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Es gibt weiterhin keine Barrenliste der Bundesbank zum deutschen Gold

von Peter Boehringer E-Mail 08.10.15 16:37:29

Aus aktuellem Anlass und da erwartungsgemäß der nationale und internationale Mainstream auf die bewusste Volksverdummung der Bundesbank einer angeblichen "Veröffentlichung der Barrenlisten zum deutschen Staatsgold" voll reingefallen ist, setze ich hier ausnahmsweise nur zwei Links zu eigenen Interviews bzw. Dementi-Artikeln zu genau diesem Thema. Einmal auf deutsch ggü. den Deutschen Wirtschafts Nachrichten - und einmal auf englisch für die internationalen Kritiker sowie Gläubigen der Bundesbank-Propaganda. Unten jeweils nur kurze Anrisse - clicken Sie bitte in beide Artikel rein - es geht auch um andere, globalpolitische Goldthemen:

"Boehringer: Die Bundesbank muss 100 Prozent des deutschen Goldes heimholen" [Auszug]

"Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Sind die Listen, die die Bundesbank heute veröffentlicht hat, aussagekräftig?

Peter Boehringer: Nun, als Initiator der 2011 gestarteten Bürgerinitiative „Holt unser Gold heim“ begrüße ich zunächst, dass die Bundesbank eine unsere ältesten Forderungen nach sehr vielen Jahren nun endlich teilweise erfüllt hat: Die Veröffentlichung detaillierter Barrenlisten zum deutschen Staatsgold hatten wir erstmals explizit im Herbst 2011 von der Bundesbank gefordert. Die nun veröffentlichte Liste sieht mit 2300 Seiten imposant aus. Doch leider hat die Bundesbank zumindest für die Standorte Frankfurt, Paris (Banque de France) und London (Bank of England) auch heute keine exakten, nachprüfbaren Barrennummern veröffentlicht, sondern nur interne sogenannte „Inventarnummern“! Diese erlauben leider keinen Rückschluss auf Hersteller, Herstelldatum und weitere wichtige Barrenmerkmale. Damit wird es für die in dieser Sache, nach unserer fünfjährigen Erfahrung, extrem sensible Weltöffentlichkeit leider auch weiterhin nicht möglich sein, denkbare Doppelerfassungen dieser Barren auch auf anderen Zentralbank- oder Gold-ETF-Bilanzen abzuprüfen, was aber buchhalterisch ganz entscheidend ist, um den exklusiven Eigentumsanspruch der Bundesbank bzw. Deutschlands sicherzustellen! Diese Liste ist somit zwar lang, es fehlt aber weiterhin diese aus unserer Sicht sehr entscheidende Angabe!

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Warum veröffentlicht die Bundesbank die Liste ausgerechnet jetzt? …

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Der US-Ökonom Jim Rickards hat vor Jahren in einem Wargame die Simulation erstellt, dass Russland und China gemeinsam mit einem Gold-Standard den Dollar zu Fall bringen könnten. Alles was seither geschehen ist, geht eher in dieser Richtung als dass es die Annahme widerlegt. Wie sehen Sie das?

Peter Boehringer: Langfristig mag das eine Strategie sein. Noch aber sind die USA militärisch zu stark – damit auch der Dollar, der ja heute durchaus durch u.a. eben dieses Militär „gedeckt“ ist, das noch immer erheblich stärker als das chinesisch-russische ist, auch wenn der Abstand abzunehmen scheint (siehe Syrien-Irak). Zudem haben China und Russland als noch immer faktisch staatliche Zentralplanungswirtschaften mit hohem (Kredit-)Geldbedarf ja eigentlich heute noch gar kein Interesse an einer eigenen goldgedeckten Hartwährung – beide Länder schöpfen ja selbst unglaublich viel eigenes Papier- und Kreditgeld! In diesem Sinne kann ich Rickards‘ spekulative Thesen bzw. seine „Wargame“-Simulation zwar rational nachvollziehen – sehe das aber nicht als kurz- oder mittelfristiges Szenario.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Kann es sein, dass die Bundesbank-Aktion auch in einem solchen globalen Kontext gesehen eine gewisse Relevanz hat?

