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Marktanalyse 2014/3

von Tim Schieferstein E-Mail 07.04.14 21:53:55

Taper-Fake und Zinserhöhungs-Missverständnis
Bei den monetären Edelmetallen Gold und Silber keimte seit Anfang des Jahres die Hoffnung auf eine Trendwende auf. Vor allem die Krise in der Ukraine sowie auf der Krim sorgten dafür, dass wieder vermehrt Anleger in Edelmetalle investierten, um mögliche Risiken aus Wertpapieren zu kompensieren. Gold beispielsweise konnte den ausgebildeten mittelfristigen Abwärtstrend verlassen und sogar die Zweihunderttagedurchschnittslinie durchbrechen. Beim Durchschneiden der Fünzigtagedurchschnittslinie durch die Zweihunderttagelinie konnte sogar das "Goldene Kreuz" ausgebildet werden, das von Charttechnikern als positive Trendwende angesehen wurde. Auch Silber entwickelte sich wunschgemäß und konnte sogar Werte von 22 US-Dollar pro Feinunze erreichen. Damit konnte auch das silberne Edelmetall die Zweihunderttage-Durchschnittslinie durchbrechen.

Physische Nachfrage auf Rekordniveau
Angesichts der Krim-Krise hatte sich auch die physische Nachfrage nach Barren und Münzen deutlich erhöht. Doch nicht nur westliche Staaten und Privatanleger investierten zunehmend in Gold und Silber, auch China importierte rund 430 Tonnen und damit 30 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Größter staatlicher Käufer war jedoch der Irak, der im ersten Quartal gut 36 Tonnen Gold erwarb. Auch Russland stockte die vorhandenen Goldreserven um sieben Tonnen auf nun 1.035 Tonnen auf.
Als Käufer für Gold traten letztlich auch die zahlreichen Gold-ETF´s auf, die ihre Bestände nach längeren Verkaufsphasen wieder aufbauten. Gleiches galt für Silber-ETF´s, die zeitweise sogar Rekordvolumina erreichten.

Stimmung trübt sich ein
Trotz dieser positiven Zahlen aus dem ersten Quartal 2014 trübt sich die Stimmung jetzt wieder ein. Die Kursverluste der vergangenen Tage zeigen, dass die Hoffnung auf weiter steigende Kurse wohl nicht erfüllt werden kann. Als Gründe hierfür kann unter anderem die Konfliktlösung in der Ukraine genannt werden. Aber auch die Ankündigung der Fed, die Zinsen schon im April/Mai 2015 wieder zu erhöhen und gleichzeitig das Anleihekaufprogramm um weitere zehn Milliarden Euro pro Monat zurückzufahren, sorgen für Verkäufe und damit für sinkende Preise.

Missverständnis zur Zinssenkung
Dennoch gibt es derzeit bullische Tatsachen, die die aktuelle Stimmung ins Positive drehen könnten. Dies ist zum einen die Zinssenkungsankündigung der Fed, die nach Aussagen der Präsidentin Janet Yellen nicht so konkret war, wie sie in den Medien dargestellt wurde. Frau Yellen versuchte hiermit lediglich, einen Journalisten zu beruhigen, der unbedingt ein Datum für eine mögliche Zinssenkung haben wollte. Grundlage für eine tatsächliche Zinssenkung ist dieses Datum jedoch nicht, denn nach Ansicht Yellens ist die US-Wirtschaft derzeit noch lange nicht in der Lage, steigende Zinsen zu verkraften. Sie zeigte in Chigaco am 31. März 2014 sogar fünf Gründe auf, warum sie weiterhin an einer Niedrigzinspolitik festhalten will:

- US-Wirtschaft befindet sich nach wie vor in einer "erheblichen Flaute"
- Niedrige Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent nur wegen zahlreicher Teilzeitjobs
- Vollbeschäftigung noch lange nicht erreicht
- Viele Amerikaner fühlen eher Rezession statt Erholung

Diese Gründe zeigen, dass die Fed-Präsidentin eine mögliche Zinserhöhung sehr behutsam vornehmen und diese ganz sicher nicht überstürzen wird. Dies zeigt auch die jüngste Entscheidung zur Zinsanhebung. Bislang war gesetzlich festgeschrieben, dass die Leitzinsen ab einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent automatisch angehoben werden. Dieser Automatismus wurde jetzt aufgehoben.

