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Das Gold und die Ukraine - massive Bewegung voraus

von Jan Kneist E-Mail 27.11.14 16:47:17

Trotz sich langsam weiter verschärfender Spannungen, sich abschwächender und total überschuldeter Volkwirtschaften rund um den Globus, weitverbreiteter finanzieller Repression (Zinsen unter der Inflationsrate), aufkommenden Unruhen etc. kommt der Goldpreis nicht vom Fleck. Eine sehr merkwürdige Situation in Zeitalter von Dauer-QE und die Erklärung ist einleuchtend und schlagend: Der Dollar soll auf Biegen und Brechen geschützt werden und dafür sind alle Mittel recht, einschließlich Manipulation und Rechtsbruch.

Vorgestern fand um mit Mitternachtszeit ein merkwürdiges Schauspiel statt, das ich live verfolgt habe. Gold stieg innerhalb von Minuten um mehr als 200$ an und erreichte in der Spitze 1467 $. Was auffiel, der Silberpreis zog nicht mit, so daß man von einem Datenfehler ausgehen konnte. Sobald um Mitternacht der Futures-Handel wieder einsetzte, war von dem Kursgewinn nicht mehr übrig und er schmolz auf 4 $ zusammen. Was dahinter steckt, wird wohl im Dunkeln bleiben. Ein Tsunami bahnt sich aber an.

Kürzlich wurde bekannt, daß die Niederlande 122 t Gold aus New York nach Hause haben bringen lassen. Man reibt sich die Augen, wenn man das mit den läppischen 5 t vergleicht, die die BuBa 2013 aus den USA bekommen konnte. Bis 2020 sollen ja 300 t nach Deutschland überführt werden. Und jetzt ein solcher Paukenschlag der Holländer. Wenn man rechtmäßige Ansprüche hat, dann sollte man die durchsetzen und nicht um sein Eigentum „bitten“. Ohnehin drängt sich der Eindruck auf, daß BRD als treuester Vasall des US-Imperiums in einer extrem schwachen Position ist und seine Forderungen nur als Anregungen wahrgenommen werden, die man bei guter Laune erfüllt oder ignoriert. Relativ zeitgleich zur Auslieferung des Goldes an die Niederlande wurde der Verkauf von Gold der Ukraine bekannt. Das in mehrerlei Hinsicht gebeutelte Land, das wohl einer (erneuten) Hyperinflation gegenübersteht, verkaufte kürzlich 35% seiner Bestände und hält jetzt noch offiziell 26,1 t. Laut WGC waren es Ende Februar noch 42,3 t. Was jetzt physisch in Kiew noch da ist, ist nur ein winziger Rest, da die Bestände schon im März in einer Hau-Ruck-Aktion nach USA geflogen worden waren. Meine Vermutung: Die Ukraine verfügt über keinerlei Gold mehr als die paar Unzen (ca. 100.000 oz) im Wert von 123,6 Mio. $ (laut Zero Hedge Artikel). Der Verkaufserlös der verscherbelten Tonnen wird von der FED frisch gedruckt und gegen Waffenlieferungen gleich im Lande behalten. Das Gold dient für paar Tage oder Wochen dem Stopfen der immer zahlreicher werdenden Löcher. Die offiziell noch vorhandenen 26,1 t (839.000 oz) kann die Ukraine abschreiben, die finden sich bald in China wieder.

