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Billiges Geld treibt Aktien und Gold

von Tim Schieferstein E-Mail 16.07.16 08:47:40

Erstmals in der Geschichte konnte der Bund am Mittwoch eine Staatsanleihe mit zehnjähriger Laufzeit und einem negativen Kupon mit einer durchschnittlichen Rendite von -0,05% am Markt platzieren. Neue Gläubiger der Bundesregierung erhielten erstmals keinen Ausgleich für einen Kredit an den Staat über 10 Jahre hinweg, sondern müssen noch etwas draufzahlen, was dem gesunden Menschenverstand zuwider geht. 80% aller japanischen und deutschen Staatsanleihen notieren bereits im negativen Bereich sowie 25% des gesamten weltweiten Marktes. Darüber hinaus werden 275 Mrd. US-Dollar an europäischen Unternehmensanleihen bereits im negativen Bereich gehandelt.

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Niedrigzinsen sind der Vorbote des Systemzusammenbruchs.


Möglich ist dies nur durch die verantwortungslose Geldpolitik der Zentralbanken weltweit, die seit 2008 alles am Markt aufkaufen und gegen frisch gedrucktes Papiergeld monetarisieren, was ausfallgefährdet ist oder einen Zusammenbruch des Kreditgeldsystems anstoßen könnte. Einen Exit aus dieser Politik gibt es nur noch über höhere Preise, höhere Zinsen und eine Abwertung der Währungen mit einer Umverteilung der weltweiten Vermögen hin zu dem Bankenkartell, deren Eigner und den größten Schuldnern. Je länger Zinsen durch die Ausweitung der Geldmenge unnatürlich künstlich niedrig gehalten werden, desto stärker werden deren Anstiege infolge dieser planwirtschaftlichen Eingriffe werden. In wenigen Jahren, sobald das Vertrauen in den faulen Zauber der Notenbanken und ihre Papierwähren verflogen sein wird, werden die weltweiten Zinsmärkte weit in den zwei- oder sogar dreistelligen Bereich springen. Dann wird die Stunde des Goldes schlagen, das im Vergleich zu allen anderen Vermögensklassen nicht nur seinen realen Wert halten, sondern durch die erhöhte Nachfrage auch einen realen Kaufkraftgewinn erfahren wird.

Gerüchte um mehr QE-Programme mit noch mehr billigem Geld gaben den Aktienmärkten in dieser Woche Auftrieb, nachdem Ben Bernanke nach Japan flog und Gerüchten nach dort Premierminister Shinzo Abe und den Chef der Bank of Japan (BoJ) Kuroda treffen sollte. Abe, der für seine expansive Geldpolitik bekannt ist, will seine Bemühungen im Kampf gegen die Deflation des Kreditberges verstärken. Medien spekulierten völlig faktenlos über mögliches Helikopter-Geld, das in Japan lanciert werden sollte. Das traf natürlich in keinster Weise zu. Dennoch geht es bei dem Besuch Bernankes um ein koordiniertes Vorgehen bei der Abwertung der Weltwährungen unter der Führung des Hegemon USA mit seinem US-Dollar.

„Die Menschen wissen, dass Inflation den realen Wert von Staatsschulden erodiert, weshalb es im Interesse der Regierung ist etwas Inflation zu erzeugen.“ Ben Bernanke, ehemaliger Chef der US-Notenbank

Der japanische Aktienmarkt kletterte aufgrund der Gerüchte 4% nach oben und der japanische Yen verlor zum US-Dollar 2%, was die längst überfällige Korrektur des Yen wahrscheinlich eingeleitet hat. Womöglich wird die japanische Notenbank Ende Juli eine Ausweitung des Ankaufprogramms für Staatsanleihen bekanntgeben, worauf der Yen in den kommenden Monaten wieder auf 123 Yen je Dollar abschmieren könnte.


Mehr Geld benötigen auch die italienischen Banken, die kurz vor dem Bankrott stehen, sowie auch die Deutsche Bank, deren Aktie dabei ist zu einem Penny-Stock zu verfallen. So forderte der Chef-Ökonom der Deutschen Bank erst kürzlich einen weiteren 150 Mrd. schweren Bail Out auf Kosten der Steuerzahler für die europäischen Banken. Man darf sich sicher sein, dass spätestens dann, wenn die ersten Banken tatsächlich in akute Liquiditätsprobleme kommen, die Notenbanken Gewehr bei Fuß stehen und die Steuergelder über Hilfs- und Rettungsprogramme bereitwillig verteilen werden.


