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Wieviele Beamte kann ein Nettosteuerzahler ernähren?

von Wolfgang Prabel E-Mail 13.03.14 17:40:33

Auf einer alten Karikatur vor 1789 hat ein französischer Bauer einen Adligen, einen Soldaten und einen Priester auf dem Rücken zu sitzen. Mit dieser Bürde soll er auf dem Feld und im Stall was zustande bringen. Damit ist ein Problem auf den Punkt gebracht: irgendwo sinkt die Leistungsfähigkeit der Produktiven bei bürokratischer Überlastung.

Diesen Punkt der Überlastung zu bestimmen, ist ein Thema der ökonomischen Forschung, zu der ich einen Anstoß geben möchte. Der Bauer ist inzwischen beschwerdefrei, weil er selbst soviele Subventionen bekommt, wie ihm über Grundsteuer, Umsatzsteuer, Energiesteuer, Stromsteuer, Kfz-Steuer, Rundfunkabgabe, Hundesteuer und andere Abgaben wieder abgenommen wird.

Heute sitzen die vielen Steuer-und Abgabenverbraucher vor allem auf dem Rücken der Arbeiter, Händler und Handwerker. Es sind Gender-Professoren, Gleichstellungsbeauftragte, Klimaforscher, Rentner, Profiteure des EEG-Gesetzes und der Armutsverwaltung, sinnloser Behörden und Verwaltungen. Nicht alle davon sind Parasiten. Der Zahler wird ja selbst einmal Rentner. Und ein Paar Beamte für die Rechtspflege, die Verteidigung, die Straßenverwaltung, die Seuchenbekämpfung, für die Führung der Kataster und die Polizei braucht jeder Bürger.

Nicht alles ist sinnlos, was Geld kostet. Vor 30 Jahren gab es in vielen deutschen Gebieten keine öffentlichen Wasserleitungen und auf dem Hof oder im Erdgeschoß war ein Abtritt. Es gibt viele Leute, die behaupten, daß man eine Abwasserbehandlung nicht braucht. Aber ein Plumsklo wollen die auch nicht wieder. Auch die geregelte Müllabfuhr ist besser, als die vielen Haufen, die früher die Flur verzierten. Es gibt viele Dinge der öffentlichen Daseinsfürsorge, die erst einen parasitären Charakter bekommen, wenn sie der zahlreichen Verwandschaft und Bekanntschaft von Politikern als Arbeitsgelegenheit dienen.

Ein wohlgeordnetes Gemeinwesen hat seinen Reiz. Daß es nicht immer ein Werk der Bürokratie sein muß, beweisen freiwillige Feuerwehren und ehrenamtliche Bürgermeister.

Derzeit gibt es in Deutschland etwa 15 Mio Arbeitnehmer und Unternehmer, die ihr Geld überwiegend am Markt verdienen, das heißt bei Privatkunden. Das sind die eigentlichen Nettosteuerzahler, also diejenigen, die mehr Steuern und Abgaben zahlen, als sie selbige beziehen.

Ein Beamter oder Staatsangestellter, ein Freiberufler oder ein Lieferant für den Staatsbedarf ist naturgemäß auch Steuerzahler, aber er zahlt seine Steuern aus Steuern und Abgaben der Nettosteuerzahler. Diese berufstätigen Transferempfänger machen etwa 12 Millionen aus.

Die Bevölkerung der Bundesrepublik beträgt etwa 80 Millionen. So gesehen ernährt ein deutscher Arbeitnehmer, der sein Geld am Markt verdient, etwa 4,3 Personen, die von seiner Arbeit leben (er selbst nicht mitgerechnet).

Im Einzelnen: Auf jeden Nettosteuerzahler kommt etwa eine Person als nichterwerbstätiges Familienmitglied, also Kinder und Hausfrauen. Weiterhin kommt auf jeden Nettosteuerzahler knapp ein Berufstätiger, der aus Steuereinnahmen, Abgaben und Gebühren bezahlt wird. Und dann sind da noch nichterwerbstätige Angehörige von Berufstätigen, die aus Steuern bezahlt werden, Rentner und Erwerbslose aller Arten.

Auf einen Nettosteuerzahler kommen also etwa 3,3 Personen, die nicht zu seiner Familie gehören und unterhalten werden müssen.
Dieser Überschlag deckt sich mit der Steuer- und Abgabenquote, Sie beträgt etwa 60 %, wenn man Sozialabgaben und alle Arten von Gebühren mitrechnet.

