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Notenbanken drucken und werten die Währungen ab

von Tim Schieferstein E-Mail 24.07.16 10:36:09

Die EZB beließ auf ihrer Sitzung am Mittwoch den Leitzins unverändert bei 0,00% und den Einlagensatz bei -0,4%. Die monatlichen Käufe von Staatsanleihen im Volumen von 80 Mrd. Euro monatlich sollen unverändert bis März 2017 andauern, was die Papiergeldmenge um den entsprechenden Betrag ausweiten und den Euro so sukzessive entwerten wird. Die zehnjährigen Bundesanleihen fielen wieder in den negativen Bereich. Ansonsten gab es keine nennenswerten Marktreaktionen auf das Sitzungsergebnis, wobei der Goldpreis – nach einem kurzzeitigen Rückgang als Reaktion auf die Rede des Zentralbankchefs Mario Draghi – zusammen mit Silber nach oben schoss, nachdem am Vormittag bereits signifikante charttechnische Unterstützungen erreicht wurden.

Der folgende Chart zeigt die Ausweitung der Geldmenge M1, dem kleinsten Aggregat, seit der Jahrtausendwende. Diese Geldmenge wurde durch die EZB zunehmend inflationiert (aufgebläht), wodurch der Euro entwertet wurde. Dies erklärt warum viele Menschen den Euro auch „Teuro“ nennen, da sich viele Preise des alltäglichen Lebens seit seiner Einführung vervielfachten. Nur die von der Regierung geschaffenen Statistiken verschleiern geschickt diese Geldentwertung. Die grüne Linie zeigt die Projektion des künftigen Anstiegs der Geldmenge bis März 2017, wenn weiterhin 80 Mrd. Euro monatlich frisch gedruckt werden.

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Das Drucken von frischen Papiereuros nimmt kein Ende.

Wertet der Euro ab, so steigt der relative Wert der stärksten Währung Gold im Vergleich zum Papiereuro zwangsweise an. Die Geldmengenausweitung führte dementsprechend auch zu einem nahezu gleichzeitigen Anstieg des Goldpreises, was der nächste Chart eindrucksvoll unter Beweis stellt. Man kann es also als sicher ansehen, dass das weitere Drucken von Papiereuros zu einem weiteren Anstieg des Goldpreises in Euro führen wird.

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Gold muss wie die Geldmenge weiter ansteigen.

Auf der Notenbanksitzung sagte Draghi weiterhin, dass der Finanzmarkt den Brexit-Schock gut verdaut habe und die begonnene Konjunkturerholung nun anhalten sollte. Dennoch sei der EZB-Rat bereit – wenn nötig mit allen Mitteln, die innerhalb des Mandats liegen – zu reagieren, sollte es zu Turbulenzen kommen. Die Daten signalisieren anhaltendes, moderates Wachstum im zweiten Quartal – auch wenn dieses geringer als im Vorquartal ausfallen dürfte. Zu der Problematik der notleidenden Kredite bei vor allem italienischen Banken, stellte er klar, dass die Regulatorien die notwendige Flexibilität für außergewöhnliche Umstände bei Bankhilfen beinhalten würden, worauf sich die Bankaktien sofort an den Märkten erholten.

