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Schweiz: Eliten setzen beim Goldreferendum ihren Willen durch

von Peter Boehringer E-Mail 01.12.14 11:20:55

Schweiz: Eliten setzen beim Goldreferendum ihren Willen durch
Die herbeigezwungene Niederlage macht Gold als gutes Ersatzgeld mittelfristig noch attraktiver

Wertstabiles Geld hat in (oberflächlich betrachtet) „normalen“ Zeiten leider keine institutionelle Lobby. Auch in der Schweiz leben Funktionäre aller Institutionen letztlich vom uferlos druckbaren ungedeckten Papiergeld. Und so stellten sich fast alle abhängigen Massenmedien und alle Parteien inklusive sogar der SVP gegen die Forderungen der Goldinitiative – und setzten sich beim gestrigen Referendum mit ihrem „Nein“ auch durch.

Eine kluge Minorität der Schweizer legte zwar auch gegen den expliziten, geradezu drohenden Rat dieser Institutionen durchaus Wert auf einen starken Franken mit einer zumindest potenziellen Teildeckung durch Gold. Zu lagern im eigenen Land: Wie bedeutend und akzeptiert diese Forderungen weltweit sind, belegt nicht zuletzt die erstaunlich schnelle Teil-Heimholung des niederländischen Goldes durch die Nationalbank vorige Woche, nachdem in Holland ebenso wie etwa in Deutschland die Zweifel an einer unkompromittierten Lagerung des Staatsgolds im Ausland zu groß geworden waren.

Trotzdem haben sich die Initiatoren am Ende nicht durchgesetzt. Eine wichtige Rolle spielte dabei, dass sich die sonst so zurückhaltende Schweizer Nationalbank an der medialen Schlammschlacht gegen die Initiative beteiligte. Nach einer Untersuchung de FÖG / Uni Zürich war die riesige Mehrzahl der Berichte zur Goldinitiative zum Teil extrem abwertend konnotiert! Es ging um viel für die globale Papiergeld-Elite. Und es ging nochmals „gut“. Ein qua Bürgerwille dauerhaft faktisch goldgedeckter Franken hätte die (am Ende ganz sicher vergeblichen) international abgestimmten planwirtschaftlichen „Rettungsaktionen“ per Gelddruck früher beendet als es die Bank-Eliten zulassen wollten.

Der Arm der Bankenlobby reicht weit: Sie setzte ihre ganze Publikationsmacht ein, um gegen die Schweizer Initiative mobil zu machen. So hatte etwa die Deutsche Bank ein als „Analyse“ getarntes „Empfehlungsstück“ verfasst, in der der SNB für den Fall eines verlorenen Referendums ernsthaft diverse moralisch oder gar juristisch bedenklichen Methoden vorgeschlagen wurden, wie im Falle eines „Ja“ physische Goldkäufe vermieden werden könnten bzw. wie sich die absurd-planwirtschaftliche Untergrenze des EUR-CHF-Wechselkurses selbst bei einem künftig wieder mit Gold „teilgedeckten“ Franken weiter würde verteidigen lassen.

Die Papiergeld-treuen Massenmedien schafften es, das -zwar taktisch unkluge aber angesichts der unrühmlichen Goldverkaufs-Historie der SNB verständliche- angebliche „Verkaufsverbot“ im Initiativtext zu einer großen Bedrohung der Handlungsfähigkeit der SNB bei der angeblichen Stützung der Schweizer Industrie durch einen schwachen Franken aufzubauschen. Diese taktische Schwäche im Initiativtext hat leider viele Prozentpunkte gekostet.

