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Von Kanarien- und anderen Vögeln

von Thomas Straub E-Mail 18.01.13 14:38:05

Die in den letzten Wochen an den Papiermärkten durch den Verkauf von Papiergold- und Silber herbeigeführte Preisvolatilität und die verstärkte Negativpropaganda sollen zum Trugschluss verleiten, dass Gold und Silber keine Erfolg versprechende Zuflucht vor der Enteignung durch Geldwertverfall bieten und die exzessive Gelderzeugungsorgie einen seriösen Hintergrund aufweist.

Ebenso wie die Vertreibung eines Kanarienvogels aus einer Kohlenmine nichts an der Tatsache ändert, dass giftige Gase Leib und Leben der Minenarbeiter gefährden, so ändert auch die Drückung der Edelmetallpreise nichts an der Tatsache, dass das aus Billionen an neu gedrucktem und elektronisch hergestelltem Geld aufgebaute Kartenhaus der untragbaren Verflechtung bankrotter Staaten und Großbanken eine reale Gefahr insbesondere für das Eigentum und den Wohlstand der Menschen darstellt. Eine ironisch bildhafte Darstellung der grotesken Tragikomödie sehen Sie hier:

Wer glaubt, dass diese exzessive Gelderzeugungsorgie - auf die aktuellen Entscheidungen der BoJ (Abwertung des Yen um den Preis der Inflation zur Verhinderung eines Staatsbankrotts) und der FED (Ausweitung des Anleihen-Ankaufsprogramms zur Verhinderung eines Staatsbankrotts) wird hingewiesen - nicht erheblichen Geldwertverfall - auch in Deutschland (!) - verursachen wird - ist naiv.

Kein seriöser Marktbeobachter wird die Ankündigung der FED, das Anleihen-Ankaufsprogramm „bei einem Erstarken der Wirtschaft im Laufe des Jahres“ einzustellen, als realistisch ansehen. Und die Entscheidung, dieses Programm so lange fortzusetzen, bis eine bestimmte Arbeitslosenquote erreicht ist, wird von seriösen Marktbeobachtern als „mega-inflationär“ bezeichnet (z.B. Ben Davis: Diese Entscheidung stellt ein „umgekehrtes Volcker-Moment“ dar).

Tatsache ist, dass

• die physische Nachfrage nach Gold und Silber - insbesondere durch asiatische Notenbanken sowie europäische, asiatische und amerikanische Investoren - in einem Ausmaß zugenommen hat, das die Anbieter von Edelmetallen (z.B. Schweizer Raffinerien sowie staatliche Münzprägeanstalten ….) nicht zeitgerecht erfüllen können.

• je länger die gegenwärtige Phase der Preisdrückung an den Papiermärkten andauert, umso größer der nächste Anstieg der Edelmetallpreise ausfallen wird und

• spätestens dann, wenn China seine Goldbestände auf das gewünschte Ausmaß (zwischen 8.000 und 9.000 Tonnen (?) bei geschätzten aktuell 4.000 bis 5.000 Tonnen) aufgestockt hat, die Aktivitäten der Preisdrücker der Vergangenheit angehören werden.

Hinweis: Kanarienvögel wurden früher im Bergbau eingesetzt, um die Minenarbeiter insbesondere vor in die Stollen eindringenden Kohlen-Monoxid Gasen zu warnen: Während der Gasgeruch für den Menschen nicht wahrnehmbar ist, hört der Kanarienvogel auf zu singen. Somit konnten sich die Minenarbeitern rechtzeitig in Sicherheit bringen.

© Thomas Straub - TAURUS-Edelmetall-Gruppe / ts(at)taurus-edelmetall-gruppe.com

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