Nachdem die Banken durch die unbegrenzte Liquidität seitens der EZB wieder solvent sind, haben diese durch die, das System rettende, Negativzinspolitik ein Problem mit ihrer Profitabilität, das schwerer zu lösen sein dürfte. Damit die Zinsen nicht ansteigen und die Märkte nicht kollabieren, kauft die EZB bereits seit einiger Zeit nebst Staatsanleihen auch Unternehmensanleihen auf. Einige nationale Notenbanken haben Listen der erworbenen Anleihen veröffentlicht, die sich wie eine Liste der DAX und MDax Unternehmen liest. Zu den auf den Listen genannten Unternehmen gehören u.a.: Allianz, Bayer, BMW, Continental, Dt. Bahn, Dt. Börse, Dt. Post, Dt. Lufthansa, Dt. Telekom, Eon, K+S, MAN und Linde. Dadurch können sich die großen Unternehmen leichter und günstiger verschulden, während kleine sowie mittelständische Unternehmen einen Wettbewerbsnachteil durch relativ höhere Finanzierungskosten erleiden. Dies führt dazu, dass der Mittelstand im Verhältnis zu den Großunternehmen weiter schrumpft, was in einem kapitalistischen System eher umgekehrt ablaufen würde, da kleine Unternehmen zumeist flexibler und innovativer sind als Großunternehmen mit starren Strukturen. Die EZB hält mittlerweile 440 verschiedene Anleihen im Volumen von 10,4 Mrd. Euro, von denen lediglich die Hälfte ein B-Rating besitzt. 37 Unternehmen werden dagegen auf Ramschstatus gehandelt. Ohne die Anleihen der EZB wären diese womöglich bankrottgefährdet. Alleine die Bundesbank hält Anleihen von 42 Unternehmen, die so über den Steuerzahler subventioniert werden. Investoren können sich bei einem Kauf dieser Anleihen sicherer sein als bei anderen Anleihen, da die EZB diese Anleihen wohl nie wieder abstoßen und Kurspflege betreiben wird. Sollten theoretisch irgendwann alle diese Anleihen doch auf Ramschstatus heruntergestuft werden, so würde der Steuerzahler wahrscheinlich eher dafür geradestehen müssen, als, dass man auf die Idee käme diese Anteile noch rechtzeitig zu verkaufen. Somit weisen diese Anleihen der Unternehmen ein geringeres Risiko auf als Anleihen von Unternehmen, die sich nicht auf der Liste der von der EZB gekauften Anleihen befinden.

In Japan sagte Kuroda bereits am Mittwoch, dass „Helikoptergeld weder nötig noch möglich wäre“. Dies entspricht exakt unseren Erwartungen: Frisch gedrucktes Geld wird nur selektiv in das Bankensystem und an gewisse Adressen laufen, jedoch nicht mit der Gießkanne gleichmäßig an die gesamte Bevölkerungen verteilt. Die völlig faktenlosen Gerüchte, Ben Bernanke hätte Japan dazu gedrängt Helikoptergeld zur Verfügung zu stellen, hatten die Aktienmärkte in den letzten Handelstagen auf neue Hochs getrieben und den Yen einbrechen lassen. Immerhin denkt Kuroda darüber nach, den fiskalischen Stimulus von 10 auf 20 Billionen Yen zu erhöhen, was die japanische Zentralbank Bank of Japan (kurz: BoJ) natürlich über die Druckerpresse finanzieren müsste. Das einzige Interesse der BoJ ist es, das Bankensystem und den Staat über die Druckerpresse zu finanzieren, jedoch nicht die Menschen, die über die Abwertung der Währung diesen Vermögenstransfer letztlich bezahlen müssen. Eher wird der komplette Staatshaushalt über die Notenbanken finanziert und alle Schulden an den Märkten durch eine Zentralbank aufgekauft werden, bevor die Notenbanken Geld an die Bevölkerungen verteilen. Geld wird in der Zukunft sintflutartig die Märkte überschwemmen – jedoch nicht die privaten Konten der Bürger.

Wie weit können Gold und Silber noch ansteigen?

Gold steht heute mit 1.326$ je Feinunze bereits deutlich höher als zum Hoch des Jahres 1980 bei 850$ je Feinunze. Natürlich ist diese Betrachtung nur nominal und ein US-Dollar von heute ist längst nicht so viel wert, wie im Jahr 1980, weshalb man die Inflation und den Kaufkraftverlust der Papierwährungen berücksichtigen muss. Real steht der Goldpreis aufgrund der Inflation der Geldmenge durch die US-Notenbank gerade einmal bei 9,4% des damaligen Hochs, was bedeutet, dass Gold noch um das Zehnfache ansteigen müsste, damit Gold real ähnlich bewertet wäre, wie im Jahr 1980. Auch wenn keine weiteren QE-Programme mehr kämen, so hätte Gold noch genügend Potenzial nach oben. Drucken die Notenbanken jedoch weiter Papiergeld, so erhöht sich das nominale Anstiegspotenzial immer weiter.

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Gold notiert real nur bei 10% des Hochs von 1980.

Im Silber ist die Situation sogar noch drastischer, da der Preis für die Feinunze gerade einmal bei 2,67% des Hochs aus dem Jahr 1980 notiert. Demnach müsste der Silberpreis noch um das 35-fache ansteigen, um annähernd das damalige reale Hoch zu erreichen. Heute existiert jedoch nicht mehr so viel physisches Silber wie damals in den Tresoren, sodass man davon ausgehen kann, dass der Preis noch höher steigen wird, wenn Silber erst einmal extrem nachgefragt und knapp wird.