Nach dem Brexit konnten sich die Aktienmärkte sofort von dem Schock über das Votum Großbritanniens für den Austritt aus der Europäischen Union und von dem spekulativen Abverkauf erholen. Vor einer Woche wurden dann neue US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht, die sehr gut ausfielen und die negativen Erwartungen der Investoren zerschmetterten. Daraufhin gab es kein Halten mehr und der amerikanische Aktienmarkt konnte anhand des S&P500 auf ein neues Allzeithoch ansteigen. Von einer Verkaufspanik hin zu einer Kaufpanik vergingen gerade einmal zwei Wochen und nachdem die Masse der Marktteilnehmer bärisch für Aktien gestimmt und demensprechend Short positioniert war, droht jetzt mit dem Überschreiten wichtiger Widerstände am Aktienmarkt ein Short-Squeeze. Dies könnte eine weitere kurzfristige Rallye am Aktienmarkt auslösen, die den S&P500 noch einmal 100-200 Punkte nach oben heben könnte.


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Der primäre Grund, warum wir seit Monaten an einem weiteren Einbruch des Aktienmarktes zweifelten, liegt darin begründet, dass diese real seit dem Jahr 2000 bereits stark eingebrochen sind und nur das billige Geld der Notenbanken für eine nominalen Preisinflation sorgte. Im Verhältnis zu Gold, das die Geldmengenausweitungen ebenfalls bereits eskomptiert hat, fiel der breite amerikanische Aktienmarkt S&P500 um 70%. Dies zeigt, dass Gold das bessere Investment in den vergangenen 15 Jahren war und dass sich die Aktienmärkte real längst in einem Bärenmarkt befinden. Nominal sorgt das viele frisch gedruckte Geld jedoch dafür, dass die Pegel immer weiter ansteigen und die Aktienmärkte inflationsbedingt nominal mit nach oben getrieben werden – wenn auch nicht so stark wie Gold, weshalb nun starke Einbrüche am Aktienmarkt ausbleiben könnten. Wer die vergangenen 15 Jahre Aktien gehalten hat, hat somit real 70% seines Vermögens verloren. Auch in den nächsten zehn Jahren ist davon auszugehen, dass die Aktienmärkte in der kommenden Weltwirtschaftskrise real weiterhin fallen werden, während sie nominal durchaus ansteigen können. Gold und Silber werden hingegen viel stärker ansteigen und anstatt eines realen Verlustes wie am Aktienmarkt sogar einen realen Gewinn vorweisen können.


Bank of England wartet noch ab

Viele Marktteilnehmer hatten nach dem Brexit mit 86% Wahrscheinlichkeit auf eine Zinsanhebung in England gesetzt, während es vor dem Brexit nur 11% waren. Die hohen Erwartungen der Märkte wurden jedoch nicht erfüllt, denn die Mitglieder der BoE stimmten in dieser Woche 8:1 dafür, dass die Zinsen unverändert bei 0,5% verharren und 9:1, dass das Ankaufprogramm unverändert bei einem Volumen von 375 Mrd. Pfund vorerst bleiben wird. Die Spekulanten, die jedoch mit einer weiteren Geldmengenausweitung gerechnet hatten und auf ein weiter fallendes britisches Pfund wetteten, mussten ihre Shorts am Markt eindecken und das Pfund stieg wie der Phönix aus der Asche um über zwei US-Cent binnen Sekunden in einem Short-Squeeze auf fast 1,35 USD an. Der Terminmarkt ist ohnehin seit langer Zeit überverkauft und eine zyklische Erholung des britisches Pfunds jetzt möglich. Wir hatten vermutet, dass es sich bei dem Einbruch des Pfunds um einen Sell Off handeln könnte, den das Smart Money nutz, um Dollar abzustoßen und in das Pfund zu gehen.

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Das Pfund könnte jetzt zu einer Erholung ansetzen.

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Gold in Pfund stieg 50% in diesem Jahr.

Der Goldpreis in britischen Pfund stieg in diesem Jahr zeitweise um 50% an, sodass eine kurzfristige Erholung bis an das Ausbruchsniveau bei 900 Pfund je Feinunze durchaus gut möglich wäre, was dann die Basis für einen weiteren Anstieg legen würde, wenn gegen Ende des Jahres die Geldmenge wieder ausgeweitet wird in England.

