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Kurzupdate zum Armstrong-Szenario

von Jan Kneist E-Mail 03.07.15 09:18:14

Die Ereignisse in Griechenland spitzen sich zu und den meisten hängt das Schauspiel zum Halse heraus. Es muß jetzt eine Entscheidung getroffen werden. Die Griechen stehen mit dem Rücken zur Wand, die EU-Junta aber ebenfalls. Keiner will das Gesicht verlieren und sucht nach Wegen, die andere Seite verantwortlich machen.

Man hört immer wieder, die EU werde letztendlich doch nachgeben und den Griechen neues Geld geben. Ich glaube das nicht. Nicht diesmal. Die Marktteilnehmer haben immer wieder auf diesen Ausgang gesetzt und wurden dafür mit dem „Draghi-Put“ belohnt. Was aber, wenn es jetzt nicht mehr so weitergeht und man Griechenland fallen läßt. Das Argument, die Griechen müßten wegen der NATO in der EU bleiben, teile ich nicht. Die EU ist nicht unbedingt ein willfähriger und potenter Knüppel, wenn es gegen Rußland geht. Der Widerstand gegen die US-Kriegspolitik wächst und die Amerikaner können sich eher auf die Engländer, Balten und Polen verlassen, was das angeht.

Gerade gestern wurden Wirtschaftszahlen aus den USA gemeldet, der arbeitsfähigen Bevölkerung an den Beschäftigten ist auf den Stand von 1977 gesunken. Es sind jetzt geschlagene 93,7 Mio. Amerikaner, die arbeiten könnten, aus der Statistik herausgefallen. Dieses Land und seine Wirtschaft sind im Zusammenbruch. Wie ich hier mehrfach dargestellt habe, wird aber vorher alles andere in den Abgrund gerissen und das ist in erster Linie die Eurozone, wo man mit Griechenland einen grandiosen Anlaß für das gewünschte Chaos hat. Daß die Schulden der Griechen nicht tragbar sind und abgeschrieben werden müssen, kann niemand mit klarem Verstand bestreiten. Sogar der IWF hat es jetzt zugegeben! Trotz angeblichem Drängen der Amerikaner, GR im Euro zu halten, werden sie tatsächlich eine andere Agenda vorantreiben – GREXIT. Vergessen wir nicht, daß Goldman Sachs maßgeblich verantwortlich war, das Pleiteland in den Euro zu schmuggeln. Und GS ist am Grexit interessiert. Und erinnern wir uns, daß der EUGH erst kürzlich politisch willfährig entschieden hat, das OMT Programm sei rechtens. Vielleicht wird man es sehr bald brauchen.

Noch ein paar Worte zu den Edelmetallen. Entgegen jeder (althergebrachten) Logik haben sie noch keinen Boden gefunden. Die Charts sehen gefährlich aus. Bei Gold drohen bei ca. 1150 $ und bei Silber bei 15 $ nochmal große Verluste. Gold war gestern sehr nahe an dieser Marke. Gleichzeitig sehen wir, daß es starke Positionsverschiebungen bei den Rohstoffderivaten gibt. Etwas ganz Großes braut sich hier zusammen. Und auch die Korrelation von Yen und AU und AG ist stark in Aktion, also Yen-Schwäche kommt zu Metallschwäche und umgekehrt. Der Markt will eindeutig nach OBEN! Gold und Silber unten zu halten bzw. nach jedem Ausbruchsversuch wieder nach unten zu pressen, erfordert immer MEHR Aufwand, daher vermutlich auch die JPM Positionen aus o.g. Artikel. Mit einer letzten Gewaltaktion könnten die Charts bereinigt und das schon schlechte Sentiment völlig zerstört werden. Dann beginnt die neue Gold-Hausse.