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Silber müsste noch um das 35-fache ansteigen, um das Hoch von 1980 zu erreichen.

Beide Edelmetalle sind real massiv unterbewertet und stellen die wahrscheinlich beste und sicherste Anlageform für die nächste Dekade dar. Angesichts des enormen Potenzials des Gold- und Silberpreises, scheint es unnötig auf einen Rücksetzer zu warten und man sollte sich mehr für die Entwicklung der kommenden zehn Jahre positionieren und gleich investieren, sofern man denn langfristig physisches Gold halten will.

Wann kommt der große Rums?

von Wolfgang Arnold22.07.16 11:49:54

Die Federal Reserve hat bisher gewartet. Jede kleinste Erschütterung hätte das wackelnde Gebäude zum Einsturz gebracht und dem Kandidaten, den man verhindern wollte, aufs Podest verholfen.

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Billiges Geld treibt Aktien und Gold

von Tim Schieferstein E-Mail 16.07.16 08:47:40

Erstmals in der Geschichte konnte der Bund am Mittwoch eine Staatsanleihe mit zehnjähriger Laufzeit und einem negativen Kupon mit einer durchschnittlichen Rendite von -0,05% am Markt platzieren. Neue Gläubiger der Bundesregierung erhielten erstmals keinen Ausgleich für einen Kredit an den Staat über 10 Jahre hinweg, sondern müssen noch etwas draufzahlen, was dem gesunden Menschenverstand zuwider geht. 80% aller japanischen und deutschen Staatsanleihen notieren bereits im negativen Bereich sowie 25% des gesamten weltweiten Marktes. Darüber hinaus werden 275 Mrd. US-Dollar an europäischen Unternehmensanleihen bereits im negativen Bereich gehandelt.

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Niedrigzinsen sind der Vorbote des Systemzusammenbruchs.


Möglich ist dies nur durch die verantwortungslose Geldpolitik der Zentralbanken weltweit, die seit 2008 alles am Markt aufkaufen und gegen frisch gedrucktes Papiergeld monetarisieren, was ausfallgefährdet ist oder einen Zusammenbruch des Kreditgeldsystems anstoßen könnte. Einen Exit aus dieser Politik gibt es nur noch über höhere Preise, höhere Zinsen und eine Abwertung der Währungen mit einer Umverteilung der weltweiten Vermögen hin zu dem Bankenkartell, deren Eigner und den größten Schuldnern. Je länger Zinsen durch die Ausweitung der Geldmenge unnatürlich künstlich niedrig gehalten werden, desto stärker werden deren Anstiege infolge dieser planwirtschaftlichen Eingriffe werden. In wenigen Jahren, sobald das Vertrauen in den faulen Zauber der Notenbanken und ihre Papierwähren verflogen sein wird, werden die weltweiten Zinsmärkte weit in den zwei- oder sogar dreistelligen Bereich springen. Dann wird die Stunde des Goldes schlagen, das im Vergleich zu allen anderen Vermögensklassen nicht nur seinen realen Wert halten, sondern durch die erhöhte Nachfrage auch einen realen Kaufkraftgewinn erfahren wird.

Gerüchte um mehr QE-Programme mit noch mehr billigem Geld gaben den Aktienmärkten in dieser Woche Auftrieb, nachdem Ben Bernanke nach Japan flog und Gerüchten nach dort Premierminister Shinzo Abe und den Chef der Bank of Japan (BoJ) Kuroda treffen sollte. Abe, der für seine expansive Geldpolitik bekannt ist, will seine Bemühungen im Kampf gegen die Deflation des Kreditberges verstärken. Medien spekulierten völlig faktenlos über mögliches Helikopter-Geld, das in Japan lanciert werden sollte. Das traf natürlich in keinster Weise zu. Dennoch geht es bei dem Besuch Bernankes um ein koordiniertes Vorgehen bei der Abwertung der Weltwährungen unter der Führung des Hegemon USA mit seinem US-Dollar.

„Die Menschen wissen, dass Inflation den realen Wert von Staatsschulden erodiert, weshalb es im Interesse der Regierung ist etwas Inflation zu erzeugen.“ Ben Bernanke, ehemaliger Chef der US-Notenbank

Der japanische Aktienmarkt kletterte aufgrund der Gerüchte 4% nach oben und der japanische Yen verlor zum US-Dollar 2%, was die längst überfällige Korrektur des Yen wahrscheinlich eingeleitet hat. Womöglich wird die japanische Notenbank Ende Juli eine Ausweitung des Ankaufprogramms für Staatsanleihen bekanntgeben, worauf der Yen in den kommenden Monaten wieder auf 123 Yen je Dollar abschmieren könnte.