Wirtschaftskrise ante portas? Dann ist Gold der sichere Hafen!

von Tim Schieferstein E-Mail 09.07.16 12:50:05

Gold erreichte in dieser Woche mit 1.375$ den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren und in Euro mit 1.243$ den höchsten Stand seit drei Jahren. Gold ist in Euro bereits seit über zweieinhalb Jahren wieder in einem Aufwärtstrend und wir rieten in der Vergangenheit immer dazu, Gold bei einem Test des Aufwärtstrends zu akkumulieren. Seit Jahresbeginn kann der Goldpreis in Euro daher einen Anstieg von 25% vorweisen. Dies ist erst der Vorgeschmack auf einen neuen langfristigen Bullenmarkt mit weiter steigenden Preisen in den kommenden zehn Jahren.

Gold in Euro

Gold in Euro befindet sich bereits seit über 2 ½ Jahren wieder im Aufwärtstrend.

Der größte Gold-ETF „SPDR“ erhielt in den letzten Tagen noch einmal starke Zuflüsse von 30 Tonnen auf 978 Tonnen, was die enorme physische Nachfrage seitens institutioneller Investoren widerspiegelt. Solange die physische Nachfrage so stark bleibt, kann der Goldpreis auch weiter ansteigen. Erst dann, wenn diese Nachfrage ein kurzzeitiges Ende findet, ist mit einer kurzen Zwischenkorrektur im langfristigen Anstieg des Goldpreises zu rechnen.

SPDR Gold Trust

Institutionelle Investoren fliehen aus dem Aktien- und Anleihemarkt in den sicheren Hafen Gold.

Die Ursache für den dramatischen Anstieg des Goldpreises in diesem Jahr waren Ereignisse, Risiken und Turbulenzen an den Märkten, die auf eine weitere große Wirtschafts- und Finanzkrise hindeuten. So waren Investoren gezwungen, zumindest einen kleinen Teil ihrer Gelder in den sicheren Hafen Gold umzuschichten. Die Negativzinspolitik (NIRP), das Ende des Zinsanhebungszyklus in den USA und zuletzt das Brexit-Votum sorgten dafür, dass erst Gold und dann auch Silber extrem nachgefragt wurden und ihre Preise schließlich in die Höhe schossen.

Die Lage an den Finanzmärkten spitzt sich weiter zu und es gibt sehr viele Gründe weiterhin Edelmetalle zu akkumulieren. Beispielsweise sanken die Auftragseingänge in der US-Industrie den neunzehnten Monat in Folge. Seit den 60er Jahren befand sich die US-Wirtschaft immer in einer deutlichen Rezession bei ähnlichen Rückgängen. Nach Angaben der Notenbanker und staatlichen Statistiker befindet sich diese immer noch auf einem Erholungskurs. Die real längst existente Rezession wird bereits lange Zeit durch Regierungen und Notenbanken verschleiert, da entsprechende Reaktionen aus Wirtschaft und Kapitalmärkten befürchtet werden. Diese wären durchaus dazu in der Lage, die Deflation der Kreditgeldmenge zu beschleunigen. Noch mehr Geld aus den Druckerpressen wäre dann notwendig, um einen Kollaps des Bankenkartells zu verhindern, was zu einer Interventionsspirale mit dem Ankauf aller Schulden durch die Notenbanken bis hin zur Hyperinflation führen könnte, weshalb man den Weg der statistischen Fälschung geht.

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Die Auftragseingänge in den USA weisen auf eine längst existente Rezession hin.

Solange dem so ist, müssen die Aktienmärkte nicht einbrechen. Die massive Ausweitung der Basisgeldmenge sorgt dafür, dass diese zumindest nominal ihre hohen Niveaus halten können, während sie sich inflationsbereinigt längst in einem Bärenmarkt befinden. Selbst nominal dürften die Aktienmärkte nicht zu einer Rallye anziehe. Wenn die 10-jährigen Staatsanleihen in den USA bei 1,39% rentieren, während diese in Deutschland, Finnland, Holland, Frankreich, Belgien und Österreich mit 0% oder teilweise negativ rentieren, fehlt jedem Fondmanager die Alternative, die es in früheren kapitalistischen Zeiten immer gab. Ein Kauf dieser Staatsanleihen gleicht einem Kauf des Aktienmarktes 2% vor dem Hoch eines langfristigen Bullenmarktes, wobei man nur verlieren kann. In Zeiten, in denen bereits 10 Billionen Dollar an Staatsanleihen negativ rentieren und eine Cash Haltung aufgrund negativer Einlagezinsen, hoher Kosten sowie der Inflation keine Alternative darstellt, bleiben nur der Aktienmarkt und Sachwerte wie Gold als einzige mögliche Alternative. Das ganze sozialistische Geldsystem ist krank und die Situation an den Märkten schreit förmlich danach, dass in den nächsten Jahren große Verwerfungen stattfinden werden.

