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Wetten, Investieren und Spekulieren

von Thomas Straub E-Mail 04.10.12 09:26:20

Die Positionierung der mit Insiderwissen ausgestatteten Marktteilnehmer an den Edelmetall- und Aktienmärkten lässt über die von ihnen in den nächsten Wochen erwartete Preisentwicklung keine Zweifel offen: Sie haben sowohl ihre Wetten auf fallende Gold- und Silberpreise als auch auf einbrechende Aktienmärkte seit Juli dieses Jahres in einem Ausmaß ausgebaut, das mit ihrer Positionierung vor dem Eintritt der dramatischen Marktereignisse des Jahres 2008 vergleichbar ist.


In der Vergangenheit war es in aller Regel nicht ratsam, gegen die Prophezeiungen dieser Marktteilnehmer zu wetten.

US-Medien berichten, dass JP Morgan - der größte Spieler des Bankkartells am Papier-Silbermarkt - in der letzten Zeit große Mengen an Edelmetallen in physischer Form von anderen Mitgliedern des Bankkartells gekauft hat. Kommt es - nach erfolgtem Einbruch der Aktienmärkte und der Papierpreise für Gold und Silber - zu einem „short-squeeze“ (s. unsere beiden letzten Marktberichte „Die andere Sichtweise“ und „Eine Wette ohne Verlustrisiko“) mit dramatisch ansteigenden Preisen?

Die Aussagen der in den letzten Tagen medial wahrnehmbaren „Crash-Propheten“, „Edelmetall-Gurus“ und „Gold-Päbste“ sind für vernünftige Edelmetallinvestoren mehr Anlass zum Gelächter als dass sie als Wegweiser dienen. Diesen Prophezeiungen ist derselbe Wahrheitsgehalt beizumessen wie den Aussagen von Populisten zum bald drohenden Weltuntergang durch Meteoriteneinschlag und dem Ende der Menschheit wegen des Ablaufs des Maya-Kalenders. Falls es tatsächlich zu einem „deflationären Crash“ im Oktober kommen sollte - wäre das auf jeden Fall keine Entwicklung, welche Investoren von physischem Gold und Silber Kopfschmerzen bereiten sollte.

© Thomas Straub - TAURUS-Edelmetall-Gruppe

2 Kommentare

Kommentar from: Stefan Wehmeier [Besucher] · http://www.deweles.de
Der Kreditzins, den Unternehmer für Investitionskredite an die Geschäftsbanken zahlen, besteht aus der Bankmarge und dem Guthabenzins, den die Geschäftsbanken an die Sparer zahlen. Die Bankmarge minus Risikoprämie (Kreditausfall-Versicherung) minus Personal- und Sachkosten ist der Gewinn der Geschäftsbanken vor Steuern, und der Guthabenzins der Sparer ist die Liquiditätsverzichtsprämie (Urzins) plus Knappheitsaufschlag plus Inflationsaufschlag. Der Realzins (Sparer-Gewinn) ist der Guthabenzins minus Inflation.

Die Liquiditätsverzichtsprämie ist zeitabhängig und erreicht bei langfristigen, ca. 10-jährigen Geldanlagen den vollen Urzins von etwa 4,5%, während der Knappheitsaufschlag durch das Verhältnis von Kreditangebot und Kreditnachfrage in der Volkswirtschaft bestimmt wird. Ist nach einem Krieg (umfassende Sachkapitalzerstörung) die Kreditnachfrage zur Finanzierung neuer Sachkapitalien (Häuser, Fabriken, Schiffe, etc.) deutlich größer als das Kreditangebot, steigt der Realzins für die Sparer um eine "Belohnung für Konsumverzicht", weil in dieser Situation die Schaffung neuen Sachkapitals für die Volkswirtschaft wichtiger ist als der vorgezogene Konsum; und wenn kurz vor dem nächsten Krieg die Geldvermögen - und damit auch die (fast) spiegelbildliche Gesamtverschuldung - durch die fortlaufende Verzinsung soweit gewachsen sind, dass das Kreditangebot die Kreditnachfrage übersteigt, weil die Rentabilitätshürde des Urzinses der weiteren Vermehrung rentabler Sachkapitalien eine Grenze zieht, wird der Knappheitsaufschlag negativ und der Realzins für die Sparer vermindert sich um eine "Bestrafung für Investitionsverzicht". Dies führt zu einer Verkürzung der durchschnittlichen Anlagedauer, weil der Realzins nun unter den vollen Urzins fällt, den die Sparer mindestens fordern, um ihre Ersparnisse langfristig zu verleihen. Aus mittel- bis kurzfristig den Geschäftsbanken überlassenen Ersparnissen können diese aber umso weniger Investitionskredite vergeben, für deren verzinste Zurückzahlung die Unternehmer etwa zehn Jahre benötigen. Die Geschäftsbanken haben mit immer größer werdenden Kreditausfall- sowie Fristentransformationsrisiken zu kämpfen und verlagern ihre Geschäftstätigkeit von der Investition auf die Spekulation (ironischerweise als "investment banking" bezeichnet), um an Preisschwankungen zu profitieren, die wiederum umso größer und hektischer werden, je mehr die "Bestrafung für Investitionsverzicht" den Geldkreislauf ins Stocken bringt. Am Ende gerät die Volkswirtschaft in eine Liquiditätsfalle, d. h. der Geldkreislauf – und damit die Arbeitsteilung – bricht soweit zusammen, dass die nächste umfassende Sachkapitalzerstörung unvermeidlich wird, damit es nach dem Krieg wieder eine "Belohnung für Konsumverzicht" geben kann:

http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/07/der-zins-mythos-und-wahrheit.html
10.10.12 @ 17:03
*****
Silber ist definitiv mein Zugpferd. Das letzte Jahr war richtig schlecht. Gold hatte bereits eine 10 Jahres really. Und der Silber zu Gold ratio ist historisch gesehen 15:1. Wir sind momentan bei 51:1.... Und zur Zinsproblematik kann ich mich nur meinem Vorkommentator anschliessen. Es kann also in gar keine andere Richtung mehr gehen.
22.10.12 @ 17:05

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