Für das Linsengericht der vermeintlichen Stützung der Schweizer Export- und Tourismusindustrie haben also die Schweizer mittelfristig ihren Franken aufs Spiel gesetzt. Die Gold-Initiative wollte präventiv das Problem der Entwertung der Kaufkraft des Schweizer Franken verhindern. Dieses Problem war aber offenbar für viele Menschen noch nicht erkennbar genug; und das dürfte es den Initiatoren erschwert haben, eine Mehrheit zu bekommen. Ein ähnliches Problem hatten wir übrigens auch damals 2011/12 bei der Mobilisierung des Volkes gegen den ESM: Das Thema war zu abstrakt, die Folgen scheinbar noch zu weit weg... Leider gelingt es den munter weiter aufschuldenden Staaten seit Jahren und vielleicht noch bis zum Tag x-1, die sich auftürmenden Gefahren für Währungen durch Schuldenberge und billionenschwere ungedeckte „Garantiekonstruktionen“ bei gleichzeitigem Goldverkauf vor den Bürgern zu verschleiern. Ohne diese massenmedial gedeckte Verschleierung wäre das Kreditgeldsystem schon seit vielen Jahren am Ende. Wie schon Henry Ford vor 90 Jahren sagte: „Wenn die Menschen wüssten, wie unser Geldsystem funktioniert, dann hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh". Noch wissen sie es aber nicht – oder wollen es zum Teil auch nicht wissen. In der Matrix lebt man offenbar schöner - und nur ehrlich berichtende Medien könn(t)en die kurzfristig denkenden Bürger aufrütteln und aus der Matrix des Konsumrauschs im Jetzt und Hier rausholen.

Eine solchermaßen offenbarte hohe Zeitpräferenz (Befriedigung durch Konsum in der Gegenwart wird erheblich höher bewertet als Befriedigung erst in der Zukunft) ist übrigens gemäß Österreichischer Schule bereits eine Folge viel zu niedriger Zinsen: Wer auf Kredit fast ohne Kosten heute schon alles bekommen kann, der wartet eben nicht, bis er das Kapital durch vorhergehende Arbeitsleistung angespart hat. Die üblichen Verweise auf die „kollektiv korrupten“ und dummen Bürger greifen also zu kurz: Diese „Dummheit“ ist nicht alleine die Schuld der egoistisch-kurzfristig denkenden Massen, sondern bereits eine Folge des künstlich viel zu niedrigen Preises für Kapital. Wie schon oft aufgezeigt, leben wir inzwischen in der End-Phase eines fast 45-jährigen Aufschuldungszyklus reinen fiat moneys, in dem die Verwerfungen von der Zinsfront her auf die ganze Gesellschaft und sogar auf die Psychologie der Massen übergreifen. Die normalerweise geringe Zeit- bzw. Gegenwartspräferenz der Menschen hängt (nicht nur aber) stark vom Zins ab. Wenn der nicht natürlich (frei) vom Markt gefunden werden kann, weil er von Zentralbanken planwirtschaftlich-künstlich gedrückt wird, dann verhalten die Menschen sich innerhalb dieses falsch vorgegebenen Rahmens (!) völlig rational - ihre Zeitpräferenz bzw. ihr Bedürfnis nach sofortigem Konsum in der Gegenwart steigt dramatisch! Mit allen Verarmungs-Folgen für eine dann kaum noch langfristig investierende und planende Gesellschaft, die in diesem uralten griechischen Sprichwort wunderbar zum Ausdruck kommen:

„Gesellschaften werden groß, wohlhabend und bedeutend, wenn alte Männer Bäume pflanzen, obwohl sie genau wissen, dass sie niemals mehr in deren Schatten werden sitzen können.“

Oder eben die Folgen der Ignorierung dieser Weisheit in Baaders Worten: „Wir werden nachhungern müssen, was wir vorausgefressen haben!“

Nach gewonnener Schlammschlacht kann die SNB nun zunächst so weitermachen wie bisher: Nicht nur wird sie weiterhin viel zu wenig Gold im eigenen Land halten; sie wird auch weiterhin in unbegrenzter Höhe Franken drucken können, um „koste es was es wolle“ die o.g. Untergrenze von EUR/CHF mit aller Macht zu verteidigen. Noch am Sonntag des Referendums (!) hat die SNB ihren Willen dazu noch einmal bekräftigt. Seit 2011 mussten alleine für diesen absurden Kampf über 450 Mrd CHF aufgewandt werden!

