Impressionen aus Zypern: Der Bankrun, der keiner sein durfte
von Peter Boehringer
29.03.13 21:01:46
Sie konnten es seit Tagen live auf allen Kanälen verfolgen: Auch auf Zypern durften die Marktkräfte ihre heilende Wirkung wieder einmal nicht entfalten. Wie immer eben seit (wahlweise) 2012 ESM / 2010 EFSF / 2008 post-Lehman-Rettungen / 2007 Immokrisenmanagement / 2001 post 9-11 / 1993ff Golddrückungen / 1987 Asienkrise / 1980 Fiatsystemkrise / 1971 Bretton-Woods-Krise / 1933 Dollarkrise & Goldverbot / 1913 Fed-Falschgeldregime.
Die weltweiten Gottspieler ließen auch auf Zypern keine klassische Bankeninsolvenz zu Lasten der Eigentümer zu. Sie hatten diesmal ja auch einen direkten Interventionsweg vom Brüsseler Olymp zum zypriotischen Olympos. Der Euro als Nobelpreis-würdiges Friedensprojekt und als „größte Errungenschaft der Menschheit“ (Jamie Dimon, JP Morgan) durfte natürlich nicht an einer winzigen –wenn auch strategisch wichtigen– Insel im Mittelmeer scheitern.
Grundsätzliches und Pragmatisches zur Zinsfrage
von Peter Boehringer
09.03.13 15:26:18
Mit dem heutigen längeren Artikel zum Zins werde ich mir auf den ersten Blick keine Freunde machen. Weder bei einigen Kollegen hier im GS-Blog, noch bei den vielen absoluten (und meist planwirtschaftlich-totalitären) Zinsgegnern jeder Couleur, noch bei den naiven und mythengläubigen „Josephspfennig“-Jüngern, noch bei anderen Freigeldfans, Monetativisten und u.U. noch nicht einmal in allen „österreichisch“-liberalen Kreisen. Zudem ist die Zins(rechtfertigungs)diskussion natürlich eigentlich keine (bloggeeignete) aktuelle, sondern eine Jahrtausenddebatte, die wie kaum eine andere unversöhnlich-ideologisch aufgeladen ist. Warum also heute trotzdem ein Artikel dazu?
Keynes versus Konfuzius: Lug und Trug versus Gold und Silber
von Peter Boehringer
06.02.13 15:12:39
Was tun gegen die Inflation, die es zwar nach den offiziellen Statistiken nicht geben darf – die es aber irgendwie doch gibt?
„No Inflation? Commodities Highest Ever For This Time Of Year
The 24-commodity heavy S&P GSCI index (widely recognized as a leading measure of general price movements and inflation in the world economy) has never been as high in early February as it is currently - ever. And with global growth stagnating at best, it seems a tough call to blame 'recovery' for this inflating (fastest pace in 8 years).“
=> Man kann es wie von der FDP vorgeschlagen machen – und die Inflation per Grundgesetz stoppen, was aber dummerweise übersieht, dass Inflation nach Überzeugung der Österreichischen Schule und sogar nach dem ansonsten dubiosen Friedman immer und überall ein monetäres Phänomen ist. Sie ist bereits in dem Moment eingetreten, in dem die Geldmenge erhöht wurde, wozu auch die von der FDP mitbeschlossenen EFSF- und ESM-Maßnahmen sowie die vom Bundestag oder vom Grundgesetz nicht kontrollierbaren Orgien von Drucker-Draghi et al gehören. Zumindest von diesen Instanzen ist Mario D. unabhängig - weisungsbefugt sind ihm und Bernanke gegenüber andere Mächte.