Ein Grexit böte den Amerikanern die letzte Gelegenheit, eine riesige Kapitalflucht aus der Eurozone auszulösen und damit dem Metall den finalen Schlag zu versetzen und den Dollar fliegen zu lassen – das Armstrong-Szenario. Es könnte sich dieses Wochenende abspielen. Der Euro ist eine politisch motivierte Kopfgeburt, die keinen Bestand haben kann. Er wird immer angreifbar sein. Kommt es zum "Nein" oder einem anderen Schwarzen Schwan, erwarte ich den freien Fall des Euro bis ca. 0,90 - 0,95 $. Dann dürfte ein neues Drachen-QE einsetzen, das das laufende Programm in den Schatten stellt und die Börsen nach dem Schock wieder antreibt. Bei dann weiter sinkender Euronotierung und beschleunigter Verarmung der breiten Masse. In der Gemengelage darf dann Schäubles Plan, mehr "Integration" nach dem Chaos zu erreichen, nicht aufgehen. Im Gegenteil. Aber das liegt an den Nationen.

Was auch immer passiert, diese Wochenende und über den Sommer wird es zu tektonischen Bewegungen kommen. Jede Richtung ist möglich. Ich denke, das nächste Ereignis führt zu drastischen Euro-Verlusten, die man mit Euro-Puts mitnehmen kann.

3 Kommentare

Kommentar from: wolf [Besucher]
Ich finde ein guter Artikel, der viel beleuchtet. Die Sache mit der Ukraine brennt und niemand kommt zum Löschen. Also ich glaube, daß der IWF sich "fein" aus der Affäre zieht, weil da ja auch amerikanisches Geld mit drin ist und die schlichten Euro-Länder bezahlen weiter. Wetten das? Man kennt doch die ethnischen Gruppen und deren handeln. Nein, der IWF wird dann die Ukraine nach vorne schieben und dann die Europäer versuchen voll ins Boot zu holen. Die Amis brauchen Kohle für das altgediente Kriegsmaterial, was aber für die verblödeten Ukrainer immer noch gut genug ist. Das Problem Griechenland ist nur Beiwerk, das Problem Ukraine bringt den Amis jetzt schon Kohle (oder Gold) und soll zu einem Sesam öffne dich werden. Das ist meine volle Überzeugung und ich bin mir ganz sicher, daß das der Plan der Amis ist, der im Verborgenen ungeduldig lauert. Wie hieß es doch früher? Ach ja, "ich kenne meine Pappenheimer"! Die heutigen Pappenheimer sind die Karzinome der Welt und deren Früchte tun sich im Irak, Syrien, Libyen, Tunesien, Afghanistan usw. auf. Für wie verblödet werden wir als Bevölkerung eigentlich noch gehalten?


Wir werden für sehr blöd gehalten und bei vielen bestätigt sich das leider. Aber das System hat jeden Tag härter zu kämpfen. JK
03.07.15 @ 11:15
Kommentar from: 530 [Besucher]
Verstehe ich jetzt nicht auf Anhieb. Kommt der Grexit, flieht das Kapital aus dem Euro (OK). Dann sinkt der Euro vs. Dollar, das verteuert EM in Euro und läßt es nicht sinken.. Oder was meinen Sie?


Ich denke, daß das Metall in $ ein letztes Mal deutlich fällt. In Euro wird der Vermust vermutlich gering sein. Physische Bestände eh durchhalten und weiter aufbauen... JK
03.07.15 @ 11:34
Kommentar from: Harald [Besucher]
Das Armstrong-Szenario beinhaltet m.W. auch ein wahrscheinliches letztes Absacken des Aktienmarktes, bevor die Flucht von "staatlich" zu "privat" einsetzen soll. Soll der Anleger jetzt besser den DAX verkaufen und später wieder einsteigen?



Ja, stimmt. In einem Moment der Panik wird auch der Dax vermutlich kurz und stark sinken. China macht es gerade vor, daß jetzt vieles ins Rutschen kommt. Sobald das neue QE beschlossen ist, stehen die Ampeln wohl auf dunkelgrün. JK
03.07.15 @ 18:11

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