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Kategorie: Edelmetalle & Rohstoffe

40 Jahre danach: noch immer sind 'die Spekulanten' schuld

von Peter Boehringer E-Mail 12.08.11 13:55:36

Farbige Titelseite des Handelsblatts am heutigen 12. August 2011: „Die Stunde der Spekulanten“. Gleich dreimal wird diese so griffige Formel dann noch wortgleich in Überschriften wiederholt. Sinngemäß heute auch in vielen anderen Blättern. Und natürlich wird dabei nicht –was noch nachvollziehbar wäre– eine seit vielen Jahren andauernde aggressiv-spekulative angelsächsische Kampagne gegen Europa (ungleich EUropa!) thematisiert, sondern eine nebulöse, anonyme und natürlich irrationale „Unvernunft“. Ein massenhaftes Versagen der Marktlogik sozusagen, für das „die Spekulanten“ aber trotz ihres Versagens irgendwie nie mit Verlusten bestraft werden, sondern trotz „fehlerhaften“ Anlageverhaltens sogar ständig noch Gewinne scheffeln... XX( Dass sich das Handelsblatt dabei nicht einmal entblödet, auf derselben Titelseite [Sprechblasen-Kommentare im Bild von mir] ganz groß positive Werbung für das eigene 14-seitige HB-Geld-Spezial zu machen, mit dem auch „Der Spekulative“ Anlegertyp über Hebelzertifikate viel Geld verdienen soll, spricht für sich selbst. Aber innere Widersprüche fechten den Mainstream nicht an. Hauptsache, das Blatt wird jeden Tag gefüllt.

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Reduziert der Fiskus die Abgeltungssteuer auf Goldderivate?

von Peter Boehringer E-Mail 07.07.11 11:09:35

Heute ist ein hoher Feiertag. Seit gestern haben wir die Zusage von Finanzminister Schäuble persönlich, dass Gold- und Silberzertifikate künftig nur noch einer ermäßigten Abgeltungssteuer unterliegen werden. Und sogar Kursgewinne auf gewöhnliche Aktien werden Abgeltungssteuer-reduziert werden.

Das glauben Sie nicht? Nun - es ist zugegebenermaßen meine eigene -allerdings wohl begründete- Interpretation der Pressekonferenz, die Schäuble gestern zu geplanten "Steuersenkungen" gegeben hat. Diese dürfen zwar offenbar nicht so heißen - aber es kommt sogar besser für den Bürger, denn Schäuble sprach vom "Verzicht auf nicht gewollte Steuereinnahmen" [sic!]. Und gemäß dem heutigen Wirtschafts-Leitartikel in der Süddeutschen ("Der Fiskus will nicht jedes Geld") meint Schäuble mit "nicht gewollten Einnahmen" folgendes:

"Nicht gewollte Einnahmen sind nach Schäubles Worten solche, die dem Staat durch kalte Progression zufließen. Diese schlägt immer dann zu, wenn die Lohnabschlüsse unter oder gleich der Preissteigerung des vergangenen Jahres liegen. Weil ... [der Steuerzahler] im Steuertarif aber trotzdem nach oben rutscht, hat er real weniger in der Tasche."

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Voßkuhle negiert explizit den Geists des Grundgesetzes

von Peter Boehringer E-Mail 06.07.11 13:19:31

Die gestrige Anhörung des BVerfG zu den Euro-Rettungsschirmen von 2010 (...) war eigentlich schon nach einem Satz in Voßkuhles einleitendem Statement inhaltlich beendet. Das Ergebnis "Ja zu Bailouts" steht bereits seit diesem Satz offiziös fest (in Wirklichkeit natürlich schon lange vorher). Das BVerfG wird sich der entscheidenden Frage im Verfahren gar nicht erst widmen! Passend zusammengefasst wurde diese zwar erwartbare - aber dennoch schmerzliche und für den Rechtsstaat und die Gesellschaft folgenschwere Erkenntnis heute von einem unabhängigen Fondsmanager in dessen Rundbrief:

"Die oberste Witzfigur unserer Judikative, Herr Voßkuhle, gibt gleich zum Auftakt des Verfahrens um die Veruntreuung von Steuergeldern kund, dass sein Senat keine ökonomische Würdigung der Rettungsschirme vornehmen werde. :!: Damit bleibt er in der Tradition der Rechtsprechung der zwanziger und dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts. Ein Verfassungsgerichtspräsident, der die auch zutiefst ökonomische Funktion der Verfassung negiert, indem er sich einer ökonomischen Analyse der Implikationen der Bailout-Politik erklärtermassen verschliesst, der hat entweder von seiner Funktion im Staat nichts verstanden oder er prostituiert sich bedingungslos für die Regierungslinie."

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Statt Drachme: neues GR-Rettungspaket über 65 Mrd EUR

von Peter Boehringer E-Mail 31.05.11 10:34:45

Um ein Wort von Mark Twain abzuwandeln: Meldungen über den griechischen EUro-Tod sind stark übertrieben. Nicht dass der griechische EUro nicht sterbenskrank wäre - aber die Lebensverlängerer von Berlin und Brüssel stehen bei Fuß und entlassen den griechischen Patienten nicht aus dem EUro-Leben. Dies trotz eines potenziellen Skandals auf höchster griechischer Regierungsebene.

Die SZ immerhin berichtete im Gegensatz zu vielen anderen Mainstream-Medien schon vor einiger Zeit über die unfassbare Story, dass die griechische Regierung seit 2009 über Staatsfirmen griechische Staatsanleihen im Milliarden-Maßstab per CDS shortet.

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Panik bei der Papiersilber-Kabale

von Peter Boehringer E-Mail 05.05.11 10:28:59

Stellen Sie sich vor, Sie hätten sich als Silberbug für einen Monat aus dem Internet ausgeklinkt und den Silberpreis nicht beobachtet - auch nicht via Zeitung. Vom 5. April bis zum heutigen 5. Mai waren Sie auf Südsee-Reise - finanziert zB über die Silber-Kursgewinne von September 2010 bis März 2011. Sie schalten also heute morgen den PC an und sehen ... nichts. 38 $/oz - business as usual: exakt der Preis pro Unze, bei dem Sie vor vier Wochen den PC abgeschaltet hatten.

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