Mehr Geld benötigen auch die italienischen Banken, die kurz vor dem Bankrott stehen, sowie auch die Deutsche Bank, deren Aktie dabei ist zu einem Penny-Stock zu verfallen. So forderte der Chef-Ökonom der Deutschen Bank erst kürzlich einen weiteren 150 Mrd. schweren Bail Out auf Kosten der Steuerzahler für die europäischen Banken. Man darf sich sicher sein, dass spätestens dann, wenn die ersten Banken tatsächlich in akute Liquiditätsprobleme kommen, die Notenbanken Gewehr bei Fuß stehen und die Steuergelder über Hilfs- und Rettungsprogramme bereitwillig verteilen werden.


Nach dem Brexit konnten sich die Aktienmärkte sofort von dem Schock über das Votum Großbritanniens für den Austritt aus der Europäischen Union und von dem spekulativen Abverkauf erholen. Vor einer Woche wurden dann neue US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht, die sehr gut ausfielen und die negativen Erwartungen der Investoren zerschmetterten. Daraufhin gab es kein Halten mehr und der amerikanische Aktienmarkt konnte anhand des S&P500 auf ein neues Allzeithoch ansteigen. Von einer Verkaufspanik hin zu einer Kaufpanik vergingen gerade einmal zwei Wochen und nachdem die Masse der Marktteilnehmer bärisch für Aktien gestimmt und demensprechend Short positioniert war, droht jetzt mit dem Überschreiten wichtiger Widerstände am Aktienmarkt ein Short-Squeeze. Dies könnte eine weitere kurzfristige Rallye am Aktienmarkt auslösen, die den S&P500 noch einmal 100-200 Punkte nach oben heben könnte.


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Der primäre Grund, warum wir seit Monaten an einem weiteren Einbruch des Aktienmarktes zweifelten, liegt darin begründet, dass diese real seit dem Jahr 2000 bereits stark eingebrochen sind und nur das billige Geld der Notenbanken für eine nominalen Preisinflation sorgte. Im Verhältnis zu Gold, das die Geldmengenausweitungen ebenfalls bereits eskomptiert hat, fiel der breite amerikanische Aktienmarkt S&P500 um 70%. Dies zeigt, dass Gold das bessere Investment in den vergangenen 15 Jahren war und dass sich die Aktienmärkte real längst in einem Bärenmarkt befinden. Nominal sorgt das viele frisch gedruckte Geld jedoch dafür, dass die Pegel immer weiter ansteigen und die Aktienmärkte inflationsbedingt nominal mit nach oben getrieben werden – wenn auch nicht so stark wie Gold, weshalb nun starke Einbrüche am Aktienmarkt ausbleiben könnten. Wer die vergangenen 15 Jahre Aktien gehalten hat, hat somit real 70% seines Vermögens verloren. Auch in den nächsten zehn Jahren ist davon auszugehen, dass die Aktienmärkte in der kommenden Weltwirtschaftskrise real weiterhin fallen werden, während sie nominal durchaus ansteigen können. Gold und Silber werden hingegen viel stärker ansteigen und anstatt eines realen Verlustes wie am Aktienmarkt sogar einen realen Gewinn vorweisen können.


Bank of England wartet noch ab

Viele Marktteilnehmer hatten nach dem Brexit mit 86% Wahrscheinlichkeit auf eine Zinsanhebung in England gesetzt, während es vor dem Brexit nur 11% waren. Die hohen Erwartungen der Märkte wurden jedoch nicht erfüllt, denn die Mitglieder der BoE stimmten in dieser Woche 8:1 dafür, dass die Zinsen unverändert bei 0,5% verharren und 9:1, dass das Ankaufprogramm unverändert bei einem Volumen von 375 Mrd. Pfund vorerst bleiben wird. Die Spekulanten, die jedoch mit einer weiteren Geldmengenausweitung gerechnet hatten und auf ein weiter fallendes britisches Pfund wetteten, mussten ihre Shorts am Markt eindecken und das Pfund stieg wie der Phönix aus der Asche um über zwei US-Cent binnen Sekunden in einem Short-Squeeze auf fast 1,35 USD an. Der Terminmarkt ist ohnehin seit langer Zeit überverkauft und eine zyklische Erholung des britisches Pfunds jetzt möglich. Wir hatten vermutet, dass es sich bei dem Einbruch des Pfunds um einen Sell Off handeln könnte, den das Smart Money nutz, um Dollar abzustoßen und in das Pfund zu gehen.

