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Förderkohle für die Kohle?

von Wolfgang Prabel E-Mail 02.12.14 08:19:04

Es ist eine Erpressung oder vielleicht auch ein Hilferuf. Eon ist dabei sich aufzuspalten. In ein förderkohleabhängiges Geschäft mit Erneuerbaren, in dem die Altschulden geparkt werden und in eine kohle- und gasbefeuerte Bad-Bank für Kraftwerke.

Einige grüne Umweltbürokraten werten das als Eingeständnis von Eon, daß die konventionelle Energieerzeugung ein Auslaufmodell sei, von dem man sich rechtzeitig trennen muß. Nun, man kann sich alles schönreden. Nach einem kurzen Blick auf die deutsche Kraftwerkskulisse ergibt sich nämlich eine andere Interpretation des Eon-Coups.

Auf den ersten Blick ist das eine Szene aus dem Tollhaus, wenn man das Geschäft mit dem Flatterstrom aus Wind und Sonne von dem mit dem erforderlichen Grundlaststrom trennt. Weil die Einspeisung von Erneuerbaren ohne konventionelle Energieerzeugung nicht funktioniert, ohne daß die Netze zusammenbrechen. Auf den zweiten Blick ist es für den Energieerzeuger Eon schlau und konsequent zu trennen. Der größte Stromerzeuger will die Bundesregierung, die mit Vernunftsgründen nicht zu überzeugen ist, dazu zwingen grundlastfreundlicher zu agieren.

Bisher ging die Tendenz der Regierungspolitik dahin, den Strompreis mit dem Werkzeug der vorrangigen Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren so stark zu drücken, daß Kohle- und Gaskraftwerke unrentabel wurden. Insbesondere 2013 ist der Strompreis ins bodenlose gesunken. Wenn eine Quersubventionierung im Energieunternehmen nach der Aufspaltung nicht mehr möglich ist, so daß Kalkül von Eon, wird die Regierung gezwungen Bedingungen zu schaffen, unter denen Grundlaststrom weiterhin rentabel produziert werden kann.

Wenn die Bundesregierung nach der Spaltung von Eon den Strompreis weiter nach unten manipuliert, ohne den Energieerzeugern den Abriß unrentabler Grundlastkraftwerke zu erlauben, wird die Kohle,- Erdgas- und Kernenergiesparte von Eon in einigen Jahren insolvent sein und es kommt ohne weitere Zwangsmaßnahmen bzw. Rettungszahlungen der Groko zum Blackout. Außerdem würde der Rückbau der Atommeiler in der Luft hängen.

Die Eon-Spitze hat den Knopf konstruiert, auf den man drücken muß, um Berlin in der Energiepolitik zur Vernunft zu bringen. Nämlich wieder marktwirtschaftliche Naturgesetze in Geltung zu setzen, die den Weiterbetrieb der Grundlast ermöglichen. Falls die Groko die Marktwirtschaft nicht leiden kann, muß sie wenigstens neue Förderkohle für Eons Kohle- und Gaskraftwerkssparte rausrücken. Allerdings wird das als neue Umlage wieder auf der Stromrechnung der Verbraucher stehen…

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