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Goldindikatoren Teil 16

von Johannes Forthmann E-Mail 25.07.12 09:12:10

Link: http://jf-research.com/blog/

Goldindikatoren Teil 16

In meinen letzten Artikeln wurden die latenten Symptome eines beginnenden Kondratieff Winters anhand der Fieberkurven der Märkte(Charts) dargestellt. Sie scheinen sich mehr und mehr zu bestätigen. Je länger dieser Prozess dirigistisch beeinflusst wird, desto virulenter die Auswirkungen. Harvard Professor Joseph Schumpeter schrieb in den 30 ern: „ Die Kondratieff Welle ist das bei weitem wichtigste Instrument ökonomischer Prognosen.“ Es ist zu vermuten, dass die Winterwelle dieses Zyklus bis weit über 2020 hinaus reichen wird. Ian Gordon, Kondratieff Forscher aus Vancouver rechnet mit einem Goldpreis von 4000 $.

Momentan erleben wir eine Phase, wo Spekulanten für Turbulenzen verantwortlich gemacht werden. Leerverkaufsverbote wurden in Spanien und Italien erlassen. Societe Gen. vertritt die Auffassung, dass die Krise sich dadurch eher noch verschlimmern könnte.

Sommerbrände

Der Sommer 2012 kündigt sich im Süden Europas mit Hitzewellen an. Nicht nur die Wälder brennen. Rekordarbeitslosigkeit, Banken in Not, Griechenland vor dem Staatsbankrott, explodierende Anleiherenditen im Süden, Dotcom ähnliche Blasen bei den Anleihen im Norden. In Spanien scheinen Fußball und Stierkampf (von MWST Erhöhung befreit) das einzige noch funktionsfähige Opium für das Volk zu sein.

Ich blute für Euros

In diesem Artikel werden erneut Parallelen aus früheren Zeitperioden herangezogen, um die Entwicklung von Gold vielleicht etwas besser einschätzen zu können. Wir werfen dabei einen Blick auf Gold in Euro und früher stattgefundene Korrekturphasen.

Gold als Hedge gegen Eurokrise

Die reale monetäre Eigenschaft von Gold als Instrument zur Kaufkrafterhaltung wurde in einigen Teilen dieser Essayreihe anhand von konkreten Beispielen dargestellt. Sie erweist sich v.a. für europäische Goldinvestoren in dieser Situation wieder einmal als zuverlässig. Je weiter die Eurokrise fortschreitet, desto höher die Kaufkraft von Gold gemessen in Euro. Zieht man diesen Blickwinkel zu Rate, dann haben wir es hier mit einem Aufwärtstrend zu tun, der fast schon bilderbuchähnliche Züge angenommen hat. Anhand der folgenden Grafik sehen wir die Entwicklung von Gold in Euro seit 2010. Dabei hat es eine kurze parabolische Trendphase ab Mai 2011 gegeben. Diese ging dann in eine seitliche Bewegung über und ist dabei sich auszupendeln. Der Kurs befindet sich zur Zeit an der oberen Begrenzung des Bollinger Bandes und versucht den alten Höchststand von 1374 E. anzusteuern. Die bisherige Dauer dieses Prozesses ist ungefähr mit der vorherigen Seitwärtszone vergleichbar (siehe Pfeile).

Grafik 1: Gold in Euro 2010/12 (1 Preisstab = 1 Woche)
Gold in Euro 2010/12 (1 Preisstab = 1 Woche)

In Höhe der linken Pfeilspitze kann man beobachten, dass sich mit Ende der ersten Seitwärtsbewegung auch die Bollinger Bänder auf ein Minimum verengten. Erfahrungsgemäß nimmt die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Ausbruches mit Verengung der Bänder zu. Dieses Phänomen könnte man auch als Ruhe vor dem Sturm deuten, sowohl in die eine als auch andere Richtung. Im Moment haben wir es eher mit der oberen BB Begrenzung zu tun. Erneute parabolische Bewegungen können nur dann stattfinden, wenn vorher die hier gezeigten Pendelbewegungen stattfinden. Eine dominante parabolische Phase haben wir in noch keiner Phase dieses Bullenmarktes gesehen. Vergleicht man diesen Chart mit Silber in Euro, dann wird der große Unterschied zu Gold in seiner Funktion als monetärer Wertspeicher besonders deutlich.

