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Bundesbank-Gold: Heimholung 2014 mit 120 Tonnen im psychologischen Plan

von Peter Boehringer E-Mail 19.01.15 12:24:15

Seit eben raus: die schon länger überfällige Meldung der Bundesbank zur Gold-Heimholung 2014:

Die heimgeholten Tonnagen sind mit nun vermeldeten 120 Tonnen noch minimal höher als die von mir erwarteten 100 Tonnen. Das ist positiv zu sehen - und speziell die vielen sensationsheischenden US-Schreiber "BuBa has stopped repatriating!" sind nun endlich auch offiziell widerlegt.

Leider gilt weiterhin das erst neulich hier Geschriebene, denn auch die nun vermeldeten 120 Tonnen sind zu wenig.

"... die Bundesbank würfelt wohl gerade noch aus, welche Zahl sie in der schon verspäteten Pressemeldung für die Heimholungs-Tonnagen 2014 angeben soll. Oder wie man die wahrscheinlich mickrige Zahl für 2014 von voraussichtlich unter 150 Tonnen erklären soll. Und wie man das erneute Einschmelzen der Barren durch Unbekannt in Unbekannt und die Überführungen durch Unbekannt nach Frankfurt in eine sinnvolle PM packt..."

Immerhin: die Bundesbank beendete nun noch relativ zügig die weltweite Anspannung zum Thema - und vermeldete heute die Tonnagen 2014 noch vor der offiziellen Bilanz-PK im März.

Die Fakten der Goldheimholung von heute also (gemäß dpa): 120 Tonnen in 2014, davon 35 Tonnen aus Paris und 85 Tonnen aus NY (davon 50 Tonnen umgeschmolzen...). Man hat also in NY im Dezember 2014 noch einen Jahres-Endspurt hingelegt (vermutlich prophylaktisch im Hinblick auf weiteren öffentlichen Druck durch kommende Veröffentlichungen) - denn die Auslieferungs-Statistiken der Fed bis einschließlich November 2014 hatten mit bis dahin nur 43 Tonnen noch erheblich weniger hergegeben als die nun vermeldeten 85 Tonnen. Mindestens 42 Tonnen müssen alleine nur im Dezember 2014 von der Fed abgerufen worden sein. Der "gold drain" bei der Fed ist also zum Jahresende zügig weitergegangen - die Gesamt-Statistik aller Abrufe aller Länder bei der Fed liegt für Dezember aber noch nicht vor. Offenbar fürchtete die Bundesbank zu starke öffentliche und internationale Debatten, hätte man weniger vermeldet. Die nun berichteten Tonnagen für 2014 sind gerade ausreichend hoch, um die internationale Skepsis am Vorhandensein des Goldes in NY und an der Lieferbereitschaft der Fed nicht noch weiter zu nähren. Es war somit eine Zahl im Rahmen des psychologisch Erwartbaren.

Und natürlich schmolz man wieder mal (ohne Zeugen...) um. Wir warten auch heuer sicher vergebens auf einen Wirtschaftsprüfer, der die Transporte und Umschmelzungen testieren könnte - oder auch nur auf Barrennummernlisten USA-alt und BuBa-neu nach Umschmelzung...

Alles also wieder einmal nur unbelegte Verlautbarung der Bundesbank. Aber heute glauben wir es vorläufig. Hiermit pflichtschuldigst vermeldet. Die Temposteigerung der Bundesbank speziell bei der Heimholung aus NY (85 statt nur 5 Tonnen noch 2013) ist ein Erfolg unseres öffentlichen Drucks.

To be continued. Die Goldheimholung à la Bundesbank ist leider ein Bummel-Marathon, kein Sprint. Statt nach 30 Stunden (30 Jahren) beim aktuellen Heimholungstempo *) sollten wir aber besser schon nach 3 Stunden (Jahren) im Ziel sein! Und unser Startschuss war schon 2012!

*) Durchschnittliche Heimholungen 2013 und 2014: je ca. 78 Tonnen. Damit bei noch ca. 2200 Tonnen im Ausland knapp 30 Jahre bis Abschluss...