In Europa erreichte mit dem Brexit eine erneute Bankenkrise ihr Hoch und die Deutsche Bank ist kurz davor erstmals einstellig an der Börse zu notieren. Der italienische Ministerpräsident bezeichnete die Deutsche Bank kürzlich als die insolventeste Bank ganz Europas, da sie 75 Billionen Euro an Derivatenrisiko trägt, was dem zwanzigfachen des deutschen und dem fünffachen des europäischen BIPs entspricht. Auch die Bremer Landesbank steht wegen fauler Schiffskredite kurz vor dem Zusammenbruch, sodass Maßnahmen längst in Vorbereitung sein dürften, um das Bankensystem zu schützen und einen Zusammenbruch wie im Jahr 2008 zu verhindern. In England ist die Immobilienblase nach dem Brexit dabei zu platzen, nachdem die planwirtschaftlich künstlich niedrigen Zinsen zu einer massiven Fehlallokation im Immobiliensektor sorgten und diese erst entstehen ließ. Nachdem zwei britische Immobilienfonds in dieser Woche nach herben Verlusten von 15% eingefroren wurden, gingen auch andere Immobilienfonds in den freien Fall über. Einige weitere Fonds wurden bereits vom Handel ausgesetzt. Dies weckt berechtigte Erinnerungen an die Subprime-Immobilienkrise in den USA, die 2007 der erste Dominostein war, der die Banken-, Finanz- und Weltwirtschaftskrise von 2008 auslöste.

Gold/Kupfer Ratio weist auf Rezession hin

Ein weiterer Indikator, der eine Wirtschaftskrise anzeigt, ist das Ratio von Gold zu Kupfer. Kupfer wird auch landläufig „Dr. Copper“ genannt, da dessen Preis ein guter Indikator dafür ist, ob sich die Weltwirtschaft in einem Aufschwung oder in einer Rezession befindet. Natürlich macht eine langfristige Betrachtung eines Rohstoffes in Papierwährungen gemessen aufgrund der Inflation nicht viel Sinn, weshalb nichts näher liegt als Kupfer in der härtesten Währung der Welt, nämlich Gold, zu bewerten.

Ein extrem hohes Gold/Kupfer Ratio ist ein Indiz für wirtschaftliche Schwäche, Krisen und Depressionen. So sieht man, dass die Stagflation der 70er Jahre, sowie die Weltwirtschaftskrise 2008 von einem Anstieg des Ratios begleitet wurden. Dies ist logisch, da der Preis von Kupfer mit nachlassender Nachfrage in einem wirtschaftlich schwachen Umfeld fällt, während der Goldpreis konstant bleibt oder aufgrund von Fluchtbewegungen in sichere Häfen sogar ansteigt.

Seit dem Jahr 2011 befindet sich der Kupferpreis bereits wieder in einem Abwärtstrend, was uns schon längere Zeit anzeigt, dass die wirtschaftliche Erholung weltweit nur auf billiges Zentralbankgeld gebaut ist und keinen nachhaltigen Bestand haben wird.

Gold /Copper Ratio

Der reale Kupferpreis zeigt, dass sich die Weltwirtschaft bereits in einem konjunkturellen Abschwung befindet.

Das Ratio von Gold zu Palladium, das eine ähnliche Indikation wie Kupfer liefert, zeigt zwar eine erste Schwäche, doch noch nicht in dem Ausmaß, wie wir diese im Kupfer sehen. Dies liegt daran, dass Palladium in der Industrie nicht so breit verwendet wird wie Dr. Copper und die Autoindustrie, in der es seine Hauptverwendung findet, bis dato noch durch die Niedrigzinsen konjunkturell gestützt wird. Dennoch zeigt der Anstieg des Ratios, dass es Probleme im System gibt, wobei das Ratio von Gold zu Palladium erst dann steigen wird, wenn die Wirtschaftskrise offen tobt. Damit ist das Ratio ein nachlaufender bzw. später Indikator.

