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Meine Hand für mein Produkt

von Wolfgang Prabel E-Mail 27.01.15 09:22:06

Draghi macht Inflation, Griechenland übt Rebellion. Die Schweiz schickte den Euro in den Keller.

Frau Merkel und ihr Finanzminister hängen wie nasse Säcke in den Seilen. Alle diese Ereignisse kann man kommentieren und bejammern. Es nützt aber nichts. Wir müssen uns bei einem kompletten Versagen des Staats selber helfen. Nur unsere eigene entschlossene Tat wird uns nutzen.

Es gibt genau vier Möglichkeiten die europäischen Staaten zu entschulden: Das Jüngste Gericht, Wirtschaftswachstum, Inflation und Staatsbankrotte. Ob das Jüngste Gericht gerade jetzt kommt, ist ungewiß. Wachstum wird es wegen der Energiewende und der demografischen Katastrophe nicht mehr geben. Staatsbankrotte wollen die Eliten vermeiden. Darum wählt Mario Draghi nun als letzte Zuflucht massive Inflation.

Inflation ist das Aufblasen der Geldmenge gegenüber der Menge der verfügbaren Waren und Leistungen. Für den europäischen Bürger gibt es nach der EZB-Entscheidung Staatsanleihen aufzukaufen, nur eine Folgerung: Raus aus dem Euro, und zwar so schnell wie möglich, jetzt gleich, denn die letzten Zögerer werden immer weniger Ausgänge finden.

Wenn man aus dem Euro raus will, muß man allerdings irgendwo hin. Die meisten Anlageklassen sind bereits teuer. Der Exit in den Franken ist von vielen Leuten verpaßt worden. Das mußte man vor fünf Jahren machen, da bekam man 1,50 Franken für einen Euro. Jetzt ist der letzte Zug nach Zürich abgefahren. Für die Flucht in den Dollar ist die beste Zeit ebenfalls vorbei. Vor drei Jahren bekam man 1,40 Dollar für einen Euro, heute sind es nur noch 1,12 Dollar. Immobilien und Aktien sind derzeit teuer. Der Dax stand vor genau fünf Jahren bei 5.500, heute bei 10.600. Es gibt nur noch wenige attraktive Anlageklassen, und die auch nicht mehr lange.

Noch sind Gold und Silber bezahlbar. Gold hat heute noch denselben Preis, wie Mitte 2011. Es gibt langlebige Anlagegüter wie Fahrzeuge, Maschinen und Elektronik zum alten Preis. Man kann guten Alkohol aufschatzen. Antiquitäten haben bisher nur geringe Preissteigerungen erfahren. Und man kann die Öltanks noch einmal richtig billig befüllen.

Natürlich muß man jetzt auch aus den offiziellen Altersvorsorgesystemen raus, denn das sind unter den waltenden Umständen wahre Zeitbomben. Lebensversicherungen, Pensionsversicherungen, Rentenzusagen, Riestern. Das kann man alles vergessen. Nicht nur wegen den korrupten Griechen, sondern auch wegen dem ungünstigen Altersaufbau in Deutschland und den vielen Zureisenden. Man muß selbst für sich sorgen. Da sind immer noch die selbstgenutzte Immobilie, der Nutzgarten, der Kleinwald und Sachwerte in der eigenen Verfügung die besten Anlagen.

Bei Gold und Silber ist es erforderlich beim Einkauf einige Regeln zu beachten, um erfolgreich zu investieren. In der Regel werden als Wertanlage Anlagemünzen und Barren gekauft, weiterhin kommen aber auch historische Münzen und Antiksilber in Frage. Zunächst sollte man immer über den aktuellen Gold- und Silberpreis im Bild sein. Beide Metalle werden in Unzen gehandelt. Eine Unze sind 31,1 g. Barren gibt es auch in metrischen Stückelungen, z. B. Kilobarren. Die aktuellen Preise kann man bei den Internetshops einsehen.

Anlagegold und -silber sollte man bei darauf spezialisierten Händlern kaufen, die einen guten Ruf haben. Vorkasse ist üblich, es wird prompt geliefert.

