Weiter explodierende Target2 Salden werfen grundsätzliche Fragen zum Rechtsstatus der BuBa und des EZB-Systems auf
von Peter Boehringer
05.03.12 10:47:00
Deutschland hat via Bundesbank und „EZB-System“ auch im Februar über den „Target2“-Mechanismus wieder fast 50 Mrd EUR ans Ausland verschenkt. „Verschenkt“ ist dabei der zwar ökonomisch korrekte; jedoch rein formal-bilanztechnisch der falsche Ausdruck, denn noch bestehen ja Forderungen der BuBa in Höhe von per Februar 2012 nun 547 Mrd EUR. Aber trotz verzweifelter Versuche einiger BuBa-Claqueure der jüngsten Zeit, das Target2-System pseudo-wissenschaftlich schön zu reden und als „risikolos“ und als „in einer Währungsunion normaler Verrechnungsmechanismus“ euphemistisch zu verbrämen, ist und bleibt diese Verharmlosung grundfalsch, denn die von der BuBa in inzwischen absurder Höhe ausgereichten „Kredite“ werden nie wieder werthaltig den Weg zurück nach Deutschland finden. Es wird mit fast absoluter Sicherheit noch in diesem Jahrzehnt die Vollausbuchung stattfinden. Eine Widerlegung dieser Aussage könnte nur in Form der schnellen Rückführung des Saldos von inzwischen 550 Mrd EUR auf Null erfolgen. Ein „Warten auf Godot“ wäre wohl erfolgversprechender als eine solche Geduldsübung... Die Totalvergemeinschaftung aller EUropäischen Haushalte und Notenbankbilanzen (informell zB über den ESM; formell dann über „Eurobonds“) würde dagegen nichts am Totalverlust der deutschen T2-Beträge ändern! Prof. Sinns Bedenken bzgl. der T2-Risiken wie auch die fast analogen Bedenken der Taxpayers Association oder eines Prof. Peter Garber (von 1998!) sind weiterhin unwiderlegt! Gegenteilige Analysen inklusive eines im Netz kursierenden „Offenen Briefs an H.-W. Sinn“ von einem Prof. Sievert sind verharmlosende und vernebelnde Rhetorik von Voodoo-Ökonomen oder schlicht Realitätsverweigerung EUlitärer Elfenbein-Technokraten.
DEG e.V. ruft auf zur Hilfe für Bernard von NotHaus
von Peter Boehringer
15.02.12 17:52:25
Liebe Leser,
Viele von Ihnen kennen sicher die aus der Perspektive von Anhängern freien Marktgeldes schlimme Geschichte des „Liberty Dollar“-Projekts. Der „Liberty Dollar“ war eine Silber-„Dollar“-Medaille, privat emittiert 1998-2009 als Alternativgeld. Zum genaueren Hintergrund seines Verbots 2009 und zum Schicksal seines Erfinders Bernard von NotHaus siehe unten. *)
Bernard wurde bereits am 18.3.2011 in einem New Yorker Gericht wegen Münzfälschung verurteilt.
Gemäß amerikanischem Recht wurde am 18.3.2011 jedoch zunächst nur über „Schuldig oder nicht?“ entschieden. Bernard ist seitdem offiziell wegen „Münzfälschung und Verschwörung“ für schuldig befunden und wartet nun (seit fast einem Jahr) auf ein weiteres Urteil, in dem dann die Höhe der Strafe festgelegt werden wird. Obwohl finanziell durch Bernard niemand geschädigt wurde und obwohl Silber seit mehr als 230 Jahren und bis heute Geld im Sinne der US-Verfassung ist, ist das keine harmlose Sache: Es geht um "Schadenersatz" in Millionenhöhe und um eine Gefängnisstrafe von 14-18 Jahren ... !