Die vom „Nein“-Lager so vehement beschworene „Handlungsfähigkeit“ der SNB ist durch diesen langfristig nur um den Preis enormer Inflation zu gewinnenden Kampf viel gefährdeter, als es eine 20%ige Golddeckung des Frankens je geschafft hätte! Der Franken ist ab sofort nur noch ein Derivat des Euro; die SNB muss jeden noch so extremen Schritt der EZB zur Schwächung der Währung sofort nachvollziehen. Die Schweiz hat also schon zunächst 2011 - und nun endgültig ihre Souveränität in Währungsfragen verloren.*) Für Anleger fällt mit dem Franken eine wichtige und bislang sichere Alternative für ihr Geld dauerhaft weg!

Die Institutionen der Schweiz haben am vergangenen Sonntag die Schweizer Bürger nicht nur zu einer Aufgabe der Schweizer Währungssouveränität genötigt. Nein – sie haben indirekt Gold als einen der nun allerletzten sicheren Häfen sogar noch attraktiver gemacht. Gold wird also auch unabhängig vom Referendum tun, was ein totes Metall eben tun muss: ruhig weiter seine Bahn ziehen – die aber bald wieder nach oben führen wird, je mehr Papiergeld nun gedruckt werden wird (vielleicht liegen die Jahrestiefs bereits hinter uns). Egal ob Franken, Euro, Dollar oder Yen. Als globale und stabile Anlagealternative ohne Ausfall-Risiko bleiben nur noch Sachwerte oder Edelmetalle.

*) Eben (11.15 Uhr) kam dazu passend noch diese Meldung von Bloomberg rein (noch kein Link): Nun [nach dem Referendum] konzentriert sich die Arbeit [Sic: „Arbeit“ - also mehr Franken drucken, Anm. PB] der eidgenössischen Währungshüter wieder verstärkt darauf, die Auswirkungen aus dem Stützungsprogramm der Europäischen Zentralbank einzudämmen. Die Franken-Deckelung wird nach Ansicht von Strategen weiterhin von Spekulationen bedroht, dass die EZB Vorbereitungen trifft, das Euro-Angebot durch Käufe von Staatsanleihen zu erhöhen, was auf den Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung drücken würde.“

=> „Verstärkter Wille“ der SNB also am heutigen Montag. Quod erat demonstradum. Aber ein paar Monate oder gar Jahre und eine weitere Verdopplung oder Verdreifachung der Franken- bzw. Devisenmenge auf der SNB-Bilanz sind durchaus noch möglich, bevor dann auch der Franken eine inflationäre und für die Menschen fatale Weichwährung ist. Wie sagte Leni Riefenstahl damals 1935/36 - als hätte sie den Krupp-stählernen SNB-Willen von 2014 vorausgeahnt: „Wir brauchen einen Triumph des Willens“. Wie solche von totalitären Zentralplanern und Sozialisten ausgerufenen [vorläufigen] Triumphe über den Markt und damit gegen die Menschen immer ausgehen, könnte man bei richtigem Studium der [Geld- und Macht-]Geschichte eigentlich wissen...

9 Kommentare

Kommentar from: Walter Roth [Besucher]
*****
Leider habe ich in den letzten Wochen immer wieder erlebt das die Schweizer der SNB ziemlich kritiklos glauben schenken.

Zwar ist hierzulande das wehklagen über UBS und Co. und die sogenannten Verbrecher im Finanzhandel weit verbreitet, aber die Menschen erkennen keine Verbindung von der SNB, die ja auch eine Bank ist, zur UBS die sie ja seit 2008 der wildesten Finanzmarktmanipulationen bezichtigen. Sie verstehen den Zusammenhang zwischen einer Golddeckung für den Franken durch die SNB und dem Fiat-Money einer UBS nicht.
Während die UBS zu den "Bösen" gehört, empfinden die meisten Bürger der Schweiz die SNB als etwas positives.

Der wenig belesene Bürger hat noch die guten alten Zeiten der Schweizerischen Nationalbank im Kopf, sprich deren Reputation wie sie vor der Affäre um den korrupten Hildebrandt vorhanden war.

Im Abstimmungskampf der SNB gegen die Goldinitiative zeigte sich aber eine geradezu haarsträubende Arroganz der SNB Herren. Diese, und eben auch der grosse Teil der leider finanzpolitisch sehr wenig gebildeten Schweizer, die wollen das Finanzmarkt-Karussell nicht stoppen. Der Schweizer hat sich für die volle Brieftasche im nächsten Monat entschieden, und dabei die langfristige Gesundheit unserer Finanzen aus den Augen verloren.

Ich habe viele Schweizer immer wieder daran erinnert, dass unsere Nationalbank in bereits in relativ ruhigen Zeiten der Eurokrise wie seit der Frankenbindung an den Euro, bereits die Frankenmenge um 450 Milliarden erhöht hat, um Euro und Dollar zu stützen; und dass sich diese Menge beim Ausbruch des finalen Eurocrashs sofort vervielfachen wird. Die SNB wird sogar noch im beginnenden Crash versuchen, den Euro zu stützen. Die Schweiz wird so bei einem Euro-Crash ... der ja kommen muss, mit in den Abgrund gezogen.

Schade, dass wir hier die Chance verpasst haben, den Schweizer Franken krisensicherer zu machen!
01.12.14 @ 11:55
Kommentar from: JMK [Besucher]
Das Volk der Schweiz hat wieder einmal bewiesen daß, wenn es ums Geld geht, viel mehr Verständnis hat als die österreicher Schulbuben um Mises.
Mit überwältigender Mehrheit hat das schweizer Volk Sachverständnis gezeigt, da ihnen die Folgen einer direkten Golddeckung des Franken niemand erklären muss.

J.M. Keynes ;)
01.12.14 @ 13:14
Kommentar from: Marc Bettinger [Besucher]
Dem kann man nicht viel hinzufügen. Es war ein sehr guter und fairer Kampf den die Initiatoren hier geliefert haben. Vor allem Lukas Reimann hat vollsten Einsatz gezeigt und mit klugen Argumenten für die Initiative geworben. Übrigens haben auch Sie, Herr Boehringer, mit Ihrer „Holt unser Gold Heim“-Petition (ohne Absicht aber massgeblich) zu der Schweizer Goldinitiative beigetragen. Die Berichterstattung darüber war auch hier recht gross und hat dazu geführt, dass es Lukas Reimann und seinen Mitstreitern gelang, die 100.000 benötigten Unterschriften zu sammeln, um die Initiative überhaupt zur Abstimmung zu bringen.

Der Gegenwind war allerdings hart aus allen Richtungen, selten wurde eine Initiative so einhellig von Massenmedien und Politik zerrissen. Der eigentliche Todesstoss für die Initiative war allerdings, dass ihre eigene Partei (Lukas Reimann, Luzi Stamm und Ueli Schlüer sind in der SVP) ihnen die Unterstützung versagte. Vermutlich handelte es sich hier um einen Kuhhandel: Die SVP unterstützt die Goldinitiative nicht, dafür erhält sie im Gegenzug bei den nächsten Wahlen 2015 wieder 2 Bundesratssitze (Anmerkung: Die Schweiz wird von sieben Bundesräten in Form eine Allparteienregierung regiert; die SVP hält aktuell nur einen Sitz, obwohl ihr als grösster Partei mindestens 2 Sitze zustehen würden). Wie so oft fand also die eigentliche Entscheidung hinter den Kulissen statt…

Insgesamt glaube ich trotzdem, dass die Initiative eher genützt als geschadet hat. Viele Bürger sind nun mit dieser Thematik konfrontiert worden und der eine oder andere wird daraus eine Konsequenzen ziehen, für die ganz „persönliche Goldinitiative“.

mit besten Grüssen aus Zürich
Marc Bettinger

******
=> Ergänzung PB: Danke Herr Bettinger, auch für Ihren eigenen Einsatz um Freiheit und gutes Geld (falls keine zufällige Namensgleichheit zum Autoren dieses Freiheitsappells vorliegen sollte).

=> Und ja: Zusätzlich zu den im Blog schon genannten fünf Gründen für die Niederlage der Initiative (spezielles Problem des EUR-CHF-Pegs; eine etwas zu ambitionierte Forderung (Verkaufsverbot von Gold); massive Parteinahme der SNB; massenmedialer Widerstand; sowie noch zu geringer "erkennbarer Leidensdruck" für die Schweizer Wahlberechtigten) nennen Sie nun noch einen sechsten, ebenfalls sehr interessanten: Es ist in der Tat bezeichnend, dass die SVP hier den eigenen Leuten die Unterstützung verweigert hat. Und sich (als VOLKS-Partei...) eine rein den Eliten dienende Position zu eigen gemacht hat. Ihre Vermutung "Kuhhandel" war auch durchaus gerüchteweise schon von anderer Seite zu hören - könnte also was dran sein. Also mal sehen, ob Sie 2015 mit Ihrer Prognose (zwei BR-Sitze für SVP) recht bekommen. Dieses relative "Upgrade" in der Regierung wird sie dann auch dringend brauchen, denn da die SVP seit dem Verrats-Putsch damals 2007/8 durch Widmer-Schlumpf gegen Blocher konsequent an der Basis vorbeiregiert und (übrigens genau analog zu den angeblichen "Volksparteien" CDU / CSU / SPD in Deutschland) Politik für eine kleine Elite macht, wird auch sie vermutlich 2015 abgestraft werden - in jedem Fall wird die Wahlbeteiligung weiter sinken. Von solch geheuchelter Pseudo-Demokratie wenden sich immer mehr Menschen ab - in D inzwischen über 50%!
01.12.14 @ 14:03
Kommentar from: Dirk [Besucher]
*****
Auf Seite 109 seines Buchs "Befreit die Welt von der US-Notenbank!" schreibt Ron Paul etwas, das sich auf die Situation in der Schweiz (und auch der Eurozone) übertragen lässt, man muss dazu in Gedanken nur Euro oder SF statt Dollar einsetzen:

"Wenn man darüber nachdenkt, wird deutlich: Einer Währung den Boden zu entziehen, ist Betrug. Denn dadurch wird jedem Dollar, der verdient oder gespart wird, etwas von seinem Wert geraubt. Die Leute werden bestohlen und ärmer gemacht. (...) Die Inflation [Anm. (in diesem Forum zwar eigentlich überflüssig...): Inflation = Geldmengenausweitung] ist die hinterhältigste und rückschrittlichste Form der Besteuerung. Sie bewirkt die Umverteilung von Vermögen von der Mittelschicht auf die privilegierten Reichen. Das wirtschaftliche Chaos, das aus einer Politik der Zentralbankinflation resultiert, führt zu politischer Instabilität und Gewalt. Es ist ein uraltes Werkzeug aller autoritären Herrscher."
01.12.14 @ 16:19
Kommentar from: LuckyFriday [Besucher]
*****
"Demokratie" heute ist Demagogie....eine bekannte Werbeagentur der Schweiz sagte schon vor Jahren:"Für n Millionen Franken gewinnen wir jede Volksabstimmung".

Ausserdem ist "Geld", "Geldpolitik", "SNB (Währungshüterin)", "Gold", "Fiatmoney" den allermeisten Schweizerinnen und Schweizern ein Buch mit 7x7 Siegeln. Also gewinnt Demagogie.