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Das Pfund könnte jetzt zu einer Erholung ansetzen.

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Gold in Pfund stieg 50% in diesem Jahr.

Der Goldpreis in britischen Pfund stieg in diesem Jahr zeitweise um 50% an, sodass eine kurzfristige Erholung bis an das Ausbruchsniveau bei 900 Pfund je Feinunze durchaus gut möglich wäre, was dann die Basis für einen weiteren Anstieg legen würde, wenn gegen Ende des Jahres die Geldmenge wieder ausgeweitet wird in England.

Wirtschaftskrise ante portas? Dann ist Gold der sichere Hafen!

von Tim Schieferstein E-Mail 09.07.16 12:50:05

Gold erreichte in dieser Woche mit 1.375$ den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren und in Euro mit 1.243$ den höchsten Stand seit drei Jahren. Gold ist in Euro bereits seit über zweieinhalb Jahren wieder in einem Aufwärtstrend und wir rieten in der Vergangenheit immer dazu, Gold bei einem Test des Aufwärtstrends zu akkumulieren. Seit Jahresbeginn kann der Goldpreis in Euro daher einen Anstieg von 25% vorweisen. Dies ist erst der Vorgeschmack auf einen neuen langfristigen Bullenmarkt mit weiter steigenden Preisen in den kommenden zehn Jahren.

Gold in Euro

Gold in Euro befindet sich bereits seit über 2 ½ Jahren wieder im Aufwärtstrend.

Der größte Gold-ETF „SPDR“ erhielt in den letzten Tagen noch einmal starke Zuflüsse von 30 Tonnen auf 978 Tonnen, was die enorme physische Nachfrage seitens institutioneller Investoren widerspiegelt. Solange die physische Nachfrage so stark bleibt, kann der Goldpreis auch weiter ansteigen. Erst dann, wenn diese Nachfrage ein kurzzeitiges Ende findet, ist mit einer kurzen Zwischenkorrektur im langfristigen Anstieg des Goldpreises zu rechnen.

SPDR Gold Trust

Institutionelle Investoren fliehen aus dem Aktien- und Anleihemarkt in den sicheren Hafen Gold.

Die Ursache für den dramatischen Anstieg des Goldpreises in diesem Jahr waren Ereignisse, Risiken und Turbulenzen an den Märkten, die auf eine weitere große Wirtschafts- und Finanzkrise hindeuten. So waren Investoren gezwungen, zumindest einen kleinen Teil ihrer Gelder in den sicheren Hafen Gold umzuschichten. Die Negativzinspolitik (NIRP), das Ende des Zinsanhebungszyklus in den USA und zuletzt das Brexit-Votum sorgten dafür, dass erst Gold und dann auch Silber extrem nachgefragt wurden und ihre Preise schließlich in die Höhe schossen.

Die Lage an den Finanzmärkten spitzt sich weiter zu und es gibt sehr viele Gründe weiterhin Edelmetalle zu akkumulieren. Beispielsweise sanken die Auftragseingänge in der US-Industrie den neunzehnten Monat in Folge. Seit den 60er Jahren befand sich die US-Wirtschaft immer in einer deutlichen Rezession bei ähnlichen Rückgängen. Nach Angaben der Notenbanker und staatlichen Statistiker befindet sich diese immer noch auf einem Erholungskurs. Die real längst existente Rezession wird bereits lange Zeit durch Regierungen und Notenbanken verschleiert, da entsprechende Reaktionen aus Wirtschaft und Kapitalmärkten befürchtet werden. Diese wären durchaus dazu in der Lage, die Deflation der Kreditgeldmenge zu beschleunigen. Noch mehr Geld aus den Druckerpressen wäre dann notwendig, um einen Kollaps des Bankenkartells zu verhindern, was zu einer Interventionsspirale mit dem Ankauf aller Schulden durch die Notenbanken bis hin zur Hyperinflation führen könnte, weshalb man den Weg der statistischen Fälschung geht.

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Die Auftragseingänge in den USA weisen auf eine längst existente Rezession hin.