Und wir sehen noch etwas an dieser Grafik. Beide Seitwärtsphasen erreichen jeweils in der Mitte Hochpunkte. Diese habe ich mit roten Pfeilen gekennzeichnet. Sogenannte „Midpoints“ findet man häufig auf halber Strecke von Seitwärtsbewegungen. Sie haben nichts mit den herkömmlichen Schulter- Kopf- Schulter Formationen gemeinsam, werden jedoch häufig von technischen Analysten als solche missinterpretiert.

Korrekturphasen von Gold

Wesentliche Korrekturphasen hat es in diesem Bullenmarkt vor allem in den Jahren 2003, 2006/7 u. 2008/9 gegeben. Wenden wir die oben gezeigte Analyse einmal auf Gold in USD in der Makroperspektive an, dann erkennen wir für den Zeitraum von 2006 bis 2012 zwei lange Korrekturphasen. Die 2006 begonnene K-Phase erstreckte sich über 68 Wochen. Erst danach konnte ein neues Hoch erreicht werden. Auf dem Tiefpunkt hatte ein Rückgang von 22 % stattgefunden. K-Phase 2 begann im März 2008 und dauerte 78 Wochen bis das alte Hoch erneut überschritten werden konnte. Hier fand ein maximaler Rückgang von 29 % statt. In der aktuellen K-Phase 3 haben wir es bisher mit einem gemessenen Verlust von 19 % zu tun. Die Dauer der aktuellen Phase beträgt bis jetzt „nur“ 46 Wochen.

Korrekturphasen von Gold in USD ab 2006
Korrekturphasen von Gold in USD ab 2006

Anhand der hier gezeigten K-Phasen sieht man eindeutig: Je grösser die Korrektur war, desto länger dauerte es bis Gold ein neues Hoch bildete. Die jetzige Phase ähnelt eher der von 2003. Damals machte Gold eine 16% Korrektur. Danach brauchte es 7 Monate, um ein neues Hoch zu erreichen und 2 Monate um definitiv darüber zu bleiben. Projiziert man dieses auf die jetzige 19% ige Korrektur, dann hätte jedoch im Mai ein neues Hoch erreicht werden müssen. Wahrscheinlich haben wir es hier mit einer Mischform zu tun.

Wann genau diese Korrektur zu Ende sein wird, kann niemand voraussagen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass weitere 2-5 Monate bis zum Erreichen eines neuen Hochs bei 1900$ verstreichen werden. Besitzt man bereits physisches Gold, dann sollte man sich in der jetzigen Phase etwas beim Schlussverkauf im Wartesaal der gefallenen Engel der Goldminen umsehen. Ein paar davon sollte man allerdings spätestens dann in der Tasche haben, wenn Gold ausgependelt hat oder ein neues Hoch markiert. Sonst fliegen sie einem davon. Minen sind dem Goldpreis ab 2001 und in den darauf folgenden Jahren weit vorausgeeilt. Bei ihnen wird es danach in den nächsten 30 Jahren wohl so schnell keinen Rückfall auf heutige Kursniveaus geben. Sie werden die großen Gewinner im nächsten Abschnitt dieses Bullenmarktes sein. Mein nächster Minenartikel behandelt dieses Thema und erscheint in Kürze. Positionen werden zur Zeit in meinem Newsletter aufgebaut.

Historische Beispiele Juniors während der EM Mania 1979-80:
Historische Beispiele Juniors während der EM Mania 1979-80

Johannes Forthmann
Johannes Forthmann ist deutscher Wirtschaftswissenschaftler. Einige der in diesem Artikel beschriebenen Analysen basieren auf eigenen Verfahren und Datenquellen. Es wird keine Garantie für deren Richtigkeit übernommen.
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