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Kauft nicht beim Deutschen! Die häßliche Fratze des EURO

von Wolfgang Prabel E-Mail 25.02.14 08:32:57

Der griechische Verbraucherverband INKA denkt über den Dauerboykott gegen deutsche und niederländische Ware nach, auch gegen solche, die in Griechenland produziert wird. Auf den ersten Blick sieht das diskriminierend aus. Es erinnert an „Kauft nicht beim Juden!“ oder „Kauft keine Ware aus der Westbank“.

INKA plant den Boykott: “Es reicht. In Zusammenarbeit mit allen gesellschaftlichen Kräften wird ein vollständiger Katalog aller Produkte erstellt werden, deren Kauf im angeblich vereinten Europa das Geld der Bürger des Landes zu deutschen und holländischen Firmen transferiert“.

Wenn Leute aus Verbänden etwas verlautbaren, muß man zunächst den Wahrheitsgehalt prüfen. Denn es gibt nicht nur griechische Statistiken, es gibt überall auf der Welt auch Verbandspropaganda.

Also es stimmt, daß Deutschland Waren nach Griechenland exportiert hat, und zwar mehr, als die Griechen nach Deutschland geliefert haben. Insgesamt betrug der deutsche Außenhandelsüberschuß mit Griechenland 2001 bis 2012 etwa 55 Mrd. €.

Es stimmt auch, daß diese Ware an die deutschen Hersteller bezahlt worden ist. Allerdings ist das Geld, mit dem die deutsche Ware bezahlt worden ist, gedruckt worden. Griechenland hat Schulden dafür aufgenommen und wird diese Schulden nie zurückzahlen können. Diese Schulden liegen nun im Horror-Keller der Schattenbank EZB rum und Deutschland hat einen Anteil von 28 % daran. Und sie sind Bestandteil der sogenannten Target-Salden.

Deutschland hat etwa 56 Mrd. € für die Rettungspakete von 2010 bis 2012 “investiert”, sowie für den deutschen Anteil an den griechischen Anleihekäufen der EZB. Davon wird man nichts wiedersehen, denn das griechische Leistungsbilanzdefizit existiert bis heute. Und es wird derzeit wieder größer.

Deutscher Rettungsbeitrag 56 Mrd. € = Deutscher Außenhandelsüberschuß 55 Mrd. €

Deutschland hat seit 2010 so viel Geld für die Rettung ausgegeben, wie der deutsche Exportüberschuß 2001 bis 2012 betragen hat. Das heißt, daß die Exportware verschenkt worden ist. Die deutsche Exportindustrie hatte den Nutzen, der deutsche Steuerzahler hat mit einer zeitlichen Verzögerung von 5 bis 10 Jahren den adäquaten Schaden. Das ist die Wahrheit über den Mechanismus des deutschen Außenhandels mit Griechenland.

Und da liegt der Denkfehler der Griechen: Es ist definitiv nicht Geld der Griechen an die deutsche Exportwirtschaft geflossen, sondern das Geld der deutschen Steuerzahler. Im übrigen gönne ich den Griechen ihre eigene Ware von ganzem Herzen. Ohne Importe werden sie wieder mit Eselskarren, statt mit Autos fahren…

Zur europäischen Idee: Weder die Griechen noch die Deutschen sind mit der entstandenen Situation zufrieden. Jeder denkt, daß er allein den Dachschaden der europäischen Politiker auszubaden hat. Es gedeiht der Völkerhaß. Boykottideen sind ein Ausfluß dessen.

Was die griechische Exportwirtschaft betrifft, ist keine Besserung in Sicht. Im Gegenteil. Die neuesten Zahlen aus Griechenland betreffen die Exporte und Importe im Dezember 2013. Die griechischen Exporte sind um 7,3 % gegenüber dem Dezember 2012 gesunken und die Importe sind um 6,4 % gestiegen. Das Handelsbilanzdefizit Griechenlands stieg um 34 %.

Zur Leistungsfähigkeit der griechischen Wirtschaft gibt es eine zugespitzte Anekdote: „Stimmt es, daß die Schornsteine der griechischen Industrie 100 km hoch sind?“ Antwort: „Im Prinzip ja, die Abstände sind sogar noch größer!“

Der Autor ist Betreiber von Prabels Blog. Die letzten Einträge betrafen die Einwanderung in die Sozialsysteme, ein schräges Zitat von Michel Friedman und haarsträubende Argumentationen von Denkmalschützern.

7 Kommentare

Kommentar from: aurelian [Besucher]
Dann würde ich als Gegenvorschlag bringen: Fahrt nicht nach Griechenland auf Urlaub, in anderen Ländern Europas ist es mindestens so schön
25.02.14 @ 13:12
Kommentar from: Wolfgang Prabel [Mitglied] E-Mail
Die armen griechischen Kellner und Zimmermädchen können doch nichts für die Verbandsidioten!
25.02.14 @ 14:22
Kommentar from: foxxi [Besucher]
.....wenn ich grieche oder spanier usw. wäre, dann würde ich in etwas genauso und noch stärker dies so machen. die leute erkennen, dass sie mit immer mehr importwaren nie aus der misere heraus kommen. im aktellen sytem müssen diese länder mehr werte an gütern eportieren, damit sie überhaupt eine chance haben. das aktuelle system verhindert dies aber. diese länder können anstellen was sie wollen, sie werden nicht gesunden in dieser zwangsjacke euro. es gibt immer mehr fachleute, welche vorschlagen die südländer aus dem euro zu heraus zu lassen.
meine prognose ist, dass der euroraum relativ bald zerbricht. der umfang und die konsequenzen bleiben vage spekultion.
25.02.14 @ 20:48
Kommentar from: Der kleine Trompeter [Besucher]
*****
Vielleicht mal etwas sarkastisch,
die Griechen in dieser hoffnungslosen Situation können ihr Problem doch ganz leicht beheben. Sie brauchen sich nur vereinnahmen zu lassen wie die ehemalige DDR und Deutschland würde auch territorial etwas wachsen können. Aber das passiert ja schon über die EU, wer es noch nicht gemerkt haben sollte.
26.02.14 @ 07:14
Kommentar from: Daniel M [Besucher]
Regierung ist nicht Volk.

Die dt. Regierung hat das Geld der gr. Regierung gegeben.

Die gr. Regierung (oder irgendwelche Institutionen) plant den Boykott deutscher Firmen.

Wenn das jeder wüsste, würde auch schnell jedem klar, wem wir den Mist zu verdanken haben - (sicher weder dem gr. Volk noch dem dt. Volk)
26.02.14 @ 10:02
Kommentar from: eiropa [Besucher]
***--
Die normalen Leute in Gr leiden genauso wie ale Mitglieds-Länder-Mitbürger! Die Betrüger sitzen immer ganz oben: Regierung und Minister sowie EU-Komssare und Banken. Das System muss gekippt werden. Die EU muss aufgelöst werden. Denn sie ist ein Knebel-Sysem der US-Finanz-Oligarchie, IWF, Weltbank, UN... alles dieselbe Schei.....
26.02.14 @ 14:02
Kommentar from: Joram Ludwig [Besucher]
Nur mal so am Rande dazu erwähnt: Die Situation hatten wir schon mal, damals sollten deutsche Waren auch boykottiert werden. Damals wurden die deutsche Waren mit "made in Germany" gebrandmarkt! Wie wir heute wissen ging dieser Schuss nach hinten los, und konsumiert wird vom Volk ....
26.02.14 @ 20:13

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