Solange dem so ist, müssen die Aktienmärkte nicht einbrechen. Die massive Ausweitung der Basisgeldmenge sorgt dafür, dass diese zumindest nominal ihre hohen Niveaus halten können, während sie sich inflationsbereinigt längst in einem Bärenmarkt befinden. Selbst nominal dürften die Aktienmärkte nicht zu einer Rallye anziehe. Wenn die 10-jährigen Staatsanleihen in den USA bei 1,39% rentieren, während diese in Deutschland, Finnland, Holland, Frankreich, Belgien und Österreich mit 0% oder teilweise negativ rentieren, fehlt jedem Fondmanager die Alternative, die es in früheren kapitalistischen Zeiten immer gab. Ein Kauf dieser Staatsanleihen gleicht einem Kauf des Aktienmarktes 2% vor dem Hoch eines langfristigen Bullenmarktes, wobei man nur verlieren kann. In Zeiten, in denen bereits 10 Billionen Dollar an Staatsanleihen negativ rentieren und eine Cash Haltung aufgrund negativer Einlagezinsen, hoher Kosten sowie der Inflation keine Alternative darstellt, bleiben nur der Aktienmarkt und Sachwerte wie Gold als einzige mögliche Alternative. Das ganze sozialistische Geldsystem ist krank und die Situation an den Märkten schreit förmlich danach, dass in den nächsten Jahren große Verwerfungen stattfinden werden.

In Europa erreichte mit dem Brexit eine erneute Bankenkrise ihr Hoch und die Deutsche Bank ist kurz davor erstmals einstellig an der Börse zu notieren. Der italienische Ministerpräsident bezeichnete die Deutsche Bank kürzlich als die insolventeste Bank ganz Europas, da sie 75 Billionen Euro an Derivatenrisiko trägt, was dem zwanzigfachen des deutschen und dem fünffachen des europäischen BIPs entspricht. Auch die Bremer Landesbank steht wegen fauler Schiffskredite kurz vor dem Zusammenbruch, sodass Maßnahmen längst in Vorbereitung sein dürften, um das Bankensystem zu schützen und einen Zusammenbruch wie im Jahr 2008 zu verhindern. In England ist die Immobilienblase nach dem Brexit dabei zu platzen, nachdem die planwirtschaftlich künstlich niedrigen Zinsen zu einer massiven Fehlallokation im Immobiliensektor sorgten und diese erst entstehen ließ. Nachdem zwei britische Immobilienfonds in dieser Woche nach herben Verlusten von 15% eingefroren wurden, gingen auch andere Immobilienfonds in den freien Fall über. Einige weitere Fonds wurden bereits vom Handel ausgesetzt. Dies weckt berechtigte Erinnerungen an die Subprime-Immobilienkrise in den USA, die 2007 der erste Dominostein war, der die Banken-, Finanz- und Weltwirtschaftskrise von 2008 auslöste.

Gold/Kupfer Ratio weist auf Rezession hin

Ein weiterer Indikator, der eine Wirtschaftskrise anzeigt, ist das Ratio von Gold zu Kupfer. Kupfer wird auch landläufig „Dr. Copper“ genannt, da dessen Preis ein guter Indikator dafür ist, ob sich die Weltwirtschaft in einem Aufschwung oder in einer Rezession befindet. Natürlich macht eine langfristige Betrachtung eines Rohstoffes in Papierwährungen gemessen aufgrund der Inflation nicht viel Sinn, weshalb nichts näher liegt als Kupfer in der härtesten Währung der Welt, nämlich Gold, zu bewerten.

Ein extrem hohes Gold/Kupfer Ratio ist ein Indiz für wirtschaftliche Schwäche, Krisen und Depressionen. So sieht man, dass die Stagflation der 70er Jahre, sowie die Weltwirtschaftskrise 2008 von einem Anstieg des Ratios begleitet wurden. Dies ist logisch, da der Preis von Kupfer mit nachlassender Nachfrage in einem wirtschaftlich schwachen Umfeld fällt, während der Goldpreis konstant bleibt oder aufgrund von Fluchtbewegungen in sichere Häfen sogar ansteigt.

Seit dem Jahr 2011 befindet sich der Kupferpreis bereits wieder in einem Abwärtstrend, was uns schon längere Zeit anzeigt, dass die wirtschaftliche Erholung weltweit nur auf billiges Zentralbankgeld gebaut ist und keinen nachhaltigen Bestand haben wird.