Kaum Folgen des Taperings
Auch das Tapering, das von vielen Edelmetallinvestoren als negativ betrachtet wird, wird kaum Auswirkungen auf die Geldmenge haben. Diese weitere sich den jüngsten Erhebungen zufolge sogar auf 34,73 Prozent aus und stieg damit trotz Tapering, wie die folgende Grafik zeigt:

Der Grund hierfür ist ein "Trick" der Notenbank, durch den die Nachfrage nach Staatsanleihen weiterhin auf einem hohen Niveau bleibt, obwohl die Fed selbst diese nicht mehr ankauft. Der Ankauf erfolgt vielmehr durch die amerikanischen Geschäftsbanken, die diese Anleihen als Geld- und Ertragsanlage nutzen. Sie erzielen hierdurch Einnahmen durch die Zinskupons. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, die Staatsanleihen bei der Fed zu hinterlegen, um einen Wertpapierkredit zu erhalten und sich zu refinanzieren. Diese Praxis ist nicht nur clever, sondern für die Banken auch sehr lukrativ, denn der Fed-Zins von 0,06 Prozent liegt deutlich unter dem Anleihe-Zins, was enorme Gewinne verspricht. Und da die Banken quasi ohne Limit Staatsanleihen kaufen können, ist das Tapering hiermit mehr als kompensiert.


Geldmenge bleibt weiter auf hohem Niveau
Durch dieses Vorgehen haben die Amerikaner einen besonderen Weg gefunden, die Staatsfinanzierung weiterhin zu sichern und damit die Geldmenge auf dem jetzigen hohen Niveau zu belassen. Sie wird sich hierdurch sogar noch weiter ausweiten. Auch die Staatsverschuldung steigt zunehmend, das wiederum enorme Risiken mit sich bringt. Einen Kollaps des Systems wird es vermutlich aber dennoch nicht geben, da Staat, Banken und Zentralbank so eng miteinander verbunden sind, dass keiner dem anderen weh tun wird. Verlierer sind lediglich Sparer und Anleger, die eine schleichende Enteignung und Geldentwertung hinnehmen müssen.

Daher ist es nach wie vor wichtig, alternative Geldanlagen zu wählen und in Gold und Silber zu investieren. Kurz- und mittelfristig werden hier dann auch die Kurse wieder steigen.

Weiterführende Informationen bietet die gesamte Online-Konferenz der GoldSilberShop.de GmbH, die unter https://www.youtube.com/watch?v=YNm3C1XosMk abgerufen werden kann.

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Über die GoldSilberShop.de GmbH:
Die GoldSilberShop.de GmbH wurde 2012 gegründet und ist eine Tochtergesellschaft der Finanzdienstleistung-Holding VSP Financial Services AG aus Wiesbaden. Die Gesellschaft offeriert unter www.goldsilbershop.de online Direktanlagen in Gold- und Silberbarren bzw. –münzen sowie dazu passende Lagerlösungen und Diamanten. Der Versand erfolgt sicher und direkt an den Anleger nach Hause. Als Mitglied des Berufsverbands des Deutschen Münzenfachhandels e. V. ist die Gesellschaft bestrebt, auch Aufklärungsarbeit für Edelmetall-Investments zu leisten.

Über Hannes Zipfel als Autor der Marktanalyse:
Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Geldtheorie war Hannes Zipfel als Financial Adviser für die deutsche Direktbanktochter Cortal Consors S.A. der französischen Großbank BNP Paribas tätig. Er war maßgeblich am Aufbau des Bereichs Anlageberatung beteiligt und als Manager Anlagestrategie mitverantwortlich für die Allokation der Musterportfolios. Zudem fungierte Hannes Zipfel als Mitglied des Anlageausschusses und Fachreferent für Finanzmarktthemen. 2006 machte sich Zipfel als Fachreferent selbständig und war u. a. Autor der Monatspublikation "Finanzmärkte aktuell – Konjunktur, Märkte, Portfolio". 2008 wurde Zipfel als Vorsitzender des Asset Management Ausschusses der Top Ten Portfolio Management GmbH berufen und übernahm 2010 die Position des Chefökonomen bei der MK Luxinvest S.A. in Luxemburg. Seit dem 1. Januar 2011 ist Hannes Zipfel Vorstand und Chefökonom der VSP Financial Services AG in Wiesbaden sowie als Chefökonom der GoldSilberShop.de GmbH tätig.

2 Kommentare

Kommentar from: Rakang Siang [Besucher]
Gold? Marc Faber will seine 25% Gold nie verlaufen. Wozu dann Gold.
Ist es nicht besser, dann 25% in Regenwürmer zu investieren und damit an seine Sicherheit zu glauben? Die Regenwürmer können meinen Rasen kompostieren und die Blumen blühen und das Gemüse gedeiht.
07.04.14 @ 22:09
Kommentar from: Nikolaus [Besucher] E-Mail
einem Artikel zu diesem Thema, der nicht auf die Manipulations-Situation beim Börsenpreis eingeht fehlt etwas Wichtiges, meine ich.
Unter anderem auch die Möglichkeit der Manipulation durch HFT-Programme ist genau beschrieben: amerikanische Seite, link-darstellung wird hier abgelehnt
07.04.14 @ 22:16

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