Silber: 10-Jahres-Rekordwert bei den COT-Daten
von Peter Boehringer
31.12.11 14:17:31
Silberbugs mussten 2011 unterm Strich eine geringfügige Negativ-Rendite hinnehmen, was zwar eine Outperformance des Dax (-15%) bedeutet – jedoch die Silberbullen nicht zufriedenstellen wird (Gold + 13% in 2011). Aber zum Jahresende soll hier einmal auf einen sehr wichtigen Aspekt der relativen Underperformance von Silber seit dem kurzfristigen Übertreibungshoch im April (> 45 $/oz) hingewiesen werden:
Die COT-Daten zeigen regelmäßig die Positionierungen wichtiger Marktteilnehmer-Gruppen am Comex-Future Handel mit Papiersilber auf. Papiersilber ist zwar langfristig nicht entscheidend für die absoluten Preise von Silber. Wegen der quantitativ gewaltigen Dominanz von Papier-Silber (Handelsvolumen etwa 50-100 zu 1 ggü. physisch gehandeltem Silber!) ist die Comex jedoch leider kurz- und mittelfristig ein wichtiger Preisbestimmungsfaktor.
Stuft Barroso, die USA, GB, die EU, den EUR und S&P herab
von Peter Boehringer
06.12.11 13:29:10
Aufmacher heute im Print-Handelsblatt unter Bezug auf die gestrigen Beschlüsse von Merkozy: „Der Staatskollaps wird künftig ausgeschlossen“.
Da der Andruck des Handelsblattes schon um 19 Uhr war, konnte die Redaktion sich nicht mehr durch die Ratingagentur „Standard & Poor´s“ eines Besseren belehren lassen, die dann um 20.30 Uhr praktisch alle EUR-Staaten auf „negativen Ausblick“ gesenkt hat – darunter auch sechs bisherige Triple-A-Staaten der EUR-Zone – und darunter auch Deutschland selbst! Ein nun möglicher Downgrade sogar Deutschlands aber wäre nach einigen weiteren Herabstufungen in den Folgejahren mangels Haftungssubstanz mit AAA-Bonität faktisch das Ende der EURO-Bailouts – und damit dann der sichere Staatskollaps aller PIGS. Hat S&P somit direkt auf Merkozy geantwortet?
Freies Geld = freie Liebe: Fed-EZB lassen (Be)Deckung fallen
von Peter Boehringer
22.09.11 13:49:31
Für uns nicht wirklich überraschend – deswegen aber nicht weniger skandalös: Die EZB lässt nun jede noch verbliebene Qualitätsanforderung an Deckung und Werthaltigkeit hinterlegungsfähiger (=monetisierbarer) Sicherheiten fallen. Siehe dazu den Kommentar unter der folgenden Meldung. Und auf vielfachen Wunsch einer [auf den Goldseiten täglich kommentierenden] lautstarken einköpfigen Partei, die uns nicht immer wieder „einseitige und kurzsichtige anti-EURopäische Berichterstattung“ vorwerfen können soll, finden Sie etwas weiter unten stehend dann noch mehr „food for thought“ – diesmal eher US- und Fed-zentriert. Schließlich ist der Sozialismus zugunsten der Banken und zu Lasten der Massenkaufkraft und der Menschen ja nun in der Tat keine EURopäische Erfindung. Das Prädikat „invented here“ verdienen eindeutig die Fed und ihre Eigner und ihre noch immer weitgehend amerikanischen „primary dealer“: „Sozialismus à la carte und für die Banken“ betreibt die Fed schon seit mindestens 2007/8 – insoweit ist der o.g. einköpfigen Partei durchaus zuzustimmen. Doch die EZB und die Satrapen der Weltregierung in den EUropäischen Parlamenten ziehen seit 2010 gewaltig nach. Dies in allererster Linie mit deutschem Steuergeld und mit aus dem Nichts geschöpften Kreditgeld bzw. mit abstrusen „Garantie“-Konstrukten, welche ohne deutsche Substanz und Bonität keinen Tag überleben würden! Daher zunächst zu den neuesten „Errungenschaften“ der EZB:
Gold und freie Marktwirtschaft; ESM und EU-Planwirtschaft
von Peter Boehringer
16.09.11 18:23:14
Wie genial, unbestechlich und unbürokratisch einfach war in manchen Dingen doch das gute alte System des klassischen Goldstandards, das via Bretton Woods immerhin im Außenhandel noch bis 1971 konserviert worden war. Und wie schwierig ist dagegen die hohe Kunst der Makroklempnerei Makrosteuerung im Außen- bzw. EU-Binnenhandel anno 2011. Heute bedarf es einer EU-Kommission mit Zehntausenden von Zuarbeitern, Lobbyisten und internationalistischen „Beratern“ sowie eines EU-Parlaments mit fast 1000 MdEUPs und ebenfalls zehntausendköpfigem Wasserkopf, um im Außenhandel „Stabilität“ hereinzubekommen und so einfach Dinge wie ausufernde Leistungsbilanzüberschüsse und -defizite in den Griff zu bekommen.
40 Jahre danach: noch immer sind 'die Spekulanten' schuld
von Peter Boehringer
12.08.11 13:55:36
Farbige Titelseite des Handelsblatts am heutigen 12. August 2011: „Die Stunde der Spekulanten“. Gleich dreimal wird diese so griffige Formel dann noch wortgleich in Überschriften wiederholt. Sinngemäß heute auch in vielen anderen Blättern. Und natürlich wird dabei nicht –was noch nachvollziehbar wäre– eine seit vielen Jahren andauernde aggressiv-spekulative angelsächsische Kampagne gegen Europa (ungleich EUropa!) thematisiert, sondern eine nebulöse, anonyme und natürlich irrationale „Unvernunft“. Ein massenhaftes Versagen der Marktlogik sozusagen, für das „die Spekulanten“ aber trotz ihres Versagens irgendwie nie mit Verlusten bestraft werden, sondern trotz „fehlerhaften“ Anlageverhaltens sogar ständig noch Gewinne scheffeln...
Dass sich das Handelsblatt dabei nicht einmal entblödet, auf derselben Titelseite [Sprechblasen-Kommentare im Bild von mir] ganz groß positive Werbung für das eigene 14-seitige HB-Geld-Spezial zu machen, mit dem auch „Der Spekulative“ Anlegertyp über Hebelzertifikate viel Geld verdienen soll, spricht für sich selbst. Aber innere Widersprüche fechten den Mainstream nicht an. Hauptsache, das Blatt wird jeden Tag gefüllt.







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