Gold /Copper Ratio

Der reale Kupferpreis zeigt, dass sich die Weltwirtschaft bereits in einem konjunkturellen Abschwung befindet.

Das Ratio von Gold zu Palladium, das eine ähnliche Indikation wie Kupfer liefert, zeigt zwar eine erste Schwäche, doch noch nicht in dem Ausmaß, wie wir diese im Kupfer sehen. Dies liegt daran, dass Palladium in der Industrie nicht so breit verwendet wird wie Dr. Copper und die Autoindustrie, in der es seine Hauptverwendung findet, bis dato noch durch die Niedrigzinsen konjunkturell gestützt wird. Dennoch zeigt der Anstieg des Ratios, dass es Probleme im System gibt, wobei das Ratio von Gold zu Palladium erst dann steigen wird, wenn die Wirtschaftskrise offen tobt. Damit ist das Ratio ein nachlaufender bzw. später Indikator.

Gold /Palladium Ratio

Die industrielle Nachfrage nach Palladium lässt langsam nach, was ebenso auf eine Rezession hindeutet.

Mehr Papierwährung aus der Druckerpresse!

In diesem Umfeld fehlt der US-Notenbank die Grundlage einer Zinsanhebung – zumindest solange die Preissteigerungsrate nicht über drei Prozent zum Vorjahr wächst oder sich der Arbeitsmarkt und das Wirtschaftsumfeld schlagartig verbessern. Am Mittwochabend zeigte das Protokoll der letzten Notenbanksitzung, dass die Mitglieder des Offenmarktausschusses von den sehr schlechten US-Arbeitsmarktdaten im letzten Monat überrascht wurden und man auf den Ausgang des UK-Referendums warten wollte, bevor man eine Entscheidung zu einer Zinsanhebung treffen würde. Einige Mitglieder waren angeblich gegen eine zu lange Verzögerung einer Anhebung. Doch angesichts der Geschehnisse und Gefahren für das Bankensystem durch einen Wirtschaftseinbruch der letzten Monate, ist dem Markt längst klar, dass man bis Jahresende keine weitere Zinsanhebung wagen wird. Dies scheint auch bereits in den Märkten eingepreist zu sein, da es nach Veröffentlichung des FED-Protokolls am Mittwochabend zu keinen nennenswerten Schwankungen an den Märkten kam. Angesichts dessen, dass die Marktteilnehmer bereits beginnen ihr Geld aus den Märkten abzuziehen, dürfte es sogar wahrscheinlich sein, dass die US-Notenbank zu einer Neuauflage des QE-Programms gezwungen wird, um die Zombie-Banken weiter funktionsfähig zu halten.

Interessant wird daher der US-Arbeitsmarktbericht, der am heutigen Freitagnachmittag erscheinen wird. Sollte dieser schlecht ausfallen, so könnten Gold und Silber einen weiteren Schub erfahren, während gute Arbeitsmarktdaten eine Konsolidierung einläuten dürften. Hier kann es zu starken Ausschlägen kommen, sollten die Arbeitsmarktdaten gut ausfallen und die Vormonatsstatistik nach oben hin revidiert werden. Der Marktkonsens liegt bei 180 Tsd. neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft in den USA – und sollten es 225 Tsd. sein, so dürften die Aktienmärkte haussieren, wogegen sie bei unter 125 Tsd. neuen Stellen einbrechen dürften. Bei den Edelmetallen wird es sich entsprechend diametral gegensätzlich verhalten. Die Schwankungen an den Märkten bei sehr guten Zahlen könnten enorm sein, weshalb man heute Nachmittag keine Risiken am Markt eingehen und seine Positionen absichern sollte. Die Entwicklung in der US-Industrie sowie weitere Arbeitsmarktindikatoren weisen darauf hin, dass die Daten schlecht ausfallen könnten, doch muss man den statistischen Ämtern politische Einflussnahmen auf die Märkte unterstellen. So ist nicht auszuschließen, dass die Daten auch gut ausfallen. Schlechte Arbeitsmarktdaten würden weiter steigende Edelmetallpreise stützen.

Brandheißer Tipp

von Wolfgang Arnold06.07.16 21:19:46

Wer schon einmal darüber nachgedacht hat, Gold für medizinische oder therapeutische Anwendungen einzusetzen, sollte die Gelegenheit nicht versäumen, jetzt noch die erforderlichen Goldelektroden zu einem günstigen Preis zu kaufen.

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