Gruss!
Lucky
01.12.14 @ 19:45
Kommentar from: Peter Boehringer [Mitglied] E-Mail
Ein geleaktes Memo von SNB-Präsident Jordan (englisch):

http://goldswitzerland.com/internal-memo-from-jomas-thordan-president-of-the-national-bank/

[ Achtung: Satire ;) - aber doch realistisch... ]
01.12.14 @ 21:27
Kommentar from: illuminati [Besucher]
70% der Schweizer halten Gold mehr oder weniger für unbedeutend. Ich finde das ist eine weise Entscheidung gewesen.

Je mehr von diesen Demokraten man in Zukunft über den Tisch ziehen kann - desto besser für alle - welche die Gegenposition bezogen haben.

Aus meiner Sicht - DANKE - lieber schweizer Wahlbürger, ohne dass ich mitwählen durfte, hast du meine Zukunft vergoldet.
02.12.14 @ 12:26
Kommentar from: Müller [Besucher]
Die Ablehnung der Goldinitiative finde ich zwar weniger schlimm, als a)die Art, wie die Abstimmungskampagne zu dieser Frage wie auch zur Ecopop Initiative von Seiten der Gegner geführt wurde und b)die Wechselkursuntergrenze von SFR 1.20 für den EUR: a)Die öffentlichrechtlichen wie auch die privatrechtlichen Medien in der Schweiz sind seit einigen Jahren praktisch gleichgeschaltet und betreiben zunehmend einen linken Kampagnenjournalismus im Dienste der SP Schweiz (was nicht ausschliesst, dass auch andere Parteien, aber nur wenn sie ausnahmsweise die selbe Meinung vertreten wie die SP, mit ins Boot geholt werden). Die SP Schweiz liegt weltanschaulich auf der Linie der Partei die Linken in Deutschland und hat, u.a., die Überwindung des Kapitalismus und die Einführung des Kommunismus im Parteiprogramm. Trotzdem haben andere Meinungen praktisch keine Chance, in den genannten Medien ernsthaft zu Wort zu kommen. Gerade in einer Demokratie wie der Schweiz, wo über alles abgestimmt wird, ist dies verheerend. Insofern war es eine riesige Ohrfeige für die Medien (und die Politik), dass am 9. Februar 2014 die SVP Initiative gegen die Masseneinwanderung aus der EU (über 80`000 EU Bürger pro Jahr), wenn auch denkbar knapp, angenommen wurde. Aus dieser Niederlage haben Politik und Medien gelernt und bezüglich der Abstimmungen vom 30. November eine unsachliche Angstkampagne betrieben. b) Auf den Punkt bringen Sie auch die Kritik an der Franken Untergrenze "für das Linsengericht" der Exportwirtschaft und des Tourismus. Der starke Franken hat der Wirtschaft in der Schweiz noch nie geschadet. Im Gegenteil ist sie durch Gesundschrumpfung und erzwungene Effizienzsteigerung bisher immer gestärkt aus Krisen hervorgegangen. Der Eingriff der SNB wird Folgen für die Geldwertstabilität des Franken und das Vertrauen (auch des ausländischen Anlegers) in diesen haben. Bereits wird auch hierzulande die Bevölkerung auf einen Negativzins vorbereitet und auf die "Vorteile" von Inflation eingeschworen, ohne zu sagen, dass diese die Entwertung der weltweiten von den Roten angehäuften öffentlichen Schuldenberge herbeiführen muss, auf dem Rücken der verpönten "Sparer" und damit im Sinne der Linken. Dass der Tourismus in der Schweiz zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber ausländischen Destinationen verliert hat im wesentlichen damit zu tun, dass auf Druck der Linken für die Beschäftigten im Gastgewerbe ein Mindestlohn von FR 3`700.00 für ungelernte und von weit über Fr. 4`000.00 für gelernte Beschäftigte gilt. Das ist fast das Dreifache der etwa in Deutschland bezahlten Löhne im Gastgewerbe.
02.12.14 @ 18:58
Kommentar from: Bert [Besucher]
*****
Jetzt kommt vielleicht noch die Vollgeld Initiative. Die löst zwar auch nicht alle Probleme, wäre aber ein wichtiger Schritt um vom Fiatgeld aus Bankerhand etwas Abstand zu gewinnen.

