devez d’entreprendre cette vaste opération de sécurisation du trésor national, acte patriotique qui sera reconnu le moment venu par l’opinion publique.“

Freie Übersetzung:
“Genau wie Ihre heroischen Vorgänger der BdF in 1939/40, die die Evakuation des französischen Goldes erfolgreich organisierten [die dt. Panzerspitzen standen damals schon vor Paris!] , müssen heute Sie [Herr Noyer] diese gewaltige / wichtige Aufgabe der Sicherung des Nationalschatzes bewältigen. Sie müssen patriotisch handeln – die Öffentlichkeit erkennt wiederum einen solchen Moment für patriotisches Handeln!”
26.11.14 @ 10:37
Kommentar from: Hermes1650 [Besucher]
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Guten Tag Herr Boehringer,

herzlichen Dank für excellenten Beitrag.

Wäre es langsam nicht an der Zeit mit juriistischen Maßnahmen gegen die Bundesbank sowie Bundesregierung vorzugehen?

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=> AW PB: Wir werden das inzwischen oft gefragt. Und wir wissen von juristischen Bemühungen Dritter - die aber ggü. einer "unabhängigen" BuBa schwierig sind, denn die BuBa interpretiert "unabhängig" allzu oft als "unabhängig von jeder öffentlichen Prüfung". Und wehrt etwa Anfragen nach dem "Freedom of Information Act" gerne als unzulässig oder "sicherheitsrelevant" ab. Und kommt leider damit bislang durch, denn der FOIA bzw. das Informationsfreiheitsgesetz hat leider zu viele Schlupflöcher und zu wenige Richter, die seine Anwendung in der vom Gesetzgeber intendierten Form gegen Ämter wirklich durchsetzen.

=> Gerne dürfen Sie es auch versuchen zu klagen. Oder eben sich berufen fühlende Dritte. Bitte bei ernsthaften (!) Versuchen unbedingt eine Info an uns, danke. Ansatzpunkte für Klagen gäbe es inzwischen genug. Vom HGB angefangen (Inventurvorschriften) bis hin zu Pflichten des ordentlichen Kaufmanns und ordentlicher Bilanzierung bis hin zum StGB (Veruntreuung). Doch vorläufig hilft es nichts: Eile ist geboten: die BuBa muss angesichts der weltweiten Bewegung hin zu physisch vollständig allokiertem Gold auf eigenem Boden ihren aktuellen "Teil-Heimholungsplan" und das zugehörige "Lagerstellenkonzept" dringend ambitionierter gestalten! Eine nachträgliche Feststellung untreuen Verhaltens der BuBa-Vorstände würde den Deutschen ihr dann ggf unwiederbringliches Gold auch nicht wieder bringen!

=> Hjalmar Schacht konnte ja 1923 das Gold der Weimarer Republik in NY bei der Fed bekanntlich nicht gezeigt werden. Er ließ es dann (gemäß seinen eigenen Memoiren von 1953) auf sich beruhen. Und WOLLTE nichts weiter von der Fed wissen. Bis heute ist nichts bekannt davon, dass die Deutschen dieses Gold je wiederbekommen hätten. Reichsgold ist nun zwar nicht unser Thema. Aber die Anekdote zeigt doch, wohin zu passives und devotes "Nicht-Wissen-Wollen" führt! Andere Länder sind beim Staatsgold erheblich proaktiver: sie wollen von der Fed nicht nur WISSEN, sondern HABEN !
26.11.14 @ 13:57
Kommentar from: Oblomow [Besucher]
Zu @ Peter und PB

Habe ich das richtig verstanden, dass noch nicht einmal sicher ist, dass 32 Tonnen aus Frankreich überhaupt geliefert wurden ? (Sie, sehr geehrter Herr Boehringer, setzten "angeblich" in der Klammer hinzu.)

Kolportiert wurde auch , jene 32 Tonnen stammten aus Mali. War da etwas dran?

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=> AW PB: Die 32 Tonnen aus Paris sind die offizielle Angabe der BuBa von Dez 2013. Leider gab es wie leider immer in solchen Fällen und bis heute keinen einzigen BELEG für diese Info: weder Barrenlisten, noch Fotos, noch Videos, noch Transportangaben, noch physische Auditinfos unabhängiger und nicht-anonymer externer Prüfer des BuBa-Inventars durch namentlich bekannte und haftende Wirtschaftsprüfer in deutschen Tresoren über diese Tonnagen per Ende 2013. Und darum muss leider auch dieser "Transport" als unbelegt gelten. Das heißt nicht, dass wir ihn bestreiten. Es gibt nur interessanterweise (und wie eigentlich bislang IMMER) nur Presse-Verlautbarungen - aber keine (rel einfach zu erbringenden) Belege.

=> Mali ist eine reine Kolportage. Nicht ernst nehmen. Wenn 32 Tonnen aus Paris nicht lieferbar gewesen wären, hätte die BdF sie im Markt kaufen können - anstatt Mali-Gold zu nehmen.
26.11.14 @ 21:44
Kommentar from: Peter Stender [Besucher]
Hallo Herr Boehringer, immerhin: das sind doch gute Nachrichten. Dazu hätte ich doch einmal eine Frage. Um welches franz. Gold handelt es ich denn hierbei? De Gaulle (großartiger Politiker) hat doch meines Wissens nur das Gold aus den damaligen frz. Exportüberschüssen Ende der 60-ziger Jahre zurück nach Frankreich transportieren lassen. Und das war doch wohl das Gold nach Bretton Woods, also nach 1945, oder?