Wie geht es jetzt weiter? Am Wochenende steht die Schweizer Volksinitiative zum Goldkauf der Nationalbank bevor. Es kann nicht ausgeschlossen werden, daß sie angenommen wird, da sich die Schweizer schon mehrfach als erstaunlich resistent der Mainstream-Propaganda gegenüber gezeigt haben. Wird die Initiative angenommen, entsteht eine potentielle Nachfrage nach Gold von mehreren tausend Tonnen. Die Deutsche Bank hat kürzlich schon dazu geraten, dies mit „Papiergold“ abzubilden. Gerade teilte Peter Boehringer mit, daß die Citbank eine neue Studie herausgebracht habe, die mal wieder auf die Wertlosigkeit von Gold hinwies. Natürlich, im Gegensatz dazu hat sich Papiergeld seit seiner Kreation immer als dauerhaft und wertbeständig erwiesen. Man sollte dieser Dummheit keine Energie widmen, sie zeigt aber auf, daß dem Bankenkartell der Arsch auf Grundeis geht. Was die Schweizer betrifft, so vermute ich, daß der Goldpreis nach der Abstimmung fallen wird. Wie stark, keine Ahnung. Es wird pure Manipulation und wieder von den Futures-Märkten orchestriert sein. Wenn die Abstimmung angenommen wird, wäre es ein Zeichen von wegen: „Seht her, ihr habt null Einfluß, es fällt doch, Ihr Dummköpfe!“ Und wenn sie abgelehnt wird, kann das nur für die Weisheit der Schweizer und ihr grenzenloses Vertrauen in den Euro-unterlegten Franken sprechen. Wer braucht dann überhaupt noch Gold? Und wie soll jetzt diese Aktion bewerkstelligt werden?

Zuletzt hatte ich auf die Korrelation von Gold und japanischem Yen hingewiesen. Der Yen wird als Verschuldungs-Schrottwährung benutzt, um die US Aktienmärkte oben und Gold unten zu halten. Die Bewegung verläuft natürlicherweise exponentiell bis zum Zusammenbruch. Kurz eine Zwischenbemerkung, denn letztendlich geht es nur um die Verteidigung der Dollar-Hegemonie. Um eigene Stärke vorzutäuschen, kann man sich entweder selber erhöhen oder die anderen herabdrücken. Die USA wählen, mangels nicht vorhandener realer wirtschaftlicher Möglichkeiten, selber aufzusteigen, zweite Variante, indem sie anderen Schaden zufügen und deren Währungen schwächen, um so den Dollar besser aussehen zu lassen. Ende des Einschubs. Der Yen ist „erledigt“, das bezweifelt niemand. Man kann also hier potentiell Billionen von $ an Fluchtgeld mobilisieren und in den US Aktienmarkt lenken. Wenn noch eine große Bewegung beim Gold nach unten folgen sollte… dann muß der Einsatz erheblich sein und das geht über den Yen, der bald sowieso in einer Hyperinflation untergeht. Nähme man in den USA Kredite auf, stünden den Investments in Aktien und Futures Verbindlichkeiten gegenüber. Tut man das mit Yen und verfällt dieser wertlos, hat man den Jackpot. Eine solche Fluchtbewegung ist aber gefährlich, dann sie wird garantiert nicht vollständig in den Dollar gehen.

Man muß also jetzt, setzt die Bewegung ein, alle Mittel medialer Verdummung und Manipulation nutzen, um den Zufluß in Gold zu bremsen. Auf null kann man ihn nicht reduzieren! Also erwarten Sie noch mehr derlei Bankenstudien, die die Sinnlosigkeit von Goldanlagen, ggf. wissenschaftlich untermauert, hervorheben. Hinzu wird sich der Terror gesellen, mit dem man Gold in Verbindung bringen wird, siehe die neuen Gold- und Silbermünzen des IS. Ich warte jetzt nur noch darauf, daß Gold als direkt oder indirekt klimaschädlich gebrandmarkt wird. Daß das Ganze die absurden Preise nicht ewig halten kann, ist völlig logisch und das wissen die westlichen Zentralbanker auch. Sie spielen es bis die letzte auftreibbare Unze weg ist. Und dann ? Dann werden die Futures-Verkäufe mangels lieferbarem Gold keinen Effekt mehr haben. Man wird die COMEX schließen und Default erklären, ggf. den Handel aussetzen. Der Preis wird dann keine Obergrenze mehr kennen. Dies alles geschieht vermutlich in einem Umfeld sich gravierend verschärfender geopolitischer Spannungen. Der Westen ist völlig bankrott und kann das Offenbar-Werden dieser Tatsache nicht mehr lange verbergen. Die kommende Inflation (bei rasant steigendem Gold und Silber) wird man mit anderen „Notwendigkeiten“ wie massiver Aufrüstung zu begründen zu suchen. Und das alles kann schon in wenigen Wochen virulent werden. Leider.