Freies Geld = freie Liebe: Fed-EZB lassen (Be)Deckung fallen
von Peter Boehringer
22.09.11 13:49:31
Für uns nicht wirklich überraschend – deswegen aber nicht weniger skandalös: Die EZB lässt nun jede noch verbliebene Qualitätsanforderung an Deckung und Werthaltigkeit hinterlegungsfähiger (=monetisierbarer) Sicherheiten fallen. Siehe dazu den Kommentar unter der folgenden Meldung. Und auf vielfachen Wunsch einer [auf den Goldseiten täglich kommentierenden] lautstarken einköpfigen Partei, die uns nicht immer wieder „einseitige und kurzsichtige anti-EURopäische Berichterstattung“ vorwerfen können soll, finden Sie etwas weiter unten stehend dann noch mehr „food for thought“ – diesmal eher US- und Fed-zentriert. Schließlich ist der Sozialismus zugunsten der Banken und zu Lasten der Massenkaufkraft und der Menschen ja nun in der Tat keine EURopäische Erfindung. Das Prädikat „invented here“ verdienen eindeutig die Fed und ihre Eigner und ihre noch immer weitgehend amerikanischen „primary dealer“: „Sozialismus à la carte und für die Banken“ betreibt die Fed schon seit mindestens 2007/8 – insoweit ist der o.g. einköpfigen Partei durchaus zuzustimmen. Doch die EZB und die Satrapen der Weltregierung in den EUropäischen Parlamenten ziehen seit 2010 gewaltig nach. Dies in allererster Linie mit deutschem Steuergeld und mit aus dem Nichts geschöpften Kreditgeld bzw. mit abstrusen „Garantie“-Konstrukten, welche ohne deutsche Substanz und Bonität keinen Tag überleben würden! Daher zunächst zu den neuesten „Errungenschaften“ der EZB:
Momentaufnahme des Tages: Target2 und Spiegel-Volte
von Peter Boehringer
13.09.11 18:32:51
Es sind wahrlich außergewöhnliche Zeiten. Und so gibt es auch heute wieder eine Flut von außergewöhnlichen Nachrichten, von denen ich nur die bemerkenswertesten aufgreifen kann.
Zunächst zu meinem Dauer- und Reizthema „Target2“ – also den gemäß Bundesbank rein "technischen" und harmlosen „Verrechnungs"konten innerhalb des EZB-Systems. Bereits seit Monaten (und auch nach der Aufdeckung dieser Konten durch Prof. Sinn vor 6 Monaten - wir berichteten) stiegen die Salden zu Lasten der Deutschen Bundesbank ständig an – mit einer Rate von zuletzt 10 Mrd EUR pro Monat (!). Noch im vorigen Blog schrieb ich im Kommentarbereich dazu:
"Bei der aktuellen Runrate und bei einer konservativen Fortschreibung über alle Transfertöpfe (Direktzahlungen D´s an EU-Töpfe, GR-Hilfen, EFSF I und II, ESM, Target2, EZB-Schrottaufkäufe, usw.) iHv mindestens 500-1000 Mrd p.a. (!) wird D per 2014 mit mehr als 4 Billionen EUR verschuldet sein, was dann fast 150% BIP-Verschuldung bedeutet. Dann sind wir selbst PIG - und dann bekommen wir das 'C'."
=> Nach den neuen heute bekanntgewordenen Zahlen hat das "Target2"-Konto der Bundesbank das Potenzial, diese 500+ Mrd EUR p.a. alleine zu erreichen! Denn diese völlig uneinbringlichen Geschenke an die PIGS via Target2 haben sich nun gemäß den neuesten Zahlen per August noch einmal exponentiell erhöht.
Um 47 Mrd EUR in EINEM Monat! – also mit einer Runrate von aktuell über 500 Mrd EUR pro Jahr! All dies innerhalb des EZB-Systems – aber außerhalb der relativ transparenten EZB-Bilanz und „natürlich“ ohne jede öffentliche Debatte und ohne jede Einflussnahme des Bundestags in die ach-so-unabhängige Bundesbank-Politik des Merkel-Pudels Weidmann.
Gegen den Markt heißt gegen die Menschen
von Peter Boehringer
18.05.11 13:51:26
Sind Sie Aktionär der Deutschen Bank und damit indirekt auch Anteilseigner der DB-Tochter DWS? Und auch noch Handelsblatt-Leser? Dann hiermit eine zeitnahe (Ent)Warnung - nehmen Sie noch keine Vollausbuchung Ihrer Titel vor und begehen Sie noch keinen Selbstmord wegen Total-Verarmung. Die Meldung im heutigen Handelsblatt (S. 32), wonach der DWS-Immo-Dachfonds "db Immoflex" "mehr als 90% des Vermögens von 259 Milliarden Euro in offenen Immobilienfonds hält, die keine Anteile mehr zurücknehmen", ist eine Ente! Die Fondszeichner müssen also nicht einen großen Teil von gut 230 Milliarden Euro abschreiben. Und die Aktionäre der Mutter DB werden wegen der dann fälligen Milliardenabschreibung durch den DWS-Wertverlust nicht drei Jahre lang auf Dividenden verzichten müssen.
=> Wo aber liegt nun der Fehler? Nun, es ist hier und heute nur ein einfacher übersehener Tippfehler: Statt "259 Milliarden" umfasst das Fondsvolumen nur "259 Millionen". Entwarnung also. Dennoch kann man aus der Meldung sehr viel lernen - sowohl über Immofonds als auch über EUro-Bailouts:






