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Schweizer Vollbremsung vor dem Ruin: Die SNB-Währungs-Planwirtschaft kapituliert

von Peter Boehringer E-Mail 15.01.15 11:42:02

Eilartikel aus akutem - wenn auch seit langem überfälligen Anlass vor 40 Minuten:
"Euro-Kopplung adé"

Seit ganz genau der Einführung des EUR-Franken-Pegs am 6.9.2011 prangere ich hier den damaligen absurden Schritt der SNB an. Er hatte die SNB nach einer Bilanzverlängerung mit (großteils) Euro-Papieren inzwischen an den Rand des Ruins durch seit 2011 aufgestaute Abschreibungen auf diese toxischen Weichwährungs-Papiere geführt. Schon nur der nun sehr sichere Sturz des Euros auf oder m.E. mittelfristig sogar unter die Parität zum Franken wird die SNB und damit die Schweizer Kantone und Bürger bereits geschätzte 50 Mrd Franken kosten (!). U.U. mehr, falls der Franken weiter gegen den EUR aufwertet oder falls man für mehr als die von mir unterstellten ca. 250 Mrd Franken EUR-Papiere auf der Bilanz hat!

Planwirtschaft führt immer in den Ruin! Der Markt ist auf lange Sicht stärker. Der jetzige Schritt der Schweiz ist gerade noch rechtzeitig erfolgt. Vergleichbar mit diesem Wahnsinn sind übrigens auch die Target2-Forderungen der Bundesbank, die am Tag x des EUR-Zusammenbruchs aber dann nicht nur um 20% (wie heute die EUR-Bonds auf der SNB-Bilanz), sondern um 100% abwerten werden! Die Bundesbank ist dann über Nacht 100-fach überschuldet! Und an dem Tag kommen über die EZB dann nochmals ein paar Hundert Milliarden an Totalabschreibungen hinzu! Der Kreditkaskadenwahnsinn wird dann brechen! Aber die Lügenpresse leugnet das ja alles seit vielen Jahren und berichtet stattdessen von Schäubles absurder "Null-Neuverschuldung"... Hätte man auf die Euroskeptiker gehört, wäre Deutschland und seine Infrastruktur heute keine Investitionswüste, sondern ein Hochglanz-Powerhouse. Kollege Steffen Bogs von Querschuesse.de schreibt just heute:

"Wieder der kurzer Blick auf die detaillierten Daten der Deutschen Bundesbank zur Zahlungsbilanz für den Monat November 2014. Während der Leistungsbilanzüberschuss im November +18,591 Mrd. Euro betrug und +190,838 Mrd. Euro in den ersten 11 Monaten 2014, kletterte der Nettokapitalexport Deutschlands im November 2014 auf -26,919 Mrd. Euro und in den ersten 11 Monaten 2014 auf -254,681 Mrd. Euro. Es treibt einem die Tränen in die Augen, wenn man den aggressiven Nettokapitalexport betrachtet und dabei Investitionen im Inland darben sieht."

Die Schweiz immerhin hat nun die Chance, ihr Kapital wieder im eigenen Land zu investieren. Frankenhalter haben jedenfalls heute ihre seit 2011 aufgestauten Gewinne realisiert. Goldhalter werden das auch noch tun.

Nachsatz: Prophetisch war übrigens meine Punkt-Prognose vor fast genau drei Jahren: Im Februar 2012 gab ich dem Peg noch maximal drei Jahre, hier noch nachlesbar:

"Kommentar von Lucky Friday: 'Als Schweizer muss ich zwar ein bisschen weniger zittern. Aber wie viele "Solidaritätsmilliarden" würden wohl unter einer totalitären EU-Diktatur Marke "ESM" dem Schweizervolk abgepresst werden?!'
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=> Ergänzung PB: 'Und bitte nicht vergessen die Altlast des Herrn Ex-SNB-Hildebrand, die sein Nachfolger Jordan bislang in keiner Weise korrigiert hat: Seit dem 5.9.2011 kauft die SNB erklärtermaßen "Koste es was es wolle" Euro-Anleihen auf. Die 1,20 EUR/CHF - Grenze wird "bedingungslos" und "alternativlos" verteidigt. Dieser Wahnsinn wird sich unter dem ESM-Schwach-Euro noch beschleunigen. Schon jetzt bringt die SNB dafür nach aktuellen (wenn auch intransparenten) Daten im Schnitt über 20+ Mrd CHF pro Monat auf... Zittern Sie schon mal mit uns mit, Lucky. Das Copyright auf die Blog-Überschrift "Mit Jordan geht der Franken über den Jordan" ist bereits reserviert. Wenn der EUR-CHF-Peg mehr als 3 Jahre hält, wird es eng für die innere Qualität des Frankens. Ich denke aber, in diesem Zeitraum muss und wird er aufgegeben werden' "

=> Dieser Fall des Peg ist also nur für den "financial mainstream" und für die keynesianisch-weltfernen Plansozialisten "a huge surprise", wie eben Bloomberg schreibt.*) Und wenn man nicht ausgerechnet Spiegel-Leser war, dann war dieser "Schritt, mit dem niemand rechnen konnte" durchaus absehbar und geradezu zwingend, wenn man der Schweiz keine suizidalen Absichten unterstellte! Recht hat Bloomberg allerdings mit dem Argument "hit against credibility of SNB and central bank policy continuity". So ist es. "Risk-on" für das Weltfinanzsystem. Dabei greifen hier und heute nur die ökonomischen Naturgesetze, die die Lügenpresse immer so gerne ausblendet oder (wie lustigerweise gerade heute der Spiegel!) als VT abtut! Everything that cannot go on forever will end!

=> Hätte man mal auf die Austrians, Hartgeldler und Gold-Blogger gehört - auf die Wahrheitspresse eben. Man hätte sich viele viele Milliarden gespart! Diese Kapitulation heute ist übrigens auch ein Fanal für die Auflösung noch ganz anderer Verwerfungen der Welt-Kreditpyramide. Wer soll dem Geblubber der Zentralbanken künftig noch glauben? Die SNB hatte noch vor einer Woche den heute vollzogenen Schritt kategorisch geleugnet - der Peg sollte niemals fallen! Reuters zitierte noch am 7. Januar 2015 die SNB: "Die Notenbank wiederholt, dass sie weiterhin unbeschränkt Devisen kaufen werde, um den Mindestkurs zu verteidigen."

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*) Bloomberg-Ticker 10.50 Uhr: "The SNB decided to remove the minimum exchange rate floor. This is a huge surprise. ... this is a HUGE hit to SNB´s credibility having committed to the floor for so long. ... central bank policy has just become far more unpredictable. This sends a very negative signal for central bank policy continuity."

35 Kommentare

Kommentar from: Al-Harakiri [Besucher]
Never say never! Mal sehen welche Trader eben welche Banken mit in den Abgrund gerissen haben... Vielleicht war die Vollbremsung also schon zu spät.

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=> Ergänzung PB: Ja, völlig richtig. Der Fallout wird erst erheblich später zu sehen sein. Der Euro war inzwischen sogar mal kurz bei 87 Rappen. Da hat es viele Trader und Zockerbanken schwer getroffen. Hinzu kommt, dass dieser SNB-Move mittelfristig natürlich den EUR noch schwächer machen wird, da er (ohne künftig die bisher extrem fleißige und täglich mit Milliarden intervenierende EUR-Bondaufkäuferin SNB) ja die Hauptstütze seit 2011 verlieren wird. Erst mal ist das alles also Dollar-bullish - auch wenn die Folgen wohl erst in Wochen absehbar sein werden. Es wird großen Fallout geben.
=> Aber so ist eben der Börsendarwinismus für die ewigen Extrapolierer unter den (Chart-)Tradern, die sich solche fundamental zwingend absehbaren (wenn auch in einer Geldplanwirtschaft zeitlich schwer vorhersehbaren) Brüche völlig künstlicher Kurstrends nie vorstellen können.
=> Der BundFuture könnte übrigens im Gegensatz zu den PIFGS-Bond-Futures NOCH weiter steigen. Wie schon 2010 und 2012 wird der Markt nun (nach dem Ausscheiden des Frankens aus seiner faktischen EUR-Mitgliedschaft seit 2011) nun auch das Auseinanderbrechen auch der EUR-Währungsunion spielen wollen. Zeit wird es. Und dann flieht eben Geld auch mal in den "deutschen EUR" - also in die Bundesanleihen. Ob es langfristig klug ist? Eher nicht. Got Gold?
15.01.15 @ 12:07
Kommentar from: Stefan [Besucher]
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Vielleicht wäre ein positiver Ausgang des Goldreferendums doch im Sinne der SNB gewesen.

Jetzt trägt die "Schuld" am PEG-Bruch die SNB und deren "Unzuverlässigkeit". Hätte das Referendum Erfolg gehabt, hätte man den schwarzen Peter auf die Wähler schieben können.

mfg Stefan

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=> Ergänzung PB: Tja - der Fluch der bösen Tat. Man wollte sich nicht zwingen lassen durch Goldbugs und "Verschwörungstheoretiker" (heute der Speichel über Euroskeptiker). Und erzwang so sogar ein Votum des Volks gegen dessen eigene Interessen. Und nun zwingt einen eben sechs Wochen später der Markt.
=> Wie wir den Keynesianern, Makroklempnern und deren Mainstream immer sagen: wir sind nur die BOTEN der Wahrheit bzw. der ökonomischen Naturgesetze. Hört auf uns - oder lasst es - bei Strafe eigenen Untergangs.
15.01.15 @ 12:58
Kommentar from: Umverteiler [Besucher]
Muß die SNB nicht rekapitalisiert werden, wenn ab Stichtag heute 20% Abschreibung auf die EUR-"Devisenreserven" vorgenommen werden müssen.

Oder ist der EUR/CHF-Peg deswegen jetzt heute beendet worden, weil man noch gerade um eine Rekapitalisierung herumkommt ?

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=> AW PB: Nun, das EK der SNB beträgt noch immer ca. 70 Mrd Franken (evtl. noch weitere EK-ähnliche Rücklagen, weiß das gerade nicht auswendig). Wenn meine Schätzung oben halbwegs stimmt, könnte sie damit GERADE nochmals um eine Rekapitalisierung herumkommen. Hängt natürlich auch vom weiteren Fall des EUR ggü. dem CHF ab. Und man hat ja auch einiges an Zeit für die Abschreibungen der EUR-Papiere auf Marktniveau - und vielleicht auch noch weitere Rücklagen. Aber die GuV 2015 der SNB wird fürchterlich aussehen. Die "Gewinnzuweisung" 2015 können die Kantone heuer vergessen. und auch die hohen (wenn auch künstlichen) Buch-Gewinne 2014 i.H.v. (erinnerlich) 39 Mrd CHF wird die SNB nun garantiert nicht an die Kantone ausschütten (meine These, widerlegbar). We told you (2011). Dummheit und Geld-Sozialismus muss eben manchmal wehtun. Some learn it the hard way. Ex-SNB-Chef Hildebrand gehört nachträglich seine Pension gekürzt und er in den Schuldturm von Bern geworfen.
15.01.15 @ 13:02
Kommentar from: Umverteiler [Besucher]
Gemäß F&W bzw. folgender Quelle schrammen sie gerade an einer Rekapitalisierung vorbei:
http://www.kaufkraftschutz.de/die-snb-hat-die-buechse-der-pandora-geoeffnet/1022

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=> AW PB: Danke für den Link und die Info (im Kommentar unter dem Artikel). Das deckt sich ja dann mit meiner Rechnung oben. Und Jordan sagte eben in der PK auch, dass die SNB "weiter handlungsfähig" bleibe - aber dass "der heutige Schritt Auswirkungen auf künftige Ausschüttungen [an die Kantone/Bürger] haben" werde. Q.e.d. Die Planwirte machen IMMER Politik auf Kosten der Bürger!
15.01.15 @ 13:15
Kommentar from: Reinhard [Besucher]
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Alles scheint sich im Moment zuzuspitzen: Rußland dreht den Gashahn über die Ukraine zu, die Schweiz kündigt die Franken-Euro-Bindung auf, gerade hat es das "Unwort des Jahres" gegeben - als wollte die Presse sich noch einmal gegen ihre immer offenkundiger werdende Manipulation mit einem political correcten Rundumschlag zur Wehr setzen, die Pegida-Bewegung gerät aus dem Ruder und die Angst vor Anschlägen nimmt so zu, daß die Politiker immer mehr dem erstarrten Kaninchen vor der Schlange ähneln und dabei gebetsmühlenhaft Toleranz und Islam-Zugehörigkeit einfordern - derweil ihre nunmehr geradezu ins Auge springende Lügerei nicht mehr unter den Teppich zu kehren ist... und last but not least: der Edelmetall-Preis schießt senkrecht in die Höhe!

Es ist übrigens äußerst perfide, "Lügenpresse" als Unwort des Jahres zu wählen - Es wäre das WORT des Jahres!

Zum Abschluß einige Sprüche, die ich schon vor Jahren geschrieben habe (bis auf meinen Lügen-Aphorismus von gestern):

Früher dachte ich, die Presse sei ein Organ, das in den Wehen liegt und die Wahrheit gebiert – heute halte ich die Presse für eine Hure, die es pressiert, mit der Lüge ins Bett zu gehen.

Die Presse dient in erster Hinsicht der Auflagenstärke und in letzter der Wahrheitsfindung.

Political Correctness: kann eine Gesinnung richtig sein, die auf falschen Voraussetzungen beruht


Danke für die Aufklärung: ohne dieselbe säße ich jetzt nicht im Rettungsboot ;-)
15.01.15 @ 13:18
Kommentar from: Harald Neumann [Besucher]
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Hallo Herr Boehringer,

Ihrem Blog-Eintrag ist nichts hinzuzufügen. Oft genug haben ja echte Experten wie Sie auf diese Fakten hingewiesen. Aber in einem planwirtschaftlichen System wissen es die Planer [inkl. Notenbankern] natürlich besser. Wie soll Helmut Kohl damals im Rahmen der Wiedervereinigung auf Einwände von Fachleuten gesagt haben: "Ich bin Politiker. Für Wirtschaft sind Sie zuständig." Eine solche Haltung rächt sich natürlich irgendwann, und in sachen CHF/EUR ist es jetzt eben soweit.

Viele Grüße
H. Neumann
15.01.15 @ 13:24
Kommentar from: Peter Boehringer [Mitglied] E-Mail
Jordan eben in der SNB-Pressekonferenz: "Dieser Ausstieg musste überraschend erfolgen."

Womit er natürlich recht hat - und große Teile der "Finanzmarktprofis" unter den Tradern, Chartisten und Mainstream-Gläubigen sind ja auch erfolgreich überrascht worden. Die Folge wird aber sein, dass künftig den ZBs niemand mehr ein Wort glauben wird! Gut so. Zeit wird es.


PS: Die SNB hat heute nun auch noch Negativzinsen von Minus 0,75% (!!) eingeführt. Der Franken muss also nach Ansicht der Makroklempner weiterhin mit aller Gewalt relativ unnatürlich schwach gehalten werden. Die Plansozialisten lernen einfach nicht dazu. Man macht weiter mit absurd-künstlichen Eingriffen! To be continued.
15.01.15 @ 13:26
Kommentar from: HeikoS [Besucher]
Fakten:
-Rohölpreis im freien Fall
-Kupfer geht den Bach runter
-Baltic Dry Index: neue Allzeit-Lows
-Schweiz gibt Devisenplanwirtschaft auf

Preisfrage: was könnte das Zusammspiel dieser Fakten bedeuten?

Wird die Lügenpresse nun endlich der Bevölkerung reinen Wein einschenken und werden die Wirtschaftsredakteure nun endlich entsprechende Investmentempfehlungen Richtung physische EM geben?

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=> AW PB: Nein, wird sie nicht.
15.01.15 @ 13:30
Kommentar from: Umverteiler [Besucher]
Der SNB liegen Informationen vor, dass Draghi nächste Woche mit massiven Bondkäufen den Griechen den Euro-Verbleib sichern wird auch bei einem Schuldenschnitt von GR. Das hieße immense dauernde EUR-Käufe für die SNB, um den Peg zu verteidigen. Man steigt also 5 Minuten vor 12 aus dem Wahnsinn aus, bevor er unbezahlbar wird im Sinne einer aufgeblasenen Bilanz und immensem Wertberichtigungsbedarf für die EUR-"Assets" in der eigenen Bilanz. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Draghi soll den Euro ruhig auf Parität zum Dollar abwerten, man will sich aber finanziell an weiteren Verlusten nicht mehr beteiligen.

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=> Ergänzung PB: Genau so ist es. "Natürlich" hat Jordan eben in der PK trotz expliziter Frage eines Reporters genau diese "Motivation" geleugnet. Sinngemäß: "Der gestrige Entscheid des EuGH-Generalanwalts (faktisch ein "Go" für EUR-Bondankäufe durch die EZB) war NICHT unsere Motivation für den heutigen Schritt!". Wenn es ernst wird, muss man eben lügen.
=> Damit trägt nun DEUTSCHLAND fast als letzter nicht aufwertungsfähiger Staat die volle Last der absehbaren EUR-Druckerei. Am 8. Mai 2010 schrieb ich in "Wollt ihr den totalen Euro?":
"Es sind historische Stunden. Leider nicht im positiven Sinne. Die Geschichte und die Geschäftsgrundlage des EUro werden JETZT zur Stunde neu geschrieben. Wir werden eine Drittwelt-Währung bekommen." Und D-EU-tschland ist voll mit dabei (siehe Querschüsse-Zitat oben im Blog).
15.01.15 @ 13:37
Kommentar from: walter roth [Besucher]
Naja, Ich war auch immer davon überzeugt das dieser Mindestkurs ein grober Fehler war.
Aber selbst wenn es ein Fehler war, die SNB musste den mit Überzeugung machen, sonst wäre eh alles sinnlos gewesen, die Finanzmärkte hätten sie sogleich zerfleischt.
Also, die SNB Statements mussten so überzeugend, ja arrogant ausfallen.
Aber nun ist es ja Gottseidank geschafft und der Unsinn Geschichte.
Hoffentlich wird das Debakel eine Lehre sein für die noblen Herren von der SNB.

Diese sollte aber nun eben auch die Bilanzen runterfahren und die ungeheuren Mengen an Devisen loswerden. Natürlich bringt uns das Verluste ein.

Ich frage mich, ob wir die überhaupt loswerden....???
Ich würde jedenfalls keine gesunden Franken gegen faule Euros verkaufen.

Als die SNB noch letzte Woche einen Gewinn von 38 Milliarden propagierte, da fragte ich mich schon ob die noch ganz gesund sind, stellt man nämlich das Risiko dieser aufgeblähten Bilanzen dem Gewinn gegenüber, ... der ja nur aufgrund des Geldes aus der Druckerpresse überhaupt entstand und auch erst noch "realisiert" werden muss. Zudem frage ich mich, kann der jetzt überhaupt noch realisiert werden, oder hat sich das in Luft aufgelöst....???

Ich arbeite ja in einer Firma mit besten ..... aus...und Gebildeten Leuten. Aber es war erschreckend wie negativ die Reaktionen heute in den Pausengesprächen ausfielen. Die Leute realisieren einfach nicht wie sehr Jordan mit ihrem ganz persönlichen Wohlstand spekuliert hat.

Sie erahnen nicht wie das Finanzsystem funktioniert.

Einige machten sich Sorgen wegen dem Geschäftsgang. Wobei ich immer die Meinung vertrete, dass man für das langfristige Wohl des Landes auch mal Nachteile ertragen muss. Es dreht sich nicht alles nur um den eigenen Vorteil.....
15.01.15 @ 14:30
Kommentar from: Observer [Besucher]
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Den kompetenten Ausführungen kann man nur zustimmen. Ebenso den qualifizierten Kommentaren betreffend die SNB und deren Pleitepolitik.

Wer in CH rechnen kann, der sollte mal die Verluste an Volksvermoegen abschätzen, die mit der de facto Anbindung des CHF an den Euro verursacht wurden.

Es war der Versuch, die Schweiz auf kaltem Wege in die EU zu zwingen.

Die Abstimmung vom 30. November hat aber auch gezeigt, was die "direkte Demokratie" wirklich wert
ist: Bei einer wirklich entscheidenden Abstimmung bleibt die Mehrheit zu Hause und der autoritätsglaeubige Rest stimmt nach mehr als unverholener Einschüchterung gegen die eigenen Interessen und das mit fast 80%... No further comment necessary.
15.01.15 @ 15:07
Kommentar from: han the man [Besucher]
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Da ist er also, der schon längst erwartete und ebenso überfällige 'Schwarze Schwan'.

Angesichts der massiv zunehmenden Schwäche des EUR ggü. USD in Bezug auf das, was dem Verbund in den nächsten Wochen alles so blüht, 100%ig nachvollziehbar.

Persönlich bin ich nun noch stärker der Überzeugung, dass es nurmehr Silber und Gold sind, die als fair (bzw. unter-)bewertete Währungen kaufbar sind.

Spätestens jetzt sollte sich der hinterste und letzte Fragen, ob er angesichts des Tsunamis, der sich unaufhaltsam in Richtung Festland bewegt, gut genug abgesichert hat.

Mein Gemütszustand bewegt sich irgendwo zwischen Erleichterung, dass der Schrecken endlich ein Ende hat und einer Art Angst, da in den nächsten Wochen erste Bewerbungen geschrieben werden müssen.... Das wird wohl nichts mehr mit dem Finanzsektor...

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=> These PB: Klar, den Finanzsektor lieber meiden. Aber ob es schon "DAS Ende" ist? Nein, sicher noch nicht - das heute war ein verlorenes Gefecht der Kreditkabale. Noch nicht der Krieg. Der EUR wird nun eine Weichwährung. Sowas dauert. Evtl. noch Jahre, bis man dann auch D rauslässt. Wenn wir den D-Exit nicht irgendwie erzwingen können, lassen uns die EUliten erst nach kompletter Verarmung raus. Diese wird sich zwar bis zum Tag X-1 nicht als solche anfühlen. Dann aber geht es uns wie heute der SNB mit den EUR-Bonds auf ihrer Bilanz (-20%) - nur multipliziert mit Faktor 3 bis 4: weitgehende Enteignung.
15.01.15 @ 15:15
Kommentar from: Saint just [Besucher]
@Reinhard
"und last but not least: der Edelmetall-Preis schießt senkrecht in die Höhe!"

Könnte mehr sein. Auf die Hammer-Meldung hätten die EMs regelrecht durchdrehen müssen. Befürchte fast schon, daß sie uns bei Bekanntgabe der EZB-Anleihekäufe mit einem Goldeinbruch ("sell on good News") erstmal anschmieren wollen.
15.01.15 @ 15:54
Kommentar from: Bert [Besucher]
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Hmm und was ist mit den Schweizer Banken, die ja extrem stark im Osten Kredite usw. laufen haben? Die Kunden werden zT sicher ausfallen, war jetzt schon eine Gratwanderung. Das könnte für den Schweizer Steuerzahler ev. noch böse enden.
15.01.15 @ 17:36
Kommentar from: Dirk [Besucher]
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Könnte es sein, dass die gestrige Meldung aus Luxemburg (Generalanwalt), wonach das EuGH das OMT Programm wohl durchwinken wird, mit zur Schweizer Entscheidung beigetragen hat? Es geht absehbar um eine weitere Größenordnung nach oben. Beste Grüße, Dirk

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=> AW PB: Ja, siehe schon oben die (zweite) Antwort an Umverteiler:

"Genau so ist es. Natürlich hat Jordan eben in der PK trotz expliziter Frage eines Reporters genau diese Motivation der SNB durch den EuGH-Vorentscheid geleugnet. Sinngemäß: 'Der gestrige Entscheid des EuGH-Generalanwalts (faktisch ein "Go" für EUR-Bondankäufe durch die EZB) war NICHT unsere Motivation für den heutigen Schritt!'. Wenn es ernst wird, muss man eben lügen."
15.01.15 @ 17:41
Kommentar from: Bernhard Hönl [Besucher]
Ja, völlig richtig Herr Boehringer ...: "dass künftig den ZBs niemand mehr ein Wort glauben wird! Gut so..."

Deshalb frei nach Ron Paul -End the Fed-, sperrt sie zu, die SNBs, BUBAs, FEDs ...etc... pp... Öffnet sie erst wieder als Lagerhäuser für echtes, natürliches (Gold?)-Geld.

Übrigens: Den ZBs und REGIERs glaub ich seid 2008 nix mehr. Siehe Buba und Goldrückholung.
15.01.15 @ 19:59
Kommentar from: Grete [Besucher]
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Klasse Kommentar, nur für uns EU-Insassen natürlich schlecht.

Man denke nur an die vermeintlich vorteilhaften Kreditfinanzierungen in CHF, auch von Kommunen in D, etc.- wg. 1% Zinsvorteil nun -15% und mehr an der Backe. Zahlmeister werden wir sein!

Was mich umtreibt: Ist es ratsam, dem Euroverfall noch eine Weile zuzuschauen und auf Erholung zu warten -EUR/USD-oder doch noch schnell zu handeln und in Au oder ähnliches zu gehen? Zeitfenster?

Wie kann man sich als Mensch im letzten Lebensdrittel noch einigermaßen absichern? Haften werden wir Normalbürger auf jeden Fall mit unseren vermeintlichen Ansprüchen wie Rente etc, auf jeden Fall.
15.01.15 @ 20:37
Kommentar from: foxxi [Besucher]
..........bevor der Euro noch weiter fällt, könnten die Schweizer ja noch reichlich Gold kaufen. Sie wären den Euro los, und könnten vom steigenden Golde profitieren!
15.01.15 @ 20:55
Kommentar from: walter roth [Besucher]
Ich habe heute die Sendung 60 Minuten auf TVO = TV-Ostschweiz gesehen. Dort lamentierte Peter Spuhler (SVP) als Chef der Stadler-Rail mit 6500 Mitarbeitern, davon 3000 in der Schweiz, lange über die Aufhebung der Mindestkurs-Untergrenze.

Für mich enttäuschend, weil auch er hatte nun 3 Jahre Zeit sich vorzubereiten und er konnte einen Nutzen aus den Nachteilen ... die diese Massnahme für den einfachen Bürger und das Land hatte, ziehen. Ich gönne ihm das, denn tüchtige Leute braucht unser Land.

Natürlich ist die SVP die Wirtschaftspartei der Schweiz, ....das was früher einmal die FDP war.
Trotzdem darf man nicht nur die Interessen der Exporteure verteidigen, ... zumal bis heute niemand dargelegt hat, welche Gruppe nun schwergewichtiger ist, ... die der Importeure ... oder der Exporteure, das heisst, welcher Weg für uns besser ist, der mit den günstigen Importen oder den teuren Exporten.

In jedem Fall aber scheint es, dass gewisse Leute nicht an das Wohl des Landes als Ganzes denken, oder dass sie dessen Wohl mit ihren eigenen gleichsetzen.

Unglaublich wie viele Leute mich in der Firma nun fragten, ob es gut wäre nun Euro zu kaufen.
Ich sagte dazu, besser im Inland konsumieren und Arbeitsplätze stützen, indirekt damit auch den eigenen, wie nur ans billige einkaufen denken. Zudem wird der Euro eher noch schwächer werden, aber sicher kaum aufwerten können. Also erst Euro kaufen wenn man konkret etwas braucht.

Die Frage die ich schon öfters andeutet, die mir aber noch niemand beantwortet hat.....

Die Euro-Bonds oder Staatsanleihen usw. welche die SNB nun in der Höhe von ca. 250 Milliarden hält, sind das zumeist Papiere die frei gehandelt werden können, oder gibt's da Klauseln, beziehungsweise, werden diese Papiere auf Termin fällig ... Denn das Risko der SNB wäre in dem Fall noch lange nicht gemindert, sollten diese Papiere erst, ...sagen wir in 3-5-8 Jahren fällig werden....??? Wenn sie frei gehandelt werden können, findet man da einen Abnehmer.....??