6 Kommentare

Kommentar from: Goldschaf [Besucher]
Jaja, "Gold wird schon ganz bald zu unglaublichen Höhen" aufsteigen.
Die story hören wir jetzt schon seit Jahren, aber der Goldpreis fällt nur.

Inflation?? Wo soll die sein? Inflation kaum noch messbar, Deflation droht sogar.
Euro noch da, EU noch da.
Dollar noch da, FED noch da.

Nix Crash, nix Goldpreisexplosion.
Der 200$ spike war doch eher ein Computerfehler.


Klar war das ein Datenfehler. Aber schon dubios. Und ich weiß auch selber, daß die Durchhalteparolen nerven. Und doch wird es so kommen. Die Inflation startet plötzlich und dann sind alle überrascht. JK
27.11.14 @ 17:27
Kommentar from: You can call me Daddy ! [Besucher]
Auf GodmodeTrader brach der Goldkurs Punkt 19:00 Uhr von $1190,- auf $594,- in einem Spike ein, nicht aber bei bei Bullion Vault.
Einstellung mit Zeitintervall “Intraday”;
http://www.godmode-trader.de/rohstoffe/gold-preis,133979

Interessant, nicht wahr?

ww.goldreporter.de/goldpreis-unter-1-200-dollar-festgenagelt/gold/46667/
Das haben andere Augen auch gesehen, siehe im Artikel

Der Absturz ging exakt bis 594,78 USD, und wenn es kein Börsencomputer-Glitch war, dürften einige Inhaber von Gold-Call-Optionen sich morgen wegen einer KO-Niederlage mit Totalverlust verwundert die Augen reiben.

Und was habe ich euch erzählt ?

Nach dem Spike nach oben folgt zwangsläufig die Bewegung in die andere Richtung.
Jetzt seid ihr hoffentlich alle euer Papier los ! 8-)
28.11.14 @ 04:35
Kommentar from: Wilfried [Besucher]
Hallo Herr Kneist,

vielen Dank für Ihr Bemühen um Aufklärung.

"Man" kann den Goldpreis auf 0 reduzieren so man will.
Am 15.11.2013 um 23:30 MEZ war das der Fall.
(Screenshot bei Bedarf per email)
Die Bewegung gestern um 19:00 MEZ, innerhalb einer Minute ein Wasserfall mit einer Tiefe von ca. 600 USD, spricht auch Bände. Ebenso der von Ihnen eingangs schon erwähnte Anstieg.
Für mich sind alle, in welchen Grafen auch immer, angegebenen "Geld"-Werte von Edelmetallen Augenwischerei. Der Wert von Edelmetallen bemißt sich durch Besitz oder Nichtbesitz.

Die einzige Lösung für die US-Mafia sehe ich in der Entfachung eines großen Krieges. Ich habe aber die Hoffnung, dass diese Verbrecher innerhalb der eigenen Nation zur Strecke gebracht werden, bevor es dazu kommt.

Gruß aus Westfalen
Wilfried



Hoffen wir das beste, Wilfried. Und tun wir was dafür. JK
28.11.14 @ 10:50
Kommentar from: Silber 5000$ ! [Besucher]
Sowas, niemand braucht mehr Silber. :-D :-D :-D
Immer her damit Leute ! 8-)
Die Inder kaufen euch leer dieses Mal.
Da hat sich einer ausgelassen auf den Goldseiten, dass Silberimporte in Rupien gemessen um 40% eingebrochen wäre. :-D :-D :-D
Er wollte unbedingt sehen, dass Indien weniger Silber kaufen würde.
Er hat nicht bedacht, dass der Preis um ein ähnlichen Prozentsatz gefallen ist laut seiner Studie.
Dieses Jahr hat Indien Rekordimporte für Silber und die Münzprägeanstalten Rekordverkäufe !
Silberpeak ist nach etwa 2 Jahren. Also schön den fallenden Kursen hinterherschauen. :-D
28.11.14 @ 21:57
Kommentar from: Rainer [Besucher]
Es ist eine Schande, daß sich die Bundesbank noch Bundesbank nennen darf. Welch ein armseliger Verein ist aus ihr geworden. Jetzt wird man auch noch von den Niederlanden blamiert und als Märchenerzähler entlarvt.
Der politische Druck der USA muß auch hier ungeheuer groß sein.
29.11.14 @ 13:42
Kommentar from: Walter Roth [Besucher]

Tja, es ist gerade heute der 30.11.2014 um 14.45 hier in der Schweiz und die Abstimmungsresultate zeigen eine deutliche Niederlage der Goldinitiative.