9 Kommentare

Kommentar from: Mathias Grassli [Besucher]
*****
Sehr gute Arbeit. Gruss, Mathias.
19.01.15 @ 14:23
Kommentar from: Bert [Besucher]
*****
Ja, die eigenartige Umschmelzerei und das Strecken auf so einen langen Zeitraum, lässt vermuten, dass das bisschen Gold erst kürzlich erworben wurde. Ohne unabhängige Überprüfung der eingegangenen Ware ist die Einlagerungsqualität auf ewig zu hinterfragen, etwa so wie mit dem US-Gold, das in Fort Knox liegt. Da wird ja auch zu Recht gemunkelt, dass der Goldgehalt da nicht wirklich 999,9 ist.

*******
=> AW PB: DA in Fort Knox ist er es sogar sehr sicher nicht. Der Großteil des US-Goldes (falls es vollständig da ist), hat 91,5% Reinheit, da weitgehend bestehend aus umgeschmolzenem Münzgold von unter Roosevelt 1933 konfiszierten Münzen.

19.01.15 @ 14:51
Kommentar from: Bert [Besucher]
Wegen dem Bild (Laut link, im Keller der FED in NY?). Sie sind doch Experte für die Lagerung. Ist es glaubhaft, dass da Gold so gelagert wird? Der Stapel hat ja auch eine gewisse Tiefe und die Belastung des Bodens muss gewaltig sein! Und ein Audit ist so sowieso nicht möglich! Die Bilder aus anderen Lagerstätten sehen da völlig anders aus (Regale, mit viel Luft dazwischen usw.).

*********
=> AW PB: Keiner weiß es sicher, da der letzte Audit des US-Golds, der den Namen verdient, 1953 war. 1974 gab es nochmals eine Show für einige handverlesene Journalisten. Seitdem nur ab und an mal ein Foto angeblich aus den Tresorräumen und immerhin auch 2010 mal eine Barrennummernliste (nur des US-Golds, nicht des deutschen in bei der NY Fed...).
=> Das obenstehende Foto ist uralt. Die uns derzeit als aktuell verkauften sehen etwa so aus wie unten - das ändert aber nichts an der Intransparenz und dem gewaltigen Gewicht auf dem Quadratmeter Boden, die Sie zurecht ansprechen. Auditierbar ist auch hier genau gar nichts! Schon rein physikalisch nicht.
=> Dieses Foto ist übrigens ebenfalls ein offizielles von der NY Fed. Verwendet u.a. auch in offiziellen BuBa-Präsentationen. Mehr dazu im kommenden Buch zum Thema - bitte noch etwas Geduld.

19.01.15 @ 15:20
Kommentar from: franz mlynek [Besucher]
****-
Also, wer glaubt dass es echtes Gold ist, was wir aus USA bekommen, der zieht sich auch die Hose mit der Zange an. Warum wird eine kontrolle vermieden? Na, damit keiner weiss was da ist!
19.01.15 @ 15:26
Kommentar from: LuckyFriday [Besucher]
*****
Im Vergleich dazu, wie Privatleute, etwa als Immobilienbesitzer, zerpflückt werden (Immo-Schätzung periodisch durch Fachleute des Staates und der Bank), Hühnerstall oder Gerätehäuschen im Garten genehmigungspflichtig, ist die beschriebene Aktion "fraktionierte Gold-Rückführung nach Deutschland" absolut hanebüchen, arrogant, elementare Buchhaltungsregeln verhöhnend und sehr fraglich voll legal!

*völlig unverständlich*
19.01.15 @ 16:18
Kommentar from: Harald Neumann [Besucher]
*****
Falls die Bundesbank-Meldung nicht eine glatte Lüge ist, so bin ich schwer beeindruckt: Das sind 115 Tonnen mehr als von mir erwartet bzw. 24mal soviel wie rein logistisch ;-) möglich sein soll, wenn ich eine ältere "Bundesbank-Meldung" noch richtig in Erinnerung habe.

********
=> AW PB: Das war ja das Ziel einer dreistelligen Zahl der BuBa für 2014: endlich mal Ruhe an der Front der öffentlichen Kritik zu bekommen, nachdem man sich schon 2013 blamiert hatte mit nur 37 Tonnen.
=> Darum hatte ich auch 100+ Tonnen erwartet. Aber siehe Blog: weiterhin zu wenig. Es könnte viel schneller gehen - aber ja, die pöhse Logistik ist im Weg...
19.01.15 @ 16:40
Kommentar from: Reinhard [Besucher]
*****
Trotz allem Glückwunsch zu Ihren Interventionen, die die Akteure dazu nötigten, wenigstens 120 Tonnen aus was auch immer rauszuwringen ;-)

Was die Fotos betrifft: sieht aus wie eine mit Goldbronze angemalte Ziegelstapelwand: jeder Bühnenbildner eines Provinztheaters würde das besser hinkriegen - ich verstehe einfach nicht, wie bei so wichtigen Realitätseffekten so geschlampt wird!