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=> AW PB: Zur letzten Frage: Das meiste sind ja deutsche Bundesanleihen. Die sind durchaus liquide und damit fungibel - und natürlich findet man da Abnehmer. Aber selbstredend nicht für 250 Mrd CHF auf einen Schlag, zumal die nur noch mit lächerlichen 0,45% rentieren - auf 10 Jahre fix... Und da die SNB nun als zuverlässige EUR-Stützerin ausfällt (und im Gegenteil potenziell mittelfristig sogar zur Verkäuferin wird), könnte irgendwann dann auch der Bund Future im Kurs mal fallen. Heute aber nahe Alltimehigh (157,50!). Ein wenig steigt er noch, weil nun auch wieder einige auf das Auseinanderbrechen der EUR-Zone wetten werden, dann flieht mal wieder Geld aus den PIFGS zum "deutschen EUR" (Bundesanleihen). Aber irgendwann setzt bei so luftigen Höhen dann die Schwerkraft wieder ein. Und DANN muss die SNB schnell raus, sonst macht sie hohe Kursverluste (die sie dann selbst durch ihre eigenen Verkäufe noch verstärkt)...
15.01.15 @ 21:59
Kommentar from: Peter Boehringer [Mitglied] E-Mail
Heute erschienen: eine weitere gute Analyse zur Franken- und Zentralbankproblematik. Autor ist nicht zufällig Rolf von Hohenhau vom Europäischen Steuerzahlerbund, denn der helvetische Steuerzahler (und über die analoge aber noch viel gravierendere Target2-Problematik der BuBa eines Tages auch der deutsche) ist natürlich wie immer der Dumme bei den Makroklempnereien der Notenbanken. Hier auf MMNews ganz lesen, unten Auszüge. Rolf v.H. merkt im Artikel zurecht an, dass bei einer (etwa von der Schweizer Goldinitiative geforderten) 20%igen Mitkaufpflicht von Gold bei Bilanzausweitungen der SNB das gestrige Desaster schon 2011 bereits in der Entstehung vermieden worden wäre! Man beachte auch die darin verlinkte schon ältere Analyse desselben Autors von der "Stop-ESM"-Seite (von 2014, also noch VOR der gestrigen SNB-Entscheidung). Die SNB hat gestern je nach Rechnungsannahmen (vermutlich hält die SNB für ca. 250-300 Mrd Franken EUR-Bonds, weitere 200 Mrd Franken der SNB-Währungsreserven stecken zumeist in DOLLAR-Anlagen) und je nach von ihr rechtzeitig vorgenommenen (noch unbekannten) Hedging-Aktivitäten gestern einen Abschreibungsverlust in Höhe von etwa 50% bis 65% eines Schweizer Jahreshaushalts (!) verursacht, der 2014 etwa 67 Mrd CHF betrug:

"Erst vor Wochen haben wir nochmals eindringlich dargelegt, dass die SNB schon mangels finanzieller Potenz nie in der Lage war, die Probleme der Schweiz mit dem immer schwächer werdenden Euro auf diese unsinnige Weise zu lösen. Wir haben ferner den Schweizern a.a.O. ausdrücklich dazu geraten, beim Goldreferendum mit JA zu stimmen. Der Grund wird jetzt auf bittere Weise ersichtlich: Wenn die SNB schon ab 2011 bei jedem Kauf von Devisen gleichzeitig und anteilig 20 % Gold hätte erwerben müssen (körperlich!), wäre sie niemals auf die verrückte Idee verfallen, grenzenlos Euro einzukaufen. Jetzt ist das Spiel aus. In der SNB hat sich offensichtlich die Gruppe der „rationalen Nationalisten“ in höchster Not durchgesetzt und dem grausamen Spiel ein Ende bereitet. Eine richtige Entscheidung! Hoffentlich noch rechtzeitig, denn nichts anderes als die Souveränität der Schweiz steht auf des Messers Schneide.

Doch das ist nur die Quittung, die Rechnung geht an die Schweizer Bürger, denn diese tragen im Endeffekt den ganzen Verlust. Sie haben über [mehr als] ein halbes Jahr (umsonst) gearbeitet um die Steuern zu erwirtschaften, die die SNB nun sinnlos verblasen hat. Wäre die SNB rechtzeitig an die „Goldene-Kette“ (20 %-Goldzukaufpflicht) gelegt worden, wie dies die Schweizer Goldinitiative gefordert hat, wäre das nicht passiert: Denn die „Goldene Kette“ wäre in diesem Fall das Verhüterli gegen verdrehte Anwandlungen unkontrollierter Zentralbanker gewesen. Ohne solchen Schutz ist, wie man weiß und sieht (auch bald spüren wird!), mit großen Überraschungen zu rechnen.

Natürlich vernebelt nun die SNB diese nationale Finanzkatastrophe (samt all ihren absehbaren Folgen!) durch windelweiche Erklärungen im Zehnerpack. Argumente von früher gelten heute aus unerfindlichen Gründen auf einmal nicht mehr oder werden - reichlich dreist - geradezu in ihr Gegenteil verkehrt. Schuld ist niemand, es ist schon gar kein Schaden entstanden! Das übliche Gerede und Verdrehen der Verantwortlichen, wie man es heutzutage schon gewohnt ist. Schuldeingeständnis? Keine Spur! Wir haben zu schlucken, was kommt."
16.01.15 @ 08:34
Kommentar from: walter roth [Besucher]
Zitat: "=> AW PB: Zur letzten Frage: Das meiste sind ja deutsche Bundesanleihen. Die sind durchaus liquide und damit fungibel - und natürlich findet man da Abnehmer. Aber selbstredend nicht für 250 Mrd CHF auf einen Schlag, zumal die nur noch mit lächerlichen 0,45% rentieren - auf 10 Jahre fix... Und da die SNB nun als zuverlässige EUR-Stützerin ausfällt (und im Gegenteil potenziell mittelfristig sogar zur Verkäuferin wird), könnte irgendwann dann auch der Bund Future im Kurs mal fallen. Heute aber nahe Alltimehigh (157,50!). Ein wenig steigt er noch, weil nun auch wieder einige auf das Auseinanderbrechen der EUR-Zone wetten werden, dann flieht mal wieder Geld aus den PIFGS zum "deutschen EUR" (Bundesanleihen). Aber irgendwann setzt bei so luftigen Höhen dann die Schwerkraft wieder ein. Und DANN muss die SNB schnell raus, sonst macht sie hohe Kursverluste (die sie dann selbst durch ihre eigenen Verkäufe noch verstärkt)... "


Also darf man annehmen, das diese Staatsanleihen zwar generell verkäuflich sind, ... dass aber das Timing wichtig ist.

Und man sollte durchaus nicht nur die 100 Milliarden Verlust der Aufhebung der Frankenbindung, sondern nochmals sagen einfach mal, wir 50 Milliarden dazurechnen. Als Verkäufer ist man naturgemäss in der etwas schwächeren Position, so sind hier Verluste durchaus wahrscheinlich. Zudem, wenn das Timing nicht klappt können da also noch mehr Verluste dazukommen.

Kurzum, wird sind das Risiko noch lange nicht los, sondern haben nur gerade den Anfang dazu gemacht. Hoffen wir für uns zumindest, dass die EU so lange noch durchhält, oder mindestens noch 3 Jahre...

********
=> Ergänzung PB: Nein, die SNB ist dieses Risiko ganz sicher nicht los - darum sollten die Schweizer in der Tat hoffen, dass das Ponzi-Spiel in Brüssel und Frankfurt, bei dem die Letzten die Blut- und Verlusthunde beißen werden, noch lang genug weitergeht. 250 Mrd CHF an EUR-Bonds kann man kursschonend nur über lange Zeiträume verkaufen. Andernfalls gerät ja auch der Franken sofort NOCH STÄRKER unter Aufwertungsdruck - wodurch die SNB ihre Buchverluste auf die EUR-Papiere ja selbst noch verstärken würde... Die SNB sollte nun ganz dringend der Goldinitiative nachträglich Abbitte leisten - und als Hedge für die noch immer gewaltigen verbleibenden Papierrisiken richtig viel Gold auf ihre Bilanz kaufen! 40% der Bilanzsumme wie noch bis 1999 per CH-Verfassung vorgeschrieben wären das Ziel; 20% wie von der Goldinitiative gefordert ein guter Start!