Peter Boehringer: Nun, alles was die Bundesbank im Goldthema tut und veröffentlicht, ist seit unserer internationalen Parallel-Aktion „Repatriate our Gold“ und seit den ersten Heimholungsankündigungen der Bundesbank im Januar 2013 ein international extrem stark beachtetes Politikum. Es kann darum durchaus sein, dass die heutige Veröffentlichung der Goldbarrenlisten der Bundesbank auch international wieder mehr Vertrauen einbringen sollte – das national wie weltweit in den vergangenen Jahren durch die Goldpolitik der Bundesbank und durch die permanenten Euro-Rettungen extrem gelitten hatte. Es ist kein Zufall, dass just heute sofort nach der Pressemeldung der Bundesbank gleich drei internationale Zeitungen bei uns zum Thema angerufen haben (neben den Deutschen Wirtschafts Nachrichten noch Reuters, Zerohedge und die FT). Und es gibt ja auch inzwischen mehr als 15 Länder mit ähnlichen Goldinitiativen und -diskussionen. Aber man muss auch ganz nüchtern festhalten, dass die Bundesbank diese (leider wieder nur halbgaren) Listen nun einfach endlich liefern musste – der Druck war einfach zu groß – und sie war im Obligo, da ihr Versprechen seit Monaten im Raum stand. ... "

*************

Guest Post by Peter Boehringer: “47 years after 1968, Bundesbank STILL fails to deliver a gold bar number list [Excerpt]

"… This article is intended to dismiss the impression which writers from both BuBa and its “external media department” at Bloomberg are clearly and provocatively trying to give: “Bundesbank to Doubters: Here Is Our Gold. Every. Single. Bit of It. Germany’s central bank has listed all of its gold.”

… For the umpteenth time in 47 years, BuBa yesterday pretended to give transparency regarding Germany’s gold – but again failed miserably. I hereby challenge both BuBa’s Mr Weidmann and Mr Thiele and Bloomberg’s Mr Lorcan Roche Kelly to either withdraw their apodictic and loud but still completely unproven propaganda statement “Here is our gold – finally do believe it you stupid gold bug nutcases!!” – or to prove their so far unfounded and factually wrong statement!

No bar number list was made available by Bundesbank
Everybody can see at first glance that the first column of the “gold bar” list starting on page 7 is headlined “INVENTORY number” rather than “Producer’s Bar number”. An “INVENTORY number” however is something COMPLETELY different than the “Producer’s bar number”! It is a number artificially created on paper or a plastic sticker by the respective central bank which has nothing to do / no connection with the unique Producer´s bar number stamped on the bars physically and irreversibly by the refineries when a bar is cast! The difference is absolutely CRUCIAL
in that the very point of having a REAL gold bar number list is to enable a critical global public of gold experts and independent auditors as well as us-the-people and owners of the gold to check every individual bar not only regarding its physical existence but also to detect double countings on OTHER balance sheets (from central banks, Gold-ETFs, etc.)! The artificial and highly unusual “INVENTORY bar number” method Bundesbank has chosen to now publish “a gold bar list” completely fails in that respect. This list is worthless … We hereby claim that this approach by BuBa and its “sub-custodians” (Banque de France, Bank of England and Federal Reserve) was a DELIBERATE smokescreen chosen to confuse the worldwide public without providing transparency!

The case of the whereabouts and the physical and (un-?)compromised status of Germany’s gold has NOT been closed yesterday by Deutsche Bundesbank! The work has barely begun – but without REAL bar number lists and REAL audits, it CANNOT even BEGIN in earnest. The struggle will have to continue – Bundesbank leaves no other choice to the owners of the gold. And the issue will not go away from the desks of Mr Weidmann and Mr Thiele. “We. Demand. A. Real. Bar. List. Not. Yet. Another. Paper. Trail. Without. Any. Evidence.” "

7 Kommentare

Kommentar from: pingpong [Besucher]
Inventarnummern anstatt eindeutige Nachweise...
Würde das betreffende Gold als Bestandsgut tatsächlich existieren, bräuchte es diese immer wieder Tricksereien nicht. Wieviel Beweis braucht die Öffentlichkeit noch? Das bilanzierte Gold ist sachlich weg!
08.10.15 @ 17:49
Kommentar from: Oblomow [Besucher]
*****
Besonders schön ist doch auch, daß einige Fiat-Money-Freunde uns, die Unterstützer der "Holt unser Gold heim-Initiative" (http://www.gold-action.de/initiative.html) bereits als Kostentreiber (und "Volksschädlinge"?) ausgemacht haben:

"...Die Umlagerungsaktion nach Deutschland ist mit hohen Kosten verbunden: Die Bundesbank muss nicht nur mit viel Aufwand für eine sichere und geheime Überstellung sorgen. Auch die Ausgaben für Versicherung, Verpackung und den eigentlichen Transport der schweren Edelmetallbestände gehen ins Geld. Indirekt tragen damit die Zweifel der Bundesbank-Kritiker dazu bei, den Wert der deutschen Vermögenswerte zu schmälern."

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Bundesbank-deckt-Goldbestaende-auf-article16087606.html

Die Peanuts der Rückführungskosten schädigen also nach Ansicht solcher intellektueller Sparflammenkocher "deutsche Vermögenswerte". Grandios! Aber keine These erscheint jetzt als zu dümmlich, wenn sie denn dem propagandistisch unterstützten Lügengebäude dienlich zu sein erscheinen könnte.

