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Gold und Bitcoin - Wider das Finanzsystem

von Benjamin Last E-Mail 05.12.14 13:01:49

Jeder der eine größere Menge Vermögen anhäuft, steht vor dem Problem es zu verwalten, zu vermehren und zu sichern. Während Negativzinsen und Inflation die Vermögensmehrung bereits zu einem Glücksspiel machen, zeigt die Vergangenheit, dass auch die Vermögenssicherung kein Selbstläufer mehr ist.

In Europa begann es mit der isländischen Kaupthing Bank. Am 9. Oktober 2008 stellte die Bank alle Zahlungen ein und wurde unter staatliche Verwaltung gestellt. 34.000 deutsche Sparer kamen nicht an ihr Geld. Unter anderem dank massiver Intervention der damaligen Bundesregierung, wurden ihnen jedoch alle Einlagen im Sommer 2009 zurückgezahlt. Sie kamen noch einmal mit dem Schrecken davon.

Weniger glücklich waren die Zyprioten. Als die Cyprus Popular Bank sowie die Bank of Cyprus ins Schlingern gerieten, kamen die Einwohner der Mittelmeerinsel nicht mehr an ihr Geld. Zwangsabgaben wurden ins Spiel gebracht, fallen gelassen und wieder angedacht. Inzwischen zeichnet sich ab, dass Anleger mit mehr als 100.000 Euro auf dem Konto ihr Geld nicht wiedersehen werden. Noch immer sind Kapitalverkehrskontrollen zwischen Zypern und dem Rest der Welt in Kraft.

Als das Vertrauen in das europäische Bankensystem immer weiter nachließ, führte die Europäische Bankenaufsicht einen Stresstest durch, der die Stabilität der Banken bezeugen sollte. Dieser entpuppte sich schnell als reine PR-Maßnahme, als die Dexiabank, dritte im Stresstest, bereits zwei Monate später in Schieflage geriet, mit Milliarden Euro Steuergeldern gerettet und aufgespalten wurde.

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Ob der aktuelle Stresstest der EZB aussagekräftiger ist, wird die Zeit zeigen.

Dass all diese Fälle zur hektischen Betriebssamkeit der Politik führten, die Gesetze des Marktes außer Kraft gesetzt wurden und Milliarden an Steuergeldern aufgewendet wurden um Banken, die vorgeblich too Big too Fail sind, aufzufangen hat einen simplen Grund. Das gesamte Finanzsystem ist Schuldbasiert. Zahlt jemand Geld auf “sein” Konto bei der Bank ein, so gehört das Geld nicht mehr ihm. Stattdessen erwirbt er lediglich einen schuldrechtlichen Anspruch gegen die Bank. Geht die Bank pleite, ist dieser Anspruch wertlos. Der Sparer - und Wähler! - ist enteignet.

Aber nicht nur bei Geld auf elektronischen Konten trägt man das Insolvenzrisiko der Bank. Alle modernen Finanzinstrumente sind des einen Vermögen und des anderen Verbindlichkeit. Insbesondere der Derivatemarkt - bestehend aus Zertifikaten, Optionen, Asset-Backed-Securities und allerlei anderer Finanzmagie - ist voll von undurchschaubaren Kreditrisiken. Dies wurde besonders deutlich bei der Pleite der amerikanischen Lehman Brothers. Deutschen Sparern wurden reihenweise Zertifikate dieser Bank angedreht. Als sie dann Pleite ging, waren all die schönen Papiergeldversprechen wertlos und es begann eine Klagewelle gegen die vermittelnden Banken. Auch die deutsche IKB hat sich mit entsprechenden Finanzinstrumenten verzockt und wurde mit Milliarden Steuergeldern gerettet.

Aber nicht nur solche komplizierten Papiere basieren auf der Schuld anderer. Auch klassische Aktien, Anleihen und Altersvorsorgeprodukte wie die Riesterrente und sogar die gesetzliche Rente basieren darauf, dass jemand anderes genügend Geld hat um einen auszubezahlen.

Dieses Netz aus gegenseitiger Verschuldung ist unglaublich anfällig und kann in sich zusammenbrechen, wenn nur ein Glied der Kette reißt. Daher haben die Leser dieser Seiten sich umgeschaut und nach einem Vermögenswert gesucht, dass nicht gleichzeitig die Verbindlichkeit eines anderen ist. Gefunden haben sie es mit Gold, Silber und den Platinmetallen. Eine Unze Gold ist eine Unze Gold. Gold geht nicht pleite. Gold verschwindet nicht aus dem Tresor und sagt “Ich zahle nicht!”. Gold ist ein non-correlating asset.