Leider habe ich in den letzten Wochen immer wieder erlebt das die Schweizer der SNB ziemlich kritiklos glauben schenken.

Zwar ist hierzulande das wehklagen über UBS und Co. und die Verbrecher im Finanzhandel weit verbreitet, aber die Menschen erkennen keine Verbindung von der SNB, die ja auch eine Bank ist, zur UBS die sie ja der wildesten Finanzmarktmanipulationen bezichtigen. Sie verstehen den Zusammenhang zwischen der Golddeckung der SNB und dem Fiat-Money einer UBS nicht.
Während die UBS zu den Bösen gehört, empfinden die meisten Bürger der Schweiz die SNB als etwas positives.

Der wenig belesene Bürger hat noch die guten alten Zeiten der Schweizerischen Nationalbank im Kopf, sprich deren Reputation wie sie vor der Affäre um den Korrupten Hildebrandt vorhanden war.

Im Abstimmungskampf der SNB gegen die Goldinitiative zeigte sich aber eine geradezu haarsträubende Arroganz der SNB Herren.

Sie, und eben auch der grosse Teil der leider Finanzpolitisch sehr wenig gebildeten Schweizer, die wollen das Finanzmarkt-Karussell nicht stoppen.

Der Schweizer hat sich für die volle Brieftasche im nächsten Monat entschieden, und dabei die langfristige Gesundheit unserer Finanzen aus den Augen verloren.


Ich habe viele Schweizer immer wieder daran erinnert, das wenn unsere Nationalbank in relativ ruhigen Zeiten der Eurokrise wie seit der Frankenbindung an den Euro, bereits die Frankenmenge um 400 Milliarden erhöht hat um Euro und Dollar zu stützen, sich diese Menge beim Ausbruch des finalen Eurocrashs sofort vervielfachen wird. Die SNB wird im beginnenden Crash noch versuchen den Euro zu stützen.

Da dieser Crash nicht unbedingt über Nacht kommen wird, kann sie durchaus noch Rettungsversuche für den Euro unternehmen .......der die Geldmenge aber auf durchaus 1 Billion Franken erhöhen könnte.
Das wären dann ca. 15 mal so viel wie in einer gesunden Europäischen Haushaltslage üblicherweise an Franken gebraucht und im Umlauf wären.

Die Schweiz wird so bei einem Euro-Crash .....der ja kommen muss, mit in den Abgrund gezogen.

Wir werden möglicherweise so Bankrott sein wie Europa es ist, denn diese 1 Billion Franken wandern in der Welt herum und werden dann von jenen Ländern denen das Wasser bis zum Hals steht, genutzt werden.

Nur, was könnte die Schweiz als 8 Millionen Land dafür liefern, und was wird passieren wenn sie eben nicht liefern kann......

Deutschland in den 20igern ist da ja ein gutes Schulungsbeispiel.

Was blüht uns im Crashfalle wenn da 1 Billion Franken vorhanden sind für die wir Devisen kauften welche wir nun zu grossen Teilen abschreiben müssen.......

Wie überlebt ein 8 Millionen Land einen Verlust von sagen wir 5-600 Milliarden....????

Werden die AHV und die Pensionskassengelder noch vorhanden sein und ausbezahlt werden können....?

Tja, ich habe alle die Bücher oder Vorträge von Grandt, Pop, Willhelm Hankel, Starbatty, Henkel, Sinn usw. gelesen und gehört.
Ich habe selber eine Firma betrieben und die Grundzüge des Geldwesens dabei erlernt.

Schade das wir hier die Chance verpasst haben den Schweizer Franken krisensicherer zu machen, etwas was man gar nicht genug tun kann ......beim sich nähernden Euro-Crash.
30.11.14 @ 15:17

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