Gold /Palladium Ratio

Die industrielle Nachfrage nach Palladium lässt langsam nach, was ebenso auf eine Rezession hindeutet.

Mehr Papierwährung aus der Druckerpresse!

In diesem Umfeld fehlt der US-Notenbank die Grundlage einer Zinsanhebung – zumindest solange die Preissteigerungsrate nicht über drei Prozent zum Vorjahr wächst oder sich der Arbeitsmarkt und das Wirtschaftsumfeld schlagartig verbessern. Am Mittwochabend zeigte das Protokoll der letzten Notenbanksitzung, dass die Mitglieder des Offenmarktausschusses von den sehr schlechten US-Arbeitsmarktdaten im letzten Monat überrascht wurden und man auf den Ausgang des UK-Referendums warten wollte, bevor man eine Entscheidung zu einer Zinsanhebung treffen würde. Einige Mitglieder waren angeblich gegen eine zu lange Verzögerung einer Anhebung. Doch angesichts der Geschehnisse und Gefahren für das Bankensystem durch einen Wirtschaftseinbruch der letzten Monate, ist dem Markt längst klar, dass man bis Jahresende keine weitere Zinsanhebung wagen wird. Dies scheint auch bereits in den Märkten eingepreist zu sein, da es nach Veröffentlichung des FED-Protokolls am Mittwochabend zu keinen nennenswerten Schwankungen an den Märkten kam. Angesichts dessen, dass die Marktteilnehmer bereits beginnen ihr Geld aus den Märkten abzuziehen, dürfte es sogar wahrscheinlich sein, dass die US-Notenbank zu einer Neuauflage des QE-Programms gezwungen wird, um die Zombie-Banken weiter funktionsfähig zu halten.

Interessant wird daher der US-Arbeitsmarktbericht, der am heutigen Freitagnachmittag erscheinen wird. Sollte dieser schlecht ausfallen, so könnten Gold und Silber einen weiteren Schub erfahren, während gute Arbeitsmarktdaten eine Konsolidierung einläuten dürften. Hier kann es zu starken Ausschlägen kommen, sollten die Arbeitsmarktdaten gut ausfallen und die Vormonatsstatistik nach oben hin revidiert werden. Der Marktkonsens liegt bei 180 Tsd. neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft in den USA – und sollten es 225 Tsd. sein, so dürften die Aktienmärkte haussieren, wogegen sie bei unter 125 Tsd. neuen Stellen einbrechen dürften. Bei den Edelmetallen wird es sich entsprechend diametral gegensätzlich verhalten. Die Schwankungen an den Märkten bei sehr guten Zahlen könnten enorm sein, weshalb man heute Nachmittag keine Risiken am Markt eingehen und seine Positionen absichern sollte. Die Entwicklung in der US-Industrie sowie weitere Arbeitsmarktindikatoren weisen darauf hin, dass die Daten schlecht ausfallen könnten, doch muss man den statistischen Ämtern politische Einflussnahmen auf die Märkte unterstellen. So ist nicht auszuschließen, dass die Daten auch gut ausfallen. Schlechte Arbeitsmarktdaten würden weiter steigende Edelmetallpreise stützen.

Brandheißer Tipp

von Wolfgang Arnold06.07.16 21:19:46

Wer schon einmal darüber nachgedacht hat, Gold für medizinische oder therapeutische Anwendungen einzusetzen, sollte die Gelegenheit nicht versäumen, jetzt noch die erforderlichen Goldelektroden zu einem günstigen Preis zu kaufen.

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Das geht in die Hose

von Wolfgang Arnold05.07.16 11:23:16

Der Brexit und die sich auftürmenden Wolken über der Deutschen Bank sind nicht die einzigen Probleme, die in Kürze für ein Gewitter über Deutschland sorgen werden.