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Aber seit 2009 gibt es ein weiteres Finanzinstrument, dass nicht gleichzeitig das Schuldversprechen eines anderen ist. Bitcoin kommt, wie im letzten Artikel beschrieben, durch das Mining, d.h. Rechenleistung, in die Welt. Danach existieren sie unabhängig in der Blockchain. Ob der Miner, der diese Bitcoin errechnet hat, pleite geht oder nicht, hat für die geschaffenen Coins keine Bedeutung. Bitcoin existieren, solange das Internet existiert und sich nur ein Mensch findet, der die Blockchain am Leben hält.

Wie Gold haben Bitcoin über ihre Verwendung als Währung zur Zeit keinen größeren Nutzen. Gegenüber Gold sind Bitcoin zwar noch sehr volatil, eignen sich daher wohl noch nicht zur langfristigen Wertspeicherung. Sie haben aber den Vorteil der einfacheren Übertragbarkeit sowie der unproblematischen Teilbarkeit. Wer einen Kilobarren Gold mit sich rumträgt, kann nicht mal eben ein Überraschungsei kaufen. Wer den entsprechenden Wert in Bitcoin auf seinem Smartphone hat, hat hier kein Problem.

Bitcoin teilen sich also die positiven Eigenschaften mit Gold. Zwar bringen sie nicht die Sicherheit einer 6000 Jahre alten Tradition mit sich. Dafür sind sie im digitalen Zeitalter angekommen und lassen sich ohne Verzögerung in die ganze Welt verschicken. Wer dem schuldbasierten Papiergeldsystem entfliehen will, ist meiner Meinung nach gut beraten, neben Edelmetallen auch ein paar Bitcoin zu halten. Ein Bitcoin kostet zur Zeit ungefähr so viel wie 10 Gramm Gold. Das Risiko nach unten ist also begrenzt. Aber der Preisanstieg während der Zypernkrise zeigt, dass die Gewinne potenziell absurd hoch sein können.

Der Autor schreibt regelmäßig für die Yacuna Ltd., der Betreiberin des Sofortshops Yacuna-Direct.com, wo Kryptowährung gegen Sofortüberweisung ohne Registrierung erworben werden kann.

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2 Kommentare

Kommentar from: Bert [Besucher]
Gold kann ich im Garten vergraben. Bei Bitcoin hat der Staat bereits die Hand drauf, wie man vor Kurzem gesehen hat. Erst wenn Bitcoin als geprägtes Edelmetall-Privatgeld, in einer freien Konkurrenz, zugelassen ist, ist es auch Wertspeicher. Und nur um das geht es, der Rest folgt logisch nach.
05.12.14 @ 13:43
Kommentar from: frank keler [Besucher]
“Fool me once your fault, fool me twice my fault

Für die die es noch nicht gemerkt haben, es gibt keinen Goldpreis, keinen Silberpreis, keinen Dax oder Dow Jones.

Es gibt keine BIT COINS.. ---(bit coin ist nur ein anderer bescheuerter, lachhafter Trick die Deppen auszunehmen, welcher aber wie immer hundertprozentig funktioniert.)
Nachdem die Massen in jeder erdenklicher Weise ausgenommen wurden … Aktienblase , Neuer Markt. Immobilienblase.. sollte da nicht mal irgendjemand ein Licht aufgehen?

Wo würde den der Goldpreis stehen, angesichts der weltweiten Probleme, wenn er nicht bis zum Abwinken manipuliert würde? Wo im Keller müssten die Aktienindizes in der heutigen wirtschaftlichen und politischen Realität stehen? Wo die Bondmärkte der überschuldetet Volkswirtschaften und Firmen?
Was ein Schwachsinn dass sogenannten Experten mit ernster Miene irgendwelche dummen Prognosen abgeben.

Es gibt nämlich keine verschiedenen Devisenpreise/ Wechselkurse für Dollar und Euro oder für egal welche Währung. (wer denn sollte dies Alles täglich erfassen?) Es gibt auch keine Geschichtsschreibung der letzten 200 Jahre, welche diesen Ausdruck nur annähernd verdient hätte.. denn das sind ´´ausschließlich eine Menge von Lügen´´.

Alles ist eine gigantische Manipulation.. nach einigen Tagen Recherche jedoch, stößt man auf die ´´ Bank of international settlement´´ und deren Macht dahinter.

Dass diese einfache Tatsache immer noch nicht kapiert wird, kann nur daran liegen dass immer noch nicht erkannt wurde, wie das Geldsystem wirklich funktioniert und wie dieses Machtvakuum zustande kam.

Denn diese logische Schlussfolgerung wirft die Frage auf ob wirklich jemand glaubt , dass die kriminellen Machenschaften welche diese Macht an sich gerissen hat, nur das kleinste Interesse an fairen Märkten oder an einer funktionieren Kultur, respektive einer Wirtschaft hätten, die den Namen ´´Wirtschaft oder Gerechtigkeit ´´nur annähernd verdienen kann
05.12.14 @ 18:03

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