********
=> AW PB: Also nochmals: Das ist 91,5%iges Gold (frühere US-Münzen, in Barren umgeschmolzen), darum die andere Färbung als bei Reingold 999.9x. So in dieser 10kg-Form hält die Fed den Großteil ihres Goldes. Die BuBa in NY offiziell eigentlich nicht - trotzdem muss sie immer umschmelzen, wenn was aus USA kommt, seltsam...
=> Die Bilder sind zT uralt. Dennoch offiziell! Das untere wird auch heute noch von der BuBa in offiziellen Präsentationen zum Gold in NY verwendet!
=> Trotzdem ist Zweifeln natürlich erlaubt. Aber Sie pöhser VT´ler zweifeln dann an offiziellen ZB-Aussagen - Gotteslästerung also.
=> Wir zweifeln auch - und arbeiten weiter beharrlich an Aufklärung. Warten auch Sie bitte aufs kommende Buch, danke.
19.01.15 @ 19:30
Kommentar from: Peter [Besucher]
*****
Sehr geehrter Herr Boehringer, es ist sicherlich auch maßgeblich ihr Verdienst, dass wieder mehr Bewegung in die Sache kommt. Danke dafür.
Anja Kohl konnte soeben in der ARD Börse die frohe Botschaft verkünden. :-) Laut Grafik der ARD Börse soll es 2020 so aussehen:
Paris 0t London 440 t New York 1200 t Frankfurt 1900 t.
Übrigens: die Sendung heute war ziemlich Gold-lastig. Es gab wohl eine "Anweisung" der Bundesbank zu ein wenig Propaganda für die Mainstream-Zuschauer.

*******
=> AW PB: Danke zurück, ja es ist ein ständiges "Dranbleiben" seit Anfang 2011. Aber es zahlt sich aus. Das oben ist allerdings der (seit dem 16.1.2013 unveränderte) Planungsstand der Bundesbank. Zwar bereits durch uns damals erzwungen und nach 50 Jahren kompletter Ignorierung aller Frager und BuBa-Kritiker ein Riesenerfolg. Doch damals wie heute trotzdem "too slow, too little" - also nicht zufriedenstellend.
=> Wir-die-Eigentümer wollen (siehe Artikel) 100% des Goldes in Frankfurt haben und nicht nur willkürliche/magere 50%. Nicht bis 2021, sondern baldmöglichst. Und auch in Frankurt sauber auditiert, was ebenfalls Stand heute nicht gewährleistet ist.
=> Von unserer "Treuhänderin" (BuBa) wollen wir danach nur noch Belege, dass alles passt. Keine unbelegten Verlautbarungen wie heute mal wieder.
=> Zur ARD/Kohl-Show: so ist es...
19.01.15 @ 20:05
Kommentar from: wolf [Besucher]
Also ich denke, daß wir mit dem Ergebnis 2014 nun doch zufrieden sein können. Kleinere Mengen wären doch mehr als lächerlich gewesen. Ich hoffe natürlich die Bundesbank hat das Gold nun nicht gekauft!!!

1933 haben die Amerikaner ja das zurückgeforderte Münzgold (915 Teile Reingold und 85 Teile Kupfer) in Barrenform eingeschmolzen und vielleicht wird es ja für Deutschland umgeschmolzen und zwar in eine Reinheit von 999/1000. Könnte das nicht auch so sein?

Trotzdem ob nun 900/1000 oder 999/1000, wichtig ist doch, das wir unsere Gold zurückfordern und es auch bekommen. Ich habe allerdings keinen Zweifel an der Echtheit des Goldes, da bin ich mir wirklich ganz sicher.

********
=> AW PB: An der Echtheit der (wenigen) gelieferten Tonnagen zweifelt ja auch keiner (wir jedenfalls nicht).
=> Zur Umschmelzung: Ihre These ist auch die mehr oder weniger offizielle Begründung der BuBa ("LGD-Standard erreichen"). Aber das beißt sich mit anderen Indizien, die wir haben. Wird im Buch dann sauber erklärt. Man muss da ins Detail gehen.
19.01.15 @ 21:34

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