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Martin Schulz für Auslandseinsätze ungeeignet

von Wolfgang Prabel E-Mail 28.02.14 08:18:20

Derzeit wäre es sinnvoll, wenn Deutschland im EZB-Rat einige Länder mit gleichen Interessen um sich schart, zum Beispiel die Niederlande, Estland, Litauen, Österreich, die Slowakei und Finnland. Das funktioniert aber nicht, weil das deutsche Auftreten zu unberechenbar ist und keine Rücksicht auf Befindlichkeiten der Nachbarn nimmt. Deutschland wird international eben nicht nur durch Frau Merkel repräsentiert, sondern auch durch einen Elefanten im internationalen Porzellanladen wie Steinbrück :no: und unerzogene Grobiane wie Stegner und Schulz.

Deutschland geht der Welt nicht nur durch seinen Sparkurs auf die Nerven, sondern auch durch Klimainitiativen, Pöbeleien gegen Nachbarländer und deren Politiker, sowie durch das von Gabriel losgetretene Glühlampenverbot. Es ist kein militärischer Imperialismus mehr, es handelt sich um Kulturimperialismus.

Die deutsche Politik hatte wegen dessen eurokritscher Haltung ein gespanntes Verhältnis zum ehemaligen tschechischen Präsidenten Klaus. Steinbrück drohte der Schweiz mit Kavallerie, der Sozialdemokrat Stegner beleidigte die Schweizer als verblödet. Steinbrück pöbelte die italienischen Politiker Berlusconi und Grillo als Clowns an. Grillo nannte ihn darauf einen Flegel. Es gab ein kritisches Verhältnis zur ehemaligen Regierung Österreichs wegen Teilnahme der Freiheitlichen. Mit Polen war das Verhältnis während der Regierung Kaczynski zerrüttet. Dänemark wurde während der Regierung Rasmussen wegen Teilnahme der Volkspartei scharf angegriffen. Die Niederlande wurden während der Mitwirkung von Wilders Partei für die Freiheit an der Regierung angegrantelt. Unnötige Bemerkungen über das Geschäftsmodell Zyperns von Bundesfinanzminister Schäuble rundeten das Bild ab. Nun hat Martin Schulz auch noch den Juden vorgeworfen, die falsche Menge Wasser zu verbrauchen.

Die deutsche Politik hat keine Gelegenheit ausgelassen, anderen Völkern, Staaten und Regierungen mal richtig die Meinung zu sagen. Alle Nachbarn außer Frankreich haben irgendwann mal ihr Fett wegbekommen. Ob die deutsche Meinung über die Nachbarländer „richtig“ war, lasse ich mal dahingestellt. Auf jeden Fall ist diese Schulmeisterei undiplomatisch, weil man sich damit eine Welt von Feinden züchtet, von denen man regelrecht umzingelt ist. „Viel Feind – viel Ehr“, hieß es früher. Die deutsche Ehre und die vielen Feinde haben bisher aber nichts gebracht außer zwei verlorenen Kriegen.

Mit Spitzenkandidaten hat die SPD ein Problem. Entweder sie sind außenpolitisch zurückhaltend und seriös wie Steinmeier und erreichen kein gutes Wahlergebnis. Oder sie pöbeln Ausländer an wie Steinbrück und Schulz und bringen die SPD auch nur wenig voran. Wenn man den Bundestagsstimmengewinn der SPD von 2013 zum entstandenen außenpolitischen Schaden ins Verhältnis setzt, so rechtfertigt das Ergebnis (2,7 % mehr Stimmen) nicht den betriebenen Aufwand.

Das Kalkül der Sozialdemokratie bei außenpolitischen Entgleisungen ist folgendes: Je mehr ich irgendwelche Nachbarn zurechtweise, umso mehr klatschen die deutschen Wähler Beifall. Diese Rechnung ist auch einige Male aufgegangen. Außenpolitik und Innenpolitik müssen bei einem Staat mit der wirtschaftlichen Macht und militärischen Ohnmacht Deutschlands jedoch streng voneinander getrennt bleiben.

Vielleicht verwechseln die deutschen Kraftmeier und Kulturimperialisten auch Außen- mit Innenpolitik. Für einige deutsche Politiker ist Europa inzwischen ein Binnenschauplatz, weil alle wichtigen Entscheidungen in Brüssel fallen. Diese Sichtweise auf eine gemeinsame Politik ist jedoch trügerisch und riskant. Riskant weil der Euro auch scheitern kann und mit ihm die derzeitigen europäischen Institutionen. Trügerisch weil das Europaparlament weder die Befugnisse wie ein normales Parlament hat, noch die stabilen Fraktionen um überhaupt eine europäische Legislative stützen zu können. Gerade hat das Bundesverfassungsgericht mit seinem Urteil gegen die 3-Prozent-Hürde diese Sicht erhärtet.