Das jährliche Wirtschaftswachstum ist unter diesen Bedingungen im langjährigen Mittel auf etwa 1 % gefallen. Als es Anfang der 60er Jahre noch 5 % betrug, lag die Steuer- und Abgabenquote deutlich niedriger. Es kommt also darauf an: Wenn man Nullwachstum haben will, kann man die Steuer- und Abgabenquote auf 60 % hochtreiben. Wenn man allerdings 80 % des BIP Staatsschulden angehäuft hat, funktioniert das nicht. Dann braucht man Wachstum, um die Zinsen bedienen zu können.

3 % Zinsen auf 80 % Staatsschulden ergeben beispielsweise 2,4 % erforderliches Wachstum. Italien würde mit 120 % Staatsschulden schon 3,6 % Wachstum benötigen und Griechenland mit 180 % Staatsschulden 5,4 % Wachstum. Es ist ein Teufelskreis: je höher die Schulden, desto geringer ist in der Praxis das Wachstum. Aber es müßte eigentlich umgekehrt sein, wenn man die Schulden bedienen will..

Ein Zahlenbeispiel, wo das Verhältnis zwischen Nettosteuerzahlern und Tranferempfängern total gekippt ist, ist Griechenland. Hier gibt es knapp 1,2 Mio Nettosteuerzahler bei 11,3 Mio Einwohnern. Ein Beschäftigter, der sein Einkommen am Markt erzielt, muß 8,4 Leute ernähren, er selbst nicht mitgerechnet. Dieser Grieche muß also die doppelte Leistung bringen, wie ein deutscher Nettosteuerzahler. Von ihm wird unmögliches verlangt. Unter dieser Bedingung registriert man in Griechenland durchschnittlich eine jährliche Wirtschaftsschrumpfung von 3 bis 5 %.

Diese empirischen Überlegungen deuten darauf hin, daß eine Steuer-, Abgaben- und Gebührenquote von 40 bis 50 % die obere Grenze für eine funktionierende Gesellschaft ist. Ein Nettosteuerzahler dürfte nicht mehr als 2 familienfremde Steuer- und Abgabenempfänger ernähren müssen. Auf einen Nettosteuerzahler sollte maximal ein halber Beschäftigter kommen, der aus Steuern, Abgaben und Gebühren ernährt wird. Staatsaufgaben könnten in einem schlanken Staat erfüllt werden, ohne die nettosteuerzahlenden Familien in ihrer Reproduktion zu gefährden.

Griechenland ist das warnende Beispiel. Die griechische Bürokratie hat das Land gekapert. Acht Leute sitzen auf dem Rücken des Nettosteuerzahlers und die Troika hat noch keinen absteigen lassen. Der point of no return ist überschritten. Früher wurde Griechenland in so einer aussichtslosen Lage immer von irgendwelchen Nachbarn erobert. Aber den Römern, den Makedonen und den Türken geht es derzeit ja auch schlecht…

Der Autor ist Betreiber von Prabels Blog. Die letzten Einträge waren: "Nur eine geteilte Ukraine ist eine gute Ukraine", "Netzaubau zur Stromversorgung oder Strommüllentsorgung?" und "Die UN gehört abgeschafft"

12 Kommentare

Kommentar from: mongole [Besucher]
***--
Ja, die armen, geschundenen Händler und Handwerker. Gerade diese waren es, die mit der Einführung des Euro alle Preise blitzartig auf das Doppelte erhöhten, die dann die Arbeiter, Angestellten, Beamten und Rentner bezahlen mussten, obwohl sie nicht einen Cent mehr bekamen und das bis heute (soll ich Ihnen eine Liste schicken?).
13.03.14 @ 20:58
Kommentar from: Nikolaus [Besucher] E-Mail
*****
bestätigt das im Buch "Die Chance"
von Niko Nik zu diesem Thema Geschriebene
vollständig...