=> Zur oben genannten Zahl "100 Mrd CHF direkter Verlust gestern durch die EUR-Abwertung" noch eine Anmerkung: Auch wenn die Zahl immer wieder zu hören ist (auch von Kollegen, die einfach mal 500 Mrd Franken mal 20% Verlust rechnen): Ich schrieb im Blog nicht zufällig "50 Mrd CHF Verlust" - und nicht 100 Mrd. Grund: Die SNB hielt gestern (ohne Gold) 476 Mrd CHF an Devisen. Diese waren aber NICHT ALLE in EUR angelegt. Nach meinen Infos (schon ein paar Monate alt) hat die SNB einiges davon (ca. ein Drittel) auch in Dollarpapieren angelegt. Und wenn sie nicht ganz dämlich war, hat sie sich sicher auch in den letzten Tagen sicher noch zT gegen EUR-Verfall gehedged und konnte so einen Teil der Verluste vermutlich auffangen. (aber nat sicher nicht in Größenordnung 476 Mrd CHF). Ich habe darum im Blog gestern „nur“ 50 Mrd CHF Verlust auf die EUR-Devisen (Bonds) geschätzt.
=> Genau und ehrlich erfahren werden wir es vermutlich nie, weil die SNB in ihrer Bilanz 2015 garantiert alte Buchgewinne gegen diese Verluste verrechnen wird! Sie hatte erst vor ein paar Tagen einen Buchgewinn von 2014 bilanziert und noch nicht an die Kantone ausgeschüttet. Das waren 39 Mrd CHF, die sie nat. nun gegen die 2015er Verluste rechnen wird. Die Kantone bzw. Bürger werden die 2014er Ausschüttung vergessen können! [Darum oben der Hinweis auf den Artikel des Steuerzahlerbundes.]

=> Rein technisch ist die SNB also nicht pleite / hat kein negatives EK, wie ich seit gestern immer wieder höre (letzter EK-Stand war 73 Mrd CHF). Moralisch und Vertrauens-technisch aber ist sie sehr wohl am Ende!
16.01.15 @ 08:53
Kommentar from: Umverteiler [Besucher]
Die SNB hatte am vergangenen Wochenende ein "Briefing" durch die EZB bekommen, dass Draghi jetzt nächste Woche voll ins QE einsteigt. Natürlich wären dann ca. 50 Mrd Euro monatlich aufzukaufen gewesen, um den CHF-Peg bei 1,20 aufrechtzuerhalten.

Da hat man mal SNB-seits schnell durchkalkuliert, wie viele Monate das durchzuhalten wäre, und hat die Flucht nach vorn angetreten. Ab sofort führt die SNB kein Quantititive Easing mehr für den Euro durch, denn jetzt steigt die EZB voll ins QE-Geschäft ein.

Die ca. 250 Mrd Euro Devisenreserven kann man vielleicht über "Zentralbanktausch" direkt an Herrn Draghi loswerden, der sucht noch Investoren, die in Euro gelistete Papiere abgeben wollen. Doch, was man dafür bekommt, sind auch nur EURO-Geldscheine, die liegen in der Bilanz der SNB genauso schwer wie deutsche Bundesanleihen in Euro, nur das Kursrisiko wäre schon mal weg.

Die SNB kann die EUR-Devisenreserven gar nicht am Markt unterbringen und kann auch keine 250 Mrd über Jahre gehedged haben, die SNB wird den gesamten weiteren Wertverlust des Euros "mit-erleiden" müssen, da man im Gegenteil durch weitere EUR-Käufe den Höhenflug des CHF bremsen muß. 20% Wertverlust auf 250 Mrd. Euro ist nur der Anfangsverlust, das wird perspektivisch viel mehr. Und es gibt kein Mittel in der Welt, den Verlust auf die 20% auf 250 Mrd. zu begrenzen, das kann durchaus noch auf negatives Eigenkapital bei der SNB hinauslaufen.

*******
=> Ergänzung PB: Genau das ist mittelfristig auch meine Meinung. Das weiter oben (erst mal "nur" ca. 50 Mrd EUR AfA) war nur die kurzfristig belegbare Verlustrechnung, weil uns pöhsen Verschwörungstheoretikern ja immer "Panikmache" und "maßlose Übertreibung" vorgeworfen wird...
=> Danke @Umverteiler für die diversen sehr guten Comments!
16.01.15 @ 12:19
Kommentar from: Goldhamster [Besucher]
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Erst einmal Kompliment zu Ihrer Voraussage zur Aufgabe der Währungskursbindung, Herr Boehringer! Exakter geht es kaum. [PB: War schon ein Stück Zufall - ich hätte 2012 ehrlich gesagt gedacht, dass es MAXIMAL drei Jahre werden, also eigentlich eher weniger. Der Schritt der SNB war wirklich ÜBERFÄLLIG - sie wollte ihr EK wohl im Notfall nicht GANZ aufbrauchen - und der Punkt war gestern fast erreicht]. Mal sehen, wer nun die Schweiz als größter Gläubiger Deutschlands nun ablösen will.

Zu komisch fand ich auch den Kommentar von IWF-Chefin Lagarde, die doch etwas verstimmt war, dass sie nicht vorher von der SNB informiert wurde (Hat sie etwas private Währungswetten im Feuer? Oder hätte sie noch welche abschließen wollen? ).

Nun kann die Schweiz beweisen, dass eine harte Eigenwährung nur ein paar Verlierer kennt und nicht ein ganzes Volk verkauft. Spätestens dann sollten sich in Deutschland ein paar Schwätzer, sorry Politiker, die nur den exportierenden Großkonzernen nach dem Mund reden, Gedanken machen. Denn, was die Schweiz kann, kann auch Deutschland. Und eine Weichwährung zu propagieren, um den ohnehin hohen Export anzukurbeln, während die gleichzeitig die Binnenkaufkraft sinkt, ist nur ein Ausverkauf des Volksvermögens, der Arbeitskraft und des Erfindungsreichtums der arbeitenden Bevölkerung.
16.01.15 @ 15:32
Kommentar from: walter roth [Besucher]
Zitat umverteiler: "Die SNB kann die EUR-Devisenreserven gar nicht am Markt unterbringen und kann auch keine 250 Mrd über Jahre gehedged haben, die SNB wird den gesamten weiteren Wertverlust des Euros "mit-erleiden" müssen, da man im Gegenteil durch weitere EUR-Käufe den Höhenflug des CHF bremsen muß."
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Genau das ist was ich seit Monaten immer sage, es nur nie so zusammenfasste. Ich bin ja Handwerker, kein Finanzer. Aber es funktioniert immer menschlich und da lässt sich immer auch vorhersehen wie die Mechanismen spielen, wenn man über Menschenkenntnis verfügt. Ich fragte mich seit langem, wie wir die hunderte Milliarden wieder loswerden wollen, denn ich an Stelle eines EZB Bankers würde das zu verhindern suchen. Ich wäre bestrebt die Schweiz als Tresor zu benutzen und die giftigen Papiere schön da zu belassen.

Jordan war gegenüber dem Euro immer schon kritisch eingestellt, trotzdem ist er faktisch ein Linker und die Ideologie spielt bei der Entscheidungsfindung, ob gewollt oder unbewusst sicher immer eine Rolle. Nicht umsonst gilt er als "Höfling" von Bundesrätin Widmer-Schlumpf, und die demontiert die Schweizer Werte gerade im Eilschritt. Alles um die Karriere von EWS nicht enden zu lassen. Dazu verbündet sie sich mit Links und Jordan arbeitet ihr zu. ...