Bankenrettung, Euro-Rettung, ESM, Invasion, etc. -zudem im Gegensatz zur geforderten Rückführung deutschen Goldes alles rechtsbrechende politische Aktionen- müßten in deren verquaster Ideologie dann wohl vermögensmehrend sein? Na, da wird über uns der wahre -politisch-korrekte - Reichtum dann wohl gerade millionenfach über uns ausgeschüttet?

Deutschland, ein Irrenhaus.
08.10.15 @ 19:35
Kommentar from: Hermes12 [Besucher]
*****
Hi, die Veröffentlichung der BUBA ist wertlos.

Barrennummern können nicht angegeben werden, da entweder nicht mehr vorhanden oder nie der BUBA zugeordnet wurden.

Beim Umtausch der Dollarguthaben in Gold, kann die US-Seite durch eine simple Bestätigung des Umtauschs die 400 Unzenbarren virtuell erzeugt haben.

Wären Nummern existierender Barren der BUBA mitgeteilt worden, wäre der Schwindel aufgeflogen, wenn sich eine andere Institution als Eigentümer dieser realen Barren gemeldet hätte.

Eine Mehrfachzuordnung realer Barren, die ehemals vorhanden waren, scheint plausibel.

Kein Wunder, dass nie in den USA eine Inventur durchgeführt wurde. Denn nicht Vorhandenes ist einfach nicht zählbar.
08.10.15 @ 19:42
Kommentar from: Bernhard Hönl [Besucher]
Barren-Nummern?

Ja, genau Barrennummern. Auf Barren 1 steht zb die 1, auf Barren 2 die 2, usw...
Genau so wie in der über 2000langen Inventarliste. Aber Papiergold bleibt eben auch in und auf allen (Papier)-Listen nur Papier.

Alles nur wieder grosses Theater!
08.10.15 @ 21:17
Kommentar from: Peter Boehringer [Mitglied] E-Mail
Die Erkenntnis der Schaumschlägerei auf 2300 Seiten angeblicher „Barrennummernliste“ der Bundesbank hat sich inzwischen bis zu australischen Goldexperten herumgesprochen.
Die Wahrheit geht nun schnell und global herum: Die Bundesbank hat nicht wie versprochen geliefert – die echte Barrennummernliste ist und bleibt auch weiterhin immer mehr überfällig.
Die „Barrennummernliste“ der Bundesbank mit internen, künstlichen, nicht überprüfbaren „Inventarnummern“ ist so, als wenn ein Zuhälter 15 virtuelle (?) oder fremde (?!) Ferraris, 18 Porsches und 20 Rolls Royce mit allen Farbdetails auf einem Blatt Papier auflistet, dann eine große Summe drunterschreibt (5 Mio Dollar oder so) – aber weder Fahrgestellnummern, noch Fahrzeugbriefe noch Fotos herzeigt. Auch keinen Beleihungsgrad der Fahrzeuge. Und dann der staunenden Welt erklärt, dies sei nur ein kleiner Teil seines großen Vermögens – und selbstredend sei er unverliehen und fabrikneu in irgendeiner unzugänglichen Garage.
Bron Sucheckis offizieller Perth Mint Kommentar dazu: „Ungenügend für Inventurzwecke!“.


Bron Suchecki: Bundesbank's gold bar list would fail an Audit

http://www.gata.org bzw. http://research.perthmint.com.au/2015/10/09/bundesbank-publishes-gold-bar-list/ :

"Dear Friend of GATA and Gold: Perth Mint research director Bron Suchecki agrees today that the German Bundesbank's gold bar list, published this week, is completely inadequate and would never be sufficient for audit purposes."

10.10.15 @ 07:48
Kommentar from: Peter T. [Besucher]
*****
Ich bin schon auf die nächste Finte der BuBa gespannt. Auf die Erklärung warum nur Inventarnummern und keine Barrennummern auch!

Ich wünsche der Initiative weiterhin viel Erfolg!
11.10.15 @ 00:02
Kommentar from: Oblomow [Besucher]
*****
Die Lügensysteme stehen vor dem Untergang. Die maßgeblichen Protagonisten wissen darum. Sie werden sich mit ALLEN Mitteln dagegen wehren, daß die Systeme als als entlarvt werden, was sie sind und es einfach nur crasht.

Es scheint einen Wettlauf zu geben zwischen Marktkräften, die mittels eines Crashs, eine Chance für Neudenken und Neuanfang- allerdings ohne den GESAMTEN bisherigen politfunktionärlichen und darin eingebetteten rechtsbrechend rechtsprechenden Balast- bieten könnte und der Implementierung eines neuen, längst (vor-)erdachten Totalitarismus.

Ich befürchte, die Herrschenden gewinnen den Wettlauf. Auch die Wahlergebnisse in Österreich weisen m.E. auf die fortdauernde Verblödung der Untertanen- die sich so ja immer noch nicht nicht sehen- hin.
11.10.15 @ 23:26

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