aber werden das unsere sozialistisch gedrillten Massen erkennen? Wohl eher nicht.
Das Alte muss erst Zusammenbrechen:
die Masse ändert nix ohne Druck....
13.03.14 @ 22:06
Kommentar from: Nettosteuerzahler [Besucher]
*----
Was ist denn das für eine Milchmädchenrechnung? In einer funktionierenden Gesellschaft gibt es nun mal viele verschiedene Aufgaben die erledigt werden müssen und nicht alle davon erscheinen auf den ersten Blick produktiv. Bei meiner Arbeit erarbeite ich auch das Gehalt unseres Abteilungsleiters und seiner Sekretärin, deren Arbeit, bei oberflächlicher Betrachtung, keinerlei produktiven Nutzen hat. So ist das nunmal.
Schon wenn ich sowas lese: "Gender-Professoren, Gleichstellungsbeauftragte, Klimaforscher, Rentner, Profiteure des EEG-Gesetzes und der Armutsverwaltung, sinnloser Behörden und Verwaltungen. Nicht alle davon sind Parasiten." -- Schön das nicht alle außer dem Autor "Parasiten" sind ... das wäre wohl zu egozentrisch.

Dann weiter: "Derzeit gibt es in Deutschland etwa 15 Mio Arbeitnehmer und Unternehmer, die ihr Geld überwiegend am Markt verdienen, das heißt bei Privatkunden." -- Aha ... und das die Privatkunden eben auch zu den oben genannten "Parasiten" gehören ist dem Autor wohl nicht aufgefallen ...

Die wirklichen Parasiten im deutschen Lande sind eben nicht die vom Autor genannten. Es sind die Multimillionäre und Milliardäre, die schon am rumjammern sind wenn sie auf Ihre leistungslosen Zinseinkommen lächerliche 25% Kapitalertragssteuer zahlen müssen und dann auch noch das deutsche Volk, was letztendlich ihre leistungslosen Zinseinkommen erarbeitet hat, per Steuerhinterziehung betrügen.
13.03.14 @ 22:14
Kommentar from: Rakang Siang [Besucher]
***--
Die Roboter kommen und nehmen demnächst den Rest der Arbeit ab, dann haben wir 1 Rentner, 0 Kinder und 80.000.000 Beamte zu ernähren. Geht doch!
13.03.14 @ 22:16
Kommentar from: Franz [Besucher]
*****
der Nettosteuerzahler ist offenbar keiner. Sonst würde er erkennen, daß der Anteil der von Staatsknete lebenden Privatkunden zwar Einnahmen erzeugt, allerdings nur von demjenigen Teil ihres Einkommens, das - nach Abzug eines kleinen Verwaltungsanteils von 60% - 70% - vorher den Nettosteuerzahlern für einen angeblich guten Zweck weggenommen wurde. Manche leben sogar gleich direkt vom Verwaltungsanteil. Würden diese Leute gleich in drr Privatwirtschaft arbeiten, wären die verfügbaren Einkommen doppelt so hoch.
14.03.14 @ 06:05
Kommentar from: Wolfgang Prabel [Mitglied] E-Mail
Lieber Nettosteuerzahler, über die zu geringe Zinsabschlagssteuer sind wir uns als Gold- und Silberfreunde wohl alle einig. Offensichtlich sind wir auch einig, daß es prinzipiell Dienstleistungen braucht. Es geht um das Verhältnis von Dienstleistungen zur Warenproduktion. Wenn sich alle Leute nur noch gegenseitig Briefe schreiben und nichts mehr essen, trinken, anziehen wollen, wenn sie wie in der Südsee nicht heizen brauchen, dann könnte man auf Warenproduktion ganz verzichten. Aber gerade Griechenland zeigt exemplarisch, wie eine Gesellschaft aus dem Lot kommt, wenn der Zusammenhang zwischen Dienstleistungen, Warenproduktion und Produktivität gestört wird. Ist übrigens eine ganz alte Erkenntnis von Adam Smith aus dem "Reichtum der Nationen". Also daß alle Beamten und Dienstleister Parasiten sind habe ich nicht behauptet. Nur diejenigen, die sinnlose und teure Opferungen an den zeitgenössischen Altären des Klimas und der Genderei organisieren oder von der Armut anderer komfortabel leben...
14.03.14 @ 07:19
Kommentar from: Tschiks [Besucher]
*----
Seit wann zählen denn bitteschön die Freiberufler zu den "Transferempfängern" ? Freiberufler, z. B. Ärzte, Pfleger, Journalisten, Übersetzer, Ingenieure etc. sind Selbständige, die sehr wohl ihr Geld am Markt verdienen müssen - und zwar ohne irgendwelche Ansprüche auf soziales Netz, auf Zuschüsse zu Kranken-oder Rentenversicherung usw.
An Ihrer Rechnung, auch wenn sie in den Grundzügen richtig sein mag, bedarf wohl einiges der Nachbesserung.
14.03.14 @ 08:34
Kommentar from: Michl [Besucher]
"Diese empirischen Überlegungen deuten darauf hin, daß eine Steuer-, Abgaben- und Gebührenquote von 40 bis 50 % die obere Grenze für eine funktionierende Gesellschaft ist."