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Gold und Silber auf neuen Rekordhochs

von Tim Schieferstein E-Mail 03.07.16 10:38:09

Der unerwartete Brexit stellt die Zukunft der Europäischen Währungsunion sowie ihrer politischen Union infrage, wodurch die Preise für Gold und Silber weiter ansteigen und neue Mehrjahreshochs erreichten. Gold kann mit einem aktuellen Plus von 28% sogar die beste Jahresperformance seit 1980 vorweisen. Da einzig dem Ölpreis mit einem Plus von 36% in diesem Jahr ein noch stärkerer Anstieg gelang, stehen die Zeichen an den Märkten auf Inflation bzw. zunehmenden Preissteigerungsraten, weshalb immer mehr institutionelle Investoren Gold und Silber in ihr Portfolio kaufen.

Da in den vergangenen Tagen der Silberpreis stark ansteigen konnte, während Gold auf einem hohen Niveau auskonsolidierte, fiel das Gold/Silber-Ratio auf 70 Punkte zurück. Wir hatten in den vergangenen Monaten immer wieder empfohlen das Ratio von über 80 zu nutzen, um verstärkt auf Silber zu setzen, da eine mittelfristige Outperformance um das Drei- bis Vierfache im Vergleich zum Gold sehr wahrscheinlich ist. Das nun niedrigere Ratio zeigt, dass Silber seit Jahresbeginn stärker ansteigen konnte als Gold, womit unsere Erwartung erfüllt wurde. Es ist auch ein Indiz dafür, dass sich die Edelmetalle wieder in einem Bullenmarkt befinden und sie in den nächsten Jahren weiter ansteigen werden.

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Das Gold/Silber-Ratio wies auf einen stärker steigenden Silberpreis hin.

Edelmetalle schützen vor Inflation

Nach dem letztwöchigen erfolgreichen Volksentscheid über den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union brach das Britische Pfund um 19 US-Cent (-12,5%) auf 1,31$ ein. Am Donnerstag gab es bereits den nächsten Rücksetzer um zwei US-Cent, nachdem sich das Pfund in der vergangenen Woche gerade einmal um drei US-Cent auf 1,34 $ leicht erholt hatte. Den neuerlichen Rückgang verursachte diesmal der Chef der Bank of England (BOE), Mark Carney, der am Donnerstag konstatierte, dass das Bankensystem am Tage des Brexits mit 250 Mrd. Pfund gestützt wurde. Außerdem verkündete er, dass es eine weitere Lockerung der britischen Geldpolitik über den Sommer hinweg geben wird sowie eine Diskussion über weitere Möglichkeiten quantitativer Lockerungen im August.

Die Briten verloren durch die Abwertung ihrer Währung über 10% an Kaufkraft, womit sich auch 10% aller liquiden Vermögen sowie der Renten- und Pensionsansprüche über Nacht in Luft auflösten. Die nun angekündigten neuerlichen Gelddruckprogramme der BOE führen nur zu einer weiteren Aushöhlung der Kaufkraft der britischen Währung. Dabei erfahren Banken und Regierungen durch den Bail Out einen Vermögenszuwachs, während der Rest der Bevölkerung um diesen Teil unbemerkt enteignet wird. Andauernde Inflation bedingt staatliche Privilegierung des Geldmonopols sowie des Zirkulationskredits, weshalb sie immer ein politisches Phänomen ist vor dem man sich nur mittels Sachwerten schützen kann.

Die folgenden Charts zeigen die Abwertung des Pfunds zum US-Dollar, dem Euro und zu der Weltwährung Gold. Das Pfund hat seit Beginn des Jahres 9,5% zum US-Dollar an Wert verloren und 22% in den letzten anderthalb Jahren.

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Das britische Pfund brach auf Grund des Brexits 11% ein.

Im Vergleich zu der europäischen Schwachwährung konnte sich das Pfund besser behaupten als im Vergleich zum US-Dollar. Trotz der QE-Maßnahmen der EZB befindet sich das Pfund seit Mitte 2015 wieder in einem Abwertungszyklus, der durch eine ebenso lockere Geldpolitik seitens der BOE flankiert wurde. Dieser neigt sich jedoch bereits seinem Ende zu und die Abwertung des Pfunds im Zuge des Brexits könnte eine Art „Ausverkauf“ vor einer Trendumkehr darstellen. Grund hierfür ist insbesondere, dass die USA ihren Zinsanhebungszyklus erst vor kurzem ad acta gelegt haben und wohl bald die Druckerpressen wieder anwerfen werden. Gleichzeitig wird die EZB mehr Geld drucken müssen, um die fehlenden Einnahmen des ehemaligen EU-Nettozahlers England kompensieren zu können und um einen Einbruch des europäischen Bankensystems zu verhindern. Ein künftiger Anstieg des Pfunds zum US-Dollar oder zum Euro bedeutet jedoch nicht, dass das Pfund real stärker werden würde. Es bedeutet lediglich, dass dessen Fallgeschwindigkeit vorübergehend niedriger sein wird als die des Dollars oder des Euros. Alle Währungen werten im Vergleich zu der Hartwährung Gold und anderen Sachwerten weiterhin ab. Um zu verhindern, dass bei der weltweiten Abwertung der Papierwährungen etwas schief läuft und das globale Papiergeldsystem dabei kollabiert, orchestriert der Hegemon USA diesen Prozess, weshalb es sich genau genommen nicht um einen „Abwertungswettlauf“ souveräner Staaten handelt.