Historische Gold- und Silbermünzen sind nur etwas für Kenner. Der Kauf erfordert etwas Erfahrung, die man sich nach und nach aneignen sollte. Selbst diese Sammlermünzen sind vom aktuellen Silberwert abhängig, und zwar umso mehr je geringer der Sammlerwert.

Einkäufe von Antiksilber können durchaus attraktiv sein, um ab und zu ein Schnäppchen zu machen. Es ist ein relativ kleiner Markt, wo andere Sammler auch mal etwas übersehen. Die Auktionshäuser haben hohe Aufschläge. Wenn man hier bietet, so muß man das Gebot gleich um den Aufschlag und die ggf. hohen Versandkosten reduzieren. Auch der stationäre Antikhandel in Ladengeschäften ist in der Regel teuer. In Handelsplattformen wie ebay kann man immer seltener gute Einkäufe machen, weil das Angebot zurückgeht. Für alte und schöne Gegenstände muß man Aufschläge akzeptieren: Die können 500 % und mehr auf den Metallwert erreichen, je nach Alter und künstlerischem Anspruch. Man sollte sich als Anfänger auf Länder mit einfachen Stempelungssystemen beschränken und auf ungestempelte Artikel ganz verzichten. Länder mit übersichtlichen Stempelungen sind England, Deutschland ab 1885, Schweden, Österreich und Frankreich ab 1800.

Antiquitäten hatten in der letzten Inflation ihr Preishoch. Das war Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre. Damals flüchteten bei 10 % jährlicher Inflation viele Leute in Sachwerte. Ab 1990 verfielen die Preise wieder, weil die Notenbanken mit Hilfe der Zinspolitik die Inflation noch einmal zum Stillstand brachten. Der Verfall der Antiquitätenpreise war auch der Bauhausmode beim Einrichten geschuldet. Wir haben jetzt einen Preistiefpunkt, wenn man von Verrücktheiten im abstrakten Bereich absieht. Es ist eine gute Zeit zum Einsteigen. Man muß dabei auch bedenken, daß der Antikmarkt im Verhältnis zur umlaufenden Geldmenge sehr klein ist. Genauso wie alle anderen Sachwerte-Märkte. Man muß sich mit den Käufen aber auch intensiv beschäftigten, weil man sonst leicht übervorteilt wird. Wenn man Experten unter den Freunden und Bekannten hat, ist das sehr günstig. Die Sendung „Kunst und Krempel“ im bayerischen Fernsehen zeigt immer wieder sehr günstige Käufe, aber auch Flops.

Vor fünf Jahren war alles billig: Immobilien, Aktien, Gold, Silber, Franken, Dollar, Antiquitäten und Wald. Derzeit drängeln sich die Anleger vor allem an den Börsen und treiben die Aktienwerte hoch. Die Immo- und Landpreise haben sich in einigen vorher sehr billigen Regionen verdoppelt. Je mehr bedrohliche Nachrichten eintreffen, desto stärker steigen die Aktienkurse. Letztlich eine ungesunde Entwicklung. Es gibt in einer Zeit, in der eine geldpolitische Notlösung die andere jagt, keine Inseln der Seligen für die Anleger. Aber noch sind einige rettende Ufer erreichbar. Wie lange noch?

Nun gibt es ja auch viele Leute, die sich über die Auflösung ihres Euro-Kontos keine Gedanken machen müssen. Es sind meistens abhängig beschäftigte Arbeiter und Angestellte. Ihnen wird über Abgaben jeden Monat aufs Neue das Mark aus den Knochen gesogen. Es ist ja nicht das bißchen Lohnsteuer, sondern Sozialabgaben, Umsatzsteuer, Energiesteuer, Stromsteuer mit EEG, Grundsteuern, Tabaksteuern, Alkoholsteuern, Rundfunksteuer, Hundesteuer und Knöllchen. Auch diejenigen, die so ausgesaugt werden, daß sie nichts auf dem Konto haben, können sich wehren. Mit einer selbständigen Arbeit kann man selbst bestimmen, wann man arbeitet, wieviel man arbeitet und für wen. Damit kann man die Höhe der Abgaben besser steuern und sich dem undemokratischen System entziehen. Eine Parole aus den 60er Jahren sollte man wörtlich nehmen: „Meine Hand für mein Produkt“.

