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Marktanalyse 2014

von Tim Schieferstein E-Mail 21.03.14 10:33:53

Outperformer 2014 - Gold und Silber
http://www.youtube.com/watch?v=TdXTwtf9YGc

Beobachtete man die Preisentwicklung von Silber und Gold in den drei vergangenen Jahren und insbesondere in 2013 nur oberflächlich, so könnte man den Eindruck erlangen, dass die Ära des Edelmetalls anscheinend vorbei sei, wie es auch die Studie der Société Générale aus dem ersten Quartal letzten Jahres ausdrückte. Ein genauerer Blick hinter die Fassade lässt jedoch

auch die umgekehrte Erkenntnis zu, dass gerade die preisdämpfenden Einflüsse langsam auslaufen und sich in diesem Jahr sogar in Preistreibende umkehren.

Die Genese der Goldpreisdepression in 2013

In einem Wechselbad der Gefühle fanden sich die Edelmetallinvestoren im vergangenen Jahr wieder. Mit 30 Prozent Preisrückgang in Euro gerechnet gerieten die Goldnotierungen unter die Räder. Fast 40 Prozent verlor der Silberpreis auf Eurobasis. Auch wenn der Wertrückgang für die Besitzer von Gold und Silber sehr schmerzhaft war, Schnäppchenjäger nutzten die Gelegenheit und sorgten global für Rekordabsätze von Barren und Münzen.

Seit dem Start der Edelmetallrallye im Jahre 2001 gab es alleinig in der zweiten Jahreshälfte 2008 ein gleichartig ausgeprägtes Missverhältnis zwischen Nachfrage und Preis. Zu dem Zeitpunkt führte die heraufziehende Finanzkrise die Spekulanten in die Bredouille, ihre auf Kredit angeschafften Papierkontrakte zu veräußern, während zeitgleich die physische Nachfrage explodierte.

Mitte April 2013 begann der Kursrutsch im Zusammenhang mit der Aufforderung des Präsidenten der Europäischen Zentral Bank, Mario Draghi, an die Zentralbank Zyperns 14 Tonnen Gold zur Kompensation der Verluste durch Hilfskredite an das zypriotische Bankensystem ab zu stoßen. Durch die panische Reaktion des Goldterminmarktes auf diese Forderung Draghis sank der Preis des gelben Edelmetalls innerhalb weniger Tage um annähernd 15 Prozent.
Indien, der größte Goldimporteur Weltweit, bestimmte ca. zwei Wochen später auch noch neue Einfuhrbeschränkungen für Gold und Silber, um das überbordende Handelsbilanzdefizit unter Kontrolle zu bringen. In Folge schlitterten die Notierungen der Metalle bis zum Juli auf neue periodische Tiefststände.

Überdies wurden die Preise das gesamte Jahr über durch starke Ausflüsse aus Gold-ETFs, vorrangig in den USA, beschwert. Insgesamt 881 Tonnen wurden durch die Goldfonds auf den Markt geworfen. Vor allem Portfolioinvestoren mussten auf das schlechte Marktsentiment und die fallenden Kurse eingehen. Sie versuchten durch Liquidierung ihrer ETF-Anteile Verlusten aus dem Weg zu gehen.

Preistreibende Impulse für 2014
Trotz anhaltendem enormen Strom an Anlagegold aus den Exchange Traded Funds bis in das Jahr 2014, stabilisierte sich der Goldpreis bereits seit Juli vergangenen Jahres und lies seit dem kein neues Kurstief mehr erkennen. Einen ausschlaggebenden Grund hierfür findet man in den Berichten des Schlussquartals 2013, die die amerikanische Börsenaufsicht (SEC) vorlegte. So hatte sich die Einstellung vieler ehemaliger Goldpessimisten gedreht und zu enormen Käufen von Metall und Minenaktien geführt. Auch Namhafte Institutionen wie Warren Buffet und Goldman Sachs reagierten mit Käufen auf dem ermäßigten Preisniveau, auch wenn ihre öffentlichen Meinung zu den Edelmetallen Gold und Silber nach wie vor Gegenteiliges vermuten lässt – „The Wolf of Wallstreet“ lässt grüßen.

2014 ergeben sich auch hergeführt aus den Ereignissen des Vorjahres starke Preis- und Nachfrageimpulse für die edlen Metalle. Die Ausflüsse aus ETFs sind abgeebbt und kehren sich nun sogar um. Um die Volks-Wut an der Wahlurne zur Parlamentswahl im April/Mai zu mildern, und so auch dem wachsenden Missmut der Goldlobbyisten zu entgehen, plant Indien die Einfuhrbeschränkungen zu lösen. Terminmarktteilnehmer, die dennoch vermehrt auf fallende Kurse gesetzt haben, werden gerade auf dem falschen Fuß überrascht und sind gezwungen zu kaufen. Nicht vergessen werden darf auch das Reich der Mitte. Durch die erhöhte Nachfrage macht sich China zum neuen Nettoimporteur Weltmeister.