Martin Schulz ist für Auslandseinsätze ungeeignet. Im Europaparlament führte er oft das scharfe Wort, was ihm auf Heller und Pfennig zurückgezahlt worden ist. Kein deutscher Politiker ist öfter mit einem Nazi verglichen worden als Martin Schulz. Der angegriffene Berlusconi empfahl ihm die Rolle des Lagerleiters in einem KZ-Film. Der libertäre Abgeordnete Bloom bezeichnete ihn als unverbesserlichen nationalen Sozialisten. Auch mit dem Oppositionsführer im EU-Parlamant Nigel Farage kann er überhaupt nicht. Farage charakterisierte das Euro-Projekt im EU-Parlament so. „Der Punkt hier ist, dass dieses Projekt entworfen wurde, um uns alle in Frieden und Harmonie zusammenzuführen. Tatsächlich reißt es uns auseinander und treibt und in den Nationalismus zurück.“ Schulz als Parlamentspräsident reagierte auf diese kühn ausgesprochene Wahrheit gegenüber Farage mit einer glatten Rauswurfdrohung. Von unseren Politikern sollte man mehr Diplomatie verklangen, gerade wenn sie aus einer Partei kommen, die Sonntags immer von Toleranz salbadert.

Schulz versteht sich nicht als Diplomat, sondern als Politiker. Sowohl auf den Sessel des europäischen Parlamentspräsidenten, wie auf den des Kommissionspräsidenten gehört jedoch ein Diplomat oder wenigstens ein diplomatischer Politiker. Der ef-Herausgeber Lichtschlag vermutet, daß Schulz von Frau Merkel zum Kommissionspräsidenten gemacht werden wird, um Europa zu zerlegen – oder eben auch nicht.

Es wäre für die SPD zweckmäßig, Schulz unauffällig in die deutsche Provinz zu entsorgen. Er ist auf dem internationalen Parkett durch seine Schulmeisterei und Selbstgerechtigkeit zu sehr zur Haßfigur geworden.
Sein Lieblingssatz gegenüber seinen Parlamentsmitarbeitern „Ihr seid alle entlassen!“, deutet auf eine leichte Überheblichkeit hin. Das Nachrichtenmagazin Focus hatte berichtet, daß Schulz sich in einer psychiatrischen Behandlung wegen Größenwahn befunden hat. Offensichtlich erfolglos…

Der Autor ist Betreiber von Prabels Blog. Die letzten Einträge betrafen die Angst der EZB-Mitarbeiter vor Inflationierung ihrer Pensionen und die "Erfolge" der Troika in Zypern.

7 Kommentare

Kommentar from: Verena Reichle [Besucher]
*****
Danke für diese intelligente Kombination von Analyse des politischen Geschehens und Witz. Das ist erfrischend zu lesen, obschon ja die Tatsachen himmelschreiend sind.
28.02.14 @ 21:36
Kommentar from: pedrobergerac [Besucher]
Martin Schulz ist ein Politker. Der ist nur zum Lügen geeignet.
01.03.14 @ 22:45
Kommentar from: Jürgen Kremser [Besucher]
*****
Leider imponiert bei unseren deutschen Mitmenschen häufig schneidiges Auftreten und kurz entschlossenes aus der Hüfte schießen seitens der Politiker, und zusätzlich mal was "auf gut Deutsch" sagen.

Im Falle Steinbrück, hat er dann doch betreten ausgeschaut, als Giorgio Napoletano das Zusammentreffen mit ihm ablehnte.

Typisch war auch dass Gr0ßschnautze Helmut Schmidt schon einmal in England 1975 einen Sturm der Engtrüstung provozierte, an den ich mich gut erinnere:

http://www.zeit.de/1975/45/beim-kanzler-sitzt-der-liebe-gott-im-detail/seite-7

"Die englische Sprache, die er perfekt und gerne spricht, macht es ihm leicht, noch deutlicher zu werden, als er schon auf deutsch ist. Er scheut sich nicht, die Dinge beim Namen zu nennen, auf die Fehler der britischen Gewerkschaften zu zeigen („narrow-minded insularity“) und auf die der Unternehmer („the sleepy nine-to-five management“); die Klassenstruktur der englischen Gesellschaft zu schelten und die Misere von allen Seiten bengalisch zu beleuchten. Wer Verhaltenheit im Einsatz der Mittel für eine Tugend hält, braucht sich da nicht zu wundern, daß Engländer sich hierdurch an Kaiser Wilhelm II. erinnert fühlten."