2 Kommentare

Kommentar from: wolf [Besucher]
****-
Ja Wolfgang Prabel, mit dem Wachwerden des Bundesmichels ist es gar nicht so einfach. Ich bin schon Senior und erst wachgeworden, als ich die Angelegenheit mit der Ukraine verfolgt habe. Welch ein Schmierentheater, welch verkommene Lügenberichte,
welch verlogene Fernsehreportagen, da habe ich gemerkt, wie sehr wir Bundesbürger doch hinters Licht geführt wurden. Ich glaube die Ukraine war für unglaublich viele Menschen in der Bundesrepublik die einschneidende Erfahrung, welch Umgang mit der Wahrheit gemacht wird. Den Akteuren ist nichts heilig, gar nichts, alle Schlagzeilen in der Presse sind gleichlautend, alle Nachrichten im Fernsehen sind identisch, und das Schlimmste, sie schämen sich nicht und sie lernen auch nicht. Wenn das Volk dann aufmuckt: Rechtsradikale, ewig Gestrige, Faschisten, Hooligan, Verwirrte, Schande für Deutschland, um die sich die Staatsanwaltschaft kümmern sollte. Ja, das nur zu unserem Demonstrationsrecht. Wir dürfen demonstrieren, aber nur wenn es zum Wohl der Eliten geht, sonst nicht. Wenn die Mächtigen so vorgehen, stehen sie voll auf dem Schlauch, oder salopp gesagt, mit dem Rücken zur Wand. Nein, es ist fünf Minuten nach zwölf und es wird immer noch nicht offiziell zur Kenntnis genommen. Man ist das traurig!!!
27.01.15 @ 18:06
Kommentar from: Helmut Josef Weber [Besucher]
Alle Menschen die in eine Rentenkasse oder Lebensversicherung einzahlen, machen einen Fehler: Sie vertrauen dem Staat.
Es ist schon schlimm genug, dass es diese Zwangsabgaben in die Rentenkassen gibt, mit der man sich eine Rente erarbeitet, die später nicht zum Leben ausreicht.
Aber wer dann noch zusätzlich in Rentenkassen einzahlt, bei denen der Staat eingreifen kann, der kann den Knall nicht gehört haben.
In Deutschland hat der Gesetzgeber den Lebensversicherungen erlaubt Leistungen zu stoppen, wenn sie in finanzielle Schieflage geraten; natürlich bei voller Beitragszahlung des Versicherten.
In 4 europäischen Staaten sind die kapitalgedeckten Renten schon vom Staat beschlagnahmt worden; zuletzt auch in Polen
Jetzt geht es an die Betriebsrenten.
Ich kann nur jedem raten für seine private Altersversorgung eine Variante zu finden, bei der:
1. Keine Provisionen abgezogen werden, wie bei Allianz,
Riester u. Co.
2. Die Gewinne legal nicht versteuert werden müssen.
3. Der Staat keine Kenntnisse von hat.
4. Nicht besteuert wird, wenn die Vorsorge im Alter
verbraucht wird.
5. Keine Krankenkassenbeiträge von bezahlt werden
müssen; daher auch keine Zuzahlungen für
Medikamente usw. usw.
6. Alles sofort und augenblicklich in einen anderen
Staat gebracht werden kann.
7. Auf der ganzen Welt als Zahlungsmittel anerkannt
wird.
8. Seit Jahrtausenden seinen Wert erhalten hat.
9. Nicht durch Inflation oder Währungsreform wertlos
werden kann.
10. Beim Ableben des Inhabers der Altersversorgung,
den Hinterbliebenen die Werte bleiben.
Wer kann da an Edelmetallen vorbei?
Gold ist immer noch recht günstig, obwohl es seit 2009 in Euro um etwa 60% gestiegen ist.

Viele Grüße
H. J. Weber
28.01.15 @ 08:35

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