**********
=> Ergänzung PB: Ja, ein kleiner Schritt. Da mit der teilweisen Entmachtung der Privatbanker ist korrekt. Aber man lese dazu trotzdem diesen guten Artikel:

„Geldreform: das Übel an der Wurzel packen. Oder: der Irrweg des ‚Vollgeldes‘ “
http://www.misesde.org/?p=8961

Ein notwendiger Artikel von Prof. Polleit zum sog. „Vollgeld“. Dieses wird schon seit einer gut zehnjährigen Ewigkeit propagiert etwa durch Soziologie-Professor Huber; und in den einschlägigen Geldforen schon damals als „ungenügend / gefährlich“ erkannt. Ebenso die damit verwandten Geldsysteme „Monetative“ und nun auch noch das wiederum verwandte „Aktivgeld“ (Thomas Mayer).

Prof Polleit seziert nun in einem (da das staatliche Zwangsgeld namens „Vollgeld“ zunehmend Anhänger auch in der Mainstreampresse findet) leider notwendigen akademischen Diskurs die Vollgeld-Konzepte nochmals in gutem Klartext. Zwar ist unbestreitbar, dass ein vollgedecktes Geld das heutige unselige fractional banking der Geschäftsbanken beenden würde (ein kleiner Fortschritt zum Status Quo) – doch „Gutes Geld“ ist es deshalb noch lange nicht. Und da es ungedecktes Zwangs- und Monopolgeld wäre, stecken auch keinerlei Freiheit und Markt in diesen Konzepten; vielmehr gar zutiefst (geld)sozialistische Thesen. Darum ist es auch kein Zufall, dass etwa Mayer derzeit eine Menge Beifall von der falschen Seite bekommt. Etwa vom Alttotalitären N. Piper in der SZ – aber auch WiWo, FAZ und sowieso die keynesianisch-linken Blätter haben den vermeintlich neuen „Dritten Weg“ Mayers als erhoffte Alternative zu unserem inzwischen fast gänzlich desavouierten heutigen fractional banking System schon bejubelt. Es besteht inzwischen ernsthaft die Gefahr, dass ein vermeintlicher/teilweiser „Österreicher“ (Mayer) mit häretischen Thesen die Austrian School im Mainstream unbillig umdefiniert und zugleich Hayeks Geldwettbewerb und Mises´ Gutgeld-Definition vernebelt. Das darf nicht unwidersprochen bleiben – denn diese Diskussionen bekommen wir sonst nie wieder weg. In einem ähnlich schief gelaufenen Deutungshoheits-Prozess war von den Eliten bereits der einstmals positiv besetzte Begriff des „Liberalismus“ erst in „Neoliberalismus“ umdefiniert worden, bevor heute die „Neocons“ und „Neoliberalen“ (zurecht) zu Hassfiguren mutierten – obwohl ihre Vertreter mit Liberalität / Freiheit NICHTS mehr zu tun haben!

Thorsten Polleit zeigt hier gut auf, dass „Voll- und Aktivgeld“ keine humanen „Dritten Wege“ sind, sondern eine neue Variante des Geldsozialismus. Es gibt keinen Dritten Weg zwischen Markt und Sozialismus. Auch wenn er seit über 150 Jahren gesucht wird. Alle Umsetzungsversuche endeten früher oder später im Verarmungs- oder Kriegsdesaster!
02.12.14 @ 19:57

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