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Gold ist gut, aber EmMa-Aktien wieder mal besser!

von Daniel Haase19.11.10 15:19:46

Um nicht missverstanden zu werden eine kurze Erklärung vorweg: Ich bin ein Fan von Gold. Selbst an der Titulierung als Goldbug hätte ich nichts auszusetzen. Den Erwerb von Münzen und Barren habe ich meinen Kunden bereits vor sieben Jahren empfohlen. Damals galt dies selbst in der Genossenschaftsbank, in der ich als Vermögensberater tätig war, als geradezu exotisch.

Obwohl sich der Goldpreis seitdem in Euro praktisch verdreifacht hat, habe ich keine einzige Unze wieder veräußert. Zum einen möchte ich im Fall des Falles ein halbwegs krisensicheres Zahlungsmittel zur Verfügung haben und zum anderen traue ich dem kalten Metall in den kommenden Jahren durchaus noch einiges an Kurspotential zu.


Ab 200 Maß Bier wird es gefährlich
Auf die meinem Kollegen Gerd Ewert und mir häufig auf Vorträgen gestellte Frage, bei welchem Preis Gold denn zu verkaufen sei, antworten wir gern mit der nicht ganz ernst gemeinten Gegenfrage, in welcher stabilen Währung die Antwort denn gewünscht sei: In Euro, in US- oder in Simbabwe-Dollar? Für wirklich Interessierte gibt es eine weit bessere Maßeinheit: Wiesnbier. Anders als bei Mark, Euro und Dollar hat sich die Qualität von Oktoberfestbier in den zurückliegenden Jahrzehnten kaum geändert und auch am Umfang der Maß soll es kaum Manipulationsversuche gegeben haben. Wenn wir den Goldpreis in Maß Wiesnbier messen, dann fällt auf, dass der Preis seit 1950 zwar erheblichen Schwankungen unterlag, eine Verzehnfachung wie in Mark/Euro hat es jedoch nicht annähernd gegeben. Im Vergleich zu 1950 muss man für eine Unze Gold heute nur 20% mehr Bier auf den Tisch stellen. Dies entspricht einer jährlichen Inflation von gerade einmal 0,3%. Bier ist halt stabiler als Papiergeld. Dennoch ist die Goldhausse der 70er Jahre wie auch die Hausse nach 1999/2001, die jeweils bei einer Gold/Bier-Ratio von 48 startete, gut erkennbar. Aktuell stehen wir bei 112 und damit fast auf dem Niveau von 1974. Auf die Frage, bei welchem Euro- oder Dollar-Kurs Gold verkauft werden sollte, können Gerd und ich beim besten Willen keine sinnvolle Antwort geben. Schließlich hängt das davon ab, wie viel zusätzliche Euros und Dollars von den Herren Bernanke und Trichet in den kommenden Jahren produziert werden. Sollte der Gegenwert eines Krügerrands jedoch auf über 200 Maß Wiesnbier auf dem Münchner Oktoberfest klettern, dann wird es Zeit, über Anlagealternativen wenigstens einmal nachzudenken! Derzeit ist also noch etwas Luft nach oben.

EmMa-Aktien in Gold nach 2003: +126%
Doch trotz meiner Begeisterung für Edelmetalle, bin ich weit davon entfernt, nur in ihnen eine sinnvolle Kapitalanlage zu sehen. Gold ist gutes, beständiges, ehrliches Geld, aber längst nicht zu jedem Zeitpunkt die einzige und beste Wahl. In Krisenzeiten wie z.B. nach dem Platzen der Technologie-Blase um die Jahrtausendwende oder dem Platzen der Immobilienblase in 2008 ist Gold vielen Aktienanlagen überlegen. Doch in den Aufschwungphasen, wie derjenigen vom Frühjahr 2003 bis zum Herbst 2007 konnte z.B. der MSCI Emerging Markets in Gold um mehr als +126% steigen. Auch in der Erholung seit dem Frühjahr 2009 ist er erneut (in Gold wohlgemerkt) um +62% nach oben geklettert. Trotz der jüngsten Avance notieren viele Emerging Markets (in Gold) auf einem Niveau wie 2003 und das, obwohl der wirtschaftliche Fortschritt in diesen Ländern – anders als in den USA – keine monetäre Illusion sondern real ist.



Parallelen zu 2009 und 2004

Ähnlich wie im Frühjahr 2009 und im Herbst 2004 favorisierten die Aktienanleger weltweit auch in den zurückliegenden Wochen eindeutig die konjunktursensitiven Sektoren, während die defensiven, relativ substanzstarken und obendrein konjunkturresistenten Branchen vernachlässigt werden (siehe auch meine Kolumne im Rohstoff-Spiegel Nr. 22/2010). Der Vergleich mit dem Herbst 2004 und dem 2009er Frühjahr ist deshalb so wichtig, weil die EmMa-Aktienmärkte in den darauf folgenden 10-14 Monaten jeweils eine ausgeprägte Hausse erlebten und selbst Gold klar übertrafen. Unabhängig davon, dass für die kommenden Wochen durchaus eine temporäre Korrektur möglich ist, sie vielleicht sogar schon begonnen hat, stehen die Chancen für eine erneut selbst Gold übertreffende Hausse in vielen Schwellenländer-Aktienmärkten recht gut.

Korrektur ist Nachkaufgelegenheit

Das von Gerd Ewert und mir entwickelte Aktien-Trendfolgesystem hat in den zurückliegenden Woche eine solche Flut von Hausse-Signalen generiert und zwar quer durch alle Branchen und Regionen dieser Welt, so dass wir davon ausgehen, dass eine Trendwende derzeit kaum wahrscheinlich ist. Korrekturen sollten daher für all jene, die sich in EmMa-Aktien engagieren wollen und bisher den Einstieg verpasst haben, erwägenswerte Nachkaufgelegenheiten darstellen.

PS: Vortrag Stuttgart am Samstag, den 27.11.2010: Detaillierte Trendanalysen zu Rohstoffaktien und Schwellenländern präsentiere ich auf meinem Vorträgen auf dem TA-Congress in Stuttgart. Leser des kostenlosen Trendfolger-Newsletters erhalten einen Rabatt auf den Eintrittspreis. Ich freue mich darauf, erneut bereits bekannte und natürlich auch neue Leser dieses Goldseiten-Blogs kennen zu lernen.

Herzliche Grüße und denken Sie immer daran: Der Trend ist Ihr Freund!

Daniel Haase

Über den Autor:
Daniel Haase (Jahrgang 1976) ist als freier Redakteur u. a. für Smart Investor („Bombe im Bankensektor“, „Staatsbankrott und Währungsreform“) und boerse.de („Aktien-Trend-Investor“) tätig. Für das von ihm und Gerd Ewert entwickelte Trendfolgesystem wurden beide 2009 mit dem VTAD Award (3. Preis) ausgezeichnet. Ihre regelmäßig aktualisierten, branchen- und länderspezifischen Analysen können über den kostenlosen Premium Trendfolger Börsenbrief (www.HaaseEwert.de) verfolgt werden.

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