Dies Aussage wird durch das "Laffer-Theorem" bestätigt, welches besagt, dass Abgabelasten über 50% volkswirtschaftlich kontraproduktiv sind. Damit sollten sich alle Sozis und Neider beschäftigen, die weitere Steuererhöhungen für Besserverdiener und Reiche fordern!
14.03.14 @ 08:54
Kommentar from: Wolfgang Prabel [Mitglied] E-Mail
Hallo Tschiks, Ich bin selbst über 20 Jahre selbständiger Ingenieur gewesen. 85 % meiner Aufträge waren Staatsaufträge. Selbst wenn ich Aufträge aus dem Privatbereich hatte, hatte der Private, der mich beauftragt hat, wieder einen Staatsauftrag. Zeigen Sie mir mal bitte einen Mediziner, der außerhalb des staatlichen Systems arbeitet. In Weimar gibt es einen Orthopäden und in der Gegend ein paar Tierärzte. das wars. Oder zeigen Sie mir mal einen Rauchfangkehrer, der ohne staatlichen Zwang sein Geld verdient. Bei einigen Freiberuflern haben Sie recht. Der Apotheker verkauft neben seinen Kassenrezepten noch ein paar Tees und Aspirin privat. Journalisten werden auch im staatlichen System bezahlt, zum Beispiel bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten und wenn die Zeitungen lukrative ganzseitige Anzeigen von einem Ministerium veröffentlichen dürfen. Gut, auch da gibt es noch welche, die im Dschungelcamp selbst sehen müssen, wie sie zurechtkommen...
14.03.14 @ 10:33
Kommentar from: Erich [Besucher]
*****
anscheinend bin ich einer der wenigen Freiberufler, die wirklich niemals für den Staat arbeiten, sondern für die Privatwirtschaft: im Strafrecht zahlen die Leute in aller Regel bar und im voraus - klares Zeichen für einen Nettosteuerzahler - und noch niemals habe ich einen Beamten vertreten müssen.

Trotzdem oder gerade deswegen Cinque Stelle für diesen Klasse-Artikel!
14.03.14 @ 16:27
Kommentar from: Dienstleister [Besucher]
*----
Die Beamten...

Was sind denn Für Herrn Prabel Beamte?

Selten so einen Beitrag mit so wenig Sachverstand gelesen.

Es gibt im öffentlichen Dienst überwiegend kündbare Angestellte.

Möchte Herrn Prabel eimal sehen, wenn er für seine Goldschätze sauberes Trinkwasser tauschen möchte...
15.03.14 @ 15:27
Kommentar from: Freidenker [Besucher]
****-
Mittlerweile zahlt eine erwerbstätige Minderheit die sozialen Transferleistungen für eine tätigkeitslose Mehrheit. Wer das für einen unbeabsichtigten Nebeneffekt staatlicher Subventionitis hält, verkennt die wahren Motive heutigen politischen Handelns. Habe ich eine Mehrheit von staatlich Abhängigen und versorge ich sie nur ausreichend, so habe ich eine Mehrheit an Wählerstimmen. Und so kann ich überwiegend ungestraft meine politischen Überzeugungen wechseln wie das tägliche Hemd oder sie gleich ganz über Bord werfen. Und so habe ich die Wahl zwischen ganz vielen möglichen politischen Partnern. Aber als Systemgünstling darf man schließlich immer noch auf einen Platz im Rettungsboot hoffen — nach dem Motto: Zecken zuerst ...
Nur wenn der Gender-Mainstream-Hartz-IV-GEZ-Elterngeld-Bildungschipkarten-Rentenversicherungs
-Zwangsbeglückungssteuerstaat auf das Notwendige reduziert wird, hat dieses Land wieder eine Zukunft vor sich.
15.10.14 @ 09:31

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