Ich denke seit Jahren, dass unser Bankenplatz zur Bedeutungslosigkeit heruntergefahren werden soll, und nun sind wir dem so nahe wie niemals zuvor. Aber die Schweizer Schafe schlafen den Schlaf der .....
16.01.15 @ 17:37
Kommentar from: c.r. [Besucher]
Diese falsche Meinung ist leider nicht us der Welt zu schaffen: "Hmm und was ist mit den Schweizer Banken, die ja extrem stark im Osten Kredite usw. laufen haben? Die Kunden werden zT sicher ausfallen, war jetzt schon eine Gratwanderung. Das könnte für den Schweizer Steuerzahler ev. noch böse enden."

Die Häuslebauer aus Polen, Ungarn, Österreich etc. sind nicht bei Schweizer Banken verschuldet, sondern bei den lokalen Banken, die dann ggf. der EU-Steuerzahler retten darf. Somit ist das für die Schweiz genau so wenig relevant, wie für die USA, wenn wer seinen Dollarkredit in Irgendwo nicht tilgen kann.

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=> AW PB: Danke für den Hinweis; der Fehler war beim Freischalten des Kommentars übersehen worden.
16.01.15 @ 17:47
Kommentar from: Bert [Besucher]
Hier steht aber, dass viele schweizer Banken direkt eingebunden sind. Und das mit Milliardenbeträgen. Wie das in 2015 aussieht kann ich zwar nicht sagen, aber ich glaube kaum, dass die da was geändert hatten.

https://hw71.wordpress.com/2010/05/23/schweiz-droht-bankrott-durch-osteuropa-kredite/

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=> JA, vermutlich wurden auch einige dieser Kredite direkt von CH-Banken vergeben. Dann sitzen auch die natürlich auf Kredit-Forderungen mit nun erhöhtem Tilgungsrisiko. Genaue Zahlen gibt der Artikel leider auch nicht her.
17.01.15 @ 06:46
Kommentar from: Al-Harakiri [Besucher]
EZB-Präsident Draghi will das erwartete Staatsanleihekaufprogramm nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel so organisieren, dass die nationalen Zentralbanken des Euroraums nur Papiere ihres eigenen Landes kaufen. Wie das Magazin ohne Angabe von Quellen berichtet, soll damit verhindert werden, dass Länder gegenseitig Haftungsrisiken übernehmen müssen. Das wäre der Fall, wenn die Zentralbanken die Staatsanleihen im Namen der EZB kaufen würden.

Griechenland soll sich an dem Programm angeblich nicht beteiligen dürfen, weil seine Staatsanleihen die Qualitätsstandards für die Maßnahme nicht erfüllen....!

Die aktuelle Situation ist schlimmer als 2008 - niemand will die maroden Staatsanleihen aus dem EUR Raum mehr. Der Käufermarkt ist komplett ausgetrocknet. Als Repos ist das Ganze auch nicht mehr geeignet. Jordan musste die Reissleine ziehen, um sich der Anleihen zu entledigen. Nicht die Währungsverluste, sondern die Kursverluste wären enorm, wenn nach dem Grexit für diese Anleihen die Zinsen anziehen.

Griechenland wird aus dem EUR gekickt und das ist vorgesehen:
http://de.sputniknews.com/wirtschaft/20150116/300647296.html

*********
=> AW PB: Interessant. Wenn das stimmt (gerne noch genaue Quelle nachliefern / Spiegel-Link), dann drei Feststellungen dazu:
1. Die EZB bereitet dann zwar PRO FORMA eine Art Re-Nationalisierung der Geldemission im EUR-Raum vor (!) ...
2. ... tut damit so, als ob so eine Haftungstrennung möglich wäre...
3. ... was aber im EUR-Raum schon wegen ESM, gemeinsamer EZB-Bilanz, Target2, Bankenunion usw) FALSCH und UNMÖGLICH ist.

=> Das ist eines der unsäglichen Ablenkungsmanöver vom Transfer-Sozialismus!. Bei GR versucht man diese Farce offenbar nicht einmal. Das Land wird sogar offiziell weiter von den anderen (D) durchgefüttert! Oder eben rausgeworfen, was ich aber im Gegensatz zu "Sputniknews" noch immer nicht glaube. Das hören wir seit Anfang 2010, als wohl der letzte rel. kostenfreie Moment dafür gewesen wäre...

=> Wichtig auch der oben fett gedruckte Satz in der Zuschrift: Im EUR-Bond-Markt gibt es bei den absurd niedrigen Zinsen praktisch keine freien / privaten Käufer mehr. Seit Jahren kauften entweder die EZB selbst oder die SNB oder der ESM oder eben die Geschäftsbanken; Letztere aber nur mit Vollgarantie der EZB und/oder mit zu 0% verzinster Kreditfinanzierung durch diese. Wenn irgendetwas davon wegfällt (die SNB ist ja nun als einziger signifikanter externer bereits Käufer) ausgefallen, droht ein Kursdesaster bei diesem PIFGS-Bond-Schrott! Die SNB konnte dieses Risiko (Abwertungsrisiko um 20-50%, bei EUR-Default noch mehr) nicht mehr länger tragen!
17.01.15 @ 10:21
Kommentar from: M. Mohn [Besucher]
*****
Nun, da die erste Überraschung über dieses „angeblich völlig unerwartete“ Ereignis verflogen ist, wäre es doch ein naheliegender Gedanke, die Medien würden sich mal auf die Suche nach den vorausschauenden kritischen Stimmen machen, die bereits bei Einführung der extrem planwirtschaftlichen Manipulation vor dem Scheitern dieses Experiments gewarnt haben.
Am Ende setzen sich eben immer die ökonomischen Gesetzmäßigkeiten durch. Wäre dies anders und Devisenmärkte beziehungsweise ganze Volkswirtschaften ließen sich planwirtschaftlich steuern, gäbe es die Sowjetunion noch. In unserer heutigen zentralbankgläubigen Welt will dies nur leider niemand mehr hören – nicht einmal ausgebildete Ökonomen.
Die Enttäuschung über die Medien generell ist derzeit ja selbst ein Thema („Lügenpresse“ ist nicht mein Wortschatz) und an diesem Beispiel wird leider auch allzu deutlich, dass ökonomische Sachverhalte überhaupt nicht mehr hinterfragt werden, sondern offenbar nur noch die Pressemitteilungen der Zentralbanken oder deren Vasallen verbreitet werden. So habe ich mir während meines Studiums die „vierte Gewalt im Staate“ nicht vorgestellt.
17.01.15 @ 10:50
Kommentar from: Peter Boehringer [Mitglied] E-Mail
Spruch des Tages (von Noch-SNB-Chef Jordan):

„Es war von Anfang an klar gewesen, dass der EUR-CHF-Mindestkurs lediglich eine zeitweilige Ausnahme gewesen ist“. [sic!]

=> Wow. Zum Hohn noch den Spott, werden sich die verlustgeplagten oder gar insolventen Trader nun sagen.
=> Zwar hat Jordan recht, dass es der Wahrheitspresse von Anfang an (also seit 2011) klar war. Und allen Austrians, die noch an ökonomische Naturgesetze glauben – und dass diese sich auf Dauer durchsetzen. Der Lügenpresse und dem Mainstream war der „Ausnahme“-Charakter der doch eigentlich absolut dauerhaften Ewigkeitsmaßnahme aber keineswegs klar gewesen …
=> …zumal Jordan s SNB bis zuallerletzt Durchhalteparolen gestreut hatte!