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Trotz QE-Programmen in der Eurozone, war der Euro stärker als das Pfund im letzten Jahr.

Im Verhältnis zu der stärksten Währung der Welt, dem Gold, werten alle drei Währungen unermüdlich seit der Jahrtausendwende weiter ab, da die Goldmenge nicht einfach durch Regierungen beliebig ausgeweitet werden kann, wie es mit den Papierwährungen jederzeit möglich ist und insbesondere seit 1971 weltweit hemmungslos durch alle Staaten praktiziert wird. Ein Blick auf den britischen Aktienmarkt zeigt, dass dieser auf dem gleichen Niveau steht, wie zu Beginn des Jahres 2015, wobei der Goldpreis im gleichen Zeitraum um 40% ansteigen konnte. Im Vergleich zum Jahr 2000 hat der britische Aktienmarkt sogar nominal 6% verloren, während der Goldpreis in britischen Pfund im gleichen Zeitraum um 480% zulegte. Dies zeigt die Überlegenheit eines Investments in Gold im Vergleich zum Aktienmarkt, insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Kontraktion, die immer mit Phasen hoher Inflation einhergehen.

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Gold stieg in diesem Jahr 40% in britischen Pfund.

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Der britische Aktienmarkt notiert niedriger als zur Jahrtausendwende.

Der primäre Grund, warum der britische Aktienmarkt den Brexit besser überstanden hat als europäische oder amerikanische Indizes, liegt einfach in der Abwertung des Pfunds begründet. Daher sollte man sich nicht von der nominalen Entwicklung des Aktienmarktes täuschen lassen. Der britische Aktienmarkt befindet sich real seit dem Jahr 2000 in einem Bärenmarkt und die britische Wirtschaft in einer Rezession. Der Auslöser eines neuerlichen Wirtschaftseinbruchs wird dabei aber nicht im Brexit oder in der nun künftig fehlenden führenden Hand aus Brüssel begründet liegen, sondern in dem über den Zenit hin verlängerten kreditinduzierten Konjunkturzyklus, den der starke Staat in Symbiose mit dem Bankensystem im Vorfeld erst künstlich geschaffen hat.

Dass sich die Abwertung des Euros durch den Brexit beschleunigen wird, zeigt auch das neuerliche zusätzliche 150 Mrd. Euro hohe Bail Out Programm für die italienischen Banken, das nun von der Europäischen Kommission genehmigt wurde, um einen Bank Run in Italien zu verhindern. Deflationäre Kräfte dürften durch den Brexit wieder zunehmen. Das sieht auch George Soros und er erwartet, dass sich jetzt ein sonst langsamer Crash an den Märkten beschleunigen wird. Um dies zu verhindern, müssten die Notenbanken Gewehr bei Fuß stehen und, wenn nötig, intervenieren, denn die Europäische Union wäre jetzt in tödlicher Gefahr.

Seine Aussagen spiegeln die Geisteshaltung der Notenbanker wider und bieten die nötige Steilvorlage, um in der ganzen Welt weitere Gelddruckprogramme aufzulegen. Der langsame Abgesang der Europäischen Union und des Euros veranlasste nun sogar die Ratingagentur „S&P“ die Bonität der Europäischen Union von „AA+“ auf „AA-„ abzusenken. Alle Zeichen stehen auf weitere Finanzmarktturbulenzen, wovon der Goldpreis profitieren wird. Besonders physisch sollte man deshalb stark auf der Käuferseite stehen, um sich für einen Zusammenbruch der politischen EU und des Euros zu rüsten.