Und Wilhelm II. gefiel sich der ohnehin schon feindlichen und hinterhältigen englischen Presse ein weiteres Argument gegen ihn zu liefern:

http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/telegraph/

"Ihr Engländer", sagte er, "seid toll, toll, toll wie Märzhasen. Was ist eigentlich über euch gekommen, daß ihr euch einem Argwohn überlassen habt, der einer großen Nation nicht würdig ist? Was kann ich mehr tun, als ich schon getan habe?


02.03.14 @ 19:21
Kommentar from: Hans Stein [Besucher]

Die Sprache der Diplomatie ist dient ua
auch (und vielleicht zuallererst) der
Verschleierung von Positionen.
D.h.Ausgleich durch Unschärfe ...außer
bei offiziellen Kriegserklärungen!
Dinge, politische Standpunkte, Ideen
Erwartungen und Forderungen im Unklaren
zu formulieren ...mag höflicher und
scheinbar respektvoller erscheinen.
Ob es der Sache immer den notwendigen
(politischen) Dienst...nämlich der
Durchsetzung von Interessen dient..
ist zumindest sehr zweifelhaft.
Man sollte sich Verbündete suchen
und um Mehrheiten bemüht sein,
aus einer solchen Position (die Kompromisse
erfordert) kann auch polarisierend
argumentiert werden.
Dass der hier kritisierte "EX-Buchhändler"
Schulz als Repräsentant der EU...
mehr in den Bereich "Realsatire"
einzuordnen ist , ist nachvollziehbar.
Dass jedoch vor diesem "Staatsmännchen"
div. Staatsmänner mit mehr Format
"Männchen machen" und "Pfötchen geben"
ist der wirkliche Skandal.

Hans Stein 2014 03 03
03.03.14 @ 06:57
Kommentar from: Imre [Besucher]
Hallo Herr Prabel,
die in der Überschrift gemachte Aussage würde ich so nicht unterschreiben.
Falls mal wieder ein deutscher Militäreinsatz im Ausland ansteht, sollten wir uns an M. Schulz erinnern. Mit ihm könnten auch B. Vogel, Mutti und Politiker ähnlicher Qualifikation die angelsächsischen Machtgelüste ausfechten.
Allerdings, dort wo es pfeift und kracht, nicht im Befehlsbunker.

Imre
03.03.14 @ 10:21
Kommentar from: carl schmonz [Besucher]
... ich kann nur hoffen, daß über die Schulzens und Konsorten bald nichts mehr zu berichten ist.

Münte würde sagen "GLÜCKAUF"
03.03.14 @ 21:13
Kommentar from: Hans Stein [Besucher]
Hallo Herr Carl Schmonz

bitte berücksichtigen:
Wir stehen kurz vor der Europa Wahl...
(25. Mai 2014)
Über den obigen Schulz wird zukünftig
gewiß noch sehr viel zu berichten sein ...
Ihre Hoffnungen hin oder her.
Solche Hoffnungen sind Illusionen.
Denn: Die Wähler entscheiden und
es ist ziemlich sicher, dass im neuen
EU-Parlament die Abgeordnete der SPD
reichlich (gewählt) vertreten sein werden.
Im Übrigen bin ich für Meinungs-
Freiheit ...was Schulz allerdings
macht ist leider oft "Meinung wie der Elefant
im Porzellan-Laden" ... aber es ist sein
Recht ...sonst muss ihn eben abwählen.
Er ist für seine Polemik(von seinen Wählern) gewählt und nicht vom Himmel gefallen.
Politik ist nun mal Interessen-
Vertretung und nicht "Watte-
Bäuschen-Aktion"...insofern
vertritt der Abgeordnete
Schulz nicht meine aber andere
Interessen.
Die in obigem Artikel
dargestellte Kritik ist leider an
der politischen Realität meilenweit vorbei.
Motto:
"Gutmenschen aller Länder
vereinigt Euch zusammen mit
allen, die nicht "polarisieren"
...Schön wärs.

herbert1 (Hans Stein)
04.03.14 @ 13:55

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