Urbi et Orbi et Auro: Papst prüft Gold des Vatikan
von Peter Boehringer
14.12.12 23:50:28
Der Wettbewerb um den größten und am besten auditierten Goldhort der Welt ist eröffnet. Nach der überraschenden Frühjahrsoffensive der Fed in Sachen Goldtransparenz (Foto von Philipp Mißfelder vor der Fed New York im März 2012) sowie der Bundesbank (Offenlegung der Tonnagen des deutschen Staatsgolds an allen vier Lagerorten) besuchte in einem präzedenzlosen Mediencoup nunmehr sogar die Queen of England den Goldschatz der Briten vor Ort in der Bank of England. Höchstselbst überzeugte sich die Monarchin samt Prinzgemahl vom ordnungsgemäßen Vorhandensein der britischen Barren – wobei sie anderslautende Empfehlungen u.a. von Experten wie zB Peter FTD-R.I.P. Ehrlich ignorierte („Wenn die Bundesbank Goldbestände für 130 Milliarden Euro bilanziert, ist es völlig unwichtig, ob das Metall tatsächlich irgendwo liegt“).
Widerstand des BaMoKap gegen "Holt unser Gold heim"
von Peter Boehringer
08.11.12 14:31:35
Beim viel- und doch immer wieder einfältigen Geschreibe des unverbesserlichen Papiergeld-gläubigen Anti-Gold-Mainstreams ist man ja meistens gut beraten, als Goldkarawane einfach weiterzuziehen; sich nicht jedes längst widerlegte Argument zur Brust zu nehmen – und nicht auf jede Polemik zu reagieren. Aber nachdem seit dem vorigen Blog gegen die Ergüsse des Herrn Münchau auf Spiegel Online im Rahmen der konzertierten Mainstream-Aktion gegen Gold inzwischen drei weitere im negativen Sinn bemerkenswerte Pamphlete erschienen sind – und nun seit heute 8.11. auch noch ein besonders perfides Stück des Herrn Marc Schieritz vom Titelblatt der Print-ZEIT online steht, lohnt es sich inzwischen doch, die Lowlights aus all diesen Artikeln aufzulisten. Sozusagen das „Best_of_Politökonomie_2012“ bzw. die besten „Anti-Gold-Mythen“ des untersten Mainstream-Niveaus. Und sei es nur zur Belustigung bzw. zur Dokumentation einer verirrten und korrupten Zeit für die Nachwelt. Im Folgenden wird daher zitiert aus:
a) Peter Ehrlich (FTD, Leiter der Brüsseler Europa-Redaktion): „Operation Fort Knox“
b) Antje Höning (Rheinische Post, „Die Ökonomin“): „Gold wird maßlos überschätzt“
c) Marc Schieritz (Die ZEIT & ex-FTD): „Gold, das nicht glänzt“
Im Ausland bekommt übrigens die „Audit the Gold“- bzw. die „Repatriate the Gold“-Forderung immer mehr Traktion, zB hier „Five things repatriating gold bullion says about the country“ oder hier „Bundesbank slashed London gold holdings in mystery move“. Die ideologischen Scheuklappen der internationalen Medien sind weniger ausgeprägt als bei uns – vermutlich auch deshalb, weil der deutsche Auslandshort nun einmal der größte ist, so dass um dessen Verbleib in USA und UK aus Sicht der Papiergeld-Eliten ein höherer medialer Bestechungsaufwand gerechtfertigt ist. Und natürlich, weil die keynesianische Gehirnwäsche bei deutschen Wirtschaftsredakteuren seit Jahrzehnten traditionell besonders gut angeschlagen hat. Nichtsdestotrotz bewegt die Kampagne auch bei uns etwas. Lesen Sie dazu gerne alle Updates und Kommentare unter meinem vorigen Blog – insbesondere die nach Jahrzehnten des Schweigens völlig neuen und damit sensationellen Erklärungen der BuBa zu den Tonnagen an den vier Lagerorten des deutschen Goldes. Transparenz ist der erste Schritt zum Audit – denn nun haben wir immerhin erstmals die Soll-Größen für einen sauberen und weiterhin von uns geforderten öffentlichen Audit an allen Standorten anhand der Barrennummernlisten! Und hören Sie gerne auch meine weiteren Erläuterungen zur Goldaktion an – hier im GoldMoney-Interview oder auch in einem aktuellen Messe-Interview.