Durch die sich weiter stetig aufblähende weltweite Geldmenge - trotz „Tapering“ der US-Notenbank ebenso wie die weltweiten Schulden bildet sich ein sehr positives Umfeld für Edelmetalle 2014 und macht es wahrscheinlich, dass Gold und Silber auf jeden Fall zu den Outperformern im laufenden Jahr zählen können.

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Über die GoldSilberShop.de GmbH:
Die GoldSilberShop.de GmbH wurde 2012 gegründet und ist eine Tochtergesellschaft der Finanzdienstleistung-Holding VSP Financial Services AG aus Wiesbaden. Die Gesellschaft offeriert unter www.goldsilbershop.de online Direktanlagen in Gold- und Silberbarren bzw. –münzen sowie dazu passende Lagerlösungen und Diamanten. Der Versand erfolgt sicher und direkt an den Anleger nach Hause. Als Mitglied des Berufsverbands des Deutschen Münzenfachhandels e. V. ist die Gesellschaft bestrebt, auch Aufklärungsarbeit für Edelmetall-Investments zu leisten.

Über Hannes Zipfel als Autor der Marktanalyse:
Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Geldtheorie war Hannes Zipfel als Financial Adviser für die deutsche Direktbanktochter Cortal Consors S.A. der französischen Großbank BNP Paribas tätig. Er war maßgeblich am Aufbau des Bereichs Anlageberatung beteiligt und als Manager Anlagestrategie mitverantwortlich für die Allokation der Musterportfolios. Zudem fungierte Hannes Zipfel als Mitglied des Anlageausschusses und Fachreferent für Finanzmarktthemen. 2006 machte sich Zipfel als Fachreferent selbständig und war u. a. Autor der Monatspublikation "Finanzmärkte aktuell – Konjunktur, Märkte, Portfolio". 2008 wurde Zipfel als Vorsitzender des Asset Management Ausschusses der Top Ten Portfolio Management GmbH berufen und übernahm 2010 die Position des Chefökonomen bei der MK Luxinvest S.A. in Luxemburg. Seit dem 1. Januar 2011 ist Hannes Zipfel Vorstand und Chefökonom der VSP Financial Services AG in Wiesbaden sowie als Chefökonom der GoldSilberShop.de GmbH tätig.

2 Kommentare

Kommentar from: mongole [Besucher]
Die Worte hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Seit dem Goldabsturz vor mehr als einem Jahr liest man mindestens wöchentlich, mithin inzwischen mehr als fünfzig Mal, dass Gold nur noch einen Boden testen müsse und dann folge ein mehr oder minder rasanter Aufschwung. Auf den warten wir allerdings bis heute. Was gestern als Grund für den Abschwung angeführt wurde, wird heute als Grund für einen (bescheidenen) Aufschwung genannt. Aber wo massiv manipuliert wird, dort haben alle Marktkonstanten ihre Bedeutung für Prognosen verloren.
21.03.14 @ 13:12
Kommentar from: Marco Freundl [Mitglied] E-Mail
Hm..., Gold und Silber kann man relativ gut prognostizieren, da der Markt recht klein ist!

Dass es möglich ist habe ich hier: http://www.goldseitenblog.com/marco_freundl/index.php/2013/02/20/edelmetalle-vor-einem-blutbad und jüngst auch hier: http://www.bayerngold.blogspot.de/2014/03/silber-mit-potential-nach-oben-aber.html bewiesen.

Ich würde in der Regel die entgegengesetzte Richtung der Mehrheit handeln. Derzeit könnte sich der Markt aber wirklich in einer Bodenbildungsphase befinden, das erste Mal seit einigen Jahren. Dafür sprechen die Minen, die im Vergleich zum Standardmarkt extrem zurückgeblieben sind (http://www.bayerngold.blogspot.de/2013/12/noch-mehr-grafiken-zu-den-minen.html). Ebenso sprechen die Softcommoditys dafür, welche derzeit "schnelle und extreme" Gewinne verbuchen.

Mittelfristige Positionen würde ich derzeit dennoch nicht aufbauen und nur kurzfristig aktiv werden. Wer bereits physische Ware besitzt kann sich das ganze von der Seitenlinie betrachten und abwarten. Denn kurzfristig bekommen die Edelmetalle derzeit wieder einen Dämpfer, vielleicht sogar als Vorbote einer Aktienmarktkorrektur. Daher sehe ich kurzfristig wieder Probleme im Edelmetallsektor. Finden die Edelmetalle dieses Jahr keinen Boden, dann wohl erst 2015/2016.
26.03.14 @ 20:42

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