Das Gold von dem hier die Rede ist, betrifft doch somit die Zeit danach, oder? Was ist mit dem Gold, das die Franzosen bei Kriegsbeginn WK II in die USA transportieren ließen? Meint Le Pen das auch bzw. wo ist denn dieses Gold abgeblieben?

Beste Grüße und weiterhin viel Erfolg

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=> AW PB: Nun, erwarten Sie bitte von uns keine Insiderkenntnisse zum französischen Gold - noch dazu von vor 1945 - diese Zeit lassen wir ruhen. Aber gehen Sie davon aus, dass das Gold, das vor 45 Jahren von De Gaulle mit Kriegsschiffen aus NY abgeholt wurde, nicht nur das neue "Bretton-Woods"-Gold Frankreich der 1960er Jahre, sondern auch das 1940 (über Umwege / Marokko) in die USA verbrachte Gold beinhaltete. Ich kann Ihnen das aber nicht sicher belegen - bitte Historiker fragen.
=> Geschichtlich belegt ist in jedem Fall, dass das französische Staats-Gold (sowie das damals in Frankreich gelagerte belgische) Ende 1939 / Anfang 1940 in Nacht-und Nebelaktionen an die Bretagne-Küste verschafft wurde, dann nach Casablanca verschifft wurde, wo es am 10.06.1940 der US-Kreuzer USS Vincennes aufnahm (die USA waren zu diesem Zeitpunkt formal übrigens neutral...) - und dann diese 200 Tonnen "hilfsbereit" in die USA brachte... Danach (im Fed-Keller) werden die Spuren unscharf. Aber man darf wohl davon ausgehen, dass auch dieses Gold dann knapp 30 Jahre später durch De Gaulle repatriiert wurde, falls die USA es nicht zur Tilgung irgendwelcher französischer Kriegsschulden der USA (die es ja sehr voluminös gab) einbehalten haben.
26.11.14 @ 22:35
Kommentar from: Marcus [Besucher]
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Sehr geehrter Herr Boehringer,

endlich kommt Bewegung in die Sache, die ich gerne aus spieltheoretischer Sicht beleuchten möchte. Die Zentralbanken sitzen augenscheinlich bei dem teilgoldgedeckten fraktionellen Goldsystem in einem sogenannten Gefangenendilemma. Sie sind wegen dem öffentlichen Druck gezwungen zu handeln (sprich: Gold physisch zurückzuholen), da den Letzten die Hunde beißen - vorausgesetzt, es gibt nicht genügend Gold, um alle Rückholaktionen zu bedienen.

Es gibt lediglich einen Weg, das Gefangenendilemma zentralbankseitig zu hemmen, indem Absprachen und Sanktionen vereinbart werden. Die holländische ZB hat nun dieses Zentralbanken-Stillhalteabkommen gebrochen. Sollte diese Aktion dazu gedient haben, der Welt zu zeigen, dass genügend Gold vorhanden ist, so haben sich die Verantwortlichen einen Bärendienst erwiesen [PB: volle Zustimmung, sehe ich ebenso]. Oder die holländische ZB ist dem Dilemma erlegen.

So oder so: es wäre aus Sicht der BuBa und der anderen ZB nunmehr unsinnig, sich an weitere, wie auch immer geartete Absprachen mit der FED zu halten. Ansonsten droht ihr für den Fall, dass das Gold am Ende nicht beibringbar ist, der politische Super-Rechtfertigungs-Gau, warum wir als erste angefangen haben, aber als Letzte auf unser Gold warten. Frankreichs Politik lauert ja auch schon.

Es geht nicht darum, dass die FED zur Not das Gold am Markt zurückkaufen könnte, um unsere Forderungen zu bedienen. Vielmehr geht es aus Sicht der BuBa oder Geheiß der FED darum, dass das fraktionelle Gold-System nicht publik wird und der wahre Wert und die Wertschätzung des Goldes im Mainstream (wieder) zu Tage tritt. Diese Wunschvorstellung hat nun ein Verfallsdatum bekommen!


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=> PB: Exzellenter Kommentar, dem nichts hinzuzufügen ist!
26.11.14 @ 22:51
Kommentar from: Peter Boehringer [Mitglied] E-Mail
Hinweis zur offenen Frage aus dem Artikel, warum Frankreich eigentlich überhaupt Gold im Ausland haben sollte. Inzwischen nach einiger Recherche folgende Infos: Der bereits im Blog zitierte französische Notenbanker Alexandre Gautier sagte wörtlich auf der LMBA-Gold Conference 2013: "Today, we do not have the same location issue as the Bundesbank, because all our gold is located in Paris." Siehe LBMA-Link hier, Seite 3 ganz unten.

=> Also kein französisches Gold im Ausland - was auch unser Infostand seit 40 Jahren war.

Dummerweise gibt es aber auch ein PowerPoint-Slide der Präsentation desselben Herrn Gautier von derselben Konferenz (...), wo wir dann interessanterweise dies hier finden (S. 24):
"BdF holds 91% [of its gold] in Paris and 9% abroad" (!)

=> So sind sie die Notenbanker. Transparenz, Klarheit, Konsistenz ist nicht ihr Ding. Die 9% Differenz hier wären immerhin etwa 220 Tonnen - also keine Peanuts. Gerüchteweise hat Frankreich diese 9% im Zuge früherer Swaps oder Entleihungen nun im Ausland (verm. London, nicht bestätigt). Charle de Gaulle vibriert im Grab.

=> Marine Le Pen hatte also recht! Chapeau Mme Le Pen - auch für Ihre starken Worte!
27.11.14 @ 15:54

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