Wichtiger aber noch: Die einzig logische Fortsetzung der o.g. Jordan´schen Wahrheit ist, dass auch Target2 und alle anderen den „Mindestkurs“ des sozialistischen Transfer-EUR heute noch garantierenden planwirtschaftlichen Vehikel natürlich alle auch lediglich eine „zeitweilige Ausnahme“ waren und sind! Von Anfang an (1992/1999 und ganz besonders seit 2010/12)!

=> Damit wird nach reiner Jordan´scher Logik und Wahrheit auch der Euro eine „zeitweilige Ausnahme“ sein!!! Sogar „von Anfang an gewesen sein“!! Nur der lügende Mainstream wird das erst post factum berichten!


PS: Zu diesem Thema gibt es dann vorauss. morgen (So) ein Video, das wir gleich vorgestern am Tag der SNB-Entscheidung aufgezeichnet haben (Link folgt): „Der sichere Tod des Euro - Peter Boehringer im Gespräch mit Oliver Janich."
Bear with us. PB
17.01.15 @ 12:12
Kommentar from: walter roth [Besucher]
Das Schweizer Fernsehen SF-DRS strahlte gestern Abend ja die Arena Sendung aus.
http://www.srf.ch/sendungen/arena/das-wirtschafts-beben-der-euro-mindestkurs-ist-aufgehoben

Mit dabei ein sogenannter Chef-Oekonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. Also der Mann behaupteten allen Ernstes, dass die SNB mit der Frankenanbindung an den Eurokurs unbegrenzt hätte weiterfahren können. Schliesslich sei sie ja eine Nationalbank und könne das Geld dazu selber drucken. [PB: Rein technisch sogar korrekt - der gute Mann übersieht aber die Vertrauens- und Außenwirkung einer sich demnächst ggf um 50 Mrd CHF pro MONAT verlängerten SNB-Bilanz!!]

Der Wortlaut ist nur sinngemäss wiedergegeben. Also wer ein abschreckendes Beispiel von Finanz-Unkenntnis oder ideeller Verblendung sehen will, den Empfehle ich die SF-Arena Sendung unbedingt zur Betrachtung.

Erschreckend oder eventuell auch wie naiv oder auch geradezu verbrecherisch vorsätzlich, wie unsere Linken diese Eurokrise und das Agieren unserer SNB betrachten. Sie glauben immer noch, dass die Politik mittels Gesetzen den Markt betrügen kann, es müsse ja nur der Wille dazu da sein.

Da kann man nur noch hoffen, dass Jordan bald seinen Hut nehmen muss und durch einen echten konservativen Schweizer Fachmann ersetzt wird.
17.01.15 @ 12:33
Kommentar from: walter roth [Besucher]
Die BAZ hat einen Kommentar drin, der beschreibt das Debakel des EURO einfach und plausibel.

http://bazonline.ch/wirtschaft/das-ende-des-mindestkurses/Der-einzig-richtige-Entscheid/story/23577457
17.01.15 @ 22:09
Kommentar from: Umverteiler [Besucher]
@Al-Harakiri

Am 15. Januar ist über die Cross-Rates ja nicht nur der EUR, sondern auch der USD um 15% gecrasht gegenüber dem Franken.

Dummerweise hat die SNB die 500 Mrd. in US-Dollar- und Euro-Währungsreserven nicht als Noten bzw. physische Geldscheine im Keller liegen, sondern großteils, vermutlich im Ausmaß grösser 95%, als weitgehend unverzinste Staatsanleihen mit einem beachtlichen Kursrisiko, da die Anleihenblase jederzeit reif zum Platzen ist. Die SNB mußte sich ja zins- bzw. renditebringende Fremdwährungstitel ins Depot legen, denn die SNB als ZB will ja schließlich "Geld verdienen". Natürlich hat man neben dem Abwertungsrisiko einer Fremdwährung damit zusätzlich ein Risiko, dass die Kurse dieser Papiere abstürzen können.

Und wenn Draghi diese Euro-Staatsanleihen nicht in seine Bilanz gegen Euro-Scheine nehmen möchte, dann wird Jordan diese "Wertpapiere" auch nicht in physische Geldscheine, herausgegeben von der EZB tauschen können. Es gibt am Markt keine privaten Käufer zinsloser Staatsanleihen, nur "Institutionelle" kaufen Jordan solche Papiere ab, und das Marktvolumen gibt einen Ausverkauf solcher Titel nicht her, ein signifikanter Abbau der angehäuften Papierversprechen auf EUR und USD ist vollkommen unmöglich.

Ergo: die Wertpapiere in USD und Euro in Größenordnung von 500 Mrd. wird die SNB nicht mehr los.

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=> Ergänzung PB: Nur dann, falls die EZB der SNB den Schrott abnimmt, was gar nicht so unwahrscheinlich ist (wenn auch vermutlich nicht sofort). Andernfalls riskiert ja auch die EZB, dass mit der SNB ein so gigantischer potenzieller Verkäufer dieser Papiere im offenen Markt tätig wird und ein Blutbad anrichten kann (worunter aber nat. auch die SNB selbst litte). Also haben beide Seiten ein Interesse, den Schrott "sanft" und in einer "off-market-transaction" aufs EZB-Buch zu bringen. Aber ja, vielleicht bleibt er auch bei der SNB - man wird sehen.
19.01.15 @ 18:55
Kommentar from: Silverager [Besucher]
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Lieber Peter Boehringer, ich liebe gesunden Menschenverstand. :-)

In den deutschen (Lügen-)Medien ebenso in den exportorientierten DAX-Konzernen und natürlich von der Draghi-EZB- wird ständig hervorgehoben, dass nur eine inflationierende Weichwährung wie der Euro eine gute Währung sei. (Da hören und lesen wir Schwachsinn wie: "Deutschland profitiert am meisten von dem Euro.")

Die Schweizer hingegen haben endlich wieder eine Hartwährung. Ich glaube, wenn sich die Erregung über die "Unvorhersehbarkeit" dieser überfälligen Entscheidung gelegt hat, wird die Schweizer Exportindustrie "plötzlich" erkennen, dass sich ja nun die Importe (immerhin ein Großteil der Wertschöpfungskette) in gleichem Umfang verbilligt haben. Und wie in Deutschland zu DM-Zeiten wird mit Kostensenkung und Innovationen der Schock der Aufwertung abgefangen. Schließlich liefert die Schweiz ja überwiegend erstklassige Qualität, die sich immer durchsetzt. Die Schweizer Bürger können sich jedenfalls über die "Sozialdividende" (Prof. Karl Schiller) einer Hartwährung freuen.

*******
=> PB: Danke, meine Rede, Hervorhebungen oben PB.
20.01.15 @ 08:20
Kommentar from: Umverteiler [Besucher]
Jetzt ist's endlich raus, die SNB wird ihre EUR-"Wertpapiere" an die EZB und NZB'en kursschonend los. Natürlich nur maximal 60 Mrd. pro Monat ab März, aber immerhin wird man langfristig das Kursrisiko (nicht aber das Wechselkursrirko) los.
22.01.15 @ 14:54

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